Chronologie des Hochwassers in der Elbe im Juni 2013 und die Folgen des Hochwassers

 

 

 

Wetterlage und Niederschlagsmengen im Juni 2013

 

Juni-Hochwasser im Süden und Osten Deutschlands

Müssen wir vermehrt mit solch extremen Niederschlägen rechnen?

Offenbach, 6. Juni 2013 – Nach den extremen Niederschlägen der letzten Tage, insbesondere im Süden und Osten Deutschlands, und der nachfolgenden verheerenden Hochwassersituation, stellen sich für viele Bürger zwei Fragen: Wie häufig kann so etwas vorkommen und ist aufgrund des Klimawandels zukünftig häufiger mit solch extremen Ereignissen zu rechnen? Dazu Erklärungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Nasser Mai, versiegelte Böden sowie Schneeschmelze in den Alpen

Hochwasser ist generell kein seltenes Ereignis in diesen Gebieten. Dr. Andreas Becker, Leiter des Weltzentrums für Niederschlagsklimatologie im DWD: „In Erinnerung geblieben sind vor allem die Oderflut im Juli 1997 sowie die Flut an Donau und Elbe im August 2002. Aber auch danach, in den Jahren 2005 und mehrfach im Jahr 2010, gab es dort immer wieder kritische Situationen.“ Anders als bei den Hochwassersituationen 1997 und 2002 handelte es sich diesmal nicht um eine klassische Großwetterlage des Typs Vb („Fünf b“), sondern um

eine dieser Wetterlage ähnlichen Typs „Tief Mitteleuropa (Tm)“, das ebenfalls beträchtliche Niederschläge bringen kann.

Die heftigen Regenfälle der zeitweise

ortsfesten Tiefdruckgebiete „Dominik“ und „Frederik“

kamen auch nicht unerwartet.

Öffentlichkeit, Medien und Einrichtungen des Katastrophenschutzes waren vorgewarnt.
Der Hauptteil der Niederschläge fiel am 30./31.5. sowie am 1./2.6. Erschwerend kam hinzu, dass durch die zahlreichen Niederschläge im Mai in vielen Re-gionen die Böden bereits mit Wasser gesättigt waren. So floss viel Wasser oberirdisch ab und ließ kleine Bäche und Flüsse sehr schnell anschwellen. Ein weiterer Faktor im Süden war die zeitgleiche Schneeschmelze in den Alpen, wo in höheren Lagen, vor allem auch in Österreich, noch reichlich Schnee lag. Dies erklärt insgesamt die hohen Pegel des Inn und später dann die an der Donau. Die heftigen Niederschläge in Österreich, Tschechien und Polen trugen also durch die Zuführung der Wassermassen nach Deutschland zur dortigen Hochwassersituation ebenfalls bei.

22.750.000.000.000 Liter Wasser fielen auf Deutschland

Aus den Informationen seines Niederschlagsbeobachtungssystems hat der DWD nun berechnen können, welche Mengen an Wasser an diesen vier Tagen vom Himmel fielen.

Deutschlandweit waren das insgesamt 22,75 Billionen Liter.

Davon fielen auf

Bayern       8,28 Billionen,

Sachsen     2,50 Billionen,

Thüringen 1,43 Billionen

Hessen       1,22 Billionen Liter.

„Jahrhundertniederschläge“ in einigen Regionen an Donau und Elbe

Mit Hilfe von statistischen Verfahren ist der DWD in der Lage, aus den Niederschlagsaufzeichnungen einzelner Orte sog. Wiederkehrzeiten zu berechnen. Das sind Zeiträume, in denen im Mittel nur ein solcher Niederschlagsfall zu erwarten ist. Für Aschau und Kreuth in Bayern (405,1 bzw. 372,8 l/m²), Burladingen in Baden-Württemberg (154,0 l/m²) und Stützengrün in Sachsen (224,0 l/m²) ergeben sich hinsichtlich der in 90 Stunden gefallenen Niederschlagssumme beispielsweise Wiederkehrzeiten von 100 Jahren, also ‚Jahrhundertniederschläge‘. „Es stellt sich natürlich die Frage, ob die Berechnungsgrundlage solcher Wiederkehrzeiten angesichts des Wandels unseres Klimas noch stimmt“, schlussfolgert DWD-Niederschlagsexperte Dr. Andreas Becker.

Klimatologische Einordnung der außergewöhnlich heftigen Niederschläge

Analysen des DWD haben ergeben, dass sich zumindest in Deutschland aus dem Zeitraum 1951 bis 2000 kein eindeutiger Trend zu vermehrten extremen Niederschlagsereignissen ableiten lässt. Allerdings gibt es einen Trend zu mehr Ereignissen mit Tagesniederschlägen von mehr als 30 l/m² - vor allem im Winter. Für eine Zunahme spricht weiter die globale Erwärmung, die auch einen zunehmenden Wasserdampfgehalt der Atmosphäre bedeuten würde. Eine Großwetterlage des Typs „Tief Mitteleuropa (Tm)“ bringt für gewöhnlich zahlreiche Niederschläge, insbesondere wenn diese wie diesmal in Verbindung mit einem Tief in der Höhe steht und die Situation über Tage anhält. Jüngste Klimaanalysen und Projektionen zeigen, dem DWD zufolge, eine Tendenz zur Zunahme von zentral über Mitteleuropa liegenden, feuchten Tiefdruckgebieten. Die mittlere jährliche Anzahl steigt demzufolge von 1951 bis zum Ende des Jahrhunderts um 20%.

DWD fordert Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Einer weiteren Studie des DWD zufolge sollen die meisten der untersuchten Wetterextreme bei Temperatur, Niederschlag und Wind bis zum Jahr 2100 zunehmen. Für DWD-Vizepräsident Dr. Paul Becker ist klar: „Gerade beim Hochwasserschutz in Deutschland dürfen wir nicht innehalten.“

Tabelle: Vergleichbare Hochwasserereignisse seit 1997 aufgrund von niederschlagsreichen Tiefdruckgebieten über Mitteleuropa (Vb/Vb-artig)

Jahr

Monat

Einzugsgebiet

1997

Juli

Oder

1999

Mai

Donau

2001

Juli

Weichsel

2002

August

Elbe / Donau

2005

August

Donau

2010

Mai

Oder/Weichsel

2010

August

Neiße / Spree / Elbe

2010

September

Neiße / Elbe / Elster

 

 

 

 

Quelle: Pressemitteilung des DWD vom 06.06.2013

 

Hier einige Niederschlagsmengen ausgewählter Messstationen:

 

 

Ablauf des Hochwassers

Wie lange noch?

Heute Mittag (06.06.2013) wird der Höchststand der Elbe erwartet. Königsstein, Pirna und Bad Schandau sind geflutet.

Es herrscht Ausnahmezustand. Erste Schadensschätzung: 2,5 Milliarden EURO.

Quelle: Sächsische Zeitung, 06.06.2013

 

Regenfluten und Katastrophenalarm

Hochwasserlage im In- und Ausland spitzt sich zu / Evakuierungen in Gößnitz und Zwickau

Prag/Passau/Chemnitz Regen, Regen und kein Ende. Die Hochwassersituation in Deutschland und dem benachbarten Ausland spitzt sich in einigen Regionen dramatisch zu. In mehreren Gebieten wurde Katastrophenalarm ausgelöst.

                                           

                                  Wasser der Chemnitz flutet am gestrigen Sonntag (02.06.2013) die B95 im Zentrum von Chemnitz. Foto: dpa

Nach tagelangem Dauerregen hat sich die Hochwasserlage im Süden und Osten Deutschlands am Sonntag (02.06.2013) dramatisch zugespitzt. Mehrere Städte und Landkreise in Bayern, Thüringen und Sachsen riefen Katastrophenalarm aus. Die Bundeswehr bereitete sich auf Hilfseinsätze vor. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte den am stärksten betroffenen Ländern "volle Unterstützung" zu. In Österreich wurde ein Mann von einer Schlammlawine begraben, in Tschechien starben zwei Menschen bei einem Hauseinsturz. Die Regierung in Prag rief am Abend den Notstand aus.

Dramatische Szenen auch in Deutschland: In Bayern drohe möglicherweise ein Hochwasser bisher ungekannten Ausmaßes, warnte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vor einem Krisentreffen. Katastrophenalarm wurde unter anderem in Passau und Rosenheim ausgerufen. In Sachsen waren etwa Zwickau und Chemnitz betroffen. In Ostthüringen gab es Katastrophenalarm im Kreis Greiz.

… Bis zum Abend sollte der Pegelstand der Donau - so die Befürchtung - auf mehr als elf Meter steigen. Das Jahrhunderthochwasser 2002 hatte einen Höchststand von 10,81 Metern.

Auch die Pegelstände der Mangfall in Rosenheim könnten einen neuen Rekord erreichen, befürchtete ein Sprecher der Stadt. Der Damm drohte zu brechen. In Rosenheim wurden erste Stadtteile evakuiert. An vielen Schulen in Bayern soll der Unterricht an diesem Montag (03.06.2013) ausfallen.

Die thüringische Kleinstadt Gößnitz mit ihren rund 3000 Einwohnern sollte komplett evakuiert werden.

"Der Pegel der Pleiße steht momentan bei 4,14 Meter, normal ist ein Meter", sagte die Sprecherin des Landratsamtes, Jana Fuchs, am Abend. …

… Land unter auch in Sachsen: In Chemnitz trat der gleichnamige Fluss über die Ufer. In Zwickau brachten Helfer Menschen eines Ortsteils in Sicherheit.

Im Vogtland lief die Talsperre Pirk über.

In Grimmas Altstadt standen Straßen unter Wasser. "Rund 2000 Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden", sagte eine Stadtsprecherin. Nach Angaben des Landkreises Leipzig könnten die Pegelstände des Hochwassers von 2002 überschritten werden. …

… Auch in Sachsen-Anhalt gab es keine Entwarnung. "Die Lage sieht vor allem bei Wetterzeube dramatisch aus.

Hier droht an der Weißen Elster das höchste Hochwasser seit 1924", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

dpa/dst

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.06.2013 (gekürzt, vorwiegend auf die Nebenflüsse der Elbe bezogen)

 

Grimmas Innenstadt ertrinkt zum zweiten Mal

Erste sinkende Pegel – aber keine Flut-Entwarnung in Sachsen / Dresden und Leipzig rechnen mit dem Schlimmsten

Dresden Das Hochwasser bedroht nun auch Sachsens Metropolen. Dresden rechnet mit neun Metern Wasserstand. Leipzig flutet Badeseen und Waldflächen, um das Schlimmste zu verhindern.

Die Mulde-Städte Grimma und Döbeln versanken zum zweiten Mal seit 2002 im Hochwasser. Hoffnung bereitet indes, dass der Dauerregen endlich nachlässt.

Das Hochwasser der Mulde hat das Zentrum von Grimma volkommen überschwemmt. Feuerwehrleute evakuieren bedrohte Menschen aus ihren Häusern. Foto: dpa

Mit großer Sorge erwartete Sachsen am Montag (03.06.2013) die Nacht. Das Landeshochwasserzentrum kündigte am Abend für alle Elbpegel die Alarmstufe 4 an.

Noch bis in die zweite Wochenhälfte, hieß es, werde der Pegel steigen. So bereitete sich Dresden auf das Schlimmste vor. Innenminister Markus Ulbig (CDU) kündigte bis Donnerstag neun Meter Wasserstand an, das wären 40 Zentimeter weniger als bei der Jahrhundertflut 2002.

Für Leipzig verschärften sich am Montag (03.06.2013) die Vorhersagen. Wegen des Dauerregens im Erzgebirgsvorland richtete sich die Stadt auf weiter steigende Pegelstände ein. Zwar wurde bereits in der Nacht zum Montag 02.06./03.06.2013) die Weiße Elster teilweise in den Zwenkauer See geleitet. Das reichte aber nicht zur Entwarnung. Zusätzlich wurden im Norden der Stadt Vorbereitungen getroffen, um im Notfall auch das Nahle-Auslassbauwerk zu öffnen, teilte die Stadtverwaltung am Nachmittag mit. Damit würden Waldflächen überflutet, um Wohngebiete zu schützen.

Der Pegel der Weißen Elster in Kleindalzig erreichte dennoch Alarmstufe 4 bei 4,69 Metern. Für die Nacht erwartete die Stadt einen Höchstwert von 5,30 Metern.

Währenddessen konnten die Städte an der Mulde vorsichtig aufatmen. Dort stieg der Pegel am Nachmittag nicht mehr an – und es hörte nach Tagen langsam auf zu regnen.

Grimma (Kreis Nordsachsen) und Döbeln (Kreis Mittelsachsen) waren damit über den Scheitel hinaus. Beide Innenstädte ertranken seit der Jahrhundertflut 2002 zum zweiten Mal in den Fluten.

Der Mulde-Pegel Grimma-Golzern stand am Abend bei 7,60 Metern, mit leicht fallender Tendenz. Die Innenstadt blieb komplett abgesperrt.

In der 22 000-Einwohner-Stadt Döbeln zog sich das Wasser langsam zurück. Dennoch blieb die Innenstadt weiträumig nicht passierbar….

… In den sächsischen Zuflüssen zur Lausitzer Neiße gingen die Wasserstände langsam zurück.

Auch in Zwickau und Chemnitz schien das Schlimmste überstanden. Dort konnten evakuierte Anwohner wieder in ihre Häuser zurück. Es ist allerdings mit schweren Zerstörungen zu rechnen.

Laut dem Energieversorger Envia waren am Montag (03.06.2013) in den Kreisen Mittelsachsen, Zwickauer Land und Nordsachsen 9500 Menschen ohne Strom. Viele Schulen bleiben bis Mittwoch (05.06.20139 geschlossen.

Zum Thema:


Weniger Regen in ganz Deutschland, davon gehen die Meterologen in den nächsten Tagen aus. Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst prognostiziert für die ostdeutschen Bundesländer ein wenig Entspannung. Ganz vorbei sei es mit dem Regen noch nicht, allerdings soll es nur noch in bestimmten Regionen vereinzelte Regenschauer geben. In der Lausitz soll es leicht bewölkt bleiben, der Dauerregen soll aber erstmal vorbei sein.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.06.2013 (gekürzt)

 

Elf Jahre nach der „Jahrhundertflut“

Die Mulde holt sich die Städte zurück

GRIMMA/EILENBURG ­Elf Jahre nach dem vermeintlichen Jahrhunderthochwasser ist die braune Flut wieder über Städte und Gemeinden an der Mulde hereingebrochen. Rund 15 000 Menschen mussten allein in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen evaku­iert werden. Während die neu gebaute Flutmauer die Stadt Eilenburg bis zum Abend (03.06.2013) vor dem Schlimmsten bewahrte, versanken Grimma und Döbeln erneut im Flutwasser.

Rund eine halbe Milliarde war nach der Flut 2002 in den Wiederaufbau Grimmas geflossen. Doch während nahezu je­es Altstadt-Haus in neuem Glanz erstrahlte, sind die neuen Flutschutzanlagen erst zur Hälfte fertiggestellt. Und das rächt sich jetzt: Auf rund 1,20 Meter wuchs gestern der Wasserpegel in der Altstadt an. Mit Booten evakuierten Feuerwehrleute und THW-Helfer die letzten Bewohner. Mehr als 2 000 Menschen hatten ihre Häuser bereits am Vorabend verlassen.

Auch in Döbeln lief die Innenstadt voll. Auf der sogenannten Muldeninsel waren Dutzende Menschen vom Wasser eingeschlossen, darunter zahlreiche freiwillige Helfer. Sie mussten teilweise die Nacht in Büros und Ge­schäften verbringen. Erst gestern Morgen (03.06.2013) konnten sie von Bundeswehrsoldaten und Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden.

In Eilenburg wurden bereits am Sonntag­abend (02.06.2013) rund 7 000 Bewohner der Innenstadt evakuiert. Hunderte verbrachten die Nacht in Schulen und Turnhallen Evakuierten in der Turnhalle Ost ausharrte….

… Der Tierpark, der bei der 2002er-Flut ein Drittel seines Bestandes ver­loren hatte, wurde bis in die Morgenstunden (04.06.2013) hi­nein ebenfalls evakuiert….

