An dieser Stelle gibt es Informationen zum Grundwasserwiederanstieg in ehemals bergbaubeeinflussten

Gebieten in Deutschland und den damit verbundenen Problemen:

 

Auf die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs nach der bergbaulichen Tätigkeit wurde durch den Verfasser schon früher

an anderer Stelle hingewiesen.

 

Die folgenden Informationen beschäftigen sich auch mit der Eisenhydroxid-Sulfat-Problematik, veruracht durch

aufsteigendes Grundwasser sowohl in ehemals bergbaubeeinflussten  als auch unbeeinflussten Territorien.

 

In den Zeiten der Braunkohleabbaus in der Lausitz waren umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen notwendig, 

um die abzubauenden Flöze zu entwässern.

Die dabei gehobenen Wassermengen wurden in die geeigneten Vorfluter, so u. a. auch in die Spree eingeleitet. 

Diese gehobenen Grundwässer haben allein in der Lausitz zu einem  Defizit von ca. 14 Milliarden Kubikmeter 

geführt und das z. Z. noch etwa 6 bis 7 Milliarden  Kubikmeter beträgt.

Außerdem ist während der bergbaulichen Tätigkeit durch die Einleitung der geförderten Grubenwässer die 

natürliche Wasserführung der Vorfluter künstlich aufgehöht worden, so dass künftig mit einem weitaus 

geringerem Wasserdargebot, das etwa dem in der vorbergbaulichen  Zeit entspricht.

So wurde z.B. in den 30-er Jahren am Pegel Cottbus  ein Durchfluss von etwa 3 Kubikmetern gemessen. An 

derartige Trockenwetterabflüsse müssen wir uns wieder gewöhnen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um ein 

schnelles Abfließen der Oberflächenwässer zu verzögern.

 

Zur Erläuterung hier ein

Auszug aus WIKIPEDIA zur Hydrologie von Hoyerswerda

(hier: im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg in der nachbergbaulichen Zeit):

….Mit dem Rückgang der Braunkohleproduktion und der Stilllegung von Gruben geht die Einstellung der Tagebauentwässerung einher. Daher muss das Grundwasser im Stadtgebiet ständig gehoben und über einen Graben abgeleitet werden. Das System besteht aus drei Horizontalfilterbrunnen, einem rund fünf Kilometer langen Leitungsnetz und dem offenen Westrandgraben, der am Rande von Hoyerswerda beginnt und hinter Nardt endet.

Hoyerswerda liegt im Lausitzer Urstromtal. Der Grundwasserspiegel war lange Zeit flurnah, das Gebiet hatte Auencharakter.

Durch die ursprüngliche Bebauung im alten Kern der Stadt mit Häusern ohne Unterkellerung sowie oberirdisch angelegte Entwässerungsgräben wurde dies von den früheren Baumeistern berücksichtigt. Mit dem Aufschluss von Braunkohlentagebauen – auch in der Umgebung von Hoyerswerda – zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Grundwasserspiegel um die Gruben herum abgesenkt, um die Kohle gewinnen zu können.

In den 1960er Jahren kamen darüber hinaus Filterbrunnenentwässerungssysteme dazu, die eine Absenkung des Grundwasserspiegels um weitere zwei bis vier Meter bis auf ein Niveau zum Teil weit unter 114 m Höhen Null (HN) zur Folge hatte.

1958 wurde eine verbindliche Höhenordinate von 114 m HN für neue Bauten festgelegt, ohne den vorbergbaulichen Zustand hinreichend zu beachten.

Mit der Errichtung der Plattenbauten in der Neustadt wurden ehemalige Gräben verfüllt und die Häuser mit Kellern gebaut. Diese wären nun durch Grundwasser bedroht.

 

Anm. Sinngemäss gelten die o.g. Aussagen für alle von der Grundwasserabsenkung während der bergbaulichen Nutzung betroffenen Gebiete

 

 

Neue Sockel für gefährdete Häuser in Burghammer

BURGHAMMER. Für die vom ansteigenden Grundwasser bedrohten Wohnhäuser im Spreetal-Ortsteil Burghammer hat ein Baugutachter den sieben Eigenheimbesitzem einen Rettungsvorschlag unterbreitet. Danach sollen die Häuser an der Bodenplatte um bis zu einen Meter angehoben werden. Die Hausbesitzer müssten dabei mit Kosten von bis zu 100 000 Euro rechnen. Spreetal-Bürgermeister Manfred Heine hofft auf finanzielle Unterstützung durch Land und Bund. (Eig. Ber.lsh)

 

Abriss vor dem Untergang in Burghammer

Gestern (29.05.2007) hat der Abriss der im Grundwasser versinkenden Gartensparte "Zur kleinen Spree" in Burghammer (Landkreis Kamenz) begonnen. Die Gartenbesitzer haben in den letzten Wochen ganze Arbeit geleistet. Was noch halbwegs verwertbar ist, wurde vor den Baggern in Sicherheit gebracht.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.05.2007

 

Bürgerinitiative wegen des Grundwassers in Spreetal gegründet

BURGNEUDORF. Angesichts der angespannten Situation bezüglich des Wiederanstiegs des Grundwassers in den Ortsteilen der Gemeinde Spreetal ist Mittwoch in Burgneudorf eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen worden. Es werde eine komplexe Lösung für alle Betroffenen angestrebt, so Initiator Thomas Kappert.

Die Bürgerinitiative werde Druck auf die Politiker und die für die Bergbausanierung verantwortlichen Entscheidungsträger aufbauen sowie eine dem Ansinnen der Initiative angemessene Medienpräsenz schaffen. (Eig. Ber.lno)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.03.2008

 

Lausitzer Gemeinde wehrt sich gegen Grundwasserpläne

BURGNEUDORF. Die Gemeinde Spreetal (Kreis Bautzen) legt Widerspruch gegen die Zulas­sung des Betriebsplans zu den Folgen des Grundwasserwie­deranstiegs in der Region ein. Sie hält die Entscheidung für rechtswidrig und wirft Oberbergamt sowie Bergbausanierer LMBV vor, die Flutung der Lausitzer Seenkette nicht vorausschauend genug geplant zu haben. In mehreren Ortsteilen der Gemeinde haben Anwohner mit dem steigenden Grundwasser zu kämpfen.

(Eig. Ber./skl)

 SEITE 3

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.11.2008

 

Ab hier ausführlich:

 

Lausitzer kontra Staatsregierung

Gemeinde Spreetal will sächsischen Betriebsplan zum Grundwasserwiederanstieg kippen

Die Gemeinde Spreetal (Kreis Baut­zen) will gegen die Zulassung des Betriebsplans zu den Folgen des Grundwasserwiederanstiegs in der Region vorgehen. Die Verwaltung erhofft sich bei einer Aufhebung bessere Chancen für ihre Bürger, Entschädigungen aufgrund des steigenden Grundwasserspiegels geltend machen zu können. Ein Erfolg der Spreetaler könnte einen Präzedenzfall schaffen.

VON SASCHA KLEIN

Der Bürgermeister ist entschlossen: Manfred Heine, parteiloser Verwaltungschef der Gemeinde Spreetal legt sich mit der sächsischen Staatsregierung an. Mit dem Widerspruch seiner Kommune gegen den am 29. April dieses Jahres genehmigten Betriebs­plan "Folgen des Grundwasserwiederanstiegs ehemaliger agebaue Burghammer und Lohsa II" beschreitet Spreetal einen steinigen Weg. Die Vorwürfe, die die Gemeinde gegenüber dem Oberbergamt in Freiberg (Kreis Mittelsachsen) und dem Bergbausanierer LMBV vor­bringt, wiegen schwer. Die Flutung der Tagebaurestseen und der damit verbundene Grundwasserwiederanstieg seien nicht vorausschauend geplant worden. Bis heute seien die Auswirkungen nicht umfassend vorbeugend untersucht worden. Manfred Heine: "Die Gefahr ist einfach unterschätzt worden."

Zudem gebe es keine verbindlichen Zahlen über die Grundwasserstände vor dem Beginn des Bergbaus um 1900. Daher ließen sich auch keine Vergleiche zwischen damals und heute ableiten.

Die Gemeinde Spreetal, die zwischen Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) und Hoyerswerda (Kreis Bautzen) liegt, hat seit Jahren mit dem aufsteigenden Grundwasser zu kämpfen.

Fünf Häuser in der Gemeinde, die durch das aufsteigende Grundwasser gefährdet waren, sind bereits angehoben und damit gesichert worden. Projektträger dabei war die LMBV.

Dem Freistaat wirft die Gemeinde vor, "vorsätzlich ihre gesetzlichen Aufgaben zur Steuerung dieses Prozesses, insbesondere unter Beachtung des Schutzes der betroffenen Gemeinden und Grundstückseigentümer, missachtet" zu haben, wie es in einer Erklärung des Berliner Rechtsanwaltes Siegfried de Witt heißt, der die Gemeinde vertritt. Er berät auch die Bürgerinitiative in Schleife (Kreis Görlitz) im Streit um die Nutzung des Vorranggebietes des Tagebaus Nochten.

Der Kernpunkt des Widerspruchs ist jedoch juristischer Art. Laut Argumentation der Gemeinde ist das prüfende Oberbergamt überhaupt nicht für die Bewertung zuständig. Es könne das wasserrechtliche Planungsverfahren nicht führen. Dafür sei im Fall Ostsachsen die Landesdirektion Dresden, früher Regierungspräsidium, zuständig. Diese werde jedoch durch einen Vertrag zwischen sächsischen Ministerien und LMBV Manfred Heine, von dem Verfahren ausgeklammert.

Daher fordert die Gemeinde in ihrem Widerspruch, den Betriebsplan aufzuheben und die Zuständigkeiten in die Hand der Landesdirektion zu geben. Davon versprechen sich die Spreetaler Verantwortlichen eine bessere Möglichkeit, Entschädigungsansprüche geltend machen zu können. Die Gemeinde beruft sich darauf, dass die Flutung von Tagebaurestlöchern einer Planfeststellung auf der Grundlage des sächsischen Wasserhaushaltsgesetzes unterliege.

In den Wassergesetzen sei klar geregelt, dass Bürger, die durch Herstellung von Gewässern benachteiligt werden, zu entschädigen seien. Dies sei in dieser Klarheit beim Bergrecht nicht geregelt, 

heißt es in der Erklärung der Gemeinde. Auch deshalb will Spreetal die Aufhebung des nach Bergrecht beschlossenen Betriebsplanes erreichen. „Die Schlaumeier, die die LMBV damals beraten haben, waren daran interessiert, dass dieses Wasserecht nicht zum Tragen kommt“, sagte de Witt.

Sächsisches Oberbergamt und LMBV wollten sich gestern auf RUNDSCHAU-Nachfrage nicht zu den erhobenen Vorwürfen äußern.

Die Gemeinde Spreetal hofft trotz der hart formulierten Vorwürfe auf eine außergerichtliche Einigung mit dem Oberbergamt. Siegfried de Witt geht davon aus, im Frühjahr kommenden Jahres direkt mit den Behörden ins Gespräch zu kommen. Gelingt keine Einigung, schließt die Gemeinde jedoch den Gang vor das Dresdner Verwaltungsgericht nicht aus. In der Zwischenzeit will Spreetals Bürgermeister Kontakt zu anderen betroffenen Kommunen knüpfen. „Ziel ist, Sorgen gemeinsam vortragen zu können“, so Manfred Heine. ­

Dies könnten laut Bürgermeister unter anderem die Städte Senftenberg, Lauchhammer (beide Oberspreewald-Lausitz), Hoyerswerda und die Gemeinde Lohsa (Kreis Bautzen) sein.

In Senftenberg sind in die Jahr Arbeiten zur Sicherung des Theaters "Neue Bühne" und des Gewerbegebiets "Laugkfeld" angelaufen -  finanziert aus Mitteln der LMBV. Auch dort hatte das aufsteigende Grundwasser für Gefahr gesorgt.

In Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) wird das Schloss durch ein Spezialverfahren mit einem neuen Fundament ausgestattet, um das Gebäude zu schützen. 

Die Stadt Hoyerswerda ist beim Thema Grundwasserwiederanstieg ein Sonderfall. Dort hat die LMBV in den 90er-Jahren ein Horizontalfilterbrunnensystem bauen lassen, das dafür sorgt, dass die Neustadt, die ab 1957 erbaut worden ist, vor aufsteigendem Grundwasser geschützt wird. In den 60er Jahren ist dort zum Teil auch unter dem historischen Grundwasserstand  gebaut worden.

Quelle: Lausitzer Rundschau,  28. November 2008

 

Häuser schweben in Neustadt

Sechste Anhebung als Schutz vor Grundwasser

Spreetal/Neustadt. Nach fünf erfolgreich verlaufenen Hausanhebungen in der Gemeinde Spreetal (Kreis Bautzen) schwebt derzeit das Haus der Familie Stürmer im Ortsteil Neustadt seinem neuen Höhenniveau entgegen. Nach Angaben des Projektträgers LMBV befindet sich das Haus zurzeit in rund 60 Zentimetern Höhe. Unter die Bodenplatte wird jetzt Beton gepresst. Insgesamt wird das 1999 gebaute Einfamilienhaus mithilfe von hydraulischen Hubzylindern um 1,39 Meter angehoben werden.

Die Anhebung wurde aufgrund des Grundwasseranstiegs in der Region nach dem Bergbau notwendig. 

Eig. Ber.jpm/ta

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.04.2009

 

 

An dieser Stelle nun wieder ein Bericht neuesten Datums zum Grundwasserwiederanstieg und seinen 

Problemen in vom Braunkohlenbergbau beeinflussten Gebieten:  

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.10.2006

 

Gräben, Pumpen, feuchte Wiesen

Steigendes Grundwasser bringt der Lausitz Probleme

Das Grundwasser in der Lausitz steigt und mit ihm wachsen die Probleme. Wo durch Braunkohlebergbau jahrzehntelang Trockenheit herrschte, wird es wieder nass. Oft stehen dort inzwischen Häuser, Gewerbegebiete, Industriebrachen. Bund und Länder werden in den kommenden Jahren viele Millionen Euro aufbringen müssen, um die Probleme in den Griff zu bekommen.

VON SIMONE WENDLER

Auf dem Tisch von Friedrich-Carl Benthaus liegen Kartenblätter der Region, in denen Flächen farbig unterlegt oder durch rote Kreise markiert sind. Benthaus ist Leiter Geotechnik der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbh. Die Karten zeigen die Ergebnisse mehrerer Studien zum Wiederanstieg des Grundwassers in der Lausitz nach dem drastischen Rückgang der Braunkohleförderung.

"Es gibt Flächen, die wieder grundwassernah werden", erklärt Benthaus. Grundwassernah heißt, dass die Feuchtigkeit einen Meter oder weniger unter der Erdoberfläche steht. Was das bedeuten kann, erleben einige Lausitzer bereits. In Kellern in Lauchhammer steht ebenso das Wasser wie im sächsischen Burghammer bei Schwarze Pumpe. Dort hat es die Datschen der Kleingartenanlage "Kleine Spree" nass erwischt. Den empörten Besitzern droht die Umsiedlung der ganzen Sparte. Auch acht Einfamilienhäuser, die erst vor knapp zehn Jahren gebaut wurden, sind bedroht. Warum der zuständige Landkreis Kamenz die Baugenehmigungen erteilte, obwohl die Rückkehr des Grundwassers bekannt war, ist ein Rätsel.

Der Unmut der Betroffenen nicht nur in Burghammer richtet sich oft gegen die LMBV, die für den Altbergbau aus DDR-Zeiten zuständig ist. "Wir sind in Sachen Grundwasseranstieg nur als Projektträger für Bund und Länder tätig", sagt Benthaus. Denn die LMBV selbst sei nur für die Wasserprobleme verantwortlich, die durch den Bergbaubetrieb direkt beeinflusst wurden:

 "Wo sich das Wasser auf den natürlichen Zustand vor dem Bergbau einstellt, haften wir nicht."

 Dabei gibt es an vielen Stellen Probleme, denn in 150 Jahren Lausitzer Bergbaugeschichte ist viel geschehen.

Häuser und Straßen wurden gebaut, Kabelschächte in die Erde versenkt und Deponien angelegt. Nicht immer wurde vorher ein Blick in alte Karten geworfen, um sich über die Grundwassersituation vor dem Bergbau zu informieren. Manchmal wurde gebaut, wo nicht hätte gebaut werden dürfen, jedenfalls keinen Keller.

"Es gibt da viele Planungsfehler noch zu DDR­Zeiten, aber auch danach", sagt Benthaus.

Ein Musterbeispiel dafür ist die Neustadt von Hoyerswerda, die in einem ehemaligen Sumpfgebiet errichtet wurde.

 

Die Ursachen für einen Grundwasserwiederanstieg in der Lausitzer Region sind nicht nur in

den  „Nachwehen“ der aufgelassenen Braunkohlentagebaue zu suchen:

 

Häuser in Guben versinken im steigenden Gmndwasser

 

GUBEN. Nicht nur Städte wie Senftenberg, Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) und Hoyerswerda im Lausitzer Braunkohlerevier leiden nach der Flutung der Tagebaue unter einem dramatischen Grundwasseranstieg.

Auch in Guben (Spree-Neiße) drohen Häuser und Sportanlagen im Grund­wasser zu versinken.

Ein Hauptgrund dafür ist nach Angaben des Gubener Wasser- und Abwasserzweckverbandes (GWAZ) der gesunkene Trinkwasserverbrauch und die Stilllegung eines Wasserwerkes in der Stadt. (Eig. Ber./sie)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.03.2007

 

Immer mehr Lausitzer fürchten nasse Keller / Neues Fundament für Barockschloss in Altdöbern

Millionenschäden durch Grundwasseranstieg

 

Senftenberg.  Der Grundwasserwiederanstieg im früheren Bergbaugebiet um Senftenberg 

(Oberspreewald-Lausitz) und Hoyerswerda stellt Eigenheimbesitzer zunehmend vor Probleme.

 

In Burghammer (Kreis Kamenz) müssen in den nächsten Wochen und Monaten mehrere Gebäude mithilfe schwerer Technik angehoben werden, damit das Grundwasser die Keller nicht überschwemmt. Ein Anwohner muss sein Haus vermutlich sogar abreißen.

In Senftenberg arbeitet die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) an der Sicherung des Gewerbegebiets «Laugkfeld» , das ab 2010 durch Filterbrunnen trocken gehalten werden soll. Dieses Projekt verursacht Kosten «im mittleren zweistelligen Millionenbereich» , wie es aus der LMBV-Zentrale heißt.

In Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) bereitet das aufsteigende Grundwasser auch der Brandenburgischen Schlösser GmbH Sorgen. Das Barockschloss, in das bereits 3,5 Millionen Euro für die Sanierung geflossen sind, benötigt ein neues Fundament, da das alte Holzgeflecht nicht mehr tragfähig ist. Die Arbeiten für eine Neugründung sind vor wenigen Tagen angelaufen.

Im Theater «Neue Bühne» in Senftenberg ist ein alter Keller fast komplett mit Wasser vollgelaufen. Er soll in der Spielzeitpause leergepumpt und mit Beton verfüllt werden.

 (Eig. Ber./skl)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.06.2008

 

Hier ausführlicher:

 

Der Kampf gegen das Grundwasser

Nach dem Aus in den Lausitzer Revieren bereitet den Anwohnern der Grundwasserwiederanstieg große Probleme. Nachdem in Burghammer (Kreis Kamenz) bereits eine gesamte Gartensparte abgerissen werden musste, gefährdet Grundwasser nun das Haus von Ulrich Wendt im Ort. Er wird sein Haus um 1,30 Meter anheben, damit es wieder sicher steht. Auch in Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz/OSL), Hoyerswerda und Senftenberg (OSL) sorgen sich Einwohner.

VON SASCHA KLEIN

Am Rande von Burghammer, nur wenige Hundert Meter vom Haus Ulrich Wendts entfernt, befindet sich der Bernsteinsee, ein Tagebau­Restloch. Das Dorf liegt abseits der B 97, die Schwarze Pumpe mit dessen einstiger Wohnstadt Hoyerswerda verbindet, im Grünen. Doch mitten in dieser Idylle kreischt ein großer Bohrer. Ulrich Wendt hat sich daran gemacht, seine 20 Zentimeter starke Bodenplatte aus Beton zu durchlöchern wie einen Schweizer Käse. 26 Kernbohrungen stehen an, alle auf den Millimeter genau berechnet. Einer der Bohrkerne, 25 Kilogramm schwer, liegt bereits in seiner Garage. Der steigende Grundwasserspiegel im früheren Hoyerswerdaer Revier zwingt ihn dazu, sein Haus anzuheben. Das Wasser stehe bereits 20 bis 30 Zen­timeter unter der Bodenplatte. Prognosen zufolge könnte es passieren, dass sein Eigenheim irgendwann bis zu einem halben Meter unter Wasser steht. "Es ist schon einmal bis zehn Zentimeter unter der Bodenplatte gestiegen. Da wird einem dann schon mulmig", sagt der Unternehmer.

Während er versucht, das Haus zu retten, muss er Garten und Gartenhäuschen abschreiben. Durch die Bauarbeiten sind sie nicht zu retten. Um ins Haus zu gelangen, muss er einen großen Schritt machen. Die Treppe zum Eingang hat er bereits vorsorglich abgerissen.

Auch sie würde das Anheben nicht überleben. Damit Haus und Garage später nicht in der Luft hängen, muss er dort Boden auffüllen. Eineinhalb Wochen später: Der Handwerker hat die 26 Löcher gebohrt. Zwei Tage dauert es nun, bis die Stahlrohre eingesetzt sind. Über Widerlager soll das Haus nun Stück für Stück angehoben werden. "Die Pumpen schaffen fünf bis sechs Zentimeter in der Stunde", sagt Wendt, der bereits mehrere Hausanhebungen begleitet hat.

So wird es etwa 20 Stunden netto dauern, bis das Haus 1,30 Meter höher steht als vorher. Eine solche Hebung birgt immer Gefahren: "Wenn die Bodenplatte nicht richtig bewährt ist, kann es sein, dass sie bricht", betont Wendt. Bei seiner ist er sich sicher, dass nichts passiert.

Der Burghammeraner gehört zu denjenigen, bei denen Bund und Land für die Hausanhebung zahlen. Projektträger ist die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Deshalb hält sich Ulrich Wendt mit Kostenschätzungen zurück, ebenso wie die LMBV. "Wir wollen kein böses Blut", sagt er. Wohl wissend, dass er vom Umfeld kritisch beäugt wird.

"Neid und Missgunst wird. es wohl geben", erklärt er. Laut Wendt werden in Burghammer in nächster Zeit vier Häuser angehoben.

Ulrich Wendt ist kein Einzelfall.

Nahezu in jeder Ecke Südbrandenburgs und Nordsachsens –

überall dort, wo es aufgrund der stillgelegten und rekultivierten Braunkohletagebaue keine Grundwasserabsenkung mehr gibt, drohen Probleme.

Dort stellt sich der alte vorbergbauliche Grundwasserpegel wieder ein und sorgt mancherorts für nasse Keller.

Für die LMBV sind die Forderungen von Eigenheimbesitzern, die das Unternehmen in die Pflicht nehmen wollen, eine problematische Angelegenheit. LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber verweist in diesem Zusammenhang immer auf Einzelfallprüfungen und Einzelmaßnahmen. Ein Fall ließe sich mit dem anderen nicht vergleichen. Das würden Betroffene oftmals anders wahrnehmen.

Zudem müssten Eigenheimbesitzer, die beim Bau historische Grundwasserstände unbeachtet gelassen haben, selbst für das Risiko geradestehen

teilt Steinhuber mit.

Die Stadt Hoyerswerda ist beim Thema Grundwasserwiederanstieg ein Sonderfall. Dort hat die LMBV bereits in den 90er-Jahren begonnen, aus Bundes- und Landesmitteln ein kompliziertes Horizontalfilterbrunnensystem bauen zu lassen, das dafür sorgt, dass die Neustadt, die zwischen 1957 und 1988 erbaut worden ist, vor aufsteigendem Grundwasser geschützt ist. In den 60er-Jahren sei in Hoyerswerda unter dem historischen Grundwasserstand gebaut worden. Laut einer LMBV-Mitteilung ist dies damals bewusst in Kauf genommen worden. Obwohl rechtlich nicht dazu verpflichtet, habe die LMBV nach der Wende diese Anlage bauen lassen, weil "die Auswirkungen des Grundwasserwiederanstiegs im Stadtgebiet so erhebliche Beeinflussungen haben, dass mit Einzelmaßnahmen in den betroffenen Bereichen technisch und wirtschaftlich keine Lösung gefunden werden konnte", heißt es in einer Mitteilung des Bergbausanierers.

Seit einigen Wochen arbeitet das im November 2004 fertiggestellte Grundwasserschild in Hoyerswerda, so die LMBV. Das habe mit den großen Regenmengen des vergangenen halben Jahres zu tun. Nach Schätzungen wird die Anlage frühestens ab dem Jahr 2010 dauerhaft in Betrieb sein.

 Eine ähnliche Lösung wie in Hoyerswerda strebt die LMBV Steinhuber zufolge auch im Senftenberger Gewerbegebiet "Laugkfeld" an. Auf dem früheren Bergbauareal nahe des Stadtzentrums stellen sich flurnahe Wasserstände ein, die rund 40 Gewerbetreibenden, die sich dort seit Anfang der 90er-Jahre angesiedelt haben, Sorgen bereiten. Zwischenzeitlich geisterte sogar das Gerücht durch die Stadt, das komplette Gewerbegebiet müsse dem Erdboden gleichgemacht werden. Dies hat LMBV-Geschäftsführer Mahmut Kuyumcu kürzlich dementiert. Nach Prüfungen sei es möglich, das Grundwasser durch ein Brunnensystem dauerhaft niedrig zu halten. Das gehobene Wasser soll in die Grubenwasser-Reinigungsanlage Rainitza nördlich der Stadt abgeleitet werden. Mitte 2010 sollen die Bauarbeiten beginnen, zirka ein Jahr später seien die drei Horizontalfilterbrunnen einsatzbereit. Zurzeit steht jedoch noch die Genehmigung für das Projekt aus, das die LMBV mit einem "mittleren zweistelligen Millionenbetrag" be- ziffert. Mit einer Entscheidung ist laut Steinhuber noch in diesem Monat zu rechnen.

In einem anderen Fall im Oberspreewald-Lausitzkreis hat es dagegen eines sofortigen Eingriffs bedurft. Bund und Land investieren drei Millionen Euro in die Sicherung des Schlosses Altdöbern (die RUNDSCHAU berichtete). Dazu kommen rund 800 000 Euro Eigenmittel von der Schlösser GmbH. Innerhalb der kommenden eineinhalb Jahre wird ein neues Fundament gebaut, wie Jürgen Klemisch Von der Brandenburgischen Schlösser GmbH, dem Eigentümer, bestätigte. Das auf einem Holzgeflecht gebaute Barockschloss weist bereits an vielen Stellen des Mauerwerkes Risse auf. "Eine Neugründung ist unausweichlich", sagt Klemisch, "sonst würde es das Gebäude zerreißen." Der Diplom-Ingenieur hat Befürchtungen, dass es während der Arbeiten zu weiteren Schäden kommt. Deshalb soll unter anderem einer der Schlosstürme mit einem Netz versehen werden, falls Schwingungen auftreten und Betonbrocken herunterfallen. Trotzdem hat er volles Vertrauen in die ausführende Firma: "Es ist eine qualifizierte Dreckarbeit, die sie hier machen müssen", sagte er kürzlich während einer Vor-Ort-Begehung mit dem Betrieb aus Lohsa (Kamenz).

Geplant ist, in 320 Abschnitten eine 50 Zentimeter dicke Betonplatte zu gießen, die das Schloss später trägt. Insgesamt einen Kilometer Fugen wird es laut Klemisch geben. Erst, wenn die Neu-Gründung abgeschlossen ist, geht es im Innenraum mit der Sanierung der Decken- und Wandmalereien weiter. Bislang sind in die Sanierung etwa 3,5 Millionen Euro investiert worden, noch einmal so viel soll in den Jahren 2010/11 fließen.

Investiert werden muss auch in Klein Radden (OSL). Ab dem 1. Juli soll dort die Hauptstraße auf einer Länge von 345 Metern angehoben werden, um sie vor aufsteigendem Grundwasser zu schützen. Finanziert wird der Bau durch Paragraf-3­Mittel aus der Braunkohlesanierung. Bis Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Sorgen mit dem hohen Grundwasserstand haben auch die Verantwortlichen der "Neuen Bühne" Senftenberg. Das Theater, das über einen zwei Stockwerke tiefen Keller verfügt, muss mindestens ein Stockwerk aufgeben, wie Intendant Sewan Latchinian bestätigt. Dort stehe der Raum "fast komplett voll Wasser", sagt er. Die Situation habe sich in den vergangenen zwei Monaten nicht dramatisch verändert, trotzdem dränge die Zeit. "Die Gespräche mit der LMBV sind deutlich intensiver geworden", so Latchinian. Eine Lösung ist vereinbart worden: In der Sommerpause der Neuen Bühne sollen drei Filterbrunnen gebohrt werden, durch die das Was­ser aus dem unteren Keller herausgepumpt wird. Dieser soll mit Beton verfüllt werden. "So könnte es sein, dass wir den oberen Keller nicht aufgeben müssen", sagt Latchinian. Dort sind mit dem Kostümfundus und der Unterbodenmaschinerie der Bühne wichtige Elemente der Thea­terarbeit untergebracht. "Wahrscheinlich können wir somit auf einen Anbau verzichten", so der Intendant. Kosten kommen auf das Theater nicht zu, betont Latchinian, die Arbeiten würden durch Bund und Land finanziert.

Bei Ulrich Wendt in Burghammer sind die Arbeiten inzwischen ins Stocken geraten. "Die Bauaufsicht im Kamenzer Landratsamt hat entgegen unserer Vermutung doch noch einen Bauantrag haben wollen", sagt der Eigenheimbesitzer. Bis dieser erteilt ist, darf er die Vorarbeiten für die Hebung nicht fortsetzen. Er denke jedoch, dass der Antrag schnell bearbeitet wird. "Wir rechnen mit einem Bauverzug von insgesamt zwei Wochen." Wenn er den bewilligten Antrag vorliegen hat, vollendet er die Hebung. "Und dann habe ich endlich wieder meine Ruhe", hofft er.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.06.2008

 

Anmerkung des Verfassers: 

 

Ein verantwortungsvoller Bauherr hätte sich auch zu DDR-Zeiten 

Informationen zur Grundwassersituation vor Baubeginn 

bei den zuständigen Wasserwirtschaftsdirektionen einholen können.

 

Das Einholen von Informationen zur Grundwassersituation vor Baubeginn ist übrigens nach wie vor möglich, 

wenn nicht sogar vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben. 

In Brandenburg und Sachsen können diese Auskünfte z. B. beim 

 

Landesumweltamt Brandenburg bzw. beim Landesamt für Umwelt und Geologie des Freistaates Sachsen

 

eingeholt werden.

 

War es damals Unwissen oder Ignoranz, dass sich vor Baubeginn niemand (in diesem Fall: die Bauherren) um 

derartige Informationen kümmerte?

 

Gräben, Pumpen, feuchte Wiesen

Steigendes Grundwasser bringt der Lausitz Probleme

Seit drei Jahren sorgen mehrere Tiefbrunnen und Pumpen dafür, dass die Keller trocken bleiben. Aus neun technischen Varianten hatte sich der dauerhafte Pumpenbetrieb als einzig machbare Lösung herauskristallisiert. Der Freistaat Sachsen trägt bisher die Kosten dafür, doch laufen Gespräche über eine finanzielle Beteiligung des Bundes.

Für den Geotechnik-Chef der LMBV, Friedrich-Carl Benthaus, steht fest, dass man Kommunen mit solchen Problemen nicht allein lassen könne. Das hätten auch Bund und Länder erkannt und deshalb die LMBV schon vor Jahren beauftragt, sich um die Probleme fachlich zu kümmern.
 

Das Geld für die Abwendung der Gefahren aus dem Grundwasseranstieg werden in den kommenden Jahren ebenfalls der Bund und die Länder Brandenburg und Sachsen aufbringen müssen.  

     

 

Aus ersten Untersuchungen in sechs Gebieten, die von den früheren Tagebaufeldern Schlabendorf und Seese im Landkreis Dahme - Spreewald bis Lauchhammer und Senftenberg reichen, wurden Prognoserechnungen vorgenommen. Weitere Studien haben "Konfliktgebiete" eingeengt. Daraus werden nun einzelne Schwerpunkte genauer untersucht. Dazu gehören Flächen in Senftenberg ebenso wie in Lauchhammer.

Dort hat die Stadtverwaltung Marina Boog als Beauftragte für die Zusammenarbeit mit der LMBV in Sachen Grundwasser benannt. In Lauchhammer-West baue die LMBV gerade ein neues Schöpfwerk, um die Situation zu entschärfen, sagt sie. Doch oft wünsche sie sich, wie auch Betroffene, dass schneller Hilfe kommt: "Manche Leute haben schon zwei Jahre nasse Keller, denen geht natürlich alles viel zu langsam." Die Stadt selbst habe aber keine Möglichkeit zu helfen.

Gerd Richter, Leiter Verfahrensmanagement Lausitz bei der LMBV, hat für die Ungeduld Verständnis: "Die Leute sind schon verbittert, wenn seit Monaten in ihrem Keller eine Pumpe läuft." Sinnvoll seien jedoch nur komplexe Lösungen: "Es bringt nichts, drei Keller trocken zu legen, wenn das Wasser dann nebenan hinein läuft." 

Für Lauchhammer heißt das, das Wasser in Richtung Süden zur Schwarzen Elster hin abziehen. Ob dafür Gräben reichen oder auch Rohre und Pumpen nötig sind, werde noch geprüft.

Um Maßnahmen gegen zu hohen Grundwasserstand planen zu können, braucht die LMBV viele Daten: Wo liegen Versorgungsleitungen, wie tief sind die Keller der Häuser, wo sollen Straßen saniert oder verlegt werden, wo werden Gebäude abgerissen.

Erfahrungen dafür konnte die LMBV bereits bei einem Großprojekt sammeln. Wegen steigenden Grundwassers musste bereits die B 97 zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe angehoben werden. "Die Kommunen müssen überall von Anfang an mit ins Boot, wir wollen keine Lösungen vorgeben", versichert Chef-Geotechniker Benthaus.

Oberstes Prinzip bei allen Untersuchungen: möglichst geringe Folgekosten, also lieber Gräben und Rohre statt Pumpen. Doch das klappt wie in Hoyerswerda nicht immer.

Wieviel Geld in den kommenden Jahren nötig ist, um die Gefahren des Grundwasseranstiegs abzuwehren, wisse noch niemand genau, sagt Benthaus. Dazu sei es zu früh. Noch viele Jahre werde der Wasseranstieg dauern, die Planung von Gegenmaßnahmen komme gerade erst richtig in Gang. Vorsichtige Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass insgesamt ein hoher zweistelliger Millionenbetrag zusammenkommen wird..

 

Spreetal fordert schnelle Lösung für Grundwasser-Problem

SPREETAL. Der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine hat schnel1e Lösungen für die vom aufsteigenden Grundwasser bedrohten Häuser in Spreewitz und Burgneuendorf im sächsischen Landkreis Kamenz gefordert. Zudem kündigte er an, dass sich die südlich von Spremberg liegende Gemeinde auf einen Rechtsstreit einrichte. Zwar sei es technologisch möglich, Eigenheime oder Kläranlagen vor dem aufsteigenden Wasser zu schützen. Allerdings seien diese Vorhaben mit enormen Kosten verbunden. Wer diese tragen muss, ist laut Heine derzeit völlig unklar. "Hier fehlt ein Grundsatzurteil", so der Bürgermeister. (Eig. Ber./sh)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.01.2007

 

Ein weiterer Fall:

Grundwasser bedroht Senftenberger Gewerbegebiet 

Das zu 94 Prozent ausgelastete Gewerbegebiet  Laugkfeld in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist vom 

Grundwasseranstieg bedroht. Um 2011 erreicht der Anstieg nach Angaben der LMBV den kritischen Punkt. Bis dahin 

muss das Problem gelöst sein.

Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass zwei Varianten praktikabel erscheinen:

das dauerhafte Abpumpen des Wassers oder

die komplette Umsiedlung der Unternehmen.

Beides kostet Millionen Euro.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.03.2007

 

Hoch aktuell:

 

Bergamts-Chef Freytag über den Grundwasseranstieg in der Lausitz

Region Einen starken Lausitzer Wasserverband sieht Klaus Freytag, der Präsident des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR), als Schlüssel für eine langfristig erfolgreiche Bergbausanierung in der Region. Im Interview mit der RUNDSCHAU erklärt er, weshalb die Region auch in den folgenden Jahrzehnten finanzielle Unterstützung braucht.

 Herr Freytag, viele Hausbesitzer in der Lausitz haben Bedenken, dass aufsteigendes Grundwasser bald auch für sie zum Problem werden könnte. Lässt sich genau sagen, wo das Wasser einmal hochkommen wird?

Großflächig lässt sich gut vorhersagen, wo das Grundwasser stärker oder geringer ansteigt. Allerdings kann es aufgrund der sehr unterschiedlichen Geologie des Untergrundes innerhalb eines Stadtteiles zu erheblichen Unterschieden kommen. Werden die Keller in der Straße A feucht, muss dies nicht auch in der Straße B eintreten und auch nicht immer eine Folge des Bergbaues sein.

Wie lautet das Zwischenfazit nach rund 15 Jahren Braunkohlesanierung und Grundwasserwiederanstieg?

Wir setzen beim Grundwasserwiederanstieg und beim Wasserhaushalt insgesamt in der Lausitz nach wie vor auf ein sich selbst regulierendes System. Das funktioniert auch größtenteils. Nur auf wenigen Prozent der Gesamtfläche muss der Mensch eingreifen. Mit den Jahren sind unsere technischen Mittel mit Blick auf die Vorhersage des Grundwasserwiederanstieges immer besser geworden. Wo früher die Geländeoberfläche von Hand vermessen wurde, geschieht dies heute mit Präzisionstechnik vom Flugzeug aus. Die exakte Erfassung der Landschaft in Verbindung mit unseren Modellrechnungen gestattet einen relativ genauen Blick in die Zukunft. Wir können heute mit großer Sicherheit sagen, wo die Problemregionen, was den Grundwasserwiederanstieg anbelangt, von morgen sind. Die Häuser und die technischen Anlagen in diesen Regionen können somit frühzeitig gesichert werden.

Also gibt es keine definitive Voraussage für die Entwicklung in den kommenden 50 Jahren?

Die Voraussagen werden immer genauer. Die Modellbetrachtungen werden laufend aktualisiert. Für die Schlabendorfer Region wird zum Beispiel gerade ein neues Modell mit aktuellen Werten nach dem jetzigen Kenntnisstand berechnet. Für die Region Lauchhammer und Meuro sind ebenfalls neue Modellrechnungen mit aktuellen Zahlen ausgearbeitet. Die Modellbetrachtungen gestatten eine sehr sichere Prognose, wie sich der Grundwasserstand in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Der Objekt konkreten Aussage, wo wir mit dem Grundwasserstand im Jahre 2060 sein werden, sind wir sehr sehr nahe.

Der Häuslebauer kann sich also nicht restlos sicher sein, ob bei ihm 2050 nicht eventuell doch das Wasser im Keller steht?

Wer uns und den Bergwerksunternehmer heute fragt, kann zu 100 Prozent sicher sein, dass ihm vom bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg kein Schaden entsteht. Eventuell kann es erforderlich sein, dass Sicherungsmaßnahmen beim Hausbau erforderlich sind.

Es gibt nahezu keine offiziellen Zahlen zum Grundwasserwiederanstieg. Wo kriegt der Otto-Normal-Bürger die Daten für sein Grundstück her?

Die aktuellen Daten zum Grundwasserwiederanstieg werden von dem Bergwerksunternehmer wie aber auch von den Umweltbehörden und meinem Amt vorgehalten. Bei Anfragen teilen wir unseren Kenntnisstand mit. Je konkreter die Anfrage desto genauer können wir antworten. Pauschale Anfragen zu einem Stadtteil sind immer mit großen Unsicherheiten befasst.

Weshalb können Sie die Daten nicht einfach ins Internet stellen?

Nicht alle Daten liegen in der Form vor, dass wir sie problemlos in das Internet stellen könnten. Hierzu fehlt uns die personelle und finanzielle Ausstattung. Daneben hat der Bürger nur dann etwas von einer Online-Auskunft, wenn sie laufend aktuell gehalten wird. Bei der Vielzahl von Daten, die bei uns eingehen, kann dieses nicht immer gewährleistet werden. Gerade wenn es um bedeutende Investitionen geht, müssen aktuellste und verlässliche Aussagen gegeben werden, die am sichersten von denen kommen können, die die Wasserstandsänderungen zu verantworten haben, so zum Beispiel die Bergwerksunternehmer LMBV und Vattenfall.  

 

Anmerkung des Verfassers:

Jeder Bürger kann sich über die aktuelle Situation im Grund- und Oberflächenwasser informieren,

wenn er diesem Link folgt: 

 

http://www.luis.brandenburg.de/w/wochenberichte/W7100038/default.aspx

 

Der Betreiber der Homepage hat schon im Rahmen  der Berichte über die

„Hochwässer“ 2010 darauf verwiesen, dass das Zuschütten und Überbauen alter

Gräben und die Beseitigung von Entwässerungsbauwerken zu diesen

hausgemachten Problemen beitragen:

 

Dissen zieht provisorischen Graben

Zum dritten Mal im Jahr Ärger mit Wasser / Sondersitzung soll Lösungen aufzeigen

Von Jürgen Scholl

Dissen. Mit der Schneeschmelze ist in Dissen auch wieder das Problem mit dem Wasser akut geworden - nur kurz vor der Sondersitzung der Gemeindevertreter von Dissen-Striesow, die sich am heutigen Dienstag (14.12.2010) um 19 Uhr im Sportlerheim mit dem Dauerärgernis befassen wird. Dazu werden auch Experten des Wasser- und Bodenverbandes, der Feuerwehr, der LWG und von der Unteren Wasserbehörde erwartet. (...)

                                                 

 

 

 

 

 

 

 

                            

 

 

                             

 

 

                  

Hätten sich die Bauherren vor Beginn ihres Baues Auskünfte in Form eines 

Hydrologischen Gutachtens 

zu den vom Bergbau unbeeinflussten Grundwasserständen bei den dafür zuständigen 

Wasserwirtschaftsämtern eingeholt, wären diese "Pannen" ausgeschlossen worden, da 

diese Baugebiete unter natürlichen Verhältnissen oft schon einen sehr hohen 

Grundwasserstand aufwiesen.    

 

Geologe: Grundwasser erreichte in Fehrow offenbar Rekordstand

Dissen. Möglicherweise stand das Grundwasser in den vergangenen Monaten (2010/2011) so hoch wie vor 100 bis 200 Jahren nicht mehr. Diese Möglichkeit schließt der Leiter der Geotechnik beim Bergbauunternehmen Vattenfall, Ingolf Arnold, nicht aus. Während eines Vortrags beim Verein Naturkundezentrum Spreeaue in Dissen verwies er als

Orientierungspunkt auf den Oxidationshorizont, eine etwa 30 bis 40 Zentimeter starke gelb-braune Schicht im Boden.

In den vergangenen Monaten sei dieser Horizont teilweise er­reicht worden. Amold verwies auch auf den Pegel Fehrow, der seit fast 40 Jahren den Grund­wasserstand festhält. Demnach waren Ende 2010 Höchstgrundwasserstände erreicht worden.

Einen Tipp hatte er für Bauherren. Liege der Grundwasserstand nur ein bis anderthalb Meter unterm Oxidationshorizont, könne damit gerechnet werden, dass das Wasser diesen wieder erreiche. Js

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.03.2011

 

Fachmann hält trotz Wassermassen lange Trockenphasen für möglich

Prognose von Potsdamer Institut sagt auch für Cottbuser Region langfristigen Temperaturanstieg um zwei bis drei Grad voraus

Von Rene Wappler

Cottbus. Trotz der überaus starken Regenmengen dieses Jahres könnte die Cottbuser Region in Zukunft ausgedehnte Trockenphasen erleben:

Darauf weist Wolfgang Genehr vom Landesumweltamt hin. Er stützt sich auf eine Prognose des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die bis zum Jahr 2050 einen durchschnittlichen Temperaturanstieg um zwei bis drei Grad vorhersagt.

"Auch wenn das Grundwasser in den vergangenen 80 Jahren nie so stark gestiegen ist, wie wir es derzeit erleben, heißt das noch nicht, dass wir auch künftig eine weitere Zunahme erleben", sagt Wolfgang Genehr.

So dürften vor allem diejenigen Cottbuser aufatmen, die mit vollgelaufenen Kellern zu kämpfen haben, 

falls die Prognose des PIK tatsächlich eintreffen sollte ­

schließlich leiden vor allem sie unter dem starken Grundwasseranstieg.

"Als ausgebildeter Geologe frage ich mich natürlich auch, warum wir in diesem Jahr einen derart heftigen Ausschlag erleben", erklärt Wolfgang Genehr. 

"Vielleicht hängt er mit dem Ausbruch des isländischen Vulkans zusammen  - möglich wäre es." (???)

Er gibt zu bedenken: "Wir sollten nur nicht den Fehler begehen, von einem Trend der vergangenen Jahre auf die langfristige Entwicklung zu schließen, wie es manche Cottbuser tun." 

Wissenschaftlich sei dies nicht korrekt (???).

Damit spielt er unter anderem auf die Messungen des Kiekebuscher Einwohners Peter Jurke an, der auf seinem Grundstück seit mehreren Jahren einen Anstieg des Grundwasserpegels verzeichnet, öfter unterbrochen von leichten Erholungen. 

"Natürlich finde ich es toll, wenn die Bürger der Stadt eigene Messungen vornehmen", sagt der Fachmann vom Landesumweltamt. 

"Aber wir beobachten unsere Messstellen seit 80 Jahren - und registrieren nicht überall das gleiche Schwankungsverhalten." 

Der Kiekebuscher Peter Jurke bleibt unterdessen bei dem Fazit, das er aus seinen Messungen ableitet: "Daraus lässt sich auf einen langfristigen Wetterwechsel schließen, bedingt durch erhöhten Niederschlag."

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.11.2010

 

Anmerkung:

 Man weiß nicht so recht, wie Ernst man derartige (Aller-Welts)-Statements nehmen soll !!! 

Oder hat der LR-Redakteur vielleicht nicht alles Gesagte  richtig interpretiert?

 

Und so reagieren  LR - Leser auf die obigen Artikel ...

 

Werner Eubling aus Drebkau nimmt Bezug auf einen Beitrag vom 24. November und äußert sich zur

Entwicklung beim Grundwasser:

Natürlich hat Herr Genehr recht, dass man mit einem Messpunkt nicht auf eine ganze Region schließen kann.

Seiner Auffassung ist jedoch entgegenzutreten, dass erst im Sommer 2011 mit einer Entspannung zu rechnen ist.

Woher will er heute schon wissen, dass wir 2011 einen trockenen Sommer bekommen? –

Wenn er das kann, könnte er sein Geld leichter verdienen.

Im Juli und August 2010 sind in Drebkau jedenfalls 337 Liter Niederschlag je Quadratmeter gefallen (...)

Wir betreiben auch auf unserem Gartengelände eine private Grundwassermessstelle, um den Wiederanstieg

nach der Absenkung durch den Bergbau zu kontrollieren. Hier ist von April bis November 2010 ein Anstieg von 0,80 Metern registriert worden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.12.2010

 

Unter der o.g. Überschrift war von KAREN GOTTSCHILD 

und GEORG LUKAS (Fotos)

in der BamS Folgendes zu lesen:

 

Korschenbroich-Herrenshoff, ein nettes Örtchen weit vor den Toren Düsseldorfs. Wer hier lebt, schätzt Ruhe und Beschaulichkeit mehr als die Hektik der Großstadt. Wie Christian (56) und Cornelia (51) Külbs, die sich hier vor 15 Jahren ein hübsches Einfamilienhaus bauten und lange Jahre mit ihren Nachbarn die Idylle genossen. Doch dann ging der Ärger los.

"Plötzlich stand der Keller unter Wasser. Wir dachten zuerst, die Heizung leckt", erzählt Cornelia Külbs. "Aber es wurde immer mehr." Als ihr Mann ein Loch in den Boden hämmerte, sprudelte ihm ein Springbrunnen entgegen (Anm. d. Verfassers: ???) - "wie eine Fontäne bei einer Ölbohrung". Sie versuchten, mit zwei Industriestaubsaugern die Lage in den Griff zu bekommen. Alle 15 Minuten saugten sie 20 Liter Wasser ab, auch nachts. Sie kauften Pumpen mit einer Kapazität von 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde - alles vergebens.

Die Külbs waren mit ihrem Wasserproblem nicht allein: Nach und nach begann es in immer mehr Nachbarhäusern, zu sickern und zu plätschern. Im vergangenen Winter herrschte schon in 700 Kellern von Korschenbroich Land unter. Durch die ständige Feuchtigkeit fangen die Häuser an zu schimmeln, Bewohner klagen über Gesundheitsprobleme. Und keine Chance, gegen die Flut aus der Tiefe anzulenzen.

Denn inzwischen haben die Korschenbroicher herausgefunden, weshalb sie ständig nasse Füße bekommen: 

Sie haben ihre Häuser auf früherem Sumpfland gebaut. Davon ahnten sie nichts, weil für die nahe gelegenen Braunkohletagebau-Gebiete riesige Pumpen das ganze Gebiet über Jahre regelrecht trocken gelegt hatten - bis jetzt. Doch nun sind die Braunkohleflöze erschöpft, die Abbaugebiete Bergheim und Fortuna-Garsdorf werden stillgelegt. Und das bedeutet auch, dass ab 2005 die großen Grundwasserpumpen nicht mehr arbeiten.

"Korschenbroich hat einen sehr hohen Grundwasserspiegel", erklärt Christian Külbs, "hier hätte niemand einen normalen Keller bauen dürfen. Heute wissen wir das. Wenn im nächsten Jahr die Pumpen ganz abgestellt werden, wird das Wasser immer höher und höher steigen." Das ganze Dorf droht dann regelrecht abzusaufen.

Das Ehepaar Külbs gehört zu den wenigen, die der drohenden Flut gelassen entgegensehen können. Denn es hat sein Haus einfach um 1,40 Meter anheben lassen! "Den Keller gibt es nicht mehr, der ist jetzt die erste Etage", erklärt Christian Külbs. Wo einmal zwei Stufen zur Haustür führten, ist heute eine Treppe mit neun Stufen. Möglich wurde dies durch ein ausgeklügeltes Haus-Hebevertahren (siehe Kasten). Doch der Höhengewinn hatte seinen Preis: 65 000 Euro.

Andere Betroffene versuchen, mit Dichtmaterial, das durch die Wand gespritzt wird, ihre Keller zu ummanteln - wie etwa Petra Kress (42) und ihr Mann Lothar (44). "Uns hat nie jemand gesagt, dass man nicht einfach ein normales Haus mit Keller bauen darf", empören sie sich. Das Ehepaar kaufte 1992 seine neu erbaute schlüsselfertige Reihenhaushälfte, 1994 drang das erste Mal Wasser in den Keller. Die Kress pumpten immer wieder ab, bis Tochter Isabell (14) krank wurde. "Sie war ständig erkältet, schlapp, hatte Kreislaufprobleme", berichtet die Mutter. Ein Arzt diagnostizierte eine Schimmelallergie. "Der Schimmel kam aus unserem Keller." Die Familie ließ ihn im letzten Jahr für 30 000 Euro sanieren. "Doch im letzten Winter war das Wasser nur noch 47 Zentime­ter von der Grasnarbe entfernt", so Petra Kress. "Die Pumpe eines Nachbarn rettete uns. Aber ich kann nicht mal mehr die Pumpe der Waschmaschine hören, ohne zusammenzuzucken. "

30 Kilometer weiter, in Gohr bei Dormagen, steigt ebenfalls die Angst, denn auch dieses Dorf ist vom Wasser bedroht. Wenn RWE Rheinbraun die Braunkohletagebau­Pumpen abdreht, drohen hier 200 Häuser abzusaufen.

Die Kommune sucht nun unter Hochdruck nach einer Lösung. Kann das bedrohte Wohngebiet mit einer Pumpanlage gerettet werden? Bürgermeister Reinhard Hausschild hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Aber das braucht seine Zeit."

Zeit, die die Bürger von Gohr nicht haben.

Eine Familie ist schon dabei, ihr Haus anzuheben wie die Külbs in Korschenbroich "Aber nicht jeder hat das Geld dafür und ein allein stehendes Haus - die Voraussetzung für eine solche Aktion", erklärt Gerd Dressen. Er und andere Betroffene haben die Bürgerinitiative "Arche Gohr" gegründet, um gemeinsam gegen den Untergang zu kämpfen. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Obwohl die Behörden von den Grundwasserproblem gewusst hätten, seien die Hausbauer nicht gewarnt worden. Und jetzt, da es um finanzielle Hilfe geht, hielten sich Stadt und Land bedeckt.

Noch hat jeder ein Fünkchen Hoffnung, dass die "Arche Gohr" nicht untergeht. Doch die Zeit verrinnt. Und das Wasser steigt...

 

Wie legt man ein Haus höher?

Dr.-Ing. Bernfried Kurt Sudbrack aus Bad Münstereifel hat ein Verfahren entwickelt, mit dem komplette Häuser um bis zu 1,50 Meter angehoben werden können. Hierzu werden im Keller Löcher gebohrt, darin werden dann hydraulische Hubzylinder montiert, die das Haus wie überdimensionale Wagenheber in die Höhe drücken - immer in Zehn-Zentimeter-Schritten.

Nach Abschluss des Hebevorgangs liegt der Keller überirdisch und wird zum neuen Erdgeschoss. Der entstandene Hohlraum wird mit Fließbeton gefüllt, sodass die Standsicherheit des Hauses gewährleistet ist. 

Die Grundkosten für die Anhebung eines Hauses von 100 Quadratmeter Grundfläche und einem Meter Hebung liegen bei 50 000 Euro.

 Infos unter www.hausanhebung.de

Aufsteiger  (Anm.: damit ist das anzuhebende Haus gemeint): Hydraulische Hubzylinder werden mit dem Kellerboden verschraubt. Dann wird das ganze Haus wie mit einem überdimensionalen Wagenheber über den Grundwassserspiegel gedrückt.

 

Vielleicht ist diese Technologie in Einzelfällen auch eine Variante 

für den Lausitzer Raum ? ? ?

Und schon wird die Anwendung dieser zweifellos interessanten Technologie schon von

einem Baugrundgutachter vorgeschlagen (hoffentlich sind die Patentrechte 

berücksichtigt!!, siehe auch unter: www.hausanhebung.de)

wie die Lausitzer Rundschau vom 22.12.2006 berichtet:

 

Neue Sockel für gefährdete Häuser in Burghammer

BURGHAMMER. Für die vom ansteigenden Grundwasser bedrohten Wohnhäuser im Spreetal-Ortsteil Burghammer hat ein Baugutachter den sieben Eigenheimbesitzem einen Rettungsvorschlag unterbreitet. Danach sollen die Häuser an der Bodenplatte um bis zu einen Meter angehoben werden. Die Hausbesitzer müssten dabei mit Kosten von bis zu 100 000 Euro rechnen. Spreetal-Bürgermeister Manfred Heine hofft auf finanzielle Unterstützung durch Land und Bund. (Eig. Ber.lsh)

 

Abriss vor dem Untergang in Burghammer

Gestern (29.05.2007) hat der Abriss der im Grundwasser versinkenden Gartensparte "Zur kleinen Spree" in Burghammer (Landkreis Kamenz) begonnen. Die Gartenbesitzer haben in den letzten Wochen ganze Arbeit geleistet. Was noch halbwegs ver­wertbar ist, wurde vor den Baggern in Sicherheit gebracht.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.05.2007

 

Bürgerinitiative wegen des Grundwassers in Spreetal gegründet

BURGNEUDORF. Angesichts der angespannten Situation bezüglich des Wiederanstiegs des Grundwassers in den Ortsteilen der Gemeinde Spreetal ist Mittwoch in Burgneudorf eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen worden. Es werde eine komplexe Lösung für alle Betroffenen angestrebt, so Initiator Thomas Kappert.

Die Bürgerinitiative werde Druck auf die Politiker und die für die Bergbausanierung verantwortlichen Entscheidungsträger aufbauen sowie eine dem Ansinnen der Initiative angemessene Medienpräsenz schaffen. (Eig. Ber.lno)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.03.2008

 

Lausitzer Gemeinde wehrt sich gegen Grundwasserpläne

BURGNEUDORF. Die Gemeinde Spreetal (Kreis Bautzen) legt Widerspruch gegen die Zulas­sung des Betriebsplans zu den Folgen des Grundwasserwie­deranstiegs in der Region ein. Sie hält die Entscheidung für rechtswidrig und wirft Oberbergamt sowie Bergbausanierer LMBV vor, die Flutung der Lausitzer Seenkette nicht vorausschauend genug geplant zu haben. In mehreren Ortsteilen der Gemeinde haben Anwohner mit dem steigenden Grundwasser zu kämpfen.

(Eig. Ber./skl)

 SEITE 3

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.11.2008

 

Ab hier ausführlich:

Lausitzer kontra Staatsregierung

Gemeinde Spreetal will sächsischen Betriebsplan zum Grundwasserwiederanstieg kippen

Die Gemeinde Spreetal (Kreis Baut­zen) will gegen die Zulassung des Betriebsplans zu den Folgen des Grundwasserwiederanstiegs in der Region vorgehen. Die Verwaltung erhofft sich bei einer Aufhebung bessere Chancen für ihre Bürger, Entschädigungen aufgrund des steigenden Grundwasserspiegels geltend machen zu können. Ein Erfolg der Spreetaler könnte einen Präzedenzfall schaffen.

VON SASCHA KLEIN

Der Bürgermeister ist entschlossen: Manfred Heine, parteiloser Verwaltungschef der Gemeinde Spreetal legt sich mit der sächsischen Staatsregierung an. Mit dem Widerspruch seiner Kommune gegen den am 29. April dieses Jahres genehmigten Betriebs­plan "Folgen des Grundwasserwiederanstiegs ehemaliger agebaue Burghammer und Lohsa II" beschreitet Spreetal einen steinigen Weg. Die Vorwürfe, die die Gemeinde gegenüber dem Oberbergamt in Freiberg (Kreis Mittelsachsen) und dem Bergbausanierer LMBV vor­bringt, wiegen schwer. Die Flutung der Tagebaurestseen und der damit verbundene Grundwasserwiederanstieg seien nicht vorausschauend geplant worden. Bis heute seien die Auswirkungen nicht umfassend vorbeugend untersucht worden. Manfred Heine: "Die Gefahr ist einfach unterschätzt worden."

Zudem gebe es keine verbindlichen Zahlen über die Grundwasserstände vor dem Beginn des Bergbaus um 1900. Daher ließen sich auch keine Vergleiche zwischen damals und heute ableiten.

Die Gemeinde Spreetal, die zwischen Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) und Hoyerswerda (Kreis Bautzen) liegt, hat seit Jahren mit dem aufsteigenden Grundwasser zu kämpfen.

Fünf Häuser in der Gemeinde, die durch das aufsteigende Grundwasser gefährdet waren, sind bereits angehoben und damit gesichert worden. Projektträger dabei war die LMBV.

Dem Freistaat wirft die Gemeinde vor, "vorsätzlich ihre gesetzlichen Aufgaben zur Steuerung dieses Prozesses, insbesondere unter Beachtung des Schutzes der betroffenen Gemeinden und Grundstückseigentümer, missachtet" zu haben, wie es in einer Erklärung des Berliner Rechtsanwaltes Siegfried de Witt heißt, der die Gemeinde vertritt. Er berät auch die Bürgerinitiative in Schleife (Kreis Görlitz) im Streit um die Nutzung des Vorranggebietes des Tagebaus Nochten.

Der Kernpunkt des Widerspruchs ist jedoch juristischer Art. Laut Argumentation der Gemeinde ist das prüfende Oberbergamt überhaupt nicht für die Bewertung zuständig. Es könne das wasserrechtliche Planungsverfahren nicht führen. Dafür sei im Fall Ostsachsen die Landesdirektion Dresden, früher Regierungspräsidium, zuständig. Diese werde jedoch durch einen Vertrag zwischen sächsischen Ministerien und LMBV Manfred Heine, von dem Verfahren ausgeklammert.

Daher fordert die Gemeinde in ihrem Widerspruch, den Betriebsplan aufzuheben und die Zuständigkeiten in die Hand der Landesdirektion zu geben. Davon versprechen sich die Spreetaler Verantwortlichen eine bessere Möglichkeit, Entschädigungsansprüche geltend machen zu können. Die Gemeinde beruft sich darauf, dass die Flutung von Tagebaurestlöchern einer Planfeststellung auf der Grundlage des sächsischen Wasserhaushaltsgesetzes unterliege.

In den Wassergesetzen sei klar geregelt, dass Bürger, die durch Herstellung von Gewässern benachteiligt werden, zu entschädigen seien. Dies sei in dieser Klarheit beim Bergrecht nicht geregelt, 

heißt es in der Erklärung der Gemeinde. Auch deshalb will Spreetal die Aufhebung des nach Bergrecht beschlossenen Betriebsplanes erreichen. „Die Schlaumeier, die die LMBV damals beraten haben, waren daran interessiert, dass dieses Wasserecht nicht zum Tragen kommt“, sagte de Witt.

Sächsisches Oberbergamt und LMBV wollten sich gestern auf RUNDSCHAU-Nachfrage nicht zu den erhobenen Vorwürfen äußern.

Die Gemeinde Spreetal hofft trotz der hart formulierten Vorwürfe auf eine außergerichtliche Einigung mit dem Oberbergamt. Siegfried de Witt geht davon aus, im Frühjahr kommenden Jahres direkt mit den Behörden ins Gespräch zu kommen. Gelingt keine Einigung, schließt die Gemeinde jedoch den Gang vor das Dresdner Verwaltungsgericht nicht aus. In der Zwischenzeit will Spreetals Bürgermeister Kontakt zu anderen betroffenen Kommunen knüpfen. „Ziel ist, Sorgen gemeinsam vortragen zu können“, so Manfred Heine. ­

Dies könnten laut Bürgermeister unter anderem die Städte Senftenberg, Lauchhammer (beide Oberspreewald-Lausitz), Hoyerswerda und die Gemeinde Lohsa (Kreis Bautzen) sein.

In Senftenberg sind in die Jahr Arbeiten zur Sicherung des Theaters "Neue Bühne" und des Gewerbegebiets "Laugkfeld" angelaufen -  finanziert aus Mitteln der LMBV. Auch dort hatte das aufsteigende Grundwasser für Gefahr gesorgt.

In Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) wird das Schloss durch ein Spezialverfahren mit einem neuen Fundament ausgestattet, um das Gebäude zu schützen. 

Die Stadt Hoyerswerda ist beim Thema Grundwasserwiederanstieg ein Sonderfall. Dort hat die LMBV in den 90er-Jahren ein Horizontalfilterbrunnensystem bauen lassen, das dafür sorgt, dass die Neustadt, die ab 1957 erbaut worden ist, vor aufsteigendem Grundwasser geschützt wird. In den 60er Jahren ist dort zum Teil auch unter dem historischen Grundwasserstand  gebaut worden.

Quelle: Lausitzer Rundschau,  28. November 2008

 

Häuser schweben in Neustadt

Sechste Anhebung als Schutz vor Grundwasser

Spreetal/Neustadt. Nach fünf erfolgreich verlaufenen Hausanhebungen in der Gemeinde Spreetal (Kreis Bautzen) schwebt derzeit das Haus der Familie Stürmer im Ortsteil Neustadt seinem neuen Höhenniveau entgegen. Nach Angaben des Projektträgers LMBV befindet sich das Haus zurzeit in rund 60 Zentimetern Höhe. Unter die Bodenplatte wird jetzt Beton gepresst. Insgesamt wird das 1999 gebaute Einfamilienhaus mithilfe von hydraulischen Hubzylindern um 1,39 Meter angehoben werden.

Die Anhebung wurde aufgrund des Grundwasseranstiegs in der Region nach dem Bergbau notwendig. 

Eig. Ber.jpm/ta

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.04.2009

 

Auf die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs nach der bergbaulichen 

Tätigkeit wurde durch den Verfasser schon früher deutlich hingewiesen:

 

In den Zeiten der Braunkohleabbaus in der Lausitz waren umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen notwendig, 

um die abzubauenden Flöze zu entwässern.

Die dabei gehobenen Wassermengen wurden in die geeigneten Vorfluter, so u. a. auch in die Spree eingeleitet. 

Diese gehobenen Grundwässer haben allein in der Lausitz zu einem  Defizit von ca. 14 Milliarden Kubikmeter 

geführt und das z. Z. noch etwa 6 bis 7 Milliarden  Kubikmeter beträgt.

Außerdem ist während der bergbaulichen Tätigkeit durch die Einleitung der geförderten Grubenwässer die 

natürliche Wasserführung der Vorfluter künstlich aufgehöht worden, so dass künftig mit einem weitaus 

geringerem Wasserdargebot, das etwa dem in der vorbergbaulichen  Zeit entspricht.

So wurde z.B. in den 30-er Jahren am Pegel Cottbus  ein Durchfluss von etwa 3 Kubikmetern gemessen. An 

derartige Trockenwetterabflüsse müssen wir uns wieder gewöhnen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um ein 

schnelles Abfließen der Oberflächenwässer zu verzögern.

 

An dieser Stelle nun wieder ein Bericht neuesten Datums zum Grundwasserwiederanstieg und seinen 

Problemen in vom Braunkohlenbergbau beeinflussten Gebieten:  

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.10.2006

 

Gräben, Pumpen, feuchte Wiesen

Steigendes Grundwasser bringt der Lausitz Probleme

Das Grundwasser in der Lausitz steigt und mit ihm wachsen die Probleme. Wo durch Braunkohlebergbau jahrzehntelang Trockenheit herrschte, wird es wieder nass. Oft stehen dort inzwischen Häuser, Gewerbegebiete, Industriebrachen. Bund und Länder werden in den kommenden Jahren viele Millionen Euro aufbringen müssen, um die Probleme in den Griff zu bekommen.

VON SIMONE WENDLER

Auf dem Tisch von Friedrich-Carl Benthaus liegen Kartenblätter der Region, in denen Flächen farbig unterlegt oder durch rote Kreise markiert sind. Benthaus ist Leiter Geotechnik der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbh. Die Karten zeigen die Ergebnisse mehrerer Studien zum Wiederanstieg des Grundwassers in der Lausitz nach dem drastischen Rückgang der Braunkohleförderung.

"Es gibt Flächen, die wieder grundwassernah werden", erklärt Benthaus. Grundwassernah heißt, dass die Feuchtigkeit einen Meter oder weniger unter der Erdoberfläche steht. Was das bedeuten kann, erleben einige Lausitzer bereits. In Kellern in Lauchhammer steht ebenso das Wasser wie im sächsischen Burghammer bei Schwarze Pumpe. Dort hat es die Datschen der Kleingartenanlage "Kleine Spree" nass erwischt. Den empörten Besitzern droht die Umsiedlung der ganzen Sparte. Auch acht Einfamilienhäuser, die erst vor knapp zehn Jahren gebaut wurden, sind bedroht. Warum der zuständige Landkreis Kamenz die Baugenehmigungen erteilte, obwohl die Rückkehr des Grundwassers bekannt war, ist ein Rätsel.

Der Unmut der Betroffenen nicht nur in Burghammer richtet sich oft gegen die LMBV, die für den Altbergbau aus DDR-Zeiten zuständig ist. "Wir sind in Sachen Grundwasseranstieg nur als Projektträger für Bund und Länder tätig", sagt Benthaus. Denn die LMBV selbst sei nur für die Wasserprobleme verantwortlich, die durch den Bergbaubetrieb direkt beeinflusst wurden:

 "Wo sich das Wasser auf den natürlichen Zustand vor dem Bergbau einstellt, haften wir nicht."

 Dabei gibt es an vielen Stellen Probleme, denn in 150 Jahren Lausitzer Bergbaugeschichte ist viel geschehen.

Häuser und Straßen wurden gebaut, Kabelschächte in die Erde versenkt und Deponien angelegt. Nicht immer wurde vorher ein Blick in alte Karten geworfen, um sich über die Grundwassersituation vor dem Bergbau zu informieren. Manchmal wurde gebaut, wo nicht hätte gebaut werden dürfen, jedenfalls keinen Keller.

"Es gibt da viele Planungsfehler noch zu DDR­Zeiten, aber auch danach", sagt Benthaus.

Ein Musterbeispiel dafür ist die Neustadt von Hoyerswerda, die in einem ehemaligen Sumpfgebiet errichtet wurde.

 

Die Ursachen für einen Grundwasserwiederanstieg in der Lausitzer Region sind nicht nur in

den  „Nachwehen“ der aufgelassenen Braunkohlentagebaue zu suchen:

 

Häuser in Guben versinken im steigenden Gmndwasser

GUBEN. Nicht nur Städte wie Senftenberg, Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) und Hoyerswerda im Lausitzer Braunkohlerevier leiden nach der Flutung der Tagebaue unter einem dramatischen Grundwasseranstieg.

Auch in Guben (Spree-Neiße) drohen Häuser und Sportanlagen im Grund­wasser zu versinken.

Ein Hauptgrund dafür ist nach Angaben des Gubener Wasser- und Abwasserzweckverbandes (GWAZ) der gesunkene Trinkwasserverbrauch und die Stilllegung eines Wasserwerkes in der Stadt. (Eig. Ber./sie)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.03.2007

 

Immer mehr Lausitzer fürchten nasse Keller / Neues Fundament für Barockschloss in Altdöbern

Millionenschäden durch Grundwasseranstieg

Senftenberg.  Der Grundwasserwiederanstieg im früheren Bergbaugebiet um Senftenberg 

(Oberspreewald-Lausitz) und Hoyerswerda stellt Eigenheimbesitzer zunehmend vor Probleme.

In Burghammer (Kreis Kamenz) müssen in den nächsten Wochen und Monaten mehrere Gebäude mithilfe schwerer Technik angehoben werden, damit das Grundwasser die Keller nicht überschwemmt. Ein Anwohner muss sein Haus vermutlich sogar abreißen.

In Senftenberg arbeitet die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) an der Sicherung des Gewerbegebiets «Laugkfeld» , das ab 2010 durch Filterbrunnen trocken gehalten werden soll. Dieses Projekt verursacht Kosten «im mittleren zweistelligen Millionenbereich» , wie es aus der LMBV-Zentrale heißt.

In Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) bereitet das aufsteigende Grundwasser auch der Brandenburgischen Schlösser GmbH Sorgen. Das Barockschloss, in das bereits 3,5 Millionen Euro für die Sanierung geflossen sind, benötigt ein neues Fundament, da das alte Holzgeflecht nicht mehr tragfähig ist. Die Arbeiten für eine Neugründung sind vor wenigen Tagen angelaufen.

Im Theater «Neue Bühne» in Senftenberg ist ein alter Keller fast komplett mit Wasser vollgelaufen. Er soll in der Spielzeitpause leergepumpt und mit Beton verfüllt werden.

 (Eig. Ber./skl)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.06.2008

 

Hier ausführlicher:

 

Der Kampf gegen das Grundwasser

Nach dem Aus in den Lausitzer Revieren bereitet den Anwohnern der Grundwasserwiederanstieg große Probleme. Nachdem in Burghammer (Kreis Kamenz) bereits eine gesamte Gartensparte abgerissen werden musste, gefährdet Grundwasser nun das Haus von Ulrich Wendt im Ort. Er wird sein Haus um 1,30 Meter anheben, damit es wieder sicher steht. Auch in Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz/OSL), Hoyerswerda und Senftenberg (OSL) sorgen sich Einwohner.

VON SASCHA KLEIN

Am Rande von Burghammer, nur wenige Hundert Meter vom Haus Ulrich Wendts entfernt, befindet sich der Bernsteinsee, ein Tagebau­Restloch. Das Dorf liegt abseits der B 97, die Schwarze Pumpe mit dessen einstiger Wohnstadt Hoyerswerda verbindet, im Grünen. Doch mitten in dieser Idylle kreischt ein großer Bohrer. Ulrich Wendt hat sich daran gemacht, seine 20 Zentimeter starke Bodenplatte aus Beton zu durchlöchern wie einen Schweizer Käse. 26 Kernbohrungen stehen an, alle auf den Millimeter genau berechnet. Einer der Bohrkerne, 25 Kilogramm schwer, liegt bereits in seiner Garage. Der steigende Grundwasserspiegel im früheren Hoyerswerdaer Revier zwingt ihn dazu, sein Haus anzuheben. Das Wasser stehe bereits 20 bis 30 Zen­timeter unter der Bodenplatte. Prognosen zufolge könnte es passieren, dass sein Eigenheim irgendwann bis zu einem halben Meter unter Wasser steht. "Es ist schon einmal bis zehn Zentimeter unter der Bodenplatte gestiegen. Da wird einem dann schon mulmig", sagt der Unternehmer.

Während er versucht, das Haus zu retten, muss er Garten und Gartenhäuschen abschreiben. Durch die Bauarbeiten sind sie nicht zu retten. Um ins Haus zu gelangen, muss er einen großen Schritt machen. Die Treppe zum Eingang hat er bereits vorsorglich abgerissen.

Auch sie würde das Anheben nicht überleben. Damit Haus und Garage später nicht in der Luft hängen, muss er dort Boden auffüllen. Eineinhalb Wochen später: Der Handwerker hat die 26 Löcher gebohrt. Zwei Tage dauert es nun, bis die Stahlrohre eingesetzt sind. Über Widerlager soll das Haus nun Stück für Stück angehoben werden. "Die Pumpen schaffen fünf bis sechs Zentimeter in der Stunde", sagt Wendt, der bereits mehrere Hausanhebungen begleitet hat.

So wird es etwa 20 Stunden netto dauern, bis das Haus 1,30 Meter höher steht als vorher. Eine solche Hebung birgt immer Gefahren: "Wenn die Bodenplatte nicht richtig bewährt ist, kann es sein, dass sie bricht", betont Wendt. Bei seiner ist er sich sicher, dass nichts passiert.

Der Burghammeraner gehört zu denjenigen, bei denen Bund und Land für die Hausanhebung zahlen. Projektträger ist die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Deshalb hält sich Ulrich Wendt mit Kostenschätzungen zurück, ebenso wie die LMBV. "Wir wollen kein böses Blut", sagt er. Wohl wissend, dass er vom Umfeld kritisch beäugt wird.

"Neid und Missgunst wird. es wohl geben", erklärt er. Laut Wendt werden in Burghammer in nächster Zeit vier Häuser angehoben.

Ulrich Wendt ist kein Einzelfall.

Nahezu in jeder Ecke Südbrandenburgs und Nordsachsens –

überall dort, wo es aufgrund der stillgelegten und rekultivierten Braunkohletagebaue keine Grundwasserabsenkung mehr gibt, drohen Probleme.

Dort stellt sich der alte vorbergbauliche Grundwasserpegel wieder ein und sorgt mancherorts für nasse Keller.

Für die LMBV sind die Forderungen von Eigenheimbesitzern, die das Unternehmen in die Pflicht nehmen wollen, eine problematische Angelegenheit. LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber verweist in diesem Zusammenhang immer auf Einzelfallprüfungen und Einzelmaßnahmen. Ein Fall ließe sich mit dem anderen nicht vergleichen. Das würden Betroffene oftmals anders wahrnehmen.

Zudem müssten Eigenheimbesitzer, die beim Bau historische Grundwasserstände unbeachtet gelassen haben, selbst für das Risiko geradestehen

teilt Steinhuber mit.

Die Stadt Hoyerswerda ist beim Thema Grundwasserwiederanstieg ein Sonderfall. Dort hat die LMBV bereits in den 90er-Jahren begonnen, aus Bundes- und Landesmitteln ein kompliziertes Horizontalfilterbrunnensystem bauen zu lassen, das dafür sorgt, dass die Neustadt, die zwischen 1957 und 1988 erbaut worden ist, vor aufsteigendem Grundwasser geschützt ist. In den 60er-Jahren sei in Hoyerswerda unter dem historischen Grundwasserstand gebaut worden. Laut einer LMBV-Mitteilung ist dies damals bewusst in Kauf genommen worden. Obwohl rechtlich nicht dazu verpflichtet, habe die LMBV nach der Wende diese Anlage bauen lassen, weil "die Auswirkungen des Grundwasserwiederanstiegs im Stadtgebiet so erhebliche Beeinflussungen haben, dass mit Einzelmaßnahmen in den betroffenen Bereichen technisch und wirtschaftlich keine Lösung gefunden werden konnte", heißt es in einer Mitteilung des Bergbausanierers.

Seit einigen Wochen arbeitet das im November 2004 fertiggestellte Grundwasserschild in Hoyerswerda, so die LMBV. Das habe mit den großen Regenmengen des vergangenen halben Jahres zu tun. Nach Schätzungen wird die Anlage frühestens ab dem Jahr 2010 dauerhaft in Betrieb sein.

 Eine ähnliche Lösung wie in Hoyerswerda strebt die LMBV Steinhuber zufolge auch im Senftenberger Gewerbegebiet "Laugkfeld" an. Auf dem früheren Bergbauareal nahe des Stadtzentrums stellen sich flurnahe Wasserstände ein, die rund 40 Gewerbetreibenden, die sich dort seit Anfang der 90er-Jahre angesiedelt haben, Sorgen bereiten. Zwischenzeitlich geisterte sogar das Gerücht durch die Stadt, das komplette Gewerbegebiet müsse dem Erdboden gleichgemacht werden. Dies hat LMBV-Geschäftsführer Mahmut Kuyumcu kürzlich dementiert. Nach Prüfungen sei es möglich, das Grundwasser durch ein Brunnensystem dauerhaft niedrig zu halten. Das gehobene Wasser soll in die Grubenwasser-Reinigungsanlage Rainitza nördlich der Stadt abgeleitet werden. Mitte 2010 sollen die Bauarbeiten beginnen, zirka ein Jahr später seien die drei Horizontalfilterbrunnen einsatzbereit. Zurzeit steht jedoch noch die Genehmigung für das Projekt aus, das die LMBV mit einem "mittleren zweistelligen Millionenbetrag" be- ziffert. Mit einer Entscheidung ist laut Steinhuber noch in diesem Monat zu rechnen.

In einem anderen Fall im Oberspreewald-Lausitzkreis hat es dagegen eines sofortigen Eingriffs bedurft. Bund und Land investieren drei Millionen Euro in die Sicherung des Schlosses Altdöbern (die RUNDSCHAU berichtete). Dazu kommen rund 800 000 Euro Eigenmittel von der Schlösser GmbH. Innerhalb der kommenden eineinhalb Jahre wird ein neues Fundament gebaut, wie Jürgen Klemisch Von der Brandenburgischen Schlösser GmbH, dem Eigentümer, bestätigte. Das auf einem Holzgeflecht gebaute Barockschloss weist bereits an vielen Stellen des Mauerwerkes Risse auf. "Eine Neugründung ist unausweichlich", sagt Klemisch, "sonst würde es das Gebäude zerreißen." Der Diplom-Ingenieur hat Befürchtungen, dass es während der Arbeiten zu weiteren Schäden kommt. Deshalb soll unter anderem einer der Schlosstürme mit einem Netz versehen werden, falls Schwingungen auftreten und Betonbrocken herunterfallen. Trotzdem hat er volles Vertrauen in die ausführende Firma: "Es ist eine qualifizierte Dreckarbeit, die sie hier machen müssen", sagte er kürzlich während einer Vor-Ort-Begehung mit dem Betrieb aus Lohsa (Kamenz).

Geplant ist, in 320 Abschnitten eine 50 Zentimeter dicke Betonplatte zu gießen, die das Schloss später trägt. Insgesamt einen Kilometer Fugen wird es laut Klemisch geben. Erst, wenn die Neu-Gründung abgeschlossen ist, geht es im Innenraum mit der Sanierung der Decken- und Wandmalereien weiter. Bislang sind in die Sanierung etwa 3,5 Millionen Euro investiert worden, noch einmal so viel soll in den Jahren 2010/11 fließen.

Investiert werden muss auch in Klein Radden (OSL). Ab dem 1. Juli soll dort die Hauptstraße auf einer Länge von 345 Metern angehoben werden, um sie vor aufsteigendem Grundwasser zu schützen. Finanziert wird der Bau durch Paragraf-3­Mittel aus der Braunkohlesanierung. Bis Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Sorgen mit dem hohen Grundwasserstand haben auch die Verantwortlichen der "Neuen Bühne" Senftenberg. Das Theater, das über einen zwei Stockwerke tiefen Keller verfügt, muss mindestens ein Stockwerk aufgeben, wie Intendant Sewan Latchinian bestätigt. Dort stehe der Raum "fast komplett voll Wasser", sagt er. Die Situation habe sich in den vergangenen zwei Monaten nicht dramatisch verändert, trotzdem dränge die Zeit. "Die Gespräche mit der LMBV sind deutlich intensiver geworden", so Latchinian. Eine Lösung ist vereinbart worden: In der Sommerpause der Neuen Bühne sollen drei Filterbrunnen gebohrt werden, durch die das Was­ser aus dem unteren Keller herausgepumpt wird. Dieser soll mit Beton verfüllt werden. "So könnte es sein, dass wir den oberen Keller nicht aufgeben müssen", sagt Latchinian. Dort sind mit dem Kostümfundus und der Unterbodenmaschinerie der Bühne wichtige Elemente der Thea­terarbeit untergebracht. "Wahrscheinlich können wir somit auf einen Anbau verzichten", so der Intendant. Kosten kommen auf das Theater nicht zu, betont Latchinian, die Arbeiten würden durch Bund und Land finanziert.

Bei Ulrich Wendt in Burghammer sind die Arbeiten inzwischen ins Stocken geraten. "Die Bauaufsicht im Kamenzer Landratsamt hat entgegen unserer Vermutung doch noch einen Bauantrag haben wollen", sagt der Eigenheimbesitzer. Bis dieser erteilt ist, darf er die Vorarbeiten für die Hebung nicht fortsetzen. Er denke jedoch, dass der Antrag schnell bearbeitet wird. "Wir rechnen mit einem Bauverzug von insgesamt zwei Wochen." Wenn er den bewilligten Antrag vorliegen hat, vollendet er die Hebung. "Und dann habe ich endlich wieder meine Ruhe", hofft er.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.06.2008

 

Anmerkung des Verfassers: 

 

Ein verantwortungsvoller Bauherr hätte sich auch zu DDR-Zeiten  Informationen zur Grundwassersituation vor

Baubeginn bei den zuständigen Wasserwirtschaftsdirektionen einholen können.

 

Das Einholen von Informationen zur Grundwassersituation vor Baubeginn ist übrigens nach wie vor möglich, 

wenn nicht sogar vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben. 

In Brandenburg und Sachsen können diese Auskünfte z. B. beim 

 

Landesumweltamt Brandenburg bzw. beim Landesamt für Umwelt und Geologie des Freistaates Sachsen

 

eingeholt werden.

 

War es damals Unwissen oder Ignoranz, dass sich vor Baubeginn niemand (in diesem Fall: die Bauherren) um 

derartige Informationen kümmerte?

 

Gräben, Pumpen, feuchte Wiesen

Steigendes Grundwasser bringt der Lausitz Probleme

Seit drei Jahren sorgen mehrere Tiefbrunnen und Pumpen dafür, dass die Keller trocken bleiben. Aus neun technischen Varianten hatte sich der dauerhafte Pumpenbetrieb als einzig machbare Lösung herauskristallisiert. Der Freistaat Sachsen trägt bisher die Kosten dafür, doch laufen Gespräche über eine finanzielle Beteiligung des Bundes.

Für den Geotechnik-Chef der LMBV, Friedrich-Carl Benthaus, steht fest, dass man Kommunen mit solchen Problemen nicht allein lassen könne. Das hätten auch Bund und Länder erkannt und deshalb die LMBV schon vor Jahren beauftragt, sich um die Probleme fachlich zu kümmern.
 

Das Geld für die Abwendung der Gefahren aus dem Grundwasseranstieg werden in den kommenden Jahren ebenfalls der Bund und die Länder Brandenburg und Sachsen aufbringen müssen.  

     

Aus ersten Untersuchungen in sechs Gebieten, die von den früheren Tagebaufeldern Schlabendorf und Seese im Landkreis Dahme - Spreewald bis Lauchhammer und Senftenberg reichen, wurden Prognoserechnungen vorgenommen. Weitere Studien haben "Konfliktgebiete" eingeengt. Daraus werden nun einzelne Schwerpunkte genauer untersucht. Dazu gehören Flächen in Senftenberg ebenso wie in Lauchhammer.

Dort hat die Stadtverwaltung Marina Boog als Beauftragte für die Zusammenarbeit mit der LMBV in Sachen Grundwasser benannt. In Lauchhammer-West baue die LMBV gerade ein neues Schöpfwerk, um die Situation zu entschärfen, sagt sie. Doch oft wünsche sie sich, wie auch Betroffene, dass schneller Hilfe kommt: "Manche Leute haben schon zwei Jahre nasse Keller, denen geht natürlich alles viel zu langsam." Die Stadt selbst habe aber keine Möglichkeit zu helfen.

Gerd Richter, Leiter Verfahrensmanagement Lausitz bei der LMBV, hat für die Ungeduld Verständnis: "Die Leute sind schon verbittert, wenn seit Monaten in ihrem Keller eine Pumpe läuft." Sinnvoll seien jedoch nur komplexe Lösungen: "Es bringt nichts, drei Keller trocken zu legen, wenn das Wasser dann nebenan hinein läuft." 

Für Lauchhammer heißt das, das Wasser in Richtung Süden zur Schwarzen Elster hin abziehen. Ob dafür Gräben reichen oder auch Rohre und Pumpen nötig sind, werde noch geprüft.

Um Maßnahmen gegen zu hohen Grundwasserstand planen zu können, braucht die LMBV viele Daten: Wo liegen Versorgungsleitungen, wie tief sind die Keller der Häuser, wo sollen Straßen saniert oder verlegt werden, wo werden Gebäude abgerissen.

Erfahrungen dafür konnte die LMBV bereits bei einem Großprojekt sammeln. Wegen steigenden Grundwassers musste bereits die B 97 zwischen Hoyerswerda und Schwarze

Pumpe angehoben werden. "Die Kommunen müssen überall von Anfang an mit ins Boot, wir wollen keine Lösungen vorgeben", versichert Chef-Geotechniker Benthaus.

Oberstes Prinzip bei allen Untersuchungen: möglichst geringe Folgekosten, also lieber Gräben und Rohre statt Pumpen. Doch das klappt wie in Hoyerswerda nicht immer.

Wieviel Geld in den kommenden Jahren nötig ist, um die Gefahren des Grundwasseranstiegs abzuwehren, wisse noch niemand genau, sagt Benthaus. Dazu sei es zu früh. Noch viele Jahre werde der Wasseranstieg dauern, die Planung von Gegenmaßnahmen komme gerade erst richtig in Gang. Vorsichtige Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass insgesamt ein hoher zweistelliger Millionenbetrag zusammenkommen wird..

 

Spreetal fordert schnelle Lösung für Grundwasser-Problem

SPREETAL. Der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine hat schnel1e Lösungen für die vom aufsteigenden Grundwasser bedrohten Häuser in Spreewitz und Burgneuendorf im sächsischen Landkreis Kamenz gefordert. Zudem kündigte er an, dass sich die südlich von Spremberg liegende Gemeinde auf einen Rechtsstreit einrichte. Zwar sei es technologisch möglich, Eigenheime oder Kläranlagen vor dem aufsteigenden Wasser zu schützen. Allerdings seien diese Vorhaben mit enormen Kosten verbunden. Wer diese tragen muss, ist laut Heine derzeit völlig unklar. "Hier fehlt ein Grundsatzurteil", so der Bürgermeister. (Eig. Ber./sh)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.01.2007

Ein weiterer Fall:

 

Grundwasser bedroht Senftenberger Gewerbegebiet 

Das zu 94 Prozent ausgelastete Gewerbegebiet  Laugkfeld in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist vom 

Grundwasseranstieg bedroht. Um 2011 erreicht der Anstieg nach Angaben der LMBV den kritischen Punkt. Bis dahin 

muss das Problem gelöst sein.

Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass zwei Varianten praktikabel erscheinen:

das dauerhafte Abpumpen des Wassers oder

die komplette Umsiedlung der Unternehmen.

Beides kostet Millionen Euro.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.03.2007

 

Hoch aktuell:

 

Bergamts-Chef Freytag über den Grundwasseranstieg in der Lausitz

Region Einen starken Lausitzer Wasserverband sieht Klaus Freytag, der Präsident des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR), als Schlüssel für eine langfristig erfolgreiche Bergbausanierung in der Region. Im Interview mit der RUNDSCHAU erklärt er, weshalb die Region auch in den folgenden Jahrzehnten finanzielle Unterstützung braucht.

 Herr Freytag, viele Hausbesitzer in der Lausitz haben Bedenken, dass aufsteigendes Grundwasser bald auch für sie zum Problem werden könnte. Lässt sich genau sagen, wo das Wasser einmal hochkommen wird?

Großflächig lässt sich gut vorhersagen, wo das Grundwasser stärker oder geringer ansteigt. Allerdings kann es aufgrund der sehr unterschiedlichen Geologie des Untergrundes innerhalb eines Stadtteiles zu erheblichen Unterschieden kommen. Werden die Keller in der Straße A feucht, muss dies nicht auch in der Straße B eintreten und auch nicht immer eine Folge des Bergbaues sein.

Wie lautet das Zwischenfazit nach rund 15 Jahren Braunkohlesanierung und Grundwasserwiederanstieg?

Wir setzen beim Grundwasserwiederanstieg und beim Wasserhaushalt insgesamt in der Lausitz nach wie vor auf ein sich selbst regulierendes System. Das funktioniert auch größtenteils. Nur auf wenigen Prozent der Gesamtfläche muss der Mensch eingreifen. Mit den Jahren sind unsere technischen Mittel mit Blick auf die Vorhersage des Grundwasserwiederanstieges immer besser geworden. Wo früher die Geländeoberfläche von Hand vermessen wurde, geschieht dies heute mit Präzisionstechnik vom Flugzeug aus. Die exakte Erfassung der Landschaft in Verbindung mit unseren Modellrechnungen gestattet einen relativ genauen Blick in die Zukunft. Wir können heute mit großer Sicherheit sagen, wo die Problemregionen, was den Grundwasserwiederanstieg anbelangt, von morgen sind. Die Häuser und die technischen Anlagen in diesen Regionen können somit frühzeitig gesichert werden.

Also gibt es keine definitive Voraussage für die Entwicklung in den kommenden 50 Jahren?

Die Voraussagen werden immer genauer. Die Modellbetrachtungen werden laufend aktualisiert. Für die Schlabendorfer Region wird zum Beispiel gerade ein neues Modell mit aktuellen Werten nach dem jetzigen Kenntnisstand berechnet. Für die Region Lauchhammer und Meuro sind ebenfalls neue Modellrechnungen mit aktuellen Zahlen ausgearbeitet. Die Modellbetrachtungen gestatten eine sehr sichere Prognose, wie sich der Grundwasserstand in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Der Objekt konkreten Aussage, wo wir mit dem Grundwasserstand im Jahre 2060 sein werden, sind wir sehr sehr nahe.

Der Häuslebauer kann sich also nicht restlos sicher sein, ob bei ihm 2050 nicht eventuell doch das Wasser im Keller steht?

Wer uns und den Bergwerksunternehmer heute fragt, kann zu 100 Prozent sicher sein, dass ihm vom bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg kein Schaden entsteht. Eventuell kann es erforderlich sein, dass Sicherungsmaßnahmen beim Hausbau erforderlich sind.

Es gibt nahezu keine offiziellen Zahlen zum Grundwasserwiederanstieg. Wo kriegt der Otto-Normal-Bürger die Daten für sein Grundstück her?

Die aktuellen Daten zum Grundwasserwiederanstieg werden von dem Bergwerksunternehmer wie aber auch von den Umweltbehörden und meinem Amt vorgehalten. Bei Anfragen teilen wir unseren Kenntnisstand mit. Je konkreter die Anfrage desto genauer können wir antworten. Pauschale Anfragen zu einem Stadtteil sind immer mit großen Unsicherheiten befasst.

Weshalb können Sie die Daten nicht einfach ins Internet stellen?

Nicht alle Daten liegen in der Form vor, dass wir sie problemlos in das Internet stellen könnten. Hierzu fehlt uns die personelle und finanzielle Ausstattung. Daneben hat der Bürger nur dann etwas von einer Online-Auskunft, wenn sie laufend aktuell gehalten wird. Bei der Vielzahl von Daten, die bei uns eingehen, kann dieses nicht immer gewährleistet werden. Gerade wenn es um bedeutende Investitionen geht, müssen aktuellste und verlässliche Aussagen gegeben werden, die am sichersten von denen kommen können, die die Wasserstandsänderungen zu verantworten haben, so zum Beispiel die Bergwerksunternehmer LMBV und Vattenfall.  

 

Anmerkung des Verfassers:

Jeder Bürger kann sich über die aktuelle Situation im Grund- und Oberflächenwasser informieren,

wenn er diesem Link folgt: 

 

http://www.luis.brandenburg.de/w/wochenberichte/W7100038/default.aspx

 

Der Betreiber der Homepage hat schon im Rahmen  der Berichte über die „Hochwässer“ 2010 darauf verwiesen,

dass das Zuschütten und Überbauen alter Gräben und die Beseitigung von Entwässerungsbauwerken zu diesen

hausgemachten Problemen beitragen:

 

Dissen zieht provisorischen Graben

Zum dritten Mal im Jahr Ärger mit Wasser / Sondersitzung soll Lösungen aufzeigen

Von Jürgen Scholl

Dissen. Mit der Schneeschmelze ist in Dissen auch wieder das Problem mit dem Wasser akut geworden - nur kurz vor der Sondersitzung der Gemeindevertreter von Dissen-Striesow, die sich am heutigen Dienstag (14.12.2010) um 19 Uhr im Sportlerheim mit dem Dauerärgernis befassen wird. Dazu werden auch Experten des Wasser- und Bodenverbandes, der Feuerwehr, der LWG und von der Unteren Wasserbehörde erwartet. (...)

                                                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                        Immer wieder Wasser

 Bereits seit Sonntag (12.12.2010) macht sich das Schmelzwasser in  dem Ort wieder unangenehm bemerkbar. Der Sportplatz steht teilweise mehr als 30 Zentimeter unter Wasser, dasselbe betrifft Gärten insbesondere der oberen Zeile der Döbbricker Straße. Teilweise stehen die Keller bereits zum dritten Mal unter Wasser.

Das Haus, in dem Anni Ziegler lebt, wurde im Jahr 1928 gebaut - "nie zuvor ist Wasser in den Keller ge­laufen", betont sie. Der Grenzgraben, der am Hof vorbeiführte, schien nicht mehr gebraucht zu werden, so dass er mit der Schaffung der Großfelderwirtschaft vor etwa 30 Jahren zugeschüttet wurde oder verlandete.

Provisorischer Graben

Seit Montagvormittag (13.12.2010) ist ein Baggerfahrer des Wasser- und Bodenverbandes Oberland Calau damit befasst, die Reste des Grabens wieder freizulegen. So soll das Wasser vom Sportplatz entlang der Häuserzeile in Richtung Döbbrick geleitet werden. Da der alte Grenzgraben keinen Durchlass mehr hat, soll eine Verbin­dung zum bestehenden Graben in Richtung Teich geschaffen werden - über ein ehemaliges Weggrundstück. Dadurch konnte der Bagger relativ kurzfristig zum Einsatz kommen, ohne dass Privatgrundstücke benutzt werden mussten, erklärt Kaiser. Auch ein Graben, der das Wasser um den Sportplatz herumleitete, wurde wieder aktiviert. "Es ist ein Provisorium", so Bürgermeister Kai­ser. Die Feuerwehren aus Burg, Werben, Striesow und Dissen hatten zuvor signalisiert, dass mit Pumpen allein dem Wasser nicht beizukommen sei.

Bereits zum dritten Mal seit Ende September stand die Döbbricker Straße in Höhe der Pension Nico wieder unter Wasser und musste zeitweise gesperrt werden. Dort sucht sich das Wasser seinen Weg durch die Gärten.

An derartige Probleme mit Wasser könnten sich auch die Älteren im Ort nicht erinnern, so der ehrenamtliche Bürgermeister Fred Kaiser. Auch wenn das Grundwasser schon immer mit 80 bis 100 Zentimetern relativ hoch gestanden habe.

Neue Lösungen erhofft Vom Ingenieurbüro Gerstgraser, das für Vattenfall das Großprojekt Spreeauen-Naturierung quasi vor der Haustür betreut, erhoffen sich Gemeindevertreter von Dissen-Striesow in der heutigen Sondersitzung Hinweise, wie man sich künftig besser schützen könne und welche Projekte Sinn ergeben. (...)

An vielen Stellen im Ort sei inzwischen gebaut worden oder habe das Wasser keine Durchflussmöglichkeit mehr.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.12.2010, auszugsweise

 

Für Dissen fehlt die Dachrinne

Von Jürgen Scholz

Dissen Der provisorische Grabenbau wegen des Überflutungsproblems in Dissen hätte normalerweise juristische Folgen. Denn in der Regel ist dafür ein zweijähriges Planungsverfahren notwendig.

Während der Sondersitzung in Dissen wurde von Experten vor rund 150 Gästen skizziert, welche Lösung es geben könnte. „Dissen ist fast überall. Das ist das Erschreckende“, sagte der Geschäftsführer der Wasser- und Bodenverband Oberland-Calau, Rainer Schloddarick. Doch schnelle Aktionen sind nicht immer möglich. Telefonisch habe die Obere Wasserbehörde darauf hingewiesen, dass der Bau des Grabens bei Dissen eigentlich eine Anzeige lostreten müsse. Darauf wird es aber anscheinend nicht hinauslaufen, da der neue Anschluss zum Grenzgraben zumindest Entlastung im östlichen Teil von Dissen schafft. Das Wasser ist seitdem um zehn bis 20 Zentimeter gesunken, hat der ehrenamtliche Bürgermeister Fred Kaiser beobachtet.

Der Graben vom Sportplatz östlich zum Grenzgraben ist ein Provisorium – aber eins mit Geschichte, machte Dr. Christoph Gerstgraser deutlich, der seit sieben Jahren die Spreeauen-Naturierung betreut. Er verglich die Ackerflächen in Richtung Sielow mit einer Dachfläche.

Früher hätten zwei Gräben wie eine Dachrinne das Wasser um den Ort herumgeleitet. Oberhalb der Döbbricker Straße fehlt die Dachrinne ganz, auf der Seite Richtung Dissen ist das System durch Neubauten und zahlreiche Rohre gestört. Selbst wenn der dortige Graben wieder hergerichtet würde, wären die neuen Häuser außen vor.

Gerstgraser verwies auf einige Verbesserungsmöglichkeiten. In einer Studie sollen Mitte Januar konkrete Maßnahmen vorgestellt werden.

Die außergewöhnlich gut besuchte Gemeindevertretersitzung hatte einen Hintergrund: Zum einen sollten alle auf einen Informationsstand gebracht werden, zum anderen sollten sie darauf vorbereitet werden, dass das Thema noch länger die Gemeinde Dissen-Striesow beschäftigen wird. Auch wenn die Flut schon lange wieder weg ist. Denn, so machten Vertreter von Wasserverband, unterer Wasserbehörde und Kommune deutlich, die Gräben müssten für die Arbeiten zugänglich sein, gegebenenfalls müssen Flächen erworben werden oder Eigentümer von Flächen in neue Durchlässe oder Überfahrten investieren.

 

Zum Thema

Wenn Gräben einige Jahrzehnte nicht mehr genutzt werden, können sie nicht einfach wieder hergestellt werden.

Nach einer ingenieurtechnischen Planung für den Bereich muss ein Plangenehmigungsverfahren in Gang gesetzt werden.

Das Verfahren dauert in der Regel etwa zwei Jahre. Dazu kommen Eigentumsfragen, die zu regeln sind.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.12.2010

 

Wie vieles scheint auch das Projekt „Gewässerrandstreifen“ im Rahmen des

„Biospärenreservates Spreewald“ an den Bewohnern des Spreewaldes vorbei zu gehen,

wie es nachfolgender Leserbrief  zeigt ...

 

Weniger Flutungsfläche im Spreewald

Zum Gewässerrandstreifenprojekt im Spreewald schreibt Hannelore Köhler aus Lübbenau: (. . .)

Durch die intensive Landwirtschaft und Geländenutzung zwischen 1965 bis 1989 sind grundlegende Änderungen im Landschaftsschutzgebiet Spreewald vorgenommen worden wie Rodungsarbeiten, Dammverlegungen, Zuschüttungen einer Vielzahl von alten Gräben und Fließen, um Grün- und Acker­flächen zu erhalten.

Ich persönlich habe die Hochwasser bei uns im Spreewald in den Jahren 1976 und 1981 erlebt. Dass wir solche Naturgewalten nicht direkt beeinflussen können, son­dern die Natur ihre eigenen Gesetze hat, ist nun mal Fakt.

Das Biosphärenreservat Spreewald hatte sich eigentlich die Erhaltung des Kulturlandes Spreewald auf die Fahnen geschrieben, was man aber bei genauer Betrachtung ihrer heutigen Flächen so nicht mehr nachvollziehen kann.

In den letzten 20 Jahren des Bestehens dieses Reservates haben sich in puncto Hochwasserflutungsflächen grundlegende Veränderungen eingestellt, welche so

 sicherlich nicht als positive Auswirkung zu betrachten sind. Nicht nur die Flächengröße ist eingeschränkt, sondern auch die Aufnahmefähigkeit von Wassermengen

 hat sich bedeutend verringert.

Schauen wir uns doch nur mal das Schilfrohr an. Es ist innen hohl, hat aber einen großen Querschnitt. Wenn hektarweise auf ehemaligen Wiesen- und Ackerflächen nur noch Schilf und Weidensträucher wachsen, ergibt es gebündelt eine erhebliche Grundfläche. Hier müsste man sich wirklich Gedanken machen, ob es nicht besser sein würde, die Flutungsflächen vom Schilf zu befreien.

(. . . )Wir werden auch in Zukunft mit Hochwassern rechnen müssen. Wir können auch die Regenmengen nicht beeinflussen, aber der Mensch kann für einen schnellen Abfluss der Wassermengen sorgen.

 

Dafür hat man auch Ämter, wo man meint, dass fähige Mitarbeiter und Verantwortliche sorgen werden,

damit in unserem so einmaligen Flächenland den Landnutzern geholfen werden kann, diese zu bewirtschaften. Diese Landnutzer brauchen wir alle. (. . . )

 

Vielleicht würde es den zuständigen Behörden etwas nutzen, mal einen Blick auf alte Flurkarten zu werfen und nicht nur in das digitale System eines neuen Computerprogramms.

Man sollte auch die Erfahrungen der Menschen des Spreewalds nutzen, denn diese verfügen über sehr viel Erfahrung im Umgang mit den Wasser- und Naturgewalten

ihres Lebensraumes, haben diese teilweise noch von ihren Vorfahren übermittelt bekommen.

Nur wer im Spreewald richtig lebt und nicht nur aus sicherer Entfernung versucht, sich in das Leben im Spreewald hineinzuversetzen, wird auch in Zukunft richtige und

fundierte Entscheidungen treffen können. Dann wäre bestimmt auch den Menschen unserer Region geholfen, dass ihre Häuser nicht mehr im Wasser stehen und die

vielen Mühen der Landschaftsnutzung belohnt werden. ( . . .) ,\

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.12.2010

 

Anmerkung d. Verfassers:

Wer hat denn die entsprechenden Genehmigungen für das Zuschütten,   Verrohren, Überbauen u.ä. der alten Gräben erteilt?

Sollte das o.g. zu DDR-Zeiten ohne Genehmigung (also illegal) passiert sein, bedarf es doch keines Planfeststellungsverfahrens,

um die alten Grabensysteme wieder herzurichten, damit sie ihre ursprüngliche Funktion der Be- und Entwässerung erfüllen. 

 

Ausserdem stehen  dem Interessierten im Landesumweltamt Brandenburg 

"Gewässerkundliche Jahrbücher" zur Verfügung, in denen die charakteristischen Wasserstände

sowohl für das Grundwasser als auch für das Oberflächenwasser veröffentlich sind.

 

Welche größeren Städte sind dauerhaft vom Grundwasserwiederanstieg betroffen?

Nach jetzigem Kenntnisstand werden wir auch Entwässerungs- und Pumpenkonzepte für bebaute Gebiete, wie in der Stadt Senftenberg oder der Stadt Hoyerswerda, benötigen. In der Stadt Hoyerswerda gibt es bereits ein geschlossenes Ringsystem, das gewährleistet, dass die Bebauung in der Neustadt keine nassen Füße bekommt. Dieses ewige Betreiben von Pumpen ist in den Bergbaurevieren an der Ruhr, an der Saar und eben auch bei uns in der Lausitz nichts Ungewöhnliches.                                                                     

                

Sind solche Systeme auch für eine Großstadt wie Cottbus denkbar?

In der Stadt Cottbus wird es derartige Probleme mit dem Grundwasserwiederanstieg nie geben. In der Stadt Senftenberg wird derzeit konkret über ein dauerhaftes Wasserheben im Bereich des Gewerbegebietes Laugkfeld nachgedacht. Derartige Systeme sind immer ganz spezifische Einzelfalllösungen.

Da viele Fragen zum Grundwasserwiederanstieg und zur Wassergüte der Bergbaufolgeseen noch unklar sind: Braucht es nach 2012 dringend ein fünftes Bund-Länder-Verwaltungsabkommen, das entstehende Aufgaben finanziert?

Wir brauchen mit Sicherheit die Fortführung des bestehenden Verwaltungsabkommens. Wir brauchen aber auch ein langfristiges Konzept, das sichere und stabile Strukturen für die nächsten Jahre schafft, um die langfristigen Aufgaben im Wasserhaushalt zu bearbeiten.

Wie könnten diese neuen Strukturen aussehen?

Die bisherige Struktur in der Braunkohlesanierung hat sich optimal bewährt. Aber wir müssen davon ausgehen, dass der maßgebliche Finanzier – der Bund – der in Berlin und Bonn sitzt, die Region stärker in die Pflicht nehmen wird. Dieser Aufgabe können wir uns stellen, soweit der finanzielle und der gesetzliche Rahmen stehen. Die neue Landesregierung hat die Zukunft der Braunkohlesanierung ausdrücklich im Koalitionsvertrag aufgenommen.

Das hieße, man bräuchte eine Art regionale LMBV, die sich speziell um die Lausitz kümmert?

Entweder so – oder stärker auf die wasserwirtschaftlichen Fragen ausgerichtet – einen grenzenübergreifenden Wasserverband, in dem die regionalen und kommunalen Stellen, aber auch die Bergbauunternehmen LMBV und Vattenfall eingebunden sind. Ein Verband auf gesetzlicher Basis könnte auch Aufgaben, die heute noch von Ämtern und Behörden wahrgenommen werden, übernehmen. Diese Struktur könnten die regionalen Interessen selbst verwalten und optimal umsetzen. Damit ließe sich eine verbindliche Solidargemeinschaft organisieren, da einzelne Kommunen mit der Unterhaltung eines Sees überfordert sind. Die Finanzierung der Unterhaltslasten kann nur durch viele Akteure dauerhaft getragen werden. Solche Strukturen müssten nicht neu gefunden werden. Es gibt bundesweit gute Beispiele wie den Landestalsperrenverband in Sachsen und den Erftverband im Rheinischen Braunkohlerevier.

Mit Dr. Klaus Freytag sprach Sascha Klein

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.12.2009

 

Wie weiter oben schon des Öfteren darauf verwiesen:

Haben sich die Bauherren bei den zuständigen Fachämtern nicht vor Baubeginn über die vom Tagebaubetrieb 

unbeeinflussten Grundverhältnisse informiert?

 

Eigentlich war jedem Beteiligten klar, dass mit mit sehr großer Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass 

sich nach  Auflassung der Tagebaue wieder annähernd natürliche Grundwasserverhältnisse einstellen werden, 

nur der Zeitpunkt war unbestimmt.  

 

Das Phänomen "Grundwasserwiederanstieg nach Beendigung desTagebaubetriebes" ist nicht nur auf Brandenburg

und Sachsen beschränkt:

Unter der o.g. Überschrift war von KAREN GOTTSCHILD und GEORG LUKAS (Fotos)

in der BamS Folgendes zu lesen:

Korschenbroich-Herrenshoff, ein nettes Örtchen weit vor den Toren Düsseldorfs. Wer hier lebt, schätzt Ruhe und Beschaulichkeit mehr als die Hektik der Großstadt. Wie Christian (56) und Cornelia (51) Külbs, die sich hier vor 15 Jahren ein hübsches Einfamilienhaus bauten und lange Jahre mit ihren Nachbarn die Idylle genossen. Doch dann ging der Ärger los.

"Plötzlich stand der Keller unter Wasser. Wir dachten zuerst, die Heizung leckt", erzählt Cornelia Külbs. "Aber es wurde immer mehr." Als ihr Mann ein Loch in den Boden hämmerte, sprudelte ihm ein Springbrunnen entgegen (Anm. d. Verfassers: ???) - "wie eine Fontäne bei einer Ölbohrung". Sie versuchten, mit zwei Industriestaubsaugern die Lage in den Griff zu bekommen. Alle 15 Minuten saugten sie 20 Liter Wasser ab, auch nachts. Sie kauften Pumpen mit einer Kapazität von 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde - alles vergebens.

Die Külbs waren mit ihrem Wasserproblem nicht allein: Nach und nach begann es in immer mehr Nachbarhäusern, zu sickern und zu plätschern. Im vergangenen Winter herrschte schon in 700 Kellern von Korschenbroich Land unter. Durch die ständige Feuchtigkeit fangen die Häuser an zu schimmeln, Bewohner klagen über Gesundheitsprobleme. Und keine Chance, gegen die Flut aus der Tiefe anzulenzen.

Denn inzwischen haben die Korschenbroicher herausgefunden, weshalb sie ständig nasse Füße bekommen: 

Sie haben ihre Häuser auf früherem Sumpfland gebaut. Davon ahnten sie nichts, weil für die nahe gelegenen Braunkohletagebau-Gebiete riesige Pumpen das ganze Gebiet über Jahre regelrecht trocken gelegt hatten - bis jetzt. Doch nun sind die Braunkohleflöze erschöpft, die Abbaugebiete Bergheim und Fortuna-Garsdorf werden stillgelegt. Und das bedeutet auch, dass ab 2005 die großen Grundwasserpumpen nicht mehr arbeiten.

"Korschenbroich hat einen sehr hohen Grundwasserspiegel", erklärt Christian Külbs, "hier hätte niemand einen normalen Keller bauen dürfen. Heute wissen wir das. Wenn im nächsten Jahr die Pumpen ganz abgestellt werden, wird das Wasser immer höher und höher steigen." Das ganze Dorf droht dann regelrecht abzusaufen.

Das Ehepaar Külbs gehört zu den wenigen, die der drohenden Flut gelassen entgegensehen können. Denn es hat sein Haus einfach um 1,40 Meter anheben lassen! "Den Keller gibt es nicht mehr, der ist jetzt die erste Etage", erklärt Christian Külbs. Wo einmal zwei Stufen zur Haustür führten, ist heute eine Treppe mit neun Stufen. Möglich wurde dies durch ein ausgeklügeltes Haus-Hebevertahren (siehe Kasten). Doch der Höhengewinn hatte seinen Preis: 65 000 Euro.

Andere Betroffene versuchen, mit Dichtmaterial, das durch die Wand gespritzt wird, ihre Keller zu ummanteln - wie etwa Petra Kress (42) und ihr Mann Lothar (44). "Uns hat nie jemand gesagt, dass man nicht einfach ein normales Haus mit Keller bauen darf", empören sie sich. Das Ehepaar kaufte 1992 seine neu erbaute schlüsselfertige Reihenhaushälfte, 1994 drang das erste Mal Wasser in den Keller. Die Kress pumpten immer wieder ab, bis Tochter Isabell (14) krank wurde. "Sie war ständig erkältet, schlapp, hatte Kreislaufprobleme", berichtet die Mutter. Ein Arzt diagnostizierte eine Schimmelallergie. "Der Schimmel kam aus unserem Keller." Die Familie ließ ihn im letzten Jahr für 30 000 Euro sanieren. "Doch im letzten Winter war das Wasser nur noch 47 Zentime­ter von der Grasnarbe entfernt", so Petra Kress. "Die Pumpe eines Nachbarn rettete uns. Aber ich kann nicht mal mehr die Pumpe der Waschmaschine hören, ohne zusammenzuzucken. "

30 Kilometer weiter, in Gohr bei Dormagen, steigt ebenfalls die Angst, denn auch dieses Dorf ist vom Wasser bedroht. Wenn RWE Rheinbraun die Braunkohletagebau­Pumpen abdreht, drohen hier 200 Häuser abzusaufen.

Die Kommune sucht nun unter Hochdruck nach einer Lösung. Kann das bedrohte Wohngebiet mit einer Pumpanlage gerettet werden? Bürgermeister Reinhard Hausschild hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Aber das braucht seine Zeit."

Zeit, die die Bürger von Gohr nicht haben.

Eine Familie ist schon dabei, ihr Haus anzuheben wie die Külbs in Korschenbroich "Aber nicht jeder hat das Geld dafür und ein allein stehendes Haus - die Voraussetzung für eine solche Aktion", erklärt Gerd Dressen. Er und andere Betroffene haben die Bürgerinitiative "Arche Gohr" gegründet, um gemeinsam gegen den Untergang zu kämpfen. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Obwohl die Behörden von den Grundwasserproblem gewusst hätten, seien die Hausbauer nicht gewarnt worden. Und jetzt, da es um finanzielle Hilfe geht, hielten sich Stadt und Land bedeckt.

Noch hat jeder ein Fünkchen Hoffnung, dass die "Arche Gohr" nicht untergeht. Doch die Zeit verrinnt. Und das Wasser steigt...

 Wie legt man ein Haus höher?

Dr.-Ing. Bernfried Kurt Sudbrack aus Bad Münstereifel hat ein Verfahren entwickelt, mit dem komplette Häuser um bis zu 1,50 Meter angehoben werden können. Hierzu werden im Keller Löcher gebohrt, darin werden dann hydraulische Hubzylinder montiert, die das Haus wie überdimensionale Wagenheber in die Höhe drücken - immer in Zehn-Zentimeter-Schritten.

Nach Abschluss des Hebevorgangs liegt der Keller überirdisch und wird zum neuen Erdgeschoss. Der entstandene Hohlraum wird mit Fließbeton gefüllt, sodass die Standsicherheit des Hauses gewährleistet ist. 

Die Grundkosten für die Anhebung eines Hauses von 100 Quadratmeter Grundfläche und einem Meter Hebung liegen bei 50 000 Euro.

 Infos unter www.hausanhebung.de

Aufsteiger  (Anm.: damit ist das anzuhebende Haus gemeint): Hydraulische Hubzylinder werden mit dem Kellerboden verschraubt. Dann wird das ganze Haus wie mit einem überdimensionalen Wagenheber über den Grundwassserspiegel gedrückt.

 

Vielleicht ist diese Technologie in Einzelfällen auch eine Variante für den Lausitzer Raum ? ? ?

 

Und schon wird die Anwendung dieser zweifellos interessanten Technologie schon von

einem Baugrundgutachter vorgeschlagen (hoffentlich sind die Patentrechte berücksichtigt!!,

siehe auch unter: www.hausanhebung.de

 

Land unter in Sachsen-Anhalt

Seit 2010 kämpft ein Viertel aller Kommunen mit einem steigenden Grundwasser-Pegel. Jetzt beschloss das Land einen Rettungsfonds

Das Grundwasser-Problem

Von hohen Grundwasserpegeln sind in Sachsen-Anhalt nicht nur Flussniederungen betroffen, sondern auch Regionen mit teilweise stillgelegten Bergbauflächen.

Nie hatten die Wegeners im Bördeort Atzendorf (Salzlandkreis) Probleme mit dem Grundwasser.

„Seit 2010 haben wir Wasser im Keller“, so Herbert Wegener. Für seinen Enkel Alexander, 13, ist das Ganze eine Gaudi. Er watet durch den nassen Keller, misst einen Pegel von 18 Zentimetern.

Probleme. So wie den Wegeners ergeht es derzeit Zehntausenden.

Rund 27 Prozent der Landesfläche. und damit mehr als ein Viertel der Kommunen, weisen extrem hohe Grundwasserstände auf.

                                   

Schuld sind die starken Niederschläge der vergangenen Jahre. Außerdem wurde die Situation durch das Ende des Bergbaus und das damit einhergehende Abschalten vieler Wasserpumpen (z.B. im Raum Staßfurt) verschärft. Felder und Wiesen wurden überflutet, Keller liefen voll.

Endlich ist die Misere in der Landeshauptstadt angekommen, Landesumweltminister Hermann Aeikens (CDU) legte Anfang De­zember einen 30-Millionen-Euro­Fonds auf, um Maßnahmen gegen die "Vernässung" zu finanzieren.

Für Opa Wegener kommt die Hilfe zu spät: „Wir werden unsere Ölheizung gegen eine Gastherme austauschen müssen. Und die Kell­ertreppe beginnt auch schon zu faulen und muss ersetzt werden."

Quelle: SUPERillu, Nr. 5 2 /2 0 11

 

Fernwärmeleitungen liegen im Grundwasser

Senftenberg. Die Senftenberger Stadtwerke müssen einein­halb ihrer mehr als 30 Kilometer langen Fernwärmeleitungen neu verlegen. Die Rohre aus DDR-Zeiten liegen mittlerweile im aufsteigenden Grundwasser, das die Isolierung zerstört hat.

Dadurch wird Wärme an die Umgebung abgegeben, und es kann zu Störungen bei der Fernwärmeversorgung kommen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.01.2012

 

Mit den vorhergehenden Bemerkungen sind einige der nachstehenden Behauptungen fast "ad absudum" geführt:

 

Der Präsident des Landesumweltamtes, Prof. Freude meldet sich an dieser Stelle unter dem Titel 

Brandenburg ist bereits mitten im Klimawandel

zu Wort:

Landesumweltamt: Folgen seit Jahrzehnten offensichtlich

Im Land Brandenburg sind die dramatischen Folgen des Klimawandels nach Erkenntnissen des Landesumweltamtes bereits seit Jahrzehnten offensichtlich. "Der Klimawandel wird nicht vorausgesagt, wir sind mitten drin", sagte der Präsident der Behörde, Matthias Freude in Potsdam. "Vor zehn Jahren haben uns noch viele Leute verlacht. Heute können viele von ihnen das Wort Landschaftswasserhaushalt fehlerfrei' aussprechen. Dabei gehe es darum, das kostbare Wasser im Land zu halten.

VON MATTHIAS BENIRSCHKE

"Wir haben hier bundesweit die meisten Fließgewässer - mehr als 32 000 Kilometer - dazu fast 1000 Seen über ein Hektar", zählte Freude auf. Auf der anderen Seite sei Brandenburg das östlichste Bundesland mit dem stärksten Einfluss des kontinentalen Klimas. "Die Auswirkungen merken wir schon seit 15 oder 20 Jahren."

Brandenburg habe ein Niederschlagsdefizit. "Die Situation wird durch die steigenden Temperaturen verschärft" , sage Freude. In Angermünde etwa seien die Sommertem­peraturen in den vergangenen 100 Jahren um 3,7 Grad gestiegen. "Wenn es wärmer wird, verdunstet mehr Wasser." Auf 94 Prozent der Landesfläche gebe es mehr Verdunstung als Niederschlag. Diese Werte seien einmalig in Deutschland.

"Dazu kommt, dass unsere Sandböden so schlecht Wasser speichern können" ,'erklärte Freude. Und Brandenburg habe ohnehin nur halb so viel Niederschläge wie das Alpenvorland oder die Nordseeküste. "Und es wird weniger: Im Odergebiet und der Lausitz haben wir schon Steppenklima."

Im oberen Grundwasserbereich sinke der Stand pro Jahr um bis zu drei Zentimeter.

"Der Wasserrückgang betrifft das Oberflächenwasser, die Feuchtgebiete, die Laichplätze für Amphibien, die uns gerade wegtrocknen - zum Beispiel für unsere Sumpfschildkröte", warnte der Umweltexperte. "Im Faulen See bei Lychen in der Uckermark stehen die zur Wendezeit gebauten Stege völlig auf dem Trockenen." Eine 1991 gesetzte Pegellatte stehe mittlerweile zwölf Meter vom Ufer entfernt. Die im Land entspringenden Flüsse führen nur noch halb so viel Wasser wie vor 30 Jahren.

"Derzeit untersuchen wir, wo die Niederschläge bleiben", sagte Freude. Denn selbst wenn es mehr als sonst regnet, ist die Landschaft knochentrocken. Es kommt fast nichts im Grundwasser an."

Die einzig logische Erklärung:

Das Wasser läuft ab, und zwar durch das 24 000 Kilometer lange System der Entwässerungsgräben.

"Die Landwirte fordern: Nein, bloß keine feuchten Flächen, wir wollen zeitig den Boden bestellen", sagte Freude. Hier müsse es ein rasches und radikales Umdenken geben. "Alle müssen einsehen, dass eine noch im März feuchte Wiese keine Katastrophe ist."

Im Wasserhaushaltsgesetz des Bundes stehe sinngemäß, dass kein Wasser auf der Wiese stehen soll. "So lange das so drinsteht, kann jeder Landwirt sagen: Oho, ich habe eine feuchte Wiese, Wasser- und Bodenverband oder Landesumweltamt, ersetz' mir das."

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.05.2007

 

Die Lausitz: ein Paradies für Angler?(???)

Lausitz. Die Gesamtwasserfläche des Landes Sachsen be­trägt 45051 Hektar, die Brandenburgs sogar 100700 Hektar. Allerdings sind nicht alle Gewässer zum Fischen freigegeben.

Während Brandenburger Fischer und Angler gemeinsam gut 72 000 Hektar bewirtschaften,

sind es im Freistaat nach Zahlen des Lan­desfischereiverbands nur rund 13 000.

Laut Dr. Wolfgang Stiehler, Präsident des Verbandes, sind viele Seen in Sachsen noch nicht befischbar. Wasserqualität und Freigabe durch die LMBV stünden dem entgegen. jpr/amh

 Quelle: Lausitzer Rundschau, Weihnachten 2011

 

Diese Sorgen scheinen ja nach neuesten Erkenntnissen ausgeräumt zu sein ...

 

Teile Brandenburgs von Austrocknung bedroht.

Experte: Landwirtschaft wird zwangsläufig teurer              

DAHLEWITZ. Die Allgemeinheit muss der Landwirtschaft bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels nach Ansicht des Geoökologen Hubert Wiggering finanziell unter die Arme greifen. "Es ist nicht die Frage, ob der Landwirt sich das leisten kann, sondern ob die Gesellschaft es sich leisten kann", sagte der Direktor des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg (Märkisch-Oderland) gestern. Landwirtschaft werde bei zunehmender Trockenheit - wie in Brandenburg ­ zwangsläufig teurer. Es sei aber im Interesse der Allgemeinheit, dass die Landschaft um die Städte funktioniere, so Wiggering. "Der Landwirt wird dann nicht nur Produzent von Pflanzen, sondern auch von Klima."

Laut Wiggering drohen große Teile Brandenburgs zu vertrocknen. 

"Man kann davon ausgehen, dass 30 bis 40 Prozent der Flächen problematisch werden." Die bedrohten Flächen lägen im ganzen Land verteilt. "Es sind die leichten sandigen. Böden, weil die das Wasser nicht halten können." Schon jetzt müssten Bauern dort bei ihrer Bewirtschaftung neue Wege gehen. Damit das Wasser nicht verdunste, müssten zwischen Ernte und Aussaat Zwischenfrüchte wachsen. "Wir müssen alles daran setzen, dass das wenige Wasser, das über Niederschläge noch auf die Felder geht, dort auch gehalten wird", forderte Wiggering am Rande einer Fachtagung in Dahlewitz (Teltow-Fläming).

Zudem müsse im Winter Wasser für den Sommer angestaut werden. Sparsame Berieselungsmethoden seien ebenso notwendig wie die Züchtung von Pflanzen, die Trockenheit besser vertragen. (dpa/mb)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.10.2007

(Anmerkung: Wieder einmal die Verkündung von Binsenweisheiten ! )

 

Anmerkung des Verfassers:

 

Nach Angaben des ARD-Wetterbericht (RBB) vom 02.05.2007 lag die 

Niederschlagssumme der Monate Januar bis April 2007 in Brandenburg 

   zwischen 111 (Station Potsdam) bis 127 Prozent des langjährigen Mittels, 

trotz des trockenen Aprils mit lediglich 4 Prozent der normalen Regenmenge (Station Cottbus: 1,4 mm) für 

diesen Monat.

 

Vielleicht können sich die Grundwasserstände des (oberen) Grundwasserleiters I sowohl durch den 

Wiederanstieg des Grundwassers in tiefer liegenden Grundwasserleitern der ehemaligen vom Bergbau 

beeinflussten Gebieten als auch durch den Grundwasserwiederanstieg in den Tagebaurestlöchern nicht 

"erholen". 

Wahrscheinlich fließt das sich bildende Grundwasser sofort den Absenkungstrichtern zu. 

 

Doch zurück zur Tagebauflutung ... 

Warum bereitet die Flutung so viel Schwierigkeiten ? Dazu  ist in der "Lausitzer Rundschau" vom

10.12.2002  bzw. im "Märkischen Boten" vom 08.01.2003 Folgendes zu lesen:

 

Wassermangel gefährdet neue Lausitzer Seen

Grubenwasserhebung geht zurück

SENFTENBERG. Die Flutung der Lausitzer Tagebauseen wird immer stärker von den Niederschlägen in der Region abhängig. Ursache dafür ist der weitere Rückgang der Grubenwasserhebung im Bergbausanierungsgebiet.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) fördert nach eigenen Angaben in diesem Jahr nur noch etwa 300 Millionen Kubikmeter Wasser, das zur Restlochflutung verwendet oder in Flüsse geleitet wird.

Gert Gockel, Leiter Geotechnik der LMBV, geht trotzdem davon aus, dass die Flutung der Lausitzer Tagebauseen wie geplant bis etwa 2020 abgeschlossen wird. Er hofft, dass nach mehreren sehr trockenen Jahren die Niederschlagsmengen in der Region wieder ansteigen werden.
Wissenschaftliche Untersuchungen liefern außerdem Hinweise, dass die Versauerung der Tagebau-Restlöcher stärker ausfällt als bisher vermutet.
Die LMBV will dem mit neuen chemischen und biologischen Methoden entgegenwirken.

(Eig. Ber./sim) SEITE 3

 

Neißewasser für die Spree 

Sächsische Landesregierung erteilte Freigabe 

Region (gk). Die Flutung der sächsischen Tagebaurestlöcher mit dem Wasser der Spree hat gravierende Auswirkungen auf den Wasserhaushalt in Spremberger Talsperre und im Spreewald. Dies besonders in niederschlagsarmen Zeiten.

Jetzt hat die sächsische Landesregierung der Erteilung des Planfeststellungsbescheides zur Neißewasser- überleitung in die Lausitzer Seenkette zugestimmt.

Damit ist es der LMBV möglich die erforderlichen Baumaßnahmen auszuschreiben.

Über eine Rohrleitung soll das Wasser über den Weißen  Schöps in die Spree und dann über eine Pumpstation bei Spreewitz in die zu flutenden Tagebaue fließen. Die ab 2005 jährlich 17 Millionen Kubikmeter Neißewasser sollen damit eine  normale Wasserführung der Spree zu jeder Zeit garantieren.

Ausführlicher dann auf Seite 3 der "Lausitzer Rundschau" vom10.12.2002: 

 

Schwierige Wasserregulierung in der Lausitz

Wenig Wasser fließt in der Spree / Suche nach neuen Verfahren gegen Versauerung /

Hilfe für Schwarze Elster durch Anzapfen der Neiße

Viele neue Seen mit einer Gesamtfläche von 130 Quadratkilometer entstehen in der Lausitz durch Flutung alter Tagebaue. Außerdem fehlt noch immer viel Grundwasser in der Region, Folge des zu DDR-Zeiten ausufernden Braunkohlebergbaus. Insgesamt braucht das Lausitzer Bergbausanierungsgebiet noch fünf bis sechs Milliarden Kubikmeter Wasser. Das ist etwa die Hälfte der Elbeflut. Die Regulierung des Wasserhaushaltes erweist sich inzwischen als schwieriger, als noch vor Jahren vermutet.

VON SIMONE WENDLER

Leipsch ist ein kaum bekannter, kleiner Ort am Nordrand des unteren Spreewalds. Für die Fachleute, die sich mit der Wasserregulierung in der Lausitz beschäftigen, ist Leipsch jedoch ein Begriff. Hier befindet sich ein wichtiger Messpunkt für die Wassermenge, die hinter dem Spreewald noch in der Spree fließt. Zu DDR-Zeiten wurde so viel Grubenwasser in die Spree gepumpt, dass in Leipsch noch bis zu 30 Kubikmeter pro Sekunde vorbeiflossen, im vorigen Jahr jedoch durchschnittlich nur noch zehn Kubikmeter, Tendenz fallend.

Gemeinsame Flutungszentrale

Neueste Prognosen, die der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Matthias Freude, kürzlich in Cottbus vorstellte, kündigen für das Jahr 2005 sogar nur noch sieben Kubikmeter durchschnittlich an. Erst ab 2010 soll nördlich von Lübben wieder etwas mehr Wasser in der Spree fließen. An trockenen Sommertagen sind es jedoch schon heute oft weniger als fünf Kubikmeter pro Sekunde, obwohl bei so großer Trockenheit kein Spreewasser mehr zur Füllung alter Kohlegruben abgezogen werden darf.

                        

"Im Sommer 2000 gab es sogar wochenlang fast keinen Abfluss mehr, da stand die Spree fast still," sagte Freude. Für einige Lebewesen wie seltene Flussmuscheln, die auf eine bestimmte Strömung angewiesen sind, ein lebensbedrohlicher Zustand. Ein kompliziertes Regelsystem von Staubecken, Wehren und Wasserüberleitungssystemen kann daran nichts ändern, denn verteilt werden kann nur, was da ist.

Gesteuert wird die Flutung der Tagebau-Restlochkette in der Lausitz von einer gemeinsamen sächsisch-brandenburgischen Flutungszentral~ bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg. Ursprünglich, sagt Gert Gockel, Leiter Geotechnik der LMBV, sei davon ausgegangen worden, dass etwa 2,4 Milliarden Kubikmeter Wasser aus Schwarzer Elster, Spree und noch gehobenem Grubenwasser innerhalb von zehn Jahren für die Flutung der Alttagebaue zur Verfügung stehen.

Optimistische Prognosen

"Das war sehr optimistisch", sagt Gockel heute. In den vergangenen Jahren habe es jedoch wenig Niederschläge gegeben, andererseits seien aus Naturschutzgründen die Anforderungen an die Mindestwassermengen in den Flüssen gestiegen. Die Folge: Die zur Flutung zu verteilenden Wassermengen bleiben hinter den alten Prognosen zurück. Gockel ist jedoch optimistisch, dass die Lausitz, niederschlagsmäßig die trockenste Region in Deutschland, in den kommenden Jahren wieder mehr Regen und Schnee abbekommt und sich die Situation wieder bessert. Das vorige Jahr sei schon "ein nasses Jahr" (Anm. des Verfassers: 2001) gewesen.

Wissenschaftliche Begleitung

Fest steht jedoch: Die Entwicklung der Niederschlagsmengen in der Lausitz hat immer stärkeren Einfluss auf die Regulierung des Wasserhaushaltes in der Region, denn die Menge an Grubenwasser geht weiter drastisch zurück. 1989 wurden noch jährlich 1,2 Milliarden Kubikmeter Wasser vom Bergbau in der Lausitz gehoben und in die Flüsse geleitet. In diesem Jahr sind es noch etwa 450 Millionen Kubikmeter.

Zwei Drittel davon pumpt die LMBV ab, ein Drittel die Laubag. Die LMBV hebt das Wasser jedoch nur noch so lange, wie es notwendig ist, um die Grubenböschungen zu sichern und die Ufer der künftigen Seen zu modellieren. Sind diese Arbeiten abgeschlossen wird auch kein Wasser mehr gehoben, denn der pausenlose Pumpbetrieb ist teuer.

Einzige Ausnahme ist die gezielte Befeuchtung wichtiger Naturschutzflächen, die ohne vorübergehende Bewässerung zerstört würden. In Sachsen wird schon jetzt überhaupt kein Wasser durch die LMBV gehoben und in die Flüsse gepumpt. Die Hälfte des derzeit zur Flutung von Restlöchern verwendeten Wassers ist jedoch immer noch Grubenwasser.

„Das ganze ist ein Lernprozess für alle Beteiligten", sagt Gockel, der Wasserexperte der LMBV, „für diesen ganzen Vorgang gibt es weltweit kein Vorbild." Deshalb wird

die Regulierung des vom Bergbau nachhaltig veränderten Wasserhaushaltes der Lausitz seit Jahren wissenschaftlich begleitet.

Partner der LMBV ist die Brandenburgische Technische Universität (BTU) in Cottbus. Dabei spielt nicht nur die Menge, sondern auch die Wasserbeschaffenheit in den Tagebau- Restseen eine Rolle. Ein wichtiges Ergebnis dieser Forschungen: Trotz Zufluss von Oberflächenwasser aus Flüssen werden die Seen durch Auswaschungen aus den Kippenböden offensichtlich saurer als bislang vermutet.

Deshalb, so Gockel, müssten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um mit chemischen und biologischen Mitteln dem entgegenzusteuern und das Wasser zu neutralisieren. Ein Forschungsprojekt dazu gehe im kommenden Jahr zu Ende. "Dann werden einzelne Verfahren weiter bearbeitet bis zur Anwendungsreife", kündigt Gockel an.

Eine Versauerung der Restlöcher zu verhindern, ist nicht nur für eine uneingeschränkte Nutzung nötig. Die Seen müssen, wenn sie vollständig gefüllt sind, wieder mit den Oberflächengewässern, also Flüssen und Bächen verbunden werden. Dazu muss ihre Wasserqualität unbedenklich sein.

Weg frei für Neißewasser

Voraussichtlich im April kommenden Jahres (Anm. des Verfassers: 2003) wird erstmals Wasser aus der Neiße zur Flutung eines Lausitzer Tagebaurestloches beitragen. Der deutsch-polnische Grenzfluss wird dann mithelfen, den ehemaligen Tagebau Berzdorf zu fluten.

Etwa zwei Jahre später soll dann Neißewasser auch über eine nördlich von Rothenburg beginnende Rohrleitung in das Gebiet der Schwarzen Elster fließen. Vor wenigen tagen wurde der LMBV dafür die gemeinsam mit Polen erarbeitete Genehmigung übergeben. Fachleute wie Gockel haben darauf schon lange gewartet. „Die Neiße ist der wasserreichste Fluss in der Region", betont der Geotechniker.

Befürchtungen auf polnischer Seite, durch die Ableitung von Neißewasser könnte der Grundwasserspiegel sinken, hält Gockel für unbegründet: „Nach Ansicht der Wissenschaftler ist da nichts zu befürchten."

Nur bei Wassermengen von mehr als 17,5 Kubikmetern pro Sekunde dürfe die Neiße angezapft werden. Das sei, so der LMBV-Experte, doppelt so viel, wie derzeit durchschnittlich in der Spree fließt. Die geplante Ableitung werde den Wasserspiegel der Neiße nur um wenige Zentimeter schwanken lassen, viel weniger als die wetterbedingten Schwankungen ausmachten. Außerdem würden die Wasserentnahme und ihre Auswirkungen von deutschen und polnischen Fachleuten regelmäßig geprüft und überwacht.

Bis etwa um 2020, so bisherige Planungen, sollen die ausgekohlten Lausitzer Tagebaue geflutet sein. Gockel glaubt, dass dieser Zeitplan noch immer geschafft werden kann.

Ganz regeneriert sei der Wasserhaushalt der Region auch dann jedoch nicht: "Es dauert dann noch eine gewisse Zeit, bis sich das Grundwasser wieder angepasst hat."

 

Hintergrund

Wasserdefizit als Folge des Bergbaus

. Durch die Kohleförderung aus zahlreichen Gruben wurde zu DDR-Zeiten ein riesiger unterirdischer Trichter erzeugt, in dem das Grundwasser fehlte. Dazu kamen Hohlräume, aus denen die Kohle gebaggert wurde.

Das daraus resultierende Wasserdefizit im Lausitzer Revier wurde insgesamt auf 13 Milliarden Kubikmeter geschätzt.

. Bei der Aufteilung in aktiven Bergbau (Laubag) und Sanierungsbergbau (LMBV) wurde auch die fehlende Wassermenge aufgeteilt.

Sieben Milliarden Kubikmeter wurden der LMBV zugeordnet.

. Dieses Defizit wurde inzwischen auf viereinhalb Milliarden Kubikmeter reduziert. Der Gesamtwassermangel der Region im stillgelegten und aktiven Bergbaugebiet beträgt danach grob geschätzt noch etwa zehn Milliarden Kubikmeter.

101202lr.rtf

 

Die "Lausitzer Rundschau" berichtet am 20.11.2002 dazu:

 

Lausitzer Seenkette nimmt erste Formen an

Bauarbeiten für schiffbaren Kanal starten heute                                                                    

                                                                                           

     VON MARKUS FÜLLER

Sie gehört zu den Top-Attraktionen der regionalen Tourismusplaner: die Lausitzer Seenkette. Neun Bergbaufolgeseen an der sächsisch-brandenburgischen Grenze mit einer Gesamtfläche von 5500 Hektar sollen durch schiffbare Kanäle verbunden werden. Für das erste dieser Bauwerke zwischen den Restseen Skado und Koschen fällt heute der offizielle Startschuss.

 

Eine Vision wird konkreter. "Leinen los für die Lausitzer Seenkette", heißt es euphorisch bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Für die obersten Bergbausanierer in Ostdeutschland beginnt eine weitere Etappe auf ihrem Weg, der von der Braunkohle gezeichneten Landschaft ein neues Gesicht zu geben.

 Aufwändiges Wassermanagement

Jahrelang bewegten die Sanierer vor allem Erde und verdichteten Böden. Mit dem Fortschritt der Erdarbeiten geht es nun immer mehr um den Wasserhaushalt. Dort wo nach Kohle gegraben wurde, sollen Seen entstehen. Diese Aufgabe allein dem Wiederansteigen des Grundwassers zu überlassen, hätte zwei Nachteile: Es dauert sehr lang und die Seen werden sauer. Um sowohl das Tempo zu erhöhen und die Qualität zu verbessern, wird den entstehenden Seen Wasser aus umliegenden Flüssen zugeführt. Dafür sorgt ein aufwändiges Wassermanagement. Dieses beinhaltet, die Seen zugunsten optimaler Flutungswege

Diese Notwendigkeiten der Bergbausanierung nahmen Verantwortliche aus der Region als Steilvorlage: Wenn zwischen den Seen ohnehin ein Wasseraustausch stattfinden muss, sollten die Verbindungen gleich so gebaut werden, dass Sportboote durchpassen. Die Lausitzer Seenkette trat heraus aus der regionalen Träumerei in den Bereich des Möglichen. Offen blieb einzig die Frage: Wer trägt die Mehrkosten?
Die LMBV winkte ab. Die Tochter des Bundes darf lediglich die Mittel zur Verfügung stellen, die sie für einfache Überleiter benötigen würde. Im Rahmen der Lausitzinitiative erklärten sich schließlich die Länder Sachsen und Brandenburg grundsätzlich bereit, die Finanzierungslücke zu schließen.

Mit dem ersten Kanal zwischen den Restseen Skado und Koschen ist nun der Freistaat gefordert. " Wir wollten ein politisches Zeichen setzen", begründet Bernd Sablotny, zuständiger Referent im sächsischen Wirtschaftsministerium, der RUNDSCHAU die Zustimmung zu dem Projekt. " Wir geben der Region Hilfestellung." Das 1150
Meter lange Verbindungsstück kostet 3,3 Millionen Euro. Rund zwei Drittel davon fließen aus dem LMBV - Topf für die Grundsanierung. Rund ein Drittel übernimmt das Land Sachsen. Sablotny ist überzeugt, dass das Geld gut eingesetzt ist. Eine von Sachsen und Brandenburg in Auftrag gegebene Studie zur touristischen Nachnutzung habe in einem ersten Schritt ergeben, dass die Investition auch in wirtschaftlicher Hinsicht Erfolg verspricht, erinnert er.

Die Verbindung der Seen schaffe vielfältige und sich ergänzende Nutzungsmöglichkeiten, betont LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Die Lebensqualität in der Lausitz könne erhöht und der Region eine überregionale Anziehungskraft verliehen werden.

 Befahrbar ab 2008

 Bis dahin bedarf es aber noch ein wenig Geduld. Der Kanal werde zwar schon im kommenden Jahr fertiggestellt sein. Befahrbar werde er aber erst, wenn beide Seen fertig geflutet sind. Das soll bis 2008 geschehen.

 

Hintergrund

Zwölf Verbindungen

In ihrer aktuellen Planung geht die LMBV von zwölf Verbindungen zwischen den Seen aus. Die Finanzierung ist noch nicht in allen Fällen gesichert. Mit rund 13,5 Millionen Euro Kosten ist die Verbindung zwischen Koschen und dem Senftenberger See, die die Bundesstraße und die Bahn- Bahntrasse queren muss, gleichzeitig die teuerste und unwahrscheinlichste.

Acht der zwölf schiffbaren Verbindungen liegen auf sächsischem; vier auf brandenburgischen Terri- torium. Die Kosten für die Verbindungen in Sachsen sind mit 20,6 Millionen Euro veranschlagt. Rund 14 Millionen müsste das Land beisteuern. Da die Überleiter in Brandenburg viel aufwändiger sind, summieren sich die Kosten dort auf 30,7 Millionen Euro. 21 Millionen müsste das Land tragen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.11.2003

 

Woher soll das Wasser kommen, auch die "Nachbarn" müssen gefragt werden:

 

... und das macht die "BILD" daraus:

 

 

Frühestens 2004 Neiße-Wasser für Lausitzer Tagebauseen

Weiterhin Bedenken auf polnischer Seite

SENFTENBERG. Frühestens Ende 2004 wird das erste Wasser aus der Neiße in die Lausitzer
Seenkette fließen. Bis dahin sollen die technischen Voraussetzungen für eine Überleitung geschaffen sein, sagte der Leiter Geotechnik bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-VerwaltungsgeseIlschaft (LMBV), Gert Gockel, gestern in Senftenberg.

Im Dezember 2002 war ein entsprechender Planfeststellungsbeschluss ergangen. Danach darf die Neiße zunächst ab einem Durchfluss von 17,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde angezapft werden. Auf polnischer Seite gibt es aber weiterhin Bedenken gegen eine Wasserentnahme. Anwohner befürchten, dass private Brunnen austrocknen. "Nach Gutachten auf deutscher und polnischer Seite sind keine nachteiligen Auswirkungen zu erwarten", versichert dagegen Gockel. Bereits ab April soll Neiße-Wasser in den früheren sächsischen Tagebau Berzdorf fließen. (dpa/sm) 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.03.2003                      

 

Am 21.03.2003 erschien zu der o.g. Problematik in der Lausitzer Rundschau 

folgende Nachricht :

 

Neißewasser fließt ab Mai in die Lausitz

 Schäden auf polnischer Seite sollen ersetzt werden

GÖRLITZ. Wasser aus der Neiße  soll in wenigen Wochen erstmals zur Flutung der Lausitzer Tagebaue herangezogen werden. Im Mai falle der Startschuss für die Überleitung des Neißewassers in den Tagebau
Berzdorf. Voraussichtlich im ersten Quartal 2005 könne die sehr viel kompliziertere Einleitung in die Lausitzer Seenkette begonnen werden. Das geht aus den Planfeststellungsbeschlüssen hervor, die die Lau-
sitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gestern auf einer deutsch-polnischen Pressekonferenz in Görlitz vorstellte.
Der polnischen Seite wurde zugesichert, dass etwaige Schäden durch die Wasserentnahme in gleicher Weise reguliert würden wie in Deutschland.

Die LMBV sei "als ein Unternehmen des Bundes stets gehalten, Rechte Dritter gebührend zu beachten", erklärte Geschäftsführer Mahrnut Kuyurncu. Als erste Anlaufstation für Schadensfälle soll der auf deutscher Seite für Sanierungsplanung zuständige Steuerungs- und Budgetausschuss (Stuba) fungieren. Über Details
müssten sich die beiden Länder diesseits und jenseits des Grenzflusses noch abstimmen.

Auf polnischer Seite gibt es weiterhin Bedenken gegen eine Wasserentnahme. Anwohner befürchten, dass private Brunnen austrocknen. LMBV- Wasserexperte Gert Gockel versicherte dagegen, dass "keine nachteiligen Auswirkungen zu erwarten" seien. Voraussetzung sei allerdings, dass stets für einen Mindest- abfluss Sorge getragen wird. Das habe die LMBV durch das polnische Institut für Meteorologie und
Wasserwirtschaft (IMGW), Breslau, untersuchen lassen.
Die Neiße soll an zwei Stellen angezapft werden. In der Nähe des Tagebaus Berzdorf ist in den vergangenen Monaten ein relativ kurzes Einlaufbauwerk entstanden. Dieses dient allein der Flutung des Tagebaus. Die zweite Stelle liegt rund 50 Kilometer weiter nördlich in der Höhe von Steinbach. Von dort ab wird bis
Anfang 2005 ein kompliziertes Überleitungssystem aus Bauwerken, Pumpstationen Rohrleitungen und bestehenden Fließgewässern entstehen, das das Wasser schließlich der Lausitzer Seenkette zwischen
Hoyerswerda und Senftenberg zur Verfügung stellt. Auf diesem Weg sind insgesamt rund 70 Kilometer zurückzulegen.
Der Braunkohleabbau in Ostdeutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einer erheblichen Senkung des Grundwasserspiegels geführt. Dabei ist ein Wasserdefizit von 13 Milliarden Kubikmetern entstanden. (Eig. Ber./maf)

 

Die sich bei der Flutung abzeichnenden Schwierigkeiten 

(Lausitzer Rundschau, 07.07.2003):

"Wir sind schon im Klimawandel drin"

Wassermangel könnte zur Versauerung von Lausitzer Tagebauseen führen

Der Lausitz droht in den nächsten 50 Jahren zunehmender Wassermangel. Die Temperatur steigt, die Niederschläge gehen zurück. So die Prognose einer kürzlich in Potsdam vorgestellten Klimastudie. Die zu erwartenden Änderungen werden die Flutung der Lausitzer Seenkette beeinflussen. Davon gehen Wissenschaftler der BTU Cottbus, aber auch der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes aus. Bisherige Nutzungskonzepte der Bergbau-Seen müssten auf den Prüfstand.

VON SIMONE WENDLER

Wenn es um die Zukunft der Lausitzer Wasserprobleme geht, scheut Professor Uwe Grüneberg nicht vor klaren Worten zurück. "Der zu erwartende Klimawandel frisst den Vorteil des Baus von Speicherbecken in einigen Jahren wieder auf", sagt der Professor für Hydrologie und Wasserwirtschaft an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus. Das resultiere aus Untersuchungen, die in Cottbus vorgenommen wurden.

Grundlage dafür waren die Ergebnisse der Potsdamer Klimaforscher, ihre kürzlich veröffentlichte Voraussage über den zu erwartenden Klimawandel in Brandenburg in den kommenden 50 Jahren. Mit diesen Zahlen als Grundlage wurde an der BTU die künftige Wasserführung in der Spree und Schwarzen Elster berechnet. Das Ergebnis ist deutlich. Trifft die Klimaprognose aus Potsdam zu, dann wird es in den Jahren 2013 bis 2017 eng.