Bis zum Abend (03.06.2013) hielt die 2007 errichtete Eilenburger Flutmauer das Muldewasser noch von der „Geisterstadt“ fern. Allerdings schwappte der Mühlgraben im Westteil über und setzte mehrere Grundstücke unter Wasser. –bi.-

Quelle: Morgenpost, 04.06.2013

 

Talsperren: Immer mehr laufen über

OELSNITZ/V/EIBENSTOCK - Die Situation in den erzgebirgischen und vogtländischen Talsperren bleibt angespannt. Die Landestalsperrenverwaltung konnte ges­tern (03.06.2013) angesichts des anhaltenden Dauerregens keine Entwarnung geben.

Seit Freitag (31.05.2013) wurden in allen sächsischen Talsperren und Rückhaltebecken rund 60 Millionen Kubikmeter Wasser zu­rückgehalten. Nun haben viele Talsperren ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Nicht nur die Talsperren Pirk, Stollberg und Eibenstock sind bereits übergelaufen (Morgenpost berichtete). Auch in Sosa, Werda, Altenberg sowie der Koberbachtalsperre bei Werdau und der Talsperre Muldenberg bei Grünbach schießt das Wasser nun über die Kanten.

"Dadurch gibt es keine Verschärfung der Hochwassersituation. Der Überlauf der Talsperren erfolgt über die Hochwasserent­lastungsanlagen. Diese geben das Wasser so ab, dass an den Talsperren selbst keine Schäden entstehen und diese sicher sind", erklärt Katrin Schöne, Sprecherin  der Landesralsperrenverwaltung.

In der Talsperre Eibenstock entspannt sich die Lage zumindest leicht. Katrin Schöne: "Der Spitzenwert von 220 Kubikmeter pro Sekunde im Zufluss konnte auf 80 Kubikmeter pro Sekunde  im Abfluss reduziert werden. Die Zwickauer Mulde unterhalb der Talsperre wurde dadurch enorm entlastet." ary/cast

Quelle: Morgenpost, 04.06.2013

An dieser Stelle einige Bilder vom Oberlauf der Elbe, einschließlich Dresden:

 

 

                                   

Kurort Rathen, 03.06.2013, 14:00 Uhr

Quelle: Verfasser

                                           

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

        

Elbe in Dresden am 04.06.2013, Foto: Verfasser

 

            

 

Was kommt da noch alles?

Die Sächsische Zeitung gibt Antworten auf einige der drängendsten Fragen zur Flut.

? Wasser und kein Ende; Wie hoch steigt die Elbe in den nächsten Stunden noch?

Heute (06.06.2013), am späten Abend, soll der Höchststand er­reicht sein. Der Hochwasserscheitel kommt später als erwartet und liegt etwas höher. Der Grund dafür liegt in Tschechien. 95 Prozent des Elbewassers kommt von dort. Usti hatte seinen Höchststand erst spät in der Nacht. Gut 20 Stunden sind es dann noch bis nach Dresden. Das Wasser blieb dort nur wenige Zentimeter unter dem Stand von der Flut 2002. In Dresden soll die Elbe unter dem Rekord­hochwasser bleiben. Etwa 8,80 Meter sind voraus­gesagt, 2002 waren es 9,40 Meter.

? Rettung mit Sand, Holz und Stahl: Tagelang strömt das Wasser an den Deichen entlang. Wie gefährdet sind sie?

Wände aus Stahl halten die Wasserrmassen zurück. Der Druck des Wassers dichtet sie automatisch ab. Das funktioniert auch tagelang. Anders der Deich. Wie viel Wasser dort durchsickert, das hängt im Wesentlichen vom verwendeten Material ab und ob es eine innenliegende Dichtung gibt: eine Ton­dichtung oder auch eine Spundwand. Einmal ge­baut ist so ein Deich aber nicht unbedingt auf ewig dicht. Maulwürfe können sich Gänge graben.

Die Stabilität hängt auch von der Breite des Dei­ches ab. Fazit: je neuer und besser das Innenmate­rial und je breiter und flacher, umso länger hält er das Wasser zurück. Im Umkehrschluss, alte Deiche halten unter Maximallast teils nur wenige Tage.

? Die Jahrhundertflut kommt nun öfter: Warum wieder so ein Hochwasser?

In der Tat kommt das Jahrhunderthochwasser derzeit öfter. Es bleibt aber immer noch ein Jahrhun­dertereignis. Ein solches kann dreimal in einem Jahrzehnt eintreten und dann 300 Jahre wieder nicht. Am Rhein gibt es solche Fälle beispielsweise. Die Statistik geht dabei eben ein paar Hundert Jah­re zurück. Häufen sich nun aber in den kommen­den Jahren noch mehr solcher Katastrophen, dann wird sich auch die Eingruppierung - ab welchem Pegel spricht man von einem Jahrhunderthoch­wasser - ändern. Dann würde dies eventuell noch ein 50-jähriges Ereignis sein. Wetterlagen, die sol­che Fluten hervorbringen, gibt es in den letzten Jahren häufiger denn je. Trogwetterlage nennt sich das. In nur 20 Jahren hat sich deren Zahl ver­dreifacht. Sie bringen entweder extrem stabiles schönes Wetter mit sich, oder eben leider auch sehr stabiles schlechtes Wetter. Dann bleibt der Regen nämlich über Tage an ein und demselben Ort. Wie diese Woche.

? Kommt jetzt der Sommer, nachdem der Regen endlich aufgehört hat?

Endlich Sonne. Wenigstens eine wirklich gute Nachricht: jetzt hat auch in Ostsachsen der Regen aufgehört, und auch in Nordböhmen. Was bleibt, sind einige lokale Schauer und Gewitter, wie im Sommer halt üblich. Dazu die passenden warmen Temperaturen. Diese Gewitter können zwar heftig sein, aber wirklich ernste Auswirkungen auf die Hochwassersituation an der EIbe haben sie nicht. Sie sind zu lokal und sind nur vergleichsweise kurz. Zumindest von oben ist damit nun schon mal Entspannung in Sicht.

? Lässt der Flutschutz in Dresden Städte wie Meißen untergehen?

Jeder Flutschutz hat Auswirkungen auf die nach­folgenden Regionen. Wenn das Wasser in Dresden nicht in die Breite fließen kann, wird es nicht zwi­schengeparkt. Besonders bei schnell steigenden Pegeln wäre das von Bedeutung für die Städte am Unterlauf Steigt das Wasser wie in diesem Falle langsam an und bleibt auch noch sehr lange hoch, hat dies weniger Einfluss. Nicht der Flutschutz in Dresden war es also, der Meißen unter Wasser ge­setzt hat, eher der unzureichende Schutz dort.

? Mehr als erwartet: Die Modelle haben sich verschätzt, warum?

Es gibt unzählige kleine Flüsse und Bäche im Einzugsge biet von EIbe und Moldau. Die wenigsten haben einen Pegel. Daher basieren die Pegelprog­nosen teils auf Schätzungen. Wenn es nun aber wie in diesem Fall über einer Fläche von 50000 Quadratkilometern nicht schlagartig schnell, son­dern über viele Tage hinweg regnet, steigt die Feh­lerquote. Insbesondere am Anfang des großen Regens war daher der Ernst der Lage nicht erkennbar.

? Welche Regionen am Fluss sind bei Hochwasser am stärksten gefährdet?

Je enger das Tal, umso weniger Möglichkeiten gibt es, die Wassermassen zurückzuhalten. je steiler die Hänge sind, umso schneller ist das Wasser im Fluss unterwegs.

Und hohe Fließgeschwindigkeiten werden schon bei kleinen Wasserständen problematisch. Das trifft ins besondere auf die Region in der Sächsischen Schweiz zu.

 ? Ein Pegel, aber die Prognosen sind unterschiedlich. Warum können die Wasserstände nicht besser vorhergesagt werden?

Hinter den Prognosen befinden sich Rechenmodelle. Sie arbeiten vor allem im Extrembereich nicht sonderlich zuverlässig. Da fehlen Erfahrungen­ - zum Glück. Aber seit der Flut von 2002 und 2006 haben sich genau diese Extremprognosen schon deutlich verbessert. Was aber in diesem Falle eine nicht vorhersehbare Aufstockung des Pegels brachte, war das zeitweilige Ablassen von Wasser aus den Stauseen der Moldau, um Prag vor den Wassermassen zu schützen. Das wurde zwar dementiert. Politiker von Usti allerdings bleiben dabei. Auch deren Stadt war dadurch stärker betroffen. Der Pegel stieg hier fast einen halben Meter höher als zunächst erwartet. Und jetzt wird dies nach Dresden, Meißen und Riesa durchgereicht.

? 2002, 2006, 2010 - und alles schon vergessen? Warum verdrängen wir die bösen Erinnerungen so oft?

Es liegt zum Glück in der Natur unserer Psyche, dass wir in den meisten Fällen unangenehme Ereignisse leichter vergessen als positive. Menschen in solchen Extremsituationen brauchen die ganze Kraft und Konzentration zur Bewältigung der Krise. Wir versuchen zu handeln, zu bewältigen und wieder Kontrolle zu gewinnen, und dies überschreibt bald unsere Erinnerung an das eigentliche Problem. Die nachträgliche Beurteilung von Risiken und vielleicht auch Schutz vor solchen Gewalten wie der Flut kann dadurch durchaus beeinträchtigt werden. Zudem verleitet auch noch der Begriff Jahrhundertflut, die nächste Katastrophe erst weit, weit weg zu glauben.

 ? Sind die Brücken gefährdet, wenn jetzt das Hochwasser so lange bleibt?

Die Dämme und Deiche sind dann das größte Problem, sie weichen auf.  Die Brücken indes sollten selbst diesen Wasserrmassen standhalten. Auch dann, wenn sie ganz überspült sind. Aber sie stau­en das Wasser halt auf Gefahr geht für diese Bauwerke indes von Treibgut auf dem Fluss aus, Bäume zum Beispiel, die mit enormer Geschwindigkeit herangetrieben werden.

? Wann geht das wasserendlich wieder auf normalen Stand zurück?

Das viele Wasser bleibt noch tagelang im Fluss. Die Prognosen, wie schnell es abfließt, sind noch schwieriger als der Anstieg zu berechnen. Es gibt keine zuverlässige Vorhersage. Viel Wasser, das heißt sieben Meter und mehr sind am Wochenende (08./09.06.2013) sehr wahrscheinlich. Und auch danach sinkt der Pegel nur langsam. Hauptgrund ist der extrem nasse Boden im Einzugsgebiet der Elbe. Und außerdem wird von den Talsperren der Moldau weiter­hin Wasser abgelassen, um Stauraum zu schaffen.

? Eine unsichtbare Gefahr lauert in der Erde. Warum bereitet das Grundwasser nach mehreren Tagen solche Probleme?

Die Böden sind durch den langanhaltenden Regen so voll mit Wasser wie noch nie um diese Jahres­zeit. So können durchaus noch viele Tage nach der Flut Keller volllaufen, Öltanks auftreiben und Haustechnik zerstört werden. Grundwasser dringt durch das Mauerwerk. Dadurch entstehen Risse in der Wand. Eine weitere Ursache kann der Rückstau des Abwassers aus der Kanalisation sein. Unsichtbar ist indes die Verunreinigung des Trink­wassers mit Keimen. Die regionalen Warnungen, Trinkwasser abzukochen, sollten dringend befolgt werden. In Dresden kommt derzeit das Trinkwas­ser aus der Talsprerre Klingenberg. Normalerweise wird etwa ein Drittel an der Elbe gefiltert, das geschieht derzeit nicht. Dadurch ist das Dresdner Trinkwasser sauber wie zuvor.

? Ist die Versorgung mit Strom sicher, und wie stabil sind die Mobilfunknetze?

Einige Tausend Sachsen hatten gestern (05.06.2013) keinen Strom. Vorsorglich schalteten Versorger wie Dre­wag und Enso einige Leitungen ab. In Leisnig gab es laut Envia-M Stromausfälle. Die Versorger rie­ten, bei und vor Kellerüberflutung die Gas- und Trinkwasser-Haupthähne zu schlie­ßen. Wer nach der Flut Strom-Hausanschlusskäs­ten wieder in Betrieb nehmen will, bra11cht einen Elektroinstallateur. Vodafone meldete Störungen in Chemnitz und Dresden und bangte,dass seine Mobilfunk-Vermitt­lungsstelle in Dresden trocken bleibt. Die Telekom gab ihre Vermittlungsstelle in Bad Schandau auf und versuchte am Abend, dort zur Überbrückung eine Richtfunk-Verbindung aufzubauen.

? Werden Lebensmittel auf nassen Feldern verderben, und bekommen Landwirte die nötige Hilfe?

Auf Sachsens Äckern wird dieses Jahr mehr Un­kraut wachsen als üblich- aber die Obstbauern bleiben optimistisch: Heute Kinder einer Wurzener Kita das Erdbeerlied zur Eröffnung der Erdbeersaison. Der Termin wurde nicht abgesagt, obwohl gestern Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) einen Hof im Kreis Leipzig besuchte und von einer "Riesen-Katastrophe" sprach. Vor allem bei Getreide, Mais und Kartoffeln haben die Bauern nach Angaben ihrer Verbände große Probleme. Gras kann oft nicht mehr als Futter genutzt werden. Aigner sichertet"unbürokratische" Soforthilfe zu – allerdings nicht zusätzlich zu dem l00-Millionen-Euro-Hilfspaket vom Bund, sondern als Teil davon.

? Geld ist das eine, die Angst, die Hoffnungslosigkeit das andere. 'Was brauchen die Flutopfer außer materieller Hilfe am meisten?

Besonders schwer von der Flut Betroffene können ohne wirkliche Unterstützung psychisch ausbrennen und Depressionen entwickeln. In solchen Fällen ist eine Therapie erforderlich. Das Gefühl von Gemeinsamkeit und nicht alleine sein, das geteilte Leid ist unwahrscheinlich wichtig und kann dies verhindern.Es ist die feste Verankerung in einem helfenden, ermutigenden und unterstützenden sozialen Netz. Es sind Menschen wichtig, die einfühlsam mit Problemen umgehen können. Familie und Nachbarn sind jetzt am wichtigsten.

 

Die Fakten

Eine Recherche der SZ-Reporter und Korrespondenten in Sachsen und Tschechien.

Wissenschaftliche Mitarbeit:

Prof. Christian Bernhofer (TU Dresden, Meteorologie),

Prof. Jochen Schanze (IÖR, Raumentwicklung),

Prof. Jürgen Stamm (TU Dresden, Wasserbau),

Prof. Hans-Ulrich Wittchen (TU Dresden, Psychologie)

 

Quelle: Sächsische Zeitung, 06.06.2013

 

Zwischen Meißen und Torgau sinken die Pegel nur langsam

Das Elbland wird zur Insellandschaft / Angst um die Dämme – viele weichen immer mehr auf / Verteidigungsminister de Maizière kündigt Besuch in Riesa an

Torgau/Meißen Der Scheitel der Elbe ist am Freitag durch Torgau gezogen. Riesa und Meißen kämpften bei langsam sinkenden Wasserständen weiter. Im tiefsten Verkehrschaos mussten Industriegebiete trocken gehalten und Milchvieh gerettet werden.

                                   

Ein vom Hochwasser der Elbe eingeschlossener Ortsteil der Gemeinde Zeithain. Foto: dpa

Gegen 14 Uhr atmete Torgau am Freitag (07.06.2013) langsam auf.

Bei 9,22 Metern stieg das Wasser in der Innenstadt nicht mehr an. Am späten Freitagnachmittag sank der Pegel erstmals seit Tagen um einen hoffnungsvollen Zentimeter. Somit musste die Torgauer Elbebrücke nicht, wie befürchtet, geschlossen werden, teilten die Krisenstäbe der Stadt und des Kreises Nordsachsen am Nachmittag mit.