"Viele Überraschungen"

Die Wahrscheinlichkeit, dass dann in den Sommermonaten noch genug Wasser kurz vor Berlin in der Spree fließt, geht von 85 auf nur noch 65 Prozent zurück. Das ist genau so viel, wie durch die Speicherwirkung der entstehenden Tagebauseen vorher an Sicherheit dazu gewonnen wurde. Für Professor Grünewald, der sich seit Anfang der 90er-Jahre mit der Wasserregulierung des Lausitzer Bergbaureviers befasst, werden die Folgen des Klimawandels die Probleme mit der Wasserqualität der Tagebauseen verschärfen. "Wir stehen da noch vor vielen Überraschungen", warnt er .

Um den Wasserstand in Spree und Schwarzer Elster und die Flutung der leeren Tagebaugruben besser steuern zu können, wurden und werden Stauseen errichtet. Bis 2010 entstehen an beiden Flüssen in Sachsen und Brandenburg insgesamt rund 180 Millionen Kubikmeter Speicherraum. Trotz dieser Anstrengungen bleibt die Flutung der leeren Lausitzer Gruben bereits deutlich hinter ursprünglichen Plänen zurück.

Die Ursachen dafür sind verzögerte Genehmigungsverfahren beim Speicherbau, niederschlagsarme Jahre und höhere Mindestwassermengen in der Spree. Von 1997 bis 2001 stand deshalb nur etwa halb so viel Wasser für die Grubenfüllung zur Verfügung wie noch wenige Jahre vorher angenommen.

Das hat nicht nur Folgen für die Fülldauer der Löcher, sondern vor allem für die Wasserqualität. Denn das aufsteigende Grundwasser wäscht aus den Kippenböden Stoffe aus, die die Seen versauern lassen. Flusswasser, das eingeleitet wird, verdünnt diese Substanzen, drückt gegen das Grundwasser und bremst dadurch das Säureproblem. Jeder Liter Flusswasser, der bei der Flutung fehlt, verschlechtert deshalb die Wassergüte. Angesichts der jetzt prognostizierten zunehmenden Wasserknappheit in der Region fordert Professor Grünewald deshalb ein Überdenken der bisher geplanten Nutzung der neuen Gewässer.

Gerd Gockel, Leiter Geotechnik der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die die Flutung der Restlochkette steuert, teilt die Skepsis von Grünewald kaum. Die meisten Seen, so Gockel, sollten etwa 2015 schon gefüllt sein, also nach einem Fünftel des Prognosezeitraums. Deshalb werde eine mögliche Klimaänderung nur von untergeordneter Bedeutung sein. Doch auch Gerd Gockel räumt ein, dass Füllgeschwindigkeit der Lausitzer Seenkette vom künftigen Wasserangebot in der Region abhängt. Die Entwicklung sieht er jedoch noch immer recht optimistisch. Die Klimastudie sei nur ein Szenario, könne eintreten, müsse aber nicht: "Ich habe Bedenken, dass das so wird."

"Wir sind doch schon mitten Klimawandel drin, besonders in Lausitz", hält Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes, dagegen. So früh wie noch nie zuvor musste Brandenburg in diesem Jahr (Anm. d. Verfassers: 2003) Wasser aus sächsischen Speicherbecken zukaufen. "Das Problem verschärft sich ohne Frage", versichert Freude, "die Dauer der Flutung ist deshalb völlig offen und auch die zu erreichende Wasserqualität." Das Wasser komme, doch ungewiss sei wann und in welcher Qualität.

Bei den mit der Restlochkette verbundenen Projekten müsse deshalb, so Freude, mehr Realismus einkehren. "Vielleicht kann man nicht alle Seen miteinander verbinden, sondern muss einige versauern und links liegen lassen" , sagt er. In einem See mit einem pH-Wert um drei könne man, wenn man nicht besonders empfindlich sei, auch baden, so Freude. Eine umfangreiche chemische oder biologische Behandlung des sauren Wassers hält er für nicht bezahlbar .

Sorge um die Spree

Für mindestens genau so wichtig wie die Frage der Versauerung der Restlochkette hält der Chef des Landesumweltamtes jedoch die Frage, wie man bei noch größerer Wasserknappheit in den nächsten Jahren die Spree am Fließen hält. Wenn der Fluss in heißen Sommermonaten zum stehenden Gewässer würde, hätte das gravierende ökologische Folgen. Tausende Großmuscheln im Unteren Spreewald, die in erheblichem Umfang zur Reinhaltung des Flusses beitragen, könnten dann absterben, warnt Freude.

Hintergrund

Flutung der Lausitzer Restlochkette

. In ehemaligen Braunkohlengruben der Lausitz entstehen mehr als ein Dutzend Seen mit insgesamt l30 Quadratkilometern Oberfläche.

. Der Berzdorfer und der Greifenhainer See werden mit etwa 330 Millionen Kubikmetern Volumen die größten der neuen Flutungsgewässer.

. Bis 2020, so die bisherigen Planungen, soll die Flutung der Kohlegruben weitgehend abgeschlossen sein. Experten rechnen inzwischen mit einer längeren Dauer.

. Weil die Hebung von Grubenwasser abnimmt, wird die Restlochflutung zunehmend von Niederschlägen abhängig.

. 85 Prozent des Flutungswassers kam in den vergangenen drei Jahren aus der Spree.

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Trotz ungünstiger Prognosen: 

Eine "Jahrhundertmaßnahme" nähert sich der Vollendung ...

(Lausitzer Rundschau, 31.12.2003) :

 

Die LMBV braucht immer weniger Leute

Vier Fünftel der Tagebau-Sanierungen erledigt

BERLIN. Die Sanierung ehemaliger ostdeutscher Braunkohle-Tagebaue bietet den Regionen immer weniger Arbeitsplätze. Bis Ende 2004 werde die Zahl der Mitarbeiter in der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) um weitere 200 auf etwa 900 verringert, sagte der Pressesprecher des Unternehmens, Uwe Steinhuber, gestern. Das Personal werde "sozialverträglich" abgebaut. Noch hat die LMBV rund 1100 Mitarbeiter, darunter 230 Lehrlinge.

Das bundeseigene Unternehmen ist Projektträgerin für die Sanierung der Bergbaugebiete im Osten Deutschlands. Bisher flossen rund 7,1 Milliarden Euro unter anderem für die Sicherung von stillgelegten Tagebauen, speziell die Kippenverdichtung. Aber auch Erdtransporte, der Abriss von Brikettfabriken und Kraftwerken sowie die Flutung von Ex-Kohlengruben wurden mit dem Geld finanziert.

Rund vier Fünftel aller Arbeiten seien bereits erledigt, berichtete Steinhuber. Die Bergbausanierung erweise sich als "eine deutsche Erfolgsstory mit internationaler Ausstrahlung". Mit den Sanierungsarbeiten seien 2003 in verschiedenen Unternehmen insgesamt 7600 Jobs verbunden gewesen.

Auch 2004 würden wieder Kanäle und Rohrleitungen von Vorflutern zu stillgelegten Tagebauen gebaut, kündigte Steinhuber an.

Nachdem Mitte Dezember der erste schiffbare Kanal zwischen den Tagebauseen Skado und Koschen an Brandenburgs Landesgrenze zu Sachsen eröffnet worden war, werde nun der Bau des zweiten Kanals zwischen den Tagebauseen Koschen und Spreetal/Bluno geplant.

Im Ex-Tagebau Espenhain sollen die Arbeiten an der Trasse für die künftige Autobahn A 38 zur Südumfahrung von Leipzig weitergehen.

Wegen des trockenen Sommers 2003 sei die LMBV gezwungen gewesen, ihre Pläne für die bereits begonnene Wassereinleitung in der Lausitz anzupassen. So musste die Einleitung von Neißewasser in den künftigen Berzdorfer See in der Oberlausitz in das Frühjahr 2004 verschoben werden. Dagegen konnte die mit Wasser aus aktiven Tagebauen gespeiste Flutung des Störmthaler Sees bei Espenhain im Herbst 2003 problemlos starten. (dpa/rb

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In der Lausitzer Rundschau, 05.07.2003 war zu lesen:

Weitere Flutung für Lausitzer Seenkette

KLEIN PARTWITZ. In der Drehscheibe der Lausitzer Seenket­te, dem Restloch Skado (Landkreis Kamenz), steigt seit gestern das Grundwasser an. Manfred Kolba, Sanierungsbereichs­leiter Brandenburg der LMBV, legte die Wasserhaltung am Partwitzer See lahm. 25 Jahre hielten Pumpen den Grenzwasserstand stabil, damit Kohle ab­' gebaut werden konnte. Jetzt /läuft das Wasser ungehindert. Der Restsee Skado ist das Eingangstor zu drei schiffbaren Verbindungen der Lausitzer Seenkette. (Eig. Ber./KaWe)

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Die Lausitzer Rundschau vom  17.10.2003 berichtet:

 

Im Lausitzer Seengebiet wird ein zweiter Schiffskanal gebaut Länder über

Entwicklung zu Tourismusregion erfreut

POTSDAM. Das Lausitzer Seengebiet in der Bergbaufolgelandschaft im Süden Brandenburgs und in Ostsachsen nimmt Gestalt an. Wie die Wirtschaftsministerien beider Länder am Wochenende mitteilten, sollen noch in diesem Jahr 

vorbereitende                  

Arbeiten für eine Schleuse zwischen Skado und Bluno beginnen. Außerdem ist für November die Freigabe der ersten schiffbaren Verbindung - zwischen Geierswalder und Partwitzer See vorgesehen. Beide Länder leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel in der Lausitz. "Wir sind auf dem Weg zu einer überregional interessanten Tourismusregion" , sagte Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Vogel. (dpa/dpg)

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Lausitzer Rundschau, 10.12.2003

Erster Kanal für die Lausitzer Seenkette

Mehr als einen Kilometer lange Verbindung zwischen Ex- Tagebauen Koschen und Skado freigegeben

HOYERSWERDA/BERLIN. Der erste schiffbare Kanal der Lausitzer Seenkette ist gestern an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze eröffnet worden. Die 1150 Meter lange Wasserstraße nahe Geierswalde verbindet die ehemaligen Tagebaue Skado und Koschen. Die Verbindung mit Brücke und Schleuse wurde nach Angaben der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) innerhalb von zwölf Monaten  realisiert.

                        

Mit dem Anstieg des Grundwassers können voraussichtlich in sechs Jahren die ersten Schiffe zwischen dem künftigen Geierswalder See (Koschen) und dem Partwitzer See (Skado) fahren. Bis dahin soll die Flutung der Tagebau-Restlöcher in dieser Region abgeschlossen sein. "Das ist der Startschuss für die touristische Entwicklung der Lausitzer Seenkette", betonte Sachsens Wirtschafts-Staatssekretärin Andrea Fischer. In dem Gebiet sollen später Segler, Surfer , Wasserwanderer, Angler und Naturfreunde Erholung finden.

Zugleich beauftragte die Staatssekretärin die LMBV, einen zweiten Überleiter zwischen Partwitzer und Neuwiesener See (Ex-Tagebau Spreetal/Bluno) in Angriff zu nehmen. Der Freistaat stellt dafür 2,5 Millionen Euro bereit.

Die Lausitzer Seenkette zwischen Senftenberg, Hoyerswerda und Spremberg wird sich auf einer Wasserfläche von rund 7000 Hektar erstrecken. (Eig. Ber./ta/ddp)

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Es geht weiter voran: 

Zwei neue Kanäle

im Lausitzer Seenland

BERLIN. Im Lausitzer Seenland beginnt am 14. September der Bau zweier schiffbarer Kanäle bei Kleinkoschen (Oberspreewald-Lausitz). Das teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) gestern mit. Die Kanäle entstehen zwischen dem Sedlitzer und dem Geierswalder See sowie zwischen Sedlitzer und Partwitzer See. Die Fertigstellung ist für Mitte 2005 geplant. (dpa/bw)

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Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.09.2004

Neues Millionenprojekt für Lausitzer Seenland geplant 

Fünfter schiffbarer Kanal soll gebaut werden

 ELSTERHEIDE. Der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) soll am 23, August den ersten Spatenstich für einen neuen schiffbaren Kanal im Lausitzer Seenland setzen, Das Bauwerk soll später den Neuwieser See mit dem Blunoer Südsee verbinden. Die Kosten für den Kanal betragen nach Angaben der LMBV rund 1,6 Millionen Euro. Mit dem neuen Überleiter sind dann insgesamt vier schiffbare Verbindungen im Seenland in Arbeit. Diese sind vor allem für die touristische Entwicklung der Region von Bedeutung. Sie ermöglichen später Bootsfahrten zwischen den Gewässern. Der Barbarakanal vom Geierswalder zum Partwitzer See ist bereits fertig. Für drei weitere Kanäle würden derzeit die Kosten geprüft, so die LMBV. (Eig. Ber./nd)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.08.2005  

Auch in anderen Teilen der Lausitz macht die Bergbausanierung Fortschritte,

siehe: Lausitzer Rundschau vom 17.02.2004:

 

Baubeginn 2007 ?

Kanal vom Senftenberger zum Geierswalder See erhält zwei Tunnel

Im Lausitzer Seenland sind zwischen den sich füllenden Tagebaurestlöchern mittlerweile drei schiffbare, aber wegen des niedrigen Wasserstandes noch nicht nutzbare Kanäle angelegt worden. An weiteren auf brandenburgischer und sächsischer Seite wird derzeit geplant. Baubeginn für die Verbindung zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See könnte im nächsten Jahr sein.

VON MANFRED FELL ER

"Wir rechnen bald mit der Genehmigung", zeigte sich Gerd Richter, Leiter Verfahrensmanagement Lausitz bei der LMBV, bei der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Meuro/Senftenberger Seengebiet des Brandenburgischen Braunkohleausschusses zuversichtlich. Der Antrag zur Plangenehmigung beim Landesumweltamt sei eingereicht, das Beteiligungsverfahren laufe. "Ich bin sehr optimistisch, dass das Vorhaben genehmigungsfähig ist", so Gerd Richter weiter. Mit der Inbetriebnahme des Kanals rechnet er 2008.

Aus Landessicht ist dieser Überleiter ein Schlüsselprojekt bei der Entwicklung des Seenlandes, ergänzte Manfred Becker, Referent im Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung. Deshalb stehe Brandenburg hinter diesem Vorhaben. In besonderer Weise auch finanziell. Denn der Kanal sei keine Aufgabe für die Bergbausanierung, sondern eine "reine touristische Aufwertung" der wasserreichen Gegend. Der Überleiter zwischen dem Sedlitzer und dem künftigen Ilse-See werde in Potsdam gleichwertig behandelt. Finanzielle Zusagen machte Manfred Becker dazu aber nicht. Bei Sedlitz könnte in den Jahren 2009/10 Baubeginn sein. Auch dort soll die Bundesstraße untertunnelt werden.

Gleich zwei unter der Oberfläche versteckte, beschiffbare Bauwerke entstehen zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See. Im Vergleich zur ersten Variante mit einem sehr langen Tunnel konnten dadurch die Kosten deutlich gesenkt werden, nannte LMBV-Manager Gerd Richter den aktuellen Planungsstand. Der Überleiter südlich von Kleinkoschen hat eine Länge von 1050 Metern. Unterbrochen wird die offene Bauweise von einem 110 Meter langen Tunnel unter der Schwarzen Elster und von einer 65 Meter langen Röhre unter der B 96. Die Kostensenkung gelingt, indem die Schwarze Elster am Beginn des Überleiters aus Richtung Geierswalder See bogenförmig verlegt wird (siehe Zeichnung). Dadurch kreuzen sich Tunnel und Fluss im rechten Winkel und damit auf kürzestem Wege.                                                         

Weitere Kosten werden durch "Einheitsschleusen" gleich für mehrere Überleiter gespart. Zwischen dem Senftenberger See (98/99 mNN) und dem Geierwalder See (100/101 mNN) sind in der nahen Zukunft je nach Wasserstand zwei bis drei Meter Höhenunterschied zu überwinden. Während sich auf den Kanälen im Seenland zwei Fahrgastschiffe in der Größe der 28,5 Meter langen Santa Barbara vom Senftenberger See begegnen können, hat jeweils eines im entsprechend groß ausgelegten Tunnel Platz. "Wir haben also an die Zukunft gedacht", versi­cherte Gerd Richter. Die genannte Schiffsgröße sei wirtschaftlich vertretbar - sowohl für die Kanalfinanzierer als auch für die Reeder im Seenland.

 

 

 

 

   

Hintergrund

Noch mehr Kanäle

Fertige Bauwerke:  Barbarakanal zwischen Geierswalder und Partwitzer See,

                           Sornoer Kanal zwischen Sedlitzer uns Geierswalder See,

                           Rosendorfer Kanal zwischen Sedlitzer und Partwitzer See.

 

In Sachsen wird derzeit an weiteren Kanälen geplant. Dazu gehören die Überleiter

zwischen              

  Blunoer  Südsee und Partwitzer See sowie zwischen

  Spreetaler und Sabrodter See.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.11.2006

 

Der Freistaat ist sehr optimistisch.... (Stand: 23.08.2012)

Sachsen hält fest an der Vision für Spreewald-Kanal

Seenland-Touristiker bleiben skeptisch / Enorme Kosten

Geierswalde Sachsen-Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hält an der Zukunftsvision einer Wasserstraße vom Lausitzer Seenland zum Spreewald und damit weiter über Berlin bis zur Ostsee fest.

Ungeahnte touristische Entwicklungen sind mit Bootstouren vom Geierswalder See über Berlin bis zur Ostsee drin. Das glaubt der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen. Zunächst aber stünden die fest geplanten Kanäle im Seenland an – rudert Stanislaw Tillich bei einem Arbeitsbesuch in Geierswalde aber vorerst wieder zurück.

Bislang sind drei schiffbare Kanäle vollendet, zwei befinden sich im Bau, ein weiterer ist durch den Erdrutsch im Oktober 2010 in der Bergbaufolgelandschaft weitestgehend zerstört worden. Für eine schiffbare Verbindung vom Großräschener See über den Altdöberner und den Gräbendorfer See zum Spreewald müssten weitere rund 30 Kilometer überbrückt werden. Ein Hindernis bildet der Lausitzer Landrücken, der sich auf Höhen von bis zu 161 Metern aufschwingt.

"Technisch ist das Vorhaben durchaus machbar", erklärte Manfred Kolba, Sanierungsbereichsleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). "Allerdings gibt es Studien, und die haben mit Geld zu tun." Wie viele Euro die Umsetzung der Vision genau kosten würde, sagt er nicht. Allerdings würden die Kosten die der bisherigen Kanalbauten erheblich übersteigen. "Vielleicht", so Kolba scherzhaft, "wird in der Lausitz noch so viel Kohle gefördert, dass es für den Bau reicht."

Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, hat die schiffbare Verbindung zum Spreewald längst zu den Akten gelegt. "Das Vorhaben ist in der nächsten Zeit völlig unrealistisch." Indes würden selbst die Touristen nicht mehr nach einer solchen Verbindung fragen, wisse sie aus vielen Gesprächen. "Zudem gibt es jede Menge anderer Möglichkeiten, um vom Seenland in den Spreewald zu gelangen, sei es mit dem Auto, per Bahn, auf dem Fahrrad oder per Inline-Skatern." Die Touristikerin empfiehlt, alle Kräfte vielmehr auf die Vollendung der konkret geplanten 13 Kanäle im Seenland zu setzen. "Da haben wir genug Arbeit", so Kathrin Winkler.

Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.08.2012

 

Morgen beginnt Flutung des Berzdorfer Sees mit Neiße-Wasser

GÖRLITZ. Der Berzdorfer See bei Görlitz kann trotz Verzögerung bei der Flutung bis Ende 2007 komplett gefüllt sein. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) geht davon aus, dass das Ziel noch zu erreichen ist, so der Leiter des Sanierungsbereichs Ostsachsen, Michael Illing. Die Flutungsanlage wird morgen offiziell in Betrieb genommen. Wegen der extremen Trockenheit im vergangenen Sommer kann das Neißewasser erst jetzt und damit später als geplant in den ehemaligen Tagebau eingeleitet werden. (ddp/kr)

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Lausitzer Rundschau, 17.02.2004

 

Traumhafte Aussichten am Berzdorfer See

Einstige Grube vor den Toren von Görlitz füllt sich zusehends /

Investoren für Vorgaben am Ufer gesucht

VON ANETT BÖTTGER

Der Berzdorfer See südlich von Görlitz füllt sich. Seit November 2002 speist das Flüsschen Pließnitz den ehemaligen Braunkohletagebau. Wenn nun auch die Neiße hineinfließt, wird der Wasserspiegel schneller steigen. Gespannt und neugierig schaut die Öffentlichkeit auf die Verwandlung der einstigen Grube. Ende 2007 soll vor den Toren der deutsch-polnischen Grenzstadt Görlitz ein See mit rund 960 Hektar Fläche liegen. Ideen, was das Leben rund um das Gewässer attraktiv machen könnte, gibt es reichlich. Ein Entwicklungsplan liegt vor .

Die Anliegerorte Görlitz, Schönau-Berzdorf und Markersdorf wollten den See als Ganzes entwickeln, nennt Andreas Schaaf vom Stadtplanungsamt in Görlitz einen Grundsatz. Längst ist klar, dass am nördlichen Ufer ein Campingplatz und ein großer Badestrand entstehen sollen. Im Süden, in Tauchritz, ist ein Wassersportzentrum mit Segel- und Jachthafen geplant. Eine Halbinsel ragt an dieser Stelle in den See hinein. Dort befand sich einst der Grabenbunker, wo die Kohle aus dem Tagebau ankam und ins benachbarte Kraftwerk Hagenwerder weiter transportiert wurde. Aus dem m ehemaligen Graben ist inzwischen ein Hafenbecken geworden, mit 65 Metern Breite, vier Metern Tiefe und einer etwa 150 Meter langen Kaimauer.

Dorfrest als Anziehungspunkt

Eine Fahrgastschifflinie könnte im Hafen starten und vier weitere Anlegestellen ansteuern, etwa bei den Tagesanlagen in Tauchritz. Wo einst die Dusch- und Umkleideräume für die Bergleute unter- gebracht waren, wird möglicherweise eine Ferienhaussiedlung mit Abenteuerspielplatz Urlauber anlocken. Touristisch anziehend sollen die Reste von Deutsch-Ossig werden. Das Dorf musste einst dem Braunkohleabbau weichen. Drei Höfe mit jeweils mehreren Gebäuden den und einige Einzelhäuser stehen noch am Rand der früheren Grube.

Anspruchsvoll nennt Andreas Schaaf die Aufgabe, den Überbleibseln des ehemaligen Ortes wieder Leben und Ausstrahlung zu geben. "Neben Gaststätten, Unterkünften und einer Tauchsportbasis könnten sich vielleicht Kunsthandwerker in den Häusern ansiedeln", überlegt der Stadtplaner. Behutsam sollte der alte Bestand von Deutsch-Ossig ergänzt werden. Für größere Bauten, etwa Hotels, eigne sich das Hafengelände in Tauchritz besser, findet Schaaf. Ein etwa 18 Kilometer langer Rundweg wird alle Bereiche am See miteinander verbinden. Das erste asphaltierte Stück - 1,6 Kilometer lang - wurde bereits im August vergangenen Jahr unweit von Deutsch-Ossig übergeben.

Nun gilt es, keine Zeit verlieren, während das Tagebauloch voll läuft. Schnellstmöglich müssen die Ideen auf Papier im Detail umgesetzt werden. "Gesucht werden Leute mit finanziellem Potenzial, die Freizeit- und Erholungsanlagen am See betreiben wollen", sagt Schaaf.

Sichttiefen bis zu zehn Meter

Experten haben herausgefunden, dass Wassersportler am Berzdorfer See dauerhaft gute Windverhältnisse und Sichttiefen bis zu zehn Metern vorfinden werden. Das allein sowie die traumhafte Lage mit der Nähe zur Heide- und Teichlandschaft, zum Riesengebirge und zur Denkmalsstadt Görlitz reichen jedoch nicht aus, um Touristen von weither anzulocken.

Im Verkehrskonzept wird davon ausgegangen, dass sich an Spitzentagen 5500 bis 7500 Besucher südlich der Europastadt Görlitz/Zgorzelec tummeln könnten. Die Planer setzen dabei auch stark Gäste aus Polen und Tschechien. Auf den Erlebnistag, der vergangenen Jahr am See stattfand, hatten erstmals Faltblätter in Deutsch und Polnisch hingewiesen. Zwischen 3000 und 4000 Menschen waren damals zur Veranstaltung gekommen. Wenn morgen südlich von Deutsch-Ossig offiziell das erste Wasser aus der Neiße in den See strömt, werden sicher zahlreiche Schaulustige das Ereignis beobachten.

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Seit Herbst 2004 hat sich auch in der Lausitzer Neiße auf Grund der ausreichenden 

Niederschlagsmengen eine für die Füllung des ehem. Tagebaus Berzdorf  

günstige Abflusssituation ergeben:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.01.2005

 

Und hier sind die Visionen schon Wirklichkeit (Lausitzer Rundschau, 31.05.2003):

 

Vom schwarzen Gold zum blauen Paradies

Der Senftenberger See feiert seinen 30. Geburtstag /

Zukunftsvisionen zur Tagebaunachnutzung wurden Realität

Das Lob ist überschwänglich. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck spricht von einer " Vorbildfunktion für das künftige Lausitzer Seen-Land". Landrat Holger Bartsch schwärmt von der " Vision, die Realität wurde". Der Senftenberger See, 60 Kilometer nördlich von Dresden und 100 Kilometer südlich von Berlin, wird an diesem Wochenende 30.

VON JÜRGEN BECKER

Wo einst Bagger ein 1544 Hektar großes Loch in die Erde rissen und 132 Millionen Tonnen Kohle ans Tageslicht beförderten, kräuseln sich heute die Wellen an Sandstränden. Wo einst junge Mädchen und Frauen auf dem Grund des Tagebaus das schwarze Gold frei fegten, tummeln sich Hechte, Barsche, Zander, Kleine Maränen, Aale, Welse und Karpfen. Wie kaum ein Zweites spiegelt das Senftenberger Revier die Zerstörungs- und Schöpferkraft des Menschen wider. Vor 125 Jahren hatte der Tagebau begonnen, das Landschaftsbild in dieser Region völlig zu verändern. Bergarbeiter wühlten die Erde um, verlegten die Kläranlage Senftenberg, die Eisenbahnlinie von Senftenberg nach Kamenz und die heutige Bundesstraße 96. Die Schwarze Elster rückten sie näher an Senftenberg heran, ließen 50 bis 60 Familien ihre Häuser räumen. Auf Mensch und Natur nahm niemand Rücksicht.

Doch dann, in den 60er-Jahren, kam das Nachdenken - darüber, ob es nicht sinnvoll wäre, schon beim Kohleabbau für Zeiten vorzusorgen, in denen das schwarze Gold die Menschen nicht mehr über

Wasser halten würde. Und es war da die Idee: Warum nicht den Tagebau Niemtsch in einen naturnahen, gefahrlosen Tagebausee verwandeln und dadurch "Defizite bei den Erholungsmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung schließen und Urlaubsmöglichkeiten für die Werktätigen anderer Regionen zu schaffen".

Bis dato gab es kein vergleichbares Projekt in der DDR. Der Senftenberger See sollte das Musterbeispiel für eine gelungene Tagebaufolgenutzung werden. Er wurde es.

Fünf Jahre lang ergoss sich das Wasser der Schwarzen Elster in das Restloch, bis der Wasserspiegel bei 98 Metern über Normalnull lag und 1972 der Grundstein für das Erholungsgebiet Senftenberger See gelegt werden konnte. „Der Grundstein muss doch eine gute Sache gewesen sein, wenn man sich so ansieht, was darauf aufgebaut werden konnte", erinnert sich der heute 81-jährige Günter Flack, von 1973 bis 1976 Direktor des neuen Erholungsgebietes.

Entstanden ist ein grün-blaues Paradies. Der Senftenberger See ist heute einer der größten künstlichen Binnenseen Europas. Und er ist der erste in der Reihe der geplanten Lausitzer Seenkette von der schon Otto Rindt, der Nestor der ostdeutschen Landschaftsplanung geträumt hatte.

Auf dieser größten Landschaftsbaustelle Europas werden in den nächsten zehn Jahren 5000 Quadratkilometer der Landschaft umgestaltet. Milliarden Euro fließen in die Region. Allein in die Sanierung und Sicherung des Ufers und der Strände des Senftenberger Sees haben das Land Brandenburg, die Bundesanstalt für Arbeit und der Landkreis Oberspreewald - Lausitz in den vergangenen zehn Jahren umgerechnet knapp 20 Millionen Euro gesteckt. Es entstanden Wege, Rampen, Treppen, ein Rundwander- und Radwegenetz, Liegewiesen, Strände, Schiffsanlegestellen und Sportanlagen, Bungalowsiedlungen, Zeltplätze und Gaststätten. Die Seestrände Großkoschen und Buchwalde erhielten die "Blaue Flagge" für hervorragende Badewasserqualität.

Doch ohne den ständigen Zufluss aus der Schwarzen Elster wäre es mit den Badefreuden schnell vorbei. Zwar belasten weder industrielle noch kommunale Direkteinleitungen den See. Das aufsteigende Grundwasser ist aber äußerst sauer und eisenhaltig.

Ernährte früher die Kohle die Menschen, ist es heute mehr und mehr: Er dient der Trinkwasserversorgung, beliefert die Landwirtschaft und die Industrie mit Brauchwasser, gleicht Hoch- und Niedrigwasserstände aus, ernährt etliche Fischer und ist ein touristischer Publikumsmagnet.

Jeder vierte Gast, der in der Niederlausitz übernachtet, nimmt Quartier am Senftenberger See. Bei den Campern seien es sogar sieben von zehn, wie Kathrin Winkler vom Tourismusverband Niederlausitz beobachtet hat. Und die Gäste bleiben vergleichsweise lange: Packen sie im Durchschnitt sonst nach 2,9 Tagen in der Niederlausitz ihre Koffer, verweilen sie am Senftenberger See 4 - 6 Tage.

Dennoch mahnt der Senftenberger Bürgermeister Klaus-Jürgen Graßhoff, sich nicht auf den erreichten Lorbeeren auszuruhen. "Wir wollen die Nummer eins in Brandenburg werden", sagt auch Michael Vetter, Vorsteher des Zweckverbands Erholungsgebiet Senftenberger See, der daran arbeitet, die Region noch attraktiver zu machen. Ein Aussichtsturm, ein Amphitheater und ein Komfortcampingplatz gibt es bereits. Bald sollen 40 neue Ferienhäuser in Großkoschen fertig gestellt sein. Und dann soll das wassersporttouristische Zentrum folgen.

Die Seefestspiele am Wochenende zum 30. Geburtstag des Senftenberger Sees sind da nicht mehr als ein Moment des freudigen Innehaltens - auf dem Weg, auf dem Visionen wahr geworden sind.

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Zu den bevorstehenden Aufgaben der Restlochnutzung schreibt die 

"Lausitzer Rundschau" am 26.02.2004: 

Im Netz ist das Lausitzer Seenland schon Realität 

Internet-Auftritt präsentiert / Landräte fordern Planungssicherheit 

Das Lausitzer Seenland, die große touristische Hoffnung der brandenburgisch-sächsischen Grenzregion, hat seine Pforten für Besucher aus nah und fern geöffnet. Im Internet. Vertreter aus Regionalmanagement und Kommunen präsentierten gestern den neuen Auftritt. Er soll helfen, Investoren für die Lausitz zu begeistern. Für die Umsetzung zahlreicher Projekte fehlt es aber noch an Planungssicherheit. 

VON MARKUS FÜLLER 

Ein Wort bestimmt die Veranstaltung: Chancen. "Große Chancen" sogar, sagt Holger Bartsch, Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises (OSL), seien mit dem Lausitzer Seenland verbunden. Die Chance auf Besucher, die Chance auf Investoren, die Chance der regionalen Entwicklung, die Chance eines doch noch erfolgreichen strukturellen Wandels. Bis heute stehe die Lausitz außerhalb der Region für überholte Industrien, für industrielle Altlasten, betont Bartsch. Deswegen müsse mit verstärktem Bemühen darauf hingewiesen werden, "dass sich die Region prinzipiell wandelt". 

Größtes europäisches Seenprojekt 

Auch dafür gibt es längst Sichtbares. Da ist zu allererst die IBA Fürst-Pücker-Land mit ihren Projekten. Noch deutlicher werde die Seenkette den Wandel der Region belegen, sind sich Bartsch und seine Landratskollegen Petra Kockert aus Kamenz und Bernd Lange aus dem Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL) einig. Immer­hin entstehe "die größte künstlich geschaffene Seenlandschaft Europas". Bis zur vollständigen Flutung aller Seen vergehen jedoch noch mindestens zehn, zwölf Jahre, wissen die Experten. "Dennoch müssen wir schon jetzt mit der Vermarktung beginnen", meint Markus Heberle, Regionalmanager für die sächsische Lausitz. Zum einen sei­en einige Seen, vor allem auf sächsischer Seite, schon früher fertig. Zum anderen könnten die Kommunen die geplanten touristischen und wassersportlichen Projekte niemals allein finanzieren. Damit werde es höchste Zeit, finanzstarke Investoren sowie potenzielle Touristen auf das Lausitzer Seenland aufmerksam zu machen. Helfen soll dabei der Internet-Auftritt. Im weltweiten Netz ist die Vision schon Realität. Die Seen schimmern in klarem Blau. Die schwimmenden Häuser vor Geierswalde sind ebenso sichtbar wie der Stadthafen von Großräschen. Wer hier vorbeisurft, erfährt neben den geplanten Attraktionen das Wesentliche zum Wandel der Region ebenso wie Ansprechpartner für Besucher oder Investoren. Noch sind die Erklärungen einzig in deutscher Sprache. Polnische und englische Zusammenfassungen sollen folgen.

So schön die Internet-Welt auch ist: Im wirklichen Leben ist längst nicht alles eitel Sonnenschein. Darauf wei­sen die Kommunalvertreter hin. Der Verkauf der Seen sei der Knackpunkt, "an dem das ganze Projekt sterben kann", warnt Landrätin Kockert. "Wir brauchen endlich Planungssicherheit", fordert auch ihr sächsischer Kollege Lange, "und zwar jetzt und nicht erst in zehn Jahren".

Das Problem: Derzeit befinden sich die Seen im Besitz des bundeseigenen Sanierungsträgers, der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Für den Kauf der Seen fehlt den Kommunen das Geld. Das sei aber nicht der einzige Punkt, erinnert OSL-Landrat Bartsch.

Geklärt werden müsse, wer dafür gerade steht, langfristig die Qualität der Gewässer zu sichern. Die Verantwor­tung habe über die LMBV der Bund. Will er aus dieser Pflicht entlassen werden, müsse sich das in den Modalitäten des Verkaufs niederschlagen. 

Klarheit für Investoren 

Den Sachsen brennt dieses Thema deswegen besonders auf den Nägeln, weil sie schon bald einige Projekte realisieren könnten. Als Beispiel nennt Petra Kockert die Wasserski - Seilzug ­ Anlage auf dem Geierswalder See. Nicht nur dafür gebe es Investoren, versichert sie. Werde nicht bald Klarheit geschaffen, bestehe die Gefahr, dass sie wieder abspringen.

Die Länder haben die Dringlichkeit des Problems erkannt, betont Christian Epperlein vom Wirtschaftsministerium in Dresden. Sachsen und Brandenburg seien mit dem Bund im Gespräch. Für den Freistaat hoffe er, "dass das Problem bis zum Frühjahr nächsten Jahres vom Tisch ist". 

Hintergrund 

Gemeinschaftswerk 

Die Vermarktung der Lausitzer Seenkette sowie der Internet-Auftritt sind ein Gemeinschaftswerk des brandenburgischen und sächsischen Regionalmanagements sowie der IBA Fürst-Pückler-Land. An der Finanzierung des Internet-Auftritts,

 Kosten: 30.000 Euro,

haben sich zudem die beiden  Wirtschaftsministerien mit jeweils  10.000 Euro beteiligt. 

Die Seite ist zu finden unter: 

www.lausitzerseenland.de 

 

 

Auf den Bau des Barbara-Kanals, der Verbindung zwischen Geierswalder und 

Partwitzer See ist schon weiter oben verwiesen:

Für den interessierten Leser soll es an dieser Stelle chronologisch weitergehen:

 

Schon im Abflussjahr 2003 mit einem stattlichen Wasserdefizit gestartet setzte 

sich das Problem zumindest im ersten Halbjahr 2004 fort:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.03.2004

 

Lausitzer Wasserspeicher nicht genug gefüllt

 Schlechte Ausgangslage für Spreeregulierung im Sommer /

Kaum Aussicht auf Tagebaurestlochflutung

Den Wasserfachleuten der Lausitz steht vermutlich ein äußerst schwieriger Sommer bevor. Die Speicherbecken entlang der Spree sind nicht, wie sonst um diese Jahreszeit üblich, reichlich gefüllt. Wenn es nicht in den nächsten Wochen kräftig regnet, drohen handfeste Probleme.

VON SIMONE WENDLER

"Die Lage ist angespannt und kritisch", sagt Wolfgang Genehr, Referatsleiter Wasserwirtschaft beim Landesumweltamt (LUA) Bran­denburg, Außenstelle Cottbus. Zusammen mit seinen Kollegen von den sächsischen Talsperren in der Oberlausitz und der Flutungszen­trale der Lausitzer und Mitteldeut­schen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist Genehr für die Steuerung des Wasserstandes in der Spree zuständig. Der droht Ungemach." Wenn es bis Mai nicht noch ausdauernd regnet, wird es schwieriger als in den Jahren zuvor", warnt der Wasserexperte. Grund seiner Sorge ist Niederschlagsmangel in der Region und dadurch ein zu geringer Füllstand einiger Speicherbecken am Spreelauf. Im vorigen Jahr regnete es in der Lausitz viel zu wenig. Am Messpunkt Cottbus wurde ein Drittel weniger Niederschlag registriert als im langjährigen Durchschnitt. Nur im Juli 2003 sorgten heftige Gewittergüsse dafür, dass die jahreszeitlich normale Monatsmenge an Regen übertroffen wurde.

Alle anderen Monate des vori­gen Jahres, waren viel zu trocken. Im Januar und Februar besserte sich die Situation zwar, doch Schnee und Regen zum Jahresbeginn reichten längst nicht aus, um alle Speicher in der Region ausrei­chend zu füllen.

Das betrifft vor allem den sächsischen Oberlauf der Spree. In der Talsperre Bautzen fehlen zurzeit noch etwa zehn Millionen Kubik­meter Wasser zur normalen Stauhöhe. In der Talsperre Quitzdorf sind knapp acht Millionen Kubikmeter zu wenig vorhanden. Das entspricht Füllmengen von 75 und 60 Prozent.

Keine Hoffnung für Quitzdorf

"In Bautzen wird noch gestaut, da kann der Wasserstand noch steigen", sagt Britta Andreas, Pressesprecherin der sächsischen Talsperrenverwaltung. Für Quitzdorf gebe es solche Hoffnungen jedoch nicht. Um diese Talsperre zu entlasten, so Britta Andreas, könnte eventuell Wasser aus dem Speicherbecken Lohsa abgegeben werden. Doch der Speicherraum in Lohsa ist mit 2,8 Millionen Kubikmeter relativ klein und auch dieses Reservoir ist nur zu 90 Prozent gefüllt.

In der Talsperre Spremberg sieht es besser aus. Die normale Stauhöhe ist dort gerade erreicht worden. Doch wie in den Vorjahren, sagt Genehr, werde gerade versucht, "noch etwas drauf zu packen".

Die Chancen dafür stünden nicht schlecht, denn in diesen Tagen werde gerade im Spreewald das vom Winter auf den Wiesen zurückgehaltene Wasser jetzt ablaufen. Dadurch fließe unterhalb des Spreewaldes mehr Nass als oberhalb des Biosphärenreservates. Die Talsperre Spremberg braucht da­durch noch kein zusätzliches Wasser abzugeben.

Der Blick auf die unzureichend gefüllten Speicher in der Oberlausitz bereitet Genehr jedoch Sorge. Gerade am Oberlauf der Spree müsse genügend Wasser in den Fluss gelangen, damit in Berlin noch etwas ankäme. In dem extrem trockenen Sommer des Jahres konnte der Fluss nur durch die zusätzliche Abgabe von 20 Millionen Kubikmetern Wasser aus den sächsischen Speichern Bautzen und Quitzdorf am Leben gehalten werden. Seit drei Jahren gibt es dazu eine Ländervereinbarung zwischen Sachsen und Brandenburg. Doch der Freistaat kann nur liefern, wenn seine Talsperren voll sind. Noch ist Genehr optimistisch, dass der kommende Sommer lange nicht so heiß und trocken sein wird wie der vorige. Wenn sich jedoch der Regenmangel des vorigen Jahres fortsetzt, könne es zu massiven Problemen in der Natur kommen. Schon die Trockenheit vergangener Jahre habe Pflanzen und Tiere im Biosphärengebiet Spreewald und in Moorgebieten stark strapaziert.

Spreewald vor Restlochflutung

Bei der Verteilung des knappen Nass' würden auch in diesem Jahr dieselben Prioritäten gesetzt wie bisher, sagt Genehr. Zunächst müsse der nötige Mindestabfluss für den Spreewald gesichert sein, sowie das nötige Wasser für Fische­reibetriebe und andere Unternehmen. Was dann noch übrig bleibt, könnte in die Tagebaurestlöcher der Region fließen.

"Es sieht denkbar ungünstig aus in diesem Jahr", räumt Eckhard Scholz, Leiter der Flutungszentrale der LMBV ein. Bevor die noch aus dem Vorjahr vorhandenen Defizite in den Staubecken nicht ausgeglichen seien, werde es kein Flutungs­wasser geben. Schon im vorigen Jahr flossen nur 64 Millionen Kubikmeter in die Restlöcher. Rund 130 Millionen wären "günstig gewesen", so Scholz.

Der trockene Sommer des Vorjahres habe ein spürbares Wasserdefizit in den Restlöchern hinterlassen. Verzögere sich die Flutung weiter, könne das zu Problemen bei der Böschungssicherung führen. Als Beispiel nennt Scholz den Speicher Dreiweibern bei Weißkollm (Landkreis Kamenz). Auch er hält die Situation für kritisch und angespannt: " Wenn wir nächste Woche schon wieder 20 Grad haben, ist das ein schlechtes Zeichen."

Lausitzerwasserlr180304.rtf

Zu den ohnehin großen Schwierigkeiten, hervorgerufen durch das

Niederschlagsdefizit, gesellt sich der "Streit" der Wissenschaftler und Praktiker um 

die zweckmäßige Verteilung des wenigen zur Verfügung stehenden Wassers 

(Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.04.2004):

Streit um Wasser im Spreewald droht

Wissenschaftler uneins über Prognosen / Warnung vor Panikmache

Für die einen ist es eine ernst zu nehmende Warnung, für andere möglicherweise Panikmache. Wissenschaftler warnen vor zunehmender Trockenheit im Spreewald. In einigen Jahren, so Prognosen, könnte es sogar zu harter Konkurrenz bei der Wasserverteilung zwischen Bauern, Teichwirten, Fährleuten und anderen Nutzern kommen.

 VON SIMONE WENDLER

Die Göritzer Agrar GmbH hat schon in eine wassersparende Tröpfchenberegnung für ihre Gurkenpflanzen investiert. Wasser holt sie nicht nur aus Fließen und Gräben, sondern auch aus Tiefbrunnen. "Insgesamt wird aber im Spreewald noch sehr egoistisch mit dem Wasser umgegangen, wir müssen alle an einen Tisch und langfristig Pläne machen, wie es weitergeht", sagt Thomas Göbel, Ge­schäftsführer der GmbH.

Der Agrarbetrieb bewirtschaftet 1900 Hektar, drei Viertel davon im Biosphärenreservat Spreewald. Ge­treide, Mais, Kartoffeln und Gemüse werden angebaut. "Ich muss die Gemüsepflanzen jetzt schon bewässern", sagt Göbel. Der Boden sei völlig trocken. Sorgen macht sich Göbel auch um die Senfsaat: "Die Samen liegen in der trockenen Erde, jetzt Wind oder ein Platzregen, dann geht ein Teil nicht auf." Schon in den vergangenen Jahren, so der Chef des Agrarunternehmens, habe sich gezeigt, dass der Spreewald trockener werde. Es werde immer schwieriger, ausreichend Feuchtigkeit auf die Fel­der zu bekommen.

Damit spricht er der Verwaltung des Biosphärenreservates aus dem Herzen. Die veranstaltete kürzlich in Lübbenau einen Workshop mit dem provokanten Titel:

"Fällt der Spreewald trocken?" Fachleute, darunter Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, stellten Hochrechnungen vor, welche Auswirkungen der sich abzeichnende Klimawandel für den Spreewald haben könnte. 

Fazit: Auch wenn es erhebliche Wetterschwankungen von Jahr zu Jahr gibt, wird es in der Region in den nächsten 50 Jahren wärmer und trockener.

In einem hochgerechneten Vergleich der Jahre 1951 und 2051 wurde für den Spreewaldort Burg beispielsweise ein Rückgang der Niederschlagsmenge in diesen hundert Jahren um ein Drittel ermittelt.

Hagen Koch vom Lehrstuhl Hydrologie und Wasserwirtschaft der BTU unterbreitete in Lübbenau einen scheinbar paradoxen Vorschlag. Gerade wegen des zunehmenden Wassermangels in der Region müsse ernsthaft darüber nachgedacht werden, eine garantierte Mindestmenge für die Flutung der Tagebaurestlöcher festzulegen.

Seen versauern

Dafür hat Koch gute Argumente. Wenn, wie im vorigen Jahr wegen Wasserknappheit die Tagebauflutung längere Zeit unterbrochen und dem aufsteigenden Grundwasser das Feld überlassen werde, versauerten die Seen immer mehr. Die positive Wirkung des bis dahin bereits eingeleiteten Oberflächenwassers werde damit zum Teil wieder zunichte gemacht. Je eher außerdem die Gruben komplett gefüllt seien, um so eher würde sich wieder ein sich weit gehend selbst regulierender Wasserhaushalt in der Region einstellen.

Doch eine Mindestflutungsmenge ohne die Zuführung von Wasser aus anderen Flüssen würde die Konkurrenz um das kostbare Nass noch anheizen.

Günter Stache, stellvertretender Leiter des Biosphärenreservates, will sich zum Vorschlag von Koch nicht äußern. Dazu fehlten ihm noch ausreichend Hintergrundinformationen, sagt er.

Stache glaubt jedoch, dass die Spreewälder noch nicht ausreichend auf eine schwieriger werdende Wasserverteilung im Reservat vorbereitet seien. "Die Leute sind mit dem künstlichen Überfluss durch das reichliche Grubenwasser zu DDR-Zeiten aufgewachsen, das hat geprägt", sagt der stellvertretende Reservatschef.

Als Zeichen für dieses Denken beschreibt er eine Situation aus dem vorigen Sommer. Landwirte aus Boblitz hätten damals verlangt, dass die noch vorhandene nasse Ecke einer Wiese trocken gepumpt wird, um darauf fahren zu können: "Wir hatten Not, das abzuwehren, obwohl die Trockenheit in unmittelbarer Nähe schon greifbar nah war." Bauern, Teichwirte, Kahnfährleute, private Grundstücksnutzer, alle hätten sich daran gewöhnt, dass genug Wasser da sei.

"Einen gewissen Egoismus bei der Wasserverteilung wird es immer geben", räumt Dieter Irlbacher, Chef des Spreewaldvereins, ein. Der Verein soll die Interessen der verschiedensten Spreewaldbewohner und -nutzer bündeln und die Region vertreten. "Ich nehme das schon ernst, was die Klimaforscher sagen", versichert Irlbacher. Gleichzeitig warnt er vor Panikmache: "Wir können das vernünftig steuern, ich bin da relativ gelassen."

Der Spreewald habe schon viele Höhen und Tiefen durchgestanden. Anfang des 20. Jahrhunderts habe es schon einmal eine sehr trockene Periode in diesem Gebiet gegeben.

Teichwirtschaft verteidigt Priorität

Eine Debatte über Mindestmengen für die Tagebauflutung sieht Irlbacher skeptisch. Nur wenn es genug regne oder aus anderen Flüssen, beispielsweise der Neiße, zusätzlich Wasser geholt werde, sei das möglich. Vom vorhandenen und künftig vermutlich knapper werdenden Nass abgeben, scheidet für ihn aus: "Man kann nicht etwas aufbauen und dafür anderes kaputt machen."

Aus dieser Mitteilung ist ersichtlich, dass die Wassermenge der Spree zumindest 

2004 für die Tagebauflutung nicht ausreichend ist.

Neben der Flutung der Tagebaurestlöcher ist  noch das immense Problem der

Versauerung der Gewässer durch das aufsteigende saure Grundwasser zu lösen.

Dazu folgender Beitrag:

Bergbausanierer nehmen sich saurer Seen an

Unternehmensnetzwerk stellt Weichen für künftige Arbeit

 

 Das Lausitzer Netzwerk "Bergbau, Sanierung und Revitalisierung von

 Industrielandschaften" (BSR) hat die Weichen für seine künftige Arbeit gestellt. Als

 Schwerpunkt wollen sich die Unternehmen dem Problem des sauren Wassers in den 

 Bergbauseen annehmen. Für die touristische Entwicklung der Region ist das 

 Thema  von herausragender Bedeutung.

VON MARKUS FÜLLER

 

 Die Lausitzer Sanierungsgesellschaften ringen um die Zukunft. Um ihre und um die der 

 Region. Beides, so will es ihre Aufgabe, ist eng miteinander verbunden.

Jeder Fortschritt,  den sie bei der Wiederherstellung früherer Braunkohleflächen erzielen,

erhöht die  Attraktivität der Landschaft und eröffnet insbesondere im Tourismus neue

wirtschaftliche  Chancen. Gleichzeitig nähern sie sich dem Ende des milliardenschweren

Sanierungsprojektes und damit stark gestutzter Auftragsbücher.

 Netzwerkförderung vom Bund

 Sich neue Märkte und Geschäftsfelder zu suchen, ist nicht nur nahe liegend, sondern

 notwendig. Aus diesem Grund bündelten mehrere Unternehmen im Herbst 2001 ihre

Kräfte, gründeten ein Netzwerk und starteten gemeinsam die Suche nach einer

Überlebensstrategie. 

 "Potenzial ist vorhanden", hat Netzwerkchef Werner Daus keine Zweifel. Ein Indiz: Das 

 Bundeswirtschaftsminis­terium gewährt im Rahmen des Netzwerkmanagements Ost   

 (Nemo) noch bis Mitte 2006 Fördermittel in Höhe von rund 250 000 Euro.

Die erste Phase der Förderung ist abgeschlossen. Stärken und Schwächen seien

analysiert, sagt Daus. Zudem hätten sich die Unternehmen zusammengerauft. Damit

könne das Tempo der gemeinsamen Arbeit nun gesteigert werden.­

 

Zu den Stärken der Lausitzer Sanierer gehören nach Auskunft des Netzwerkchefs

eindeutig die "langjährigen Erfahrungen und das immense Know­how". Die

erworbenen Kenntnisse seien ein Pfund, mit dem weltweit gewuchert werden kann.

Problematischer stehe es dagegen um die Aufstellung der Firmen. Für internationale

Engineering-Aufgaben gebe es noch zu viele gewerbliche Mitarbeiter. Wichtiger seien jene,

die sowohl die technische als auch die planerische Seite des Projektgeschäftes beherrschen.

 Eine erste Lehre hat das BSR-Netzwerk aus den Analysen gezogen: die Konzentration

auf einen Schwerpunkt. Die Firmen widmen ihre gemeinsamen Anstrengungen künftig dem

Problem sauren Wassers in den Bergbauseen. Ein ebenso anspruchsvolles wie 

zukunftsträchtiges Thema, meint Daus.

Die Seen könnten nur dann Touristen anlocken, wenn sie eine entsprechende Qualität

haben. Das aufsteigende Grundwasser aber sei sauer. Dieses saure Nass über

angrenzende Flüsse wie die Spree abzuführen, verbiete sich, da dadurch beispielsweise

der Spreewald  in Mitleidenschaft gezogen würde. Neben der ohnehin eingeleiteten

zusätzlichen

Flutung

der Restlöcher bleibe nur ein Weg: "Wir müssen das Wasser behandeln." 

In Pilotprojekten arbeiteten die Sanierer bereits erfolgreich an Lösungen. Ein

großtechnisches Verfahren gebe es aber in der ganzen Welt noch nicht.

Die BSR-Mitstreiter hoffen nun, ihren Wissensvorsprung auszubauen und

international zu

verwerten. Profitieren davon, so Daus, würden die Unternehmen und die Region. Der

Weg

allerdings ist noch weit, warnt er vor zu viel Euphorie. Es gehe nicht nur um eine

technische Lösung des Säure-Problems. Sie müsse auch bezahlbar sein.

  Frage der Finanzierung

  Damit stehen die Firmen vor der gleichen Frage wie Kommunen im Umfeld der Seen:

Wer  wird für deren Unterhaltung und Finanzierung verantwortlich sein? Noch kommt das

Geld   aus dem Verwaltungsabkommen von Bund und Ländern. Das läuft 2007 aus. Daus:

"Wir   brauchen unbedingt eine Regelung für die Zeit danach."

 

Hintergrund

Verein der Sanierer

Das Unternehmensnetzwerk hat am 3.Juni den Verein BSR e.V. gegründet. Beigetreten

sind bisher elf Unternehmen :

BIUG beratende Ingenieure für Umwelttechnik und Grundbau GmbH, Freiberg

BUL-S Bergbausanierung und Landschaftsgestaltung Sachsen, Spreetal

eta AG Engineering, Schwarze Pumpe

GMB Gesellschaft für Montan- und Bautechnik mbH, Senftenberg

Hoogen Bodensanierung GmbH, Alpen (NRW)

LAG Lausitzer Analytik GmbH, Schwarze Pumpe

LUG Engineering GmbH, Laubusch

NSG Niederlausitzer Sanierungsgesellschaft, Großräschen

SGL Sanierungsgesellschaft Lauchhammer

UIT Umwelt- und Ingenieurgesellschaft GmbH, Dresden

VKTA Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik, Rossendorf

Der Verein hat seinen Sitz bei der  LUG in  Laubusch

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.06.2004

 

Alle Maßnahmen kosten Geld, viel Geld ...

­Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.05.2004

 

Bewegung im Streit um Lausitzer Seen

LMBV: Verwaltungsabkommen wird Kosten für Gewässer-Nachsorge regeln

KLEIN PARTWITZ. In den Streit um die Übertragung der Lausitzer Seen an neue Eigentümer kommt Bewegung. Bund und Länder hätten sich verständigt, die Finanzierung der Gewässer-Nachsorge in einem Verwaltungsabkommen zu regeln, erklärte Friedo Ulpts, kaufmännischer Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau­Verwaltungsgesellschaft(LMBV), am Rande der Bilanzpressekonferenz gestern in Klein Partwitz (Kreis Kamenz).

Brandenburg und Sachsen drängen auf eine Einigung, um potenziellen Investoren für touristische Attraktionen im entstehenden Lausitzer Seenland Rechtssicherheit zu verschaffen. Grundsätzlich wollen die Länder die Seen nach ihrer Fertigstellung kaufen und in eigene Verantwortung übernehmen. Haupthindernis dafür seien bislang die Folgekosten, sagte Ulpts. 

Da es sich um künstliche Gewässer handelt, könne derzeit niemand sagen, welche finanziellen Risiken darin in Zukunft lauern. 

Die LMBV jedenfalls stehe zu ihrer Pflicht der bergbaulichen Nachsorge, betonte LMBV­Chef Mahmut Kuyumcu. "Dazu haben wir uns bekannt."

Zwischen Hoyerswerda und Senftenberg entsteht bis 2018 eine Landschaft mit neun Seen, die durch Kanäle verbunden sind. Die gesamte Wasserfläche wird rund 7000 Hektar betragen.

(Eig. Ber./maf) SEITEN 2 & WIRTSCHAFT

   

Bergbausanierer treiben den Umbau der Lausitz voran

 LMBV investierte 370 Millionen Euro 2003 / Beschäftigung nimmt ab

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft(LMBV) treibt die Sanierung der ost­deutschen Braunkohlereviere erfolgreich voran. Im vergangenen Jahr investierte sie weitere 370 Millionen Euro in die Umgestaltung der ausgekohlten Tagebaue in ein attraktives Seenland. Die Kehrseite des Fort­chritts bleibt die abnehmende Beschäftigungswirkung.

 VON MARKUS FÜLLER

 Mahmut Kuyumcu ist stolz auf das Erreichte. Die Braunkohlesanierung erweise sich zunehmend als "eine deutsche Erfolgsstory auch mit internationaler Ausstrahlung",' betont der LMBV-Chef bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2003. Die Zahlen, die er nennt, belegen: Hier geht es nicht darum, ein örtliches Freigelände zu begrünen, sondern um die "größte Landschaftsbaustelle Europas".

Bedeutsame Flächen

Für rund 100 000 Hektar steht die LMBV mit ihren Vorgängerunternehmen seit 1990 in der Verantwortung. Knapp die Hälfte davon ist mittlerweile saniert, nutzbar gemacht und veräußert. Der Rest ist im Werden. Zum größten Teil entstehen neue Forste und landwirtschaftliche Nutzflächen. Von besonderer Bedeutung sei für die Regi­on aber etwas anderes, sagt Kuyumcu. 26 Prozent der ehemaligen Bergbau­flächen würden zu Seen, weitere sechs Prozent zu erschlossenen Gewerbe­ und Industriegebieten. In beidem sieht er einen entscheidenden Beitrag einerseits für die touristische, andererseits für die wirtschaftliche "Revitalisierung der von Arbeitslosigkeit gebeutelten Region".

Die Sanierung selbst hat ihre besten Beschäftigungsjahre indes längst hinter sich. Je näher die LMBV ihrem Ziel kommt, um so weniger Arbeit bleibt für sie und die Sanierungsgesellschaften. Im Jahr 2003 lebten noch rund 7550 Menschen von der ostdeutschen Braunkohlesanierung, erklärt LMBV­Arbeitsdirektor Jürgen Wingefeld. Bis zum Ende des dritten Verwaltungsabkommens 2007 werde sich diese Zahl noch einmal nahezu halbieren. Mitte der 90er-Jahre sicherte die Sanierung knapp 25 000 Arbeitsplätze.

Dieser Beschäftigungsabbau liegt in der Natur der Aufgabe. Daran lassen die LMBV-Chefs keinerlei Zweifel. Um so wichtiger sei es, das bestmögli­che aus der vom Braunkohletagebau gezeichneten Landschaft zu machen. Große Zuversicht besteht in den neu zu schaffenden Attraktionen rund um das Lausitzer Seenland. Sie sollen Touristen und Investoren gleichermaßen in die Region locken und dadurch Arbeitsplätze schaffen.

Einzelne Seen sind bereits soweit geflutet, dass die Urlauber kommen können. An anderer Stelle braucht es noch etwa zehn Jahre und weiterhin hinreichend Regen, bis der beabsichtigte Wasserstand erreicht ist.

Erste Investoren haben bei den Kommunen schon angeklopft (die RUNDSCHAU berichtete). Was fehlt ist Rechtssicherheit über die künftige Verantwortung für die Seen. Kuyumcu sieht die "Länder gefordert, klar Position zu beziehen, welche Seen sie .übernehmen wollen". Verhandlungen zwischen Brandenburg,. Sachsen und dem Bund laufen. Eine Einigung .soll bis Ende 2004 erzielt sein.

Absprache mit dem Bund

Etwas Bewegung gebe es bereits, verrät der kaufmännische LMBV-Chef Friedo Ulpts. Vor allem strittig seien die schwer einzuschätzenden Nachsorgekosten für die Gewässer, erinnert er. Zwischenzeitlich hätten sich die Verhandlungspartner darauf "verständigt, diese Kosten weiter aus einem Verwaltungsabkommen zu finanzieren".

 

Zahlen und Fakten

Milliarden-Etat

Die Finanzierung der ostdeutschen Bergbausanierung regeln Bund und Länder jeweils in einem Verwaltungsabkommen.

Der augenblickliche Etat umfasst für die Jahre 2003 bis 2007

rund 1,8 Milliarden Euro 

Von 1990 bis Ende 2003 sind 7,1 Milliarden Euro in die Sicherung der stillgelegten Tagebaue und die nötigen Arbeiten der Wiedernutzbarmachung geflossen.

Für das Gesamtprojekt sind insgesamt rund 8,8 Milliarden Euro veranschlagt.

Die Arbeiten im Bereich Abriss, Massenbewegung und -verdichtung sind weitestgehend abgeschlossen. 

Die Rekultivierung ist zu 61 Prozent, die Altlastensanierung zu 49 Prozent und die Wiederherstellung des Wasserhaushaltes zu 43 Prozent erledigt. 

(Stand: Mai 2004) 

 

Nach dem die Finanzierung weitgehend gesichert ist, geht es an die nun zu bewältigenden Aufgaben: Altlastensanierung, Sanierung des Wasserhaushaltes:

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.08.2005

Pilotversuch für saubere Lausitzer Tagebauseen

 
Sand-Asche-Gemisch soll saures Wasser reinigen
 

 SENFTENBERG. Die Wasser­qualität in Lausitzer Tagebau­seen soll mithilfe eines

 Großversuchs verbessert werden. Durch den auf zwei Jahre angelegten technischen

 Pilotversuch solle eine kostengünstige Technologie zur Behandlung des sauren

 Grundwassers entwickelt werden, teilte die in Berlin ansässige Lausitzer und Mitteldeutsche

  Bergbauverwaltungsgesellschaft gestern mit.

Das Testgelände befindet sich auf dem geschütteten Kippenbereich zwischen den

Bergbauseen Sedlitz - dem künftigen Sedlitzer See - und Skado ­dem künftigen Partwitzer

See ­an der Landesgrenze Brandenburg - Sachsen. Der Wasserspiegel beider Seen hat

eine Differenz von etwa fünf Metern,

 

Auf der Kippenfläche baut das Sanierungsunternehmen BUL Sachsen 150 

Asche-Sand­Säulen in einem vorgegebenen Raster 15 Meter tief ein, die vom Wasser

durchflossen werden. (dpa/roe)

Sanierer nutzen Bakterien-Fresslust

Hungrige Bakterien fressen sich im Skadodamm zwischen dem Partwitzer und dem Sedlitzer See erfolgreich durch Eisen und Sulfate. Damit wird der Zustrom von saurem Wasser aus den Bergbau-Kippen in die Gewässer deutlich gebremst. Experten des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde und der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus beweisen mit dem Sanierungsverfahren, dass der Selbstheilungsprozess der Natur mit gefräßigen Mikroben im Wohlfühlklima beschleunigt werden kann.

Senftenberg/Cottbus/Finsterwalde. Wissenschaftlern des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften (FIB) Finsterwalde ist gemeinsam mit Forschern der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus am Skadodamm im Lausitzer Seenland ein Durchbruch gegen das Versauern der Seen gelungen: Eisen und Sulfat fressende Bakterien reduzieren den Zustrom sauren Wassers aus den Kippen.


                                       


Die Mikroben, die in den Lausitzer Böden naturgemäß vorhanden sind, arbeiten so langsam, dass der Selbstheilungsprozess der durch den Kohleabbau verletzten Erde nur im Schneckentempo abläuft. In der Kippe zwischen dem Partwitzer und dem Sedlitzer See haben die Sanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Fresslust der Bakterien nach den Vorgaben der Wissenschaftler deshalb kräftig angeheizt.

Der Tisch wird mit organischen Substanzen im Kippenuntergrund so gut gedeckt, dass die Mikroben sehr effektiv futtern und die eigentlich gefährlichen gelösten Sulfate als Feststoffe ausfällen. Damit wird der Prozess des Ausschwemmens sulfathaltiger Verbindungen praktisch umgekehrt und das Versauern der Seen gebremst.

Der kleintechnische Versuch ist in Grünewalde gefahren worden – mit dem Ziel, das Versauern des Grundwassers zu stoppen. Im Zeitraum eines Dreivierteljahres waren 10 300 Kubikmeter Kalkmilch in einer Tiefe bis zu zwölf Metern infiltriert worden.
                                                         
Mit guten Ergebnissen. Großtechnisch ist das Prinzip in der Sanierungspraxis am Skadodamm auf den Prüfstand gestellt worden. Mit durchschlagendem Erfolg. Lokal wurde Grundwasser gehoben, mit Glycerin als mikrobiell verwertbarer Kohlenstoffquelle und Nährstoffen angereichert und über Infiltrationslanzen in den Kippengrundwasserleiter zwischen den beiden Bergbaufolgeseen zurückgeführt.

„Mit diesem Pilotvorhaben haben Sanierer und Forscher erfolgreich nachgewiesen, dass durch die Stimulation von in der Kippe vorhandenen sulfatreduzierenden Bakterien eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität möglich ist – und dies relativ einfach und preiswert“, konstatiert Uwe Steinhuber, der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft.

Zum Thema:

Zum Thema Der Gehalt von Eisenverbindungen im behandelten Grundwasser ist mit dem mikrobiellen in-situ Sanierungsverfahren um bis zu 90 Prozent gesenkt worden. Die Sulfatkonzentrationen im Abstrom zum Sedlitzer See erreichten in der Grundwasserbehandlung rund 40 Prozent. Diese Behandlung des Grundwassers mit Eisen und Sulfat fressenden Bakterien in der Kippe führt dazu, dass die ursprünglich sehr starke Säurewirkung vollständig abgebaut werden kann. Dies ist auch nachhaltig, das belegt eine Betriebspause von 110 Tagen. Die Sulfatkonzentrationen, die zum Versauern der Seen führen, bleiben 80 Tage im Zielwertbereich.

Quelle: Lusitzer Rundschau,  08.09.2011

 

Zunächst mal wieder zur Auflockerung ein Bild, um sich noch einmal zu 

vergegenwärtigen, um welche Dimensionen es sich bei den Tagebaurestlöchern 

handelt:

       

... und das ist nur ein kleiner Teil der geschundenen Landschaft.

 

Der Tagebau schreitet voran und mit mit jedem Tag nehmen die Visionen für eine 

Nachnutzung der Tagebaurestlöcher  mehr und mehr Gestalt an und 

es wachsen die Begehrlichkeiten:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.10.2004

 

AMT PEITZ

 Wo die Bergleute einmal baden gehen

 Das Umfeld des Cottbuser Ostsees wird bereits geplant

 

                

Noch schlagen die Wellen des Cottbuser Ostsees nicht an die Ufer bei Neuendorf oder Schlichow, ist der See nur ein Umriss auf einer Karte. Doch in den Köpfen des Inselrates nimmt die Vision immer mehr Gestalt an. Es wird bereits das Umfeld geplant, wie Helmut Geissler, Bürgermeister der Gemeinde Teichland und Mitglied des Inselrates erklärt.

 VON JANA POZAR

 Den Inselrat bilden die Bürgermeister von Cottbus, Haasow, Kathlow, Wie­sengrund und Teichland. "Inspiriert von der Außergewöhnlichkeit der Ta­gebaulandschaft haben wir die Vision für dieses Umfeld entwickelt", erklärte Geissler, der das Projekt während des jüngsten Peitzer Amtsausschusses vorstellte.

Der Cottbuser Ostsee soll das Größte sein, was in der Zukunft in Brandenburg geschaffen wird. Auch der Klinger See wird mit genutzt. Der künstliche Cottbuser Ostsee soll eine Gesamtfläche von 19 Quadratkilometer haben. 42 Kilometer wird das gesamte Ufer messen. Der See wird im Norden zirka zwei bis zweieinhalb Meter tief sein wird, in der Region um Maust und Neuendorf sogar eine Tiefe von etwa 30 Metern erreichen soll. 

"Damit wird der Ostsee auch für Taucher attraktiv werden", ist sich Geissler sicher. Ein Ideenwettbewerb wurde ausgeschrieben, immer mit Blick auf die finanzielle Machbarkeit. Fünf Arbeiten sind in die engere Wahl gekommen, aus diesen soll ein Projekt entstehen. Die große Stadt am See wird Cottbus sein. Eine Ferienhaussiedlung um Merzdorf und Schlichow und eine Dünenlandschaft wird Südseestrandgefühl nach Brandenburg bringen. Nahe Neuendorf soll ein Jugendcampingplatz entstehen. "Ein Rahmenabschlussplan zum Projekt wird derzeit von Vattenfall erarbeitet", so Helmut Geissler. Der gesamte Ostbereich des Sees kann für den Naturschutz genutzt werden.

Aber nicht nur der unmittelbare Strandbereich wird attraktiv gestaltet. "Radwanderwege rund um den See sind geplant", so Geissler. Natürlich wird auch die Bärenbrücker Höhe fester Bestandteil des Projektes. "Hier ist beispielsweise eine Sommerrodelbahn angedacht, ebenso ein botanischer Garten oder ein Eiszeitgarten", erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Teichland. Schon festgeschrieben ist eine Seebühne. "Etwa 8000 Zuschauer werden dort Platz finden."

Viele Ideen sind beim Inselrat eingegangen, angefangen von Leuchttürmen, Stegen über Anlegestellen, Inseln, Lagunen bis hin zu Fjordlandschaften bei Willmersdorf. Was tatsächlich realisiert werden kann, muss noch geklärt werden, so Geissler. Sicher ist nur, dass das gesamte Projekt im Jahr 2030 abgeschlossen sein soll. Auch an die Wasserqualität wird jetzt schon gedacht. "Nur wenn das Wasser langsam in den Ostsee einfließt, ist die Qualität gewährleistet", betont Geissler. "Was hier vor unserer Haustür passiert, ist sehr interessant und wird mit Sicherheit den Tourismus in unsere Gegend locken", freut sich Ausschussvorsitzender Helmut Fries.

... oder so wie hier:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.12.2004

 

 Während die Einen schon für die Zukunft planen, sorgen sich andere um die 

Füllung der schon bestehenden Restlöcher:

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.11.2004

 

Kaum Flusswasser für Tagebauflutung

 Trotz normaler Sommerniederschläge fehlt der Lausitz Wasser /

Leere Speicherbecken

Gärtner und Landwirte in der Region konnten mit dem vergangenen Som­mer zufrieden sein. Nach großer Trockenheit 2003 gab es wieder normale Regenmengen. Die Natur konnte sich erholen, die Grundwas­servorräte und die Speicherbecken in der Region nicht. Die Tagebaurestlö­cher bekamen erneut kaum Flutungs­wasser. Die Flutung soll die Gruben nicht nur schneller füllen, sondern auch der Versauerung der Seen entgegen wirken.

 VON SIMONE WENDLER

Seit Januar regnete es in der Lausitz fast jeden Monat in gewohnten Men­gen. Nur April und September waren zu trocken, ansonsten fiel immer so viel Niederschlag, wie langjährige Statistiken erwarten ließen. Trotzdem sind die Wasserprobleme der Region nicht geringer geworden. "Das Defizit vom trockenen Sommer 2003 belastet uns noch immer", sagt Wolfgang Genehr, Leiter der in Cottbus ansässigen Regionalabteilung Süd des Brandenburger Landesumweltamtes. 2003 ging ein Drittel weniger Niederschlag als in normalen Jahren in der Lausitz nieder. 200 Liter pro Quadratmeter fehlen.

Durch den Regen des vergangenen Sommers konnte sich die Natur in der Region erholen, die Flüsse und Bäche indes nicht. "Die Feuchtigkeit ist in die Pflanzen gegangen und verdunstet", so Genehr. In der Spree floss trotz Sommerregens nur so viel Wasser, wie notwendig ist, damit der Spreewald keinen Schaden nimmt. Doch selbst das konnte nur durch zusätzliches Nass aus Speicherbecken garantiert werden. Die waren im Frühjahr nicht alle gut gefüllt. Während die Talsperre Spremberg ausreichend Wasser fassen konnte, gingen die Speicher Bautzen und Quitzdorf mit nur 75 beziehungsweise 30 Prozent ihrer bewirtschafteten Kapazität in die Sommersaison.

Trotzdem half Sachsen in der warmen Jahreszeit erneut mit Wasserlieferungen nach Brandenburg. Neun Millionen Kubikmeter flossen aus der Oberlausitz in die Spree. Im trocke­nen Vorjahr waren es 20 Millionen Kubikmeter. Das ist die zwischen beiden Ländern vereinbarte jährliche Maximalmenge. Zurzeit ist in der Talsperre Quitzdorf der zur Regulierung vorgesehene Stauraum leer. Das Speicherbecken Bautzen hat nur noch sechs Millionen Kubikmeter Reserve, die abgegeben werden könnten.

 Volle Speicher unwahrscheinlich

Mit wie viel Wasser Sachsen im kommenden Jahr Brandenburg unterstützen kann, ist ungewiss. Denn abgegeben werden kann nur, was vorher in. den sächsischen Staube­cken eingelagert wurde. "Der jetzt niedrige Wasserstand macht es eher unwahrscheinlich, dass wir bis zum Frühjahr wieder die maximale Stau­höhe erreichen", sagt Ulf Winkler, Referatsleiter der sächsischen Landestalsperrenverwaltung.

Dass Sachsen 20 Millionen Kubik­meter Wasser pro Jahr aus seinen Speichern in Richtung Brandenburg schicken kann, sei nur mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlich­keit von 80 Prozent garantiert: "Das bedeutet, dass es alle fünf Jahre nicht klappt, oder in zehn Jahren auch mal zwei Jahre hintereinander." 

Längere  Trockenperioden seien auch in der Vergangenheit schon in der Lausitz aufgetreten, so Winkler. 

Zurzeit kämen jedoch verschiedene Probleme zusammen:

die Trockenheit, der Vertrag mit Brandenburg und 

steigende Anforderungen aus den sächsischen Binnenfischereibetrieben.

In der Talsperre Spremberg gibt es zurzeit einen niedrigen Füllstand, weil an der Staumauer gebaut wird. In zwei Wochen wird wieder mit der Bevorratung begonnen. "Wir könnten mal ein kleines für die Anwohner ungefährliches Spreehochwasser brauchen", sagt der Cottbuser Was­serfachmann Wolfgang Genehr. Dass würde nicht nur den Vorratsspeichern gut tun, sondern auch Flüsse und Bäche "durchspülen" und Ablagerungen beseitigen.

Auch Eckhard Scholz hätte nichts dagegen einzuwenden, im Gegenteil. Er ist Chef der Flutungszentrale der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die Flusswasser in die Lausitzer Tagebaurestlochkette dirigiert. Nur 33 Millionen Kubikmeter waren es in der ersten Jahreshälfte, ein Drittel davon kam aus der Neiße und floss in das sächsische Tagebaurestloch Berzdorf.

Bis Dezember werden insgesamt vermutlich nur 40 bis 45 Millionen Kubikmeter Flutungswasser in die stillgelegten Lausitzer Kohlegruben fließen. Im trockenen Jahr 2003 waren es noch 60 Millionen Kubikmeter. 2002 floss dagegen dreimal so viel Flusswasser in die Restlöcher. "Es ist schon das zweite schlechte Jahr und wir schieben noch ein Minus von 60 Millionen Kubikmetern aus dem Vorjahr vor uns her", sagt Eckhard Scholz, Chef der Flutungszentrale.

Im Sommer sei der Wasserstand im sächsischen Restloch Dreiweibern, das seit einigen Jahren geflutet wird, so niedrig gewesen, dass die Böschung gefährdet war. Deshalb, so Scholz, musste über die kleine Spree Wasser aus dem Speicherbecken Lohsa I nach Dreiweibern geschafft werden. "Die Situation ist schon prekär" , fasst er die Lage zusammen.

Kein Grundwassernachschub

Die Wasserfachleute vom Brandenburger Landesumweltamt, Regionalstelle Süd in Cottbus, beobachten auch, dass sich der Grundwasserspiegel in der Region seit einigen Jahren nicht erholt. "Die Tendenz zeigt abwärts", sagt Wolfgang Genehr. Kleingärtner und Landwirte würden das kaum merken und auch die Tiefbrunnen der Trinkwassergewinnung seien nicht gefährdet. Doch das niedrige Grundwasser habe negative Auswirkungen auf Flüsse, Bäche und Teiche der Region.

Probleme drohten dem Wasserhaushalt der Lausitz auch aus anderer Richtung. Untersuchungen hätten gezeigt, so Genehr, dass eine Versauerung nicht nur in den Tagebauseen stattfinden könne, sondern auch in nicht abgebaggertem Boden, unter dem jahrelang das Grundwasser ab­gesenkt war. Durch chemische Umwandlungen seien offenbar dort auch Mineralstoffe entstanden, die in den kommenden Jahren im ansteigenden Grundwasser für eine Versauerung sorgen könnten. Genehr ist sich sicher:

"Das ganze Problem ist vermutlich viel größer als bisher gedacht. "

 

Innerhalb von nur drei Wochen kann sich auch für Wasserexperten 

(der Begriff "Experte" ist nicht gesetzlich geschützt, so dass sich ein jeder so nennen darf und kann)

und solche, die sich dafür halten sehr viel ändern ....

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.11.2004

Nachschub für Lausitzer Tagebauseen

BERLIN. Nach den zuletzt ergiebigen Niederschlägen läuft die Flutung der Lausitzer Tagebauseen auf vollen Touren. Die Flüsse Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße führten mehr Wasser als sonst, teilte der Bergbausanierungsträger LMBV gestern mit. Allein vom 17. bis 23. November konnten 

1,15 Millionen Kubikmeter Wasser in die brandenburgischen und 

4,6 Millionen Kubikmeter in die ostsächsischen Bergbaufolgeseen 

eingeleitet werden. (Eig. Ber./maf)

 

Die mit der Flutung in Zusammenhang stehenden Probleme sind auch die 

Probleme des Braunkohlenausschusses :

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.11.2004

 

Braunkohlenausschuss vor neuen Herausforderungen

Probleme rund um Lausitzer Seen immer wichtiger

COTTBUS, Die bevorstehenden Aufgaben des Brandenburger Braunkohlenausschusses werden "nicht einfacher". Das prognostizierte der scheidende Ausschussvorsitzende und jetige Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) gestern bei der Sitzung des Ausschusses in Cottbus. 

Die Probleme rückten zunehmend "in den Wasserbereich". 

Er selbst werde sich in neuer Funktion diesem Thema mit der Novelle des Wassergesetzes stellen, kündigte er an. Sein Ziel sei es, einen Gesetzentwurf "bis Ende nächsten Jahres" vorzulegen.

Das geplante Seenland sei "bedeutend für den gesamten Wirtschaftsstandort Lausitz", betonte Reinhold Dellmann, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung (MIR). Für die künftige Entwicklung der Lausitzer Seen sei es sinnvoll, "ein hohes Maß an Eigentum in öffentli­cher Hand" zu behalten. Er wisse aus anderen Bereichen: "Wenn etwas erst einmal pri­vatisiert ist, wird es schwierig. " Nicht nur die Eigentumsfrage brenne unter den Nägeln, hieß es ergänzend aus dem Ausschuss. Ebenso "dringend erforderlich sei es, sich um das Problem der Wasserqualität" zu kümmern. Der Ausschuss beschloss, sich im kommenden Jahr verstärkt diesen Fragen zu widmen.

Woidke und Dellmann versicherten, die Bergbausanierung in der Lausitz mit den vereinten Kräften des Umwelt- und des Infrastrukturministeriums zu unterstützen. 

Im Zuge der neuen Zuschnitte der Ministerien wechselt der Braunkohenausschuss in die Zuständigkeit des MIR. 

Woidke bedauerte dies, da ihm die Arbeit in der Braunkohlen- und Sanierungsplanung besonders "ans Herz gewachsen" sei. Dennoch werde er dem Thema "eng verbunden bleiben". Brandenburg nutze seit einiger Zeit Mittel aus dem EU-Landwirtschaftsfonds zur Ko-Finanzierung der Sanierung, erinnerte der Minis­ter. Damit sei er als Zuständiger für die Landwirtschaft auch offiziell weiter mit im Boot.

Dellmann betonte, dass das MIR "die bewährte Arbeit des Ausschusses beibehalten" wird und versprach eine "intensive Kooperation" mit dem Woidke-Ministerium.

Woidke gab gestern als frisch gekürter Landesminister Mitgliedschaft und Vorsitz im Braunkohlenausschuss auf. Die Neuwahl. seines Nachfolgers findet in der ersten Sitzung 2005 statt. (Eig. Ber./maf)

 

Und zum zu Ende gehenden Jahr 2004 noch eine erfreuliche Nachricht: 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.12.2004

Sicherheit für Investoren im Lausitzer Seenland

 Wasserrechtliche Planungsgrundlagen für die "Drehscheibe" der Seenkette übergeben

SENFTENBERG. Seit gestern sind die berg- und wasserrechtlichen Entwicklungsziele für die "Drehscheibe" des Lausitzer Seenlandes amtlich verzahnt. Mit dem ersten länderübergreifenden Planfeststel­lungsbeschluss für die Restseen Koschen (Geierswalder See), Skado (Partwitzer See) und Sedlitz (Sedlitzer See) hat Mahmut Kuyumcu, Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeut­schen Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV), nun alle rechtlichen Grundlagen für das größte wasserwirtschaftliche Sanierungsprojekt der Lausitz erhalten.

In den 64 Genehmigungen und 171 Nebenbestimmungen sind Vorgaben zur künftigen wasserwirtschaftlichen Nut­zung der drei Tagebaurestseen, die Steuerung der Wassermengen und -qualität und die Um­weltverträglichkeit für das Herzstück der Seenkette geregelt.

Das bringt Sicherheit für die Investoren, die das touristische Potenzial zügig weiter erschließen wollen.

Am Partwitzer See wurde gestern der Startschuss gegeben für die Bauleitplanung für eine Hotelanlage, einen Country­Campingplatz und eine Geländereitstrecke. Die 16-Millionen-Euro-Investition soll 81 Arbeits- und zehn Ausbildungsplätze schaffen. Die Reit-Anlage wird vom Landesverband Pferdesport Sachsen unterstützt als Ersatz für das bei Moritzburg geplante Vorhaben das nach dem Aus der Leipziger Olympiabewerbung auf Eis gelegt wurde. 

(Eig. Ber./Ka We)

 

Wie schon mehrfach vom erwähnt, ist es bis zu der uneingeschränkten Nutzung der entstehenden 

Lausitzer Seen ein beschwerlicher Weg, besonders das Problem der Wasserqualität bedarf einer

Lösung:

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.01.2005

 130 Experten loten Zukunft des Lausitzer Seenlandes aus

 HOYERSWERDA. 130 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik haben gestern über die Probleme der Wasserqualität im entstehenden Lausitzer Seenland diskutiert. Es gebe "keinen Grund, an den langfristigen Finanzplanungen Veränderungen vorzunehmen" , erklärte Mahmut Kuyumcu, Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Rande der Fachtagung in Hoyerswerda. Seit Monaten warnen Wissenschaftler und Kommunalvertreter davor, dass sich das Problem der Versauerung der Seen durch geringere Niederschläge zuspitze und teure Verfahren zur Qualitätsverbesserung notwendig würden.

(Eig. Ber./maf)

Man sollte zwar die geringeren Niederschläge der letzten beiden Jahre berücksichtigen, aber nicht 

dramatisieren:

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.01.2005

 

LMBV rückt saurem Wasser in Lausitzer Seen zu Leibe

 Fachkonferenz widmet sich Qualitätsproblemen / Verfahren im Test

 Tausende Touristen sollen in einigen Jahren das Lausitzer Seenland besu­chen und Geld in die Region bringen. Passieren wird das nur, wenn die Qualität des Wassers stimmt. Bis dahin muss noch einiges geschehen, weiß der oberste Bergbausanierer LMBV. Auf seiner Fachtagung in Hoyerswerda diskutierte er gestern mit Wissenschaftlern, Politikern, Firmen- und Kommunalvertretern, wie der Versauerung am besten begegnet werden kann.

VON MARKUS FÜLLER

Das Thema hat es in sich. Bürgermeister hoffen auf Investoren, Sanierungsgesellschaften auf Aufträge, Landespolitiker auf eine sich selbst tragende Entwicklung und alle zusammen auf reichlich Niederschlag. Den braucht es, damit die Flüsse Spree, Neiße oder Schwarze Elster genug Wasser führen, um möglichst viel davon in die Tagebauseen abzuzweigen. 2003 und 2004 waren in diesem Sinne äußerst schlechte Jahre. Folglich wurden die warnenden Stimmen in den vergangenen Monaten immer lauter (die RUNDSCHAU berichtet). Aus der fehlenden Menge resultiere ein Qualitäts- und daraus wiederum ein Finanzproblem, hieß es. Je weniger Wasser zugeführt wird, desto höher ist der Anteil des ansteigenden Grundwassers. Da dieses sehr sauer ist, muss technologisch nachgebessert werden. Und das kostet.

Strenge Kriterien

Die Lausitzer Seen hätten ein "erhebliches Versauerungspotenzial", räumt Mahmut Kuyumcu, Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Rande der Fachtagung ein. Das sei aber keine neue Erkenntnis. Zudem zeigten die ersten fertig gestellten Seen, dass das Problem der Wasserqualität "in den Griff zu bekommen" ist.

Anders als im mitteldeutschen Raum mit den großen Flüssen Mulde und Saale fielen die Flutungsmengen in der Lausitz unabhängig von schwankenden Niederschlagsmengen bescheiden aus. Daher steht für Kuyumcu ohnehin fest: "Wir werden einen Teil der Seen behandeln müssen." Nicht nur das Tourismus-Ziel mache dies erforderlich. Die Seen seien am Zu- und am Ablauf mit dem öffentlichen Gewässernetz verbunden. Für die Einleitung in Flüsse gelten "strenge Qualitätskriterien". So müsse der ph-Wert "oberhalb von sechs" liegen. Davon sind einige Seen mit ph-Werten zwischen drei und vier noch weit entfernt.

Die LMBV arbeite schon seit Jahren gezielt auf die Verbesserung der Wassergüte hin, erinnert Chef-Geotechniker Friedrich Carl Benthaus. Zusammen mit den Sanierungsgesellschaften würden unter wissenschaftlicher Begleitung die unterschiedlichsten technologischen Verfahren getestet. Dabei gebe es ebenso Rückschläge wie Erfolge. Die entscheidende Hürde sei, dass Maßnahmen, die im Kleinen funktionieren, sich auch in einem großen See bewähren. Mittlerweile seien "vier Verfahren in der großtechnischen Erprobung".

1m vergangenem Jahr hätten die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen erstmals den größten Teil des Sanierungsbudgets in Anspruch genommen, betont LMBV-Chef Kuyumcu. Von einer drohenden Erhöhung der Kosten will er nichts wissen. Aus heutiger Sicht habe er "keinen Grund, an den langfristigen Finanzplanungen Veränderungen vorzunehmen".

Verhandlungen ab Ende 2005

Bis 2007 ist die Finanzierung durch das dritte Verwaltungsabkommen zwischen dem Bund und den ostdeutschen Braunkohleländern gesichert. Wie es danach weiter geht, hängt von den Verhandlungen um ein Folgeabkommen ab. Nach Angaben Kuyumcus beginnen diese Gespräche wie geplant Ende diesen Jahres.

 

Hintergrund

Künstliches Seenland

Mit der Sanierung der Tagebaurestlöcher entstehen in der Lausitz 28 künstliche Seen. Sie speisen sich aus zwei 

Quellen:

dem Wiederanstieg des Grundwassers, das durch den Abbau der Braunkohle künstlich abgesenkt wurde, und

der Einleitung von Oberflächenwasser aus umliegenden Flüssen (Flutung).

Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts hat der Großteil der Seen seinen Soll-Wasserstand erreicht.

Im gefüllten Zustand werden alle LMBV-Seen zusammen 4,5 Milliarden Kubikmeter Wasser beinhalten.

Sie dehnen sich auf einer Gesamtfläche von 28 000 Hektar aus.

Dadurch vergrößert sich die Seenfläche in Deutschland um ein Fünftel.  

 

Die Lausitzer Seenlandschaft wird nicht nur von großer wasserwirtschaftlicher Bedeutung 

sein, sondern ein kultureller Tourismusmagnet im Rahmen der Internationalen 

Bauausstellung  Fürst-Pückler-Land sein.

Einen kleinen Eindruck von den Visionen gibt der nachfolgende Artikel der Lausitzer  

Rundschau vom 15.04.2005 wider:

 

Die Zukunftslandschaft in der Lausitz nimmt Gestalt an

IBA-Fürst-Pückler-Land zieht mit neuer Ausstellung Halbzeit-Bilanz

Auf dem lindgrünen Zeitstrahl, der die letzten 12 000 Jahre in Stunden und Minuten transformiert, dauern zehn Jahre Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land nur ein paar Minu­ten. Wie radikal die Umwälzungen in der Lausitz sind, die sich während dieses winzigen Zeitfensters vollzie­hen, verdeutlicht die Ausstellung "Bewegtes Land" auf den IBA-Terrassen in Großräschen, die morgen zur Halbzeit eröffnet wird.

VON ANNETTE SIEMER

 "Die Erde ist in stetiger Veränderung begriffen", heißt es am Anfang der Ausstellung. Von dieser Veränderung ist die Lausitz besonders betroffen: Die Eiszeit formte die Landschaft, Men­schen zerstörten sie mit dem Kohleabbau und mit der IBA Fürst-Pückler­Land vollziehen sich nicht weniger radikale Veränderungen von gewalti­ger Dimension. Die Ausstellung reflektiert diesen Umwandlungsprozess, die Gestaltung einer Zukunftslandschaft mit sieben neuen Seen, in die die Industriekultur mit eingebunden wird. 

Was hier entsteht, ist keine Neuauflage der Mecklenburgischen Seenplatte, 

wie der IBA-Geschäftsführer Rolf Kuhn nicht müde wird zu betonen. Kein neues Naherholungsgebiet also, sondern eine Landschaft mit starker Anziehungskraft und Vielfalt, der die einzelnen IBA-Projekte ihre Prägnanz verleihen, dem Raum seine Prägung geben. Die Ausstellung hat eine klare Botschaft, die Prof. Rolf Kuhn so formuliert: "Die neue Landschaft wird nach dem Bergbau attraktiver sein als vor dem Bergbau. Sie wird wirtschaft­lichen Erfolg kreieren und neue Arbeitsplätze schaffen. In dieser Landschaft wird ein neues Lebensgefühl entstehen, das da lautet: Es macht Spaß hierzubleiben. "

Auf der ersten Terrasse hat seit gestern das riesige Schaufelrad seinen Platz gefunden - gestern noch Werkzeug im Tagebau, heute ein Objekt, das die Verbindung zwischen Kohlen­grube und Ausstellung herstellt. Das Spatenfeld hingegen, bestehend aus Leihgaben von Bürgern, steht für das Arbeitsmaterial, mit dem der Namensgeber Fürst Pückler einst seine Parklandschaften gestaltete.

Mit blau-violetten, raumgreifenden pyramidenförmigen Körpern und schrägen Flächen haben die Ausstel­lungsdesigner von mech design Berlin, der Ire Noel McCanley und der Englän­der Tom Duncan, in Haus 2 die Zwi­schenlandschaft stilisiert: Kippenland­schaft und Lausitzer Seen, in der die Industriemonumente wie die F 60 oder das Kraftwerk Plessa als zukünftiges Erlebniskraftwerk eine Brücke zwi­schen Vergangenheit und Zukunft schlagen. Dass die Biotürme in Lauchhammer nun doch vor dem Abriss gerettet werden konnten, auch das ist ein Verdienst der IBA.

Auf dem Zwischendeck, der zweiten Terrasse, setzten die Ausstellungsma­cher auf spielerische Weise das Thema regenerative Energie um: Der Weg ins dritte Haus führt über ein Strohlabyrinth, wo eine Windharfe, Solarpfeife und Wassertrommel den Energiefluss hörbar machen. Einen grandiosen Ausblick auf den zukünftigen Ilse-See bietet die eigens für die Ausstellung gezimmerte Holzbühne. Blaue Sonnenschirme und Liegestühle lassen Strandgefühle aufkommen.

In Haus 3 erfahren die Besucher etwas über die kleinen Pioniere, die schon lange vor der IBA die Zukunftslandschaft bevölkerten: die Sandstrohblume, der Sandohrwurm, die Kreuzkröte und der Steinschmätzer. Auch die Möwen zeigen Pioniergeist. Seit Ende der 80er-Jahre erobern Silbermöwen, Sturm- und Mittelmeermöwen die Lausitz und haben sich die Inseln in den wassergefüllten Restlöchern als Brutgebiete auserkoren.

Eine Antwort auf die wohl am häufigsten gestellte Frage erhält, wer dann die Treppe hoch steigt,. um über das "Oberdeck" zurückzulaufen. Wann ist der Ilse-See voll? Nicht vor 2016. 

Aber nicht ungeduldig werden. Warum? 

Das sagt Ihnen Fürst Pückler beim Weitergehen.

              

 

Um die Attraktivität der Gewässerlandschaft zu erhöhen, müssen energische Maßnahmen 

zum Abbau der Versauerung getroffen werden: 

 

LMBV rückt saurem Wasser in Lausitzer Seen zu leibe

Fachkonferenz widmet sich Qualitätsproblemen / Verfahren im Test

 

Tausende Touristen sollen in einigen Jahren das Lausitzer Seenland besu­chen und Geld in die Region bringen. Passieren wird das nur, wenn die Qualität des Wassers stimmt. Bis dahin muss noch einiges geschehen, weiß der .oberste Bergbausanierer LMBV. Auf seiner Fachtagung in Hoyerswerda diskutierte er gestern (Anm.:28.01.2005) mit Wissenschaftlern, Politikern, Firmen- und Kommunalvertretern, wie der Versauerung am besten begegnet werden kann.

VON MARKUS FÜLLER

Das Thema hat es in sich. Bürgermeister hoffen auf Investoren, Sanierungsgesellschaften auf Aufträge, Landespolitiker auf eine sich selbst tragende Entwicklung und alle zusammen auf reichlich Niederschlag. Den braucht es, damit die Flüsse Spree, Neiße oder Schwarze Elster genug Wasser führen, um möglichst viel davon in die Tagebauseen abzuzweigen. 2003 und 2004 waren in diesem Sinne äußerst schlechte Jahre. Folglich wurden die warnenden Stimmen in den vergangenen Monaten immer lauter (die RUNDSCHAU berichtet). Aus der fehlenden Menge resultiere ein Qualitäts- und daraus wiederum ein Finanzproblem, hieß es. Je weniger Wasser zugeführt wird, desto größer ist der Anteil des ansteigenden Grundwassers. Da dieses sehr sauer ist, muss technologisch nachgebessert werden. Und das kostet.

Strenge Kriterien

Die Lausitzer Seen hätten ein "erhebliches Versauerungspotenzial", räumt Mahmut Kuyumcu, Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Rande der Fachtagung ein. Das sei aber keine neue Erkenntnis. Zudem zeigten die ersten fertig gestellten Seen, dass das Problem der Wasserqualität "in den Griff zu bekommen" ist.

Anders als im mitteldeutschen Raum mit den großen Flüssen Mulde und Saale fielen die Flutungsmengen in der Lausitz unabhängig von schwankenden Niederschlagsmengen bescheiden aus. Daher steht für Kuyumcu ohnehin fest: "Wir werden einen Teil der Seen behandeln müssen." Nicht nur das Tourismus-Ziel mache dies erforderlich. Die Seen seien am Zu- und am Ablauf mit dem öffentlichen Gewässernetz verbunden. Für die Einleitung in Flüsse gelten "strenge Qualitätskriterien". So müsse der ph-Wert "oberhalb von sechs" liegen. Davon sind einige Seen mit ph-Werten zwischen drei und vier noch weit entfernt.

Die LMBV arbeite schon seit Jahren gezielt auf die Verbesserung der Wassergüte hin, erinnert Chef-Geotechniker Friedrich Carl Benthaus. Zusammen mit den Sanierungsgesellschaften würden unter wissenschaftlicher Begleitung die unterschiedlichsten technologischen Verfahren getestet. Dabei gebe es ebenso Rückschläge wie Erfolge. Die entscheidende Hürde sei, dass Maßnahmen, die im Kleinen funktionieren, sich auch in einem großen See bewähren. Mittlerweile seien "vier Verfahren in der großtechnischen Erprobung".

Im vergangenem Jahr hätten die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen erstmals den größten Teil des Sanierungsbudgets in Anspruch genommen, betont LMBV-Chef Kuyumcu. Von einer drohenden Erhöhung der Kosten will er nichts wissen. Aus heutiger Sicht habe er "keinen Grund, an den langfristigen Finanzplanungen Veränderungen vorzunehmen".

Verhandlungen ab Ende 2005

Bis 2007 ist die Finanzierung durch das dritte Verwaltungsabkommen zwischen dem Bund und den ostdeutschen Braunkohleländern gesichert. Wie es danach weiter geht, hängt von den Verhandlungen um ein Folgeabkommen ab. Nach Angaben Kuyumcus beginnen diese Gespräche wie geplant Ende diesen Jahres.

 

... und hier für die oben genannten Vorhaben zwei gute Nachrichten.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.03.2005 bzw. 07.04.2005

 

Tagebau-Sanierung finanziell gesichert 

Rat der Braukohle-Stiftung konstituiert

POTSDAM/COTTBUS. Die Sanierung ehemaliger Braunkohletagebaue in der Lausitz ist nach Angaben der brandenburgischen Landesregierung bis 2007 gesichert. Wie Infrastrukturminister Frank Szymanski (SPD) gestern sagte, werden von 2003 bis 2007 Sanierungsleistungen in Höhe von insgesamt 841 Millionen Euro erbracht, die von Bund und Ländern finanziert werden. Weitere 39 Millionen Euro kommen aus Mitteln der EU-Strukturfonds dazu.

Geplant sind zum Beispiel Projekte für die Rekultivierung und Renaturierung, die Wiederherstellung unterbrochener Verkehrswege und Leitungen sowie die Regulierung der natürlichen Wasserhaushalte.

Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Jahren 1991 bis 2002 für die Sanierung ehemaliger Braunkohle­Bergbauflächen Leistungen von insgesamt 

rund 6,7 Milliarden Euro 

bundesweit realisiert. Davon entfielen 2,7 Milliarden auf Brandenburg. Für den Zeitraum 2003 bis 2007 haben sich Bund und Länder auf einen Finanzrahmen von bundesweit insgesamt 1,7 Milliarden Euro geeinigt.

Nach Aussage des Ministers unterstützt die Bergbausanierung auch einen Strukturwandel in der Region. Bereits jetzt seien "von den 100 größten Unternehmen Brandenburgs 20 aus der Lausitz". Nach Aussage des Ministeriums waren im Jahr 2003 in Brandenburg 4700 Menschen direkt und direkt mit dem Bereich Braunkohle beschäftigt.

Unterdessen hat der Rat der neuen "Stiftung Lausitzer Braunkohle" vom Energiekonzern Vattenfall Europe Mining AG seine Arbeit aufgenommen und auch schon erste förderwürdige Projekte beraten. Es gebe eine Vielzahl eingereichter Förderanträge mit hoher Qualität, berichtete die Stiftung gestern in Cottbus.Aus den Zinserträgen der 4,3 Millionen Euro ausgestatteten Stiftung will Vattenfall sozialpolitisches Engagement in der Braunkohleregion Südbrandenburg und Ostsachsen verstärken.

Nach Angaben einer Sprecherin wurden schon Mitte erste Projekte bewilligt. Nähere Angaben machte sie nicht. Die beratenen Projekte sind laut Mitteilung aus den Bereichen internationale Jugendarbeit, Bildungsförderung und Kinderbetreuung. 

Zum Vorsitzenden des Stiftungsrates wurde der Vattenfall-Arbeitsdirektor Hermann Borghorst gewählt. (dpa/rb)

 

                                

 

Gewässer im Lausitzer Seenland sind etwa zur Hälfte gefüllt 

KAMENZ/GROSSRÄSCHEN. Die Gewässer des Lausitzer Seenlandes haben sich im Schnitt etwa zur Hälfte gefüllt. In den ehemaligen Tagebaulöchern, von denen die meisten im sächsisch-brandenburgischen Gebiet zwischen Hoyerswerda und Senftenberg liegen, befinden sich mehr als 500 Millio­nen Kubikmeter Wasser, berichtete gestern das Regierungspräsidium Dresden. Letztendlich sollen es 1058 Millionen Kubikmeter sein.

Das Lausitzer Seenland soll einmal 28 Seen zählen, die zum Teil durch schiffbare Kanäle verbunden sein werden. Wann die Seen komplett geflutet sein werden, könne niemand sagen. Nach jetzigem Plan soll 2017 das letzte Restloch auf sächsischer Seite geflutet sein. In Brandenburg dagegen werde der Flutungsprozess nach jetziger Einschätzung länger dauern, bestätigt Volker Mie1chen von der IBA Pückler­Land gegenüber der RUNDSCHAU. Denn Ilse-, Greifen­hainer und Sedlitzer See gehören zu den größten Gewässern der künftigen Seenkette.

Bei der Entwicklung des Gebietes hat nach Angaben von Karl-Heinz Meier vom Dresdner Regierungspräsidium die Sicherheit der Menschen oberste Priorität. "Wir können es uns nicht leisten, dass dort etwa durch einen Böschungsrutsch jemand zu Schaden kommt." Auch wenn die Begehrlichkeiten nach einer raschen Umsetzung von Projekten noch so groß seien. Mit der Sicherung der Flächen wie der der Flutung der Restlöcher ist die LMBV befasst. (dpa/ta)

 

Durch die Niederschläge im Jahr 2005 ist ein Ende der trockenen Jahre in Sicht, 

in der Lausitzer Rundschau vom 25.07.2005 war dazu Folgendes zu lesen:

 

Wasserhaushalt  der Lausitz erholt sich

 Ergiebige Niederschläge entlasten Staubecken

 COTTBUS. Ergiebige Niederschläge haben bei der Regulierung der Spree nach mehreren problematischen Jahren erstmals wieder zu einer entspannten Situation geführt. Das bestätigte Wolfgang Genehr, Leiter der Regionalabteilung Süd des Brandenburger Landesumweltamtes. Im Juli fielen bislang mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Üblich seien 60 Liter. Bisher habe nur wenig Wasser aus dem Stausee Spremberg in die Spree geleitet werden müssen. "Die Talsperren Spremberg und Bautzen haben noch 80 Prozent ihres nutzbaren Speichervolumens", so Genehr. 2005 wird Brandenburg vermutlich kein Wasser zukaufen müssen, um den Mindestpegel der Spree zu sichern. 2004 lieferte Sachsen neun Millionen Kubikmeter Wasser nach Brandenburg. (Eig. Ber./sim)

 

Diese Situation erlaubt natürlich auch ein zügiges Füllen der künftigen Tagebauseen

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.07.2005

Neißewasser füllt künftig Lausitzer Tagebauseen

Bergbaugesellschaft testet bereits neue Leitung

 DRESDEN. Das Dresdner Regierungspräsidium hat den Weg für die Nutzung von Neißewasser zur Flutung der Lausitzer Tagebauseen frei gemacht. Einem entsprechenden Antrag der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) erteilte das Präsidium grünes Licht, erklärte Sprecher Holm Felber gestern in Dresden. Das Wasser soll über den Neugraben eingeleitet werden und danach den Weißen Schöps östlich von Rietschen (Niederschlesischer Oberlausitzkreis) erreichen. Zunächst hatte die LMBV die direkte Einleitung über den Weißen Schöps beantragt. Dies hatte das Präsidium mit Verweis auf Wassergüte und Umweltbelange abgelehnt.

Derzeit läuft die Testphase der Leitung. Im September soll der Probebetrieb starten. Ge­plant sind Zuflussmengen von bis zu 2000 Litern pro Sekunde, sofern der Fluss genug Wasser führt. (Eig. Ber./mhs)

 

"Die Lausitz ist unser Schwerpunkt" erklärte der LMBV-Chef Kuyumcu im 

RUNDSCHAU- Gespräch  (20.05.2005) über die Konzentration auf neue Aufgaben:

Danach steht die Flutung der künftigen Tagebauseen im Mittelpunkt der Tätigkeit 

der LMBV:

Seit 1990 sind 7,5 Milliarden Euro in die Braunkohlensanierung geflossen. Davon 

wurden 7,1 Milliarden Euro für die Sicherung stillgelegter Tagebaue und für 

Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung verwendet.

Das Jahr 2004 markiert einen Wendepunkt in der Sanierung. Im Mittelpunkt steht 

die Flutung der Bergbaufolgeseen. An 28 von 46 größeren Seen ist mit der 

Flutung begonnen worden. Bereits 5,83 Milliarden Kubikmeter Wasser sind 

geflossen. In neun Seen ist der Endwasserstand erreicht.

Die Bergbausanierung sichert insgesamt etwa 6000 Arbeitsplätze. In der LMBV

selbst waren Ende 2004 noch rund 800 Ingenieure, Immobilienwirte und Kaufleute 

und 212 Auszubildende beschäftigt.

 

Nachfolgend noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

 

 

Kaum zu glauben:

der Senftenberger See (früher: Speicherbecken Niemtsch) wird 2008 35 Jahre alt.

Die Idee von der Schaffung eines Lausitzer Seenlandes nach Ende der bergbaulichen Tätigkeit 

ging vom 

"unbequemen, aber stets visionären: Otto Rindt

aus.

.     

An den Bau des Speicherbeckens Niemtsch (Senftenberger See) erinnert folgender Artikel:

 

Der Senftenberger See als technisches Wunderwerk

Fehlender Zement auf der Baustelle des Speicherbecken Niemtsch /

Bauleiter Kurt Irmscher erinnert sich

Was vielen Leuten kaum bewusst ist: 

Als Speicherbecken der Schwarzen Elster übernimmt der Senftenberger See seit fast 35 Jahren eine wichtige wasserwirtschaftliche' Funktion. 

"Die Geburtsstunde einer Talsperre ist immer ein technisches Jahrhundertbauwerk" , meint Kurt Irmscher (72). Er beschreibt damit ein ausgeklügeltes System an innovativen Monumenten aus Stahl und Beton, das Planer, Ingenieure und Bauleute von 1968 bis 1974 bei Niemtsch, Groß- und Kleinkoschen zur Regulierung des Wassers in die Landschaft gezaubert haben.

Im Frühjahr 1969 wechselte Irmscher mit einem Meisterabschluss in der Tasche nach Senftenberg in die Bauleitung der Speicherbecken Niemtsch (heute der Senftenberger See) und Koschen (Geierswalder See). Der junge Flussmeister kannte die Hochwassersituation am Oberlauf der Elster bei Hoyerswerda aus dem Effeff. "Die neue Baustelle war für uns aber fachlich und technisch höchst interessant", erzählt er rückblickend.

Parallel zur Flutung des Senftenberger Sees entstand bereits damals eine hydraulische Verbindung mit der heutigen Seenkette in Brandenburg und Sachsen. "Nur standen uns vor über 35 Jahren viel primitivere Mittel zur Verfügung als in der jetzigen Zeit", sagt er.

Am Wehr bei Kleinkoschen wird die Schwarze Elster mit einer 2,75 Meter hohen Stautafel auf einer Breite von 13 Metern angestaut. Durch zwei seitliche Einläufe strömt das überschüssige Wasser in die Stollen und damit zu den jeweiligen Speicherbecken. Etwa 900 Meter lang ist der unterirdische Zulauf zum Senftenberger See. "Der Stollen gleicht dem gedrückten Kreisprofil eines Eis. Dies aber bei einem Innendurchmesser von 2,80 Meter", erklärt der einstige Bauleiter. Errichtet wurde die riesige "Betonröhre" in einem großen Kanaleinschnitt von fast zehn Metern Tiefe.

Unter- und Oberschale des Stollens betonierten die Bauleute zeitlich versetzt in einem so genannten Vakuumverfahren, um dem Baukörper technologisch das Wasser zu entziehen. Für alle Beteiligten war das Verfahren absolutes Neuland. "Wasser- und Sandeinbrüche im Stollen oder der fehlende Zement auf der Baustelle haben uns immer wieder beschäftigt. Aber es gab für jedes Problem eine Lösung", erinnert Kurt Irmscher an ein typisches Kapitel aus der DDR-Geschichte.

Der Stollen zum Senftenberger See endet am Einlauf in Höhe der Ortszufahrt Großkoschen. Durch ein übergroßes, hydraulisch angetriebenes Segmentschütz kann der Zufluss aus der Schwarzen Elster in den Stausee reguliert werden.

Das Auslaufbauwerk mit einer hydraulisch betriebenen Stauklappe steht am Ortsende von Niemtsch unmittelbar am Park. Von hier wird das Wasser noch in einem 1,5 Kilometer langen Abflussgerinne zum Deichsiel Biehlen geleitet, bevor es wieder kontrolliert in die Schwarze Elster fließt. Nach dem Jahrhundertbau am Speicherbecken Niemtsch wirkte Kurt Irmscher ab 1974 bis zur Pensionierung vor acht Jahren als Staumeister am Senftenberger See. Schon im Herbst und Winter des ersten Jahres schwoll das Rückhaltebecken bis zur Höchstmarke an. "Wir haben in der Folge oft das Hochwasser aus der Schwarzen Elster weggefangen, ohne dass die Senftenberger davon überhaupt Wind bekommen haben", schmunzelt der 72-Jährige.

Oliver Sobe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 0408

                  

An dieser Stelle noch einmal interessante, sehenswerte Orte im Lausitzer Seenland:

            

 

 

Schon Ende des 19. und im 20. Jahrhundert gab es Pläne, Cottbus  durch den 

Bau des Elbe-Spree-Oder-Kanals zu einer Hafenstadt zu machen ... das waren 

natürlich visionäre Vorstellungen, aber in absehbarer Zeit wird Cottbus am Ostsee mit seinen 

Hafenstädten Merzdorf und Neuendorf  liegen. 

Der Masterplan zur Nachnutzung des Tagebaues Cottbus-Nord liegt schon vor. 

Näheres zur Hafenstadt Cottbus ist  hier  zu lesen. 

Im Wochenkurier vom  22.03.2006 ist Folgendes zu lesen:

Eine Urlaubsregion entsteht

Lausitzer Seenland wächst weiter zusammen

Das Lausitzer Seenland, Europas größte "künstliche" Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet, wächst langsam aber sicher zusammen.

REGION. Anfang des Jahres wurden zwei weitere schiftbare Verbindungen feierlich eingeweiht. Dabei handelt es sich um den Somoer und den Rosendorfer Kanal, die nun die Flutung der Seen vorantreiben werden. Besonders für die vom Bergbau geprägte Region bietet das Lausitzer Seenland die Chance auf wirtschaftJiche Impulse. "Das zukünftige Lausitzer Seenland ist europaweit einmalig und kristallisiert den erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz: Dank dieses innovativen Projektes bekommt die Region ein touristisches Alleinstellungsmerkmal und hat damit das Potenzial, sich zu einem wirtschaftlichen Eckpfeiler in der Lausitz zu entwickeln.

Hier gibt es über über 100.000 Menschen, von denen bereits heute ein Teil direkt oder indirekt schon vom Wassertourismus lebt“, so die Worte vom Brandenburger Minister für Infrastruktur und Raumordnung, Frank Szymanski.

                                           

   Still ruht der See...noch. Denn langsam läuft die Werbemaschinerie für das Lausitzer Seenland an.

                                                                                                   

Hauptstädter auf dem Weg ins Seenland

Die Berliner Zeitung plant nach Angaben der Redakteurin Regine Sylvester eine große Reisereportage über das Lausitzer Seenland. „Damit wollen wir den Hauptstädtern zeigen, dass sich ein Trip in die Region wirklich lohnt“, so  Regine Sylvester. Der Bericht soll im Herbst erscheinen und so helfen, den Tourismus in der Region anzukurbeln. Die Redakteurin weilte erst kürzlich hier und zeigte sich von Land und Leuten restlos begeistert.

 

Zur Lage im Wasserhaushalt und zum Wasserdefizit in der Lausitz war in der Lausitzer Rundschau vom 25.03.2006 zu lesen:

 

Trotz Wasserdefizits in der Region kein Grund zur Sorge

COTTBUS. Für den Präsidenten des Landesbergamtes Brandenburg, Klaus Freytag, ist das Wasserdefizit in der Lausitz nach dem Braunkohlebergbau keineswegs Besorgnis erregend. "Berlin wird nicht trocken fallen. Und auch für den Spreewald ist genug Wasser vorhanden", betonte er gestern vor dem CDU-Wirtschaftsrat im Cottbuser Lindner- Kongress- Hotel.

"Die Wiederherstellung des Wasserhaushaltes ist das Zukunftsthema für die Region", sagte Freytag. Mit dem entstehenden Lausitzer Seenland biete die Region eine tragfähige Lösung an. (Eig. Ber./ta)

 

Nun stellt sich die Frage: Wie groß ist denn eigentlich das Wasserdefizit in der Lausitz ?

Auf jeden Fall keineswegs Besorgnis erregend oder so ähnlich.

 

BILD-BERLIN schreibt u.a. am 01. April 2006:

Seen geflutet  

Cottbus. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden in die Lausitzer 

Bergbaufolgeseen 

60 Millionen Kubikmeter Wasser

geflutet.

2005 flossen insgesamt 190,6 Millionen Kubikmeter.

 

Information vom 29.08.2006

Lausitzer Seenland soll wachsen

Projektträger plant Ankauf weiterer Flächen im Raum Hoyerswerda

DRESDEN. Das Naturschutzprojekt Lausitzer Seenland in den ehemaligen Braunkohletagebauen um Hoyerswerda soll vergrößert werden. Der Projektträger plane den Ankauf von insgesamt 3000 Hektar Naturschutzfläche, teilte das Umweltministerium gestern in Dresden mit. Davon sollen rund 600 Hektar für Nutztiere wie Rinder, Pferde und Schafe verwendet werden, um Teile der Landschaft dauerhaft zu erhalten. Zudem sollen zur touristischen Entwicklung Aussichtstürme und Informationstafeln errichtet werden.

Vor neun Monaten begann die Umsetzung des Projektes. Der Projektträger, die Lausitzer Seenland gGmbH, kaufte dazu rund 960 Hektar Naturschutzflächen vom Bund auf. Der Ankauf wird den Angaben zufolge unter anderem für den ökologischen Waldumbau, die Entstehung von Feuchtheiden und Kleingewässern genutzt. Zudem sollen Sandtrockenrasen und Heiden erhalten und gefördert werden.

Laut Umweltministerium kann der Projektträger bis zu sechs Millionen Euro Fördermittel bekommen. (ddp/roe) ,

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.08.2006

 

Die künftigen Tagebauseen werden lukrativ:

Brandenburg will Tagebauseen von LMBV erwerben

Weg für touristische Nutzung soll geebnet werden

POTSDAM/COTIBUS. Nach dem Freistaat Sachsen nimmt jetzt auch das Land Brandenburg Verhandlungen zum Erwerb der Tagebauseen in der Lausitz auf. Möglichst noch in diesem Jahr solle mit dem bundeseigenen Bergbau-Sanierer LMBV eine Rahmenvereinbarung zum späteren Kauf der einzelnen Seen geschlossen werden, sagte Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) gestern in Potsdam. Zuvor hatte das Kabinett für Verhandlungen gestimmt.

Dellmann betonte, mit dem Kauf solle eine Privatisierung der Seen verhindert werden. Zug1eich werde den umliegenden Gemeinden ein Vorkaufsrecht für die Randflächen der Tagebauseen eingeräumt. Auf diese Weise hätten die Kommunen die Chance, das Seen­land für eine touristische Nutzung zu erschließen. (ddp/ta) SEITEN 2 & BRANDENBURG

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.01.07

 

Brandenburg will Tagebauseen von LMBV übernehmen

Neuer Mut fürs Seenland

VON CHRISTIAN TAUBERT

Auf diese Initiative aus Potsdam haben die Kommunen im künftigen Lausitzer Seenland lange gewartet. Seit gestern gibt es berechtigte Hoffnungen, dass ein großer Hemmschuh für die Verwertung der künftigen Tagebauseen und ihrer Uferbereiche auch im Brandenburgischen beseitigt wird. Denn nach Sachsen hat nun auch der neue Potsdamer Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) im Kabinett grünes Licht für Verhandlungen mit dem Bergbausanierer LMBV zur Übernahme der Tagebauseen in Landesbesitz erhalten.

Das Aufatmen in der Lausitz, bei der IBA Pückler-Land, den Städten und Gemeinden vor Ort dürfte bis in die Landeshauptstadt zu hören gewesen sein. Jetzt gibt es gute Chancen, dass die Kommunen im Seenland bei der Übernahme von Wasser- und Uferflächen nicht allein gelassen werden. Das Land hat sich damit eindeutig für die Fortsetzung und Unterstützung des IBA-Prozesses und die künftige touristische Nutzung des Lausitzer Seenlandes entschieden. Das nimmt kommunalen Akteuren manche Last und macht neuen Mut.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.01.07

Flüsse zur Ader gelassen

Elster, Spree und Neiße geizten in diesem Jahr mit Flutungswasser

Die Schwarze Elster hat sich in diesem Jahr sichtlich gequält durch Senftenberg geschlängelt. Sie war fast schon ein stehendes oder gar streckenweise trockenes Gewässer. In Zeiten, in denen sie reichlich Wasser führte, wurde sie zur Ader gelassen. Bis Mitte Dezember wurden dem Fluss immerhin noch 32 Millionen Kubikmeter des kostbaren Nass für das Fluten der Tagebaurestseen abgezapft. Das waren etwas mehr als ein Kubikmeter je Sekunde.

VON KATHLEEN WESER UND MANFRED FELLER

Im nunmehr zu Ende gehenden Jahr sind den Restseen im Lausitzer Seenland aus Neiße, Spree und Schwarzer Elster bisher 128 Millionen Kubikmeter Süßwasser zugeführt worden. "Das ist nicht die Größenordnung, die nach dem Frühjahrshochwasser euphorisch erwartet worden war", erklärt Manfred Kolba, Sanierungsbereichsleiter Brandenburg und Ostsachsen bei der LMBV. Der Berzdorfer See bei Görlitz (44 Millionen Kubikmeter), der Bärwalder See (19,7), der Sedlitzer See (14,3) und das Speicherbecken Lohsa II (5,9) haben davon den größten Anteil erhalten.

Der Schwerpunkt der Flutung lag den Angaben der LMBV zufolge

mit 90 Millionen Kubikmetern in Ostsachsen.

Die Restseen auf Brandenburger Seite erhielten

nur etwa 38 Millionen Kubikmeter Wasser.

Mit dem Bau des Ableiters zum Schwarzen Schöps einschließlich der Wegeverbindung über 1,5 Kilometer ist am Bärwalder See im Herbst begonnen worden. "Bis März wollen wir die Arbeiten abgeschlossen haben", sagt der Sanierungsbereichsleiter. Auch das Ohr, das Landschaftskunstbauwerk, wächst dort planmäßig aus dem Boden, versichert Kolba. Vom Sanierungsfortschritt sollen sich die Neugierigen im Sommer selbst überzeugen können.

Denn: "Die Besuchertage im Lausitzer Seenland sollen im nächsten Jahr am Bärwalder See stattfinden", erklärt Manfred Kolba.

Auf der Projektliste der Vorhaben, die aus dem Sachsen-Topf des Braunkohleverwaltungsabkommens finan­ziert werden, um die Bergbaufolgelandschaft für den Tourismus flott zu machen, steht der See deshalb ganz oben. Das Maritim Touristische Zen­trum am Bärwalder See mit Steganla­gen in Klitten, Uhyst und Boxberg sowie die Fertigstellung des Ohres mit Amphitheater sind demnach für das Jahr 2007 konkret ins Auge gefasst. "Wir wollen den Gästen die Erfolge der Entwicklung im Lausitzer Seenland ja auch zeigen“, sagt der Bereichsleiter der LMBV.

 Aufgrund des Sanierungsfortschrittes werden die noch ausstehenden Arbeiten mit immer weniger Beschäf­tigten erledigt. Nach wie vor eine feste Größe sind die geförderten Arbeitnehmer. Im Monatsdurchschnitt 2006 standen im Sanierungsbereich Brandenburg etwa 960 Frauen und Männer in Lohn und Brot. "In einer Region mit ungefähr 25 Prozent Arbeitslosigkeit ist das keine unwichtige Größe", so Manfred Kolba. Hinzu kommen noch die fest Angestellten. Allerdings werde es zu Beginn des neuen Jahres einen Abbruch geben.

Gerechnet wird nur noch mit rund 680 geförderten Arbeitnehmern im Durchschnitt der Monate. Im Sanierungsraum Ostsachsen sinkt der Schnitt von 150 auf  87. Besonderen Wert legt Manfred Kolba auf die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften. Momentan erlernen bei der LMBV 135 junge Leute einen Beruf. Kolba spricht von einer "guten Zahl".

Im Revier sind für die LMBV zahlreiche Firmen tätig. Darunter befinden sich vier große Sanierungsgesellschaften mit insgesamt mehr als 650 Arbeitnehmern.

 

ZUM THEMA

Millionen für die Sanierung in der Lausitz

Im Sanierungsbereich Brandenburg sind im Jahr 2006 in die Grundsanierung  128 Millionen Euro investiert worden. Die Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg umfasste 17,45 Millionen Euro, In die Erhöhung der Folgenutzungsstandards in der Bergbaufolgelandschaft sind 4,9 Millionen Euro geflossen.

Im Sanierungsraum Ostsachsen sind 2006 in Regie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für die Grundsanierung (Paragraf -2-Mittel des Braunkohlenverwaltungsabkommens  43,3 Millionen Euro ausgegeben worden. In  die  Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg (Paragraf 3) flossen 8,5 Millionen Euro. Zur Erhöhung der Folgenutzungsstandards (Paragraf 4) wurden 2,1 Millionen Euro eingesetzt.

Für den  Sanierungsbereich Lausitz – also Brandenburg und Ostsachsen – stehen im nächsten Jahr 124,6 Millionen Euro für die Grundsanierung, 32,1 Millionen Euro für die Gefahrenabwehr beim  Grundwasserwiederanstieg, und 16,3 Millionen Euro zur Standarderhöhung für die Folgenutzung der Bergbaulandschaft zur Verfügung.

 Aus dem letztgenannten Topf entfallen den Planungen zufolge

5,8 Millionen Euro auf das brandenburgische und

10,5 Millionen Euro auf das sächsische Seenland.

Datenquelle: LMBV

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.12.2006

 

... wenn Maßnahmen von der "öffentlichen Hand" finanziert werden, spielt Geld nur eine untergeordnete Rolle:

Stand: 24.08.2012

 

Kostenexplosion: Seenland - Kanal 45 Millionen Euro teurer als geplant

Senftenberg. Starkregen im Sommer 2010 und eine verstärkte Grundwasserneubildung haben nach Darstellung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau­Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zu einer massiven Kostenexplosion beim Bau des Überleiters zwischen Senftenberger und Geierswalder See geführt. So habe sich allein die Wassermenge, die bei der Errichtung zweier Tunnel aus der Baugrube abgepumpt werden musste, vervierfacht, sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Auch die Pläne für eine Schleuse hätten überarbeitet werden müssen.

Der Brandenburger Landesrechnungshof hat das Projekt wegen der Kostensteigerung von 6,5 Millionen Euro in der Mach­barkeitsstudie auf voraussichtlich 51,4 Millionen Euro bei Fertigstellung 2013 hart kritisiert.

Es handele sich um die Vergeudung von Landesmitteln in zweistelliger Millionenhöhe durch Missmanagement und fehlende Kontrolle. Sim

Quelle:Lausitzer Rundschau, 24.08.2012

                                           

 

 

Ein nicht zu unterschätzendes Problem ....

 

Kampf gegen Salz im Tagebausee

Forschung und Praxistest in Lausitzer Gewässern

Aus ehemaligen Tagebauen entsteht in der Lausitz eine Seenkette. Forschung und Erfahrung führen dabei immer wieder zu Änderungen der Flutungspläne, um alle Gruben ohne zu hohe Säure- und Salzbelastung zu füllen.

 VON SIMONE WENDLER

 "Bei uns klopfen viele Ingenieurbüros an, die ihre Ideen zur Verbesserung der Wasserqualität umsetzen wollen", sagt Klaus Zschiedrich, Technischer Leiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Platz dafür wäre genug, denn in Südbrandenburg und Ostsachsen entstehen rund 30 Tagebauseen, etwa die Hälfte davon miteinander verbunden als eine Kette zwischen Hoyerswerda und Senftenberg. Doch die LMBV, von Bund und Ländern mit der Sanierung des DDR-Altbergbaus beauftragt und dafür auch finanziert, hat bereits vor Jahren zusammen mit Wissenschaftlern der BTU Cottbus und anderen Forschungseinrichtungen eigene Untersuchungen auf den Weg gebracht. Inzwischen haben einige Vorhaben einen Praxistest hinter sich. Eine neu entwickelte Elektrolysetechnik muss ihn in diesem Jahr bestehen.

Hintergrund ist die Versauerung der Tagebaugewässer durch Stoffe, die mit dem aufsteigenden Grundwasser aus den Kippen gespült werden. Das parallele Einleiten von Flusswasser wirkt dem entgegen. Doch eingeleitet werden kann nur, was Niederschläge in Spree, Neiße und Schwarze Elster spülen, und was nicht für Speicherbecken wie den Spremberger Stausee und als ökologisch notwendige Mindestwassermenge im Fluss benötigt wird.

Erste Hochrechnungen Mitte der 90er-Jahre, die von 200 bis 250 Millionen Kubikmetern Flutungswasser pro Jahr ausgingen, wurden schnell nach unten korrigiert. Der extrem trockene Sommer 2003 wirbelte die Prognosen zusätzlich durcheinander, auch wenn das nasse Jahr 2005 den Rückstand weitgehend wettmachte. Die Ungewissheit großer Niederschlagsschwankungen bleibt.

Seit Jahren werde deshalb mit Hochdruck an technischen Maßnahmen gegen das Säureproblem in den Tagebauseen gearbeitet, so Zschiedrich. Ein Pilotprojekt ist die "reaktive Wand" zwischen Partwitzer und Sedlitzer See. Sie soll wie ein Filter saures Grundwasser neutralisieren.

"Diese Wirkung ist jedoch nur halb so groß, wie wir erwartet haben", fasst Friedrich-Carl Benthaus, Leiter Geotechnik der LMBV, die Messergebnisse nach zwei Jahren Praxistest zusammen. Trotzdem sei die Wand kein Flopp. "Wir haben dabei ein sehr preiswertes Verfahren für den Bau von unterirdischen Dichtungswänden entwickelt" , sagt Benthaus.

In den Praxistest geht in diesem Jahr bei der LMBV eine Elektrolyseanlage, die Sulfat abscheiden soll. Tausende Tonnen dieses Minerals, das ebenfalls aus dem Kippenboden ausgewaschen wird, belasten alljährlich Tagebauseen und Spree. Das soll sich nun ändern. "Die bisherigen Ergebnisse der Pilotanlage sind vielversprechend", sagt Zschiedrich.

Als wenig tauglich für ein Zurückdrängen des Säuregehaltes in den entstehenden Seen hätten sich mikrobiologische Verfahren erwiesen, sagt Zschiedrich. "Sie sind aber wirkungsvoll für die Nachsorge, wenn das Wasser annähernd Neutralwerte erreicht hat." Denn auch wenn die Restlöcher gefüllt sind, kann sich die Wasserqualität noch lange immer wieder verändern.

"Vielleicht werden wir ein Schiff einsetzen, das verschiedene technische Möglichkeiten zur Verbesserung der Wasserqualität bietet", nennt Klaus Zschiedrich neueste Überlegungen, die gerade bei der LMBV geprüft werden. Schließlich würden die Seen miteinander verbunden, sodass das Schiff immer dorthin fahren könnte, wo es Probleme gibt. Abgeguckt habe man sich die Sache von den Berliner Gewässern, wo im Sommer ein Schiff unterwegs ist und Sauerstoff ins Wasser pumpt, wenn der zu knapp wird.

Schneller als ursprünglich geplant soll nun der Ilse-See gefüllt werden, 

dessen Flutung in der nächsten Woche beginnt. 

Steigt das Wasser dort nicht rasch genug, so die Erkenntnisse bei den LMBV-Fachleuten, entsteht ein unterirdisches Grundwassergefälle, das wie auf einer Rutschbahn verstärkt saure Stoffe in den Ilse-See spült. 

Möglichst schon 2015, drei Jahre früher als bisher vorgesehen, soll der Ilse-See deshalb fertig werden, so das anvisierte Ziel.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.03.2007

 

Dokumentation zur Flutung des vorerst letzten Tagebaurestloches:

 

Wasser marsch für den Ilse-See

Flutung vollendet Lausitzer Seenland / Besucherzentrum eröffnet / Woidke: "Region muss Buga tragen"

GROßRÄSCHEN. Bereits im Jahr 2015 soll es im Lausitzer Seenland einen regen Schiffs- und Bootsverkehr geben. Zu diesem Zeitpunkt wird das letzte der gefluteten Tagebaurestlöcher, der Großräschener Ilse-See (Oberspreewald-Lausitz), in der einstigen Braunkohleregion nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwal tungsgesellschaft (LMBV) mit Wasser gefüllt sein.

Den Start für die Flutung des Ex-Tagebaus Meuro vollzog gestern (15.03.2007) Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke, der den erkrankten Regierungschef Matthias Platzeck (beide SPD) vertrat.

                            

In den nächsten acht Jahren strömen 120 Kubikmeter aufbereitetes, Grubenwasser pro Minute in den Ilse-See, 

der künftig touristischer Ausgangspunkt ins schiffbar verbundene brandenburgisch – sächsische Seengebiet sein wird. Woidke und die Staatssekretärin im sächsischen Wirtschaftsministerium Andrea Fischer (CDU) eröffneten auf den IBA-Terrassen der Seestadt Großräschen zugleich das "Besucherzentrum Lausitzer Seenland".

Zu der Initiative, die Bundesgartenschau (Buga) 2015 ins Lausitzer Seenland zu holen (die RUNDSCHAU berichtete), erklärte Minister Woidke: "Eine solche Buga müsste von der ganzen Region getragen werden und sie braucht ein tragfähiges Konzept." Mit zusätzlichen Geldern des Landes dürfe aufgrund knapper Kassen in Potsdam nicht gerechnet werden. (Eig. Ber./ta)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.03.2007

 

Nicht immer geht es so schnell, wie gewünscht:

Ebbe bei Flutung von Lausitzer Tagebauseen

Anhaltende Trockenheit belastet Wasserhaushalt

CO'ITBUS/SENFTENBERG. Bei der Flutung der Lausitzer Tagebaurestlöcher herrscht zurzeit Ebbe. Wegen niedriger Pegel der Flüsse Spree und Schwarze Elster aufgrund der anhaltenden Trockenheit werde bereits seit Mitte April kein Wasser mehr eingeleitet, teilte die Bergbausanierer LMBV gestern (Anm. d. Verfassers: 03.05.2007) mit.

"Wir haben in diesem Jahr die Einleitung von Flusswasser vier Wochen früher als üblich gestoppt", erklärte LMBV­Sprecher Uwe Steinhuber gegenüber der RUNDSCHAU. Davon betroffen ist auch der künftige Ilse-See bei Großräschen (Oberspreewald-Lausitz). "Im Herbst hoffen wir aber, wieder Wasser aus Spree und Schwarzer Elster entnehmen zu können", sagte Steinhuber.

Die Talsperre Spremberg (Spree-Neiße), die den Wasserhaushalt des Spreewaldes und flussabwärts bis Berlin regelt, ist dagegen trotz des seit Wochen ausbleibenden Regen noch gut gefüllt.

Auch die Talsperre Bautzen gibt gegenwärtig zusätzlich Wasser in die Spree ab.

Die LMBV stützt mit Sümpfungswasser den zurzeit niedrigen Wasserstand der Schwarzen Elster. (Eig. Ber./ta)

 

        

   

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.05.2007

 

Am Ufer des künftigen Ilse-Sees in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) ist gestern (23.05.2007) Richtfest für eine vier Meter hohe Aussichtsplattform gefeiert worden. Das 180 000-Euro­Projekt auf der Victoriahöhe wurde vom Senftenberger Architekturbüro Joswig geplant.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.05.2007

 

Der eine muss noch etwas warten, der andere ist schon fast gefüllt ...

 

          

 

300 Kilometer Strand entstehen in der Lausitz

8,1 Milliarden Euro bisher für Sanierung

SENFTENBERG. Bei der Sanierung der ostdeutschen Berg­aulandschaften hat die dritte und letzte Phase begonnen. Nach der Flutung der Bergbau-Seenkette in der Lausitz werden hier Strände und Uferflächen mit einer Gesamtlänge von 300 Kilometern entstehen.

Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts sollen die Seen im Wesentlichen gefüllt sein, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gestern (30.05.2007) in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mit. Große Fortschritte machte die Sanierung in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier rund um Leipzig, südlich von Halle und bei Bitterfeld. Von 1990 bis Ende 2006 seien 8,1 Milliarden Euro Bundes- und Landesmittel in die Sanierung der Braunkohlegebiete geflossen. 2007 kommen weitere 250 Millionen hinzu.

Fortschritte gibt es laut LMBV bei den Verhandlungen mit den Landesregierungen in Sachsen und Brandenburg zur Übernahme der Bergbaufolgeseen. Sachsen will 23 übernehmen, Brandenburg nur vier.

(Eig. Ber.ldpa/ta/sw) SEITE 3

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.05.2007  

 

Luftsprung übers Seenland

Bergbausanierer LMBV geht in die letzte Phase bei der Sanierung der Braunkohlegebiete

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat in diesem Jahr die dritte und letzte Phase bei der Sanierung der ausgekohlten ostdeutschen Bergbaugebiete begonnen. Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts werde die Herstellung von 51 größeren Bergbaufolgeseen abgeschlossen sein, kündigte gestern LMBV-Chef Dr. Mahmut Kuyumcu in Senftenberg an.

VON WOLFGANG SWAT

Wenn von den neuen Landschaften auf Europas größter Naturbaustelle die Rede ist, dann fallen überwältigende Zahlen. Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der LMBV-Geschäftsführung, hat bei der Pressekonferenz zur Bilanz 2006 eine Menge davon parat

(siehe Hintergrund).

Der Chef des Bergbausanierers spricht von Milliarden Euro, die seit der Wende in die Sanierung der "Mondlandschaften" geflossen sind, die die DDR als einst größter Braunkohleförderer der Welt vor allem in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz und an anderen Standorten in Sachsen und Sachsen-Anhalt hinterlassen hat. Drei Viertel davon sind vom Bund gekommen, den Rest haben die drei Länder zugeschossen. Inzwischen ist das vierte Abkommen zwischen Bund und Ländern zur Fortsetzung der Bergbausanierung für die Jahre 2008 bis 2012 auf dem Weg. Kuyumcu hofft, dass es im ersten Halbjahr 2007 endgültig unter Dach und Fach gebracht wird.

Dann geht es weiter mit. den gewaltigen Summen. Millionen Kubikmeter Erdmassen seien bewegt worden, um in den Ex-Tagebauen Böschungen zu stabilisieren. Aneinander gereiht ergäben sie rund 1000 Kilometer und damit mehr als die Strecke von Berlin bis Paris. Milliarden Kubikmeter Wasser würden benötigt, um den Wasserhaushalt wieder zu regulieren. Noch Jahrzehnte werde es aber dauern, bis das saure Wasser in den künftigen Seen mit viel Aufwand für die Menschen verträglich werde, warnt Kyumcu vor unrealistischen Träumereien.

Insgesamt aber überwiegt beim LMBV-Chef der Optimismus beim Blick in die Zukunft, wenn er weitere Details der bisherigen und künftigen Arbeit nennt und dabei vor allem über das Lausitzer Seenland spricht. Elf Seen wird es umfassen, und alle werden miteinander verbunden sein.

 Große Zahlen nehmen Gestalt an

 Leicht geht der Über- und Durchblick bei all den Zahlen verloren. Ein Flug über das Seenland soll Abhilfe schaffen. Der Luftsprung über das einstige Lausitzer Revier zwischen Cottbus, Senftenberg, Lauchhammer, Spremberg, Hoyerswerda und Görlitz beginnt und endet auf dem Verkehrslandeplatz in Welzow (Spree-Neiße).

          

 

Bei der Fahrt dorthin fallen Schilder auf. Darauf sind Forderungen gepinselt, nicht noch mehr menschliche Ansiedlungen den Kohlebaggern zu opfern. Auf dem Flugplatz stehen kleine, viersitzige Flugzeuge bereit. Pilot Martin Janzen, der vom Flugplatz in Kamenz (Sachsen) eigens für den Rundflug herbei beordert wurde, schnallt seine dreiköpfige Mannschaft auf den schmalen Sitzen der PB 9, einer Propeller­Maschine, fest. Los geht's.

Der Partwitzer See, der beim Abheben kurz zu sehen ist, verschwindet zunächst unter der Nase, die der Flieger in die Höhe reckt. Dem Himmel 300 Meter näher, eröffnet sich der erste Ausblick. Die Millionen und Milliarden werden fassbarer, die Mahmut Kyumcu kurz vorher aufgezählt hatte. Sie nehmen Gestalt an.

Das Ufer des Partwitzer Sees lässt von oben noch ein Stück der einstige "Mondlandschaft" erahnen. Ein paar Minuten später und weitere 500 Meter höher können die Augen noch mehr erfassen. Die Wunden, die der Bergbau der Landschaft und den Menschen zugefügt hat, sind unübersehbar. Mehr aber noch wird deutlich: wie sie heilen, wie sich das Revier erholt und sich neue Perspektiven ergeben.

Von den 51 Seen, die entstehen, liegen 27 in der Lausitz und 24 in Mitteldeutschland. Sie eröffnen touristische und damit ökonomischen Chancen in der einst monostrukturierten und inzwischen so arg gebeutelten Region immerhin 

vergrößert sich durch die 8000 Hektar Wasserfläche, die hier von Menschenhand geschaffen wird, die gesamte Wasserfläche Deutschlands um ein Fünftel, wenn der Bodensee nicht mitgerechnet wird.

                      

Heiß begehrte Seen

Das erste Schwimmende Haus mit einer Tauchschule im Gräbendorfer See, das aus dieser Höhe natürlich nicht mehr sichtbar ist, ist ein Stück bereits verwirklichter Vision. An sonnigen Tagen ist dieser See unweit von Cottbus bei Badenden bereits heiß begehrt, obwohl er laut LMBV noch nicht offiziell freigegeben ist.

Die Wasserqualität ist aber sehr gut", stellt Kyumcu erfreut fest.

Die IBA- Terassen in Großräschen, das Naturschutzgebiet Skado sind andere Fixpunkte. "Es wird aber noch Jahrzehnte brauchen, bis aus den Einzelbeispielen eine Gesamtausstrahlung erwächst" , mahnt Kuymzu Geduld an.

Beim Luftsprung über das Seenland mit der PB 9 geht es über Hoyerswerda. Einst als Wohnstätte der Berg- und Energiearbeiter in den Lausitzer Sand gesetzt, hat die Stadt unter dem Strukturwandel am meisten zu leiden. Von       150 000 Beschäftigten in der Kohleindustrie der DDR sind nur 10 000 übrig geblieben. Hoyerswerda hat knapp die Hälfte der Einwohner verloren. Deshalb setzen die Gebliebenen Hoffnungen auf. die Seen vor der Haustür: in Dreiweibern, Bluno, Sabrodt, Spreetal, Geierswalde, die wir überqueren. In luftiger Höhe verschärfen sich die Kontraste. Rechts aus dem Fenster gesehen fällt der Windpark auf einer einstigen Kippenfläche auf, links das neu gebaute Kraftwerk in Schwarze Pumpe und vorn steigen die Dampfwolken aus Kühltürmen des Kraftwerks Boxberg in den Himmel.

Pfütze im Ilse-See

Langsam verlieren wir an Höhe. Der Überleiter vom Senftenberger in den Geierswalder See ist erkennbar. Bis 2010 sollen die 13 Verbindungen zwischen den elf Seen hergestellt sein, verspricht der LMBV-Chef. Fertig sind erst drei.

Wir nähern uns dem Ilse-See. Richtiger dem einstigen Tagebau Meuro.

Die eine Million Kubikmeter Wasser, die seit März in den riesigen, bis zu 55 Meter tiefen Krater geflossen sind, bilden nicht mehr als ein Pfützchen. Weitere 152 Millionen Kubikmeter müssen zufließen, bis die geplante Wasserfläche von 7,7 Quadratkilometern erreicht ist. Im trockenen Frühjahr 2007 versiegte der Wasserstrom zunächst einmal. Aus der Schwarzen Elster, über Verbindungen zu Spree und Neiße sowie aus Grubenwasser sollen sich die Tagebaurestlöcher füllen.

Kurz vor der Landung wird der Widerspruch, der die Lausitz prägt, greifbar. Zurück liegt die Landschaft, die ökologisch nachhaltig und ökonomisch chancenreich Gestalt annimmt. Es taucht der Tagebau Welzow auf, der bereits viele Häuser und Bäume geschluckt hat, und der sich laut aktueller Bergbauplanung in 20 Jahren Teile der Stadt einverleiben will.

Die Landung ist hart.

 

ZUM THEMA

Von 1990 bis Ende 2006 flossen 8,1 Milliarden Euro in die Braunkohlesanierung. Im vergangenen Jahr waren es 290 Millionen Euro.

Die 23 größeren Lausitzer Seen, die gegenwärtig geflutet werden, sind über die Hälfte gefüllt.

In diese Seen flossen bisher 1,2 Milliarden Kubikmeter Wasser.

114 Millionen  Kubikmeter Wasser wurden 2006 allein in der Lausitz und weitere 66 Kubikmeter in Mitteldeutschland aus Flüssen in die Seen geleitet.

Das Volumen des Grundwasserdefizits wurde seit 1990 um 7,2 Milliarden  Kubikmeter auf 5,5 Milliarden Kubikmeter verringert.

Gegenwärtig laufen Untersuchungen und Maßnahmen zur Abwehr der Gefahren durch den Grundwasseranstieg, beispielsweise in Senftenberg. 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.05.2007

 

Der dritte von insgesamt 13 Kanälen im Lausitzer Seenland darf im Herbst gebaut werden. 

Die Genehmigung für die künftige schiffbare Verbindung zwischen Senftenberger und Geierswalder See hat gestern das Landesumweltamt Brandenburg an das Bergbauunternehmen LMBV üibergeben.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.07.2007

 

An dieser  Stelle noch einmal eine Übersicht über das entstehende Lausitzer  Seenland:

               

 

 

Schiffsverkehr unter der Bundesstraße

Im Herbst Baustart für Kanal mit zwei Tunnel-Abschnitten 

vom Senftenberger See zum Geierswalder See 

In das Lausitzer Seenland kommt Bewegung: Ab November dürfen in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) bis zu 40 Meter lange und fünf Meter breite Schiffe mit 1,30 Meter Tief­gang in See stechen. Ab 2009 können die Schiffe über einen 1050 Meter langen Kanal zum Geierswalder See vorstoßen. Dabei unterqueren sie einen Fluss und eine Bundesstraße.

VON DANIEL PREIKSCHAT

 Im Herbst dieses Jahres bekommt die touristische Erschließung des Lausiter Seenlandes einen kräftigen Schub. Zum einen hat Brandenburgs Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) den Senftenberger See diese Woche für schiffbar erklärt. Damit können ihn ab dem 1. November dieses Jahres motorisierte Schiffe befahren. Zum anderen startet ebenfalls noch im Herbst dieses Jahres der Bau eines Kanals, der den Senftenberger mit dem benachbarten Geierswalder See in Sachsen verbindet. 2008, spätestens 2009, so Volker Krause von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV), könne er in Betrieb gehen ­ Dieser Kanal ist zugleich der als Bauwerk anspruchsvollste, so Krause weiter. Sechs Meter breit wird er auf 65 Metern Länge

als erster von insgesamt 13 Kanälen im Seenland.

als Tunnel zunächst unter der Bundesstraße B 96 zwischen Senftenberg und Lauta (Kamenz) hindurchgeführt, dann auf 110 Metern Länge unter der Schwarzen Elster. Hinzu kommt, dass der Kanal mit einer Schleuse versehen werden muss. Denn der Wasserstand des Senftenberger Sees liegt einige Meter niedriger als der des Geierswalder Sees. 

                                                                           

 

 

 

 

Doch nicht nur der Bauherr LMBV steht vor einer Herausforderung. Wenn ab der Feriensaison 2008 Fahrgastschiffe, Hochseejachten und Kajütboote über den Senftenberger See ziehen, muss an den Ufern einiges passieren, so Michael Vetter, Chef im Zweckverband Erholungsgebiet Senftenberger See (ESS). So werden wohl schon im kommenden Jahr an zwei Strandabschnitten neue Anlegestellen entstehen. 

Aber noch weit ehrgeiziger ist das Projekt Stadthafen. Dabei werde der See in Richtung Senftenberg erweitert und nahe des Stadtkerrns Anlegestellen gebaut. "Ein Traum", so Michael Vetter, der 2010, 2011 in Erfüllung gehen könnte.

Wie Verkehrsminister Dellmann sieht auch Vetter die Schiffbarkeit des Senftenberger Sees und den Bau des Kanals als "wichtigen Meilenstein für das Gesamtprojekt Lausitzer Seenland." Immerhin: Ab 2009 stünden dem Schiffsverkehr im Lausitzer Seenland auf einen Schlag drei Seen zur Verfügung. Denn der Geierswalder See ist seinerseits bereits mit dem Partwitzer See per Kanal verbunden. Beide Senftenberger Nachbarseen dürften 2009 fertig geflutet sein.

Der ESS-Chef ist sich aber auch der Pflichten bewusst: "Der Schiffsverkehr muss kontrolliert werden. " Auch werde sich nichts daran ändern, dass der Senftenberger See sein familienfreundliches Profil bewahrt. "Wir müssen uns", so Vetter, "eng mit den drei anderen Zweckverbänden im Seenland abstimmen." Das Ziel sei klar: Jeder See soll sein eigenes Profil haben, um Touristen anzuziehen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.08.2007

                      

 

Das Problem der Versauerung ist nicht so einfach zu beherrschen:

Neue Ideen gegen saure Seen in der Lausitz

LMBV ändert Flutungskonzept

COTTBUS. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) steuert bei der Rekultivierung  jetzt um. Mit neuen Ideen versucht die LMBV, das starke Versauern der Gewässer umzukehren.

Laut Chef-Geotechniker Friedrich-Carl Benthaus zielt das veränderte Flutungskonzept darauf ab, die unterschiedlich hohen Wasserspiegel der Seen anzugleichen. Nur so sei der Zustrom von sauren Kippengewässern zu beseitigen. Laut Benthaus waren nicht alle bisherigen Verfahren im Groß versuch erfolgreich. Derzeit konzentrieren sich die Bergbausanierer auf ein elektrochemisches Verfahren zur Schadstoffbindung und auf Kalkbeimischung in losem Kippensand. Beides sei aber nicht überall praktikabel. Darum soll künftig ein Schiff Kalk gezielter einbringen, als dies von bislang geplanten stationären Anlagen zu erwarten ist. Die LMBV wird die neue Strategie auf einer Wasserkonferenz Kommunen und Investoren vorstellen. (Eig. Ber./ab)

Näheres : Lausitzer Rundschau, 14.09.2007, SEITE 3

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.09.2007

 

Der Kanal am Fuße der Wassertreppe

Am Senftenberger See startet ein anspruchsvolles und aufwendiges Projekt

Am 16. Oktober (2007) startet mit dem Bau eines schiffbaren Kanals zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See eines der anspruchsvollsten Projekte bei der Gestaltung des Lausitzer Seenlandes. Der Kanal - die Fachleute sprechen vom Überleiter zwölf - liegt am Anfang einer Wassertreppe vom Senftenberger bis hoch zum Spreetaler See. Er ist Ausgangspunkt für die Verbindung von Gewässern mit einem Pegel von knapp 98 bis 108 Metern über dem Meeresspiegel. Damit  schließt das Bauwerk den Wasserkreislauf der künftigen Lausitzer Seenkette auf.

Und es ist Zünglein an der Wasserhaushalts-Waage des Systems.

 VON HARRY MÜLLER

Projektmanager Gerd Richter von der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) sagt zu dem Vergleich nicht nein: Wie ein Tunnel des Intercityexpress nur wesentlich kleiner sehen die Eingänge aus für das anspruchsvolle Bauprojekt zur Realisierung der Lausitzer Seenkette, den Überleiter zwölf. Die Eingänge sind Teile des Kanals, der sich unter der Bundesstraße B 96 und der Schwarzen Elster vom Senftenberger See über 1050 Meter hin zum Geierswalder See ziehen soll. Zu dem Bauwerk gehören außer den beiden Tunneln ein 848 Meter langer offener Überleiter sowie eine 48 Meter lange Schleusenanlage.