Die Torgauer Brücke ist seit Tagen der letzte offene Elbübergang auf einer Strecke von 80 Kilometern bis nach Radebeul. Vorsichtshalber stapelten die Ladenbesitzer in der Torgauer Innenstadt weiter Sandsäcke vor ihren Türen, während bei den Zuschauern am Elbufer langsam die Sorge wich. Dennoch füllten gestern noch Hunderte Helfer Sandsäcke, um die Deponie, den Stadtteil Loßwig und das Industriegebiet "Reptitzer Weg" zu sichern. Auch am Montag bleiben die Schulen in Torgau zu, teilte die Stadtverwaltung mit.

In Riesa wich das Wasser gestern leicht zurück, die Sportstadt hatte den Höchststand von 9,40 Metern bereits am Donnerstagnachmittag (06.06.2013) erreicht. …

 Auf einer Strecke von 20 Kilometern zwischen der Gemeinde Hirschstein und Strehla hat die Elbe alle Deiche überspült. Zwischen Strehla und dem gegenüberliegenden Lorenzkirch – dem niedrigsten Dorf Sachsens – war der Fluss gestern einen Kilometer breit. Die Gemeinde Zeithain mit ihren zehn Ortsteilen "gleicht einer Insellandschaft in einem Meer von Elbewasser", sagte Landrat Arndt Steinbach (CDU).

Im Dörfchen Kreinitz zwischen Riesa und Mühlberg musste in der Nacht die Bundeswehr 600 Milchkühe retten. Weil dort eine Milchviehanlage vom Wasser eingeschlossen war, warf eine Hubschrauberstaffel Sandsäcke ab, um das Gelände zusätzlich zu sichern.

Aus der Luft ist das Flussbett nicht mehr zu erkennen – stattdessen ein breiter, brauner Wasserspiegel. Durch die Stagnation der Fluten entlang der Elbe im Landkreis Meißen weichen die Dämme weiter auf, viele sind bereits überflutet. Die Verkehrsverbindungen über die Elbe bleiben für unbestimmte Zeit geschlossen – weder in Riesa noch in Meißen können die Brücken befahren werden.

Ausnahme ist die Bahnlinie Dresden-Leipzig, die unbeschadet des Hochwassers weiterhin in Riesa über die Elbe kommt. In Meißen, wo das Wasser langsam aus der Innenstadt weicht, herrscht seit Tagen Verkehrschaos. Denn auch entlang des Flusses sind die Straßen nicht befahrbar….

Derweil ärgert sich die Polizei über Katastrophentouristen. Riesas Polizeichef Hermann Braunger vermeldete am Freitag "keine Plünderungen, keine Einbrüche, aber einen Haufen übermütiger und leichtsinniger Leute"….

Auch Thomas de Maizière (CDU) will Riesa besuchen. Der Bundesverteidigungsminister, zu dessen Wahlkreis Riesa gehört, hat sich für den Sonntag angekündigt.

Christine Keilholz / ckh1

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.06.2013 (gekürzt)

 

Helfer kämpfen um jede Stunde

Der Pegel bei Mühlberg sinkt, aber langsam / Ein Damm droht zu brechen / Landrat lässt die Stadt räumen

Mühlberg/Elbe Trotz fallender Pegel ist die Katastrophe noch nicht abgewendet. Am Freitagnachmittag lässt der Landrat die Stadt räumen. 200 000 Sandsäcke sind nochmal geordert worden. 550 Helfer kämpfen rund um die Uhr um Mühlberg und seine Ortschaften.

                                         

                     Die Einsatzkräfte versuchen, die Schadstellen am kritischen Deich vor Fichtenberg zu beheben. Foto: Veit Rösler/vrs1

In der Innenstadt von Mühlberg herrscht am gestrigen Morgen angespannte Ruhe – kaum ein Auto ist auf der Straße. Ab und zu fährt ein Feuerwehrwagen mit Blaulicht zur Deichkontrolle, ein Bewohner spaziert durch die Gassen. Nur der Fleischer hat offen, aber keine Kunden. Am Rathaus stehen Journalisten und Polizei. Grundwasser wird durch Schläuche aus Kellern abgelassen. Am Tag sechs ist in Mühlberg Ruhe eingekehrt – könnte man denken. Doch außerhalb der Stadt, wenige Hundert Meter stromaufwärts, spitzt sich seit der Nacht zum Freitag die Lage zu. Der Altdeich bei Fichtenberg wird unterspült. Torsten Hoffgaard, Sprecher des Landkreises: "Dort hat es eine Deichrutschung während der Arbeiten gegeben, die durch Einsatzkräfte mit Sandsäcken abgesichert wird."

Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Soldaten und Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kämpfen um jede Stunde, die der Deich hält. "Der macht es nicht mehr lange", sagt ein Helfer beim Umladen der Sandsäcke von Bundeswehrlastern auf die Hänger der Agrargenossenschaft. Eckard Frenzel, Ortsbeirat von Fichtenberg, fährt einen der Traktoren. Wie das Pendel einer Uhr ausschlägt, wälzen sich die Maschinen von der alten Elbstraße zum Deich übers Feld. "Der Boden ist sehr schlammig. Wir kommen kaum durch", sagt er und bleibt mit seinem Fahrzeug stecken. Ein anderer Traktor zieht den Koloss aus der prekären Lage. Ein riesiger See hat sich vorm Deich gebildet. Soldaten haben aus Sandsäcken Stege gestapelt, trotzdem stehen sie im Wasser. Sie sind seit Stunden im Einsatz.

Polizeisprecherin Ines Filohn: "Die Bewohner müssen unbedingt ein Gefahrenbewusstsein entwickeln und die Stadt verlassen. Auch wenn die Deiche teils saniert wurden, sie sind 100 Jahre alt", gibt sie zu bedenken. Die Dämme seien weich. Das Wasser würde bei Deichbruch schnell in Wohngebiete strömen. Und tatsächlich sind Mühlberger an diesem Morgen in den Ortsteilen und in der Stadt noch mit ihren Kleinkindern unterwegs. "Die Polizei kontrolliert die Stadt. Bürger sollten nicht wegen ihrer Häuser bleiben. Das Eigentum ist sicher", so Filohn.

….

Jetzt ist auch klar: Der Pegel hatte seinen Höchststand 9 Uhr mit 9,89 Meter erreicht. Die Elbe sinkt – aber langsam. Die Wassermassen könnten über Tage die Deiche belasten. In Martinskirchen ist der Damm unterspült. Eine riesige Eiche reicht mit ihren Wurzeln vom Deich bis unter die Straße.

Christian Harig, Bereichsingenieur vom Landesumweltamt: "Das ist bislang aber noch nicht kritisch. Sorgenkind bleibt der Deich vor Fichtenberg", sagt Harig. Es gebe noch keinen Riss, aber der Damm sei stark unterströmt.

Harig: "Taucher bringen Folie an, um den Druck rauszunehmen." Sonst würde feiner Boden ausgespült. Das Porenvolumen verringere sich und der Damm würde instabil. Schon seit Tagen sickert an vielen Stellen klares Wasser auf die Straßen. Harig: "Das ist die natürliche Reaktion des Deiches, um sich selbst zu entlasten." An der kritischen Stelle bei Borschütz ist es schon prekärer. Soldat Martin Reinhöfer, der gerade eine Schicht hinter sich hat: "Der Boden am Deich ist weich wie nach zehn Tagen Regen." Ein Kamerad fügt hinzu: "Wie wenn man über Moos läuft." Die Kompanie darf pausieren.

Stunden später, 16.30 Uhr wird es ernst. Auch wenn Landrat Christian Jaschinski (CDU) es nicht so formulieren will – er hatte zuvor die Zwangsevakuierung ausgeschlossen – lässt er angesichts der dramatischen Situation ab 16.30 Uhr die Stadt räumen. Es sei eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Polizei fährt nun durch die Straßen, fordert Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Ihre Sicherheit könne man nicht mehr gewährleisten. Mühlberg wird zur Geisterstadt. Auch umliegende Dörfer werden geräumt. In den Turnhallen von Tröbitz, Schönborn und Finsterwalde kommen die Menschen unter, meist jedoch bei Verwandten oder Bekannten. Regenwolken ziehen auf. Bis Redaktionsschluss haben die Dämme gehalten.

Aktuelle Infos lesen Sie im RUNDSCHAU Live-Ticker auf www.lr-online.de/hochwasser

                                    

Der Deich bei Fichtenberg droht zu brechen. Einsatzkräfte bleiben sogar mit Traktoren im Schlamm stecken. Foto: Corinna Karl

 

Corinna Karl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.06.2013 (gekürzt)

 

Flutwelle rollt gen Norden - Lage an Elbe weiter angespannt

Magdeburg/Mühlberg/Berlin Aufatmen oder Weiterbangen? Noch weiß keiner, was die nächsten Stunden den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands bringen werden. Brennpunkte sind derzeit Magdeburg und Wittenberge. Viele Menschen müssen ihre Häuser verlassen, um Leib und Leben zu schützen.

Die Lage in den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands hat sich in der Nacht zum Sonntag (08.06./09.06.2013) weiter zugespitzt. Vor allem in Magdeburg und Wittenberge sehen viele Menschen den kommenden Stunden mit Anspannung entgegen - eine ungewisse Zeit zwischen Hoffen und Bangen.

In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) steht die Elbe mittlerweile bei 7,43 Meter, wie eine Sprecherin des Krisenstabs am frühen Sonntagmorgen (09.06.2013) sagte.

Bei dem verheerenden Hochwasser 2002 lag der höchste Pegelstand bei 6,72 Meter. Wie hoch das Wasser in der nächsten Tagen noch steigen werde, könne derzeit niemand abschätzen.

(Der Scheitel wurde am 09.06.2013 mit 7,46 m registriert).

… 

Bei Wittenberge (Brandenburg) hatte das Hochwasser der Elbe bereits am Samstagabend (08.06.2013) einen historischen Höchststand von 7,50 Meter erreicht. …

(Der Scheitel wurde am 09.06.2013 mit 7,85 m registriert)….

… Erst in drei bis vier Tagen gebe es wohl eine spürbare Entspannung. Bis dahin müssten die Dämme halten. Und noch länger - denn auch das abfließende Wasser drücke noch mit einer gewaltigen Wucht gegen die Deiche.

Die Pegelstände in Sachsen sind in der Nacht zum Sonntag (08.06./09.06.2013) weiter gesunken. Die Lage an der Elbe bleibt aber angespannt - mindestens bis Montag (10.06.2013). Denn noch immer macht das nur langsam abfließende Wasser den Deichen zu schaffen. In vielen Orten gehen die Aufräumarbeiten weiter. Ob der angekündigte Regen zu neuen Problemen führen wird, sei derzeit noch völlig ungewiss, hieß es.

Nahe Großtreben-Zwethau (Sachsen) waren Einsatzkräfte am Samstag (08.06.2013) weiter damit beschäftigt, eine defekte Klappe in einem Deich zu schließen - Wasser strömte aus. …

…  Die Flutwelle rollte in der Nacht zum Sonntag (08.06./09.06.2013) weiter gen Norden. In Norddeutschland könnte sich die Lage stärker zuspitzen als zunächst vorhergesagt. Experten korrigierten Prognosen für Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein deutlich

Bundesweit stemmen sich rund 70 000 Feuerwehrleute und 11 000 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, mehrere werden vermisst. Für die kommenden Tage sagen Meteorologen schon wieder Starkregen in der Mitte und im Süden Deutschlands sowie in Tschechien und Polen voraus….

(dpa)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.06.2013 (gekürzt)

 

Schiffe versenkt, Deich dicht - Solidarität bringt Spenden

Berlin (dpa) Weiter angespannte Lage trotz fallender Pegelstände: Nach der spektakulären Aktion mit den versenkten Lastkähnen ist der Elbdeich in Sachsen-Anhalt so gut wie abgedichtet. Das Wasser fließe an dem auf etwa 90 Metern gebrochenen Deich bei Fischbeck nur noch auf einigen Metern Länge durch, sagte am Montag eine Sprecherin des Krisenstabes der Landesregierung.

     

       Der Deichdurchbruch bei Fischbeck mit den versenkten Lastkähnen.

       Foto: Jens Wolf

Wann die Bewohner wieder in ihre Orte können, blieb zunächst unklar. Tausende hatten ihre Häuser verlassen. Im Elbe-Havel-Winkel stehen nach wie vor etwa 145 Quadratkilometer unter Wasser, Tendenz sinkend.

Die Bundeswehr versuchte weiterhin, den Deich so gut wie möglich abzudichten. Dazu versenkte sie am Montag schwere Betonröhren. «Der Deichschluss ist gelungen», sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). «Das ist zweifellos die Botschaft des Tages.»…

Der Bahnverkehr ist nach wie vor eingeschränkt. Zwar gab die Deutsche Bahn nach dem Hochwasser eine Regionalbahnstrecke in Sachsen-Anhalt wieder frei, Fernverkehrslinien und damit ICE-Züge zwischen Berlin und Hannover werden jedoch weiterhin umgeleitet. Reisende müssen Verspätungen in Kauf nehmen.

... Trotz sinkender Pegelstände bleibt der Katastrophenalarm am schleswig-holsteinischen Abschnitt der Elbe vorerst bestehen. «So lange wir den Deich noch beobachten müssen, weil theoretisch die Gefahr einer Durchweichung besteht, brauchen wir die Einsatzkräfte des Technisches Hilfswerkes vor Ort. Deshalb werden wir den Katastrophenalarm erst aufheben, wenn keine Gefahr mehr für den Deich besteht», sagte der Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Katastrophenalarm dagegen am Montag (17.06.2013)aufgehoben. Nach mehr als zwei Wochen besteht auch in Sachsen keine Hochwasserwarnung mehr.

In Niedersachsen war der Katastrophenalarm in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg am Sonntag (16.06.2013) aufgehoben worden, in Brandenburg gab es am Montagabend (17.06.2013) im Landkreis Prignitz Entwarnung….

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.06.2013 (gekürzt)

"Brandenburg wird den Flutschutz weiter verbessern"

Innenminister Woidke: Deichrückverlegungs-Projekte zügig vollenden

Cottbus/Potsdam Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) war am Sonntag (09.06.2013) den ganzen Tag im Hubschrauber unterwegs. Von oben verfolgte der Minister den Kampf gegen das Hochwasser in der Prignitz und im Havelland. Die RUNDSCHAU hat mit ihm gesprochen.

Im Havelland könnte es bald nass werden. Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke sieht nur noch eine 50-Prozent-Chance, dass bei Fischbeck in der Nähe von Jerichow die Elbdeiche halten. "Dort haben wir eine sehr kritische Situation", sagte Woidke gestern der RUNDSCHAU. "Wenn der Deich dort bricht, haben wir im Havelland massive Probleme."

Und auch in der Prignitz herrschte gestern weiter eine angespannte Lage. …

Dagegen hat sich die Situation an der Schwarzen Elster aus Sicht des Ministers entspannt. Und aus der Gegend um Mühlberg würden immerhin fallende Pegel gemeldet.

"Aber wir haben dort noch immer eine angespannte Situation", so Woidke. "Den Katastrophenalarm und die Hochwasserwarnstufe vier werden wir sicher nicht vor einem Pegelstand von 8,50 Metern aufheben."

Große Sorgen machen dem Innenminister indes die Schaulustigen, die mit ihren Fahrzeugen die Wege zu den Deichen verstopfen. "Wir können da auf niemanden Rücksicht nehmen", sagte Woidke der RUNDSCHAU.

"Wo es geboten ist, räumen wir die Wege frei – dann werden Privatfahrzeuge, die da nicht hingehören, auch mal in den Graben gekippt." Für Diskussionen wie in der niedersächsischen Stadt Hitzacker, wo einem NDR-Bericht zufolge über die Bereitstellung von Aussichtsplattformen für Schaulustige nachgedacht wurde, hat der Brandenburger Innenminister kein Verständnis. "Wir haben wirklich andere Sorgen", so Woidke gegenüber der RUNDSCHAU. "Ich wundere mich über die Entspanntheit, die es dort scheinbar gibt."

Die aus Sachsen-Anhalt gemeldeten Drohbriefe, die Anschläge auf Deiche ankündigten, waren dem Minister dagegen am Sonntag nicht bekannt.