Schwarze Elster wird verlegt

Die Baukosten, die vom Land Brandenburg getragen werden, können nach Auskunft von LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen. Richter beschreibt die beiden Tunnel als das Besondere am Überleiter zwölf: Einer führt in der Ortslage Koschen (Oberspreewald-Lausitz) unter der B 96 bei Koschen durch. Der zweite wird mit einer Länge von 90 Metern unter der Schwarzen Elster - einem zeitweise Hochwasser führenden Fluss - hindurchgeleitet.

„Dabei verlegen wir die Elster in einem Bogen. Dadurch können der Tunnel minimiert und die Geradlinigkeit der Schwarzen Elster aufgelockert werden.“

Ein derartiges Wasserbauwerk gibt es bislang im Osten Deutschlands noch nicht. Im Westen existiert bei Weilburg ein einziger schiffbarer Tunnel, der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Fels geschlagen wurde.

Höhenunterschiede überwinden

Anspruchsvoll ist auch der Bau des anschließenden Kanals, weil Wassertandsschwankungen im Speicherbecken Senftenberger See zwischen 97,7 und 99,25 Metern über dem Meeresspiegel zu berücksichtigen sind, wie die Experten erläutern. Der Geierswalder See soll künftig einen Wasserstand zwischen 100 und 101 Metern über dem Meeresspiegel haben. Das heißt, er liegt höher als bisher. Deshalb müsse auf Schutz und Sicherung der guten Wasserbeschaffenheit des tiefer liegenden Senftenberger Sees besonders geachtet werden.

Der Kanal liegt an der untersten Stufe einer ganzen Wassertreppe im Seenland. Die einzelnen Stufen dieser Treppe bestehen aus dem Geierswalder, dem Partwitzer, dem Sedlitzer und dem Ilse-See; aus dem Spreetaler Gebiet mit der Blunoer Südsee, dem Neuwieser See, dem Bergener See und dem Sabrodter See sowie dem Spreetaler See als der obersten Stufe. Hier geht es von etwa 108 Metern des Spreetaler Sees auf 98 Meter des Senftenberger Sees abwärts. Die Kanäle zwischen den Stufen gestatten es, bei Bedarf überschüssiges Wasser herunterzulassen und in die Schwarze Elster zu leiten, erklärt Richter.

Der Projektmanager beschreibt eine weitere wichtige Aufgabe: "Beim Geierswalder See müssen wir die durch den Plangenehmigungsbescheid vorgegebene Wassergüte erreichen. Erst dann ist Schleusen von Booten zum oder vom Senftenberger See aus möglich." Dabei könne die LMBV auf Erfahrungen bei der bisherigen Sanierung und entsprechende Konzepte zurückgreifen.

Die Planer rechnen damit, ab dem Jahr 2010 die ersten Schiffe durch den Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See zu leiten. Damit wäre dann auch der Senftenberger See mit der aufsteigenden Lausitzer Seenkette verbunden. Für Wassersportler wird er so attraktiver. Auch Wanderer und Radler profitieren davon, denn mit dem Kanal ist dem Projektmanager zufol­ge ein ansehnliches Kreuzungsbau­werk an der B 96 mit Fußgänger- und Radwegtunnel verbunden. Gerd Richter, seit 1995 an Bergbausanierungsobjekten in der Lausitz verantwortlich beteiligt, freut sich auf sein neues Projekt Überleiter zwölf.

Nach dem offiziellen ersten Spatenstich in der kommenden Woche stehen die Erdarbeiten neben der "planerischen Untersetzung der Ingenieurbauwerke" auf dem Programm. Ab dem zweiten Quartal 2008 so11 der Tunnel unter der Schwarzen Elster in Angriff genommen werden.

Der Namenlose schließt den Kreis

Der Überleiter zwölf hat zwar noch keinen so klangvollen Namen wie seine kleineren Ableger, von denen vier bereits fertig sind: 

der Barbarakanal (Überleiter neun) zwischen Geierswalder und Partwitzer See oder der Rosendorfer Kanal (Überleiter acht) vom Partwitzer zum Sedlitzer See. 

Aber er liegt am Anfang, am Fuße der künftigen Wasserkette. Der Überleiter zwölf schließt sie für den Wasserkreislauf und für den Tourismus auf. Er rückt die Vision von der Verbindung der Lausitzer Seenkette mit den Gewässern im Norden der Republik näher in die Wirklichkeit.

ZUM THEMA

Zehn der 28 größeren und kleineren Seen ehemaliger Tagebaue der Lausitz werden den Planungen zufolge durch insgesamt 13 Überleiter, Kanäle sowie vier Schleusen miteinander verbunden. Die meisten davon, außer die Flachwasserzonen um Spreetal, sind für Sportboote und Fahrgastschiffe tauglich. Neun der 13 Kanalprojekte liegen in Sachsen, vier in Brandenburg. Drei sind bereits fertig. Die anderen befinden sich im Bau oder in der Genehmigungsphase. Ab 2010 könnten sie nach Auffassung des Bergbausanierers LMBV je nach Stand der Flutung schrittweise genutzt werden.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.10.2007 

 

Spatenstich für neuen Kanal im Seenland                

SENFTENBERG. Den ersten Spatenstich für den sechsten schiffbaren Kanal im Lausitzer Seenland haben gestern (16.10.2007) die Regierungschefs von Sachsen, Georg Milbradt (CDU), und Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), vollzogen. Der 1050 Meter lange und bis zu 70 Meter breite Überleiter zwischen Senftenberger und Geierswalder See verbindet beide Länder im Seenland. Anfang 2011 soll das Zehn-Millionen-Euro-Projekt vollendet sein. (Eig. Ber./ta)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.10.2007

 

Wanka für Erhalt von Wasserbauwerken

Kulturministerin eröffnet 16. Denkmaltag

GROßRÄSCHEN. Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) hat sich für den Erhalt von technischen Denkmalen am Wasser ausgesprochen. Nichts habe die Brandenburger Kulturlandschaft so nachhaltig geprägt wie das Leben am und auf dem Wasser, sagte sie gestern zum Beginn des 16. Brandenburger Denkmaltages in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz). Deshalb sollten Wasserwerke, Wassertürme, Hebewerke, Schleusen, Kanäle oder Wasserfahrzeuge für die Nachwelt erhalten bleiben. Heute wollen die Teilnehmer Denkmale der Industriekultur in der Niederlausitzer Bergbauregion besichtigen.

Wanka verwies auf die Flutung der Lausitzer Tagebaurestlöcher, die nach dem jahrzehntelangen Raubbau begonnen 

habe.

 "Die neue Landschaft soll und wird die Menschen entschädigen für die lange Phase der Zerstörung",

betonte die Ministerin.

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land habe dort einen großen Anteil am Erhalt von technischen Denkmalen, darunter die frühere Förderbrücke F60, die Biotürme in Lauchhammer oder das Erlebnis-Kraftwerk Plessa. In Brandenburg gebe es 77 museale Standorte für Technik, Arbeit und Verkehr.

Wie der Technikhistoriker Matthias Baxmann sagte, erschweren neue Normen und ökologische Erfordernisse die Pflege des Museumsbestandes, etwa von Schleusen und Wehren im unteren Spreewald. (dpa/mb)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.10.2007

 

... andere sehen die künftige Landschaftsgestaltung wieder anders:

 

Bergbausanierer weisen Pücklers Kritik zurück

IBA verteidigt Landschaftsgestaltung

COTTBUS. Die Kritik Hermann Graf von Pücklers an der Rekultivierung der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft stößt bei Landschaftsgestaltern- und sanierern auf Unverständnis. Befremden löst Pücklers Drohung aus, der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst Pückler-Land die Namensrechte zu entziehen.

Pückler hatte in einem Zeitungsinterview den Stopp weiterer Tagebau-Aufschlüsse in der Lausitz gefordert. Als Grund führt der Urgroßneffe des bekannten Landschaftsarchitekten Fürst Pückler gegenüber der RUNDSCHAU die "katastrophalen Ergebnisse" der bisherigen Rekultivierung der Bergbaufolgelandschaft an. Eine IBA-Sprecherin wehrt sich gegen diese Einschätzung mit Verweis auf die 25 Projekte, die gut angenommen würden. Sprecher der Lausitzer ­und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft sowie des Energiekonzerns Vattenfall weisen die Kritik als unberechtigt zurück. (Eig. Ber./dpr)

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.10.2007

Lausitzer Wasserweg in fünf Jahren komplett nutzbar /

Die Tagebauseen sind schon zur Hälfte gefüllt

2015 sollen die meisten der 28 großen Flutungsseen voll gefüllt sein. Rund die Hälfte der benötigten Wassermenge ist den Seen bereits zugeführt worden.

(Eig. Ber./rb) WIRTSCHAFT

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.11.2007

In fünf Jahren Bootsfahrt von Spreetal nach Großräschen

Die meisten der 28 neuen Tagebauseen sind 2015 gefüllt

In acht Jahren wird die neue Lausitzer Seenkette zu einem großen Teil fertig sein. Die touristische Nutzung vieler Gewässer kann aber schon vorher beginnen. Derzeit sind die 28 zu flutenden ehemaligen Tagebaue in der Gesamtheit etwa zur Hälfte gefüllt. Das teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Mahmut Kuyumcu, gestern auf einer Fachkonferenz in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) mit.

 VON ROLF BARTONEK

Auf die Frage, wann eine Schiffsfahrt etwa vom künftigen Spreetaler See in Sachsen, gelegen nördlich von Hoyers­werda, bis ins brandenburgische Großräschen möglich sein wird, wollte sich Kuyumcu nicht genau festlegen. Mit dem Boot, sagte er, werde das aber schon Ende 2012 der Fall sein. Dann sind nach LMBV-Angaben alle 13 Kanäle sowie die Wehre und Schleusen zwischen den Gewässern fertig.

Die Fahrt würde vom Spreetaler über den Sabrodter, Blunoer, Neuwieser und Partwitzer See in den Sedlitzer führen und von dort in den Ilse-See. Abstecher in den Geierswalder und Senftenberger See empfehlen sich. Zwischen diesen bei den Seen und dem Partwitzer See soll es schon 2010 eine Schiffsverbindung geben.

Von den Niederschlägen her, die entscheidend sind für die zur Verfügung stehende Menge an oberirdischem Flutungswasser (neben Grundwasser), war 2007 laut LMBV bislang ein "durchschnittliches Jahr" und damit deutlich besser als die trockenen Jahre 2003 und 2006. 

Bis zum gestrigen Tage flossen seit Januar 2007 bereits 114 Millionen Kubikmeter Wasser in die zu füllenden Lausitzer Tagebauseen. 

Im gesamten Jahr werden es rund 140 Millionen Kubikmeter sein. 2006 waren es zirka 130 Millionen Kubikmeter. Kuyumcu sagte

bisher seien von der Niederschlagsmenge her keine Beeinträchtigungen zu spüren, die auf eine Klimaveränderung hindeuten würden. In der Lausitz wechselten sich wie früher nasse und trockene Jahre ab.

Bei der Flutung jedenfalls liegt die LMBV im Zeitplan, allerdings wurden Veränderungen bei den Wasserzuleitungen vorgenommen. Danach wird beispielsweise der Ilse-See bei Großrä­schen schon 2015 und nicht erst 2018 voll befüllt sein. Im Gegenzug erreicht der Greifenhainer See seinen vorgesehenen Wasserstand erst deutlich nach 2018 - zwei bis drei Jahre später als ursprünglich vorgesehen. Klaus Zschiedrich, Leiter des LMBV-Ingenieurbereichs Sanierung, begründete dies mit einer Anpassung der Pläne an die hydrologischen Bedingungen.

111 kleine und große Seen

Insgesamt wird es nach Angaben von Eckhard Scholz, Leiter des Sanierungsstabes der LMBV, in der Lausitz 31 große Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 14200 Hektarn geben. Kleinere Gewässer eingerechnet, beläuft sich die Zahl der Seen künftig auf 111. Für die Sanierung der ehemaligen Bergbaureviere hat die LMBV bisher rund acht Milliarden Euro ausgegeben, davon 4,5 Milliarden in der Lausitz, wie LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber mitteilte. Für die Jahre 2008 bis 2012 sei eine weitere Milliarde bewilligt.

Derzeit arbeiten Fachleute des Sanierungsunternehmens gemeinsam mit Wissenschaftlern von Universitäten und Instituten mit Hochdruck an Lösungen zum Abbau der Versauerung der Tagebauseen durch Substanzen, die mit dem aufströmenden Grundwasser aus den Kippen gespült werden.

Dazu befinden sich etliche Verfahren von chemischen über elektrochemische bis hin zu biologischen - im Labor- beziehungsweise Feldversuch. Nach Angaben der LMBV wird es rechtzeitig gelingen, bis zur Fertigstellung der Seenkette die Wasserqualität so zu verbessern, dass Badestellen errichtet werden können.

Prioritäten der Wasserverteilung

Bei der Versorgung mit Wasser stehen die Tagebauseen in der Priorität erst an vierter Stelle, wie Zschiedrich berichtete. Auf dem ersten Platz rangieren de natürlichen Gewässer, deren Mindest -Durchflussmenge gegebenenfalls mithilfe der Talsperren gesichert werden muss. Danach kommen die Talsperren selbst und an dritter Stelle die Gewährleistung eines ausreichenden Wasserstandes im Oder-Spree-Kanal. Dann erst können die Flutungsseen mit Wasser aus dem Einzugsgebiet von Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße bedient werden.

Das hatte zur Folge, dass im laufenden Jahr wegen der Trockenheit in den Monaten April und Mai durch die LMBV lange Zeit kein Wasser aus den Vorflutern entnommen werden konnte. Der nasse Sommer und der nass­kühle Herbst bringen nun doch noch ein ordentliches Flutungsergebnis zustande.

HINTERGRUND

25 Jahre Nachsorge

Sind die Zielwasserstände in den Seen erreicht, beginnt die Nachsorge. Bis zu 15 Jahren dauert die Stabilisierung 

der vorgesehenen Pegelstände.

Die Stabilisierung der Wasserbeschaffenheit kann sogar bis zu 25 Jahren in Anspruch nehmen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.11.2007

 

Flutungsbilanz 2007:

Lausitzer Gruben füllen sich schnell

Spree gab 55 Mio. Kubikmeter Wasser ab / Flutungszentrale steuert Zufluss

Region (GHZ) Die „Flutungszentrale Lausitz“ in Senftenberg meldete zum Jahreswechsel eine positive Bilanz:

Rund 146 Millionen Kubikmeter Flutungswasser aus Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße sind 2007 zur Flutung in die Bergbaufolgeseen in der Lausitz geflossen. Damit wurde das Flutungsergebnis des Vorjahres            (130 Millionen Kubikmeter) übertroffen.

In den Mangeljahren 2003 und 2004 lagen die verfügbaren Mengen nur bei rund 65 Millionen Kubikmeter. Zu dem guten Ergebnis 2007 trugen auch die ertragreichen Niederschläge in der Region bei,

Rund ein Drittel der Flutungsmenge wurden in die brandenburgischen Bergbauseen eingeleitet.

Bis Mitte 2008 werden viele Seen ihren endgültigen Wasserstand erreicht haben.

Im Frühjahr 2007 hatte der Gräbendorfer See (Drebkau) damit als erster Brandenburger Bergbaufolgesee nach der Wende seinen Endwasserstand erreicht.

Aus der Spree wurden im Jahr 2007 bisher rund 55 Millionen Kubikmeter verfügbar gemacht. Dieses Wasser wurde u.a. in den Geierswalder See (rd. 5  Millionen Kubikmeter abgeschlagen.

Im südlichen Brandenburg konnte insbesondere der Bischdorfer See (11 Millionen Kubikmeter) profitieren. Damit stieg der Wasserspiegel um mehr als 4 Meter und liegt nur noch 0,7 Meter unter dem Zielwasserstand.

Auch der Bergheider See bei Lichterfeld hat um 6,6 Millionen Kubikmeter zugenommen.

Seit März wird auch der Tagebau Meuro zwischen Senftenberg und Großräschen  geflutet. Dem künftigen Ilse-See sind seit dem rund 5,7 Millionen Kubikmeter zugeflossen. Sein Wasserspiegel stieg damit inzwischen insgesamt um fast 15 Meter.

Quelle: Märkischer Bote, 29.12.2007

 

Nicht nur bei der Flutung der Tagebaue muss Wasserbewirtschaftung betrieben werden ....

Die Landschaft erhält wieder mehr Wasser

.....Die Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes und die Verbreitung der Wölfe werden in den nächsten Jahren die Naturschutzarbeit im Spree-Neiße-Kreis prägen.Darauf hat Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) während der Jahresnaturschutztagung des Spree­Neiße-Kreises in Drachhausen hingewiesen. Beide Themen seien langfristig mit völlig neuen Anforderungen an die haupt- und ehrenamtlich Tätigen verbunden.

 VON RONALD UFER

"Brandenburg muss zur Umsetzung der neuen EU-Wasserrichtlinie in den nächsten Jahren zwischen 500 und 900 Millionen Euro aufwenden", kündigte Dietmar Woidke an. "Neben der Weiterführung der Hochwasserschutzarbeiten an Elbe und Oder sind zahlreiche Projekte an den kleinen Gewässern nötig. Damit werden die Anstrengungen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes. weitergeführt. "

"Trotz vieler Fortschritte - so setzt Brandenburg bundesweit das erste Projekt zur Deichrückverlegung bei Lenzen um - wird das Programm nicht wie angestrebt bis 2015 abgeschlossen werden können", sagte Dietmar Woidke. Er plädierte dafür, 

die Anstrengungen zur Instandsetzung und Neustrukturierung des Netzes der Be- und Entwässerungsgräben, Wehre und Schöpfwerke zu verstärken. 

Dabei sollen auch Fehler aus den 70er­Jahren, die zu einer übertriebenen Entwässerung der Böden führen, korrigiert werden.

(Anm.: Die 70-er Jahre waren auch oft extrem nasse Jahre, so dass zum damaligen Zeitpunkt, die durchgeführten Meliorationsmaßnahmen völlig richtig waren) 

Der Kreisbauernverband Spree­Neiße hat nach Einschätzung des Ministers eine Schlüsselrolle bei der Revitalisierung von Moorflächen und der Verbesserung das Landschaftswasserhaushaltes übernommen. "Der Verband hatte als erster in Brandenburg zu Gesprächen mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wasserwirtschaft und Naturschutz zu diesem Themenkreis eingeladen. Die Teilnehmer berieten über die Wasserverteilung und Umgestaltungen. " Als weiteren Schwerpunkt bei der Verbesserung des Wasserhaushaltes bezeichnete Woidke die Moorvitalisierung.

...

Und so begann in der Lausitz alles ....

Schlabendorf-Nord: Vor über 50 Jahren erste Entwässerungsarbeiten

Vor über 50 Jahren, 1957, begannen die Entwässerungsarbeiten für den Tagebau Schlabendorf-Nord - einen der großen Braunkohletagebaue, die zur Energiegewinnung in der DDR beitrugen. 

Etwa 137 Millionen Tonnen Braunkohle für die Kraftwerke Lübbenau und Vetschau kamen von 1961 bis 1977 aus Schlabendorf-Nord. Inzwischen läuft die Rekultivierung der Tagebaulandschaft.

Bis zum Jahr 2020 sollen vier Seen entstehen: der Hindenberger, Stöbritzer, Stoßdorfer und Lichtenauer See

Sie liegen im Naturpark "Niederlausitzer Landrücken".

Einen Großteil der Finanzierung des Artenschutzprogrammes übernimmt die Heinz-Sielmann-Stiftung. Insbesondere wird hierbei die Naturlandschaft "Wanninchen" in ihrer Entwicklung unterstützt. Die meisten Mittel gehen in Artenschutzmaßnahmen. Die Verbesserung der Brutmöglichkeiten für Wiedehopf, Schellente, Steinschmätzer und Uferschwalbe stehen im Vordergrund. Auch die Lebensbedingungen des in Vergessenheit geratenen Feldhasen sollen besser werden.

Schon jetzt existiert ein Radweg rund um den ehemaligen Tagebau. Tafeln an den Naturschutzzonen informieren zu den Vorhaben, die Landschaft mit neuem Leben zu erwecken. Henry Lehmann

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.03.2008

An dieser Stelle noch einmal das Flutungskonzept der Tagebaurestlöcher in der Lausitz und der Stand der Füllung:

 

 

IBA startet heute (21.03.2008) ins Wasserjahr "Seensucht Lausitz“

                                                                                                                   

GROßRÄSCHEN. Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land startet heute in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) in ihr Wasserjahr. Neue, attraktive Projekte - von der Landmarke Lausitzer Seenland am Sedlitzer See bis zur Schaubaustelle am Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See stehen dabei im Mittelpunkt.

                                         

Quelle: Lausitzer Rundschschau, 21.03.2008

          

 

Millionen-Ströme für eine neue Lausitz

Wie Bergbausanierer LMBV die Tagebaugebiete fit für die Nachnutzung macht /

58 Prozent der Wasserflächen bereits geflutet

Wer sich zum ersten Mal im Lausitzer Seenland umschaut, mag sich wie ein Abenteurer vorkommen. Viel Wald, einsame Wege, große Seen - ein Hauch von unberührter Natur. Doch hinter dieser Idylle steckt jahrelange Planung. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft ) arbeitet seit mehr als 15 Jahren daran, die früheren Tagebaue umzugestalten. Allein im vergangenen Jahr sind 231 Millionen Euro für die Bergbausanierung ausgegeben worden, davon 130 Millionen Euro in Brandenburg.

VON SASCHA KLEIN

Die neue Verbindung von der säcl:1sischen Staatsstraße zum Partwitzer See ist gerade einige Tage freigegeben. Wer glaubt, die Straße führt ins Nirgendwo, der irrt. Sie führt zu einem der Pioniere der Region. Die Reiterhof-Besitzerin Karin Mietke aus Spohla bei Wittichenau (Landkreis Kamenz) entwickelt gemeinsam mit ihrem Mann eines der ersten Urlauberzentren im Lausitzer Seenland. Ihre Vision: Dort, wo zurzeit noch Sandhaufen das Ufer zieren, soll in einigen Jahren ein Hotel mit 80 Betten stehen. Kostenpunkt: rund drei Millionen Euro. Ein schwimmendes Haus ist bereits gebaut. Es ist das Referenzobjekt für weitere. ,,40 bis 50 schwimmende Häuser wollen wir eigentlich bauen", sagt Karin Mietke und deutet auf das Ufer auf der Gegenseite. Dort sollen sie entstehen und den Partwitzer See einzigartig machen. Rechts neben dem schwimmenden Haus lassen sich bereits die Konturen des Hafens erkennen. Dieser ist durch Mittel der LMBV entstanden. Die Bergbausanierer sollen möglichen Investoren mit ihrer Arbeit den Weg ebnen. Neben der Sicherung der früheren Kippenflächen ist es auch Aufgabe des Bundesunternehmens, die Bergbaufolgeseen durch neue Infrastruktur aufzuwerten. Unter dem etwas starr anmutenden Begriff "Paragraf-4-Mittel" stellen die Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Geld zur Verfügung, um Investoren eine bessere Ausgangslage zu schaffen. 23 Millionen Euro sind allein im vergangenen Jahr dafür ausgegeben worden, davon 7,36 Millionen Euro in Brandenburg und 8,81 Millionen Euro in Sachsen.

Aus Paragraf-4-Mitteln entstehen unter anderem 13 schiffbare Überleiter, die elf Seen zwischen Senftenberg und Spreetal miteinander verbinden. Einer der Vorzeige bauten ist der Überleiter Nummer 12, der ab dem Jahr 2010 den Senftenberger mit dem Geierswalder See verbinden wird.

Er schafft eine Brücke zwischen dem ersten touristisch genutzten Bergbaufolgesee der Lausitz und der neu entstehenden Landschaft. 17 Millionen Euro wird das rund einen Kilometer lange Bauwerk inklusive Schleuse kosten. Um diese Verbindung, durch die später auch Fahrgastschiffe pendeln sollen, zu realisieren, muss nicht nur die Schwarze Elster, sondern auch die Bundesstraße B 96 gekreuzt werden. Dort entsteht eine Brücke für den Fahrzeugverkehr.

                                        

Wenige Kilometer weiter, an der Steganlage unweit von Geierswalde, steht Dr. Mahmut Kuyumcu, Geschäftsführer der LMBV, und schaut auf das Wasser hinaus. Für ihn sei es immer wieder ein Vergnügen, sich die Fortschritte bei der Bergbausanierung in der Lausitz anzusehen, sagt er. "Wir haben hier eine einzigartige Aufgabe zu erfüllen", betont er. Nirgends sonst sei eine Region derart vom Wandel in der Landschaft betroffen wie diese. Kohlengruben seien auch in Westdeutschland geschlossen worden, jedoch nicht so abrupt wie zum Ende der DDR im Jahr 1990, so Kuyumcu.

39 Braunkohlentagebaue hat es noch zur Wende gegeben, die wenigsten haben überlebt. Heute sind es noch fünf in der Lausitz.

Fast wie in einem gerade ausgekohlten Tagebau sieht es noch abseits der drei Hauptseen an der Verbindung vom Blunoer Südsee zum Sabrodter See aus. Dort sind die Einschnitte des Tagebaus in die Natur bisher deutlich zu erkennen. Spätestens in zwei Jahren sollen die Erdrnassen, die dort noch angehäuft sind, im künftigen See verschwunden sein. Mittels Sprengungen wird das Erdreich in der Fläche aufgehen.

                                         

Weiter westlich, am Sornoer Kanal, der Verbindung zwischen Geierswalder und Sedlitzer See, wird bereits wieder ein Stückchen Infrastruktur errichtet. Ein Aussichtsturm wird ab Herbst einen Blick über die Seen ermöglichen - finanziert über die Paragraf-4-Mittel der Länder. Es ist die erste Landmarke im Gebiet der Seenkette.

Stolz sind die Bergbausanierer auch auf den Start der Flutung des Ilse-Sees bei Großräschen, dem früheren Tagebau Meuro. Bis zum Jahr 1999 ist dort noch Braunkohle gefördert worden, bis zum Jahr 2015 sollen dort 153 Millionen Kubikmeter Wasser einen der größten Bergbaufolgeseen in Brandenburg entstehen lassen.

Trotz allen Fortschritts gibt es zwischen den Anrainern auch Streit um das kühle Nass. Erst vor wenigen Wochen hatte sich die Kamenzer Landrätin Petra Kockert (CDU) über das veränderte Flutungskonzept für die Seenkette ereifert und der LMBV vorgeworfen, die handelnden Personen nicht genügend eingeweiht zu haben. Sie befürchtet, dass Investoren abspringen, falls der Partwitzer See seinen Endwasserstand später als geplant erreicht. Aus dieser Kontroverse will die LMBV nun die Schärfe nehmen. Es habe Abstimmungen mit dem Ergebnis gegeben, so Geschäftsführer Kuyumcu, dass am vereinbarten Flutungsende im Jahr 2012 nicht gerüttelt wird.

In vier Jahren will Investorin Karin Mietke am Geierswalder See möglichst schon Urlauber im geplanten Hotel und in weiteren schwimmenden Häusern begrüßen können. Die LMBV wird es dann auch noch geben. Das vierte Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern endet im Jahr 2012, die Arbeit für die Sanierer der Lausitz wird dann aber noch lange nicht abgeschlossen sein.

Hintergrund

Zahlen und Fakten in der Lausitz

231 Millionen Euro hat die LMBV im Jahr 2007 für die Bergbausanierung ausgegeben. Davon entfallen auf Brandenburg 130 Millionen Euro, auf Sachsen 61 Millionen.

Die bisherigen Kosten der Bergbausanierung im Osten Deutschlands belaufen sich zurzeit auf etwa 8,3 Milliarden Euro.

Zu 58 Prozent sind die 31 größeren Tagebau-Restseen in der Lausitz bereits geflutet. Laut LMBV sollen noch in diesem Jahr der Geierswalder See und der Bernsteinsee bei Burghammer (Kreis Kamenz) fertig geflutet sein.

In den kommenden Jahren folgen unter anderem das Speicherbecken Bärwalde im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (2010) sowie der Schlabendorfer See und der Partwitzer See (beide 2012). Der Sedlitzer See, der Ilse-See bei Großräschen, der Neuwieser, Sabrodter, Bergener See sowie der Blunoer See sollen bis 2015 ihre Endwasserstände erreichen.

Bis zum Ende des Jahres 2007 sind laut LMBV

 

387 Millionen Kubikmeter Wasser

 

in die Brandenburger Restseen geflossen,

in die Ostsächsischen insgesamt

 

828 Millionen Kubikmeter Wasser.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.04.2008

 

Flutungswasser für die Lausitzer Bergbauseen

COTTBUS. Die Seenlandschaft in der Lausitz nimmt deutlich Gestalt an. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) informierte gestern, dass im ersten Halbjahr (2008) 93,4 Millionen Kubikmeter Flutungswasser aus Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße in die einstigen Tagebaurestlöcher geleitet wurden. Das war etwas mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, hieß es. (dpalab)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.07.2008

                               

Bis 2018 enstehen durch die Flutung früherer Braunkohletagebaue zwischen dem südbrandenburgischen Senftenberg und dem ostsächsischen Hoyerswerda 21 Seen mit einer Gesamtwasserfläche von 140 Quadratkilometern. Neun Seen werden durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Auf diesem Foto von 2003 ist der Partwitzer See im Vordergrund, daneben der Geierswalder und der Sedlitzer See. Im Hintergrund der Tagebau Meuro, der spätere Ilse-See.

 

In einem Jahr Baustart (2009) für den letzten Seenland-Kanal

 

Kernstück ist 200-Meter- Tunnel unter der B 169

GROßRÄSCHEN. Ende 2009 wird mit dem Bau des Ilse-Ka­nals zwischen dem Ilse- und dem Sedlitzer See (Oberspree­wald-Lausitz) begonnen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft mbh (LMBV) als Berg­bausanierer hat das Projekt um ein Jahr vorgezogen, um mit der gleichzeitigen Flutung des früheren Tagebaus Meuro (Ilse­-See) den "Restpfeiler" zu stabi­lisieren, auf dem die Bundes­straßen 96 und 169 sowie zwei Bahntrassen verlaufen. Der rund 1,2 Kilometer lange Ilse-­Kanal wird LMBV-Angaben zufolge mit einem 200 Meter langen Tunnel die Verkehrs­adern unterqueren.

Der letzte der zwölf Überleiter im See­nland soll 2011/12 in Betrieb gehen. (Eig. Ber./tr)

   

Ilse-Kanal wird bereits ab Herbst 2009 gebaut

Bergbausanierer LMBV will für hervorragende Wasserqualität sorgen

Schon im vierten Quartal des kommenden Jahres soll mit dem Bau einer schiffbaren Verbindung zwischen dem Ilse-See und dem Sedlitzer See (Oberspreewald-Lausitz) begonnen werden. Die Planer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungs­gesellschaft mbH (LMBV) als Landschaftssanierer beabsichtigen damit einen zügigeren Anschluss des Ilse-Sees als Großräschener Badewanne an die Restlochkette. Auch die Flutung des früheren Tagebaus Meuro soll drei Jahre eher beendet sein.

 

VON TORSTEN RICHTER

Wer heute auf der Bundesstraße zwi­schen Sedlitz und Allmosen unterwegs ist, kann schon an den blauen Fähnchen der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst-Pückler-Land" die unge­fähre Kreuzung zwischen der B 96/ B 169 und dem zukünftigen Kanalbau­werk erkennen. Es soll einmal den Ilse-See bei Großräschen mit dem Sed­litzer See nordöstlich von Senftenberg verbinden.

Ein Tunnel als Kernstück des Kanals

Bereits im Herbst des nächsten Jahres wollen die Bergbausanierer der LMBV mit dem Bau des Kanals zwischen den ehemaligen Tagebaugruben beginnen. "Ende 2009 geht es mit den Erdbauarbeiten los. Das ist der letzte Kanal im Seenland, den die LMBV bauen wird", kündigt Klaus Zschiedrich, Leiter des Ingenieurbereichs Sanierung bei der LMBV, an.

Das Kernstück des 1,2 Kilometer langen "ingenieurtechnischen Meisterwerkes" bilde der 200 Meter umfassende Tunnel unter der B 96/ B 169 Cottbus-Senftenberg und der Bahntrasse zwischen der Spree und der Seestadt. .

Westlich des eigentlichen Kanals werde ein 2,5 bis drei Meter breiter kombinierter Rad- und Fußweg konzipiert. Die Trasse solle sich mit eleganten Bögen harmonisch in das Kanalprojekt einfügen. Klaus Zschiedrich beziffert die Gesamtkosten für den Überleiter 11, wie das Vorhaben derzeit noch genannt wird, auf rund zwölf Millionen Euro. Nach der Fertigstellung werde die Stadt Großräschen das Bauwerk übernehmen und betreiben. Darauf haben sich laut Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) seine IBA-Stadt und Senftenberg geeinigt. "Die Kreisstadt hat ja bereits mehrere schiffbare Verbindungen in ihrer Obhut", begründet Zenker. Mit diesem Schritt werde Großräschen "wirklich zum Eingangstor für das Lausitzer Seenland".

Ursprünglich war der Baubeginn für den Ilse-Kanal erst für die Jahre 2010/11 vorgesehen.

Im Jahr 2015 wird der Ilse-See fertig geflutet sein. Das sind drei Jahre eher als ursprünglich geplant. Allerdings ist LMBV-Angaben zufolge die jetzige Eile geboten, um dem "Sedlitzer Pfeiler", auf dem die Bundesstraße und die Bahntrasse verlaufen, zu einer höheren bergtechnischen Sicherheit zu verhelfen. Dazu sei vorerst die weitere Befüllung des Altdöberner Sees eingestellt worden.

2010 erhält Ilse-See mehr Neiße-Wasser

Betrug der Wasserspiegel im Ilse-See laut Klaus Zschiedrich zum Flutungsbeginn im März 2007 etwa 51,6 Meter, waren es Ende September 2008 schon 70,2 Meter. "Im Jahr 2010 wird die Flutung des Berzdorfer Sees bei Görlitz eingestellt. Dann führen wir verstärkt Wasser aus der Lausitzer Neiße dem Ilse-See zu", kündigt der Bergbauingenieur an. In sieben Jahren werde sich der Endwasserspiegel bei 100,5 Metern eingepegelt haben.

Hoher SulfatgehaIt bereitet Sorgen Die LMBV ist guter Dinge, das Gewässer vor den Toren Großräschens pünktlich den zukünftigen Nutzern übergeben zu können. Die Gewässergüte be­finde sich bereits heute fast im normalen Bereich. So sei der See mit einem pH-Wert 6,9 neutral. Lediglich der hohe Sulfatgehalt im Wasser bereitet den Bergbausanierern noch Sorgen. "Doch wir arbeiten mit Hochdruck daran", sagt Klaus Zschiedrich. Der jetzige Wert von 1100 Milligramm je Liter solle bis zum Jahr 2015 auf unter 800 Milligramm pro Liter abgesenkt werden. Immerhin gebe es bislang weltweit noch kein Patentre­zept für die Maßnahme. Der jetzt noch niedrige Eisengehalt des Ilse-Wassers wird sich laut LMBV bis Flutungsende erheblich erhöhen. Auch durch Starkniederschläge sei ein Anstieg möglich. Für diesen Fall hat der Bergbausanierer schon vorgesorgt: "Wir werden mit Sanierungsschiffen die Wasserqualität prüfen und gegebenenfalls Kalk zugeben. Dazu existiert bereits eine große Studie", erklärt Klaus Zschiedrich.

Im Jahr 2015 solle auch der benachbarte Sedlitzer See komplett neutralisiert sein. Bereits ab dem kommenden Jahr werde über den Oberen Landgraben Wasser aus der Lausitzer Neiße in das mit 1330 Hektar Wasserfläche größte künstliche Gewässer der Lausitz eingeleitet. Darüber hinaus ist laut LMBV ab 2013 eine Behandlung des Wassers mit Neutralisationsmitteln geplant. Bislang bewege sich dort der pH-Wert um drei. Ab 2015 würden der Sedlitzer und der Ilse-See eine hervorragende Wasserqualität bieten.

"Die große Mehrzahl der Großräschener glaubt inzwischen an die positive Entwicklung zur Seestadt", weiß Bürgermeister Thomas Zenker aus vielen Gesprächen. "Und unser Räschen wird noch viel schöner und attraktiver werden", verspricht das Stadtoberhaupt.

Mehr zum Seen land finden Sie unter: www.lr-online.de/seenland

 

ZUM THEMA

36 Prozent aufgefüllt

Ursprünglich hat das bergbaubedingte Grundwasserdefizit in der Lausitz LMBV-Angaben zufolge

 rund sieben Milliarden Kubikmeter

betragen.

Bis 2008 seien davon bereits 2,5 Milliarden Kubikmeter aufgefüllt worden.

Das entspricht circa 36 Prozent. Die Bergbausanierer rechnen mit einem Abschluss des Prozesses um das Jahr 2030.

Würde kein zusätzliches Wasser zugeführt, hätte das Grundwassererst in 60 bis 80 Jahren seinen Vorbergbaustand erreicht.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.10.2008

 

Kamera dokumentiert  Wachsen des Ilse-Sees Senftenberg.

In Großräschen (Oberspreewald- Lausitz) dokumentiert jetzt eine Web­Cam das Wachsen des Ilse­Sees. Wie der Bergbausanierer LMBV informierte, steht die Kamera direkt am See an der Victoriahöhe. Die alle fünf Minuten aktualisierten Bilder zeigen eine Panorama-Ansicht vom Seehotel über die Seebrücke, die IA-Terrassen bis hin zum steigenden Wasserstand des Ilse-Sees. Eig. Ber.jab

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.07.2009

 

Nun herrscht erst einmal auch in Brandenburg Rechtssicherheit:

Land Brandenburg übernimmt das Seenland

Brandenburg wird die auf dem Landesterritorium gelegenen Teile der Restlochkette mit dem 

Sedlitzer-, Partwitzer- und Geierswalder See sowie dem Ilse-See 

von den Bergbausanierern der LMBV übernehmen, sagte Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) in Altdöbern. Ob das Land auch 

den Altdöberner See übernehmen wird, sei bislang noch offen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.09.2008

 

Der letzte Stand:

Flutung der Bergbaufolgeseen kommt voran

SENFTENBERG. Die Lausitzer Seenlandschaft nimmt immer deutlichere Konturen an. In diesem Jahr seien bisher 142 Millionen Kubikmeter Flutungswasser aus der Spree, der Schwarzen Elster und der Lausitzer Neiße in die Bergbaufolgeseen geleitet worden. Das teilte der Bergbausanierungsträger LMBV am Donnerstag mit. Damit sei nach Angaben der Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) das Ergebnis des gesamten Vorjahres 2007 von 149 Millionen Kubikmetern fast erreicht, berichtete LMBV -Sprecher Uwe Steinhuber. 

Drei Viertel des Flusswassers, das waren 107 Millionen Kubikmeter, flossen Steinhuber zufolge in sächsische Bergbaufolgeseen, 

35 Millionen Kubikmeter wurden in brandenburgische Tagebauseen geleitet. (dpa/B.M.)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.12. 2008

   

      

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.07.2009

Sommer- Regen füllt die Lausitzer Seen

 

Gewässer zu zwei Dritteln geflutet

Senftenberg. Die einstigen Tagebaugruben im Lausitzer Seenland sind Ende August zu rund zwei Dritteln gefüllt gewesen. Laut Bergbausanierer LMBV hat auch der Sommer-Regen dazu beigetragen.

Nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau­Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wurde durch die kräftigen Niederschläge in den vergangenen Monaten mehr Wasser als im Vorjahreszeitraum eingeleitet.

Wie Rudolf Heine Leiter der LMBV-Flutungszentrale in Senf­tenberg (Oberspreewald-Lausitz), informierte, flossen in den ersten acht Monaten insgesamt 105 Millionen Kubikmeter Wasser in die Seen.

Das meiste Nass sei mit rund 48 Millionen aus der Lausitzer Neiße entnommen worden, gefolgt von Spree (46 Millionen) und Schwarzer Elster (elf Millionen). Von der Flutung hätten zu einem überwiegenden Teil die Gewässer in der sächsischen Lausitz profitiert (91 Millionen), während die Brandenburger Seen mit 14 Millionen auskommen mussten.

Im gesamten Jahr 2008 sind laut LMBV 155 Millionen Kubikmeter Wasser in die Bergbauseen geflossen, die derzeit 1,55 Milliarden Kubikmeter speichern. Die meisten sollen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts gefüllt sein. Eig. Ber.jtr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.09.09

 

Seenland bringt Millionen- Nutzen

Studie: Lausitz profitiert durch Sanierung ehemaliger Tagebaue

Leipzig. Die Sanierung der ehemaligen Braunkohletagebaue in der Lausitz ist nicht nur für die Umwelt gut. Laut einer Studie liegt der wirtschaftliche Nutzen für die neue Seenlandschaft in der Lausitz bei bis zu 16 Millionen Euro im Jahr.

 Für die Studie des HeImholtz­Zentrums für Umweltfor­schung (UFZ) wurden Fragebögen unter Besuchern und Bewohnern des Seelands verteilt. Anstatt potenzielle zukünftige Profite und Arbeitsplätze im Lausitzer Seenland zu berechnen, lag der Fokus der Studie auf der Quantifizierung von Nutzen, der nicht über den Markt erfasst wird, wie zum Beispiel der persönliche Nutzen, der durch Baden oder Radfahren am See entsteht. Die Befragten sollten demnach angeben, wie viel sie für die Entstehung von neun nutzbaren Seen im Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes und für die Erho­lungsinfrastruktur bezahlen würden. 

Nele Lienhoop vom UFZ bezifferte den künftigen Nutzen für das Gebiet mit neun sauberen Seen auf mindestens zehn bis sogar 16 Millionen Euro pro Jahr.

Derweil startete der Bergbausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) den Einsatz von Sanierungsschiffem. Am Freitag (20.0.2009) wurden am Bernsteinsee im Kreis Bautzen zwei Spezialschiffe zu Wasser gelassen, die das Gewässer in der nächsten Zeit pH-neutral machen sollen.

AFP/Eig. Ber/skl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.03.2009

 

Lausitzer Seen bekommen Kalk-Behandlung per Schiff

Modellprojekt am Freitag nahe Hoyerswerda gestartet

Von Sascha Klein

Es ist ein kalter Frühlingstag am Bernsteinsee nahe Burg (Kreis Bautzen). Fernab jeder Ortschaft, am Überleiter zwischen den Restlöchern Lohsa und Burghammer, haben sich zwei Sattelschlepper ihren Weg über die Betriebspisten der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gebahnt. Auf ihren Aufliegern ruht die Hoffnung der Lausitzer Bergbausanierer: Sanierungsschiffe, die innerhalb der nächsten Monate und vielleicht auch Jahre dafür sorgen sollen, dass sich die ph-Werte in den Lausitzer Bergbaufolgeseen von sauer in neutral wandeln.

Der Plan klingt simpel: Innerhalb der kommenden Wochen, veranschlagt sind 50 Werktage, werden die Schiffe zunächst auf dem Bernsteinsee unterwegs sein und zweierlei ins Wasser ein­bringen. "Wir beginnen mit zirka 10 000 Tonnen Kalkmehl", sagt Wolfgang König, Projektleiter Seenkalkung bei der Firma Rheinkalk. Dieser Stoff wird durch Silofahrzeuge angeliefert und per Schlauchverbindung in den Bauch des Schiffs gepumpt. Dieses verteilt das Kalkmehl auf dem gesamten See. In einem zweiten Schritt wird Kalkhzydrat in das Wasser eingebracht. Ziel ist, den ph-Wert auf bis zu 6,5 ansteigen zu lassen. Zunächst werden laut König Eisen- und Aluminiumbelastungen neutralisiert, ehe sich etwas am ph-Wert ändert. Der beträgt der LMBV zufolge im Bernsteinsee zurzeit 2,9. Das bedeutet: Das Gewässer ist zurzeit noch extrem sauer.

"Der Vorteil dieser Methode ist, dass wir uns teure Bauten sparen und jede Ecke des Gewässers erreichen können", sagt LMBV-­Sprecher Uwe Steinhuber. Der Kostenaspekt sei in diesem Fall von entscheidender Bedeutung. 

Würden Gebäude wie Grubenwasserreinigungsanlagen errichtet, müssten diese irgendwann zurückgebaut werden - ein zusätzlicher Kostenfaktor.

Dass gerade der Bernsteinsee für die Lausitzer Premiere ausgewählt wurde, war eine bewusste Entscheidung. Da später auch das Restloch Burghammer für die Niedrigwasseraufhöhung der Spree eingesetzt wird, muss das Wasser ph-neutral sein.

Was in der Lausitz Neuheit ist, ist in Skandinavien bereits ein alter Hut. In Schweden, wo die Konstrukteure der Sanierungsschiffe zu Hause sind, wird dies;" Technik bereits seit rund 30 Jah­ren angewandt. Dort gibt es Hunderte Seen, die natursauer oder durch sauren Regen sauer geworden sind. Sie werden regelmäßig nach diesem Prinzip behandelt. Auch für die LMBV ist das Bekalken per Schiff kein Neuland mehr.

Die Premiere dieser Technik in Ostdeutschland hatte es in Thüringen bereits gegeben. Auch in der Lausitz hatte im Dezember ein erster Probelauf stattgefunden.­

Der Bergbausanierer betrachtet das Projekt als Qualitätsoffensive für das Seenland. Jedoch müsse der Versuch im Bernsteinsee erst zeigen, wie effektiv das System ist, sagt Manfred Kolba, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV.

HINTERGRUND

Der heutige Bernsteinsee, früher Tagebau Burghammer, ist im Jahr 1959 für die Bekohlung des Gaskombinats Schwarze Pumpe erschlossen worden und gehörte als östlichster Ausläufer zur Lagerstätte Spreetal. Bis zum 20. Sep­tember 1973 ist dort Braunkohle gefördert worden. In den Jahren bis zur Wende ist die Grube zur Verspülung von Industrierückständen benutzt worden und diente als Ort zur Verkippung von Bodenaushub des Tagebaus Scheibe.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.03.2009

 

Bakterien" versüßen" Lausitzer Seenland

Wasserqualität wurde deutlich verbessert

Senftenberg. Bakterien haben die Wasserqualität im Lausitzer Seenland deutlich verbessert. Das Grundwasser sei um drei Viertel weniger sauer, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau -Verwaltungsgesell­schaft LMBV am Montag (07.09.09) in Senf­tenberg (Oberspreewald - Lau­sitz) mit.

Seit gut einem Jahr läuft dort ein Versuch, mithilfe von Bodenbakterien das Grundwasser, das vom Partwitzer See zum Sedlitzer See fließt, von Säure und Schwefel zu befreien.

Das säurefördernde Sulfat sei um ein Drittel verringert worden, der Eisengehalt wurde um die Hälfte reduziert. Der Versuch soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Dpa/kr

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.09.09

 

Eigentlich sollten an dieser Stelle nur über die wasserwirtschaftlichen Aspekte der

Tagebaurestloch-Flutung  berichtet werden .... aber interessant ist auch die Nachnutzung

 

Lausitzer Seenland erhält neue Stadthäfen

Investitionen von 13 Millionen Euro

Senftenberg. In den kommenden Jahren sollen insgesamt 13 Millionen Euro in den Bau von Häfen und Anlegestellen im Lausitzer Seenland fließen. Damit erhoffen sich die Kommunen vor allem einen größeren Anreiz für die schiffbar verbundene Seenkette im Inneren des neu entstehenden Freizeitareals.

Allein das Projekt des Stadthafens in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) hat nach Aussagen von Stadtverwaltung und Erholungsgebiet Senftenberger See ein Investitionsvolumen von bis zu neun Millionen Euro. Dort hoffen die Verantwortlichen, den ersten Spatenstich im kommenden Jahr setzen zu können.

Die Finanzierung ist maßgeblich von Fördermitteln abhängig.

In Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) soll in Nachbarschaft zu den IBA­Terrassen ein Hafen sowie eine rund vier Millionen Euro teure Mehrzweckhalle mit Seeblick entstehen. Eig. Ber.jskl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.05.2009

 

Brandenburg übernimmt Tagebauseen

Weg frei für touristische Erschließung

Potsdam. Die Umwandlung ehemaliger Bergbaugebiete in der Region in Erholungsland­schaften hat eine weitere Hürde genommen: Brandenburg wird mehrere Tagebauseen in Landeshoheit übernehmen.

Das Kabinett habe am Dienstag einer entsprechenden Vereinbarung mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) zugestimmt, teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Demnach übernimmt das Land Tagebaurestseen mit einer 

Gesamtgröße von rund 3300 Hektar.

Es handelt sich dabei um den Ilsesee, den Sedlitzer See, den brandenburgischen Teil des Partwitzer und des Geierswalder Sees sowie den Altdöberner See.

Die Seen zählen zum Kernbereich des Lausitzer Seenlandes. Mit der Vereinbarung wird es für Kommunen und Privatpersonen möglich, von der LMBV die an die Seen angrenzenden Grundstücke zu erwerben und zu erschließen.

Im Freistaat Sachsen wurde eine entsprechende Vereinbarung bereits 2008 geschlossen. pm/roe

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.10.2009

 

Neue Ideen braucht das Land ...

 

Elbewasser fürs Lausitzer Seenland

Sachsen lässt Kanalbau prüfen

Dresden/Senftenberg. Die sächsische Staatsregierung will prüfen lassen. ob sich ein Elbe-Überleiter realisieren lässt, der die Lausitzer Seenkette dauerhaft mit Frischwasser versorgt.

Eine entsprechende Vergleichsstudie soll nach Angaben des sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft in den kommenden Monaten in Auftrag gegeben werden. Erste Ergebnisse werden noch in diesemn Jahr erwartet, heißt es.

Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Bergbaufolgeseen in der Lausitz auch weiterhin mit so viel frischem Wasser gespeist werden, um eine Versauerung zu verhindern. Ob ein solches Projekt notwendig und finanzierbar ist. soll die Vergleichsstudie zeigen, teilt die Staatsregierung mit. Eig. Ber /skl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.02.2009

 

Auf der Suche nach neuen Quellen

Mit dem Ende der Flutung der Bergbaufolgeseen ist der Wasserbedarf der früheren Gruben längst nicht gedeckt. Die sächsische Staatsregierung will prüfen lassen, ob ein kilometerlanger Elbe-Überleiter die Wasserprobleme der Lausitzer Seenkette lösen kann.

                                  
Wie sie genutzt wird, ist Zukunftsmusik. Eines ist jedoch sicher: Die Bergbaufolgeseen zwischen Boxberg (Kreis Görlitz) und Lichterfeld (Elbe-Elster) werden immer Frischwasser benötigen, um nicht dauerhaft sauer zu bleiben. Bislang löst die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) diese Aufgabe mit einem System, das Neißewasser bis ins frühere Revier bringt. Langfristig sei diese Variante jedoch riskant, ist Heepe überzeugt. Er vermutet, auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, dass über dieses System nicht genügend Wasser in die Seen kommt, um etwa auch die große Menge, die in den Sommermonaten verdunstet, ersetzen zu können.

So schlägt Heepe einen visionären Plan vor: eine Elbe-Überleitung, die die Nöte der Lausitzer Seen, in 50 oder 60 Jahren zu wenig Wasser zu bekommen, beseitigen könnte. Der Wasserwirtschaftler ist davon überzeugt, dass sich dieser Gedanke realisieren lässt. Ein Abfluss nahe Pirna könnte Elbewasser über einen Tunnel in fast durchgehendem Gefälle Richtung Kleine Spree leiten. Dort würde das gefragte Nass nach bekannter Methode in die Lausitzer Seen geleitet.

Im sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird bereits über Varianten einer Elbe-Überleitung nachgedacht. Wie Andreas Kunze, stellvertretender Sprecher von Minister Frank Kupfer (CDU) mitteilt, soll in den kommenden Monaten eine Vergleichsstudie in Auftrag gegeben werden. Erste Ergebnisse erwartet die Staatsregierung bis zum Jahresende. Falls sich dabei herausstellt, dass eine solche Baumaßnahme nötig ist und „nachhaltige Wirkung auf die Bergbausanierung ausübt“, werde es eine Bund-Länder-Finanzierung geben.

Die LMBV hält die Grundidee Heepes nach Aussage von Sprecher Uwe Steinhuber für sinnvoll: „Die Elbe führt meist genügend Wasser, um den Frischwasserbedarf der Lausitzer Seenkette abzudecken.“

Jedoch habe sich ein ähnliches Projekt, das die LMBV durchgerechnet hat, als illusorisch erwiesen. Ein Hindernis seien nicht allein die langen Strecken, sondern auch Rieseneinschnitte in die Natur, so Steinhuber.

Er hält das aktuelle LMBV-Wasserkonzept noch jahrzehntelang für tragfähig. „Wir sind optimistisch, auf diese Weise die Lausitz und das mitteldeutsche Revier ausreichend versorgen zu können.“

Heepe sieht in einem Elbe-Überleiter auch eine touristische Komponente. Als Mitstreiter in der sich in Gründung befindenden Arbeitsgemeinschaft zur Renaturierung der Schwarzen Elster macht er sich dafür stark, den Fluss zwischen Elbe-Elster-Land und Hoyerswerda für Kanuten interessant zu machen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Elster auch in den Sommermonaten ausreichend Wasser führt.
Von Sascha Klein

 

HINTERGRUND

Seit März 1996 läst die LMBV Tagebaurestlöcher in der Lausitz fluten. Das erste war laut LMBV der heutige Gräbendorfer See, der in den Kreisen  Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße liegt. Es entstehen Seen in einer Gesamtgröße von 14 610 Hektar, davon 7686 in Brandenburg.

Auch beim Hochwasserschutz könnte die Lausitzer Seenkette laut Reinhard Heepe als Speicher fungieren. Der Senftenberger regt an, im Hochwasserfall die Bergbaufolgeseen als Speicher zu nutzen. Denn auch diese Wassermengenwürden dazu beitragen, die Verdunstungen des Sommers auszugleichen und Hochwasserspitzen abzufangen.

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.02.2009

Sorge um Wassermangel

Seenland-Konferenz in Hoyerswerda zeigt Erfolge und Probleme

Das Lausitzer Seenland in Sachsen und Brandenburg wächst, die Gewässer füllen sich, doch die sächsische Landestalsperrenverwaltung hat große Bedenken um die Wasserversorgung der Zukunft.

Von Sascha Klein

Der Blick auf die Zukunft des Lausitzer Seenlands könnte unterschiedlicher nicht sein. Während IBA-Chef Prof. Rolf Kuhn die Lausitz zwischen Bergheider und Bärwalder See im Jahr 2020 als blühende und aufstrebende Tourismusregion mit Hunderttausenden Gästen sieht, malt Sebastian Fritze von der sächsischen Lan destalsperrenverwaltung, Bereich Spree/Neiße, in Bautzen ein schockierendes Zukunftsbild. Während der Regionalkonferenz Lausitzer Seenland am gestrigen Dienstag (Anm. 10.11.2009) in Hoyerswerda (Kreis Bautzen) sagte Fritze, dass in den kommenden Jahrzehnten durch den Klimawandel und das zu erwartende Minus von Niederschlägen in der Region weit weniger Wasser für das Lausitzer Seenland und die Flüsse wie Spree und Schwarze Elster zur Verfügung stehen als die bereits bestehende Neiße-Zuleitung liefern könne. Dazu komme noch die Gefahr durch Eisen und Sulfat aufgrund des aufsteigenden Grundwassers nach dem Bergbau, was die Wasserqualität negativ beeinflussen kann. 

"Durch den Bergbau herbeigeführte Eingriffe sind irreversibel", betont Fritze. Er fordert, dass sich die Handelnden vor Ort Gedanken über Alternativen machen müssen. Eine Chance wäre eine Zuleitung aus der Elbe (die RUND­SCHAU berichtete), die bereits in den 1990er-Jahren thematisiert worden war, aber aufgrund zahlreicher Probleme ad acta gelegt wurde. Anfang 2009 wurde das Thema erneut aktuell.

Zurzeit wird im Auftrag der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) geprüft, ob eine Elbe-Überleitung für die Wasserversorgung des Seenlands und damit auch von Spree, Schwarzer Elster sowie Spreewald machbar ist.

Eine Überleitung könnte bis zu 150 Millionen Euro kosten.

Laut LMBV soll das Gutachten Ende 2009 vorliegen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.11.2009

 

Woran man so alles denken muss .... (oder was die Leute so befürchten ...)

 

Im Seenland sind keine Tsunamis zu befürchten

Senftenberg Die maximale Wellenhöhe in den künstlichen Gewässern des Lausitzer Seenlandes beträgt 1,40 Meter.

Das haben Berechnungen der Bergbausaniererin LMBV ergeben.  

Somit seien hohe Flutwellen (Tsunamis) ausgeschlossen. Da Wellen Schäden in den Uferbereichen anrichten können,

beuge die Bergbausaniererin mit stabilen Gabionenwänden vor, erklärt Frank Laqua, Leiter des Stabes Sanierung bei der LMBV.

Gabionen sind in Metallkörbe gefasste Steine. Ein derartiges Bauwerk werde am Ostufer des Partwitzer Sees (Landkreis Bautzen)

 in der Nähe des dortigen Reiterhofes errichtet Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.03.2010

 

2009 und 2010 war die Sorge um einen Wassermangel wohl unbegründet:

Lausitzer Seenland zu zwei Dritteln geflutet

Senftenberg. Die 31 Bergbaufolgeseen in der Lausitz sind bereits zu mehr als zwei Dritteln geflutet. Seit dem Jahr 2000 flossen insgesamt rund 1,6 Milliarden Kubikmeter Flutungswasser in die einstigen Braunkohlegruben, informierte der bundeseigene Bergbausanierungsträger LMBV am Mittwoch in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). 

Allein 2009 kamen bisher 123 Millionen Kubikmeter Wasser aus Neiße, Spree und Schwarzer Elster hinzu, berichtete die LMBV. dpajab

 Quelle: Lausitzer Rundschau, Weihnachten 2009

... aber es treten auch Gefahren bei der Flutung auf:

 

Auf unsicherem Grund

Senftenberg . Die Sanierung des Alt-Bergbaus wird länger dauern und teurer werden, als erwartet. Steigendes Grundwasser und Dauerregen haben Kippenböden brechen lassen, die bisher als sicher galten.

Das an den Weihnachtsfeiertagen (
2010) abgesackte Waldstück auf einem alten Kippengelände bei Lohsa (Kreis Bautzen) zeigt beispielhaft das Problem. »Wir wissen inzwischen, was da passiert ist, aber noch nicht, warum«, sagt Eckehard Scholz, Leiter Geotechnik der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die LMBV ist für die Sanierung der Bergbaualtlasten in der Region zuständig.

Seit etwa zwei Jahren finden in der Lausitz vermehrt kleinere oder größere Brüche und Rutschungen in ehemaligem Kippengelände statt. Nur wenn sie größere Ausmaße haben, werden sie öffentlich bekannt. Dabei »verflüssigt« sich durchfeuchteter Boden, weil ein Auslöser die Struktur zusammenbrechen lässt und das Wasser aus den Hohlräumen zwischen den Sandkörnern treibt. Innerhalb weniger Minuten sackt der Boden zusammen, das Wasser schießt in Fontänen heraus. Ist Gefälle vorhanden, kann sich eine Schlammlawine in Bewegung setzten, das Erdreich seitlich wegrutschen.

Grundsätzlich ist das für Bergbau-Fachleute ein bekanntes Phänomen. Durch unterirdische Verdichtung werden Böschungen an Tagebaurestlöchern deshalb stabilisiert. Doch mit dem flächenhaften Wiederanstieg des Grundwassers in der Region bekommt das Rutschungsphänomen offensichtlich eine neue Qualität. Immer öfter bricht der Boden hinter diesen verdichteten unterirdischen Dämmen zusammen, obwohl auf ihm eine nach bisherigen Kenntnissen ausreichend dicke Abdeckung mit trockenem Erdreich liegt. »Das war bisher so nicht bekannt und auch nicht erwartet worden«, sagt LMBV-Chefgeologe Scholz.

Manchmal sind die Auslöser für diese gefährlichen Sackungen bekannt, wie bei der Rutschung in Spreetal (Kreis Bautzen), wo Erdmassen in einer nassen Senke gelagert worden waren. Manchmal bleiben nur Vermutungen, was die Erde in Bewegung setzte, so wie vor zwei Jahren an der Kleptna im ehemaligen Tagebau Seese (Oberspreewald-Lausitz) oder jetzt in Lohsa, wo die Untersuchungen noch laufen.

Auslöser für eine Erdverflüssigung, so Scholz, müssten nicht nur von außen kommen: »Das können auch Vorgänge sein, die sich in der Kippe abspielen und die wir vielleicht noch nicht kennen.«

Eine Ursache der veränderten Situation ist für die Fachleute das überall wieder angestiegene Grundwasser in der Region, das die Kippenböden von unten durchfeuchtet. Ungewöhnlich starke Regenfälle wie im vorigen August könnten ebenfalls eine Rolle spielen. »Wir brauchen mehr Informationen und Wissen über diese Böden, auch über die frühere Abbautechnologie, durch die die Kippen entstanden sind«, so der LMBV-Chefgeologe. Deshalb würden alle Erdsackungen und Rutschungen der jüngsten Vergangenheit nun genau aufgearbeitet. Enger Kontakt bestehe dabei zu Forschern an der Bergakademie in Freiberg (Sachsen), die sich mit dem Thema befassen.

Nach den Rutschungen der vergangenen Monate im sächsischen und brandenburgischen Teil der Lausitz wurden größere Kippenflächen vorsorglich gesperrt. Darunter sind Acker- und Waldgrundstücke, die noch unter Bergaufsicht stehen, aber mit Nutzungsauflagen bereits verkauft wurden.

Untersuchungen sollen nun bis Ende März klären, ob und in welchem Maße dort weitere Sicherungsarbeiten nötig sind, um sie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu den möglichen Konsequenzen will sich LMBV-Geologe Eckard Scholz nicht äußern. Er verweist jedoch darauf, dass die Lausitzer Seenkette dadurch nicht infrage gestellt wird und dass die unterirdischen Bodenverdichtungen alle gehalten hätten.

Die oberen Bergbehörden in Brandenburg und Sachsen sind bei der Frage nach den Konsequenzen der laufenden Untersuchungen nicht so zurückhaltend. »Es wird sicher insgesamt mehr Zeit und mehr Aufwand für die Bergbausanierung nötig sein«, räumt Peter Horler ein, Sprecher des Oberbergamtes von Sachsen. Dort gehe man davon aus, dass im Ergebnis der laufenden Prüfung an einigen Stellen Nacharbeiten notwendig seien: »Es ist natürlich auch eine politische Entscheidung, wie viele gesperrte Flächen man in Kauf nimmt - und wie lange.«

Klaus Freytag, Präsident des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, sieht es ähnlich. Wenn nachgearbeitet werden muss, werden sich Laufzeit und Kosten der Sanierung erhöhen. »Wir werden aber auch den einen und anderen Nachnutzungsgedanken noch mal kritisch hinterfragen müssen«, gibt Freytag zu bedenken. Je anspruchsvoller die spätere Nutzung, um so teurer wird es, die dafür nötige Sicherheit zu schaffen.

Friedrich von Bismarck, Leiter der Bund-Länder-Geschäftsstelle des Steuerungs- und Budgetausschusses (StuBa), der das Geld für die Bergbausanierung verwaltet, will noch nicht über mögliche Mehrkosten reden. Erst einmal müssten die laufenden Untersuchungen abgeschlossen werden. Alles andere sei Spekulation. Doch auch er räumt auf Nachfrage ein: »Vom Trend her wird das sicher länger dauern und teurer werden als gedacht.«

Dass die Bergbaukippen hinter den Stabilisierungsdämmen zum Problem werden könnten, hat der StuBa schon länger im Blick. Im vorigen Jahr wurde dazu ein zusätzliches Forschungsprogramm beschlossen.

von Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.01.2011

 

 

Ideen zur Überleitung von Elbewasser, zwar nicht ganz mit der vom Senftenberger Wasserwirtschaftler

Heepe vorgeschlagenen Trassenführung und für etwas andere Zwecke, sind im

nachfolgenden Artikel nachzulesen:

 

Als Cottbus eine Hafenstadt werden sollte

 Selbst 1000-Tonner sollten Wassernetz nutzen

In loser Folge berichtet der Heimatforscher Heinz Petzold in der RUNDSCHAU aus der Cottbuser Stadtgeschichte: 

In den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs, nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, wurde zum besseren Transport der Erzeugnisse neben dem Ausbau des Eisenbahnnetzes das Anlegen von Kanälen forciert.

Eine solche war die Vorstellung eines Elbe-Spree-Oder-Kanals (Anm.: ESO).

Schiffe bis zu 1000 Tonnen sollten per Elbewasser von Mühlberg, an Elsterwerda vorbei in die Schwarze Elster geleitet werden.

Das wäre eine Strecke von 35 Kilometer Länge gewesen.

Danach - so die Vorstellung - sollte der Wasserweg von Ruhland als Kanal an Senftenberg vorbei in die Spreeniederung bis nach Cottbus geführt werden, um hier in die Spree zu münden. Diese sollte bis unterhalb von Beeskow als Kanal ausgebaut werden.

Für diese Vision machte sich besonders die Cottbuser Handelskammer stark, die 1898 sogar eine Versammlung von Wirtschaftsvertretern durchführte und eine eigene "Kanalkommission" berief. Zwar wurde der Oder-Spree-Kanal als Teilstück 1890 fertig, doch die Verbindung zur Elbe lehnte die Regierung aus Kostengründen ab. Dennoch wurde 1920 ein verändertes Projekt mit 186 Kilometern Länge, das bei Riesa begann, vorgestellt. 110 Millionen Reichsmark wurden dafür veranschlagt. 

Zum Auffangen von "Hochwasserspitzen bei geringerer Gesamtwassermenge oder längeren Flutwellen" dienten der Schwielochsee und der Mochowsee mit 68 Millionen Kubikmetern als Stauraum. Dazu sollten auch zwei Schleusen von zehn Meter beziehungsweise sieben Meter Gefälle bei Hänchen und Dissen gebaut werden.

Damit hätten 1000-Tonnen­Kanalschiffe mit je neun Metern Breite ohne Schlepper oder drei 400-Tonnen-Kähne mit Schlepper den im Nordwesten von Cottbus vorgesehenen Hafen anlaufen können. Bei der zugrunde gelegten Umschlagmenge von jährlich 250 000 Tonnen wäre dazu eine Beckenlänge von 650 Metern benötigt worden. 

Finanzielle Vorteile in den Kosten der Kahnfracht, des Schlepplohnes und der Schifffahrtsabgaben gegenüber der Eisenbahn wurden für die Verwendung des Cottbuser Hafens für Schnittholztransporte und Getreidelieferungen bis nach Hamburg ermittelt. Die Idee ging jedoch in Inflationszeiten unter.

Auch als 1948 Oberbürgermeister Weihrauch den Gedanken wegen des eingeschränkten Schienennetzes wieder aufgriff, war dem Projekt kein Erfolg beschieden.

Heinz Petzold

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.12.2002

Erste Messstation für Cottbuser Institut

Forscher sammeln Daten für Landwirtschaft und Schule

Das Cottbuser Institut für Wetterforschung und Energetik (IWE) hat den Grundstein für ein künftig weite Teile Brandenburgs umfassendes Klimabeobachtungsnetz gelegt. Neben dem Institutssitz wurde die erste von künftig 30 Wetterstationen in Betrieb genommen. "Sie messen Niederschläge, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windstärke, barometrischen Luftdruck, Globalstrahlung und deren bei der Fotosynthese aktive Komponenten", sagte Dr. Tino G. Mosler, Mitinitiator des Projektes. "Die Station, die nach UNO-Normen errichtet wurde, ist in ein weltweites Netz integriert." Die Stromversorgung erfolgt über Solarzellen.

"Alle Werte werden regelmäßig erfasst, ausgewertet und können künftig im Internet abgefragt werden", erläutert Herr Dr. Christoph Burghardt vom IWE. "Wichtigste Nutzer werden die Landwirtschaft, Schulen für Unterrichtszwecke und Umweltprojekte sein. In einem nächsten Schritt werden auch die Daten des Pflanzenschutzdienstes des Landes Brandenburg integriert. Wenn die Fördermittel des Landes endlich bewilligt sind, wollen wir in einer spezielle Datenbank die gesammelten Informationen aufbereiten. "

Längerfristig soll sich das Netz der 30 Wetterstationen von Frankfurt (Oder) bis über ganz Südbrandenburg erstrecken.

"Wir werden in Nachbarschaft der Station neu­entwickelte Sensoren zur Erfassung der Bodenfeuchte installieren, damit die Messwerte ergänzen und Bodenfeuchteprofile erstellen", erläuterte IWE-Geschäftsführer Axel Hübner.

"Alle Daten und unsere Forschungen fließen dann in eine Versuchsanlage an diesem Standort ein. Eine Tröpfchenbewässerung soll über die Sensoren und die Messergebnisse gesteuert werden. So lässt sich der Wasserbedarf der regionalen Landwirtschaft stark absenken."(ru)

Quelle: RUNDSCHAU 20. Juni 2009

 

 

 

Vattenfall unterstützt Professur für Hydrologie an der BTU Cottbus

Cottbus. Mit jährlich 60 000 Euro wird die Vattenfall Europe Ge­neration Verwaltungs-AG künftig fünf Jahre lang eine Professur für Hydrologie und Wasserressourcenbewirtschaftung an der Brandenburgischen Technischen Uni­versität (BTU) Cottbus unterstützen. Das teilte BTU - Präsident Prof. Walther Ch. Zimmerli am gestrigen Donnerstag zur feierlichen Festveranstaltung Dies Academicus mit, die anlässlich des 18. Geburtstages der Hochschule begangen wurde.

Die Professur soll den Sonderforschungsbereich "Künstliches Wassereinzugsgebiet Hühnerwasser" weiter stärken, bei dem im Tagebau Welzow-Süd ein Ökosystem vom Punkt Null an entsteht (die RUNDSCHAU berichtete). Den Festvortrag zum Dies Academicus hielt der SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi. Außerdem wurde der Dr.- Meyer- Struckmann – Wissenschaftspreis verliehen. Eig. Ber.jsts Seite 3

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.06.2009

Prof. Dr. Uwe Grünewald vom Lehrstuhl Hydrologie und Wasserwirtschaft an der BTU Cottbus feierte seinen 65. Geburtstag,

bleibt der Uni aber erhalten, weil Vattenfall seine Professur jährlich mit 60 000 Euro unterstützt.

So kann das Know-How über künstliche Wassereinzugsgebiete weiter entwickelt werden.

 

 

Quelle: Märkischer Bote, 13.06.2009   

 

Vielleicht bahnt sich eine enge Kooperation zwischen IWE und BTU an und die gewonnenen Daten 

lassen sich mehrfach nutzen ?

 

Seen - Kauf vom Bund als "Paketlösung"

Bundesfinanzministerium leitet Brandenburg Liste mit 143 Gewässern zu

Potsdam/Berlin. Brandenburg will nun doch dem Bund die Seen abkaufen, die sich noch in dessen Besitz befinden. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums besteht Einigkeit darüber, dass es eine "Paketlösung" geben soll. Brandenburg habe Unterlagen erhalten, die zu einem konkreten Angebot führen könnten, sagte eine Sprecherin am Freitag und bestätigte einen Zeitungsbericht. Bislang habe das Land aber noch kein konkretes Angebot abgegeben. "Wir wollen die Seen in öffentlicher Hand behalten", betonte ein Sprecher des brandenburgischen Infrastrukturministeriums in Potsdam.

Die Privatisierung ostdeutscher Gewässer sorgt seit Langem für Streit. Bis 2009 hatte der Bund sie meistbietend verkauft. Eine Bürgerinitiative kämpfte jedoch dafür, dass die Seen den ostdeutschen Ländern und Kommunen kostenlos übertragen werden. Mehr als 110.000 Unterschriften sammelten sie für eine Petition. Etwa 15.000 Hektar Seenflächen - meist in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - befinden sich nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland noch im Besitz der Verwertungsgesellschaft BVVG.

"Es muss sichergestellt werden, dass die Seen in öffentlicher Hand bleiben und damit jedermann zugänglich bleiben", sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Mike Bischoff. Ei­nen Verkauf an Privatleute soll es auf gar keinen Fall geben. "Am besten aufgehoben wären die Seen sicherlich bei den jeweiligen Kommunen", meinte Bischoff.

Auch die Links-Fraktion lenkt ein: "Es bleibt bei dem Grundsatz, was Volkseigentum war, muss auch Gemeingut bleiben", betonte der parlamentarische Geschäftsführer Christian Görke. Von der CDU-Fraktion gab es Applaus: "Wir begrüßen, dass SPD und Linke zumindest in einem Punkt zur Realität zurückgefunden haben und sich endlich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, Seen vom Bund in einem fairen Verfahren zu erwerben", meinte der stellvertretende Frak­tionsvorsitzende Dieter Dombrowski. Wichtig sei, dass die Gewässer den Kommunen übertragen würden - und nicht Naturschutzverbänden.

Das Bundesfinanzministerium hat Brandenburg eine Liste mit 143 Gewässern im Land zugeleitet. Die Gesamtfläche umfasst knapp 5690 Hektar und verteilt sich auf 83 Seen und 60 Gewässeranteile. dpa/mb

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.02.2011

 

Noch einmal ein Blick in die Zukunft des "Lausitzer Seenlandes":

Die blaue Lausitz

Von Schwarz zu Blau – die Farbe der Lausitz ist in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten eine andere geworden. Das Schwarz der Kohlegruben, Brikettfabriken und Kokereien ist dem Blau des entstehenden Seenlandes gewichen – trotz der dominierenden Kohle- und Energiewirtschaft in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz.

Aus der Vogelperspektive wird deutlich, wo zwischen Senftenberg, Großräschen, Hoyerswerda und Weißwasser ausgekohlte Tagebaue geflutet und zum Lausitzer Seenland vereint wurden. Die Wasserfläche wird mit 14 000 Hektar zum Flutungsende in nicht einmal zehn Jahren größer sein als die der Mecklenburger Seenplatte. Hinzu kommen 13 schiffbare Kanäle – sogar ein Tunnel unter Bahngleisen und Bundesstraße 169. Damit wurden und werden Voraussetzungen geschaffen, das Zentrum des Seenlandes zum Mekka für Hobbysegler zu machen. Schon heute findet die schwimmende Architektur, Ferienhäuser auf dem Wasser, internationale Beachtung.