 "Ich hoffe, dass es solche Verrückte hier bei uns in Brandenburg nicht gibt", sagte Woidke. Aber die Deiche in Brandenburg würden derzeit ohnehin durch Deichläufer und Sicherheitskräfte bewacht.

Angesichts immer stärkerer Kritik an veralteten Deichen etwa entlang der Schwarzen Elster betonte Woidke, dass das Land Brandenburg den Hochwasserschutz weiter verbessern werde.

"Wir werden die begonnenen Deichrückverlegungs-Projekte zügig vollenden, wenn uns daran keine Einwände von Anwohnern hindern", so Woidke.

Bei Lenzen in der Prignitz, wo der Elbdeich auf einer Strecke in den vergangenen Jahren deutlich weiter ins Land verlegt wurde, zeige sich derzeit die Wirksamkeit dieser Maßnahmen. "Mit dem alten Deich hätten wir hier massive Probleme gehabt." Nun seien dort 500 Hektar Fläche geflutet.

Zufrieden dagegen zeigte sich der Innenminister mit den Leistungen des eigenen Ressorts: Der Brandenburger Katastrophenschutz arbeite auf einem hohen Niveau – und "wir werden auch nach diesem Hochwasser alles dafür tun, dass das künftig so bleibt".

Benjamin Lassiwe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.06.2013 (gekürzt)

 

Noch keine Flut-Entwarnung im Norden Brandenburgs

Dramatische Lage in Sachsen-Anhalt / Riesige Flächen überflutet

Wittenberge Die Spitze des Elbhochwassers hat die Prignitz erreicht. Während die Betroffenen in Südbrandenburg zum Alltag zurückkehren, bleibt die Situation im Elbe-Havel-Dreieck angespannt. Nach einem Deichbruch heißt es im Norden Sachsen-Anhalts: Land unter.

                                         

Land unter im Norden Sachsen-Anhalts: In der Nähe von Wittenberge sind Häuser vom Hochwasser der Elbe eingeschlossen. Foto: dpa

Das Plateau des Elbe-Hochwassers flutet durch die Prignitz. Am Dienstag (11.06.2013) blieb der Pegel bei einer Höhe um 7,75 Meter in Wittenberge relativ stabil. Die Spitze des Hochwassers soll Berechnungen zufolge etwa 40 Kilometer lang, die Flut in zehn Tagen durchgerauscht sein.

Experten hatten einen historischen Pegel-Höchststand von über acht Metern erwartet. Doch durch die Flutung von Poldern konnte die Situation in Brandenburg bislang entschärft werden.

Im Amt Rhinow, Landkreis Havelland, liegen für den Ernstfall 3000 gefüllte Sandsäcke bereit. An deren Einsatz sei momentan trotz des Katastrophenalarms nicht zu denken, so Amtsdirektor Jens Aasmann.

Die 1700 Einwohner-Stadt Rhinow liegt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Der Blick des örtlichen Katastrophenstabes ist gespannt zu den Nachbarn gerichtet. Die beste Nachricht sei, wenn der Pegel dort sinkt. Am Sonntag (09.06.2013) waren erste Wehrtore geöffnet worden, um die Elbe vom Hochwasser zu entlasten. Das Wasser schoss in die Havel und von dort auf vorbehaltene Überflutungsflächen. Die Felder und Wiesen werden zwar landwirtschaftlich genutzt, doch im schlimmsten Fall ginge die Ernte verloren.

Dramatisch bleibt indes die Lage im Norden Sachsen-Anhalts: Große Teile des Landkreises Stendal gleichen einer Seenlandschaft. Wassermassen bahnen sich unaufhörlich ihren Weg in die platte Landschaft des Elbe-Havel-Winkels. Die Lage hatte sich nach einem Deichbruch bei Fischbeck zugespitzt.

Obwohl der Pegel der Elbe stetig zurückgeht, strömt das Wasser weiter durch einen etwa 60 Meter breiten Bruch in Regionen, die mit der Elbe normalerweise überhaupt nichts zu tun haben. Doch der Deichbruch bei Fischbeck hat auch zur Entlastung für Gebiete weiter nördlich geführt – etwa für Brandenburg….

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.06.2013 (gekürzt)

 

                                                                 

Rekord-Hochwasser setzt auch den Prignitzern zu

Angespannte Lage hält an / Elbpegel bei Wittenberge stieg am Wochenende schneller als erwartet / Einwohner sollen Altstadt verlassen

Prignitz/Havelberg Neben Mühlberg ist die Prignitz ein weiterer Hochwasser-Brennpunkt in Brandenburg. Auch hier bangen die Menschen um die Dämme. Ob die Dämme halten, werden erst die nächsten Tage zeigen.

Bundeswehrsoldaten befüllen direkt an der Elbe in Bälow Sandsäcke. Foto: dpa

Übers Wochenende (08.06./09.06.2013) hat sich die Hochwasserlage in der Prignitz deutlich verschärft.

"Zehn Häuser haben wir gestern früh verloren", sagte Gerald Neu, Bad Wilsnacks Ordnungsamtsleiter. Betroffen sind die sieben Grundstücke im Stepenitzgrund Breese und drei Gehöfte in Bälow.

Der Elbpegel Wittenberge stieg seit Freitag (07.06.2013) durchweg schneller und stärker als vorausgesagt. Am Samstag (08.06.2013) übersprang er nicht nur die Marke von 2002, sondern auch den bisherigen Höchststand von 7,40 Meter aus dem Jahr 1888.

(Der Scheitel wurde am 09.06.2013 mit 7,85 m registriert)

… Der Krisenstab bittet dringend Fahrer von Kleintransportern um Hilfe. Sie sollten rund um die Uhr abrufbereit sein, um Sandsäcke zum Deich fahren zu können. Mit schwerer Technik ist das seit gestern nicht mehr möglich. Sonntagnachmittag begann die Flutung der Havelpolder. Die zuständige Expertenkommission hatte diese dringend empfohlen, um die Prignitz und die Regionen weiter flussabwärts zu entlasten….

Um wie viel Zentimeter dadurch der Elbpegel sinken wird, sei verlässlich nicht vorherzusagen. Es gebe zu viele unbekannte Faktoren, begründete Bodo Schwiegk, Referatsleiter Landesumweltamt.

Voraussichtlich zwei Tage soll die Flutung andauern, bis das Neu Werbener Wehr wieder geschlossen wird. Die extra für solche Situationen in den 50er-Jahren angelegten Flächen sind die einzige Möglichkeit, um Wasser aus der Elbe aufzunehmen. Eine zweite Flutung in den kommenden Wochen sei nicht möglich, erklärte Bodo Schwiegk. Mit anderen Worten: Es ist die letzte Reservefläche, die zur Verfügung steht. Alles, was danach an Wasser kommen sollte, muss durch die Prignitz fließen.

Gut sei, dass es in der Prignitz keinen Regen geben soll. Schlecht hingegen ist der morgen auf West drehende Wind, so Schwiegk. Er werde an den Deichen Wellenschlag verursachen und Treibgut anspülen, das schwere Schäden verursachen kann.

Eine sehr brenzlige Situation gab es in der Nacht zu gestern. Auf dem Elbdeich bei Quitzöbel kam es zwischen der Elbe und dem Gnevsdorfer Vorfluter zu einer Deichrutschung, sagte Bernd Lindow, Leiter der Unteren Wasserbehörde. Mithilfe der Bundeswehr, einer Hundertschaft der Polizei sowie Polizeitauchern sei es gelungen, die Schäden bis zum Morgen zu reparieren.

Innenminister Dietmar Woidke, der seit Sonnabend in der Prignitz ist, lobte den Krisenstab für sein schnelles und fachlich gutes Handeln in dieser Situation. Ursache für den Schaden war eine große Druckdifferenz zwischen Elbe und Vorfluter, so Lindow. Verursacht wurde diese durch den unterschiedlichen Wasserstand.

Hanno Taufenbach / Hanno Taufenbach ist Redakteur der Tageszeitung Prignitzer

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.06.2013 (gekürzt)

 

Kanzlerin fachsimpelt mit Deichgraf

Merkel und Brandenburgs Ministerpräsident in Wittenberge / Lage bleibt angespannt

Wittenberge Die Arbeit geht Hand in Hand: Der Sand wird in Säcke geschippt, dann werden die Beutel auf Paletten gestapelt. Wartende Fahrzeuge werden schnell beladen. Dazwischen gibt es Besuch: Bundeskanzlerin Merkel kommt vorbei.

                                                      

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, M.) und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD, daneben l.) sprechen am Montag (10.06.2013) mit
    Helfern an einer  Packstation für Sandsäcke in Wittenberge. Foto: dpa

… Das kann er auch mit seiner langjährigen Erfahrung einschätzen", sagt sie. Brandenburg habe auch die Lehren aus den vergangenen Hochwassern gezogen. "Deiche wurden zurückverlegt, dem Fluss Raum gegeben und das zahlt sich jetzt aus", erklärt sie.

…Die frühere Bundesumweltministerin und der Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) fachsimpeln über Deichsicherungen und Pegelstände. Beide haben Hoffnung, dass alles noch gut aus geht.

…Entwarnung gab es jedoch noch nicht. Der Höhepunkt der Flutwelle soll Wittenberge am heutigen Dienstagmittag (11.06.06.2013) erreichen. In der Region bereiten sich seit Tagen Hunderte Helfer darauf vor.

Nach Berechnungen der Behörden könnte der Elb-Pegelstand dort einen historischen Höchstwert von 8,20 Metern erreichen. Der Mittelwert des Wasserstandes liegt dort bei 2,77 Metern.

Die Situation im Havelland ist geprägt vom Geschehen in Sachsen-Anhalt: Nach einem Deichbruch steht im Landkreis Stendal die Ortschaft Fischbeck unter Wasser. Auch der Deich bei Hohengöhren lässt große Wassermengen durch. Der Landkreis Havelland teilte in einer schriftlichen Erklärung mit, es habe einen weiteren Deichbruch gegeben. Er berief sich auf Angaben aus dem Krisenzentrum in Stendal.

Die Bundeswehr und der Krisenstab des Landes Sachsen-Anhalt bestätigte den Deichbruch nicht. Das Land hat die Koordination für die Krise vom Landkreis übernommen. Nach dem Deichbruch bei Fischbeck sei eine länderübergreifende Zusammenarbeit notwendig, hieß es zur Begründung aus Magdeburg.

Von regionalen Einsatzkräften aus Brandenburg war zuvor kritisiert worden, dass der Landkreis Stendal unzureichend Kräfte einsetze und damit auch eine Überflutung von brandenburgischen Gebieten riskiere.

Die Flutschäden in ganz Deutschland werden derzeit auf eine zweistellige Milliardensumme geschätzt. Ein geplantes Treffen der 16 Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel soll am Donnerstag (13.06.2013) um Gespräche zur Fluthilfe erweitert werden.

Gudrun Janicke und Georg-Stefan Russew / dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.06.2013 (gekürzt)

 

Hochwasserlage im Nordwesten entspannt sich weiter

Die Hochwasserlage im Nordwesten Brandenburgs entspannt sich weiter. Der Pegel Wittenberge sank bis zum Montagnachmittag (17.06.2013, 15 Uhr) auf 6,74 Meter.

Im Verlaufe des Tages verringerte sich auch die Zahl der Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer in der Prignitz auf rund 420. Sie sichern Schadstellen am Deich und müssen auch immer wieder Treibgut aus dem Wasser ziehen. Am Montagmittag verabschiedeten Innenminister Dietmar Woidke und der Landrat des Landkreis, Hans Lange, die letzten rund 100 Soldaren der Bundeswehr aus dem Hochwassereinsatz.

Am Sonntagmittag informierte sich auch Ministerpräsident Matthias Platzeck wieder über die Entwicklung in der Prignitz. Er besuchte die Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) in Lenzen sowie in Wittenberge das Gelände der Ölmühle, den örtlichen Krisenstab und das Krankenhaus.

Unter dem Eindruck des großen Einsatzes bei der Abwehr des Hochwassers an Elbe, Havel, Spree und Schwarzer Elster hat Ministerpräsident Platzeck zudem einen repräsentativen Querschnitt von Fluthelfern und ihre Partner als Ehrengäste zum „Brandenburgischen Sommerabend“ eingeladen. Die alljährliche Veranstaltung von Wirtschaft und Landesregierung findet am Mittwoch traditionell im Potsdamer Krongut Bornstedt statt. Die kurzfristige Einladung steht stellvertretend für den Dank an alle Einsatzkräfte und Helfer, die mit unglaublichem Engagement, großer Sachkenntnis und viel Herzblut größere Schäden abwenden konnten. Die Gäste kommen aus den Einsatzgebieten im Süden, Westen und Nordwesten des Landes.

Darüberhinaus wurde bereits in der vergangenen Woche in Elbe-Elster und Prignitz begonnen, Soforthilfen an die Betroffenen, in deren Häuser Wasser gelaufen war, auszuzahlen. Das Brandenburger Finanzministerium hat dafür die entsprechenden Anträge im Internet bereitgestellt und die Hochwasser-Hotline 0331 – 866 6868 eingerichtet.

Die Feuerwehr begann unterdessen mit dem Rückbau der Sandsäcke in der Innenstadt von Wittenberge. Zuvor waren schon Teile der mobilen Hochwasserschutzwand demontiert worden. Eine anhaltende Gefahr für die Deiche ist jedoch das Treibgut auf der Elbe. Ganze Baumstämme werden von der Flut heruntergetragen und können die Deiche ernsthaft beschädigen.

Grund für den nur langsamen Rückgang der Pegelstände in der Prignitz ist der Rückfluss von Wasser aus den Havelpoldern in die Elbe. Zur Kappung des Flutscheitels der Elbe waren insgesamt rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser in die Polder geleitet worden. Außerdem fließt inzwischen Wasser, das durch den Bruch des Elbdeichs bei Fischbeck in die rechtselbischen Niederungen eingerungen ist, in die Havelniederung. Die Ableitung größerer Wassermengen über die Havelwehre in die Elbe wird daher noch längere Zeit anhalten.

Für den westlichen Landkreis Havelland ist die Gefahr durch Wasser aus der Bruchstelle bei Fischbeck gebannt. Der Landkreis hob den Katastrophenalarm am Samstag (22.06.2013) auf. Im Landkreis Prignitz gilt dagegen weiter Katastrophenalarm.

Quelle: Pressemitteilung Staatskanzlei und Ministerium des Innern

 

Brauchen unsere Flüsse mehr Raum?

Umweltminister und Wissenschaftler machen sich für Rückverlegung von Deichen stark

Während Bund und Länder über die Finanzierung von Fluthilfefonds streiten, machen sich Wissen­schaftler und Politiker Gedanken, wie man künftig Menschen besser vor Hochwasser schützen kann.

Berlin. Nach den schweren Überflutungen macht sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) für eine stärkere Rückverlegung von Deichen stark.

"Die Flüsse brauchen mehr Raum",

sagte er bei einem solchen Projekt an der Elbe in Roßlau (Sachsen­Anhalt).

Durch eine Vergrößerung der Auenfläche kann sich das Wasser hier besser ausbreiten. Städte können so vor Überschwemmungen bewahrt werden.

Unterstützung bekommt Altmaier von Experten, die fordern, Flüssen mehr Raum zu geben.

Höhere Deiche vermittelten ein Gefühl der Sicherheit. Die Schäden seien jedoch umso größer, wenn Wasser über die Mauern tritt oder diese brechen, schreiben Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Darum greife es zu kurz, allein auf technischen Schutz zu setzen.

Stattdessen sollten Deiche zurückverlegt werden.

"Mitunter stehen an vielen Abschnitten nur noch zehn bis zwanzig Prozent der ehemaligen Auen als Überschwemmungsflächen zur Verfügung."

Ein variables Hochwasserschutzsystem aus Südbrandenburg soll nun gegen künftige Fluten helfen. Das von einer Handwerksfirma in Bad Liebenwerda entwickelte System könne zu Schutz von Siedlungsbereichen beitragen, erklärte Elbe-Elster, Landrat Christian Jaschinski (CDU).

Die mobile Anlage bestehe aus Betonplatten, die bei drohendem Hochwasser aufgerichtet und abgedichtet werden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.06.2013

 

Warum diese Meldung in der

 

Lausitzer Rundschau vom 17.07.2013 erst auf Seit 5

 

erscheint, bleibt mir ein Rätsel.

 

Eigentlich kann man doch froh sein, dass die Schadenssumme  weit unter der geschätzten

 

bleibt.

 

Flutschäden geringer als angenommen

 

Berlin/Dresden. Die Schäden des Juni- Hochwassers (2013) in Deutschland sind geringer als zunächst angenommen.

Nach einer vorliegenden Übersicht haben die Länder dem Bund Schäden von rund 6,68 Milliarden Euro gemeldet.

Das Bundesinnenministerium bestätigte die Angaben. Allerdings sind das vorläufige Zahlen.

Experten hatten nach dem Hochwasser Schäden im zweistelligen Milliardenbereich nicht ausgeschlossen. dpa/uf

 

 

Angela Merkel: Hochwasser-Hilfe noch im Bundeskanzlerin besucht ssachsen-anhaltisches Hochwassergebiet rund um
 

Fischbeck/ Land beklagt deutschlandweit die größten Schäden

Nach dem Hochwasser sollen die Opfer nicht auch noch monate­lang auf das versprochene Geld warten müssen. Schon im August (2013) sollen erste Zahlungen aus dem Acht-Milliarden-Fonds fließen.

Fischbeck. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Opfern des Juni-Hochwassers rasche Hilfe zugesagt. Erstes Geld aus dem acht Milliarden Euro umfassenden Hilfsfonds von Bund und Ländern werde noch im August fließen, versprach Merkel am Dienstag (23.07.2013) bei einem Besuch in Fischbeck im Norden Sachsen-Anhalts….

….Die Länder haben dem Bund Schäden von insgesamt knapp 6,7 Milliarden Euro gemeldet. Das sind laut Bundesinnenministerium allerdings vorläufige Zahlen.

Die höchsten Schäden meldete Sachsen-Anhalt mit rund 2,7 Milliarden Euro.

Danach folgen Sachsen (1,9 Milliarden) und Bayern (1,3 Milliarden).

Bei der Jahrhundertflut im Jahr 2002 lag der Gesamtschaden in Deutschland bei rund 13 Milliarden Euro.

Die Kanzlerin erkundigte sich in Gesprächen mit Betroffenen nach dem Wiederaufbau in der besonders stark betroffenen Region. Dabei besichtigte sie auch die ICE­ Trasse Hannover-Berlin, die zwischen Stendal und Rathenow aufgrund von Hochwasser-Schäden gesperrt ist - vermutlich noch monatelang. "Man sieht die Wucht der Natur", sagte Merkel….

….In Fischbeck war im Juni der Elbedeich gebrochen. Dadurch wurden riesige Landstriche überflutet. Der Bürgermeister von Fischbeck, Bodo Ladwig, forderte Hilfe beim Wiederaufbau und beim Deichbau.

"Es kann nicht sein, dass ein armes Land wie Sachsen­Anhalt die schlechtesten Deiche hat", sagte der parteilose Politiker.

In Sachsen-Anhalt waren die Region Fischbeck und der nördlich liegende Elbe-Havel-Winkel, wo die Havel in die Elbe mündet, besonders betroffen.

Große Überflutungsgebiete gab es auch an der Mündung der Saale in die Elbe südlich von Magdeburg. dpa/uf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.07.2013 (auszugsweise)

 

"Elf Jahre vertane Zeit ist gaga"

SPD-Chef Sigmar Gabriel informiert sich in Mühlberg über Flutfolgen und fordert eine Elementarversicherung für alle

Mühlberg/Potsdam Scharfe Kritik an der schleppenden Umsetzung der Hochwasservorsorge hat SPD-Chef Sigmar Gabriel am Montag (15.07.2013) in Mühlberg (Elbe-Elster) geübt. Außerdem forderte er die Einführung einer Elementarversicherung für alle.

Foto: Elbe gucken mit dem SPD-Chef: Sigmar Gabriel (3 v.r.) an Brandenburgs Sorgendeich in Mühlberg. Bürgermeisterin Hannelore Brendel zeigt dem Genossen, wo der Schutzwall gerade saniert wird. Foto: Karl

Hochwasser-Termine mit Politikern sind ein Klassiker. Der Flutwahlkampf von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Jahr 2002 ist legendär, ebenso der Einsatz von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bei der Oderflut 1997. Nun also der Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel.
Die Flut ist zwar schon längst weg. Trotzdem besucht Gabriel am Montag (15.07.2013) Brandenburgs Sorgendeich in Mühlberg.

Noch vor wenigen Wochen hatte das ganze Land auf den kleinen Ort im Süden Brandenburgs geschaut. Tagelang drohte dort der marode Elbdeich zu brechen. "Wäre das passiert, hätte ein Drittel des Kreises unter Wasser gestanden", sagt Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos).

Gemeinsam mit der SPD-Bundestagskandidatin für die Landkreise Elbe-Elster und Oberspreewald Lausitz II, Kerstin Weide (siehe Bild unten …), führt sie Gabriel den Deich entlang. Derzeit laufe die Sanierung des Walles. Außerdem solle der Deich vor Mühlberg irgendwann rückverlegt und so Flutungsfläche geschaffen werden.

"Jetzt muss ich mal böse nachfragen", unterbricht Gabriel. "Nach Hochwasser 2002, 2010 und 2013 überlegen sie immer noch, was getan werden kann?

Elf Jahre vertane Zeit ist gaga", so der SPD-Chef weiter.

Anm.: Wahrscheinlich weiß der Fragesteller überhaupt über die Problematik garnichts

Weide nickt, weist aber darauf hin, dass man noch auf Aussagen vom Landkreis warte und die Abstimmung mit den vielen Landwirten schwierig sei. Denn die haben in dem potenziellen Flutungsgebiet vor Mühlberg mehrere Felder.

"Die fruchtbarsten Böden in unserem Bestand", sagt Landwirt und Genossenschaftschef Uve Gliemann.

Es könne nicht sein, dass die Bauern Mühlberg retten und danach nicht wissen, wer wie entschädigt wird. Ein Punkt, der auch Gabriel unter den Nägeln zu brennen scheint.

Anm.: Alles nur gaga-Gerede …

Gleich mehrfach erwähnt er den Nutzen von Elementarversicherungen. "Jeder, der nach dem Elbe-Hochwasser 2002 noch so eine Versicherung hatte, war gut dran", sagt Gabriel der RUNDSCHAU. Deshalb müsse es so eine Versicherung, die Hochwasserschäden abdeckt, für alle geben. Wie das finanziert werden soll, sagt er nicht. Gerade in Hochwasser-Gebieten sind die Beiträge für solche Versicherungen extrem hoch. Man müsse aber darüber diskutieren, so Gabriel weiter.

Foto: SPD-Bundestagskandidatin Kerstin Weide schaute sich die Deichbaustellen im kurzen roten Rock mit Stöckelschuhen an. Foto: dpa

 

Anm.: So sieht also der Wahlkampf einer  SPD-Bundestagskandidatin aus.

Damit stößt der SPD-Chef in dasselbe Horn wie Brandenburgs Linkspartei. Vor wenigen Wochen hatte diese eine bundesweite Pflichtversicherung gegen Elementarschäden gefordert. Statt des bisherigen freiwilligen Systems einer Zusatzversicherung müsse eine Verpflichtung zu einer Versicherung für alle Bürger geschaffen werden, so die Idee.

Für die aktuellen Schäden haben Bund und Länder eine Vereinbarung unterzeichnet. Demnach werden für den Ausgleich von Schäden 50 Prozent bezuschusst – wovon wiederum jeweils die Hälfte der Bund und das Land finanzieren. In Brandenburg sind vor allem die Bauern betroffen: Knapp 40 000 Hektar sind zerstört. Die meisten Flächen wurden demnach im Landkreis Elbe-Elster überflutet.

Dort standen zeitweilig bis zu 11 000 Hektar unter Wasser.
Das Ministerium schätzt die entstandenen Schäden in der Brandenburger Landwirtschaft auf rund 44 Millionen Euro.

"50 Prozent reichen nicht aus", sagt Gliemann in Mühlberg. Klar gebe es hier einen Nutzungskonflikt. Eine bezahlbare Allround-Versicherung, die auch Hochwasserschäden abdeckt, sei aber eine Diskussionsgrundlage.

Als Gliemann das sagt, ist die Politikerkarawane schon wieder unterwegs – zum nächsten Termin.

 Alexander Dinger und Corinna Karl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.07.2013

 

Hochwasservorhersagen für Elbe aus Magdeburg

Magdeburg. Hochwasservorhersagen für das Einzugsgebiet der Elbe werden künftig in Magdeburg herausgegeben.
Sachsen-Anhalt übernehme die Vorhersage für 23 Pegel zwischen Torgau und Geesthacht, sagte der Chef des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Burkhard Henning, am Dienstag
(09.07.2013) in Magdeburg.
Grundlage sei eine Bund- Länder-Vereinbarung, die zum 1. Juli
(2013) in Kraft getreten sei. Damit würden andere Länder entlastet, Brandenburg etwa habe mit Wittenberge nur einen Elbe- Pegel.

In Dresden werden die Vorhersagen für vier Pegel zwischen Schöna und Torgau erstellt. dpa/uf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.07.2013

 

8100 Millionen Euro für Kultur- Flutschäden

Berlin. Aus dem Fluthilfepaket von Bund und Ländern werden kurzfristig 100 Millionen Euro speziell für Denkmäler und Kultureinrichtungen bereitgestellt. Das teilte Kulturstaats­minister Bernd Neumann (CDU) am Freitag (02.08.2013) mit. Allein beim Unesco-Welterbe "Gartenreich Dessau-Wörlitz" in Sachsen-Anhalt wird mit Kos­ten von 15 Millionen Euro gerechnet. dpa/pb

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.08.2013

 

Tourismus- Einbußen geringer als befürchtet

Lenzen/Potsdam. Die Einbußen im Tourismusgeschäft der vom Elbehochwasser betroffenen Regionen sind voraussichtlich weniger dramatisch als anfangs befürchtet. "Das Schlimmste ist nicht eingetreten", sagte am Donnerstag (01.06.2013) der Referatsleiter im Potsdamer Wirtschaftsministerium, Martin Linsen. Dazu trügen kurzfristige Buchungen bei, die aber wohl die entstandene "Delle" nicht ganz ausgleichen könnten. Mit genaueren Zahlen wird erst in einigen Monaten gerechnet.dpa/lho

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.08.2013

 

Deichbau in Breese frühestens Mitte 2014

Potsdam/Breese. Die Menschen in Breese (Prignitz) können erst in etwa einem Jahr mit dem Start für einen Deichbau an der Stepenitz rechnen. Der Baubeginn für das entsprechende Baulos 3 werde für die zweite Hälfte 2014 angestrebt, teilte Umweltministerin Anita Tack (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit.

Danach seien weitere Bauabschnitte geplant. Eine zeitliche Verschiebung sei aber noch möglich. Auch die Finanzierung ist noch nicht abschließend gesichert.dpa/uf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.08.2013

 

Umweltminister treffen sich zu Flut-Konferenz

Erfurt/Berlin. Die Umweltminister von Bund und Ländern treffen sich am 2. September (2013) in Berlin zu einer Sonderkonfe­renz zum Hochwasserschutz. Der müsse künftig besser koordiniert werden, sagte der Vorsitzende der Umweltminis­terkonferenz, Thüringens Ressortchef Jürgen Reinholz (CDU). Bei dem Treffen gehe es um Defizite und nötige Verbesserungen nach den verhee­renden Überflutungen mit Milliardenschäden im Juni. Bisher ist der Hochwasserschutz Ländersache. Den Ministern liege eine Art Schwachstellenanalyse vor, aus der Konsequenzen zu zie­hen seien, sagte Reinholz. Es müssten Zuständigkeits- und Finanzierungsfragen geklärt werden. dpa/uf

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.08.2013

 

Tack will Hochwassern besser vorbeugen

 Potsdam. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) sieht Nachholbedarf beim vorbeugenden Hochwasserschutz. Im Grunde gehe es um die Gewinnung von Flächen, die im Katastrophenfall die Wassermassen aufnehmen können, sagte Tack am Sonntag (01.09.2013).

Am Montag (02.09.2013) kommen in Berlin die Umweltminister der Länder und der Bundesum­weltminister zusammen. Im­mer höhere Deiche zu bauen, reiche angesichts der Auswir­kungen von extremen Nieder­schlägen nicht, betonte Tack. Das habe das diesjährige Hochwasser gezeigt. Um den Flüssen mehr Raum zu geben, müsse auch Über die Rückver­legung von Deichen gespro­chen werden.dpa/uf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.09.2013

Flutschutz-Programm beschlossen

Umweltminister wollen Deichhöhen und Hochwasserstufen vereinheitlichen

Berlin Als Konsequenz aus dem verheerenden Juni-Hochwasser haben sich Bund und Länder am Montag (02.09.2013) in Berlin auf ein nationales Hochwasserschutz-Programm geeinigt. Damit wollen sie auf künftige Fluten besser vorbereitet sein.

So sollen unter anderem Deichhöhen oder Hochwasserstufen vereinheitlicht werden, sagte der Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, der Thüringer Ressortchef Jürgen Reinholz (CDU), auf einer Sondersitzung der Umweltminister. Schutzprojekte sollen gemeinsam geplant sowie schneller genehmigt und gebaut werden. Bisher ist der Hochwasserschutz Ländersache.

Nach Angaben eines Sprechers des Thüringer Umweltministeriums wollen die Länder, dass sich der Bund finanziell mit bis zu 70 Prozent an den Hochwasserschutzprojekten beteiligt. Es komme für den Bund langfristig billiger, in die Verhinderung von Hochwasser statt in die Beseitigung von Schäden zu investieren, sagte Reinholz.

Außerdem soll beim Hochwasserschutz künftig stärker mit den europäischen Nachbarstaaten zusammengearbeitet werden.

Bis Herbst 2014 sollen Details zu dem nationalen Programm erarbeitet werden. Der nationale Hochwasserschutzplan diene in Zukunft als roter Faden, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU).

dpa/kr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.09.2013

 

Länder melden Flutschäden von 6,7 Milliarden Euro an

Berlin. Das verheerende Hoch­wasser im Sommer hat in den be­troffenen Bundesländern nach jetzigem Stand Schäden in Höhe von 6,7 Milliarden Euro verur­sacht. Das geht aus dem Bericht zur Flutkatastrophe hervor, den das Bundesinnenministerium am Mittwoch (04.09.2013) vorlegte. Die höchsten Schäden meldete demnach bislang Sachsen-Anhalt (2,7 Milliarden Euro), gefolgt von Sachsen. dpa/roe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.09.2013

 

Bei Mühlberg entsteht große Überflutungsfläche

Mühlberg. Zur Entlastung der Elbe bei Hochwasser soll nahe Mühlberg (Elbe-Elster) eine mehr als 180 Hektar große Über­flutungsfläche geschaffen werden. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) will die ersten beiden fertigen Deich­abschnitte am kommenden Mittwoch (02.10.2013) übergeben, wie ihr Ministerium am Freitag (27.09.2013) mitteilte.

Der Schutzdamm in der Nähe des Mühlberger Ortsteils Köttlitz ist 1200 Meter lang. Die Kleinstadt war mehrmals nur knapp einer Überflutung entgangen.

So erreichte die Flut beim jüngsten Hochwasser am 7. Juni (2013) laut Stadtverwaltung

9,89 Meter.

Sie lag damit knapp unter dem Rekordwert von 9,98 Meter Mitte August 2002.

Die Deiche hielten dem Druck stand.dpa/bf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.09.2013

EU - Kommission gibt 360 Millionen für Hochwasserschäden

 

Brüssel. Bei der Bewältigung der schweren Hochwasserschäden aus dem Sommer (2013) kann Deutschland auf etwa 360 Millionen Euro EU-Mittel hoffen. Das teilte EU-Regionalkommissar Johannes Hahn am Donnerstag (03.10.2013) in Brüssel mit. Das Europaparlament und die EU-Staaten müssten den Vor­schlag seiner Behörde aber noch billigen.