Der Senftenberger Landschaftsarchitekt Otto Rindt hatte bereits zu DDR-Zeiten eine Lausitzer Seenkette konzipiert. Sein „Kind“ war der Senftenberger See. Damit stellte er die Weichen für die Lausitz nach dem Braunkohlebergbau. Die sogenannten weichen Standortfaktoren, mit denen Investorenentscheidungen durchaus zu beeinflussen sind, sprechen immer mehr für Neuansiedlungen in der Region. Was noch vor einem Jahrzehnt mit 5000 Quadratkilometern größte Landschaftsbaustelle Europas war, hat Konturen angenommen und das Image eines ganzen Landstriches verändert. Aus der einst schmuddelig schwarzen wurde – die blaue Lausitz.

Christian Taubert

Quelle: Lausitzer Rundschau, 6./7.8.2011

 

Endspurt am Herzstück der Gewässerkette

Der Stadthafen Senftenberg, das Eingangstor zur Gewässerkette des Lausitzer Seenlandes, und eine Flaniermeile entstehen jetzt am Senftenberger See.

Zeitgleich befinden sich schiffbare Kanäle zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder sowie zwischen Sedlitzer und Ilse See im Bau. Das Herzstück der verbundenen Gewässer soll im Jahr 2013 nutzbar sein.

Die Hafenpromenade mit Geschäften und die Bootsanleger des Stadthafens sollen Mitte des nächsten Jahres fertig und nutzbar sein. Die Seebrücke, der Anleger für Fahrgastschiffe, braucht mehr Zeit. Die Anlage muss auf schwierigem Grund, einer Kippe des Alttagebaus Niemtsch, errichtet werden.

Die Grundidee vom Stadthafen stammt bereits aus den 70er-Jahren. Die Uferpromenade greift die Wege der Parklandschaft auf und bietet ausreichend Sitzgelegenhei­en. Terrassenartige Treppen und Rampen verbinden Steganlage und Promenade.

Ein Funktionsgebäude enthält die für den Hafenbetrieb notwendigen Einrichtungen wie Hafenmeisterbüro, Bootsverleih, Sanitär- sowie Ver- und Entsorgungsanlagen.

                                                                                                                

Der Hafen soll etwa zeitgleich mit der Freigabe des schiffbaren Kanals zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See fertig sein.

Im ersten Seenlandkanal zwischen dem Senftenberger und Geierswalder See sollen das Fahrgastschiff "Santa Barbara" und andere Wassergefährte spätestens im jahr 2013 Fahrt aufnehmen können.

Der Braunkohlebergbau hat die Topografie der Region völlig verändert. Der schiffbare Kanal unterquert daher den Heimatfluss Schwarze Elster, der deutlich höher im Gelände liegt als die benachbarten Seen, die verbunden werden.

Eine Schiffshebeanlage, deren Fundament ganze neun Meter unter dem Wasserspiegel des Geierswalder Sees liegt, wird derzeit gebaut. Etwa vier Meter Höhenunterschied haben die Wassergefährte zwischen dem Senftenberger, dem Muttersee der neuen Reiseregion, und dem Geierswaider See zu überwinden.

In dieser Fahrtrichtung müssen die Fahrgastschiffe und Boote gehoben werden. Mit einer Dauer von 30 bis 45 Minuten je Schleusung ist zu rechnen, zehn bis 15 pro Tag wird es wohl geben. Ein Schleusenwärter soll tätig werden. Für die Nacht ist eine Selbstbedienungsanlage geplant.

Da die bei den Schiffstunnel im Gegenverkehr nicht befahrbar sind, wird auf ganzer Kanallänge eine Ampelregelung installiert.

Nördlich von Senftenberg brummt die zweite große Kanalbaustelle auf der Brandenburg-Seite des länderübergreifenden Lausitzer Seenlandes.

Bei Sedlitz entsteht derzeit der Tunnel für den schiffbaren Überleiter vom Ilse See zum Sedlitzer See.

Die Neugier Lausitzer und Gäste an der entstehenden Wasserlandschaft ist groß. Auch diese Seenland-Baustelle ist von einem Besucher-Informationspunkt einsehbar.

Die gewaltige Röhre für die Fahrgastschiffe und Boote ist fast fertig. Auch der Bodenaushub für den Kanal hat begonnen.

Kathleen Weser

 

ZUM THEMA

Der Senftenberger und der Geierswalder See (Überleiter 12) werden über einen schiffbaren Kanal von gut einem Kilometer Länge miteinander verbunden. Davon bleiben etwa 850 Meter offen. Dieser Überleiter kreuzt die Bundesstraße 96 nach Hoyerswerda und die Schwarze Elster, die vom Kanal jeweils unterquert werden.

Der Schiffstunnel zwischen Ilse- und Sed!itzer See (Überleiter 11) wird 226 Meter lang und auch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar sein. Er unterquert die Gleise der Deutschen Bahn und die Bundesstraße 169 von Senftenberg nach Cottbus.

Der offene Kanal, über den diese benachbarten Gewässer verbunden werden, ist etwa 1,2 Kilometer lang. Ziel der Fertigstellung ist das Jahr 2012.KaWe

 Quelle: Sonderveröffentlichung der Lausitzer Rundschau am 18.10.2011

 

Großräschener Weitblick für einmaligen Stadthafen

Stadt ringt um Finanzhilfen aus den Fördertöpfen für das Berliner Eingangstor zum Lausitzer Seenland

Im alten Senftenberger Kohlerevier treiben die Lausitzer den Wandel von der Bergbaufolgelandschaft zum Ferienparadies voran – mit einem anspruchsvollen Investitionsplan für das Lausitzer Seenland. Am Großräschener See (Oberspreewald-Lausitz) soll im nächsten Jahr mit dem Bau des Stadthafens begonnen werden. Doch der Griff in die Fördertöpfe wird schwieriger.

Großräschen. Der Stadthafen am Großräschener See bleibt eine gewaltige Herausforderung für die 10 000-Einwohner-Stadt und den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). Denn der Kampf um unverzichtbare Finanzhilfen aus den Förderprogrammen im Land Brandenburg ist für den jüngsten, den ungeplanten See der Bergbaufolgelandschaft des Senftenberger Reviers ungleich schwerer als bisher. Zehn Millionen Euro müssen beschafft werden, um den Stadthafen Großräschen bauen zu können. Und die laufende Förderperiode geht im nächsten Jahr zu Ende. Europäische Mittel, von denen die Lausitz bislang stark profitieren konnte, fließen spätestens ab dem Jahr 2014 weitgehend an der Region vorbei weiter gen Osten. Deshalb muss das Finanzpaket jetzt noch geschnürt werden.

Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) bleibt trotzdem optimistisch, dass dies gelingt. "Die größte Aufgabe war auch bisher immer, die Menschen vom Großräschener Zukunftsplan zu überzeugen und die Entscheider zu gewinnen", erklärt er mit dem Blick zurück – und nach vorn. Und das bisher Erreichte spricht für sich.

Tatsächlich ist der Großräschener Hafenplan deutlich älter als der jüngste See, der den ursprünglichen Abbauplänen zufolge gar nicht vorgesehen war und jetzt das Berliner Eingangstor zur schiffbaren Seenkette des Lausitzer Seenlandes werden soll. "Der Tagebau Meuro sollte eigentlich mit den Erdmassen aus dem weiteren Aufschluss des Braunkohlentagebaus Greifenhain, des heutigen Altdöberner Sees, verfüllt werden", bestätigt Thomas Zenker. Doch mit dem abrupten Ende des Lausitzer Kohleabbaus Anfang der 90er-Jahre fehlten die erforderlichen Sande dafür. Damit zeichnete sich ab, auch am Rand von Großräschen-Süd würde ein gewaltiges Bergbaurestloch bleiben. Schon lange bevor die Bagger im Jahr 1999 aufhörten, Braunkohle zu fördern, haben die Stadtväter deshalb den Plan für den Ilse See, den heutigen Großräschener See, geschmiedet – und den Hafenbau klug vorbereitet.

"Das Hafenbecken ist während des noch laufenden Tagebaubetriebes äußerst vorausschauend auf die schon geplante Nachnutzung als Böschungssonderausformung für einen Reparaturplatz für Tagebaugroßgeräte in die gewachsene Erde geschnitten worden", erzählt Thomas Zenker. Walter Karge, der letzte Tagebau-Chef des Abbaufeldes Meuro und spätere Sanierungsbereichsleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), hatte das Machtwort dazu gesprochen. Heute, so schätzt der Großräschener Bürgermeister ein, würde dieses den entscheidungsfreudigen Bergmann beruflich mit Sicherheit den Kopf kosten. Doch für das Lausitzer Seenland zahlt sich der Weitblick optisch und kostenseitig aus – wenn der Bau des Stadthafens Großräschen jetzt gestartet werden kann.

Denn die Flutung des Großräschener Sees schreitet rasant voran. Um noch im Trockenen und damit kostengünstiger bauen zu können, müssen dem bereits vorgeformten und bei 99 Metern über Normalnull in der Landschaft liegenden Hafenbecken noch etwa zwei Meter Erdreich entnommen werden – bevor planmäßig im Jahr 2014 das Wasser kommt. Auch dies ist praktisch eine Punktlandung, die die Großräschener im Blindflug geschafft haben. "Heute wäre dies undenkbar. Aber damals, als wir die Höhe festgelegt haben, lag für den Tagebau-Restsee Meuro noch keinerlei hydrologische Planung vor", erläutert Thomas Zenker. Das Erfolgsrezept der Stadt Großräschen "Gestaltung vor technischer Planung" geht auf. Die Fein-Einstellung des Wasserspiegels wird derzeit abschließend berechnet. Denn die Restloch-Kette, das Herzstück des Lausitzer Seenlandes, soll künftig auch dem Hochwasserschutz dienen. Die Staulamelle von gut einem Meter ist wiederum eine neue Herausforderung – vor allem am Großräschener See.

Doch Planer Wolfgang Joswig aus Senftenberg hat nicht gewartet, sondern "in Eigen-Beauftragung und oft auch Selbst-Ausbeutung", wie der Bürgermeister sagt, die 3-D-Planung für Großräschen-Süd schon frühzeitig sehr genau zu Papier gebracht und in einem Arbeitsmodell umgesetzt. Seine Philosophie "Modellbau vor fester Planung" passt zu dem der Stadt Großräschen.

Die zwischen zehn und 20 Meter hohe Böschung bettet den Hafen in eine Bucht ein, die im Seenland einzigartig ist und ein mediterranes Flair erzeugt. Diese Aussicht begeistert die Touristiker bereits, bevor die ersten 120 Bootsliegeplätze, für die jeweils auch ein Auto- oder Caravan-Parkplatz geplant wird, im inneren Hafen entstehen. "Das ist eher zu wenig als zu viel", schätzt das Stadtoberhaupt ein. Die Anlage kann perspektivisch im Außenbereich erweitert werden. "Wir haben schon jetzt Nachfragen, obwohl noch nichts im Bau ist", bestätigt Thomas Zenker. "Das ist wohl der Lebenserfahrung der Menschen geschuldet, dass man sich hier schon anstellt, wenn es noch gar nichts gibt", sagt er lachend. Dass der Stadthafen Großräschen wirklich attraktiv wird, davon ist Zenker allerdings schon im Voraus fest überzeugt. Die Gelände-Sprünge der hohen Böschung werden mit Treppenanlagen überwunden, aber auch barrierefrei gestaltet – beispielsweise über Aufzüge, die in die Hafen-Funktionsgebäude integriert werden. Die Hafenzufahrt soll als Serpentinen-Asphaltweg mit einem maximalen Gefälle von sechs Prozent ausgebildet werden. An den Hängen wird Wein wachsen. Eine große Spielecke ist geplant, mit der die Kinder den Weg zu den Schwimmstegen, über die der barrierefreie See-Zugang gewährleistet wird, auf der nächsten Böschungsebene über eine Rutsche abkürzen können. "Das einmalige Geländeprofil machen wir zur Chance", sagt der Bürgermeister selbstbewusst.

Planer Wolfgang Joswig, bekanntlich einer der Lausitzer Väter der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst-Pückler-Land", hat das Bild auf den Stadthafen aus dem derzeit im Bau befindlichen Ilse-Kanal (Überleiter 11) vom Sedlitzer zum Großräschener See heraus bereits sehr genau vor Augen. Majestätisch rahmen die Victoriahöhe (132 Meter über NN) und die Ilse-Höhe den Stadthafen ein. Und auch die viel gescholtene Seebrücke "ins Niemandsland", die drei Meter über dem Endwasserstand über den Großräschener See ragt, wird als Schiffsanleger nutzbar gemacht. "Mit einem seitlichen Abgang auf einen schwimmenden Steg, der auch als Wellenbrecher dient, wird der Außenhafen über die Seebrücke erreichbar werden", versichert der Planer.

Zum Thema:
An der schiffbaren Seenkette des Lausitzer Seenlandes mit zehn Gewässern in Brandenburg und Sachsen entstehen nur zwei Häfen mit direkter Stadt-Lage – am Senftenberger und am Großräschener See (Oberspreewald-Lausitz). Der Stadthafen Senftenberg ist im Bau. Im Sommer sollen Terrassen und Promenade nutzbar sein. 120 Liegeplätze für Sportboote werden planmäßig im Herbst fertig. Der Fahrgastschiffsanleger, eine 90 Meter lange und gut fünf Meter über die Wasseroberfläche ragende Seebrücke, soll bis Mitte 2013 errichtet werden. Das Investitionsvolumen für den Hafen wird derzeit mit zwölf Millionen Euro beziffert. Erste Planungen waren von neun Millionen Euro ausgegangen. Der Stadthafen und der schiffbare Kanal (Überleiter 12) vom Senftenberger zum Geierswalder See (Kreis Bautzen) sollen zeitgleich im Juni 2013 in Betrieb gehen. Der Stadthafen am Großräschener See soll im Jahr 2013 begonnen werden, damit weitgehend im Trockenen gebaut werden kann. Dem Flutungssee fehlen derzeit noch etwa zehn Meter bis zur Endwasserlinie. Die Hafen-Investition wird auf zehn Millionen Euro geschätzt.

Kathleen Weser

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.05.2012

 

Naturschutzsee mit Naherholung

Vertragen sich Kunst, Kultur und Bergbaufolgelandschaft?

Am Altdöberner See soll diese Frage mit ,,"Ja" beantwortet werden.

Das im Sanierungsgebiet Greifenhain der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV) entstehende Gewässer soll zu einern Landschaftssee entwickelt werden, der vor allem der Naherholung und dem Naturschutz dient.

Bereits im Jahr 1998 wurde die Flutung des Sees aufgenommen. Bis zum Jahr 2021 soll am Rande Altdöberns einer der größten Binnenseen Brandenburgs entstehen. "Wir sind mit der Sanierung im Zeitplan", sagt LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber. In zehn Jahren soll sich die Wasseroberfläche über eine Strecke (besser: Fläche) von 879 Hektar erstrecken.

Derzeit befindet sich der Füllstand bei 60 Prozent. Schon jetzt hat der See eine gute Wasserqualität mit einem ph-Wert von 8,0.

 

                                                     

 

Die Sanierungsarbeiten am Altdöberner See sind bereits weit fortgeschritten. In den letzten Jahren wurden Teile der Böschung stabilisiert, die Ufer abgeflacht und die Randbereiche rekultiviert. Um eine gefahrlose Nutzung des Sees zu er­möglichen, sind jedoch weitere Verdichtungsmaßnahmen notwendig.

Ein besonderes Kunstobjekt könnte am Altdöberner Ufer entstehen ­ eine über einem halben Kilometer lange und bis zu 20 Metern hohe begehbare Erdskulptur ist in Planung. Sie formt eine Hand, die sich zur Pritzener Halbinsel hin öffnet und nach dieser greift. Auf diese Weise könnte symbolisch die durch den Bergbau verloren gegangene Verbindung zu dem Ort wiederhergestellt werden.

Katrin Peter, Bauamtschefin im Amt Altdöberner Land, beobachtet die Sanierungsarbeiten genau, "Nach der Böschungssanierung, Flutung und Rütteldruckverdichtung wollen wir uns aktiv in die Gestaltung und Nutzbarkeit des Sees mit einbringen."

Während erste Entwürfe für die Erdskulptur schon vorliegen, müssten die Voraussetzungen für technische Machbarkeit und Finanzierung jedoch noch geprüft werden. Henry Blumroth / blu2

Quelle: Sonderveröffentlichung der Lausitzer Rundschau am 18.10.2011

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.01.2012

 

LMBV verbaut weitere 100 Millionen

Sanierungsmaßnahmen für 2012 in Brandenburg und Sachsen

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wird in diesem Jahr (2012) die Altlastsanierung in der Region vorantreiben. Ein Schwerpunkt ist die Sicherung von Kippen und Böschungen.

Cottbus. Die LMBV wird in 2012 voraussichtlich rund 72 Millionen Euro in Brandenburg und 30 Millionen Euro in Ostsachsen ausgeben können, um Böden zu verdichten, Böschungen abzuflachen und die Wasserqualität in Tagebaurestlöchern zu verbessern. Damit liegt das Finanzbudget für die Lausitz wie geplant leicht unter den Ausgaben für 2011. Für zahlreiche Einzelprojekte, die in diesem Jahr umgesetzt werden sollen, sind die planerischen Vorbereitungen beendet.

"In den kommenden Monaten können die Sanierungsfirmen mit den Aufträgen betraut werden", so LMBV-Sprecher,  Uwe Steinhuber.

Gearbeitet wird an den Altbergbau - Hinterlassenschaften in der ganzen Region.

In Brandenburg sind das unter anderem die Restlöcher in Lauchhammer, das Gebiet um den Bergheider See (Elbe-Elster) und die Restlochkette Sedlitz-Skadow- Koschen (Oberspreewald- Lausitz).

In Sachsen sollen die Grundsanierung im Gebiet des ehemaligen Tagebaus Bärwalde und die Flutung des Berzdorfer Sees fortgesetzt werden.

An einigen Stellen soll in diesem Jahr nach Auskunft der LMBV auch die Sicherung der wegen Rutschungsgefahr gesperrten Altkippen in Angriff genommen werden.

Im Tagebaufeld Spreetal (Ostsachsen) sollen dafür ingenieurtechnische Vorbereitungen beginnen, die Ergebnis der Arbeit des geotechnischen Beirates der LMBV sind.

Im ehemaligen Tagebaufeld Seese-Ost südlich von Lübbenau soll gekippter Boden durch Sprengungen verdichtet und mit einer drei Meter dicken trockenen Erdschicht überdeckt werden.

Fortgesetzt werden in 2012 auch die Verdichtungsarbeiten an der Ostböschung des Silbersees und die Bauvorbereitung für die Ufersicherung am Knappensee (beide Ostsachsen).

Ein weiterer Schwerpunkt des Sanierungsbergbaus in diesem Jahr ist die weitere Abwehr von Gefahren durch den Wiederanstieg des Grundwassers zum Beispiel in Senftenberg. Im Stadtgebiet Laugkfeld wird die LMBV mit der Errichtung von Filterbrunnen beginnen. Für eine Fernwärmeleitung, die im auf­teigenden Wasser liegt, ist ein Ersatzbau vorgesehen. Filterbrunnen werden auch in anderen Orten der Region zum Einsatz kommen, um den Grundwasserstand zu beherrschen.

2012 ist das letzte von vier Jahren des laufenden Verwaltungsabkommens zwischen Bund, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zur Finanzierung der Altbergbausanierung. Zurzeit laufen die Verhandlungen über das Budget für 2013 bis 2017. Nach mehreren überraschenden Geländebrüchen in alten Kippenböden seit Herbst 2010 wird mit einem steigenden Finanzbedarf gerechnet. 

Simone Wendler

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.01.2012

 

Kalkmilchkur für Scheibe-See aus Düsenleitung geglückt

 

 

 

Wirksam hat die neuartige Düsenschwimmleitung der Vattenfall-Tochter GMB in Senftenberg dem sauren Scheibe-See bei Hoyerswerda die entscheidende Kalkmilch-Kur verpasst. Die Erstneutralisation des Seekörpers ist geglückt. Jetzt wird die notwendige Nachsorge organisiert.


Die Düsenleitung für die Kalkmilch-Kur musste mit Luftunterstützung im Scheibe-See platziert werden.

Senftenberg/Hoyerswerda. Den Lausitzer Bergbausanierern ist es gelungen, die Eigenkräfte des Scheibe-Sees bei Hoyerswerda für die Erstneutralisation des Gewässers zu nutzen. Die Kalkmilch-Kur der Vattenfall-Tochter GMB über eine neuartige getauchte Schwimmleitung, deren Düsen die basische Medizin über die Wintermonate einen halben Meter unter der Wasseroberfläche in den Seekörper abgegeben haben, ist geglückt. Das bestätigt Uwe Steinhuber, der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Auch GMB-Projektleiter Michael Strzodka zeigt sich sehr zufrieden.

Generell werden die sauren Seen der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft mit Erreichen des Endwasserstandes einer Kalkmilch-Behandlung unterzogen. Die Wirkung der basischen Substanzen ist in der Fläche bisher allerdings begrenzt und muss weiter optimiert werden. Bislang wurde die Kalkmilch hauptsächlich über fest installierte Sprenkleranlagen über der Wasseroberfläche versprüht. Nach effektiveren Verfahren wird geforscht. Eines ist die neuartige Schwimmleitung, die die Eigenbewegung des Gewässerkörpers für die Durchmischung ausnutzt.

„In nur 16 Wochen sind gut 15 000 Tonnen Branntkalk in den Scheibesee eingebracht worden. Dies hat zu einer erfolgreichen Erstneutralisation des Wasserkörpers von 2,9 auf mehr als 7 des pH-Wertes geführt“, erklärt Uwe Steinhuber. Damit stehe nach diesem erfolgreichen Pilotvorhabens künftig eine weitere In-Lake-Technik (Einbringen von Chemikalien in den Seekörper) zur Neutralisation bereit.

Das Neue an der im Scheibesee getesteten Schwimmleitung ist, dass das Kalkgemisch mit Druck aus einem halben Meter unter Wasser aus vielen Düsen heraus im See verteilt wird. „Das genutzte physikalische Prinzip des Freistrahls führt zu einer sehr guten Vermischung des Seewassers mit der Kalksuspension“, bestätigt Steinhuber. Die natürliche Zirkulation im See sorgt anschließend dafür, dass das neutrale Wasser weiter verteilt wird. Das habe im Scheibe-See gut funktioniert. Lediglich in der letzten Woche, Mitte Januar, als der Scheibe-See mit Entstehen einer dicken Eisschicht erwartet stagnierte, sind Unterschiede im ph-Wert zwischen dem Hauptwasserkörper, den Flachwasser- und den Tiefenwasserbereichen festzustellen gewesen. Die Leitung wurde außer Betrieb genommen.

„Obwohl eine abschließende Kostenbetrachtung noch aussteht, kann aus Sicht der LMBV bereits eingeschätzt werden, dass das Verfahren für geeignete Bergbaufolgeseen wie den Scheibe-See effizient und wirtschaftlich sehr interessant ist“, schätzt Uwe Steinhuber ein. Die wissenschaftliche Auswertung des Pilotversuchs werde im Sommer vorliegen. „Parallel dazu wird genau beobachtet, wie sich die Wasserbeschaffenheit weiterentwickelt“, so der LMBV-Sprecher.

Deutlich ist die Durchmischung zu erkennen                                                                                         

 

Der unverzichtbaren Erstneutralisation muss in gut einem Jahr eine gezielte Nachsorge folgen. Denn der weitere Zustrom sauren Grundwassers aus den Kippenbereichen ist nicht zu verhindern, das Gewässer darf nicht wieder in den sauren Bereich umkippen. Auch für Schritt zwei soll am Scheibe-See die Düsenschwimmleitung eingesetzt werden. Dies will die GMB beantragen, sagt Michael Strzodka. Dann soll dem Wasser-Kalk-Gemisch zusätzlich Kohlendioxid beigefügt werden.                                                                                                                                                Deutlich ist die Durchmischung zu erkennen

Das gebildete Hydrogencarbonat sorgt den Berechnungen der Experten zufolge dafür, dass das Seewasser dann ohne große Nachbehandlung etwa acht weitere Jahre neutral bleiben wird, obwohl ständig weiter saures Wasser zufließt.

Zum Thema:

Hintergrund Bei dem neuartigen Verfahren der Gewässerneutralisation ist saures Wasser aus dem Scheibesee angesaugt, mit dem Branntkalk-Gemisch angereichert und in das Gewässer zurückgeführt worden. Die stark basische Substanz wird unter der Wasseroberfläche mit großer Geschwindigkeit aus der schwimmenden Leitung gepresst. Der aus jeder der Düsen austretende druckvolle Strahl erzeugt somit vielfach hohe Turbulenzen im Wasserkörper. Das Neutralisationsmittel wird dadurch breit gefächert und tief in den Seekörper eingemischt. Für das großflächige Verteilen des Kalkhydrats, das sich in allen bisherigen Versuchen nicht am Gewässerboden abgesetzt hat, wird die naturgemäße Herbstzirkulation des Scheibesees genutzt. Auf Grund der sich ändernden Temperaturverhältnisse durchmischt sich dabei der ganze Seekörper mehrmals komplett.

 

Von Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.03.2012

 

Sanierungsschiff testet auf dem Lichtenauer See

Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV testet auf dem Lichtenauer See bei Lübbenau jetzt das erste Sanierungsschiff. Der Katamaran "Barbara" absolviert dabei erste Belastungsproben, um leicht saure Bergbaufolgegewässer punktgenau dosiert der nötigen Kalkmilchkur zur Neutralisation des Wassers zu unterziehen. KaWe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.04.2012

                                                   

AUFGESCHNAPPT

 Cottbus ist Heimathafen für Barbara

Noch hat Cottbus keinen Hafen. Den gibt es in ein paar Jahrzehnten vielleicht einmal am Ostsee. Trotzdem ist Cottbus schon jetzt ganz offiziell Heimathafen. Das berichtet Jens-Erik Wegner ziemlich stolz. Er ist Technischer Geschäftsführer der Lausitzer Was­sergesellschaft (LWG).

Genau die ist in die Seefahrt gegangen ­sozusagen. Denn das Unternehmen be­teiligt sich an einem Pilotprojekt in der Berg­bausanierung, bei dem saure Seen großtechnisch bekalkt werden. Das übernimmt die LWG mit ihrem patentierten Spezialschiff. "Barbara" heißt es ganz passend und schippert derzeit über den Lichtenauer See bei Lübbenau. "Als wir es angemeldet haben, verlangte die Bürokratie einen Heimathafen", erzählt Wegner. "Da haben wir einfach Cottbus draufgeschrieben. Bislang hat sich keiner beschwert." Warum sollte er auch? pk

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21./22.04.2012

 

Sanierer braucht weitere Milliarde

Rutschungen, saure Seen, Grundwasseranstieg: Arbeit für LMBV komplizierter als gedacht

Die Sanierung der Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz und in Mitteldeutschland wird in den nächsten fünf Jahren eine weitere Milliarde Euro verschlingen und damit insgesamt die Zehn-Milliarden-Euro-Marke überschreiten.

Von Kathleen Weser

Senftenberg. Die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs, saure Bergbaufolgeseen und vor allem die rutschungsgefährdeten Kippenböden im Lausitzer Revier zwingen den Bund und die ostdeutschen Braunkohleländer den Sanierungstopf der nächsten Jahre deutlich aufzustocken.

Mahmut Kuyumcu. der Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) rechnet damit, dass das Budget des nunmehr fünften Verwaltungsabkommens für die Jahre 2013 bis 2017 spätestens nach der Sommerpause steht.

"Es wird eine bedarfsgerechte Finanzierung mit deutlich höheren Beträgen als in den vergangenen zwei Jahren geben", versicherte der LMBV-Chef am gestrigen Dienstag (22.05.2012) während der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Espenhain (Landkreis Leipzig). Im vergangenen Jahr sind 190 Millionen Euro investiert worden, um die vom großflächigen Kohleabbau hinterlassene Kraterlandschaften standsicher und für Nachnutzungen flott zu machen -

davon 80 Millionen Euro in Brandenburg und 85 Millionen Euro in Sachsen.

Mehr als 52 Millionen Euro wurden eingesetzt, um Gebäude und unterirdische Versorgungswirtschaft gegen den Auftrieb durch das ansteigende Grundwasser zu sichern.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.05.2012

Sanierungsschiff nimmt Kurs auf saure Seen

LMBV steuert das Flutungsfinale für die Bergbaufolge-Gewässer in der Lausitz und im Südraum Leipzig an

Sachsen Die Bergbausanierer steuern für die neuen Seen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier das Flutungsfinale an. Die Gewässer des Leipziger Neuseenlandes, die hauptsächlich mit abgepumpten Grundwässern der benachbarten aktiven Tagebaue geflutet werden konnten, glänzen bereits mit ausgezeichneten Wasserqualitäten. Im Lausitzer Seenland nimmt indes das erste Sanierungsschiff Fahrt auf, um das extreme Versauern der Seen effektiv zu stoppen.

Der Katamaran "Barbara", das erste Sanierungsschiff der Brandenburg Innovation GmbH Cottbus (Brain), wird derzeit auf dem Lichtenauer See bei Lübbenau getestet. Foto: LMBV/Uwe Steinhuber 

Espenhain/Senftenberg. Auf 3900 Quadratkilometern Fläche, das ist größer als das Saarland und Berlin zusammen, ist für den Braunkohlebergbau in Ostdeutschland über mehr als ein Jahrhundert das Grundwasser abgesenkt worden. Ein Wasserdefizit von 13,5 Milliarden Kubikmetern hat dies hinterlassen. Zu zwei Dritteln ist dieser künstlich geleerte Trichter inzwischen wieder gefüllt. Sichtbares Zeichen dafür sind die neuen Seen in den Bergbaufolgelandschaften. Die Wasserspiegel der sanierten Krater dieser Alttagebaue zeigen den offenen Grundwasserstand.

Im Jahr 2014 will die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Gewässer im Südraum Leipzig fertig geflutet haben. Den Aufwand für die Gütebehandlung schätzt der bergmännische Geschäftsführer Mahmut Kuyumcu dort als gering ein. In der Lausitz sollen die "künstlichen Badewannen" ein bis zwei Jahre später voll sein. Hier werden allerdings enorme Säurefrachten aus den Kippenmassiven der Alttagebaue in die Gewässer gespült. Diese müssen aufwendig mit Kalk-Gemischen neutralisiert werden, um die angestrebte Badewasser-Qualität zu erreichen. In Kürze muss die Lausitzer Seenkette planmäßig funktionieren und damit auch Wasser in die Fließgewässer wie die Spree abgeben können. Dies darf nur in sauberem Zustand erfolgen und wird per Gesetz streng überwacht.

Auf dem Lichtenauer See bei Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) wird deshalb jetzt das erste Sanierungsschiff für die Lausitzer Bergbaufolgelandschaft getestet. Der Katamaran "Barbara" gehört zum mobilen Einsatzplan der Bergbausanierer gegen das saure Wasser. Punktgenau auf die Bedingungen im jeweiligen Seekörper dosiert soll das alkalische Heilmittel vom Schiff in die Tiefe abgegeben werden. Denn jeder der Bergbaufolgeseen hat Stellen, die unterschiedlich stark versauern. Der Zustrom aus der Kippe ist nicht überall gleich. Ebenso ist die Bodenbeschaffenheit des Seegrundes unterschiedlich. Die nötigen Kalkmengen per Schiff gezielter einzubringen als über schon lange eingesetzte stationäre Sprenkler-Anlagen, verspricht eine sensiblere Wasserbehandlung zu vertretbaren Kosten. Überdosierungen sollen künftig praktisch ausgeschlossen werden. Denn das Schiff kann mit moderner Technik den Seegrund genau abtasten, die Konzentration der sauren Verbindungen und die Strömung messen und damit sehr gezielt auf die Wasserbeschaffenheit einwirken.

Diese in der Region entwickelte Technologie ist nicht die einzige, mit denen die Bergbausanierer das Lausitzer Flutungsfinale und auch die vermutlich deutlich bis über das Jahr 2050 hinaus notwendige Nachsorge vorbereiten. Das betont LMBV-Chef Mahmud Kuyumcu. Das Einspülen von Kalkmilch ist mit einem mobilen Bekalkungsschiff schwedischer Bauart auf dem Bernsteinsee (Restloch Burghammer/Kreis Bautzen) bereits erfolgreich erprobt worden.

Die LMBV hat Anfang dieses Jahres zudem eine weitere neuartige stationäre Neutralisationsanlage im Scheibe See bei Hoyerswerda (Kreis Bautzen) testen lassen. Die Kalkmilch ist dort nicht wie bisher üblich über dem Wasser versprüht, sondern mit Druck aus einer getauchten Schwimmleitung mit Düsen (GSD) im See verteilt worden. Dabei wurden in nur 16 Wochen etwa 15 000 Tonnen Branntkalk in den Scheibe See eingebracht, der seinen Endwasserstand erreicht hat. Die Erstneutralisation des Gewässers war erfolgreich.

Statt bislang geplanter großtechnischer Wasserreinigungsanlagen in den Seen und an deren Ausläufen soll per Sanierungsschiff das Reinigungsgerät punktgenau zum Problem gebracht werden. Die Bergbausaniererin LMBV will für die gewaltige Aufgabe der Wassersanierung nutzen, dass schon bald sieben Lausitzer Seen schiffbar verbunden sein werden.

Zum Thema:


In Brandenburg und Ostsachsen (Lausitzer Revier) haben derzeit sieben von 31 Tagebauseen den Endwasserstand erreicht. Die Lausitzer Seenkette soll im Jahr 2016 gefüllt sein. Der Altdöberner See (Oberspreewald-Lausitz) und der Klinger See (Spree-Neiße) werden planmäßig erst im Jahr 2021 voll. Im Mitteldeutschen Revier ist bereits für 13 der 20 zu flutenden Tagebauseen der Zielwasserstand zu verzeichnen.

Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.05.2012 

 

Ausflug ins Vogel-Paradies

Halbinsel im Partwitzer See erleichtert die Orientierung

Partwitz. Zugegebenermaßen ist die Orientierung im Lausitzer Seenland nicht so einfach. 23 größere und eine ganze Anzahl kleinerer Gewässer lassen bisweilen den Überblick verloren gehen.

 Von Torsten Richter

                                                

 

Wie gut, dass es auf Luftbildern und Landkarten ganz markante Punkte gibt, die weder verwechselt, noch übersehen werden kön­nen. Dazu gehört zweifelsohne die Halbinsel im Partwitzer See. Das ungefähr zwei Kilometer lange und nur wenige hundert Meter breite Eiland wird auch als Halbinsel Skado bezeichnet. Namensgeber ist ein Dorf, das im Jahr 1964 dem benachbarten Tagebau Koschen weichen musste. Heute erinnert eine Gedenkstätte unweit der Geierswalder Kirche an den gewesenen Ort.

Die Halbinsel Skado ist auf jedem guten Luftbild von der Restlochkette, dem Herzstück des Lausitzer Seenlandes, erkennbar.

Ebenso fällt die markante Fläche aus der Vogelperspektive, beispielsweise bei einem Rundflug, sofort ins Auge. Sie erstreckt sich von Nordost nach Südwest und teilt den Partwitzer See in eine Nord- und eine Südhälfte. Das schmale Eiland ist keine Kippe, wie manchmal angenommen wird, sondern besteht aus gewachsenem Boden.

Als Teilstück der sogenannten Bahnsdorfer Rinne existiert unter ihr keine Braunkohle. So blieb dieses Landstück im Zuge des Tage­baus Skado, aus dem in den Jahren von 1940 bis 1977 rund 239 Millionen Tonnen Kohle gefördert wurden, einfach stehen. Und mit der Halbinsel konnten sich auch einige Grundstücke der früheren Ortschaft Groß Partwitz, die ebenfalls der Grube zum Opfer fiel, erhalten bleiben. Noch heute künden alte Obstbäume von jenen Zeiten.

Allerdings ist das Betreten der Halbinsel Skado grundsätzlich nicht gestattet. Überall existieren an den Ufern des Eilandes steile Abhänge, durch deren mögliches Abrutschen Gefahr für Leib und Leben drohen könnte. Nicht zuletzt soll die Halbinsel langfristig dem Naturschutz vorbehalten bleiben. Schon heute gilt sie als Vogelparadies und Ersatzlebensraum. Schließlich werden durch die weitere Flutung des Partwitzer Sees die noch vorhandenen winzigen Inseln bald unter der Wasseroberfläche verschwinden. Charakteristisch für dieses Gebiet sind Möwenvorkommen. Darüber hinaus schätzen durchziehende Wildgänse den See mit seiner Halbinsel.

Trotz des Betretungsverbots brauchen interessierte Besucher nicht auf den Naturgenuss zu verzichten. Benötigt werden lediglich ein Fahrrad oder Skater, ein Fernglas sowie ein wenig Kondition. Dann kann man nämlich auf gut ausgebaauten Radwegen auf die Westseite des Partwitzer Sees radeln und von dort aus das geschäftige Treiben der Vögel auf der Halbinsel beobachten.

Quelle: Lausitz am Sonntag, 01.01.2012

 

Im Einklang mit der Natur

Am Neuwieser See genießen Tiere und Pflanzen Vorrang

Partwitz. Wer im Lausitzer Seenland dem großen Trubel entgehen will und eher ein ruhiges, idyllisches Plätzchen sucht, wird garantiert am Neuwieser See fündig. Dieses 632 Hektar große Gewässer befindet sich nordwestlich von Hoyerswerda und ist gut mit Auto, Fahrrad oder Skatern zu erreichen.

Von Torsten Richter

In unmittelbarer Nähe der Verbindungsstraße von Hoyerswerda nach Geierswalde befindet sich in Höhe des Einlaufbauwerks von der Schwarzen Elster ein kleiner Aussichtspunkt. Von dort aus können Besucher fast den kompletten See überblicken.

Außer einem Radweg, der am Südufer entlangführt, existiert keine touristische Infrastruktur. Und daran soll sich in den kommenden Jahren nicht viel ändern. Es ist nämlich geplant, im und rund um den Neuwieser See dem Naturschutz den Vortritt zu gewähren. Nach Angaben der Bergbausaniererin LMBV entwickelt sich das Areal zu einem Refugium für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Schließlich gehört der Neuwieser See zum Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes Lausitzer Seenland. Arten wie Brachpieper und Wiedehopf finden in der Bergbaufolgelandschaft ein neues Zuhause.

Mittelfristig wird der Neuwieser See das Eingangstor zum östlichen Bereich der durch Kanäle verbundenen Restlochkette präsentieren.

Drei Überleiter bilden die entsprechenden Verbindungen. Von der Brücke des Überleiters 6, der den Anschluss zum benachbarten Partwitzer See herstellt, können Neugierige schon jetzt Blicke auf das fast vollendete Bauwerk werfen. Die weiteren beiden Überleiter zum Blunoer Südsee sowie zum Bergener See befinden sich im Bau oder in der Planung.

Der nicht minder reizvolle Nordbereich des Neuwieser Sees ist derzeit nicht zugänglich. Bislang hatte man vom Partwitzer Rodelberg ei­ne schöne Aussicht auf das Gewässer. Aufgrund der gewaltigen Rutschung vom Oktober 2010 im früheren Tagebau Spreetal wurde das Gebiet vorsorglich gesperrt.

Allerdings können Wanderer einen Blick auf das Wasser erhaschen, wenn sie von der Klein Partwitzer Lindenallee aus südwärts wandern. Allzu weit kommt man aber nicht, da die Betreten-verboten­Schilder unbedingt beachtet werden müssen. Wer dann in Richtung der Staatsstraße gen Westen weiterläuft, sieht darüber hinaus mehrere sogenannte "Eichelhäher­Tankstellen", die von den Naturschützern aufgestellt wurden. Diese werden mit Eicheln aufgefüllt, die die Häher dann holen, im Wald verstecken und somit einen neuen Wald begründen.

Der Neuwieser See geht aus dem früheren Tagebau Bluno hervor.

LMBV-Angaben zufolge wurden dort in den Jahren von 1955 bis 1968 knapp 43 Millionen Tonnen Kohle gefördert.

Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich das dabei entstandene Restloch in Flutung. Voraussichtlich um das Jahr 2015 wird dieser Prozess abgeschlossen sein.

Beeindruckend ist jetzt in der kalten Jahreszeit das morgendliche und abendliche Naturschauspiel im Seen land. Dann steigen nämlich zahlreiche wilde Gänse aus dem Wasser auf beziehungsweise fallen wieder ein. Aufgrund der milden Witterung hat es die Vögel bereits zurückgezogen.

Quelle: Lausitz am Sonntag, 08.01.2012

 

 

 

 

 

 

Das Lausitzer Seenland weckt Begehrlichkeiten, jeder will eine Verbindung zu anderen Seen haben ...

 

Lohsa will Kanal bei Knappensee-Sanierung

Lohsa. Bei der Sanierung des Knappensees möchte die Gemeinde Lohsa (Kreis Bautzen) einen für Sportboote befahrbaren Kanal zwischen Knappensee und Graureihersee. Da­mit gäbe es eine befahrbare Verbindung von Groß Särchen bis zur Energiefabrik Knappenrode. Die Sanierung soll in einem Jahr (2013) beginnen. urnel

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.01.2012

 

Vom Tagebaurestloch ins Seenland – eine Überleitung

Spreetal/Senftenberg Voraussichtlich in einem halben Jahrzehnt werden fast alle schiffbaren Verbindungen im Lausitzer Seenland in Betrieb gehen. Der Spreetaler Grundbruch vom Herbst 2010 hat die Arbeiten um mehrere Jahre zurückgeworfen. Dennoch sehen sich die Experten von der Bergbausaniererin LMBV nach wie vor in der ursprünglich geplanten Zeitschiene.

Einmalige Landschaftsbaustelle: Ein Kanalnetz wird bis 2015/2016 die Tagebaurestlöcher in der Lausitz verbinden.

Fast majestätisch erhaben bildet der Überleiter 6 das maritime Tor zum östlichen Teil der Restlochkette zwischen Senftenberg und Hoyerswerda. Der gut 400 Meter lange Kanal verbindet den Partwitzer See im Westen mit dem Neuwieser See im Osten. Eine imposante Schleuse mit der darüber hinweg führenden Straßenbrücke stellt den Kern des Bauwerks dar. Im Kanalbett selbst befindet sich bereits Wasser. Kurzum, der Überleiter sieht aus wie vollendet.

„Ist er technisch auch“, bestätigt Hans-Jürgen Kaiser, Abteilungsleiter Planung Lausitz bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbH. Aufgrund des technischen Fortschritts muss jedoch die elektronische Steuerung angepasst werden. Erst im Jahr 2014 werden dann die ersten Schiffe diesen Kanal passieren.

V
iel Wasser für Partwitzer See. Klar wisse Kaiser von Bürgern, die sich fragen, warum die Wasserverbindung nicht bereits 2012 in Betrieb gehe. „Das würde unserem Flutungskonzept der Seen entgegenlaufen“, begründet der Fachmann. So werde in den kommenden Monaten der Wasserstand im Partwitzer See erheblich angehoben.

Selbst wenn der Überleiter 6 tatsächlich schon in diesem Jahr freigegeben würde, die Fahrgastschiffe und Wasserwanderer kämen nicht weit. Denn einerseits werde es im Neuwieser See aus Naturschutzgründen nur eine schmale Fahrrinne geben. Und andererseits wäre dort Endstation. Denn die weiter östlich gelegenen Kanäle existieren meist noch gar nicht. Beziehungsweise fristen ihr Dasein unter meterdicken Schlammschichten. So wurde der Überleiter 4, der eine Verbindung innerhalb des Bergener Sees schafft, durch den Grundbruch vom Oktober 2010 verschüttet.

Flächen sicher gestalten„Das Bauwerk war bereits im Jahr 2008 vollendet“, sagt Hans-Jürgen Kaiser. „Statt Wasser ist jetzt Schlamm drin.“ Jetzt gelte es, zunächst die Flächen so sicher zu gestalten, dass sie wieder gefahrlos betreten und befahren werden können. Dann erfolge eine technische Bewertung des Bauwerks. Bislang wisse kein Mensch, ob der Kanal „nur“ verschüttet oder zerstört worden ist.

Die weiteren Überleiter in der östlichen Restlochkette werden LMBV-Angaben zufolge in den kommenden Jahren in Angriff genommen. 2013 sei der Kanal vom Neuwieser zum Bergener See (Überleiter 5) an der Reihe. Ohne den Grundbruch wäre das Bauwerk bereits im vergangenen Jahr vollendet worden. Weitere zwölf Monate später sei der Überleiter 3 a zwischen dem Neuwieser und dem Blunoer Südsee an der Reihe.

Der Kanal am Blunodamm (Überleiter 3) komme nach heutigen Planungen im Jahr 2015. In diesen Zeitraum werde auch die Vollendung des Überleiters 1, des mit 2750 Metern längsten Kanals im Seenland, fallen. Er stellt die Verbindung vom schmalen Sabrodter See zum benachbarten Spreetaler See, mit dem angedachten Speedbootzentrum, her. Die Arbeiten haben dort indes begonnen. Ein vorzeitiger Baubeginn sei von den Behörden zugelassen worden. Letzter Überleiter im Bunde ist der „Zweier“, der vom Sabrodter See zum Bergener See führt. Frühestens 2016 solle dort Baubeginn sein.

Anwohner wollen Überleiter 7
Trotz der Verzögerungen um zwei bis vier Jahre sehen sich die Fachleute von der LMBV noch immer im ursprünglich gesteckten Zeitplan. „Es war immer die Rede von der Vollendung der Kanäle bis zu den Jahren 2015 bis 2016. Und das werden wir, sofern es keine weiteren unvorhersehbaren Ereignisse gibt, schaffen“, gibt sich Hans-Jürgen Kaiser optimistisch.

Indes gibt es derzeit kaum Hoffnungen für die Realisierung des Überleiters 7 vom Partwitzer zum Blunoer Südsee. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums ist das entsprechende Geld nicht vorhanden. Die Rede ist von rund zehn Millionen Euro.

Inzwischen haben die Anwohner der an die Gewässer angrenzenden Orte eine Interessengemeinschaft (IG) „Überleiter 7“ gegründet. „Ohne diesen Kanal gerät die touristische Entwicklung im ganzen östlichen Seenland ins Stocken“, befürchtet Sprecher Lothar Seidel. Aus rein wasserwirtschaftlichen Gründen ist laut der LMBV hingegen keine Verbindung zwischen diesen beiden Seen notwendig. Die IG will indes weiter um den Überleiter 7 kämpfen.

Von Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.01.2012

 

Der Sornoer Kanal verbindet den Geierswalder mit dem Sediitzer See.

Rostiger Nagel wird aufgewertet

 Begehbarer Steg soll Besucher anlocken / Neue Sanitäreinrichtung entsteht

Die Landmarke am Sornoer Kanal gilt seit ihrer Eröffnung im Oktober 2008 als Wahrzeichen und Besuchermagnet des Lausitzer Seenlandes. Allerdings präsentiert sich das touristische Umfeld noch immer provisorisch. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Zumindest teilweise.

Von Torsten Richter

SENFTENBERG/GEI ERSWALDE.

                              

Rund 250 Meter vom Rostigen Nagel entfernt soll ab Juli ein schwimmender Steg begehbar sein. Auf ihm können Besucher 160 Meter in den Sedlitzer See hineinlaufen. In dieser Woche wurden die entsprechenden acht Pontonteile schon mal am Sedlitzer Ufer ins Wasser gehievt und in Richtung des endgültigen Standortes transportiert.

Dass derartige Attraktionen selbst Reisebusgesellschaften anlocken, versteht sich fast von selbst. Schon heute steuern die Busse auf schmaler Straße zum Rostigen Nagel. So weit, so gut. Doch eine Wendemöglichkeit existiert dort bislang nicht. "Ich muss meinen Gästen immer sagen, sie sollen beim Umdrehen des Fahrzeuges lieber die Augen schließen, so abenteuerlich ist das", erzählt die Partwitzer Reiseleiterin Anja Ittmann aus ihren Erfahrungen. Es grenze an ein Wunder, dass es bislang zu keinen Unfällen gekommen ist.

"Wir würden ja gern eine Buswendeschleife bauen, aber es geht nicht", erklärt Volker Mielchen, Infrastrukturchef beim Zweckver­band Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB), während der jüngsten Versammlung des Fördervereins Wasserwelt Geierswalde. Grund sei die Eigentümerin der dafür vorgesehenen Flächen. "Sie will ihren Grund und Boden nicht verkaufen", begründet der LSB-Infrastrukturchef. Allerdings plane der Zweckverband eine entsprechende Rückstoßmöglichkeit für die Busse. Damit dürfte zumindest das Abenteuer Wenden am Rostigen Nagel einen versöhnlichen Abschluss finden. Zudem werde es unterhalb des Aussichtsturmes zusätzliche Parkplätze geben.

Wer am Rostigen Nagel ein dringendes Bedürfnis verspürt, hat bislang genau drei Möglichkeiten. Entweder er benutzt ein Dixi-Klo, er geht in den nahen Wald oder hält inne. Eine "richtige", solide Toilette ist dagegen Fehlanzeige. Das werde sich jedoch in den kommenden Monaten ändern, versprach Mielchen. "Wir haben gemerkt, dass die Touristen an den Sehenswürdigkeiten immer auf der Suche nach einer Toilette sind", begründet Mielchen. Diesem Drang wolle der Zweckverband jetzt Rechnung tragen. Demnächst werde eine stabile und solide WC-Anlage im unmittelbaren Umfeld des 30 Meter hohen Aussichtsturmes entstehen. "Bis zu den Sommerferien ist alles fertig", verspricht der Fachmann.

 Quelle: Lausitz am Sonntag, 15.04.2012

 

Betonwände und Lichtkronen für Schiffsröhre

Tunnel des Seenland-Überleiters 11 zwischen Sedlitzer und Großräschener See fast fertig / Kanalbett folgt jetzt

Die gewaltige Schiffsröhre zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See (Überleiter 11) bekommt derzeit die Lichtkronen aufgesetzt. Mit 186 Metern wird dieser für Fahrgastschiffe taugliche Tunnel im Lausitzer Seenland zwar nur der zweitlängste, trotzdem aber der größte Europas. Der Weilburger Schiffstunnel an der Lahn hat neun Meter mehr, ist allerdings nur für kleine Wassergefährte nutzbar.

            

 In der dergigantischen Schiffsröhre werden derzeit die letzten Betonsegmente der Tunnelwand unter der Bahntrasse gegossen. Foto: Steffen Rasche/

Senftenberg/Sedlitz. Sechs Wochen haben die Vorbereitungen für die Schwertransporte für die Lichtkronen des Tunnels des schiffbaren Überleiters 11 zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See beansprucht. In der Nacht zum gestrigen Mittwoch sind die Stahlbetonteile auf der Baustelle angerollt. Innerhalb von fünf Stunden waren die ersten beiden konischen Beton-Schornsteine dann bei Tageslicht per Kran auf das Tunneldach gehievt. Mit 3,50 Metern Durchmesser haben die Schwergewichte zwischen 13 und 15 Tonnen gerade noch über das Straßennetz von Halberstadt in die Lausitz transportiert werden dürfen. Die mit sieben Metern Durchmesser noch gewaltigeren Lichtkronen der Tunnelmitte, die zwischen den Bahngleisen platziert werden, müssen dagegen vor Ort gegossen werden.

Tageslicht und Brandschutz

"Die brandschutztechnischen Anforderungen sind hier außerordentlich gut gelöst worden", stellt Jan Masnica, der Projektleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), mit Blick auf die Betontürme sichtlich zufrieden fest. Die Kombination von Licht-Einfall und Schornsteinwirkung gefällt ihm ausgesprochen gut. Auf Grund der Tunnellänge sei es eine echte Herausforderung gewesen, im Brandfall für einen guten Rauchabzug zu sorgen und die Erstickungsgefahr für Menschen zu bannen. "Denn inzwischen bestehen die meisten Bootsteile aus Plastik, das brennend sehr giftige Gase bildet", erklärt der Projektleiter, der bislang in Ostsachsen unter anderem am Berzdorfer See tätig und für die Sanierung der Teerdeponien bei Terpe verantwortlich war. Seine neue Baustelle zwischen Sedlitzer und Großräschener See hat der Bergbau-Ingenieur sofort ins Herz geschlossen – auch, weil der als Welle auszuformende Kanal ein ebenfalls wellenförmig verlaufendes Leucht-Stelen-Band bekommt. Das Probeleuchten am Informationspunkt an der Kante des Sanierungstagebaus Meuro hat Jan Masnica von der zwei Kilometer entfernt liegenden Hochkippe aus betrachtet. "Das wird richtig toll", zeigt er sich von dem Eindruck noch überwältigt.

Verkehrte Welt in der Tiefe

Im Schiffstunnel werden derzeit die letzten Betonarbeiten durchgeführt. Die Technologie ist ungewöhnlich. Denn auf Grund der kurzen Sperrzeiten für den Schienenweg nach Cottbus, der unterquert werden muss, werden die letzten Tunnelsegmente jetzt praktisch von oben nach unten erstellt. Die gewaltigen Spundwände, die in den Boden getrieben wurden, um die Verkehrsadern untertunneln zu können, haben sofort einen Beton-Deckel aufgesetzt bekommen. Auf dem rollen die Züge längst wieder auf den sicheren Bahngleisen. Das Stahlgeflecht und der Beton für die 80er-Tunnelwände kommen im Nachgang auf das Fundament. "Das ist eine besondere Technologie, die die Baustelle auch anspruchsvoller macht", bestätigt Thomas Kästner, der für die Bauüberwachung zuständige Ingenieur. Der Tunnel-Körper ist inzwischen fast fertig. Die technische Ausrüstung und der Gehweg (Steg), in dessen Geländer die Leuchtstelen integriert werden, sollen bis Ende des Jahres hergestellt werden.

Kanal-Baufeld ist gesichert

Der Kippenboden im Baufeld für den Schiffskanal in Richtung Sedlitzer See ist indes bergtechnisch gesichert. Das heißt, die locker gelagerten Sande aus dem Abraum über dem einst frei gelegten Kohleflöz des Alttagebaus sind zu einem festen Korngefüge gemacht worden. "Die Rütteldruckverdichtung ist abgeschlossen", bestätigt Projektleiter Jan Masnica. Nach den Oster-Feiertagen werde das Areal des östliche der Bundesstraße 169 gelegenen Kanalbettes mit der Fallplatte nachbearbeitet, damit der Graben für den künftigen Wasserweg ausgehoben werden kann.

Zum Thema:


Der schiffbare Kanal zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See (Überleiter 11) wird 1200 Meter lang. Er unterquert die Bahnstrecke Senftenberg – Cottbus sowie die Bundesstraße 169. Der bereits errichtete schiffbare Tunnel ist mit einer Gesamtlänge von 186 Metern eines der imposantesten Bauwerke der Art in Europa. Längster schiffbarer Tunnel bleibt allerdings der Weilburger Schiffstunnel an der Lahn (195 Meter, erbaut 1847). Der Tunnel und der Baugrund für das Kanalbett in Richtung Sedlitzer See (gekippte Areale) sollen im Jahr 2012 fertig gestellt werden. Der Kanaleinlauf des Großräschener Sees (gewachsener Boden) wird in diesem Jahr begonnen und 2013 beendet. Bauherr des Schiffstunnels ist der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). Als Projektträger einschließlich der hydrologischen Verbindung beider Seen fungiert die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Kathleen Weser

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.04.2012

 

Baukosten für Seenland- Kanäle außer Kontrolle

Landesplanungsabteilung hält trotzdem alle Investitionsentscheidungen für richtig

Die Baukosten für die neuen schiffbaren Wasserwege des Lausitzer Seenlandes ufern in Brandenburg aus. Statt einst geplanter        29 Millionen Euro für die beiden größten Überleiter zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder sowie dem Sedlitzer und dem Großräschener See werden am Ende mehr als 98 Millionen Euro Steuergeld ausgegeben.

Von Kathleen Weser

Senftenberg/Cottbus. Die Kostenentwicklung beim Bau der schiffbaren Kanäle und Überleiter-Bauwerke im Lausitzer Seenland

"sind sehr bedrückend. Die Investitionsentscheidungen aber waren trotzdem richtig".

Das erklärt Klaus-Qtto Weymanns, der zuständige Referatsleiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg in Cottbus.

Laut Landesrechnungshof fallen für den

neuen touristischen Wasserweg zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See (Überleiter 12) statt der zum Baustart angekündigten 17,5 Millionen Euro nunmehr 51,4 Millionen Euro an.

Der schiffbare Kanal vom Sedlitzer zum Großräschener See (Überleiter 11) verursacht statt der geplanten zwölf Millionen Euro nunmehr Baukosten in Höhe von 46,9 Millionen Euro.

"Die Dimension der notwendigen Wasserbauwerke und die damit verbundenen Kosten sind an beiden Überleitern deutlich un­terschätzt worden", räumt Weymanns ein.

Dazu habe "höhere Gewalt" wie Starkregen und Hochwässer kostentreibend gewirkt.

 

Anmerkung d. Verfassers:

 

Gibt es keine Bauingenieure mehr, die in der Lage waren und sind die sog. "höhere Gewalt" realistisch in der Planungsphase

zu berücksichtigen.

Die Problematik des Grundwasserwiederanstiegs in aufgelassenen Tagebauen ist doch nicht erst seit gestern bekannt.

Und man kann es kaum glauben: Auch in der Lausitz soll es regnen.

 

Den Vorwurf, darüber hinaus sorglos den Weg für eine Luxus-Ausstattung der Schiffswege geebnet zu haben, weist er dagegen zurück.

"Das Land Brandenburg sorgt im Lausitzer Seenland lediglich für eine nutzbare touristische Basis-Infrastruktur", erklärt der Referatsleiter. Die Investitionsentscheidungen halte er nach wie vor für richtig,

Die Kostenkontrolle dagegen hätte "stringenter erfolgen müssen".

Dahingehend sei die Kritik des Landesrechnungshofes berechtigt und werde sehr ernst genommen.

Die Prüfer zeigen unter anderem Mängel in den Planungen und der Bauvorbereitung auf. Zudem sind nachträglich Extras bewilligt worden.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.08.2012

 

... und hier noch etwas ausführlicher:

Für Mängel und Extras am Seenland - Kanal bezahlt

Alle Beteiligten haben bei der Kostenkontrolle an Überleitern versagt

Die Kosten-Explosion beim Bau der beiden größten Schiffskanäle des Lausitzer Seenlandes ist ein Gemeinschaftswerk aller Beteiligten. Ungebremst haben sich das Land Brandenburg als Bauherr und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für neue Extras und Folgekosten nach mangelhaften Planungen fortlaufend aus dem Braunkohle-Topf bedient.

Von Kathleen Weser

Senftenberg/Cottbus. Der touristische Wasserweg zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See (Überleiter 12) wird am Ende das Dreifache der geplanten Baukosten verschlingen. Statt der angekündigten 17,5 Millionen Euro mit Baustart im Jahr 2008 schlagen 51,4 Millionen Euro für das etwa einen Kilometer lange Kanalbett, zwei Tunnelbauwerke und die Schiffsschleuse im alten Flussbett der Schwarzen Elster ins Kontor.

Dimension deutlich unterschätzt

"Diese Kostenentwicklung ist bedrückend", sagt Klaus-Otto Weymanns, Referatsleiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin - Brandenburg im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL). Doch die getroffenen Investitionsentscheidungen in die schiffbaren Seenland-Verbindungen als zentraler Baustein des Lausitzer Seenlandes blieben trotzdem richtig.

"Die Dimension der Bauwerke, die damit verbundenen technischen Anforderungen und die zu erwartenden Kosten sind aber deutlich unterschätzt worden", räumt Weymanns ein.

Extrem kostentreibend ist laut des Landesrechnunghofes die mangelhafte Planung der Wasserhaltung auf der Baustelle des Überleiters 12 gewesen. Dafür ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau­ Verwaltungsgesellschaft (LMBV) als Projektträgerin verantwortlich.

Die tiefsten Fundamente für den Schiffsweg sind bis zu neun Meter unter dem Wasserspiegel des Geierswalder Sees gegründet worden. Doch das Trockenhalten der Baustelle war zum Baubeginn laut der vorgeprüften Planungen gar nicht berücksichtigt - und deshalb schon im Jahr 2008 als erhebliches finanzielles Risiko erkannt worden. Das bestätigt Klaus-Otto Weymanns.

Starkniederschläge und Hochwässer in den Jahren 2009 und 2010 haben neben dieser mangelhaften Bauvorbereitung dann noch dazu beigetragen, dass die Kosten für das Trockenhalten der Baustelle in Mehrkosten von mehr als fünf Millionen Euro mündeten.

Anmerkung d. Verf.:

Mit Starkniederschlägen und Hochwässern muss doch ein verantwortungsvoller Planer rechnen.

Das Land Brandenburg hat gezahlt. Über "notwendige Anpassungen wurde der Auftraggeber regelmäßig informiert", teilt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber mit.

Alle am Bau und dessen laufender Kontrolle Beteiligten haben das abgesegnet - von der LMBV über den Sanierungsbeirat, die Landesplanung und den Steuerungs- und Budgetausschuss (Stuba) als letzte Instanz aller Wächter über das Braunkohle-sanierungsbudget.

Neben zahlreichen Planungsänderungen für den Bau des Überleiters haben auch die Stadt Senftenberg und der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) ihre Wunschliste abgearbeitet bekommen. Dazu gehören ein Großparkplatz am Senftenberger See und die Kommunalstraße neben dem Kanal.

Auch die Vorhäfen der Schleuse sind nicht vorgesehen gewesen und nachbewilligt worden.

Der Freistaat Sachsen hat auf diese Wartezonen am etwa baugleichen Schiffshebewerk des Überleiters 6 zwischen dem Partwitzer und dem Neuwieser See verzichtet.

In Brandenburg sind Millionen im Nachgang in Extras geflossen, die die funktionellen Anforderungen an einen sicheren Bootsverkehr weit übersteigen.

 

Anmerkung d. Verf.:

Alles was andere Bundesländer, hier der Freistaat Sachsen einsparen, geben die  „Schuldenländer“, wie Brandenburg mit vollen Händen aus.

 

Außerdem stellt sich die Frage, inwieweit alle Beteiligten materiell für die von ihnen verursachten Mehrausgaben zur 

Verantwortung gezogen werden.

Sollte das nicht der Fall sein, sind  ein Landesrechnungshof  und seine Berichte völlig überflüssig.

 

Basis-Infrastruktur ohne Luxus

"Das Land schafft eine gut nutzbare Basis-Infrastruktur im Lausitzer Seenland", rechtfertigt Klaus-Otto Weymanns das. Der Referatsleiter betont, es sei kein unnötiger Luxus erlaubt worden.

Auch am Schiffsweg zwischen dem Sedlitzer und dem Großräschener See (Überleiter 11) wird ein Finanz-Desaster offensichtlich. Der 1200 Meter lange Kanal unterquert die Bahnstrecke Senftenberg - Cottbus und die Bundesstraße 169.

Dafür wurde mit einem 186 Meter langen Schiffstunnel eines der imposantesten Bauwerke der Art in Europa gebaut - für fast den vierfachen Preis. Die Baukosten werden am Ende statt bei den geplanten zwölf bei nunmehr 46,9 Millionen Euro landen.

Auch das haben Experten des Landesrechnungshofes im Bau-Finale festgestellt.

 

ZUM THEMA NEUER SCHIFFSWEG

Der schiffbare Kanal, der den Senftenberger See (Oberspree­wald- Lausitz) mit dem Geierswalder See (Kreis Bautzen/Überleiter 12) verbindet, ist etwa einen Kilometer lang. Der Wasserweg unterquert die Bundesstraße 96 nach Hoyerswerda und die Schwarze Elster. Zwei Tunnelbauwerke sind dafür errichtet worden. Die Schiffsschleuse, über die Wasserfahrzeuge ab Juni 2013 den maximalen Höhenunterschied von 3,25 Metern zwischen beiden Gewässern überwinden sollen, ist derzeit noch im Bau.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.08.2012

 

Fazit: Wir haben es ja ...

 

Wettlauf mit der Zeit gegen das Waldsterben

Bei Laubusch retten Lausitzer Bergbausanierer etwa 300 Hektar Forsten vor bedrohlich ansteigendem Grundwasser

Kathleen Weser

Das natürliche Erbe des ausgekohlten Tagebaus Erika droht, bei Laubusch (Landkreis Bautzen) etwa 300 Hektar Wald unter Wasser zu setzen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) arbeitet ein gigantisches Sanierungsprogramm ab, um das grüne Eingangstor zum Lausitzer Seenland vor dem Waldsterben zu bewahren – in einem Wettlauf mit der Zeit.

                                                    

Um Lauta und Laubusch (Landkreis Bautzen) müssen riesige Waldflächen vor dem ansteigenden Grundwasser gesichert werden. Foto: LMBV

Lauta/Laubusch. "Die Natur behält immer recht", stellt Holger Gehm mit Blick auf das Waldgebiet um den Lugteich fest. Der Land- und Forstwirt ist einer der beiden großen Waldbesitzer, die auf etwa 70 Prozent der gekippten Forstflächen in der Bergbaufolgelandschaft bei Laubusch bedrohliche Vernässungen verkraften müssen.

Gewaltiges Sanierungsprogramm

Mit einem gigantischen Sanierungsprogramm bietet die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) dem aufsteigenden Grundwasser die Stirn. Und das drängt in rasantem Tempo nach oben. Bei 108 Metern über Normalnull (NN) ist der Grundwasserspiegel nach mehr als 90 Jahren seit Beginn des Aufschlusses der Grube Erika nunmehr wieder angekommen. Auf 114 Meter wird es noch weiter ansteigen, erklärt Jürgen Nagel, der Projektmanager der Bergbausaniererin. Forstwirt Holger Gehm sollte seine Waldflächen eigentlich Ende dieses Jahres trocken gelegt und aufgeforstet wieder in eigene Regie bekommen. Doch inzwischen steht fest: Diese Wald-Sanierung wird noch mindestens drei Jahre dauern.

Todesurteil für den Wald

Bei Laubusch war bis Anfang der 60er-Jahre die etwa zehn Meter mächtige Braunkohle-Lagerstätte im Lausitzer Urstromtal eines einstigen Gletschers aus einem Gebiet geborgen worden, in dem das Grundwasser sehr dicht unter der Oberfläche stand. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde begonnen, Deckgebirge und Kohle aufwendig zu entwässern. Jetzt erobert die Natur das Terrain, in das für die Stromerzeugung und Brikettproduktion gravierend eingegriffen wurde, deutlich schneller und heftiger zurück, als vor dem Jahr 2009 noch sicher vorhergesagt. Zwischen 50 und 100 Zentimeter steigt das Grundwasser im Jahr. In den Tieflagen stirbt der Wald inzwischen schon unaufhaltsam. Dort ist das Todesurteil der teilweise auch hochwertigen Misch-Bestände besiegelt. "Der Wald muss noch einmal gerodet werden", bestätigt Jürgen Nagel. Zwei Meter Erdreich sind den geotechnischen Bewertungen für die Kippenwald-Areale zufolge auf die Flächen aufzubringen, um die neue grüne Lunge anpflanzen zu können. Boden für eine Mächtigkeit von mindestens drei Metern wird angekarrt, um die Wege so neu herzurichten, dass die Waldpflege künftig von dort aus auch mit schwerem Arbeitsgerät möglich ist.

20 bis 30 Millionen Euro sind aufzuwenden, um die Flächen trittsicher und für die Bewirtschaftung flott zu machen. "Zwei Millionen Kubikmeter Erdmassen werden dafür von nahe gelegenen Hochhalden abgetragen", erklärt Jürgen Nagel.

Stützdamm-Raster in Arbeit

Ein Raster von Stützdämmen im Erdreich sorgt dafür, dass die locker gelagerten Kippensande künftig rutschungssicher gehalten werden. Den akkuraten preußischen Waldvorgaben folgend wird auch das Wegesystem neu angelegt. Die Sanierer haben die Arbeiten auf zwei Dritteln der betroffenen Gesamtfläche bereits abgeschlossen.

Über das gewaltige Wald-Schutzprogramm gegen das aufgehende Grundwasser bei Laubusch informiert die Bergbausaniererin LMBV während der nächsten Besuchertage im Lausitzer Seenland, die am letzten Juni-Wochenende stattfinden.

"In der Dimension ist das Problem im Lausitzer Revier einmalig", bestätigt der Projektleiter. Deutlich kleinere Areale mit bedrohten Waldbeständen sind noch im Nordraum um Schlabendorf (Landkreis Dahme-Spreewald) und bei Spreetal (Kreis Bautzen) zu sichern. Der Fall Laubusch ist beispiellos.

Lauta, die grüne Stadt am Tor zum Lausitzer Seenland, setzt für die Zukunft bewusst auf eine intakte Natur einschließlich eines sich künftig wieder weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes – auch und besonders in den Problemzonen am Rande der schiffbaren Seenkette. "Unsere Nachbarn haben genug Seen mit touristischen Angeboten. Für die Lautaer wird der Senftenberger See das Badegewässer bleiben", sagt Bürgermeister Hellfried Ruhland (CDU). Ausgedehnte Wälder mit Feuchtbiotopen, Reichtum an Wild und seltenen Arten wie der Seeadler sind ein Stück Lebensqualität für die Einheimischen und machen Lauta attraktiv für Gäste.

Das sieht auch Holger Gehm so, bei dem vier Leute ihr täglich Brot mit der Waldpflege und Baum-Ernte verdienen. Für den Forstwirt ist die Sanierung des Waldes Fluch und Segen zugleich – wie die Kohle für die Lausitz.

Zum Thema:


Die Gartenstadt "Erika" in Laubusch (Landkreis Bautzen) ist Hauptschauplatz der 10. Besuchertage im Lausitzer Seenland vom 30. Juni bis 1. Juli. Das Motto des Volksfestes, das den Wandel von der Bergbaufolgelandschaft zur modernen Energie- und Tourismusregion greifbar machen soll, heißt: "Willkommen im Grünen". Der dörfliche Ortsteil Laubusch der Stadt Lauta will dem Anspruch eines "grünen Tors" ins Lausitzer Seenland gerecht werden. An Standorten, an denen früher Braunkohle verstromt und Briketts gepresst wurden, werden heute alternativer Strom über Fotovoltaik und durch modernste Anlagen Druckluft erzeugt. Die schmuck sanierten Gartenstädte Lauta und Laubusch sind Architektur-Kleinode, die weiter belebt werden müssen und sich auch als Herbergen und für andere touristische Dienstleistungen am Rande der zentralen Seen-Kette der Reiseregion anbieten. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) arbeitet auf dem Areal des Tagebaus Erika/Laubusch (1918 bis 1962) das größte Wald-Sanierungsprojekt infolge des Grundwasserwiederanstieges ab.

 

Wasserschutz im Tagebaugebiet

Zweite Dichtwandfräse begann am Montag am Tagebau Welzow-Süd mit ihrer Arbeit

Proschim/Bluno Eine Dichtwand aus Ton soll den künftigen Braunkohletagebau Welzow-Süd vor dem Grundwasser des Lausitzer Seenlandes schützen und gleichzeitig das Wasser in den Seen halten. Dafür startete am Montag eine weitere Schlitzfräse ihre Arbeit.

Eine Dichtwand soll den künftigen Braunkohletagebau Welzow-Süd vor dem Grundwasser des Lausitzer Seenlandes schützen.Foto: dpa Foto: dpa

Sie fräst im Gebiet zwischen dem Welzower Ortsteil Proschim und dem sächsischen Bluno einen 95 bis 120 Meter tiefen senkrechten Schlitz in die Erde, der dann später mit einem Tongemisch aufgefüllt wird, das als Trennwand fungiert. Vor eineinhalb Jahren startete bereits eine erste Fräse. 2022 soll die Trennwand fertig sein, auf sächsischem Gebiet bereits 2015.

Die 10,6 Kilometer lange Dichtwand baut der Energiekonzern Vattenfall Europe. Die erste, rund 230 Tonnen schwere Fräse war am 1. Dezember 2010 nördlich der Bundesstraße 156 bei Lieske (Oberspreewald-Lausitz) gestartet.

Im Lausitzer Kohlerevier gibt es bereits mehrere unterirdische Dichtwände, so eine 10,7 Kilometer lange Sperrschicht am Tagebau Jänschwalde (Spree-Neiße). Eine 5,5 Kilometer lange Schutzwand entstand nahe dem sächsischen Berzdorf und eine 7,1 Kilometer lange Dichtwand am Tagebau Cottbus-Nord.

dpa/kr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.06.2012

Lauchhammer ist eine Löcherstadt

Ortsbild wird von vielen Tagebau-Gewässern geprägt

Lauchhammer Trüge Lauchhammer einen Beinamen, wäre die Bezeichnung Löcherstadt passend. Allerdings weniger in Bezug auf Straßenschäden, sondern vielmehr auf die früheren Tagebaugruben. In keiner anderen Stadt in der Niederlausitz existieren so viele Restlöcher wie in Lauchhammer.

                                            

                                            Blick über den Kuthteich zur Nikolaikirche (l.) und zur Christus-König-Kirche. Foto: T. Richter/trt1

Viel Wasser gab es in und um Lauchhammer schon immer. Schon das aus dem Sorbischen stammende Wort "Lauch" beschreibt sumpfiges Grasland. Kein Wunder, befindet sich der Ort inmitten des feuchten Lausitzer Urstromteils, das in erster Linie durch die Schwarze Elster entwässert wird.

Schon auf alten Karten aus der vorbergbaulichen Zeit ist neben dem Reichtum an Fließen auch eine Vielzahl von Teichen erkennbar. So erinnert ein Gedenkstein im Westen der jetzigen Stadt an die frühere Teichwirtschaft Mückenberg.