Deutschland hatte den Gesamtschaden auf rund acht Milliarden Euro beziffert.

Das Geld soll helfen, Kosten für Aufräumarbeiten, Reparaturen an zerstörter Inf­rastruktur oder für Notunterkünfte zu tragen. dpa/sm

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.10.2013

 

Mühlberg - dank Flut neue Feuerwehrleute

Mühlberg. Die Elbestadt Mühlberg kann wenigstens in einem Punkt positive Folgen durch das Hochwasser vermelden:

Die Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr ist gestiegen. Während der brenzligen Tage im Juni (2013) hatten sich zehn Männer zum Dienst gemeldet. Sie sind im besten Kameraden-Alter – zwischen 24 und 30 Jahren. Die Stadt bestellt jetzt neue Einsatzkleidung.  Cka

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.10.2013

 

Noch zu wenige Gäste nach Hochwasser

Mühlberg. Die Region an der Elbe leidet noch unter den Auswirkungen des Junihochwassers (2013).

30 Prozent weniger, teils fast keine Touristen kamen in den vergangenen vier Monaten nach Mühlberg. Gäste wollen offenbar nicht ins Ungewisse fahren. Pensionsbetreiber rühren seither noch mehr die Werbetrommel. cka

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.10.2013

 

 ... Pulsnitz (mündet bei Elsterwerda in die) - Schwarze Elster (mündet bei Corsdorf in die)- Elbe...

 

Schutzplan hinkt reißender Pulsnitz hinterher

Hochwassertreffen in Ortrand eröffnet neuen Zeitplan für Wehr Kroppen und die Problemzonen am Heimatfluss

Das baufällige Pulsnitz-Wehr an der Kroppener Mühle, für den Hochwasserfall zu niedrige Brückenbauwerke über die Autobahn und die Landstraßen, marode Uferbefestigungen in Ortrand und unkontrolliert ins Trinkwasserschutzgebiet laufende Wassermassen bei Lindenau sind akute Gefahren. Doch der seit Jahren geschmiedete Schutzplan hinkt den Naturgewalten des kleinen Flusses, der schnell zum reißenden Strom wird, weit hinterher.

Ortrand. Der bereits mehrfach zugesagte Neubau des Kroppener Pulsnitz-Wehres wird erneut verschoben. Das hat Kurt Augustin, Abteilungsleiter im Brandenburger Umweltministerium, bestätigt.

 

Der Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben (CDU) hatte zum Hochwassergipfel nach Ortrand geladen. Denn die Gefahren an der Pulsnitz sind ernst. "Ich bin sehr froh darüber, dass uns in diesem Vor-Ort-Gespräch verbindliche Zeithorizonte für bereits lange geplante Investitionen aufgezeigt wurden", sagt er. Froh zeigt sich Senftleben zudem darüber, dass die größten Schwachstellen im Hochwasserschutz – wie die Ufermauer in Ort rand – unverzüglich bautechnisch untersucht werden. Dennoch braut sich bei den in immer kürzeren Abständen anrollenden Pulsnitz-Hochwassern über den Anrainern weiter Gefahr zusammen.

Das Kroppener Pulsnitzwehr ist marode, der Neubau erneut verschoben. Die Anlage zu betreten, bedeutet Lebensgefahr. Die Feuerwehrleute müssen das Wehr trotzdem in jedem harten Winter von Eis befreien, um den Wasserabfluss zu gewährleisten. Foto: sam1

Die laufende Förderperiode der Europäischen Union endet im Jahr 2014. "Bis dahin müssen die Mittel zwingend ausgegeben sein", erklärt Augustin. "Keine Firma schafft es, bis dahin das neue Kroppener Wehr fertig zu stellen", sagt er. Deshalb werde Baubeginn erst im Jahr 2015 sein.

 

Der Wasserdurchlass unter der Autobahnbrücke ist zu knapp bemessen worden. Die Verkehrsader wird leicht überflutet. Abhilfe kann nur durch das Vertiefen des Wasserbettes geschaffen werden. Das ist ein Gewässerausbau, der ein Planungsverfahren erfordert. Foto: sam1

Der Hochwasser-Schutzplan für die Ortrander Innenstadt ist soweit gediehen, dass im ersten Quartal nächsten Jahres in das Planfeststellungsverfahren eingetreten werden soll. Vor dem Jahr 2016 wird mit dem Flussausbau aber nicht begonnen. "Das Verfahren ist nicht verkürzbar", erklärt Kurt Augustin. Für die marode Ufermauer am Grundstück Hauptvogel sagt er umgehend eine bautechnische Begutachtung zu. "Die Mauer ist bei den letzten drei Hochwassern stark beansprucht worden", erklärt Bürgermeister Ingo Senftleben. Stürzten Teile oder die ganze Mauer ins Pulsnitzbett, drohe durch den Rückstau die Ortrander Innenstadt überschwemmt zu werden. Der Deich liegt gut einen Meter über der Ortslage Burkersdorf. Im Falle eine Bruches sei hier nichts mehr zu halten.

An der bei Hochwasser zu niedrigen Autobahnbrücke wird geprüft, ob die Gewässersohle vertieft werden kann, um dem Wasser mehr Platz zu schaffen.

Die Versandung der Pulsnitz, die vor allem auch in Lindenau kritisiert wird, ist – so Kurt Augustin – nur mit viel Geld aufzuhalten. Die Mittel, um den Idealzustand zu schaffen, seien nicht vorhanden. Zudem habe Lindenau auch noch nie einen Deich gehabt und werde wohl auch keinen bekommen. 3,1 Millionen Euro würde der kosten, so der Abteilungsleiter. 20 Millionen Euro seien notwendig, um die weit größeren Siedlungen Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg zu schützen. Augustin, dem bis zum Gespräch in Ortrand aber unbekannt war, dass jedes übertretende Hochwasser die Trinkwasserfassung des Wasserwerkes Tettau gefährdet, will dafür sorgen, dass dieses Risiko jetzt zwingend mit bewertet wird.

Zum Thema:
Der Gewässerverband "Kleine Elster – Pulsnitz", der im Auftrag des Landes Brandenburg die laufende Bewirtschaftung der Gewässer erster Ordnung – also an Schwarzer Elster und Pulsnitz – durchführt, hat dieses Budget für das laufende Jahr um 165 000 Euro gekürzt bekommen. Angezeigt ist, dass damit 15 000 Euro für die Mahd an der Elster fehlen. Finanziell nicht untersetzt sind das Beseitigen und Entsorgen angeschwemmter Sedimente aus der Pulsnitz im Lindenauer Mühlgraben (60 000 Euro). Gehölzpflegearbeiten an der Schwarzen Elster, die mit 58 000 Euro veranschlagt sind, können nicht durchgeführt werden. Anlagenreparaturen an der Pulsnitz (etwa 7000 Euro) stehen aus.

 Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.10.2013

 

Flutschutz: Elbe und Oder im Fokus

Experten ziehen Bilanz nach Rekordhochwasser 2013 / Deichsanierung und -verlegung geplant

Potsdam Es war ein Rekordhochwasser: Ganze Landstriche entlang der Elbe und der Schwarzen Elster standen im vergangenen Sommer unter Wasser. Nun hat das Land auf einer Hochwasserkonferenz Bilanz gezogen.

                                                                  

Das Hochwasser der Elbe im Juni 2013 an einer Deichbaustelle in Mühlberg (Elbe-Elster). Foto: dpa

Nach dem Jahrhunderthochwasser des vergangenen Jahres plant das Land Brandenburg großflächige Deichverlegungen entlang der Schwarzen Elster. "Hier stehen 200 Kilometer Deiche direkt am Fluss", sagte der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), Matthias Freude, am Donnerstag am Rande der dritten Potsdamer Hochwasserkonferenz.

Doch Deiche allein würden vor keinem Hochwasser schützen. "Der Fluss fließt irgendwann rüber", sagte Freude. "Deswegen müssen wir den Flüssen eine Chance geben, dort über den Deich zu fließen, wo hinreichend Platz ist." An der Oder etwa sei schon seit Jahren eine Überflutungsfläche im Bereich Neuzelle geplant. "In diesem Bereich stehen aber über 1000 Datschen", sagte Freude. In Brandenburg seien dies "heilige Kühe", die keinesfalls geopfert werden dürften. "Dass wir noch nicht mit faulen Eiern beworfen wurden, als wir vor Ort waren, zeigt aber, dass die Menschen nach den letzten Hochwassern auch etwas begriffen haben."

Wie Umweltministerin Anita Tack (Linke) vor Journalisten sagte, seien derzeit noch nicht alle Schadstellen des jüngsten Hochwassers beseitigt. Repariert seien der Deichbruch bei Arnsnesta an der Schwarzen Elster, ausgebessert die Problemstellen am Elbedeich bei Wittenberge. 2014 soll außerdem ein rund 600 Meter langer Deichneubau in Mühlberg erfolgen, daneben soll die alte Poststraße in Guben eine 600 Meter lange Spundwand erhalten. Zur Beseitigung der Hochwasserschäden stehen dem Land insgesamt 16 Millionen Euro zur Verfügung. Seit 1997 wurden nach Angaben von Tack rund 435 Millionen Euro in den Bau und die Sanierung von Deichen investiert. In dieser Legislaturperiode seien 151 Millionen Euro in den Deichbau und 44 Millionen in wasserwirtschaftliche Anlagen, wie etwa Wehre, geflossen. "Aber wir hätten noch 100 Jahre zu tun, wenn wir alle 1522 Kilometer Deiche im Land Brandenburg erneuern wollten." Daher setze das Land derzeit Prioritäten an Elbe und Oder: "Dort wohnen im Fall des Falles die meisten Menschen, die von einem Hochwasser betroffen sein könnten."

An der Schwarzen Elster stünden die Ortslagen Bad Liebenwerda, Elsterwerda und Herzberg besonders im Blick. Im Bereich Mühlberg wurden von 21 Kilometern Elbdeich bislang 5,5 Kilometer saniert. Dort freilich zeigt sich noch ein anderes Problem: "Wir erleben derzeit einen Generationswechsel bei den Deichläufern", sagt die Mühlberger Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos). Über die Ortsvorsteher versuche die Kommune, Ehrenamtliche für diese wichtige Aufgabe zu mobilisieren. "Ohne Deichläufer wären wir im Fall des Falles machtlos."

Der CDU-Umweltpolitiker und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski forderte die Landesregierung auf, den Schwerpunkt des Hochwasserschutzes stärker auf die mittleren Fließgewässer zu legen, etwa Schwarze Elster, Pulsnitz, Spree oder Stepenitz. "Leib und Leben der Flussanrainer sowie privates und öffentliches Eigentum müssen auch in Brandenburg besser vor Hochwasserkatastrophen geschützt werden", so Dombrowski. Der Unionspolitiker wiederholte zugleich die im Landtag bereits abgelehnte Forderung seiner Fraktion nach einem Landesprogramm Hochwasserschutz.

Benjamin Lassiwe

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.04.2014

 

Elbedeich-Abschnitt bei Wittenberge fertig

Wittenberge. Ein rekonstruierter Deichabschnitt bei Wittenberge (Prignitz) ist fertig. Er wurde auf einer Länge
von rund 1,9 Kilometern erneuert und nun übergeben, wie das Um­weltministerium am Mittwoch (28.05.2014) mitteilte.
Der Deich wurde zwischen den Wittenberger Ortsteilen Zwischendeich und Garsedow seit November 2012
auf 7,90 Meter angehoben und verbreitert. Immer wieder behinderten Hochwasser und Wet­terextreme den Bau.
  dpa/sm

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.05.2014

 

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

Ein Jahr nach der Juni-Flut / Experte hält Problem für nicht gelöst / Viele Bürger verweigern sich Informationen über das Gefahrenpotenzial

Im Juni 2013 setzte eine Flutkatastrophe Teile Deutschlands unter Wasser. Im Osten traf es vor allem Orte an Elbe und Mulde, in Bayern schuf die Donau neue, riesige Seenlandschaften. Hochwasserschutzexperte Andreas Schumann hält die Gefahr ähnlicher Katastrophen nach wie vor nicht gebannt.

                                                                      

Eine der spektakulärsten Aktionen im Juni 2013 passierte in Fischbeck nördlich von Magdeburg, wo Experten unter anderem mit drei alten Schiffen einen Bruch in einem Elbdeich wieder schlossen. Foto: dpa

Was haben wir aus der Hochwasserkatastrophe 2013 lernen können?
Alltäglich nutzen wir Flusslandschaften für die Landwirtschaft und Siedlungen, bauen Brücken und schränken dabei die Flüsse ein. Wir erweitern Bebauungsgebiete und machen uns bei alledem nicht klar, dass manche Gebiete bei Hochwasser unter Wasser liegen. Jedes große Hochwasser präsentiert uns die Rechnung für das Vergessen der Hochwassergefahr. Wir dürfen uns der Gemeinschaftsaufgabe Hochwasserschutz allerdings nicht nur sporadisch nach Katastrophen widmen, sondern müssen sie langfristig angehen. Wenn das Thema nach drei, vier Jahren abgehakt wird, ohne dass langwierige Projekte wie die Einrichtung von Überflutungsflächen umgesetzt sind, sind die Schäden beim nächsten extremen Hochwasser erneut groß.

Wie können wir uns denn sinnvoll schützen?
Es müssen drei Komponenten zusammenwirken. Dazu gehört einerseits die Vorsorge. Dazu ist es wichtig, nicht in Hochwassergebieten zu bauen und stattdessen mehr Raum für den Fluss zu schaffen. Jeder Einzelne kann aber auch durch hochwassersicheres Bauen oder passenden Versicherungsschutz vorsorgen. Zum anderen gibt es technischen Hochwasserschutz, der das Risiko begrenzt. Weil Deiche und Hochwasserschutzwände nie hundertprozentigen Schutz bieten können, gehört als drittes eine funktionierende Katastrophenabwehr dazu. Das heißt, extreme Ereignisse vorherzusagen und vorbereitet zu sein.

Ist denn das nationale Hochwasserschutzprogramm, in dem die Bundesländer gemeinsam Maßnahmen festlegen wollen, der richtige Ansatz?
Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Welche Maßnahmen darin stehen und wie sich Bund und Länder über die Finanzierung einig werden, muss sich aber noch zeigen. Es gibt Maßnahmen, die man nur länderüberschreitend planen kann. Wir haben 2013 gesehen, dass sich Probleme räumlich verlagern können, wenn Länder unkoordiniert operieren. Wenn der Schutz im oberen Flusslauf verbessert wird, werden größere Wassermengen nach unten durchgereicht und Schwachstellen dort stärker belastet. Deshalb brauchen wir immer eine gesamtheitliche Betrachtung der Flüsse. Und wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens über die Frage, wie viel Hochwasserschutz wir zu welchem Preis wollen.

Sind sich denn nicht alle einig, dass man am liebsten vor Hochwasserkatastrophen wie der von 2013 geschützt sein möchte?
Viele Bürger wollen am liebsten gar nicht wissen, ob sie in einem Überflutungsgebiet leben, da Haus und Grund dann weniger wert sind. Wenn Bürger andererseits sagen, Hochwasserschutz ja, aber bitte nicht vor meiner Haustür, dann ist das problematisch, geschieht aber vielerorts im Zusammenhang mit Flutpoldern. Wenn das Risiko nicht akzeptiert wird, können keine wirksamen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.

Täuscht der Eindruck oder haben wir in den vergangenen Jahren häufiger mit Hochwasser zu kämpfen als in den Jahrzehnten davor?
Die Häufigkeit dieser extremen Hochwasser und die Frage, warum sie entstehen, ist noch nicht ausreichend erforscht. Statistisch kann man nicht sagen, dass große Hochwasser häufiger auftreten. Das liegt alles noch im Bereich der natürlichen Schwankungen.

Allerdings sind die Auswirkungen dieser Extremereignisse stärker als früher, allein dadurch, dass wir mehr Werte an den Flussläufen konzentriert haben: Gebäude, Fahrzeuge, Elektroinstallation, Infrastruktur - all das hat zugenommen und findet sich eben auch in hochwassergefährdeten Gebieten.

Mit Andreas Schumann sprach Florentine Dame

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.06.2014

 

Glück gehabt – der Deich in Mühlberg hielt der Elbe stand

Mühlberg Die Elbe fließt fast gemütlich in ihrem Bett in Mühlberg (Elbe-Elster). Auf dem Elb-Uferweg sind Spaziergänger und Fahrradfahrer unterwegs.

                                 

Das Mühlberger Bootshaus lag im Juni 2013 zur Hälfte unter Wasser. Foto: dpa

Am 8. Juni 2013 war es menschenleer. Aus Angst vor dem aus Sachsen herannahenden Elbe-Hochwasser hatten mehr als drei Viertel der rund 4230 Einwohner ihr Zuhause verlassen. Der Katastrophenfall war ausgerufen worden. Keller standen unter Wasser, Grundstücke waren überflutet, Wege in Ufernähe nicht mehr zu erkennen. Das Bootshaus des Rudervereins lag zur Hälfte unter Wasser. Nur das Vereinsschild war noch zu erkennen. Die Elbe war auf 9,62 Meter gestiegen – mehr als dreimal so hoch wie üblich. Hunderte Einsatzkräfte verteidigten zum Teil unsanierte Deichabschnitte. Dank Notsicherung hielten die Deiche.

Nach einem Jahr sprießt beim Ruderklub der Rasen, sind Sträucher angewachsen und leuchtet das Gebäude in frischer Farbe. Im Bereich Mühlberg wurden etwa 5,5 von 21 Kilometern Deich und der Hafen saniert.

dpa/bl

 

 

 

 

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.06.2014

 

 

Vor einem Jahr (2013) sah es ganz anders aus …

 

Niedriger Elbpegel stoppt Flügeltransporte

 

Mühlberg. Im Mühlberger Binnenhafen warten noch 15 Rotorblätter des Windradbauers Vestas auf den Abtransport per Schiff.

Der Elbepegel ist derzeit aber zu niedrig für den Wasserweg.

Das sagt eine Sprecherin der für den Um­schlag beauftragten Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe. GmbH auf Anfrage.

Die Flügel müssen womöglich per Lkw ­abtransportiert werden. Cka

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.06.2014

 

 

Tack: Flüssen zum Schutz vor Hochwasser Raum geben

Brandenburgs Umweltministerin appelliert an Verantwortung des Bundes / Weitere Finanzen notwendig

Potsdam Brandenburg hat das Elbe-Hochwasser im Juni 2013 einigermaßen glimpflich überstanden. "Trotz der enormen und langanhaltenden Belastungen haben die Deiche an der Elbe standgehalten", sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke).

Es habe sich gezeigt, dass immer höhere Deiche allein das Problem nicht lösten. "Wir müssen den Flüssen mehr Raum geben." Und bei nötiger Sanierung werde der Deichfuß breiter angelegt. "Im Bedarfsfall kann er dann später schneller und einfacher erhöht werden", sagte sie.

Die Elbe bei Wittenberge war damals auf knapp acht Meter gestiegen. Normal sind 2,77 Meter. Bei Arnsnesta/Herzberg (Elbe-Elster) brach ein unsanierter Deich an der Schwarzen Elster. In Breese (Prignitz) wurden durch den Rückstau am Elbzufluss Stepenitz Häuser überflutet.

"Hochwasserschutz bleibt zwar weiter Ländersache, aber auch die Bundesregierung hat ihre Verantwortung erkannt", sagte Tack. Bis Herbst solle ein Nationales Hochwasserschutzprogramm erarbeitet werden. "Schwerpunkte sind die Rückverlegung der Deiche, gesteuerte Flutpolder und die Beseitigung von Schwachstellen", sagte die Ministerin. Der Bund habe zugesagt, zusätzlich zu bereits angekündigten Mitteln eine Finanzierungsstrategie aus Bundesmitteln zu erarbeiten.

dpa/bl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.06.2014

 

"Die Deichrückverlegung wäre an dieser Stelle sinnlos"

Borschütz . Der Chef der Agrargenossenschaft Mühlberg, Uve Gliemann, kritisierte kürzlich bei einer Flurbegehung die mangelnde Kommunikation in Bezug auf den Deichbau von zuständigen Behörden mit den Landwirten.

"Ich höre immer nur, dass die Sanierung und die Rückverlegung des Deichs in Borschütz im Plan sind. Mit uns spricht aber niemand." 80 Hektar gutes Land soll durch die Hochwasserschutzmaßnahme demnach für die Bewirtschaftung wegfallen. "Die Deichrückverlegung wäre an dieser Stelle jedoch sinnlos", sagt Gliemann. "Binnen weniger Minuten wäre die Fläche mit Wasser gefüllt und würde Mühlberg nicht schützen." Anders sehe es bei Köttlitz aus, wo zukünftig 200 Hektar Polderfläche geschaffen werden. Bei einer Höhe von 8,50 Metern würde das Wasser über den Damm fließen. "Bei Überflutung bekämen wir Entschädigung. Die Fläche würde nachfolgende Orte schützen. Die geplante Fläche bei Borschütz nützt niemandem", so Gliemann. Bislang seien keine Gespräche gelaufen. Bei Deichrückverlegung würde er in Widerspruch gehen. Gliemann: "Wenn nötig gehen wir bis vors Gericht." cka

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.06.2014

 

Deichbau nun doch schneller möglich

Arbeiten am Schlossteich in Mühlberg im Plan / Landesumweltamt korrigiert Baubeginn in Borschütz

Mühlberg/Plotha Auf beiden Elbseiten der Brücke bei Mühlberg wollen die Bundesländer den Hochwasserschutz verstärken. Sie investieren derzeit fast 7 Millionen Euro. Die alten Dämme werden teils verbreitert und mit Spundwänden versehen. Die grundhafte Sanierung vom schadhaften Borschützer Damm samt Deichrückverlegung sieht der Experte für 2017 als möglich.

Der Damm wächst in die Breite. Bagger versehen ihn mit einem Filterprisma. Foto: Karl

Zwischen dem Mühlberger Hafen und dem Schlossteich wird auf etwa 600 Metern Länge der vorhandene Deich für 850 000 Euro saniert. "Im Moment legen wir ein Filterprisma mit Kies zur Entwässerung an", sagt Polier Markus Höptner. Bis zu zwei Meter tief sei man ins Erdreich gegangen und habe kiesigen Boden aufgeschüttet.

Das Baggerballett links- und rechtsseitig der Elbe im Bereich der Mühlberger Brücke ist schon seit Mai zu beobachten. Riesige Mengen Erde werden bewegt, Straßen zurückgebaut oder Spundwände im Boden versenkt. Insgesamt werden 42 000 Tonnen sogenanntes Stützkörpermaterial auf der brandenburgischen Baustelle verbaut und verdichtet. Allein auf der Seite zur L 66 wurden 15 000 Tonnen Boden aufgeschüttet.

"Auf der Wasserseite sind wir fast fertig. Dort fehlt noch der Radweg", sagt Höptner. Die Böschung ist fertig, die Rasenansaat muss noch erfolgen. Im Oktober soll die Deichsanierung an diesem Abschnitt fertig sein.

"Die Arbeiten liegen exakt im Bauzeitenplan", sagt Thomas Frey vom Landesumweltamt. "Im Unterschied zu anderen Deichsanierungsmaßnahmen kann man hier anmerken, dass der Baum- beziehungsweise Gehölzstreifen auf der Deichkrone erhalten bleibt, da diese sehr breit ist und bei einem Baumwurf keine Standsicherheitsprobleme zu befürchten sind."

Auf der sächsischen Elbseite baut Höptner auf 1,7 Kilometern mit. Insgesamt 6,5 Kilometer Deich saniert Sachsen in drei Abschnitten zwischen Plotha und Treblitzsch für insgesamt sechs Millionen Euro. "Der Abschluss der Arbeiten ist in Abhängigkeit von der Witterung für Ende 2014 vorgesehen", sagt Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung Sachsens.

In Borschütz will Brandenburg nun doch eher investieren. Einerseits soll noch in diesem Jahr eine Sofortmaßnahme gegen die Schadstellen umgesetzt werden. "Hier haben sich die realen Vor-Ort-Verhältnisse allerdings als schwieriger als angenommen herausgestellt, was die Planungsarbeiten umfänglicher macht."

Frey fügt an: "Zum anderen wird für die grundhafte Instandsetzung dieses Abschnittes derzeit die Planfeststellung vorbereitet. Der Antrag steht kurz vor der Fertigstellung. Geht man von einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit für ein Planfeststellungsverfahren mit Deichrückverlegung aus, scheint eine bauliche Umsetzung ab 2017 möglich." Corinna Karl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.07.2014

 

Preisgekrönte Idee geht baden

Variables Hochwasserschutzsystem aus Südbrandenburg wird vom Land nicht unterstützt

Ruhland/Bad Liebenwerda Die Idee ist einfach genial. Das findet nicht nur eine gleichnamige Fernsehsendung. Doch die in Bayern und Brandenburg preisgekrönte Hochwasserschutzbarriere von Udo Anlauff aus Bad Liebenwerda will keiner haben.

 

Udo Anlauff am Modell seiner variablen Hochwasserschutzanlage. Foto: Dietmar Seidel/dse1

Udo Anlauff (51) ist an der Schwarzen Elster im Süden Brandenburgs groß geworden. Der Bad Liebenwerdaer Unternehmer, der die Firma Expert-Bau in der Kurstadt und auf dem Ruhlander Gewerbegebiet betreibt, weiß, wie schnell das gemütliche Flüsschen zur Gefahr für die Menschen in den Städten und Gemeinden werden kann, wenn Hochwasser es zum reißenden Fluss werden lässt. Und er weiß auch, wie mühevoll der Kampf dagegen ist. Allein das Füllen, Schleppen und wieder Wegräumen von Sandsäcken kostet vielen Menschen Kraft und Zeit.

Ein Zufall hatte ihn mit dem Münsteraner Fred Derendorf zusammengeführt, der ein Patent auf eine Hochwasserschutzbarriere hat und eine Baufirma für die Umsetzung suchte. Dem erfahrenen Bauunternehmer aus der Lausitz, der bisher vor allem Wohnhäuser baut und saniert, gefiel die Idee. Er suchte sich ein Team von Fachleuten und ging mit ihnen daran, sie in die Praxis umzusetzen.

Herausgekommen ist ein variables Hochwasserschutzsystem, das dauerhaft und unmittelbar vor Ort installiert und im Notfall mit wenig Aufwand schnell verfügbar ist: Flussbegleitend werden blockweise Fundamente gebaut, in denen Barriereplatten mit Aussparungen für Stütze und Füllholz liegen. Relativ schnell können die Barrieren mit Hebetechnik aufgerichtet werden.

Anlauffs Team hat Barrieren in unterschiedlicher Höhe und Belastbarkeit entwickelt. Das vorgefundene Füllholz quillt bei Kontakt mit Wasser auf und verschließt die Öffnung. Eine starke und schützende Wand steht. Wenn das Hochwasser vorbei ist, können die Betonplatten wieder umgelegt und als Fuß-, Rad- oder Wanderweg genutzt werden. Udo Anlauff hat ein Modell gebaut, das die Wirkungsweise veranschaulicht. Auf seinem Ruhlander Hof steht außerdem eine Art Prototyp, der in Echtgröße verdeutlicht, wie das System funktioniert.

An den Lausitzer Flusslandschaften allerdings sucht man es vergebens. Obwohl das System 2013 bei den als anspruchsvoll geltenden Bayern den Bayerischen Staatspreis 2013 gewonnen hat und auch die Brandenburger mit dem Zukunftspreis 2013 nachgezogen haben, kann es sich bisher nicht in der Praxis beweisen. Unzählige Gespräche und Vorstellungen mit Ministern unterschiedlicher Coleur hat Udo Anlauff inzwischen hinter sich. Auch die Handwerkskammer Cottbus unterstützt den Unternehmer. "Wir würden uns wünschen, dass das Unternehmen die Möglichkeit bekommt, die Funktionsfähigkeit des variablen Hochwasserschutzsystems in der Praxis unter Beweis zu stellen", sagt Dr. Christoph Schäfer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus. Doch nichts bewegt sich.

Die Prüfungen, ob beim Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster die Anwendung eines mobilen Hochwasserschutzsystems modellhaft erprobt werden kann, laufen noch, versichert Regierungssprecher Thomas Braune. Doch derzeit legt das Land in seinen Ausschreibungen zum Hochwasserschutz weiter den Schwerpunkt auf die Sanierung und den Neubau von Dämmen.

Das ärgert Udo Anlauff. Erst recht, wenn er vom Chef der Staatskanzlei Albrecht Gerber aufgefordert wird, die Ausschreibungsplattform "aufmerksam zu verfolgen".

"Wenn nur Dämme geplant werden, habe ich keine Chance", vermisst er Beweglichkeit in den zuständigen Landesbehörden und mutmaßt "Lobbyarbeit für den Dammbau". Nicht einmal ein Pilotprojekt, mit dem er den Beweis antreten könnte, dass das System funktioniert und das auch einen echten Kostenvergleich ermöglichen würde, wird ihm bisher gewährt.

Heidrun Seidel

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.08.2014

 

Anm. des Verfassers:

So neu ist die Idee nicht: In Köln findet dieses Prinzip des mobilen Hochwassserschutzes am Rhein schon seit Jahrzehnten Verwendung.

Ist nach meiner Meinung z.B. in Brandenburg als ausgesprochenes Flachland selten anwendbar, da die Flüsse bei Hochwasser genügend Raum haben, sich auszubreiten und so Schäden weitestgehend minimiert werden.

Vorstellbar sind m.E. lokale Anwendungen z.B. in Görlitz, Forst und Guben.

 

Siehe auch: Lausitzer Rundschau, 28.07.2014 unter Überschrift:

Guben rüstet sich weiter gegen Flut -Hochwasserschutzwand an Neiße in Kürze fertig / Polen will Millionen in Ufersicherung stecken“

 Dazu Näheres unter  hochwasserneisse1.htm meiner Webseite.

 

Sachsen wartet weiter auf Rückzahlung zuviel gezahlter Fluthilfe

Dresden. 13 Jahre nach dem Hochwasser von 2002 wartet Sachsen noch immer auf mehr als die Hälfte der gut 150 Millionen Euro zu viel gezahlter Fluthilfe.

Es gehe um 77 Millionen Euro von 1759 Hochwassergeschädigten, erklärte eine Sprecherin der Sächsischen Aufbaubank (SAB) dem MDR. Insge­samt hätten von dem Hochwasser betroffene Unternehmer und Immobilienbesitzer in Sachsen etwa. 1,4 Milliarden Euro vom Land erhalten. Davon seien 150,9 Millionen Euro zurückgefordert worden, da die Bezieher keine Verwendungsnachweise geliefert hätten oder ihnen zu viel ausgezahlt worden sei. Die SAB geht nach eigenen Angaben von weiteren Rückzahlungen aus, rechnet aber nicht mit Erhalt der gesamten Summe (Anm.: Warum eigentlich nicht?)  . dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.08.2015

 

Anm.: Geht es hier eigentlich nicht um den Vorwurf des Betrugs bei den Säumigen?

 

Neues Deichbauvorhaben an Elbe bei Mühlberg wird vollendet

181 Hektar großer Flutpolder schützt vor Hochwasser

Potsdam/Mühlberg Im Süden des Landes Brandenburg geht die Sanierung der Elbdeiche weiter voran. Am Montag, 7.

September, startet bei Mühlberg (Elbe-Elster) das Bau-Vorhaben, mit dem der Flutpolder Köttlitz und damit 181 Hektar Retentionsfläche endgültig fertig gestellt werden.

Im Jahr 2002 hatten die Deiche einer Jahrhundertflut knapp standgehalten. Das Ereignis ging als "Wunder von Mühlberg" in die Geschichte ein.

Elbe hat mehr Raum

"Nun hat die Elbe hier künftig bei Hochwasser mehr Raum", erklärt Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD). "Flüssen mehr Raum zu geben, ist ein wichtiger Aspekt heutiger Hochwasserschutzprogramme. Im Polder Köttlitz wird dies ab Sommer 2016 bereits Realität sein", sagte Minister Vogelsänger weiter.