Noch heute ist das Lauchhammeraner Stadtgebiet reichlich mit Feuchtgebieten gesegnet. Nach Angaben des Sachraden-Buches von Dr. Dietrich Hanspach sind knapp 311 Hektar des insgesamt 8843 Hektar großen Stadtgebietes mit Wasser bedeckt. Das entspricht in etwa 3,5 Prozent der Gesamtfläche. Allerdings sind heutzutage die meisten Gewässer durch den Abbau von Bodenschätzen entstanden. Während das Strandbad West und der benachbarte Angelteich aus der Gewinnung von Ton hervorgingen, der in einer nahen Ziegelei verarbeitet wurde, wurde im übergroßen Teil der Restlöcher einst Braunkohle gefördert. Bereits im Jahr 1789 stießen Arbeiter im Bereich des Butterberges auf diesen Bodenschatz, ohne dessen Bedeutung zunächst zu erkennen. Das sollte sich in den darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten gewaltig ändern. Sämtliche heutige Stadtteile wurden mehr oder weniger nach dem "schwarzen Gold der Lausitz" umgepflügt. Übrig blieben kleinere und größere Restlöcher, die teilweise noch immer auf ihre Rekultivierung warten.

Eines der bedeutenderen Gewässer ist der Kuthteich inmitten des Herzens der Stadt, von den Bergleuten nüchtern Restloch 38 genannt. An dessen Stelle soll sich nach Angaben des Lauchhammeraner Kultur- und Heimatvereins einst das Alte Dorf, der Vorgängerort des späteren Bockwitz und heutigen Lauchhammer-Mitte, befunden haben. Der Kuthteich ist derzeit für die Bevölkerung weitestgehend tabu, da dessen Ufer aus Sicherheitsgründen gesperrt sind. Nur im Südostbereich, etwa dort, wo eigenen Recherchen zufolge von der Ortrander Straße ein Waldweg nach Westen abzweigt, der zu einem Wildacker führt, ist ein ungefährdeter Blick auf das Gewässer möglich.

Der Kuthteich geht nach Angaben des Traditionsvereins Braunkohle Lauchhammer auf den Tagebau Kuth zurück. Dieser lief vor genau 90 Jahren aus. Die Grube war vier Jahre zuvor in Betrieb gegangen. Der östliche Nachbar des Kuthteichs, der Wehlenteich, ist ebenfalls durch den Bergbau, genauer durch den Tagebau Emanuel, entstanden. Der Aufschluss dieser Grube jährt sich in diesem Jahr zum 110. Mal. Unmittelbar nach Beendigung des Ersten Weltkrieges war dort die Kohlenförderung beendet.

Auch der Osten Lauchhammers, das frühere Naundorf, ist reichlich mit alten Kohlengruben gesegnet. Beispiele sind der Naundorfer See, der Salzteich sowie der zu großen Teilen bereits zu Schwarzheide gehörende Südteich. Der benachbarte Bunkerteich wurde dagegen vor wenigen Jahren im Zuge der Rekultivierung verkippt.

Und im Lauchhammeraner Norden beziehungsweise im Nordwesten schließt sich ein künstliches Seenland an, das vom Bergheider See bis kurz vor Plessa reicht. Wichtigste Gewässer sind in diesem Bereich auf Lauchhammeraner Gebiet das frühere Strandbad Kleinleipisch, der Schmale See, der Koynesee, der Kranichsee und einige mehr. Auch der Große und Kleine Wobergsee, die Linse, der Seewaldsee, der Grüne See und der Grünewalder Lauch nahe des gleichnamigen Stadtteils sind nicht natürlichen Ursprungs. Kostebrau kann mit dem recht romantisch gelegenen Friedrichsthaler See auftrumpfen. Insgesamt existieren auf dem Gebiet der 17 000-Einwohner-Stadt eigenen Recherchen zufolge ungefähr 35 Tagebau-Restlöcher. Somit darf sich Lauchhammer getrost als "Löcherstadt" bezeichnen.

Torsten Richter

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.06.2012

 

Hilfe für Lübbenauer Grundwasseropfer

Lübbenau. Ein erstes Aufatmen gibt es für die Mitglieder der Bürgerinitiative "Grundwasser" in Lübbenau. Der Bergbausanierer LMBV hat für den bevorstehenden Winter eine Soforthilfe aus der Firmenkasse versprochen. Damit solle im Falle steigender Pegel das Schöpfwerk in Krinitz angeworfen werden. In den vergangenen Jahren standen bei starken Niederschlägen immer wieder ganze Grundstücke und Straßen in Lübbenau unter Wasser.ast

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.11.2012

 

Eindeutige Ursachen für die Braunfärbung durch Eisenhydroxid des Wassers der Spree sind nicht auszumachen:

Das Problem „Raseneisenstein“ ist nicht so neu … 

An dieser Stelle einige Fakten steckbriefartig aus verschiedenen Quellen

 zusammengetragen

 Raseneisenerzvorkommen in der Lausitz

…. Doch schon lange vor der Kohle wurde in den Lausitzer Böden gegraben, in Jahmen bei Klitten zum Beispiel. Als 1390 erstmals der Ortsname Jamen erwähnt wurde, was auf sorbisch jama ›Grube‹ hindeutet, muss es hier bereits ausgehobene Eintiefungen im Gelände gegeben haben. Um welche Art von Grabung wird es sich dabei wohl gehandelt haben? Nur ein paar Kilometer entfernt gibt ein anderer Ort mit seinem Namen eine Erklärung: Rauden, sorbisch Rudej, bezieht sich auf ruda ›Raseneisenerz, rotbraune Erde‹. Man staune, die Lausitz war ein frühes Zentrum der Eisenproduktion. Spreehammer, Hammerstadt, aber auch Boxberg, das sorbisch Hamor heißt, deuten auf einstige Anlagen, in denen das unter der Erdoberfläche liegende Raseneisenerz gewonnen und verarbeitet wurde. 1336 ist erstmals ein Hammerwerk in Boxberg erwähnt. »In Boxberg machen sie aus meinem Golde Eisen«, pflegte einst der Besitzer der Standesherrschaft zu Muskau, Prinz Friedrich Karl der Niederlande, zu sagen. Im 16. Jahrhundert produzierte man in nahezu 50 Werken im offenen Holzkohlenfeuer schmiedbares Eisen. Geschmiedet wurde alles, was in der Landwirtschaft gebraucht wurde. Eine Sense war daraus allerdings schlecht zu machen.“

 

Quelle:

 Alfons Frenzel, Lausitz rundum

Zwischen Rand und Mitte

2010
304 S., viele Farbfotos, Hardcover
ISBN 978-3-7420-2150-2

 

„…1725 wurde zwischen Lausitz und Liebenwerda Raseneisenstein abgebaut und im Lauch bei Bockwitz zu Eisen verarbeitet.“

 

Quelle: WIKIPEDIA Lausitz (Bad Liebenwerda)

 

Die Gewinnung von Eisen war für die Germanen der römischen Kaiserzeit (1. – 4. Jahrhundert n. Chr.) von großer Bedeutung. Die wichtigsten Geräte, Waffen und Werkzeuge wurden aus Eisen hergestellt. Als Rohstoff diente der verbreitet und reichhaltig vorkommende Raseneisenstein, der sich laut K. Fiege ab dem Atlantikum bildete.

Raseneisenstein ist eine leicht abbaubare Eisenverbindung, die sich unter wechselnden Grundwasserständen bzw. unter Staunässe innerhalb kurzer Zeit in den oberen Bodenschichten auf natürliche Weise bildet.

Die Spuren der Eisenverhüttung sind auf landwirtschaftlich genutzten Flächen gekennzeichnet durch eine Konzentration von blei- bis schwarzgrauen Eisenschlackenstücken. In Ödland- oder Waldgebieten sind sie als Eisenschlackenhügel mit meist spärlichem Pflanzenbewuchs erhalten. Sie lassen sich auf den weiten Sanderflächen des Mittelrückens in Schleswig-Holstein in großer Zahl nachweisen. Gebiete großer Funddichte decken sich mit den Verbreitungsgebieten der Raseneisensteinlagerstatten. Wie ansehnlich die Rohstoffquellen gewesen sein müssen, lässt sich anhand der bis in die Neuzeit abgebauten Lagerstätten abschätzen. Heute verhindern Melioration und moderne Landwirtschaft eine ansehnliche Neubildung dieses Erzes. Von den noch mehr als 200 in der Lausitz bekannten Raseneisensteinvorkommen könnte nur ein verschwindend geringer Teil verhüttet werden, da Eisengehalt oder Mächtigkeit zu gering ausfallen

Quelle: WIKIPEDIA Eisenverhüttung bei den Germanen

 

Fast überall wird in größeren oder kleineren Mengen Raseneisenstein gefunden. Die im Wasser aufgelösten Eisenteile setzen sich in Wiesengründen, in Sümpfen und Flußniederungen als gelber Schlamm ab und wandeln sich in dunkelbraunen Raseneisenstein (Ortstein) um. In früheren Zeiten wurden die die größeren Erzlager ausgebeutet. In Eisenwerken wurden aus den Erzen Roheisen hergestellt. Solche alte Eisenhütte ist noch der Pleiskehammer. Der Hüttenbetrieb war früher nicht unbedeutend, man stellte die verschiedensten Eisenwaren her. Friedrich der Große ließ dort Kugeln für sein Heer gießen. Napoleon I. zwang das Werk, ihm Kugeln und Bomben nach Berlin zuliefern. Es bestanden ehemals noch ein Eisenhüttenwerk bei Topper, die Samtmühle, und der Neubrücker Hammer. Heute wird nirgends mehr aus dem Raseneisenstein Eisen ausgeschmolzen; es lohnt sich nicht mehr. Auch der Pleiskehammer beschäftigt sich nur noch mit der Eisenbearbeitung.

 

Quelle: Crossener Kreiskalender 1921

Kurze Heimatkunde des Kreises Crossen (Oder)

 

... 3. Beschaffenheit

Gley mit Raseneisenerde

Steckbriefe Brandenburger Böden

 

Quelle: Land Brandenburg, Ministerium für Landwirtschaft,

            Umweltschutz und Raumordnung, 2003

 

... Über Raseneisenstein bzw. Raseneisenerz:

 

Über die Entstehung und die Verwendung des Raseneisensteins schreibt Dieter Sperling in seiner Dokumentation „Rohstoffgewinnung und Altbergbau im Förderraum Calau“

(S. 17):

 „Raseneisenerz (auch Brauneisen-, Sumpferz, Limonit, von griech. Leimon = „Wiese“, FeO(OH). n H2O) ist in den Niederungen der Urstromtäler und in den Auswaschungsrinnen der Gundmoränenecken ... recht weit verbreitet. Es entsteht, wenn eisenhaltiges Grund- oder Oberflächenwasser mit Luftsauerstoff in Kontakt kommt und das sich dabei bildende amorphe Brauneisen an Kiesschichten absetzen kann.

Viele Fließgewässer, deren Quellen sich am Fuße des Niederlausitzer Grenzwalls befinden, weisen einen hohen Eisengehalt aus.

Raseneisenerz ist ein chemisch verfestigtes Gemenge aus Sand, Ton, Schluff, pflanzlichen Einschlüssen und Eisenoxyden in wechselnden Mengenanteilen. Der Eisengehalt schwankt zwischen 35 und 55, selten bis zu 80 Prozent. Je nach Fundort enthält Raseneisenstein wechselnde Anteile an Mangan (bis zu 10 Prozent) und einen relativ hohen Gehalt an Eisenphosphat (Vivianit, 3 bis 7%).

Da die Lagerstätten nur von einer geringen Vegetationsdecke überlagert sind (ca. 30 bis 60 cm), kam es zur Namensbildung Raseneisenstein oder –erz. Sie können Mächtigkeiten von 20 bis 80 cm mit verschiedenen Ausformungen (Nester, Blöcke, mit glaskopfähnlicher bis erdiger Konsistenz) erreichen. Durch Stechen und Graben ist Raseneisenerz leicht gewinnbar.

Dank seiner technologischen Eigenschaften ist das Raseneisenerz seit alters her der geeignetste Rohstoff für die einfache Eisenverhüttung, denn es lässt sich sehr leicht reduzieren. Die Reduktion beginnt bei einer Temperatur von 400°, während bei 800° bis 900° Celsius ein teigartiges Eisen entsteht. Das

Finden geeigneter Raseneisenerzlager war keineswegs schwieriger als Töpferton zu erkunden. Das Schmelzen, „Zerrennen“ genannt, erfolgte in Rennöfen mit einem durch Windzufuhr hochgetriebenen Holzkohlefeuer. Das mit Schlacke vermischte Roheisen („Luppe“) setzte sich auf einem Schlackeklotz („Ofensau“) ab.

Erst nach einer weiteren Behandlung der Luppe in Ausheizherden zur Beseitigung der Schlacken entstand für das Schmieden geeignete Roheisen. Die aus dem Erz gewonnene Eisenmasse eines Ofenbrandes wird mit weniger als

10 Prozent der eingesetzten Rohstoffmenge veranschlagt. Die frühere

Technologie des Eisenausbringens war daher ein sehr uneffektiver Prozeß, der bis zum Mittelalter kaum verfahrenstechnische Weiterentwicklungen erfuhr.“

….

Sehr interessante Gesichtspunkte zu dieser Thematik findet man in einer im Internet veröffentlichten Dissertation von Steffen Menzel, Rothenburg/O.L. „Das Eisengewerbe der Oberlausitz vom Spätmittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts“ (siehe dazu Inhaltsverzeichnis S. 2ff und Geschichte des Eisenhüttenwerkes -Eisenhütte/Eisenhammer- Keula S. 273ff)

 

Quelle: http://www.muskauer-faltenbogen.de/level9_cms/download_user/Veranstaltungen/Wanderung-28-01-2012.pdf

 

An dieser Stelle ein interessanter Link zur Gesamtthematik: Gewässerbeschaffenheit der Spree:

 

http://www.ptka.kit.edu/downloads/ptka-wte-w/WTE-W-Berichte-2004_Schlussbericht_Gewaesserbeschaffenheit_Spree.pdf

 

Weiter zur Chronologie des Themas "Eisenhydroxid-Belastung":

  

Spremberg plagt sich mit brauner Spree

Spremberg. Das Problem der braunen Spree wird nach Ansicht des Naturschutzbundes in Spremberg (Spree-Neiße) noch für Generationen bestehen bleiben. Aufgrund des Grundwasseranstiegs im früheren Tagebau sammeln sich im Wasser Stoffe wie Schwefelsäure und Eisenhydroxid. Nun fürchten Tourismusvereine im Spreewald, dass der Fluss in ihrer Region beeinträchtigt wird.wr

Quelle: Lausitzer Rundschau. 06.07.2012

 

"Vattenfall hat keinerlei Anteil an den Braunfärbungen"

Die Vattenfall Europe AG nimmt den Leserbrief von Manfred Gäde (LR vom 19. Juli) zum Anlass, zur Thematik Stellung zu beziehen.

Manfred Gäde hatte sich in seinen Zeilen auf den RUNDSCHAU-Beitrag "Tiere fliehen aus der braunen Spree" (LR. vom 16. Juli) bezogen:

Verständlicherweise beobachten viele Bürgerinnen und Bürger mit Sorge die unterschiedlichen Braunfärbungen der Spree in Spremberg. Als Verursacher und Verantwortliche werden in dem genannten Beitrag und dem Leserbrief von Herrn Gäde die LMBV und Vattenfall in der Lausitz benannt.

Nachweislich hat Vattenfall keinerlei Anteil an den Braunfärbungen, deren Ursachen eindeutig festgestellt worden sind.

Sie liegen in den diffusen Grundwasserzuströmungen in die Spree und aus den Grundwasseranstiegsgebieten der LMBV entlang von Kleiner und Großer Spree im ostsächsischen Raum.

Vattenfall hingegen leitet sein in den Tagebau-Bereichen gehobenes Grundwasser erst nach einer Wasserbehandlung in die Spree ein. In den Grubenwasserbehandlungsanlagen wird das Eisen mit speziellen Verfahren ausgeflockt. Die noch verbleibenden und von den Behörden genehmigten Resteisengehalte liegen unter der Sichtbarkeitsgrenze und sind ökologisch vollkommen unbedenklich. Überzeugen kann man sich davon an den jeweiligen Einleitstellen nahe Kringelsdorf, Ruhlmühle und bei Spreewitz.

Die derzeitige Braunfärbung der Spree ist allerdings nicht allein auf das Eisen zurückzuführen, sondern auch auf die vielen Niederschläge der letzten Wochen. Dadurch wurden und werden z. B. Lehmteilchen aus Ackerböden der Spree zugeführt. Wer sich die Spree südlich von Uhyst, zum Beispiel in Lieske anschaut, wird diese Färbung bereits dort wahrnehmen, wo es niemals einen Bergbaueinfluss gegeben hat. (!!)

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.07.2012

 

     

Spreewälder machen Druck wegen brauner Spree

Altbergbau ist nicht alleiniger Verursacher

Tauer Die Naturschützer der Region lassen bezüglich der braunen Spree nicht locker. Während der Naturschutztagung des Spree-Neiße-Kreises in Tauer kündigte Isabell Hiekel vom Förderverein Naturschutz im Spreewald an, den Druck auf die Verantwortlichen für dieses Desaster zu vergrößern.

Dazu sei für den 4. Dezember (2012) eine nächste Veranstaltung geplant. In Raddusch sollten die Beteiligten Stellung beziehen, was sie nach der ersten Zusammenkunft, die im Oktober stattfand, in die Wege geleitet haben. Eingeladen seien die Bergbausaniererin LMBV sowie das Potsdamer Umweltministerium.

"Die Verockerung der Spree muss sehr schnell ein Ende finden", sagte Hiekel. Der Oberspreewald sei von diesem Phänomen massiv gefährdet. Inzwischen sei ein Aktionsbündnis auf die Beine gestellt worden. Das Gremium verfolge das Ziel, möglichst zeitnah praktikable Lösungen zu finden. Hiekel forderte Kommunen und Landkreise auf, diesem Aktionsbündnis beizutreten, um eine noch höhere Schlagkraft zu erreichen.

Für Spree-Neiße-Dezernent Olaf Lalk ist indes die Eisenbelastung der Spree, die für die Ockerfarbe des Wassers sorgt, nicht so dramatisch wie die ebenfalls vorhandenen Sulfateinträge, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. "Leider gibt es noch keine finanziell stemmbaren Gegenmaßnahmen", bedauerte Lalk.

Henrik Schuhr von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises schiebt für die braune Spree nicht nur dem Altbergbau die Schuld in die Schuhe. Schuhr wisse aus Gesprächen mit älteren Einheimischen, dass die Laßzinswiesen bei Peitz sowie die Sachsendorfer Wiesen in Cottbus schon in früheren Zeiten öfter durch braunes Wasser gekennzeichnet waren.

"Das ist abhängig vom Grundwasserspiegel und ein Teil des tertiäres Erbes in der Lausitz", sagte der Fachmann.

Torsten Richter / trt1

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.11.2012

 

Anmerkung:

Endlich mal jemand, der versucht, den eigentlichen Ursachen der Verockerung der Spree auf den Grund zu gehen.

 Es dürfte schon Gründe gegeben haben, weshalb Raseneisenstein in Peitz im Mittelalter verhüttet wurde.

 Eisenhydoxidablagerungen wurden im Mittellauf der Spree (Raum Lieske) schon  in den 60´er Jahren (einer relativ nassen

 Periode mit  erhöhten Grundwasserständen) festgestellt. Einer Region, die nicht vom Braunkohlenbergbau betroffen ist.

 Es liegt daher die Vermutung nahe, dass bei erhöhten Grundwasserständen vermehrt Eisenhydroxid

aus den tertiären Böden ausgespült wird und diffus über das Grundwasser den Oberflächengewässern zufließt.

Es ist gut, dass es noch ältere Bürger mit Erinnerungsvermögen gibt …

 

Also nicht immer dem Bergbau jegliche Schuld zuweisen.

 1934 dürfte es in der Lausitz kaum großräumigen Braunkohlebergbau gegeben haben.

 

Auch früher schon braunes Spreewasser

A. Krüger aus Cottbus zum Thema "Braune Spree - Echte Gefahr oder bloß Panikmache?" (RUNDSCHAU vom 15. Oktober):

 (. . .) Als ich um 1934 in der alten Militärbadeanstalt an der Spree (hinter der "neuen" Badeanstalt) das Freischwimmerzeugnis erhielt, war das braune Spreewasser eine Selbstverständlichkeit. (. . .)

Wir Kinder schwammen im Becken für Freischwimmer, sprangen in die braune Spree, duschten und zogen wieder unsere Runden im Wasser des Beckens. (. . .)

Später arbeitete und wohnte ich in Kolkwitz. Auch dort hatten wir braunes Wasser, das heißt, es war eisenhaltig und die Braunfärbung setzte später ein. Für die Wäsche holten wir das Wasser aus der Pumpe des Hofes, die aber nitrathaltig war - laut Überprüfung des Hygieneamtes. Da ich in einem Gesundheitsbetrieb arbeitete, stellte ein Monteur uns eine Anlage in den Keller, die das Wasser vom Eisen befreite - bis in Kolkwitz eine zentrale Wasserleitung gelegt wurde. Durch das viele Destillieren des Wassers für den Betrieb war die Anlage nicht lange in Funktion (...).

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.11.2012

 

Rentner kennen Spree nur verdreckt

Ein 75-jähriger Spremberger erinnert sich an den braun gefärbten Fluss seiner Kindheit

Spremberg Umweltschützer und Politiker der Region hoffen darauf, dass die Bundesländer Brandenburg und Sachsen endlich gemeinsam das Problem der eisenbelasteten Spree angehen. Allerdings gibt es ältere Einwohner von Spremberg, die sagen: Der Fluss ist doch schon seit unserer Jugend braun.

Dietmar Kormannshaus Foto: wr

75 Jahre alt ist Dietmar Kormannshaus aus Spremberg, ein Mann also, der weit ins vergangene Jahrhundert zurückschauen kann, und er kennt die Spree nur in unnatürlichen Farben.

"Als Kinder haben wir in Wilhelmsthal in der Spree gebadet", erzählt er. "Zu Hause gab es dann Stress wegen der braun eingesauten Sachen." Wo er aufwuchs, im Teschnitzweg an der Kochsa, traten auf den Wiesen vor den Grundstücken alle 50 Meter neue Quellen mit braunem Wasser zutage – so schildert Dietmar Kormannshaus seine Kindheit und Jugend. "Die einzigen Quellen mit sauberem Wasser waren an der Bahnbrücke." Selbst die Hauswasserpumpe habe damals aus sechs Metern Tiefe braunes Wasser nach oben geholt, nicht zu reden von den Ablagerungen, die immer wieder in den Badewannen zu finden waren.

Tatsächlich gab es in der jüngeren Geschichte der Spremberger Spree kaum eine Phase, in der sie von Belastungen frei blieb. Die Pressestelle der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) erläutert: "In der Lausitz gab es früher große Eisenerzvorkommen, die als Raseneisenerz oberflächennah abgebaut wurden." Das hatte auch Folgen für die Flusslandschaft.

Die hohen Niederschläge in den vergangenen Jahren sorgen nach Auskunft der LMBV dafür, dass Eisen und Sulfat mit dem Grundwasseranstieg großräumig in die Flüsse und Seen der Lausitz geschwemmt werden. .....

René Wappler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.12.2013 (auszugsweise)

 

"Mineralwasser ist stärker belastet"      

Umfangreiche Studie mit neuen Daten zu brauner Spree

Cottbus Die Debatte um die Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung der Spree nimmt wieder an Fahrt auf. Während Touristiker, Umweltgruppen und Verbände am kommenden Dienstag (04.12.2012) ein breites Aktionsbündnis gründen, meldet sich nun auch die Wissenschaft zu Wort – mit überraschenden Erkenntnissen.

Bei der großen Diskussionsrunde zur drohenden Verockerung der Spreefließe Mitte Oktober dieses Jahres waren Dutzende Zuhörer nach Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) gekommen. Touristiker, Verbände, Politiker und Vertreter von Ämtern diskutierten gemeinsam mit Bürgern über die braune Brühe, die da immer näher an den Spreewald schwappt. Nur eine Gruppe fehlte: die Wissenschaftler. Das stieß bei vielen auf Unverständnis. Gibt es doch in der Lausitz gleich zwei Hochschulen.

Kritik, die Dieter Leßmann nicht nachvollziehen kann. Seit Jahren beschäftigt er sich mit dem Problem der Verockerung. Leßmann arbeitet am Lehrstuhl für Gewässerschutz der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus. Er untersucht seit 1995 die Ökologie von Tagebauseen und die Auswirkungen des Bergbaus auf die Lausitzer Gewässer.

Warnung vor Panikmache

 "Die Sulfat-Belastung der Spree ist ökologisch gesehen nicht kritisch", sagt Dieter Leßmann. Gerade die Grünen-Bundestagsabgeordnete Behm hatte etwa darauf hingewiesen, dass die braune Sulfatsuppe aus dem Spreewald durch diffuse Wasserwege auch das Trinkwasser im Großraum Berlin verseuche.

Nun kann Leßmann in diesem Punkt Entwarnung geben. Der Zielwert von weniger als 450 Milligramm pro Liter werde eingehalten. Nur oberhalb der Talsperre Spremberg liege die Belastung in dieser Größenordnung. Wobei der BTU-Wissenschaftler vor sinnloser Panikmache warnt.

"Der Sulfatgehalt mancher bekannter Mineralwässer ist mehr als doppelt so hoch wie im Spreewald", sagt er. Das Problem mit Sulfat ist lediglich, dass bei der Nutzung als Trinkwasser zum Schutz von Gewinnungsanlagen und Leitungsnetzen in Brandenburg und Berlin ein Grenzwert von 240 Milligramm pro Liter eingehalten werden muss. Denn Sulfat wirkt korrosiv und greift alte, vor allem zu DDR-Zeiten errichtete Betonbauten an. Neue Bauwerke lassen sich aber davor schützen, sind weitgehend immun. Positiv ist auch, dass der Calcium-Gehalt der Spree hoch ist. Denn Calcium verhält sich antagonistisch zum Sulfat, gleicht es aus.

Das eigentliche Problem stellt die Verockerung dar.

"Betroffen sind vor allem die südwestlichen Zuflüsse des Spreewalds und die Spree oberhalb von Spremberg", sagt Wissenschaftler Leßmann. Wenn das zweiwertige Eisen ausfällt, kann es entweder zur Krusten- oder Flockenbildung kommen. Das ist von mehreren Faktoren wie Temperatur, Fließgeschwindigkeit oder pH-Wert abhängig. Jene Flocken können auch im zentralen Spreewald zum Problem werden, da sie in Bereiche transportiert werden, die es eigentlich nicht betrifft.

Leßmann plädiert daher für passive Verfahren am Spreewald-Rand, um einer zunehmenden Verockerung des Biosphärenreservates Herr zu werden. So können etwa künstliche Feuchtgebiete mit Schilfbewuchs und Absetzbecken einen Großteil der braunen Frachten aus kleineren Gewässern aufhalten. Doch dieses schonende Verfahren wäre für die Spree nicht möglich, da deren Durchfluss und Fließgeschwindigkeit zu hoch sind.

"Da gibt es nur die Möglichkeit, oberhalb der Talsperre Spremberg, die bisher den Löwenanteil der Frachten aufhält, etwas zu unternehmen", so Leßmann weiter. Das können beispielsweise Feuchtgebiete, Reinigungsanlagen oder Untergrundbehandlungen sein.

Denn dort hat das Dilemma auch seine Ursache – im Boden. In den tertiären Bodenschichten der Lausitz lagern die Mineralien Markasit und Pyrit. Durch den Bergbau, wenn die Erde abgebaggert und umgekippt wird, kommen diese Mineralien mit der Luft in Berührung – Eisenhydroxid und Sulfat entstehen und schlummern in den Kippenböden. Wenn das Grundwasser in stillgelegten Tagebauen und benachbarten Böden wieder ansteigt, wird die problematische Fracht ausgewaschen und gelangt über diffuse Wege in große Wasseradern wie Spree und Schwarze Elster und damit auch in den Spreewald. Mit dem Sulfat verhält es sich ähnlich. In einer Stellungnahme der brandenburgischen Landesregierung heißt es, dass der derzeit größte Teil der Sulfatbelastung in der Spree wahrscheinlich vom aktiven Tagebau in Nochten komme.

Mangelhafte Datenlage

Laut Zahlen des brandenburgischen Umweltministeriums sind die noch aktiven Tagebaue für 80 000 Tonnen Sulfatfrachten pro Jahr verantwortlich. Jedoch sinke diese Zahl kontinuierlich. Im Bereich Sanierungsbergbau, also den Altlasten, sind es 70 000 Tonnen pro Jahr.

Ein Problem ist die dürftige und nicht umfassende Datenlage. "Zuverlässige Prognosen für die Zukunft sind so leider nicht möglich", sagt Leßmann. Bei der Diskussionsrunde in Vetschau hatte die Lausitzer Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft (LMBV) unter anderem die Veröffentlichung einer Studie angekündigt (siehe Infobox). Darin wird die Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung Lausitzer Gewässer untersucht. Der erste Teil, "Spree vor Spremberg", soll nach RUNDSCHAU-Informationen bei einer Informationsveranstaltung in Spremberg am 8. Januar kommenden Jahres vorgestellt werden. Doch entgegen ersten Ankündigungen sollen die Daten laut LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber nicht an Dritte herausgegeben oder ins Internet gestellt werden.

Das Aktionsbündnis "Klare Spree" wird am Dienstag, 4. Dezember, 18 Uhr, im Hotel "Radduscher Hafen" gegründet.

www.klare-spree.de

 

Zum Thema:

Die Lausitzer Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat eine wissenschaftlich sehr umfangreiche Studie anfertigen lassen. Darin geht es unter anderem um die Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung der Lausitzer Gewässer. Laut LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber sollen die Ergebnisse am 8. Januar bei einer Informationsveranstaltung in Spremberg bekannt gegeben werden. Entgegen ersten Ankündigungen bei einer Informationsveranstaltung in Vetschau am 17. Oktober dieses Jahres (2012) wird die LMBV keine Daten der von dem Wissenschaftler Dr. Uhlmann erarbeiteten Studie im Internet veröffentlichen. "Auch eine Ausreichung an Dritte wird nicht vorgenommen", sagte Steinhuber auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Zugleich kündigte er eine zweite wissenschaftliche Ausarbeitung für den März des kommenden Jahres an, da soll es um Belastungen für den Nordraum der Lausitz gehen. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen werden zurzeit von den LMBV-Fachabteilungen mit den sächsischen und brandenburgischen Behörden "umfangreich auf der fachlichen Arbeitsebene diskutiert", so Steinhuber weiter.

Alexander Dinger

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.12.2012

 

Minister: Spree-Verockerung ernst nehmen

Vogelsänger fordert Veröffentlichung geplanter LMBV-Studie und offensives Herangehen

Potsdam Die Belastung der Spree mit Eisenhydroxid und Sulfat sorgt in der Lausitz und vor allem im Spreewald für Ängste. Der Bergbausanierer LMBV will das auch Verockerung genannte Problem untersuchen, die Studie aber nicht öffentlich machen. Die Kritik daran wird heftiger.

Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) aufgefordert, ihre geplante Studie zur Spree-Verockerung der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. "Ich kann der LMBV nur dazu raten, die Daten im Internet zu veröffentlichen", sagte Vogelsänger am Mittwoch in der Fragestunde des Landtags. Anlass waren Fragen der Abgeordneten Sabine Niels (Bündnis 90/Die Grünen), Werner-Sigwart Schippel (SPD), Roswitha Schier (CDU) und Gerd-Rüdiger Hoffmann (fraktionslos) zur Spree-Verockerung.

Zuvor hatte die RUNDSCHAU berichtet, dass die LMBV am 8. Januar (2013) eine Studie zur Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung der Lausitzer Gewässer vorstellen wird. Gleichzeitig kündigte die LMBV jedoch an, die Studie nicht an Dritte herauszugeben und keine Veröffentlichung im Internet zu planen. "Wir sind gegenüber der LMBV nicht weisungsbefugt", so Vogelsänger. Er gehe jedoch davon aus, dass die LMBV die Signale aus dem Ministerium höre. "Wir sind gut beraten, die mit der Braunkohlesanierung verbundenen Sorgen sehr ernst zu nehmen", sagte Vogelsänger. Die Spree-Verockerung sei ein Problem, das "offensiv angegangen werden muss." Er gehe daher davon aus, dass dafür auch mehr Mittel zur Verfügung stehen. Kurzfristig sei bereits der Haushaltsposten für Gefahrenabwehr erhöht worden. las

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.12.2012

 

Alte Reinigungsanlagen für Grubenwasser sollen reaktiviert werden

Wissenschaftler stellt 400-Seiten-Studie über Spree-Verockerung vor / Zweiter Teil für Spreewald wird im März präsentiert

Cottbus Egal, was in den nächsten Jahren passiert, die Spree wird kein klares Wasser führen. Das ist das Fazit einer umfangreichen Studie. In der Arbeit eines Dresdner Wissenschaftlers werden Lösungsvorschläge gemacht, wie die Verockerung zumindest verringert werden kann.

Es ist bereits die zweite umfangreiche wissenschaftliche Ausarbeitung innerhalb von zwei Jahren, die sich mit der Verockerung der Spree bis zur Talsperre Spremberg beschäftigt. Es geht dabei um die Ablagerung von braunem Eisenhydroxid, das aus Kippenböden stammt, das Flusswasser trübt und Kleinstlebewesen darin schädigt. Die neue 400-Seiten-Studie kommt von Dr. Wilfried Uhlmann vom Institut für Wasser und Boden aus Dresden und wurde am Dienstagabend in Auszügen in Spremberg vorgestellt. Darin betrachtet werden die Ursachen für die Verockerung der Spree auf sächsischer Seite. Zum Teil werden Ergebnisse einer vorherigen Untersuchung berichtigt.

Während die Ausarbeitung von 2010 noch davon ausgeht, dass ein Großteil der Eisenhydroxidfrachten über die Kleine Spree transportiert wird, kommt die neue Studie zu dem Schluss, dass die Hälfte des Eisens über die Spreewitzer Rinne (Landkreis Bautzen) kommt. Die Belastung des Grundwassers in diesem Bereich sei flächenhaft. Daher werde es nicht ausreichen, die Eisenbelastung in der Kleinen Spree zu senken, sondern entsprechende Maßnahmen müssten auch im Bereich Ruhlmühle (Landkreis Görlitz) und Spreewitzer Rinne ergriffen werden. Bisher hält die Talsperre Spremberg einen großen Teil der braunen Spreesuppe auf. Kritiker befürchten, dass die Eisenhydroxidwelle über diffuse Wege auch irgendwann in den Spreewald schwappt.

Das Problem der Verockerung ist in der Lausitz seit Jahrzehnten bekannt. In Bodenschichten, die durch den Bergbau abgebaggert und umgekippt werden, lagern die Mineralien Markasit und Pyrit. Sie kommen dabei mit Luft in Berührung, wodurch Eisenhydroxid und Sulfat entstehen. Die schlummern dann in den Kippenböden. Wenn das Grundwasser in stillgelegten Tagebauen und benachbarten Böden wieder ansteigt, wird diese problematische Fracht ausgewaschen und gelangt in Flüsse wie Spree und Schwarze Elster. Dieses Phänomen wird vor allem den Altlasten, also den stillgelegten Tagebauen zugeschrieben.

Eine deutliche Abfuhr wird in der Studie Flusskläranlagen an der Kleinen Spree und Spree erteilt. Das sei wirtschaftlich nicht tragbar. Für Wissenschaftler Uhlmann kommt eine flächenhafte Grundwasser-Sanierung der Spreewitzer Rinne ebenfalls nicht infrage. Das sei zu teuer und derzeit würde dafür auch noch kein technisches Verfahren existieren.

Chancen rechnet der Wissenschaftler aber der Auffang-Wirkung von künstlichen Übergängen wie Gräben, Dränagen und Brunnen zu. Diese würden an den Übergängen der Grundwasserleiter zu den Fließgewässern installiert. Als hoffnungsvoll werden auch unterirdische Wasserbehandlungen eingestuft. Bei dieser Methode würden spezielle Mikroorganismen das belastete Wasser bearbeiten und dadurch die Eisenausfällung verhindern. Diese Methode wurde schon erfolgreich getestet – allerdings nur in Kleinstgewässern.

Als hoffnungs- und sinnvoll wird die Reaktivierung von alten Grubenwasser-Reinigungsanlagen gesehen. Eine steht zum Beispiel im sächsischen Burgneudorf (Gemeinde Spreetal). Das wäre allerdings auch mit hohen Kosten verbunden, da Gräben reaktiviert und die alten Anlagen wieder in Schuss gebracht werden müssten.

Alternativ könnte das eisenreiche Grundwasser auch einfach in den Bergbaufolgeseen verspült werden. Auch der Errichtung einer mehr als acht Kilometer langen Dichtwand entlang der Speicher Burghammer und Lohsa II werden in der Studie gute Erfolgsaussichten bescheinigt. Doch egal, welche Maßnahmen auf sächsischer Seite ergriffen werden. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Spree in den nächsten Jahren klares Wasser führen wird, so das Fazit.

Der zweite Teil der Studie soll im März vorgestellt werden. Darin soll es um die Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung im Spreewald gehen. Auf das Rückhaltevermögen der Talsperre Spremberg wird in der Studie auch nicht eingegangen. Dazu wird gerade ein vom Umweltministerium und Landesumweltamt in Auftrag gegebenes Gutachten angefertigt.

Einen Bericht von der Einwohnerversammlung in Spremberg lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der RUNDSCHAU.

Alexander Dinger

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.01.2013

 

Spree bereitet Lausitzer Sorgen

Fluss wird über jahrzehnte kein sauberes Wasser führen

Trübe Aussichten für die Spree: Der Fluss wird auch mittelfristig gelb-braun-verockertes Wasser führen. Solange der Grundwasser­wiederanstieg nicht beendet ist, ändert sich daran wenig. Das sa­gen zumindest Experten. Doch es gibt auch Lichtblicke. Eine Aus­wahl wurde jetzt in Spremberg präsentiert.

Von Torsten Richter

Spremberg. "Ich muss ehrlich zu­geben, ich habe Angst. Und zwar vor einer Verockerung und Ver­ödung weiter Abschnitte der Spree in den kommenden Jahren und Jahrzehnten", macht die Spreewäl­der Gewässerexpertin Isabell Hie­kel ihren Sorgen frei vom Herzen weg Luft. Die Fachfrau vom Landes­umweltamt befürchtet darüber hi­naus, dass selbst entsprechende Gegenmaßnahmen nicht ausrei­chen würden, um das Problem in : Gänze zu beseitigen. Und weiter: "Das ist längst kein lokales Phäno­men mehr. Das geht uns alle an."

Hydrogeologe Dr. Wilfried Uhl­mann vom Dresdner Institut für , Wasser und Boden (lWB), der eine Studie im Auftrag der Bergbausa­niererin Lausitzer und Mitteldeut­sche Bergbau-Verwaltungsgesell­schaft mbH (LM BV) erstellt hat, weist darin nach, dass sich die Kon­zentration von Eisen und Schwefel in der Spree nicht nur weit über dem Normalniveau befindet, son­dern sich in der nächsten Zeit ver­stärken und über Jahrzehnte erhal­ten bleiben könnte.

Eine wesentliche Ursache der Ver­ockerung des Flusses bilde zwei­felsohne der Bergbau. Durch die Beseitigung des Abraums über der Kohle sei das im Boden befindliche Eisen freigelegt worden. Dieses ha­be seine Auswaschung erfahren und sei somit ins Grundwasser gelangt. Bohrungen in einer 50 Jahre alten Kippe bei Burghammer hätten ergeben, dass deren Material erst zu einem Drittel verwittert sei. "Somit könnte sich dieser Prozess noch über 100 Jahre erstrecken", erklärt Uhlmann.

Doch sei die mittlere Lausitz bereits von Natur aus mit erhöhten Anteilen des Metalls ausgestattet. Dies beweise die jahrhundertealte Gewinnung von Raseneisenstein in der Hoyerswerdaer Gegend, sagt der Spremberger Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze.

So sei es auch kein Wunder, dass die während der Eiszeit entstandenen Grundwasserleiter die größte Quelle der aktuellen Eisenbelas­tung der Spree darstellen.

Nach Angaben von Wilfried Uhlmann sind dafür mehrere Möglichkeiten denkbar. Der Fachmann schlägt unter anderem eine Dicht­wand vor. Würde diese bei Lohsa erbaut, bestünde die Möglichkeit, den Zutritt des eisenbelasteten Grundwassers in die Spree um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus wäre auch eine Unter­wasser-Behandlung vorstellbar. Diese bezwecke, dass mittels Mik­roorganismen das Eisensulfat in Eisensulfit umgewandelt wird. Diese könne nicht ausgewaschen werden. Außerdem müsse der Bau oder die Nutzung bereits bestehender Grubenwasserreinigungsanlagen in Betracht gezogen werden.

Geotechniker Eckhard Scholz von der LMBV betont, dass die Maßnahmen nicht für ,,3,50 Euro" zu haben seien, sondern richtig viel Geld kosten. Klaus-Otto Weymanns von der Brandenburger Landesplanung versichert, dass entsprechende Mittel aus dem neuen Verwaltungsabkommen zur Braunkohlensanierung bereitstünden. Er stellt klar, dass sich dieser Prozess über Jahre hinziehen werde. Das Verwaltungsabkommen laufe jedoch nur bis Ende 2017. LMBV-Angaben zufolge soll das Jahr 2013 zum intensiven Planen der Maß­nahmen genutzt werden, ein Jahr später beginne die Umsetzung.

Quelle: LAUSITZ AM SONNTAG, 13.01.2013

 

Ein Lob dem Verfasser des nachstehenden Artikels.

Es war wichtig und richtig, auch die Aussagen des Spremberger Bürgermeisters zu den natürlichen  Ursachen der Verockerungsgefahr der

 Spree und anderer Fließgewässer der Lausitz zu zitieren.

Insbesondere stellen die  während der Eiszeit entstandenen Grundwasserleiter der mittleren Lausitz und Niederlausitz die größte Quelle der

 aktuellen Eisenbelas­tung der Spree dar, wie schon weiter oben von mir dargelegt.

 

Aus mir unverständlichen  Gründen (??) wird immer wieder versucht, dieses

natürliche Verockerungspotential

aus den Berichten der Medien auszublenden.

 

Pegel in Altdöbern steigt und steigt

Kilometerlanger Graben für 2015 geplant / LMBV schätzt Kosten auf zwei Millionen Euro

Altdöbern/Lübbenau Damit Altdöbern nicht untergeht, plant die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) einen zwei Millionen Euro teuren Graben südlich des Ortes. Einwohner berichten von einem dramatischen Anstieg des Grundwassers.

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Regelmäßig zieht es Gerd Lau an den Brunnen auf seinem Grundstück, um den Grundwasserspiegel zu messen. Zwischen Oktober 1999 und Januar 2013 ist der Grundwasserspiegel in diesem Bereich des Altdöberner Marktes um knapp acht Meter gestiegen. Foto: Hegewald

Für die meisten Einwohner in Altdöbern und Luckaitztal kaum wahrzunehmen, bahnt sich das Grundwasser seinen Weg zur Erdoberfläche. Bei der Familie Lau, am Markt 14 in Altdöbern, bleibt die Entwicklung indes nicht unbemerkt. Ein im Jahr 1999 gebauter Brunnen spendet nicht nur Wasser für die Rosen im Garten, aus der Tiefe holt er auch bedenkliche Werte. "Bei meiner ersten Messung, am 13. Oktober 1999, lag der Grundwasserspiegel 9,80 Meter unter der Erdoberkante", berichtet der 59-Jährige. Musste der Altdöberner 2005 sein Bandmaß noch 5,90 Meter ausrollen, genügten 2008 schon 3,30 Meter.

Die aktuelle Messung erfolgte am 10. Januar dieses Jahres. "Das Wasser steht inzwischen 1,95 Meter unter der Erdoberkante und sollte sich langsam auf dieses Niveau einpegeln", sagt er und nennt den Hauptgrund seines Hoffens. Laut Kirchenbuch ist das Haus zwischen 1650 und 1670 errichtet worden – wie seinerzeit üblich mit niedrigem Keller, dessen Fußboden 1,25 Meter unter der Erdoberfläche liegt. Die verbleibende Distanz von 70 Zentimetern sei alarmierend und wird nicht nur bei der Familie Lau als Beweis gewertet, dass der Bergbausanierer LMBV möglichst bald mit der Gefahrenabwehr beginnen sollte.

Doch das hat er schon längst, sagt LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber. Seit 2008 arbeite sein Unternehmen an dem Projekt "Flächenlösung Altdöbern". Außerdem werde der endgültige Grundwasseraufgang erst 2018 erwartet. In diesem Jahr soll der "Antrag auf wasserrechtliche Plangenehmigung" eingereicht werden. Baustart soll 2015 sein – vorausgesetzt das Landesumweltamt akzeptiert und genehmigt die Planungen der LMBV ohne größere Verzögerung. "Das ist der normale Verfahrensgang", sagt Steinhuber. Und es sei ein noch "recht zügiger Vorgang" – wenn man bedenke, welches Ausmaß der Graben haben wird.

Auf einer Länge von knapp 1200 Metern soll dieser das zuströmende Grundwasser südlich des Ortes sammeln. An der westlichen Quelle soll er rund 8,50 tief, in der Krone bis zu 40 Meter und in der Sohle bis zu einem Meter breit sein. Die Gesamtkosten schätzt die LMBV auf etwa zwei Millionen Euro. Nach den Berechnungen der LMBV wären in Altdöbern ohne den Graben etwa 450 Gebäude gefährdet.

Zum Thema:

Die Funktionsweise von Grabensystemen mit Gefälle, bei denen keine Kosten für das Betreiben von Pumpanlagen anfallen, werden auch im Bereich Beesdau und Görlsdorf bei Luckau, in Saßleben und im Lübbenauer Ortsteil Stennewitz genutzt. Für Lübbenau wurde laut LMBV der kontinuierliche Betrieb des Wasserwerkes in Zusammenhang mit der Ertüchtigung des Grabensystems als Vorzugsvariante erarbeitet und werde weiter untersucht.

Uwe Hegewald und Jan Augustin

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.01.2012

 

Bergbausanierer will Pilotvorhaben starten

Cottbus. Über die Zufuhr spezieller Bakterien soll die Spree wieder klarer werden. Noch in diesem Jahr wird die Lausitzer und Mit­teldeutsche Bergbauverwaltungs (LMBV) GmbH ein Pilotprojekt starten. Gelder dafür wurden bereits bewilligt. Das Vorhaben trägt der Namen "Untergrundreaktor" und wurde laut LMBV bereits erfolgreich getestet.ald

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.01.2013

 

Braune Spree ist in Potsdam angekommen / Seltene Einigkeit bei Aktueller Stunde im Brandenburger Landtag

Potsdam/Cottbus Für dringende Probleme gibt es im Potsdamer Landtag die "Aktuelle Stunde". Gestern ist sie von den Grünen beantragt worden, um im Parlament über die Verockerung der Spree zu debattieren. Zwischen den Fraktionen herrschte seltene Einigkeit. Nur eine Parlamentarierin warnte vor "zu dramatischen" Bildern.

Der Bergbausanierer LMBV will unter anderem die Wudritz bei Lübbenau entschlammen. Eine von vielen Sofortmaßnahmen. Foto: Jan Gloßmann

. "Das Tor zum Land der Sorben, das bin ich noch immer, noch recken meine Wipfel hoch sich in den Himmel." Carolin Steinmetzer-Mann (Linke) steht am Rednerpult des Potsdamer Landtags und rezitiert ein Gedicht der Niedersorbischen Heimatdichterin Mina Witkojc. Das Parlament debattiert an diesem Vormittag anlässlich einer Aktuellen Stunde über die braune Spree. Selten herrscht im Landtag zwischen den Fraktionen so viel Einmütigkeit wie an diesem Tag.

Alle fünf im Landtag vertretenen Parteien einigen sich im Verlauf der Sitzung auf einen gemeinsamen Entschließungsantrag. Darin fordern sie die Landesregierung auf, sich in den Gremien der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) dafür einzusetzen, dass kurzfristig Maßnahmen zur Reinigung des Spreewassers ergriffen werden. Dazu zählen etwa die Wiederinbetriebnahme oder der Neubau von Grubenwasserreinigungsanlagen, eine Bewirtschaftung der Talsperre Spremberg und ein enges Netz von Messstellen für Sulfate und Eisenverbindungen in der Spree. Denn um die geht es hauptsächlich. Das braune Eisenhydroxid stammt aus Kippenböden, macht das Flusswasser trübe und schädigt Kleinstlebewesen darin.

"Wir begrüßen den heutigen gemeinsamen Antrag aller fünf Fraktionen", sagt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Der Bergbausanierer sei ein wichtiger Teil künftiger Lösungen, um die Hinterlassenschaften aus dem DDR-Braunkohlenbergbau zu bewältigen. Man sei bemüht, Sofortmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Dazu zählen etwa die schnelle Entschlammung der Wudritz . Auch die ehemalige Absetzanlage bei Vetschau soll noch in diesem Jahr reaktiviert werden.

Im Vorfeld der Aktuellen Stunde hatte das Unternehmen auch angekündigt, noch in diesem Jahr das Pilotprojekt "Untergrundreaktor" zu starten. Dabei wird eine Nährlösung in den Kippenboden injiziert. Die soll bereits im Boden vorhandene spezielle Bakterien dazu bringen, Eisenhydroxid und Sulfat zu binden. Ein ähnliches Projekt wurde 2010 bereits am Skadodamm, an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg, erfolgreich getestet. Bei dem Versuch konnten 90 Prozent des gelösten Eisens und 40 Prozent des Sulfates gebunden werden – das Gemisch verblieb im Untergrund. Dort kann es später abgebaggert werden. Nun will die LMBV das Projekt in einem Fluss testen.

Steinhuber kündigt außerdem an, enger mit dem Aktionsbündnis "Klare Spree" kooperieren zu wollen. "Nur gemeinsam können wir der Natur langfristig effizient helfen. Noch ist das Eisen im inneren Spreewald nicht angekommen. Dort wollen wir es alle nicht haben", sagt er. Auch der Sprecher des Aktionsbündnisses, Peter Stephan, signalisiert am Rande der Aktuellen Stunde Gesprächsbereitschaft. Zugleich warnt er vor einer Verharmlosung des Problems. "Die braune Spree wird eine größere Baustelle als der Flughafen vor den Toren Berlins", sagt er.

Gemeinsam mit den Parlamentariern fordert Stephan von der Landesregierung die Schaffung größtmöglicher Transparenz. So sollen etwa Untersuchungen und Messergebnisse im Internet veröffentlicht werden. Umweltministerin Anita Tack (Linke) sagt das im Landtagsplenum zu. Es gebe einen aktiven Austausch zwischen der Landesregierung und der LMBV. Ferner werde eine Projektgruppe geschaffen, die alle Maßnahmen gegen die Spreeverockerung koordiniert.

Bei der Debatte am Donnerstag zeigt sich auch, dass alle Abgeordneten ein bisschen Spreewälder, Bergbauingenieure und Wasserbauer sind. So wie der aus Lübben stammende SPD-Volksvertreter Werner-Siegwart Schippel. Am Rednerpult warnt er davor, dass "Gefahr im Verzug" sei: "Wenn wir den Erhalt eines der schönsten Teile Brandenburgs riskieren, ist das ein unbezahlbarer Preis für uns Menschen und für die Natur." Vor den Folgen der Sulfatbelastung für das Trinkwasser in Berlin und Frankfurt (Oder) warnt die Landtagsabgeordnete der Grünen, Sabine Niels. "Es gibt derzeit keine technischen Maßnahmen, um das Sulfat aus dem Wasser zu eliminieren", so Niels.

"Das oberste Ziel muss sein, dass das braune Eisenwasser nicht in Richtung Spreewald fließt", erklärt hingegen der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski. Deswegen müsse etwa aus den Südzuflüssen des Spreewalds der Eisenockerschlamm entnommen werden. Schon heute wirke die Talsperre Spremberg wie ein Ablassbecken.

 

(Anm. d. Verfassers:

Diesen Begriff  "Ablassbecken" habe ich noch nie gehört , wahrscheinlich ist „Absetzbecken“ gemeint.

Nicht die Talsperre Spremberg wirkt wie ein Absetzbecken, sondern die Vorsperre Bühlow))

 

"Das muss auch an kleineren Fließen funktionieren – nur wenn die Fließgeschwindigkeit langsam genug ist, kann sich das Eisenhydroxid absetzen und ausgebaggert werden."

Einen ganz anderen Vorschlag unterbreitet hingegen die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Gregor-Ness. Die Politikerin, die auch im Aufsichtsrat bei Vattenfall sitzt, gibt den Medien den Ratschlag, die braune Spree doch möglichst nicht mehr abzubilden und so "keine dramatischen Bilder" zu produzieren. "Das tut unserem schönen Spreewald nicht gut", sagt sie.

Benjamin Lassiwe und Alexander Dinger

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.01.2013

 

Anm.:

Ich halte von „Maulkorbgesetzen“ überhaupt nichts, diese Zeit ist Gott sei Dank überwunden.  

Für derartige Äußerungen  werden „unsere Landtagsabgeordneten“ noch mit einer Diätenerhöhung belohnt.

Allerdings sollten die Medien bei ihren Berichterstattungen aller Art mehr Wert auf  sorgfältige Recherchen legen und nicht versuchen

Leser,  Hörer und Fernsehzuschauer mit Halbwahrheiten zu informieren.  

 

Politik drängt auf Hilfe für die Spree

Spremberger Stadtchef sieht Bundesländer in der Pflicht / Fachleute informieren in Cottbus

Cottbus/Spremberg Politiker aus Cottbus und Spremberg haben sich am Montagabend dem Problem der braunen Spree gewidmet. Während der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) auf Hilfe der Bundesländer drängt, zeigen sich auch Fachleute in Cottbus besorgt.

Das Bagenzer Ufer des Spremberger Stausees: Noch wirkt die Talsperre in Cottbuser Richtung als Schutz vor der Eisenspree. Foto: Frank Hilbert

Erschreckende Tendenz: So bewertet der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze den Eisengehalt, der den Fluss bereits jetzt prägt – und der in absehbarer Zeit kaum sinken wird. Während einer Konferenz des Hauptausschusses von Spremberg am Montagabend im Bürgerhaus erklärte der Stadtchef: "Es ist ja schön, dass sich inzwischen alle Fraktionen des Landtages dieses Problems bewusst sind, aber vertragliche Regelungen zwischen Brandenburg und Sachsen wären besonders wichtig." Nur so ließe sich der Gefahr vorbeugen, "dass der bürokratische Weg alles erschwert". Eine Stadt wie Spremberg sei allein mit der Koordination ohnehin völlig überfordert. Im Februar will Klaus-Peter Schulze deshalb an einer Tagung mit dem Sanierungsbeirat der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) teilnehmen. Auch Cottbus als Oberzentrum der Lausitz gehe es etwas an, wenn die Pflanzen- und Tierwelt sowie Wirtschaftsbereiche wie der Tourismus gefährdet sind, sagt der CDU-Stadtverordnete Wolfgang Bialas. Die Stadt-CDU sowie die Frauenliste hatten sich Fachleute in ihre Fraktionssitzung eingeladen.

Auf die Frage, ob die Spree gefährliche Stoffe bis ins Stadtgebiet spüle, gab es zunächst Entwarnung. "Derzeit geht von der Spree keine Gefahr aus", sagte der Umweltbeigeordnete Lothar Nicht (Linke).

Die Talsperre in Spremberg wirke als Barriere, die bisher zuverlässig arbeite, ergänzte Wolfgang Genehr, Chef des Landesumweltamtes.

Doch wie lange wirkt der Schutz? Dieser Frage widme sich eine aktuelle Untersuchung, sagte der Experte. "Allerdings bitte ich um etwas Geduld, Anfang des kommenden Jahres werden wir über Ergebnisse verfügen", so Genehr. Dann wollen die Experten auch Aussagen für Ausnahmesituationen treffen.

Beispiel Hochwasser: "So wollen wir wissen, welche Konzentrationen von Eisen und Sulfat die Spree bei uns belasten, wenn durch einen erhöhten Abfluss aus der Talsperre die Barrierefunktion teilweise entfällt", beschreibt Wolfgang Bialas ein Szenario.

Die Ursache für die braune Brühe ist hingegen längst ausgemacht: Die in den Bodenschichten lagernden Mineralien Markasit und Pyrit kommen durch den Bergbau mit der Luft in Berührung – Eisenhydroxid und Sulfat entstehen und werden durch das Grundwasser ausgewaschen.

Zum Thema:

Der Beigeordnete des Spree-Neiße-Kreises Olaf Lalk (CDU) regt an, neue Forschungskapazität zu schaffen, die das Problem der eisenhaltigen Spree beleuchtet. Nach seinen Worten wären die Hochschulen in Cottbus die richtige Adresse für einen wissenschaftlichen Umgang mit diesem Thema. Allerdings müsse dafür auch das nötige Geld bereitgestellt werden. "Für unsere Natur ist das derzeit das wichtigste Anliegen", sagt Olaf Lalk.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.01.2013

 

Trübe Aussichten in Branitz

Parkgewässer zeigen Verfärbungen / Experten sprechen von natürlichen Vorgängen

Cottbus Ist braunes Spreewasser bereits in den Branitzer Park gelangt? Das befürchtet der Cottbuser Reinhard Wierik. Doch Fachleute des Energiekonzerns Vattenfall beteuern, dass die Eintrübungen natürlich seien und das braune Wasser die Talsperre Spremberg nicht passiert habe.

 

Vergleich des den Park speisenden Wassers: links vom Branitzer Graben vor der Mündung, rechts aus dem Spree-Zulauf. Foto: Reinhard Wierik

Der Branitzer Reinhard Wierik bezeichnet sich selbst als Parkfreund. Genau deshalb macht er sich um den Weltkulturerbe-Aspiranten nun ernsthaft Sorgen. Denn die Branitzer Parkgewässer werden von der Spree gespeist und die kämpft am oberen Flusslauf zusehends mit einer Verockerung. Die braune Farbe wird durch eine hohe Konzentration von Eisenhydroxid und Sulfat verursacht. "Ich habe nun leider feststellen müssen, dass das braune Wasser mit der Spree mittlerweile Cottbus und damit auch den Branitzer Park erreicht hat", sagt Reinhard Wierik und liefert zu dem Satz die passenden Fotos.

Für Ingolf Arnold gibt es keinen Grund für Alarm. Er ist der Leiter der Geotechnik beim Energiekonzern Vattenfall. "Die Talsperre ist mit ihrem Gesamtvolumen in der Lage, den Schlamm und damit das Eisenhydroxit zurückzuhalten", erklärt er. Bislang habe die Eisenfracht Spremberg nicht passiert. Die Talsperre wirke wie ein Schutzwall. "Das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern", beteuert Arnold. Zumal der Bergbausanierer LMBV Sicherungsarbeiten zum Reinigen von Grubenwasser angekündigt hat.

Nichtsdestotrotz sind derzeit in Branitzer Gewässern – auch außerhalb des Parks – Eintrübungen zu erkennen. "Es gibt sogar Eisenschlieren", bestätigt Ingolf Arnold. "Aber das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der mit der hiesigen Bodenbeschaffenheit zu tun hat. Das Eisen im Boden wird durch den erhöhten Grundwasserstand ausgespült." Dieses Phänomen werde nach dem Frühjahr zurückgehen, versichert er. Tatsächlich ist das Grundwasser in Cottbus von Dezember bis Februar um 25 Zentimeter gestiegen. Das belegen die Daten des Messpunktes auf dem Hof des Apothekenmuseums.

Die Stadt ist bezüglich der braunen Spree mit dem Land in ständigem Kontakt, betont Umweltamtschef Thomas Bergner. "Im Moment haben wir kein Problem", sagt er. Trotzdem arbeite das Landesumweltamt an einer Studie, wie verhindert werden kann, dass das eisenhaltige Wasser an der Talsperre vorbeikommt. Mit den Ergebnissen rechnet Bergner frühestens Ende des Jahres. Parkleiter Claudius Wecke beobachtet die Situation und vertraut auf das Urteil der Fachleute. "Wir sind keine Hydrologen." Die Stiftung pflege ein gutes Verhältnis zur Vattenfall-Geotechnik. Denn aufgrund der Tagebaunähe wird der Park seit Jahrzehnten bewacht. Diverse Messpunkte spicken ihn, in Wasserfragen konsultieren die Parkleute immer wieder die Vattenfall-Experten und das Cottbuser Umweltamt. Es bleibt Vorsicht. "Wir werden unsere Augen nicht verschließen", betont Wecke.

Obwohl die Geotechniker in die Talsperre als Schlammabscheider vertrauen, hat Ingolf Arnold im Stiftungsrat jüngst einen Masterplan für den Ernstfall präsentiert. "Dann würden wir den Spreezufluss zum Park umbauen." Dazu gehören Mäander – also Schleifen – und ein Teich. Das soll die Fließgeschwindigkeit verringern und dafür sorgen, dass sich das Eisen ablagert, bevor das Spreewasser den Park erreicht. "Ich gehe davon aus, dass das nicht notwendig wird", beteuert Arnold.

Reinhard Wierik sieht das freilich ganz anders. "Es muss endlich etwas getan werden", fordert er.

Peggy Kompalla

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.02.2013

 

Anm.d. Verfassers:

Bevor Leser der LR ihre subjektiven Beobachtungen mit Vermutungen verknüpfen und  gegebenenfalls auch gleich in der Lage sind,

 Schuldzuweisungen auszusprechen, sollten sie vielleicht wieder einmal ihre erworbenen Sachkundekenntnisse

(z.B. über das. flachgründiges Vorkommen von Raseneisenstein in der Lausitz) auffrischen.

Hier noch einmal ein Ausschnitt aus obigem Artikel:

"Aber das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der mit der hiesigen Bodenbeschaffenheit zu tun hat.

Das Eisen im Boden wird durch den erhöhten Grundwasserstand ausgespült."

Dieses Phänomen werde nach dem Frühjahr zurückgehen, versichert er (Ingolf Arnold, Vattenfall).

Tatsächlich ist das Grundwasser in Cottbus von Dezember bis Februar um 25 Zentimeter gestiegen.

Das belegen die Daten des Messpunktes auf dem Hof des Apothekenmuseums.

 

Eisenablagerungen verfärben das Wasser in den Cottbuser Gräben

Stadt spricht von enormen Kosten für Entschlammung

Cottbus Die durch Eisenablagerungen rotbraun verfärbten Gräben im Cottbuser Stadtgebiet können auf absehbare Zeit nicht entschlammt werden. Das hat jüngst der Cottbuser Umweltamtschef Thomas Bergner im Rahmen einer CDU-Fraktionssitzung erklärt.

Der Moorgraben in Klein-Ströbitz vor wenigen Tagen (Anm.: Ende Jan. 2013). Foto: privat

Die Stadt habe andere Prioritäten. "Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass ordentlich entwässert werden kann", so Bergner. Das sei besonders bei ergiebigen Niederschlägen und hohen Pegelständen der Spree wichtig, um Überschwemmungen zu verhindern. Diese Aufgabe wiederum sei alleine teuer genug, eine Entschlammung der Gräben hingegen kaum zu bezahlen.

Nach neuen EU-Richtlinien müsste das ausgebaggerte Material als Sondermüll entsorgt werden. "Wenn ich einen Graben entschlamme, dann habe ich nach drei bis vier Jahren wieder den gleichen Zustand", verwies Bergner auf die Grundwasserbewegungen. Starke Eisenablagerungen gibt es sowohl in Klein-Ströbitz als auch in Schmellwitz.

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Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.02.2013

 

LESER AN UNS:  LAUSITZER HEIMATZEITUNG

 

Zu "Braune Brühe"

Zum Kommentar" Braune Brühe eint" schreibt Siegfried Seime, Cb, August-Bebel-Straße:

Sie gehen davon aus, dass die ostdeutschen Experten der Energiewirtschaft jeder Zeit gewusst haben was geschieht wenn die Pumpen ausgeschaltet werden. Die Pumpen wurden schon vor der Gründung der DDR ausgeschaltet. Nach dem Krieg wurden viele Förderbrücken demontiert und in der Sowjetunion erneut zum Einsatz gebracht. Es wurden schon lange vor der Einheit Tagebaurestlöcher geflutet. Auch schon vor der Gründung der DDR (Knappensee, Helenesee). Daran kann es nicht liegen. Auch an der Umwälzung des Erdreiches nicht, weil auch in den oberen Schichten Raseneisenstein liegt. Das Wasser aus dem alten Ziehbrunnen der heute abgebaggerten Dörfer färbte sich nach dem Stehen über Nacht deutlich braun. Was also machen wir heute anders als unsere Vorfahren?

 

Zum gleichen Thema meint Elisabeth Müller aus Cottbus:

Schade, dass Sie in Ihrer Kolumne die braune Spree als Altfall bezeichnen. Die Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung entsteht durch Grundwasserabsenkung und "Belüftung" des Bodens beim Umkehren der Schichten. Auch der noch jetzt aktive Tagebau wird - soviel Geld, Zeit und Wissen auch in Forschung gesteckt wird - die gleichen Folgen wie der ehemalige DDR-Tagebau haben ­siehe Chemie 7. Klasse: Naturgesetze trickst man nicht aus...

Quelle: Märkischer Bote, 02.02.2013

 

Keine Erhellung zur braunen Spree

LMBV hält 400-Seiten-Studie zum Eisengehalt unter Verschluss

Spree-Neiße. Die aktuelle Studie zum Zustand der eisenhaltigen Spree bleibt vorerst unveröffentlicht. Wie der Pressesprecher der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau -Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Dr. Uwe Steinhuber, mitteilt, sei es derzeit "fachlich und sachlich nicht notwendig", den Bürgern Einsicht in die vollständige Studie zu geben. Das Papier werde "mittelfristig mehrere Aktualisierungen erfahren". Inhaltliche Zusammenstellungen auf rund 30 Seiten zu den wissenschaftlichen Ergebnissen seien bereits auf der Homepage der LMBV verfügbar.

Auf heftige Kritik trifft die Strategie der LMBV bei der Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm von Bündnis 90/Die Grünen. Damit würden die Sorgen und das Engagement vor Ort missachtet. Die interessierte Öffentlichkeit habe nicht die Möglichkeit, sich ein eigenes Urteil zu bilden. "Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Studie mit fortschreitender Zeit aktualisiert werden soll", teilt Cornelia Behm mit. "Das ist sogar dringend geboten, da der Gutachter selbst sagt, dass der Höhepunkt der Belastung der Spree noch längst nicht erreicht ist und uns das Problem noch mindestens 100 Jahre begleiten wird." Laut der 400-Seiten-Studie, angefertigt vom Dresdener Institut für Wasser und Boden, befindet sich die Konzentration von Eisen und Schwefel in der Spree weit über dem Normalniveau - und sie wird sich in Zukunft noch verstärken. wr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.02.2013

 

Anm.: Es ist zu bezweifeln, ob jeder, der die Gesamtstudie lesen will, die vorgestellten Ergebnisse auch versteht.

Daher an dieser Stelle eine allgemein verständliche Abhandlung zu der Problematik "Verockerung ":

 

Information_zu_Eisenhydroxid_und_Sulfat_in_der_Spree_29505892.pdf

Quelle: Lignite & Mining Vattenfall, Hinterfragt, 06.03.2013

 

"Hydraulische Barriere zum Spreewald"

Sanierer LMBV will Wasser in Vetschau reinigen und die Wudritz entschlammen

Lübbenau Den Vorwurf eines fehlenden Sofortprogramms gegen die "braune Spree" will der Bergbausanierer LMBV nicht auf sich sitzen lassen. Geplant sei eine "hydraulische Barriere zum Spreewald", erklärte das Unternehmen am Freitag.

In Vetschau sollen nahe der Reptener Chaussee und am Kraftwerk Grubenwasserreinigungsanlagen wieder in Betrieb genommen werden. Das sei Teil der "derzeit geplanten kurzfristigen Maßnahmen", um die Eisenhydroxid- und Sulfatfracht vom Spreewald abzuhalten. Zudem ist vorgesehen, die Wudritz als derzeit sehr stark belasteten Zufluss zur Spree zu beräumen. Daran werde sich das Unternehmen finanziell beteiligen. Mit dieser Mitteilung reagierte LMBV-Sprecher Dr. Uwe Steinhuber am Freitag auf wiederholte Vorwürfe von Bürgerinitiativen und –vereinen, es gebe kein Sofortprogramm gegen die Verunreinigungen. Zudem gebe es Überlegungen zu einem geänderten Wassermanagement am Schlabendorfer See. "Geplant sind weitere lokale Maßnahmen zur Reinigung von eisenhaltigem Wasser", so Steinhuber. In Burgneudorf (Sachsen) soll ebenfalls eine Grubenwasserreinigungsanlage wieder in Betrieb gehen, um den Zufluss des verfärbten Wassers aus Süden zur Talsperre Spremberg zu verhindern. Auch das diene dem Schutz des Spreewaldes, so der Sprecher.

Für die Lokalisierung, die Analyse der Konzentration und der Frachtmengen seien über mehrere Jahre Daten erfasst worden. Dazu musste der Grundwasseranstieg "einen fortgeschrittenen Stand" erreichen. Nur so seien "gesicherte Prognosen" möglich gewesen. Steinhuber: "Die Ergebnisse der Datenerhebungen haben erst in den letzten Monaten eine Qualität erfahren, auf deren Grundlage die ersten technisch wirksamen und wirtschaftlich sinnvollen Abwehrmaßnahmen geplant und umgesetzt werden können."

Der Sprecher verweist auf mehrere Informations-Angebote auf der Internetseite des Bergbausanierers unter

www.lmbv.de.

Dort seien "wesentliche Ergebnisse" verschiedener Studien sowie Prognosen und Pläne eingestellt.

J. Gloßmann

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.02.2013

 

Damit ist fast alles gesagt …

Das Problem war schon lange absehbar

Helmut Ziehe äußert sich per E-Mail zur Verockerung der Spree in der Lausitz:

Mit Interesse verfolge ich die Auseinandersetzungen mit dem fachlich eigentlich leicht erklärbaren Problem. Aus meiner Sicht war bereits vor 20 Jahren die heutige Situation absehbar.

Die LMBV hat dies auch schon vor zwölf Jahren formuliert und ist nicht erst nach dem 400-seitigen Gutachten von Dr. Uhlmann in der Lage, die Verockerung der Spree zu reduzieren.

Im Mai 2001 wurde klar herausgearbeitet, dass die Wasserbehandlung in der Bergbaufolgelandschaft der Niederlausitz notwendig ist (Prof. Luckner, Dres­den, Dr. Gockel und Seidel LMBV).

Für die Spree oberhalb von Spremberg wurde zum Beispiel eindeutig formuliert, dass Wasserbehandlungsanlagen am Auslauf des Speichersystems Lohsa II (Kleine Spree) wichtig sind. Bis heute haben wir aber nichts Praxiswirksames zu verzeichnen. Viele Untersuchungen, Laborver­uche, kleintechnische und Pilotversuche sowie teilweise Ertüchtigungen bestehender Anlagen wurden und werden von der LMBV initiiert und realisiert, aber nicht die Ziele von 2001 erreicht.

Anders sieht es beim aktiven Bergbau aus. Seit 2001 wurden von Laubag und VEAG, heute Vattenfall, bestehende Anlagen ertüchtigt und neue Behandlungsanlagen zum Beispiel im Kraftwerk Jänschwalde und im Tagebau Nochten errichtet, die dafür sorgen, dass nur geringe Eisengehalte (zum Beispiel Jänschwalde < 1 mg/l) mit der Malxe und dem Hammerstrom in den Spreewald gelangen, während im Raum Spremberg die Spree eine fast zehnfach höhere Last trägt. Zwei Sachverhalte haben zu dieser misslichen Situation geführt.

 Die Behörden im Freistaat Sachsen und im Land Brandenburg sind fachlich soweit ausgedünnt, dass sie nicht in der Lage sind, Prioritäten zusetzen.

Die LMBV ist eine Verwaltungsgesellschaft und arbeitet auch wie eine Behörde.

Da haben Fachleute keine Chance, wenn sie formulieren, dass Behandlungsanlagen erforderlich sind, diese auch kostenintensiv sind und man konzentriert mit hohem Einsatz und fachlicher Akribie wirksam werden muss (Flughafen Berlin lässt grüßen).

Die heutige Situation wäre vermeidbar gewesen, wenn man die Erkenntnisse der 1990er-Jahre bereits teilweise umgesetzt hätte.

Wir brauchen keine neuen Studien, sondern fachliches Können unterstützt von ausreichend finanziellen Mitteln.

Da helfen auch keine politische Dummschwätzerei und inhaltsloser Aktionismus, wie er leider in Deutschland üblich ist.

 

Zu den Quellen der Eisenbelastung des Spreegebietes darf man nicht nur den Altbergbau zählen, sondern insbesondere bei den

Südzuflüssen zum Spreewald den Wasserabfluss aus den holozänen  Auen, wo es beim Grundwasseranstieg zur Auflösung des

Raseneisensteins kommt, der auch heute noch gebildet wird.

Somit wird die Rückhaltung von Eisenhydroxid zur Daueraufgabe über viele Jahrzehnte.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.02.2013

 

Die Angst des Spreewaldes vor dem Eisenocker aus dem Bergbaurevier

Brauner Schlamm kommt nicht nur aus Kippenböden / Regenreiche Jahre kippen Grundwasserprognose / Politischer Vorwurf der Tatenlosigkeit

Cottbus In der Lausitz wird seit Monaten hitzig über die Braunfärbung der Spree durch Eisenhydroxid und die Sulfatbelastung des Flusses diskutiert. Der Eisenschlamm, "Ocker" genannt, ist zwar nicht giftig, kann aber für Kleinstlebewesen im Wasser tödlich sein.

Die Bewohner des Spreewaldes befürchten, dass er sich bald auch im Inneren des Biosphärenreservates ausbreiten könnte. Es gibt Versammlungen, Gutachten und den Ruf nach schneller Abhilfe. Auch der Brandenburger Landtag sieht Handlungsbedarf.

Der hohe Eisengehalt der Spree kommt überwiegend aus dem Bereich des Sanierungsbergbaus der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbH. Als Quelle für das Eisenhydroxid gelten die alten Bergbaukippen. Während der Kohleförderung war dort das Grundwasser abgesenkt. Dadurch kamen Eisenmineralien mit Sauerstoff in Kontakt und verwandelten sich in Eisenhydroxid und Sulfat. Das nach dem Bergbau aufsteigende Grundwasser und starke Niederschläge waschen das Eisen nun aus dem Boden und tragen es in die Flüsse.