In die Baumaßnahme werden 2,5 Millionen Euro investiert. Sie umfasst den Neubau eines 800 Meter langen Deiches sowie die Herstellung einer 75 Meter langen Überlaufstrecke mit Sielbauwerk im "Alten Hauptdeich". Die Überlaufstrecke wird als technisches Bauwerk ausgeführt, welches das kontrollierte Überströmen des Deichabschnittes in einem speziell dafür ausgelegten Bereich gewährleistet.

Das überströmende Wasser fließt in den neu geschaffenen Flutpolder. Mit Fertigstellung des Deichabschnittes steht hier bei Elbehochwasser die neue Retentionsfläche zur Verfügung. Das entlastet die Deiche flussabwärts und schützt vor Hochwasserschäden, heißt es aus dem Ministerium in Potsdam weiter.

 

Rückbau Sommerdeich

Der Rückbau des alten Sommerdeiches ist ebenfalls ein Teil des gesamten Bauvorhabens und wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Mühlberg vorbereitet und dann auch umgesetzt werden. red/ths

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.09.2015

 

Neuer Deich soll Elbe-Region im Süden entlasten

Köttlitz Schutz vor Hochwasser: In Südbrandenburg entsteht ein neuer Deich an der Elbe. Am Donnerstag setzte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) bei Mühlberg (Elbe-Elster) den offiziellen ersten Spatenstich. Der Deich soll nach Ministeriumsangaben 800 Meter lang werden.

Zugleich soll es einmal möglich sein, dass Wasser kontrolliert auf bestimmte Flächen überlaufen kann. Das soll die Deiche flussabwärts entlasten. Mit 2,5 Millionen Euro fördert das Land das Vorhaben. 2013 gab es beim Elbe-Hochwasser in der Region in Südbrandenburg große Schäden. Die Kleinstadt Mühlberg wurde damals evakuiert. dpa

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.10.2015

 

100 Millionen Euro investiert Sachsen 2016 in Flutschutz

Dresden Sachsen hat 2015 fast 150 Millionen Euro in den Hochwasserschutz und die Beseitigung von Flutschäden investiert. Vollendet wurden unter anderem die mehr als sieben Kilometer lange Hochwasserschutzlinie in Flöha (Mittelsachsen) für rund 21 Millionen Euro, das 3,8 Millionen Euro teure Hochwasserrückhaltebecken Oberlungwitz sowie mehrere Projekte in Ortsteilen von Zwickau für zusammen mehr als sieben Millionen Euro.

"Auch wenn es in diesem Jahr mit der anhaltenden Trockenheit nicht danach aussah: Hochwasser wie in den Jahren 2002 und 2013 können uns auch künftig treffen", erklärte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU).

"Der Klimawandel führt zu häufigeren Wetterextremen. Darum hat der Hochwasserschutz bei uns auch weiter hohe Priorität."

2016 will Sachsen etwa 100 Millionen Euro in den Hochwasserschutz stecken. Zu den Vorhaben gehören Projekte an der Mulde in Grimma und Döbeln, an der Elbe in Dresden und Riesa, das Rückhaltebecken Neuwürschnitz bei Chemnitz sowie der Polder Löbnitz (Nordsachsen). dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.12..2015

 

800 Millionen Euro für Flutschutz an Elbe 

Gerwisch Sachsen-Anhalt will bis zum 2020 für die Verbesserun des Hochwasserschutzes fast 800 Millionen Euro ausgeben. Nach wie vor sei es das Ziel, dass dann alle Deiche der DIN-Norm entsprechen, erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gestern (02.03.2016) anlässlich eines Baustarts in Gerwisch (Jerichower Land). Dort wurde mit der Sanierung eines 1680 Meter langen Deichabschnitts begonnen. Dafür sind 3,2 Millionen Euro eingeplant. Seit der großen Flut 2002 hätten EU, Bund und das Land rund 710 Millionen Euro ausgegeben, um Deiche in Sachsen­Anhalt standsicher und ausreichend hoch zu bauen.  dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.03.2016

 

1,5 Milliarden Euro für Wiederaufbau nach Flut 2013

Umweltminister Sachsens zieht Bilanz zur Schadensbeseitigung

Dresden Keine drei Tage brauchte das Wasser 2013, um an Elbe und Mulde ganze Landstriche zu überschwemmen und Häuser unbewohnbar zu machen. Der Wiederaufbau dauert nun schon mehr als drei Jahre.

Vor wenigen Tagen wurde ein neues Verteilerwehr an der Mulde in Döbeln eingeweiht – eines der jüngsten Schutzprojekte. Es soll große Mengen Wasser in eine Flutmulde ableiten. Die Kosten für das Vorhaben beliefen sich auf 5,5 Millionen Euro. Foto: dpa

Mit rund 14 000 einzelnen Schadensfällen befasste sich Schmidts (Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) Haus seit dem Hochwasser. Mehr als 12 000 Geschädigte bekamen Hilfe aus dem Wiederaufbaufonds bewilligt – insgesamt in Höhe von eineinhalb Milliarden Euro. Letztlich ausgezahlt wurde bis jetzt ein Drittel davon, die allermeisten Fälle dauern noch an. Indes, dass die Bewilligungen nun alle raus sind, sieht Schmidt als einen "wesentlichen Meilenstein bei der Schadensbeseitigung"….

… Auch bei der staatlichen Infrastruktur geht es laut Schmidt gut voran. Von den rund 500 Millionen Euro Schaden, die das Hochwasser dort verursachte, ist aktuell ein Drittel beseitigt. Fast 300 Kommunen waren damals mehr oder weniger von der Flut betroffen. 

Dreimal so viel Regen wie normal

Das Hochwasser im Mai und Juni 2013 übertraf in Ausdehnung und Gesamtstärke das Augusthochwasser von 2002. …

Die Schäden in Sachsen summierten sich laut einer Studie des Bundesinnenministeriums auf 1,9 Milliarden Euro, in Brandenburg waren es 92 Millionen. Am stärksten betroffen war Sachsen-Anhalt mit 2,7 Milliarden. 

In einem breiten Streifen vom südlichen Schleswig-Holstein bis zum nördlichen Bayern fiel in wenigen Tagen bis zu dreimal so viel Regen wie normal. Das führte zu schweren Hochwassern in Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die Lage an der oberen Elbe verschärfte sich zudem, als der aus Tschechien kommende Hochwasserscheitel Sachsen erreichte.

… Der Hochwasserschutz indes stellt nach drei Jahren nicht alle zufrieden. Noch immer werde zu wenig getan, damit das Wasser sich ausbreiten kann, kritisierten kürzlich die Grünen im Landtag. Seit 2002 habe der Freistaat nur zehn Millionen Euro für Überschwemmungsflächen ausgegeben, beklagt der Grünen-Abgeordnete Wolfram Günther. Technischer Hochwasserschutz werde immer noch bevorzugt, dabei verschiebt er die Flut nur auf die Unterlieger.

Schutzprojekte umgesetzt

Eines der umgesetzten Projekte ist das neue Verteilerwehr an der Mulde in Döbeln (Kreis Mittelsachsen), das vor wenigen Wochen in Betrieb ging. Es leitet bei Hochwasser einen Teil des Wassers in eine Flutmulde ab. Zwei Jahre wurde an dem 5,5 Millionen Euro teuren Wehr gebaut. Parallel dazu wurde die Flutmulde verbreitert. Die Anlage soll Schutz bieten für eine Flut, wie sie statistisch einmal in 50 Jahren vorkommt. Christine Keilholz / ckz1

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.08.2016 (auszugsweise)

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/nachrichten/sachsen/1-5-Milliarden-Euro-fuer-Wiederaufbau-nach-Flut-2013;art1047,5559835

 

Millionen für flutgeschädigte Brücken

Dresden. Die Stadt Dresden investiert 2017 rund 32 Millionen Euro in die Beseitigung von Hochwasserschäden an ihren Brücken. Insgesamt laufen für mehr als 40 Baumaßnahmen, wie die Kommune am Montag (05.12.2016) mitteilte. Mit etwa 23 Millionen Euro fließen fast drei Viertel der Gesamtsumme in die In­standsetzung der Augustusbrü­cke. dpaluf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.12.2016

 

40 Millionen Euro für Hochwasserschutz

Verstärkung der Deiche und Neubau kompletter Schutzanlagen im Fokus

Potsdam (dpa/bb) Schöpfwerke umbauen oder Deiche verstärken: Brandenburg sorgt gegen das nächste Hochwasser vor. Die Projekte sind nicht billig.

 

Elbdeich bei Mühlberg (Brandenburg). Foto: Bernd Settnik/Archiv

In Brandenburg sind in diesem Jahr rund 40 Millionen Euro für Maßnahmen zum Hochwasserschutz eingeplant. Damit soll etwa die Verstärkung der Deiche und der Neubau kompletter Schutzanlagen finanziert werden, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade, auf Anfrage.

Das Geld stamme aus EU-, Bundes- und Landesmitteln. Zudem stünden bis zu 1,2 Millionen Euro aus dem Nationalen Hochwasserschutzprogramm bereit - vor allem für Planungsaufgaben. Es war nach den verheerenden Fluten im Elbe- und Donaugebiet 2013 von der Umweltministerkonferenz beschlossen worden. Vorläufig wurden dafür rund 5,4 Milliarden Euro vom Bund an Haushaltsmittel bereitgestellt.

Eines der größten Projekte ist in diesem Jahr die Rückverlegung eines 3,1 Kilometer langen Deiches an der Oder in der Neuzeller Niederung (Oder-Spree). 10,6 Millionen werden aus EU-, Bundes und Landesmitteln veranschlagt, die Arbeiten sollen 2021 beendet sein.

An der Elbe in Mühlberg (Elbe-Elster) beginnen im Frühjahr gleich zwei große Vorhaben. So soll für 2,6 Millionen Euro ein 260 Meter langer Deich verstärkt werden. Wenn in Gefahrensituationen Schwertransporter eingesetzt werden müssen, sollen sie darüberfahren können. Ein weiterer Deich in der Stadt wird für 6,71 Millionen Euro ertüchtigt.

An der Prignitzer Elbe beginnt die Verstärkung des Deiche im zweiten Halbjahr im Kostenumfang von 2 Millionen Euro. Um das Gelände der DB Fahrzeuginstandhaltung bei Hochwasser zu schützen, starten ebenfalls in Wittenberge die Arbeiten für Schutzanlagen. Die eingeplanten 1,3 Millionen Euro werden aus Landesmitteln finanziert.

2016 wurden laut Ministerium landesweit rund 33,3 Millionen Euro investiert. Seit 1997 seien 276 Kilometer Deiche saniert, neu gebaut oder rückverlegt worden - zu Kosten von etwa 473 Millionen Euro. 85 Schutzbauwerke wurden für 136 Millionen Euro saniert oder neugebaut. Für etwa 22 Millionen Euro werden 2700 Karten für Hochwassergefahren und -risiken erstellt.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.01.2017

 

Elbekonzept - gefeiert und gescholten

 

Ein mühsam ausgehandelter Kompromiss zur Zukunft des Flusses wird heftig diskutiert.

 

VON FRANK CLAUS

 

BERLIN/DRESDEN Ein von einem Bund-Länder-Gremium vorgelegtes Gesamtkonzept Elbe soll in den nächsten 20 bis 30 Jahren den Umgang mit dem Fluss regeln. Kernaussage: Ein Ausbau zur Verbesserung der Verkehrsverhält­nisse, u.a. durch Staustufen, soll auch künftig nicht stattfinden. Flussbauliche Maßnahmen würden dem Konzept zufolge "jedoch akzeptiert, wenn sie zugleich ökologischen, wasserwirtschaftlichen und verkehrlichen Zielen dienen (...)." In dem Gesamtkonzept sei erstmals ein mit Umwelt-nd Wirtschaftsverbänden sowie mit Verwaltungen des Bundes und der Länder abgestimmter Maßnahmekatalog erarbeitet worden. Verzichtet wurde darin auch auf die bislang geforderte Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter. Nunmehr soll die Elbe an 345 Tagen im Jahr eine Tiefe von 1,40 Meter aufweisen. Um die Elbe nicht in voller Breite auszubaggern, soll es an schwierigen Stellen nur noch einen Richtungsverkehr geben.

Der sächsische Grünen-Landtagsabgeordnete Wolfram Günther sieht das Festhalten an einer ganzjährigen Schiffbarkeit angesichts des Klimawandels als völlig unrealistisch an.

 

Ein Bagger auf einer Arbeitsplattform arbeitet an der Elb-Fahrrinne. FOTO: DPA 

Auch die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO), die heute ihre Bilanz für 2016 vorlegt, gehört für den Politiker auf den Prüfstand. Obwohl im Jahr 2014 nur noch 7 Prozent der in den drei sächsischen SBO-Häfen Dresden, Riesa und Torgau - die SBO betreibt auch den Elbehafen Mühlberg - umgeschlagenen Güter mit dem Schiff transportiert wurden, sollen die Häfen bis zum Jahr 2020

15 Millionen Euro aus dem EU- Programm "Förderung umweltfreundlicher Verkehrsträger" bezuschusst werden. "Diesen Förderderzweck wollen wir abschaffen und die Steuerverschwendung beenden", so der Grüne.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.02.2017 (ausschnittsweise)

 

 

Anm.: Wo bleibt eigentlich ein schlüssiges, von allen Seiten akzeptiertes Konzept zur

 

            Förderung umweltfreundlicher Verkehrsträger?

 

An dieser Stelle die Vita von Herrn Wolfram Gün­ther (Bündnis90/Die Grünen):

 

Wolfram Günther ist ein deutscher Jurist und Kunsthistoriker. Er ist aktiv in der Denkmalpflege und Sprecher des Stadtforums Leipzig. Er ist seit 2014 für Bündnis 90/Die Grünen Mitglied des Sächsischen Landtags. Wikipedia

Geboren: 1973

 Bücher: MARCO POLO Reiseführer Russland, mehr

 

… also ein ausgewiesener „Experte“ in Sachen „Elbe“.

 

Baustart in Wittenberge für Flut-Schutzmauer

...Wittenberge Das Bahnwerk in Wittenberge (Prignitz) soll besser vor Hochwasser geschützt werden....

...Minister Jörg Vogelsänger (SPD) setzte den symbolischen ersten Spatenstich für das rund eine Million Euro kostende Projekt....

...Die Mauer soll neben dem Bahnwerk auch die Stadt Wittenberge vor Hochwasser schützen....

…Im Juni 2013 war dort den Angaben zufolge das Wasser so hoch gestiegen, dass auf vier Kilometern Notdeiche gebaut werden mussten… dpa/uf

Quelle: zitiert aus Lausitzer Rundschau. 16.08.2017

 

Ausführlich unter:

http://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/Baustart-in-Wittenberge-fuer-Flut-Schutzmauer;art310462,6159439

 

Erster Hochwasserschutztag im Juni (2018) in Bad Schandau

 

…DRESDEN Jahre nach den verheerenden Hochwassern von 2002 und 2013 in Sachsen wird An­fang Juni ein Hochwasserschutztag veranstaltet…  

…Dort sollen sich Bürger über angepasste Bauweisen und Schutz für bestehende Gebäude informieren können…  

…Seit 2002 investierte der Frei­staat nach Ministeriumsangeben 2,6 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz und eine nachhaltige Beseitigung

von Schäden an Gewässern und Deichen….  

…Angesichts der für die Zukunft zu erwartenden Wetterextreme sei es wichtig, das Bewusstsein für die Gefahren wach zu halten… 

…Zudem dient das Treffen dem Austausch zwischen Experten, Verwaltung und Bürgen…. 

…Bad Schandau, der kaum zu schützende Ort an der Elbe, in dem viele Bürger privat baulich vorgesorgt haben, gilt laut Ministerium

als Beispiel für andere Gebiete mit vergleichbarer Gefährdungslage….

  

Quelle: zitiert aus Lausitzer Rundschau, 15.01.2018

 

 

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