Doch nur ein Teil der Ockerfracht kommt nach Auffassung von Ingolf Arnold, Chefgeologe beim Bergbaubetreiber Vattenfall, aus den Kippen der LMBV.

Es gebe auch natürliche Eisenvorkommen im Boden zwischen den Kippenflächen und der Spree.

Durch die Grundwasserabsenkung liefen dort ähnliche Prozesse ab wie in der Kippe. Wenn nach dem Bergbau das Grundwasser großflächig zurückkehre, werde auch dort Eisenhydroxid ausgespült. Das sei gerade im Spreewald zu beobachten.

Die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Cornelia Behm, wirft dem Land Brandenburg und dem Bund in Sachen Verockerung Tatenlosigkeit vor: "Offenbar haben beide viel zu lange die Augen vor dem Problem verschlossen."

Dagegen spricht jedoch ein bereits 2009 von zwei Brandenburger Ministerien, dem Berliner Senat, der LMBV und Vattenfall unterzeichnetes Strategiepapier "zur Beherrschung bergbaubedingter Stoffbelastungen" in Spree, Schwarzer Elster und Neiße. Daraus resultierende Arbeitsprogramme werden regelmäßig aktualisiert.

Die plötzliche hohe Eisenbelastung am Südrand des Spreewaldes sei auch Folge regenreicher Jahre, sagt LMBV-Prokurist Klaus Zschiedrich. Das Grundwasser sei dadurch schneller gestiegen als erwartet: "Das konnte niemand voraussehen."

sim/ald

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.02.2013

 

Anmerkung: Da sind sie wieder, die „politischen Dummschwätzer“, die angeblich allles verstehen.

 

LMBV veröffentlicht Gutachten zur Spreeverockerung komplett

Senftenberg Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbV (LMBV) hat zwei in ihrem Auftrag erarbeitete Gutachten zur Belastung der Spree mit braunem Eisenhydroxid komplett im Internet veröffentlicht.

In den Untersuchungen vom vorigen September und aus dem Februar  geht es um die

Eisenhydoxid-Belastung („Verockerung“) der Spree und die Auswirkungen des Grundwasseranstieges im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf und Seese

Der Bergbausanierer reagiert damit auf öffentliche Kritik. Der Umweltverband BUND und der partei- und fraktionslose Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskovic hatten am Dienstag und Mittwoch Akteneinsicht gefordert. Bisher waren von den Studien nur Kurzfassungen und Datensammlungen veröffentlicht worden. LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber verteidigte nochmals die Auffassung, damit die Öffentlichkeit ausreichend informiert zu haben. Um dem Eindruck entgegen zu treten, dass wichtige Inhalte verheimlicht oder unterdrückt werden sollen, habe sich die LMBV jetzt zur kompletten Veröffentlichung entschlossen.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.02.2013

 

Sicherheit für die Zukunft ???

Lauern auf den braunen Schlamm

Vattenfall plant Maßnahmen gegen Verockerung / Verdünnungseffekt durch Grubenwasser

Cottbus Welchen Anteil an der Spree-Verockerung hat der aktive Braunkohlebergbau des Energiekonzerns Vattenfall? Wird sich das Problem noch verschärfen? Die Grubenbetreiber arbeiten an Gegenstrategien für die kommenden Jahre.

Rostrote Spree: Auch nach dem Ende vieler Lausitzer Braunkohletagebaue färben Eisenhydroxid und Sulfat das Wasser des Flusses. Foto: Patrick Pleul

 

Ab drei Milligramm Eisenhydroxid pro Liter Wasser wird das Problem sichtbar. "Bei dieser Konzentration ist eine deutliche Braunfärbung zu sehen, egal ob es dann drei Milligramm sind oder dreihundert", sagt Ingolf Arnold. Er ist Chefgeologe bei Vattenfall.

Der Energiekonzern betreibt vier Braunkohlegruben in der Lausitz. Zu deren Trockenhaltung wird das Grubenwasser abgepumpt und gereinigt in die Spree abgeleitet. Aus den Gruben Reichwalde und Nochten fließt das Wasser südlich von Spremberg zurück in die Spree, aus Jänschwalde-Nord wird das wertvolle Nass am Nordrand des Spreewaldes wieder in den Fluss zurückgeführt.

Laut wasserrechtlicher Genehmigung für den Bergbau darf das gereinigte Grubenwasser dann nicht mehr als höchstens drei Milligramm Eisen pro Liter enthalten. "Wir liegen immer unter zwei Milligramm", versichert Arnold. In der Spree bei Spremberg werden jedoch inzwischen schon rund sechs Milligramm Eisen pro Liter gemessen. "Ohne die Verdünnung durch unser Grubenwasser würde bei Spremberg etwa doppelt so viel Eisen in der Spree schwimmen", versichert Arnold.

Doch das Bergbauunternehmen weiß, wenn seine Tagebaue weiterziehen und irgendwann enden, kommt auch in seinem Verantwortungsbereich das Grundwasser zurück. Und damit die Probleme mit dem verwitterten Pyrit und dem daraus entstehenden Eisenhydroxid und Sulfat. Erst wenn das Grundwasser wieder stabil dicht unter der Erdoberfläche steht, wird die Pyrit-Verwitterung gestoppt, weil dann der dafür nötige Sauerstoff fehlt.

In den Genehmigungen für den aktiven Bergbau sind Auflagen enthalten, wie Vattenfall nach Ende der Kohleförderung für die Wasserqualität der Spree und die Rückkehr zu einem selbst regulierten Grundwasserspiegel geradestehen muss. Dafür muss der Konzern seit vielen Jahren Geld beiseitelegen und es gibt im Unternehmen dazu schon heute Langfristkonzepte, in denen die Verockerung eine Rolle spielt.

Ein Plan ist, die schon jetzt vorhandenen unterirdischen Dichtwände an den Gruben dafür zu nutzen. Sie könnten verhindern, so Arnold, dass eisenhaltiges Kippenwasser unkontrolliert ins Grundwasser gelangt: "Wenn nötig, könnte man da auch eine Schleuse einbauen und das Wasser reinigen."

Seit 1995 betreibt das Bergbauunternehmen auch eine umfangreiche Datensammlung über Bodenbeschaffenheit, Grundwasser und Fließgewässer in seinem Zuständigkeitsbereich. Damit soll rechtzeitig erkannt werden, wo eine hohe Eisenkonzentration entstehen könnte, damit ein Abfließen in Gräben und Flüsse rechtzeitig verhindert werden kann.

Um 2020 soll an den Drebkau-Leuthener Wiesen (Spree-Neiße) eine weitere Strategie erprobt werden, kündigt Arnold an. Dann wird dort der Grundwasseranstieg wieder die oberen Bodenschichten erreichen und in den Gräben Eisenocker auftauchen. "Zusammen mit der BTU in Cottbus, dem Wasser- und Bodenverband und Ingenieurbüros erarbeiten wir ein Konzept, wie wir das dann an Ort und Stelle belassen können", so Arnold.

Die Gräben sollen dazu Bögen und Schilfränder bekommen, damit das Wasser langsam fließt und sich möglichst viel Eisen absetzt. "Eventuell schalten wir auch einen Teich dazwischen." Denn Ockerschlamm dürfe von dort nicht in das Koselmühlenfließ, ein EU-registriertes Naturschutzgebiet, getragen werden. Für den Chefgeologen und seine Kollegen ist das auch Neuland: "Wir werden da noch die eine und andere Erfahrung machen."

Zum Thema:

Für Brandenburgs Grüne ist die Spree-Verockerung ein weiteres Argument für ihre Forderung: keine neuen Braunkohletagebaue in der Lausitz. "Die aktuellen Probleme sind zwar durch den alten Bergbau geschaffen worden, aber neue Tagebaue führen dazu, dass sich das wiederholt", sagt die grüne Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm. Deshalb dürfe es keine neuen Tagebaue in der Lausitz geben.

Simone Wendler

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.02.2013

 

Ein weiteres Problem, verbunden mit dem Grundwasserwiederanstieg und von Perioden hoher Grundwasserstände:

 

Hohe Sulfatbelastung noch zehn Jahre

Trinkwasserversorgung von Berlin und Frankfurt (Oder) noch nicht gefährdet

Cottbus Anders als das Eisenhydroxid kann Sulfat schwer aus dem Wasser entfernt werden. Der Stoff kommt aus Kippenböden, aber überwiegend aus dem aktiven Bergbau.

Gereinigtes Grubenwasser aus den Tagebauen enthält 500 bis 2000 Milligramm Sulfat pro Liter.

Die Konzentration in den Flüssen kann nur durch Verdünnung gesteuert werden. Dazu muss belastetes Wasser verteilt werden. Der Energiekonzern Vattenfall hat dazu ein Steuermodell entwickelt, basierend auf einer zehnjährigen Messreihe. Sulfatwasser fließt auch in die Neiße, um die Spree zu entlasten.

Denn der Ostteil Berlins und die Stadt Frankfurt (Oder) nutzen Spreewasser für ihre Trinkwasseraufbereitung. Für Trinkwasser gilt seit 2011 ein Grenzwert von 250 Milligramm Sulfat pro Liter. Das Spreewasser für die Trinkwasserversorgung in Frankfurt (Oder) enthält an der Entnahmestelle laut Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) konstant 205 Milligramm pro Liter.

Nach der Behandlung sind es noch 154 Milligramm. "Da ist noch viel Luft nach oben", sagt FWA-Chef Gerd Weber. Sollten irgendwann doch Grenzwerte überschritten werden, soll eine spezielle Aufbereitungsanlage gebaut werden. "Da muss nur noch geklärt werden, wer die Kosten übernimmt", so Weber. Laut Ingolf Arnold, Chefgeologe bei Vattenfall, wird die hohe Sulfatbelastung in der Spree noch etwa zehn Jahre anhalten und dann durch das Wandern der Gruben von allein zurückgehen.

sim/ald

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.02.2013

 

Der Begriff „Eisenwasser“ ist vielleicht etwas falsch gewählt ….

 

Umleitung für das Eisenwasser

Land kündigt Pläne gegen braune Spree an / Naturschützer-Proteste

Potsdam Im Kampf gegen die Spreeverockerung hat das Land erste Sofortmaßnahmen angekündigt. So soll das Wasser aus dem Schlabendorfer See zwischen Luckau und Calau künftig in den Lichtenauer See geleitet werden – doch der ist teilweise Naturschutzgebiet.

 

                   

Bräunlich-rot ist das Wasser eines Fließes am Naturspreewaldhafen in Ragow nahe Lübben (Brandenburg) gefärbt. Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)

Im Kampf gegen die Spreeverockerung hat die Potsdamer Landesregierung Sofortmaßnahmen angekündigt. So soll das Wasser des Schlabendorfer Sees künftig nicht mehr durch die Wutritz in den Spreewald, sondern durch einen neu zu bauenden, 350 Meter langen Überleiter in den Lichtenauer See geleitet werden Das kündigte der Referatsleiter für Bergbau im Brandenburger Wirtschaftsministerium, Sven Cremer, am Mittwoch im Umweltausschuss des Landtags an.

Der Schlabendorfer See ist sehr gut gefüllt und droht überzulaufen. Das Wasser darin ist klar, enthält jedoch 130 Milligramm Eisen pro Liter, welches sich bei der Ableitung in Richtung Spreewald zu rostbraunem Eisenhydroxid umwandeln könnte. Die Belastung des Spreewaldes mit diesem "Ocker" würde sich erhöhen.

Allerdings steht der Lichtenauer See, der der Heinz-Sielmann-Stiftung gehört, teilweise unter Naturschutz. Vor einer Einleitung müsse deshalb das Einverständnis der Stiftung vorliegen, so Cremer. Wenn das erfolgt, könne bereits im April begonnen werden.

Ebenfalls im Frühjahr könne mit der Reaktivierung der Grubenwasserabsetzbecken in Vetschau begonnen werden. Geprüft werden müsse noch, das Mühlenfließ in ein vorhandenes Becken umzuleiten, sowie die Entsorgung des verockerten Schlamms.

Aus Sicht des Ministeriums müsse für die Sofortmaßnahmen ein zweistelliger Millionenbetrag veranschlagt werden. Die Maßnahmen seien mit Vertretern des Umweltministeriums, der lokalen Umweltämter und Vertretern des Aktionsbündnisses Klare Spree besprochen worden.

Auf scharfe Kritik stießen die Pläne zur Wasserumleitung in den Lichtenauer See beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Dombrowski. "Es muss klar sein, was mit dem Schlamm danach passiert", so Dombrowski. Dagegen erklärte Umweltministerin Anita Tack (Linke), dass alle Pläne im Kampf gegen die Spreeverockerung "nach Recht und Gesetz" geschehen. Auch Bedenken des Ausschussvorsitzenden Michael Jungclaus (Grüne) zu einem drohenden Verlust des Biosphären-Status des Spreewalds wies Tack zurück. "Wir werden alles dafür tun, dass an diesem Status nicht gerüttelt wird."


Benjamin Lassiwe und Simone Wendler

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.02.2013

 

Braune Spree

Region (mk). Um die Eisenbelastung im Südraum nördlich von Lohsa und Bärwalde bis zur Talsperre Spremberg zu verringern, soll die Grubenwasserreinigungs anlage Burgneudorf in Betrieb genommen werden. Im Nordraum soll zudem eine "hydraulische Barriere zum Spreewald" errichtet werden. Dies soll durch die Wiederinbetriebnahme von Gruenwasseneinigungsanlagen in Vetschau sowie durch eine Beräumung der Wudritz und einer veränderten Wasserableitung vom Schlabendorfer See zum Lichtenauer See erfolgen. Um nicht den Verdacht einer Heimlichtuerei zu erwecken, hat sich die LMBV entschlossen, die vollständigen Ergebnisse der Eisenstudie auf der In­temetseite www.1mbv.de zu veröffentlichen. Jana Eitner vom Aktionsbündnis Klare Spree sprach sich dafür aus, den Druck aufrecht zu halten.

Quelle: Märkischer Bote, 16.02.2013

 

Landwirte bangen um ihre Pflanzen

Eisenhaltiges Wasser erobert jetzt offenbar auch Äcker der Region

Calau/Lübbenau Gerade breitet der Winter das weiße Hemd der Unschuld über die Böden der Landwirte. Doch die Agrar-Fachleute beobachten, dass sich in den Furchen braunes Wasser sammelt – die Verockerung, bislang immer im Zusammenhang mit der Spree benannt, erreicht offenbar auch die landwirtschaftlichen Flächen. Und sorgt für neue Befürchtungen.

"Es muss geprüft werden, was da kommt und welche Auswirkungen das hat", sagt der CDU-Kreistagsabgeordnete und Landwirt Matthias Kurth aus Calau. Anfangs hätten sich die Landwirte über steigendes Grundwasser gefreut. Doch die Freude ist den Sorgen gewichen, seit das Ausmaß der Verockerung in den Spree-Zuläufen bekannt ist.

Wie, so fragen sich viele, wirkt sich die Fracht auf die Pflanzen, aber auch auf Waldgebiete aus?

Gleiches gelte für die geplante Entschlammung der von Eisen- und Sulfatfracht zugesetzten Fließe und Gräben. Kurth: "Ist das, was dort herausgenommen werden soll, unbedenklich?" Zudem warnt der Vetschauer Abgeordnete Winfried Böhmer (Grüne): "Wenn der Schlamm irgendwo gelagert wird, muss man vorher wissen, welche Auswirkungen das hat."

So will das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) prüfen, ob eine Fläche neben der Grubenwasser-Reinigungsanlage in Vetschau geeignet ist, um dort Schlamm zumindest zwischenzulagern. Die Anlage soll spätestens zum Jahresende wieder in Betrieb gehen, um die Eisenfracht aus dem Vetschauer Mühlenfließ zu filtern. Zudem sollen etwa zwölf Kilometer der Wudritz und etwa 15 Kilometer des Greifenhainer Fließes ausgebaggert werden, um Spree und Spreewald zu schützen.

Bei Garrenchen und Egsdorf soll das eisenhaltige Wasser des Lorenzgrabens zumindest zeitweise aufgearbeitet werden, bevor es weiter in die Wudritz fließt. Außerdem müssen vier Durchlässe bei Willmersdorf-Stöbritz sowie bei Groß Radden erneuert werden.

Winfried Böhmer, der auch Sprecher des Aktionsbündnisses "Klare Spree" ist, hat im jüngsten Ausschuss für Kreisentwicklung von Oberspreewald-Lausitz am Montagabend (11.02.2013) die nunmehr zügige Arbeit an ersten Lösungen ausdrücklich begrüßt.

Jan Gloßmann /

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.02.2013

 

Zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre

Spree-Verockerung - jetzt wird's Platzeck-Chefsache

Potsdam. Die Verfärbung der Spree in ein ockerfarbenes Gewässer wird in Brandenburg Chefsache. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will sich am heutigen Freitag (22.02.2013) in der Staatskanzlei mit den zuständigen Ministern sowie Vertretern von Behörden, aus Landkreisen und Kommunen und Bürgerinitiativen treffen. dpa/bl

Vorschlag für runden Tisch zur Sanierung der eisenhaltigen Spree

Spremberg/Potsdam Über die eisenhaltige Spree haben der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) und weitere Stadtoberhäupter sowie Landräte am Freitag (22.02.13) mit Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gesprochen. Nach Angaben des Spremberger Rathaussprechers Alexander Adam fand die Beratung in der Potsdamer Staatskanzlei statt.

Unterdessen schlägt das Aktionsbündnis Klare Spree vor, einen runden Tisch zur Sanierung des Flusses einzurichten. Ihm sollen die verantwortlichen Behörden, die Landkreise und ehrenamtliche Akteure angehören. Weitere Idee des Aktionsbündnisses: eine Seite im Internet, auf der „alle Informationen zur Verockerung, Versauerung und Sulfatbelastung für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden“.

Zugleich fordert das Bündnis mehr Fachkräfte für die Arbeitsbereiche bei der Gemeinsamen Landesplanung, im Landesamt für Umwelt und im Landesamt für Bergbau:

 „Eine weitere Umverteilung des ohnehin ausgedünnten und überlasteten Personals ist nicht zielführend.“

Der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahl, Wolfgang Renner, kritisiert zudem: „Die Brandenburger SPD kann nicht einerseits ernsthaft der Spreeverockerung begegnen wollen und sich andererseits für neue Tagebaue stark machen.“ Wr

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.02.2013

 

Schluss mit Schwätzereien:

Etwas zur Chefsache erklären, sowie Arbeitskreise bilden kommt immer gut an!!

 

Jetzt wird "Braune Spree" zur Chefsache

Ministerpräsident Matthias Platzeck über zwei Zehn-Punkte-Pläne gegen die Verockerung der Spree und für die Finanzierung

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) traf sich am Freitag mit Vertretern des Aktionsbündnisses "Braune Spree", um über Maßnahmen gegen die Spreeverockerung zu beraten. Im RUNDSCHAU-Gespräch erklärt Platzeck, was dabei herauskam.

Herr Ministerpräsident, was plant die Landesregierung gegen die Spreeverockerung?
Ich habe mich heute mit Vertretern des Aktionsbündnisses, mit den Landräten und dem Cottbuser Oberbürgermeister getroffen: Ab sofort werden zwei Zehn-Punkte-Pläne in Kraft gesetzt, einer für die Südregion und einer für die Nordregion. Dazu gehören etwa die Reaktivierung der Grubenwasser-Reinigungsanlage in Vetschau, die Schlammausbaggerung und die Schaffung von Absenkmöglichkeiten, durch die sich die Eisenfracht des Wassers reduzieren lässt. Außerdem haben wir den Chef des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Klaus Freitag, zum zentralen Ansprechpartner für dieses Thema gemacht.

Sind das nicht alles Schnellschüsse?
Wir reden hier von Maßnahmen, die über viele Jahre gehen, mindestens bis 2017. Wir arbeiten an Ort und Stelle – zum Beispiel auch am Schlabendorfer See, der in die Wudritz überzulaufen droht. Dort wollen wir mit einer In-Lake-Behandlung Kalk zuführen, um so den Eisengehalt des Wassers zu reduzieren. Damit kommen wir auch einer Forderung des Aktionsbündnisses entgegen.

Was passiert etwa mit Tourismusanbietern, die mittelfristig wirtschaftliche Verluste erleiden? Denkt die Landesregierung über einen Entschädigungsfonds nach?
Wir haben uns bislang auf Lösungsansätze konzentriert, die eine weitere Verockerung verhindern sollen. Über eventuelle wirtschaftliche Folgen haben wir bislang nicht diskutiert.

Wer finanziert denn die Sofortmaßnahmen?
Für die Sofortmaßnahmen ist genügend Geld vorhanden: Dafür sind rund neun Millionen Euro in den Haushalt der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) eingestellt. Es ist also alles finanziert.

Ist auch langfristig genug Geld vorhanden?
Die Sofortmaßnahmen sollen ja bis 2017 andauern. Dafür ist genug Geld da.

Mit Matthias Platzeck sprach Benjamin Lassiwe

Benjamin Lassiwe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.02.2013

 

Vereinte Kräfte wollen Eisen aus der Spree holen
Umweltministerin und Wirtschaftsminister ziehen am einem Strang / SPD kritisiert zu spätes Handeln

Region (MK). Viel Bewegung ist derzeit nicht nur am Ufer mit Blick auf die schnell fließende Spree zu beobachten - auch bei der Landespolitik sprudelt es plötzlich an Lösungsvorschlägen zur Reduzierung der Eisenfracht. So teilt der Wirtschaftsminister Ralf Christoffers mit, dass die Finanzierung der Maßnahmen durch das Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung mit der LMBV gesichert ist.
Zudem hat sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Ministerien für Wirtschaft, Umwelt und Infrastruktur, der LMBV, des LUGV, der Bürgerinitiative „Klare Spree“, von Naturschutzorganisationen, der Landkreise, der Wasser- und Bodenverbände und der Naturparkverwaltung Niederlausitzer Landrücken gebildet.
Neben Maßnahmen zur Reinigung der Schlammablagerungen in der Wudritz und im Greifenhainer Fließ wurde in der Arbeitsgruppe über den Stand der Reaktivierung der Grubenwasserreinigungsanlage Vetschau informiert. Darüber hinaus haben die Beteiligten weitere mögliche Maßnahmen besprochen. Dazu zählen das Anliegen, neue Absetzbecken anzulegen und bestehende Gewässer zu nutzen, um zeitweilig Eisenfrachten zurückhalten zu können.

 

Winteridylle herrscht derzeit, wie hier in Spremberg auf Höhe des Gymnasiums, an der Spree. Doch die Idylle trügt. Die Eisenfracht stört Mensch und Natur. Im Internetauftritt des Ministeriums für Wirtschaft werden zum Thema „Verockerung der Spree“ derzeit alle relevanten Informationen und Links zusammengestellt und zeitnah ins Netz gestellt. Darüber hinaus werden häufig gestellte Fragen beantwortet. Der entsprechende Katalog aus Fragen und Antworten soll noch im 1. Quartal 2013 im Internet zu finden sein . Foto: Mathias Klinkmüller

Aufgenommen wurde die Anregung der Bürgerinitiative, an geeigneten Stellen eine biologische Klärung des Wassers herbeizuführen. „Wichtig ist uns, die Betroffenen vor Ort umfassend zu informieren,“ sagt Minister Ralf Christoffers.
Umweltministerin Anita Tack verweist auf eine Studie zum Eisenrückhalt in der Talsperre Spremberg. Diese Studie zieht den Schluss, dass der Hauptteil des Eisenockers von der Hauptsperre zurückgehalten werden kann. Unter optimalen Bedingungen konnte eine effektive Eisenabscheidung von 70 bis 80 Prozent der Eisenfracht nachgewiesen werden. Gegenwärtig bereitet das LUGV die Vergabe einer Machbarkeitsstudie vor, mit der Maßnahmen zur Abscheidung des Eisenockers in der Vorsperre untersucht werden sollen.

Bundestagskandidat Ulrich Freese (SPD) kritisiert hingegen ein zu spätes Handeln. „Es war klar, dass mit der Stilllegung von Tagebauen und dem Einstellen des Abpumpens von Grundwasser eine Vernässung, wie in Senftenberg, Zerre, Terpe und anderen Orten in der Lausitz seit Jahren sichtbar, auftreten werden“, erklärt er und ergänzt „Es ärgert mich, dass immer wenn Extremsituationen auftreten, Wahlen vor der Tür stehen, diese Themen im Lichte der Öffentlichkeit skandalisiert, diskutiert, aber wenig vorzeigbare Ergebnisse zu Tage gefördert werden. Das Thema muss nun unter fachkundiger Führung konsequent weiterverfolgt werden.“

Quelle: Märkischer Bote, 23.02.2013

 

Sieh´das Gute liegt so nah ....

Universitätspreise der BTU 2013

Lena Zahn (23) ist die beste Bachelorarbeit in Umweltwissenschaft und Verfahrenstechnik gelungen.

Die Speyerin untersuchte die Eisen(II) - oxidation in belüftetem Grundwasser.

BTU Cottbus,Fakultät Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik
Lena Zahn, B.Sc.


Thema „Untersuchungen zur Eisen(II)-Oxidation in belüftetem Grundwasser“


Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Konrad Thürmer, PD Dr. Ralph Schöpke

 

Die Erklärung, die "Eisenhydroxidbelastung" zur "Chefsache" zu machen, hat sich gelohnt ...


LMBV investiert neun Millionen Euro in Kampf gegen die braune Spree

Senftenberg Der Bergbausanierer LMBV will mit millionenteuren Maßnahmen dafür sorgen, dass die braune Farbe der Spree wieder verschwindet. In Brandenburg und Sachsen sollen etwa Anlagen zur Reinigung von Grubenwasser reaktiviert werden, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft am Mittwoch in Senftenberg mit.

Die LMBV hat die Probleme mit dem verfärbten Spreewasser - eine Spätfolge des Lausitzer Braunkohlebergbaus - zur Chefsache erklärt. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte sich am vergangenen Freitag (22.02.2013) mit Verantwortlichen getroffen.

In diesem
(2013) und nächstem Jahr (2014) werden rund neun Millionen Euro investiert. Im März (2013) ist ein Treffen mit der Arbeitsgruppe geplant, der zahlreiche Akteure angehören, darunter das Aktionsbündnis «Klare Spree». Eine erste Zwischenbilanz soll zu Jahresende gezogen werden.

Der LMBV-Maßnahmekatalog sieht im Einzelnen vor:

Für den südlichen Spreeraum:

Lösungsansätze kurzfristig (2013) im Freistaat Sachsen an Kleiner Spree und Spree/Ruhlmühle durch die LMBV:

1.     Untergrundwasserbehandlung (Pilotvorhaben/Feldversuch),

2.     Errichtung eines Abfangriegels mit Brunnen,

3.     Planungsleistungen für die Ertüchtigung der Grubenwasser-Reinigungsanlage (GWRA) Burgneudorf, vorbereitende Arbeiten

4.     Behandlung von Teilmengen der Kleinen Spree,

Lösungsansätze mittelfristig (2014 bis 2017) im Freistaat Sachsen an Kleiner Spree und Spree/Ruhlmühle durch die LMBV:

1.     Weiterführung der Untergrundwasserbehandlung,

2.     Abfangmaßnahmen an der Barriere zum Schutzgut als Brunnenriegel oder Drainagen,

3.     Abfangmaßnahmen an der Barriere zum Schutzgut als offene Grabenlösung,

4.     Planung zur Verringerung des Grundwasser-Abstromes (z.B. Dichtwand),

5.     Reaktivierung der GWRA Burgneudorf,

6.     Errichtung oberirdischer naturräumlicher Wasserbehandlung,

Für den nördlichen Spreeraum:

Lösungsansätze kurzfristig (2013) in Brandenburg an der Wudritz durch die LMBV:

1.     Schlammberäumung und Instandsetzung Durchlässe der Wudritz,

2.     Temporäre Überleitung vom Schlabendorfer See zum Lichtenauer See ,

3.     Neutralisation des Lichtenauer Sees,

4.     „Temporär konstruiertes Feuchtgebiet“,

5.     Planungsleistungen für die Errichtung einer temporären Konditionierungs-Anlage,

6.     Untersuchung zur Verbesserung der Wasserbeschaffenheit im Schlabendorfer See durch Inlake-Behandlung/Sanierungsschiff

Lösungsansätze kurzfristig (2013) in Brandenburg am Vetschauer Mühlenfließ und Greifenhainer Fließ durch die LMBV:

1.     Reaktivierung der Grubenwasser-Reinigungsanlage Vetschau

2.     Umnutzung und Rekonstruktion der Wasserbehandlungsanlage des ehemaligen Kraftwerkes Vetschau

3.     Schlammberäumung des Greifenhainer Fließes

  1. IV. Planungsleistungen zur Umleitung von Wasser aus dem Laasower Fließ zum Eichower Fließ sowie zur Grundwasserfassung

    und -überleitung Greifenhainer Fließ, Bewirtschaftungskonzept

dpa/boc

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.02.2013

 

Die Lausitz braucht einen länderübergreifenden Wasserverband

Bergbauseen-Spezialist Professor Uwe Grünewald im RUNDSCHAU-Interview über Spreeverockerung und Verlust von Spezialisten in Fachbehörden

Am Freitag (22.03.2013) ist internationaler Weltwassertag. Das diesjährige Motto heißt "Wasser und Zusammenarbeit". Was hat das mit der Lausitz zu tun? Darüber sprach die RUNDSCHAU mit Professor Uwe Grünewald von der BTU Cottbus.

 

Seit 1995 beschäftigt sich Professor Uwe Grünewald mit der Gewässergüte der Bergbau-Folgeseen in der Lausitz. Foto: Wendler

Herr Professor Grünewald, wenn es um Wasserprobleme in der Lausitz geht, dann beherrscht momentan die Spree-Verockerung die öffentliche Debatte. Reichen die geplanten Sofortmaßnahmen aus?

Es gibt da einen Komplex von Ursachen, die kann man nur mit einem Komplex von Maßnahmen in den Griff bekommen. Die Braunfärbung des Wassers durch die Verockerung ist aber nur das sichtbare Problem, das hier besteht. Es schwelt jedoch seit Jahrzehnten ein Wasser- und Stoffhaushaltsproblem in großem Maßstab.

Wie würden Sie dieses Problem beschreiben?

Wir wissen, dass das vom Bergbau abgesenkte Grundwasser wieder hochsteigt und damit Stoffe ausgewaschen werden, die in den Kippen eine Rolle spielen. Aber ein Phänomen hat sich in den letzten Jahren erst als kritisch herausgestellt. Dass solche Stoffe auch in Gebieten herausgewaschen werden, die nicht direkt vom Bergbau umgebaggert wurden. Das sind Flächen, wo in Anführungsstrichen nur das Grundwasser abgesenkt war, und das sind ja viel größere Areale als die Kippengebiete.

(Anm.: Der in der Lausitz nahe der Oberfläche weit verbreitete Raseneisenstein wird durch das Grundwasser, begünstigt durch die derzeitigen hohen Grundwasserstände

ausgewaschen und führt durch den diffusen Eintrag des Eisenhydroxids in die Fließgewässer zur Braunfärbung. Übrigens sind diese Phänomene in der Vergangenheit des

Öfteren in verschiedenen sog. nassen Jahren beobachtet worden, z.B. zu Beginn der 30-er Jahre, zu Beginn der 60-er Jahre).

Hätte man das nicht eher voraussehen können?

Das ist ein schwieriges und ineinander greifendes System. Wir wissen aber schon lange, dass der Sulfatgehalt in der Spree deutlich steigt und dass die stoffliche Belastung der Zuflüsse zum Spreewald extrem zugenommen hat. Und wir haben unterschätzt, dass bestimmte Grundwasserleiter durch die gute Belüftung viel stärker versauert sind als erwartet.

Konnte man denn voraussehen, wo diese Probleme örtlich besonders stark auftreten werden?

Zu ahnen war es sicher. Um 2000 haben wir bereits in dem Gebiet um Seese und Schlabendorf, wo der Grundwasser-Wiederanstieg zuerst auftrat, ganz plötzlich eine starke Versauerung und Verfärbungstendenzen beim Oberflächenwasser beobachtet. Wir haben damals viel darüber geschrieben, auch international und einen Sonderforschungsantrag an der BTU gestellt. Dieser Projektantrag ist aber versandet.

Wer hätte das aufnehmen müssen, der Bergbausanierer LMBV?

Die LMBV ist natürlich mit unheimlich vielen Problemen konfrontiert, gerade in letzter Zeit durch Hochwässer, den schnellen Grundwasseranstieg, das hat eine Eigendynamik entwickelt. Wir haben aber in Brandenburg und Sachsen auch Fachbehörden, die diesen Prozess begleiten. Alle hätten mehr zusammenarbeiten müssen, um diese Probleme komplexer anzugehen.

Es sind aber ganz viele Studien und Gutachten angefertigt worden. War das nicht planmäßig genug?

Ich beobachte mit Sorge, wie die Fachbehörden in beiden Ländern systematisch ausgedünnt werden. Man verkauft das als Bürokratieabbau und Verwaltungsvereinfachung. Aber damit reduziert man das fachliche Potenzial in Umwelt- und Bergbaubehörden. Die sind von der personellen Aufstellung gar nicht mehr in der Lage, diese schwierigen Prozesse richtig zu begleiten.

Aber sind externe Gutachter da keine Alternative?
Es gibt oft so viele Gutachten und Stellungnahmen, dass die ausgedünnten Behörden gar nicht in der Lage sind, die Fülle zu verarbeiten. Und manchmal sagt ein Gutachten, es ist rot, ein anderes sagt, es ist blau. Dann gibt die Behörde ein drittes Gutachten in Auftrag. Das ist nicht die Lösung.

Sie plädieren also für mehr Fachpersonal in Behörden statt einer Flut teurer Gutachten?

Das wäre ein Weg, um notwendige länderübergreifende Abstimmungen ebenso wie Bau- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Es ist auch Zeit, über einen länderübergreifenden Wasserbewirtschaftungsverband Lausitz nachzudenken. Keimzelle dafür könnte die gemeinsame Flutungszentrale von Brandenburg und Sachsen in Senftenberg sein.

Was könnte ein solcher Verband leisten, was vorhandene Strukturen nicht bewältigen können?

Er könnte eine einheitliche Bewirtschaftung von Grund- und Oberflächenwasser, von Wassermenge und Wasserbeschaffenheit umsetzen. Es gibt mit solchen Verbänden gute Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen. Darauf könnte aufgebaut werden. Ein solcher Verband könnte auch die Kirchturmpolitik übertriebener eigener Interessen entlang der Spree überwinden. Da sitzen dann alle Akteure mit Rechten aber auch Pflichten an einem Tisch.

Mit Professor Uwe Grünewald sprach Simone Wendler

Zum Thema:

1993 - 2011
Inhaber des Lehrstuhls für Hydrologie und Wasserwirtschaft an der TU Cottbus, heute Brandenburgische Technische Universität (BTU)

Seit 2011
Forschungs-Gastprofessor. Forschung zu Wasser- und Stoffhaushaltsproblemen im Lausitzer Bergbaugebiet sowie Hoch- und Niedrigwasserzuständen (u.a. Oder- und Elbehochwasser 1997 und 2002). Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Biosphärenreservates Spreewald.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.03.2013

 

Vattenfall will Eisenwasser reinigen

Konzern bietet Bergbausanierer LMBV Hilfe bei Bekämpfung der Spreeverockerung an

Schwarze Pumpe Vattenfall will bis zu 15 000 Kubikmeter Eisen-Wasser für die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) reinigen. Das hat Vattenfalls Geotechnik-Chef Ingolf Arnold am Montag vor Journalisten im Kraftwerk Schwarze Pumpe gesagt.

Ingolf Arnold ist Leiter Geotechnik bei Vattenfall.

Foto: Dinger

Die Wassermenge entspricht grob dem täglichen Wasser-Verbrauch aller Haushalte in Cottbus. 

Seit Monaten tobt im Spreewald eine Diskussion über die Eisenbelastung der Spree. Das braune Eisenhydroxid stammt unter anderem aus Kippenböden und macht das Flusswasser trübe. Es stammt aus Bodenschichten, die durch den Bergbau abgebaggert und umgekippt werden. Beim Kontakt mit Luft entsteht Eisenhydroxid. Steigt das Grundwasser nach Stilllegung wieder an, wird diese Fracht ausgewaschen und gelangt über diffuse Wege in die Flüsse. Derzeit wird das Vattenfall-Angebot von der LMBV geprüft, sagte deren Sprecher Uwe Steinhuber. Bei dem Bergbausanierer wird allerdings auch über die Reaktivierung eigener Anlagen nachgedacht. "Es wird zeitnah eine Entscheidung geben", sagte Steinhuber der RUNDSCHAU. Bisher steht fest, dass im Mai die Grubenwasserreinigungsanlage in Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) reaktiviert wird. Derzeit werden von Vattenfall in Schwarze Pumpe jährlich 107 Millionen Kubikmeter Grubenwasser aus den Tagebauen behandelt und in die Spree geleitet. Laut wasserrechtlicher Genehmigung für den Bergbau darf das gereinigte Grubenwasser nicht mehr als drei Milligramm Eisen pro Liter enthalten. Ab diesem Wert würde das Eisen sichtbar. Klares Wasser wird zur braunen Suppe.

Die Belastung mit Eisenhydroxid ist vor allem ein Problem der stillgelegten Tagebaue. "Wir sehen also, mit was für Problemen wir rechnen müssen", sagte Arnold. Schon jetzt lege Vattenfall Millionenbeträge zur Seite.

A. Dinger

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.03.2013

 

Trinkwasser trotz Spreeverockerung auch in Zukunft gesichert

Spreewald Die Verschmutzung der Spree und anderer Gewässer durch den Bergbau wird aus Sicht von Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) in den kommenden Jahren keine negativen Folgen für die Trinkwasserversorgung haben.  

 «Eisenocker stellt für die Trinkwasseraufbereitung kein Problem dar», sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Der Stoff könne herausgefiltert werden. Auch die hohen Sulfatwerte gefährdeten die Versorgung nicht. Wasserlösliches Sulfat kann nur unter hohem Aufwand aus dem Trinkwasser entfernt werden.

                                            

Die Spree hat sich mancherorts infolge des Lausitzer Bergbaus in ein schlammig-braunes Gewässer verwandelt. Wenn die Kohlebagger die tertiären Bodenschichten abtragen und umschichten, kommen bestimmte Mineralien mit Luft in Berührung. Auf diese Weise entstehen Eisenhydroxid, auch Eisenocker genannt, und Sulfat. Nach dem Ende der Kohleförderung stieg der Grundwasserspiegel wieder an. Dadurch wurden die Stoffe ausgewaschen und gelangten über Gräben und Bäche in Flüsse wie Spree und Schwarze Elster und damit etwa auch in den Spreewald.

(dpa/bb)

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.04.2013

 

Bergbausanierer putzt den Spreewald

Wudritz wird von Eisenschlamm befreit / Zweite Spreewaldstudie vor Veröffentlichung

Lübbenau Seit Monaten tobt in der Lausitz eine Diskussion über die Eisenbelastung der Spree und ihrer Zuflüsse. Nun hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die erste Soforthilfe für den Spreewald gestartet.

                                      

Ein Spezialbagger hebt auf einer Länge von zwölf Kilometern den Schlamm aus der Wudritz – insgesamt 24 000 Kubikmeter. Foto: ald

In Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband Calauer Oberland baggert der Bergbausanierer derzeit die Wudritz aus. Auf einer Länge von mehr als zwölf Kilometern soll der Eisenschlamm aus dem Spree-Zufluss herausgeholt werden.

"Das ist wie eine medizinische Erstbehandlung", sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Erwartet werden bis zu 24 000 Kubikmeter Schlamm, der nach Trocknung auf die Hälfte seines Volumens schrumpfen wird. Wohin das Baggergut danach gebracht wird, ist noch nicht klar. Eine Möglichkeit wäre die Deponierung. "Wir müssen aber noch Messungen durchführen", so Steinhuber. Die Eisenbelastung des Schlamms ist unterschiedlich stark. Bis zum 19. April ist der Bagger im Einsatz. Danach wird mit einer Saug-Maschine auch der Bereich des Naturhafens Ragow entschlammt.

Damit hat die LMBV die erste von zahlreichen Aktionen gestartet, die in den kommenden Wochen und Monaten folgen sollen. So wird etwa Ende April die Grubenwasserreinigungsanlage Vetschau schrittweise reaktiviert und Mitte des Jahres mit der Bekalkung des Schlabendorfer Sees begonnen. "Bei den langfristigen Aktionen müssen wir an die Eisenquellen ran", sagt Hans Jürgen-Kaiser, Leiter Planung Lausitz bei der LMBV.

Denn das braune Eisenhydroxid, ein Folgeprodukt von stillgelegten Tagebauen, gelangt über diffuse Wege in die Flüsse. In vier bis sechs Wochen will die LMBV den zweiten Teil der Eisenstudie für den Nordraum der Lausitz vorstellen. Danach soll über das weitere Vorgehen gesprochen werden, so Steinhuber.

A. Dinger

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.04.2013

Eisenschlamm rückt in die Spremberger Talsperre vor

Studie zur Optimierung des Sedimentausfalls in Arbeit / Umweltministerin vor Ort

Spremberg/Neuhausen Wie ein riesiges Absetzbecken für den Eisenocker in der Spree funktioniert die Talsperre Spremberg – und das inzwischen seit Jahrzehnten. Gut 80 Prozent des Eisengehaltes aus dem Fluss werden den aktuellen Messungen zufolge im Speicherbecken zurückgehalten. Das mag zwar gut für jenes Spreewasser sein, das sich vom Auslauf des Speicherbeckens in Richtung Cottbus und Spreewald bewegt. Doch die Anlieger der Talsperre befürchten, dass sie bald die Folgen zu spüren bekommen.

Neuhausens Bürgermeister Dieter Perko (vorn l.) im Gespräch mit Umweltministerin Anita Tack, die auf Einladung des Bündnisses "Klare Spree" an die Talsperre Spremberg gekommen war. Foto: cw

Beim Besuch der brandenburgischen Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Dienstag vor Ort an der Talsperre Spremberg wurde das mehr als deutlich. "Nicht nur der Spreewald – auch wir haben hier Tourismus entwickelt", sagte zum Beispiel Dieter Perko, der Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen. Vor zwölf Jahren habe man die touristische Infrastruktur neu geplant und aufgebaut. Beträchtliche kommunale Gelder, Fördermittel und auch privates Geld sind in die Realisierung geflossen. Das trägt Früchte, die Gäste haben sich eingestellt. "Bis jetzt sind an den Ufern noch kaum Eisenschlamm-Ablagerungen zu sehen. Aber das wird kommen", prophezeite er. Dann werde Neuhausen ebenfalls seine Forderungen aufmachen, erklärte Perko.

So wie Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze seinen Forderungskatalog schon formuliert hat. Neben den von der LMBV bereits in Aussicht gestellten Maßnahmen zur Wasserbehandlung im Oberlauf der Spree und am Entstehungsort des Problems fordert er Kompensationsmaßnahmen am direkten Flußverlauf nahe Spremberg. Das sollten unter anderem Ufersanierungen und ökologische Umgestaltungen in den Spreeauen sein, ergänzte der Spremberger NABU-Vorsitzende Wieland Böttger.

Umweltministerin Anita Tack räumte ein, dass die Talsperre beim Problem "braune Spree" zwar Möglichkeiten biete, aber auch Grenzen habe. "Das Land wird hier seine Verantwortung wahrnehmen", erklärte sie. Professor Matthias Freude, Präsident des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, erläuterte, wie mit dem künftigen Talsperrenmanagement Einfluss auf die Eisenbelastung der Spree genommen werden soll. "Wir müssen es schaffen, den größten Teil des Eisenschlamms bereits im Vorstaubecken bei Bühlow zurückzuhalten. Dafür wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, in der unter anderem verschiedene Umbaumaßnahmen an der Vorsperre in Bezug auf den Sedimentrückhalt überprüft werden", erklärte er. Im Juli dieses Jahres soll die geplante wasserseitige Sanierung der Talsperre starten. Dann sollen Saugbagger dem Schlamm am Grund der Talsperre zu Leibe rücken.

Seit dem Jahr 2008 – als die Eisenhydroxid-Belastung in der Spree deutlich ansteigend war – wurden die Untersuchungen zur Wasserqualität verdoppelt. Insgesamt 26 mal pro Jahr werden seitdem an den Pegeln der Spree in Zerre, Spremberg-Süd und Wilhelmsthal die Parameter Sulfat, Eisen gesamt, Eisen gelöst und der pH-Wert gemessen. In den vergangenen Wochen seien durchschnittlich 4,5 bis 6 Milligramm Eisen pro Liter beim Einfließen der Spree in die Talsperre und zirka ein Milligramm pro Liter beim ausfließenden Wasser in Bräsinchen gemessen worden.

Catrin Würz

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.04.2013

 

Alte Sustec-Kläranlage soll braune Spree filtern

Spremberg/Cottbus. Der Spremberger Bürgermeister Klaus- Pe­tel' Schulze (CDU) will die alte Kläranlage der insolvent gegangenen Sustec im Industriepark Schwarze Pumpe für eine wirksame Vorbehandlung des eisenhydroxidbelasteten Wassers aus der Spree ins Gespräch bringen. Diese Anregung gab er jüngst während des Besuchs der brandenburgischen Umweltministerin Anita Tack (Linke) an der Talsperre Spremberg. Schulze verwies darauf, dass am 31. Mai die neue Abwasserbehandlungsanlage für den Industriepark in Betrieb gehen werde. "Die alte Kläranlage, die jetzt im städtischen Besitz ist, könnte Reinigungsleistungen für das Spreewasser aus dem sächsischen Raum übernehmen", schlägt er vor.cw

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.04.2013

 

Anm.d. Verf.:

Vielleicht sollten bei allen Beratungen, Entscheidungen u.ä.  sachkundige, mit der Örtlichkeit

vertraute  Bürger mit ihrer Erfahrung einbezogen werden; damit könnte der Kreis der

„Schwätzer“ effektiv reduziert werden.

 

Spreewald fürchtet um seinen Ruf

Zweite Eisenstudie kommt Ende Mai / Sachsen will keinen Vertrag mit Brandenburg

Vetschau/Cottbus Die Erste Hilfe im Kampf gegen die Verockerung der Spree ist angelaufen. Gesamtwert des Sofortprogramms: acht Millionen Euro. Trotzdem haben die Touristiker Angst um das Image der Reiseregion – und hoffen nun auf ein Abflauen der medialen Aufmerksamkeit.

Naturparadies Spreewald in Lehde – mit dessen Erhalt beschäftigt sich die Spreewaldkonferenz am Mittwoch in Lübbenau. Foto: Patrick Pleul/dpa

 

Das Aktionsbündnis Klare Spree steckt in einem Dilemma. Nach der Berichterstattung in der RUNDSCHAU und anderen Medien über die drohende Verockerung des Spreewaldes müsse man nun alles dafür tun, dass die Nachrichten wieder positiv werden. Das sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses Peter Stephan bei einer Bürgerversammlung in Raddusch (Oberspreewald-Lausitz) Dienstagabend. Denn: Die Saison beginnt, Touristiker fürchten um das Image der Reiseregion.

Seit Monaten tobt in der Lausitz eine Diskussion über die Eisenbelastung der Spree und ihrer Zuflüsse. Das braune Eisenhydroxid, ein Folgeprodukt von stillgelegten Tagebauen, gelangt über diffuse Wege in die Flüsse. Überregionale Zeitungen und Fernsehsender waren auf das Problem aufmerksam geworden. Sieben Wochen nach der Gründung des Aktionsbündnisses hatte der Brandenburger Landtag in seltener Einigkeit Maßnahmen beschlossen, der Minisiterpräsident die Problematik zur Chefsache erklärt.

"Das Aktionsbündnis ist frech und schwingt auch mal die Keule", schätzte Klaus Freytag, Präsident des Landesbergamtes, ein. Das Bündnis habe es in kürzester Zeit geschafft, das Problem öffentlich zu machen und Sofortmaßnahmen zu erzwingen. Dieses Lob hörte Isabell Hiekel vom Bündnis gern. "Es bewegt sich was in den Behörden – unser Spreewald bleibt weiterhin eine Reise wert."

            

Die braun schraffierten Stellen auf der Karte zeigen die mit Eisenhydroxid belasteten Zuflüsse und Stellen

Zum Erste-Hilfe-Programm für den Spreewald gehören zum Beispiel, dass die Wudritz ausgebaggert wird und das Vetschauer Absetzbecken wieder in Betrieb gehen soll. Im Herbst folgt die Bereinigung des Greifenhainer Fließes, der Schlabendorfer See wird ab Juni bekalkt. Gesamtwert des Sofortprogramms: acht Millionen Euro. Außerdem kündigte Uwe Steinhuber, Sprecher des Bergbausanierers LMBV an, dass die zweite Eisenstudie für den Nordraum der Lausitz im Mai veröffentlicht wird. Für den Landtagsabgeordneten Werner-Siegwart Schippel (SPD) war die Veranstaltung auch der Anlass, "noch tiefer über Bergbaufolgeschäden" nachzudenken.

"Wir gehen davon aus, dass sich der Zustand der Spreewaldzuflüsse durch die Maßnahmen der LMBV verbessern wird" sagte Isabell Hiekel, die auch im Förderverein für Naturschutz im Spreewald sitzt. Das sei aber erst erreicht, wenn sowohl die Zuflüsse als auch die Spree im Spremberger Raum wieder normale Eisenwerte haben. Der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) forderte in diesem Zusammenhang, die mit Eisenocker belasteten Gewässer wieder so herzustellen, dass sie ihre natürliche Selbstreinigungskraft entfalten können.

Eine Enttäuschung musste das Aktionsbündnis jedoch aus einer anderen Richtung einstecken. Forderte Bündnis-Sprecher Stephan doch eine effektivere Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen – besonders im Hinblick auf die Umsetzung von Soforthilfe-Aktionen südlich von Spremberg.

Doch genau dafür gab es vom Nachbarstaat am Mittwoch eine Abfuhr. Für eine saubere Spree bedarf es nach Ansicht von Sachsen keines Vertrages mit Brandenburg. "Das ist aus unserer Sicht nicht notwendig", sagte ein Sprecher des sächsischen Umweltministeriums. Es gebe bereits länderübergreifende Arbeitsgruppen, die sich darum kümmerten, die notwendigen Arbeiten zu koordinieren. Brandenburg hatte den Versuch gestartet, Fragen der Wasserqualität und der Hilfe-Finanzierung länderübergreifend vertraglich zu fixieren.

Alexander Dinger und Peter Becker / peb1

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.04.2013

 

Braunes Wasser auch in der Schwarzen Elster

Elsterwerda. Zunehmend brau­nes Wasser infolge des Grund­wasseranstiegs in den stillgelegten Tagebauen besorgt die Angler entlang der Schwarzen Elster. Vor allem ab Plessa (Elbe-Elster) ist die starke Braunfärbung in den zurückliegenden Wochen sichtbar geworden. Die Angler befürchten, dass die Kiemen der Fische verkleben könnten, dass die eisenhaltige Fracht die Kies­schicht auf dem Flussbett zusetzt und so die Lebensgrundlage von Kleintieren vernichtet. Eine erste Zwischenlösung ist ihrer Ansicht nach die Reaktivierung von stillgelegten Grubenwasserreini­gungsanlagen beziehungsweise der Neubau solcher Anlagen. Die Angler befürchten zudem, dass die Elster nicht die gleiche Lobby besitzt wie die Spree. fc

 

und nun auch in der Pößntz: Anwohner der Schwarzheider Pößnitz in Sorge

Brauner Fluss macht der verockerten Spree mächtig Konkurrenz / Laut Behörden vielfältige Ursachen möglich

Schwarzheide Die braune Pößnitz in Schwarzheide-Ost macht der verockerten Spree mächtig Konkurrenz. Anlieger beobachten die mal mehr mal weniger starke Verfärbung mit Besorgnis.

Die braune Pößnitz gibt zeitweise Anlass zur Besorgnis. Foto: privat

"Geht hier alles mit rechten Dingen zu?", fragen sie. Selbst das Wassergeflügel halte sich inzwischen fern.

In der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz wird versucht, Antworten zu geben. Demnach könnte eine Ursache die Gewässerunterhaltung sein. In der ersten Mai-Hälfte sei das fließende Gewässer teilweise beräumt worden. "Dabei kann es zum Aufwühlen von Ablagerungen und Sedimenten gekommen sein", teilt die Behörde mit.

"Denkbar ist ebenfalls, dass der Durchfluss im Gewässer auf Grund vorheriger Starkniederschläge größer geworden ist und infolgedessen Feinbestandteile mittransportiert wurden", erklärt Ina Zschiesche, Sachgebietsleiterin der Wasserbehörde.

Schwarzheider, die weitergehende Fragen haben, können sich auch direkt an sie wenden, wird angeboten.

Die zur geotechnischen Stabilisierung gehobenen Wässer durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) im Bereich Meuro-Süd werden grundsätzlich unbehandelt in die Pößnitz eingeleitet und in der Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) behandelt.

Über höhere Einleitungsmengen und qualitativ schlechteres Grundwasser, das gehoben wird, lägen der Wasserbehörde keine Daten vor.

Dass ein Fernbleiben von Wildgeflügel auf der Pößnitz einzig mit der Braunfärbung des Gewässers in Verbindung zu bringen ist, bestätigt die Naturschutzbehörde beim Landkreis nicht.

"Wasservögel, im betreffenden Fall vermutlich Stockenten, suchen Fließe zur Nahrungssuche und als Rast- oder Schlafgewässer auf", sagt Sachgebietsleiter Ferry Richter. "Die Nahrungssuche wird durch die Verockerung möglicherweise erschwert, sodass andere Gewässer bevorzugt werden. Auf das Rast- oder Schlafverhalten wirken sich die genannten Verunreinigungen jedoch erfahrungsgemäß weniger aus", versichert er.Mf

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.05.2013

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.04.2013

Anm.: Es gibt scheinbar noch andere Ursachen der Gewässerbelastung.

 

Die Kleine Spree ist zu klein für das viele Wasser

Anstieg trifft 90 Häuser in Neustadt und Burgneudorf / Kläranlagen gefährdet

Spreetal In den beiden Spreetaler Ortsteilen Neustadt und Burgneudorf steigt das Grundwasser immer weiter. Inzwischen sind in Spreetal rund 150 Objekte, davon 90 Wohngebäude, von nassen Kellern und Wänden betroffen. Doch die Gegenmaßnahmen der LMBV den Grundwasseranstieg zu bändigen lassen auf sich warten.

Das Grundwasser in den beiden Spreetaler Ortsteilen Burgneudorf und Neustadt steigt immer mehr. Wie der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung verkündete, ist in den vergangenen zwei Monaten das Grundwasser in Neustadt um 14 Zentimeter angestiegen. Im März diesen Jahres hat der Grundwasserstand in Neustadt einen Pegel von 105,95 bis 107,81 Meter über Normalnull aufgewiesen. "Der Wasserzufluss in Neustadt ist momentan gigantisch", meint Manfred Heine. Zumindest für Neustadt sei eine Lösung in Sicht. Dort will die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) einen weiteren Entwässerungsgraben zum Absenken des Grundwassers bauen. In den Spreetaler Ortsteilen Zerre und Spreewitz haben solche Entwässerungsgräben tatsächlich den Grundwasseranstieg bändigen können.

Das Wasser aus dem Entwässerungsgraben in Neustadt soll dann in die Spree geleitet werden. "Um einen Rückstau aus der Spree bei Hochwasser und einer damit einhergehenden Unwirksamkeit des Grabens vorzubeugen, wird oberhalb des Einlaufs in die Spree ein kombiniertes Sielbau- und Schöpfwerk gebaut", so Uwe Steinhuber, Pressesprecher bei der LMBV.

Die Gesamtlänge des Entwässerungsgrabens in Neustadt einschließlich Durchlässen, Verrohrung und Drainage soll etwa 1200 Meter betragen. Der Graben soll sich im Bereich Wiesenweg, Eichbuschweg und Hammer befinden. Geplant sei die Realisierung allerdings erst im zweiten Halbjahr diesen Jahres.

In Burgneudorf sind laut LMBV als Flächenlösung die Errichtung von Drainagen mit einer Gesamtlänge von 800 Metern geplant. Das in den Drainagen gesammelte Wasser soll von Pumpen über eine Druckrohrleitung in die Kleine Spree gehoben werden. "Mit dieser Maßnahme werden die Bereiche Neustädter und Spremberger Straße, Am Tannengrund und Zur Försterei gesichert", verspricht Uwe Steinhuber.

Doch für diese Maßnahme ist eine Voraussetzung erforderlich: Der Ausbau der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz. Denn bisher kann die Kleine Spree nicht so viel Wasser fassen und müsste ausgebaut werden. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten könne die Flächenlösung der LMBV realisiert werden. Uwe Steinhuber rechnet mit einem voraussichtlichen Startbeginn im zweiten Quartal 2016.

Doch der enorme Grundwasseranstieg bringt noch ein weiteres Problem mit sich: Die Gemeinde Spreetal hat sich auf eine dezentrale Abwasserentsorgung ausgerichtet, sodass sich die Familienhäuser selbst um ihr Abwasser zu kümmern haben "Die errichteten Kleinkläranlagen auf den Grundstücken werden durch das steigende Grundwasser in ihrer Funktionalität eingeschränkt oder verlieren diese", berichtet Manfred Heine und versichert zugleich, dass dieses Problem bereits auf der Agenda der Gemeinde steht.

Anja Guhlan / ang1

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.04.2013

 

Anm.: Das Auswaschen von Eisenhydroxid aus dem Untergrund durch das Grundwasser wird nicht lange auf sich warten lassen.

 

Neuhausen will Entschädigung

Neuhausen (mk), Der Bürgermeister Dieter Perko erklärte in Bezug auf die Eisenbelastung des Stausees, dass viel Geld in den Stauseetourismus geflossen und dieser Towismus ein Standbein der Gemeinde geworden ist, das man sich nicht "von hinten wegsensen" lassen wolle. Der Bürgermeister forderte Schadensersatz für mögliche touristische Ausfälle.

Quelle: Märkischer Bote, 20./21.04.2013

 

Anm.: Damit war ja wohl zu rechnen. Wie ist eigentlich ein "möglicher touristischer Ausfall" rechnerisch anzusetzen.

Wie groß ist ein "möglicher touristischer Ausfall" wegen schlechter Sommerwitteung?

 

Spremberger Spree haucht ihr Leben aus

Spremberg. Der Zustand der Spree im Spremberger Raum übertrifft inzwischen die schlimmsten Befürchtungen: Darauf weist Bürgermeister Klaus­Peter Schulze (CDU) hin. Wirbellose Tiere seien in der Region nahezu völlig aus dem Fluss verschwunden, was dazu führe, dass der Schlammgehalt dramatisch ansteige. Die Stadt Spremberg bereitet deshalb ein Papier vor, mit dessen Hilfe sie Ausgleichszahlungen für den entstandenen Schaden fordern will:

Sowohl in ökologischer als auch touristischer Hinsicht birgt die eisenhaltige Spree nach Ansicht des Bürgermeisters ein ernsthaftes Problem. Gewissenhafte Messungen zu einem früheren Zeitpunkt hätten die Katastrophe nach seinen Worten verhindern können. Wr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.04.2013

 

Zu den Ocker-Quellen

Cottbus. Die GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus lädt für den heutigen Pfingstsonnabend zu einer Radtour zu den Quellen der Spreeverockerung und zum Hofprojekt „Eine Spinnerei“ ein.


Die Tour führt von Cottbus die Spree aufwärts.

Die Teilnehmer werden an der Talsperre Spremberg über deren Rolle beim Schutz des Spreewaldes vor Eiseneinträgen informiert.

Anschließend geht es dorthin, wo die Eisenfracht in den Fluss gespült wird, zwischen die Tagebaue Nochten und Burghammer in Sachsen. …

Quelle: Märkischer Bote, 18.05.2013

 

 

Anm.: Alles klar, die „Quellen“ der Verockerung sind nun bekannt …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Politik verschlief das Spree-Problem

Fachleute räumen in Spremberg Versäumnisse im Umgang mit eisenhaltigem Wasser ein

Spremberg Bis zum Jahr 2010 sind die Fachleute im Land Brandenburg davon ausgegangen, dass der Eisengehalt der Spree "im grünen Bereich" liegt: Das räumt der Chef des Landesamtes für Bergbau, Dr. Ulrich Obst, im Gespräch mit den Spremberger Stadtverordneten ein.

Nahezu 20 Jahre ist es her, dass die Politiker des Landkreises öffentlich über den Eisengehalt der Spree berieten: Darauf weist Klaus Grüneberg vom Spree-Neiße-Wirtschaftsausschuss hin. "Klare Konsequenzen hat damals aber niemand gezogen", stellt er resigniert fest. Ähnlich äußert sich die Spremberger Landtagsabgeordnete der Linken, Birgit Wöllert: "Im Jahr 1994 behandelten wir dieses Thema schon, danach wurde es absolut verpennt – das muss ich so deutlich sagen."

Heute rächt sich offenbar die Tatsache, dass die Alarmrufe von Naturschützern aus der Region nicht rechtzeitig Widerhall fanden. Denn im Land Brandenburg gibt es "sehr massive Probleme mit dem Eiseneintrag", wie Dr. Ulrich Obst vom Landesamt für Bergbau einräumt. Zwar existiere noch kein Regierungsabkommen zwischen Brandenburg und Sachsen. Doch Fachleute beider Bundesländer träfen sich regelmäßig, um über Lösungsansätze zu beraten. Eine Behandlung des Untergrundwassers sei ebenso zu begrüßen wie der Bau eines Abfangriegels. Beide Ideen stehen nach den Worten von Ulrich Obst momentan zur Debatte. "Wir wissen heute jedoch nicht, wie die sächsischen Amtsstuben zu den einzelnen Vorschlägen stehen", erklärt er. Wichtig sei allerdings, dass die Zahl immer neuer Arbeitsgruppen nicht überhand nehme. Es bestehe die Gefahr, dass am Ende der Einsatz für eine saubere Spree unter den vielen Abstimmungen leide. 

Im Niemandsland

Ein wunder Punkt für die Stadt Spremberg. Der Fraktionschef der Spremberger SPD, Andreas Lemke, befürchtet: "Uns wird das Problem wohl länger beschäftigen als den Spreewald, da wir nun mal an der Grenze zu Sachsen liegen." Er wünscht sich einen konkreten Ansprechpartner, den die Stadt Spremberg um Hilfe bitten kann.  

Ihm pflichtet Hartmut Höhna (CDU) bei: "Wir sind im Niemandsland zwischen Brandenburg und Sachsen, wenn es um die Spree geht, was unsere Lage kaum erleichtert."

Ilona Schulz (Die Linke) kritisiert: "Damit wir einen Erfolg sehen, brauchen wir neue Gesetze und endlich ein Regierungsabkommen." Die aktuellen Lösungsansätze seien eher unbefriedigend. 

Sachsen ist am Zug

Verständnis für die Sorgen der Spremberger Kommunalpolitiker zeigt Christoph Vogt vom sächsischen Oberbergamt. Er erläutert: "Alle wesentlichen Maßnahmen für die Spremberger Region müssen bei uns in Sachsen getroffen werden." Einem entschlossenen Handeln stünden aber mehrere rechtliche Hürden im Weg – zum Beispiel bei der Frage des Eigentums. Zugleich stellt Christoph Vogt klar: Die LMBV habe für den Zustand der Spree geradezustehen, da die Probleme eindeutig vom Bergbau herrührten.  

Wolfgang Genehr vom Brandenburgischen Landesumweltamt merkt an: "Nach unseren damaligen Planungen war der heutige Pegel des Grundwassers erst für die nächsten Jahre vorgesehen." Wichtig sei es nun, so schnell wie möglich zu handeln. "Ich denke, dass wir uns im Land Brandenburg da schon auf einem guten Weg befinden." So soll ein aktuelles Gutachten die Verhältnisse im Bereich der Spremberger Talsperre beleuchten. Nach den Worten von Wolfgang Genehr wird es zum Ende des Jahres vorliegen. "Die Spree wird nicht heute oder morgen wieder klar sein, sondern dieser Prozess kann ein paar Jahre dauern", sagt er. Eine genaue Prognose will er vor den Spremberger Kommunalpolitikern aber nicht abgeben.

Zum Thema:

Der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) warnt davor, dass der Schlamm der Spree bei Spremberg in absehbarer Zeit die Spreeaue nördlich von Cottbus erreichen könnte. Dieses Szenario sei leider denkbar, erläuterte er am Mittwoch vor den Stadtverordneten. In diesem Zusammenhang spricht der Bürgermeister sogar vom "nächsten größten anzunehmenden Unfall" – kurz: GAU.

René Wappler 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.05.2013

 

Klares Wasser für den Spreewald

Brandenburgs Wirtschaftsminister will Sachsen nicht aus der Verantwortung entlassen

Cottbus/Dresden In den kommenden Tagen treffen sich nach RUNDSCHAU-Informationen die Wirtschaftsminister aus Sachsen und Brandenburg. Auf der Tagesordnung stehen Strategien zur Beseitigung tagebaubedingter Stoffeinträge in Lausitzer Flüsse.

Der brandenburgische Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) unternimmt einen neuen Anlauf zur länderübergreifenden Fluss-Pflege. Noch vor wenigen Wochen hatte der Freistaat die Brandenburger abblitzen lassen. Für eine saubere Spree bedarf es keines Vertrages mit Brandenburg, hieß es aus dem Umweltministerium in Dresden.

Gemeinsam mit seinem sächsischen Amtskollegen Sven Morlock (FDP) will Christoffers in dieser Woche nun über die weitere Zusammenarbeit beider Länder bei der Eindämmung der Eisenhydroxid- und Sulfateinträge beraten.

Seit Monaten diskutiert die Lausitz über die Eisenbelastung der Spree und ihrer Zuflüsse. Das Eisenhydroxid, ein Folgeprodukt von stillgelegten Tagebauen, gelangt über diffuse Wege in die Flüsse und färbt diese braun. In seltener Einigkeit hatte der Potsdamer Landtag Maßnahmen beschlossen, der Ministerpräsident die Problematik zur Chefsache erklärt.

Heute geht eine dieser Soforthilfen an den Start. In Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) wird die Grubenwasserreinigungsanlage wieder in Betrieb genommen. Die Anlage wurde Mitte der 90er-Jahre stillgelegt. Nun soll sie helfen, die Eisenfracht vom Spreewald fernzuhalten. Damit fällt der Startschuss für eine in der Sanierungsgeschichte des Bergbaus einmalige Aktion. Über Jahre soll in millionenschweren Aktionen das Biosphärenreservat Spreewald geschützt werden.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hatte in den vergangenen Monaten eingeräumt, dass mehrere Spreezuflüsse deutlich höhere Eisenbelastungen aufweisen, als ursprünglich angenommen. Grund seien auch die starken Niederschläge 2010 und 2011, die das Grundwasser schneller haben ansteigen lassen, als ursprünglich prognostiziert, so das Fazit mehrerer Untersuchungen.

Alexander Dinger

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.05.2013

 

Braune Spree: Wirtschaftsminister kritisiert Bergbausanierer 

Christoffers: "Problem hätte eher kommuniziert werden können" /

LMBV will Eisenschlamm deponieren und in Gewässern versenken­

Bei der Soforthilfe für die braune Spree will die Landesregierung in Potsdam den Druck auf den säch­sischen Nachbarn erhöhen. Der Bergbausanierer LMBV überlegt derweil, wo der ganze Eisen­schlamm einmal lagern soll.

Von Alexander Dinger

 Cottbus/Vetschau. Über die Eisenbelastung der Spree und ihrer Zuflüsse hätte schon viel eher diskutiert werden können. Das sagte der brandenburgische Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) am Rande einer Veranstaltung in Vetschau (Oberspreewald - Lausitz) am Dienstagmittag (21.05.2013). Bereits vor mehreren Jahren seien Studien von der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV) zum Thema in Auftrag gegeben worden. Erste Ergebnisse lagen 2010 vor.

"Man hätte das eher kommunizieren können", sagte Christoffers weiter.

Der Minister gab in Vetschau gemeinsam mit LMBV-Chef Mahmut Kuyumcu den Startschuss für die Wiederinbetriebnahme einer alten Grubenwasserreinigungsanlage.

Eine von Kuyumcu insgesamt zwanzig beschlossenen Erste- Hilfe-Aktionen für belastete Flüsse auf sächsischer und brandenburgischer Seite. Die Vetschauer Anlage war Mitte der 90er-Jahre stillgelegt worden. Nun soll sie einen Teil der Eisenfracht vom Spreewald fernhalten. Die dafür nötigen Absetzbecken für das Eisen haben eine Größe von acht Fußballfeldern. 

Mahmut Kuyumcu

Das Eisenhydroxid, ein Folgeprodukt von chemischen Prozessen in Kippenböden (Irrtum, nicht nur) , gelangt

nach dem großflächigen Wiederanstieg des Grundwassers über diffuse Wege in die Flüsse und färbt diese braun.

In seltener Einigkeit hatte der Potsdamer Landtag Maßnahmen beschlossen, der Ministerpräsident die Problematik zur Chefsache erklärt.

Auf sächsischer Seite soll eine ähnliche Anlage wie in Vetschau am Oberlauf der Spree an den Start gehen, teilte Kuyumcu mit. Im Freistaat wird derzeit auch nach einer Lösung gesucht, die Pleiße zu reinigen. Der Fluss ist ­genau wie die Spree - mit Eisen und Sulfat belastet. Die LMBV will in der Nähe von Leipzig beipielsweise einen Großversuch mit Pflanzungen von Tiefwurzlern starten.

Allein in der Lausitz ist eisenhaltiges Grundwasser auf einer Fläche von 230 000 Hektar angestiegen.

Im Fokus der Spree-Sanierung stehen derzeit der Nordraum in Sachsen und der Südraum in Brandenburg. Zu ihnen gehört auch das sächsische Quellgebiet der Spree.

Am Südrand des Spreewaldes soll hingegen eine Barriere am Vetschauer Mühlenfließ geschaffen werden, da von dort ein Drittel der Eisenfracht am Südumfluter stammt.

In den kommenden Tagen reist Christoffers zu seinem Amtskollegen nach Dresden. Gemeinsam mit Sven Morlock (FDP) soll das weitere Vorgehen bei der Fluss­Hife besprochen werden. "Wir müssen unsere Aktionen koordinieren", sagte Christoffers. Er wünsche sich, dass das Thema im sächsischen Landtag mit ähnlich hoher Priorität wie in Potsdam behandelt werde. 

Eine Hoffnung, die auch die Chefin des Tourismusvereins Burg teilt. Christine Clausing kündigte an, dass das Aktionsbündnis "Klare Spree" auch im Nachbarbundesland nach Verbündeten Ausschau halten wird. "Wir müssen länderübergreifend zusammenarbeiten", sagte sie. 

Am Horizont kommt aber bereits das nächste Problem auf die LMBV zu. Denn es ist noch nicht klar, wo der Eisenhydroxid-Schlamm - Tausende Kilogramm am Tag - hin soll. Von der Versenkung in tiefen Gewässern bis zur Deponierung werden derzeit mehrere Szenarien beim Bergausanierer durchgespielt.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.05.2013

 

Anm.:  

. Jeder (und jede Partei) versucht noch schnell auf diesen „Zug“ aufzuspringen.

 Wie sagte der SPD-Kanzlerkandidat so treffend: HÄTTE, HÄTTE … FAHRRADKETTE 

. Bei der Problematik „Eisenhydroxidschlamm“ sollte man sich auch einmal Gedanken über eine

  evtl. (wenn auch vielleicht nicht rentable) Verhüttung Gedanken machen.

 

Wohin mit dem Eisenschlamm?

Tausende Kilogramm in Lausitzer Gewässern pro Tag / Bergbausanierer prüft mehrere Entsorgungsvarianten

Cottbus Die Soforthilfe für den von einer braunen Schlammwelle bedrohten Spreewald ist angelaufen. Mit Reinigungsanlagen versucht der Bergbausanierer LMBV das Biosphärenreservat zu schützen. Doch noch ist nicht klar, wo der braune Eisenschlamm einmal hin soll.

Die Wudritz bei Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) im Spreewald wird derzeit ausgebaggert. Wo der Eisenschlamm einmal gelagert werden soll, steht noch nicht fest. Foto: Dinger

Als vor wenigen Tagen die Grubenwasserreinigungsanlage in Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) eröffnet wurde, deutete der Chef der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Mahmut Kuyumcu, schon auf die nächste Herausforderung für den Bergbausanierer hin. Denn noch ist nicht klar, wo der braune Eisenhydroxid-Schlamm, der dort abgefangen wird, einmal landen soll. Von der Versenkung in tiefen Gewässern bis zur Deponierung werden derzeit mehrere Szenarien durchgespielt. Seit Monaten wird in der Lausitz über die Eisenbelastung der Spree und ihrer Zuflüsse diskutiert. Der braune Schlamm, auch "Ocker" genannt, ist zwar nicht giftig, färbt die Flüsse aber braun und ist vor allem für Kleinstlebewesen gefährlich. Als Folgeprodukt des Alttagebaus (siehe Infobox) fällt die Beschäftigung mit diesem Problem in die Zuständigkeit der LMBV.

Im Fokus der Gewässer-Sanierung stehen der Nordraum in Sachsen und der Südraum in Brandenburg. Während die LMBV auf sächsischer Seite eher auf eine Quellsanierung setzt, soll am Südrand des Spreewaldes eine Barriere am Vetschauer Mühlenfließ geschaffen werden, da von dort ein Drittel der Eisenfracht am Südumfluter stammt. "Wir werden einen richtigen Schutzgürtel errichten", sagt Klaus Zschiedrich, Sanierungschef der LMBV. Experten gehen davon aus, dass durch die Lausitzer Flüsse täglich Tausende Kilogramm Eisenschlamm angespült werden. Hat sich die braune Fracht in einer Reinigungsanlage wie in Vetschau erst einmal abgesetzt, kann sie ausgebaggert und abtransportiert werden. Bloß wohin, ist noch nicht klar. Derzeit lässt die LMBV ein Gutachten in Zusammenarbeit mit dem Landesbergamt erstellen.

Darin werden die ökologischen Auswirkungen untersucht, wenn man den Schlamm auf dem Grund von Berbaufolgeseen versenken würde. Welche Gewässer sich eignen, ist laut LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber noch nicht klar. Ein möglicher Bereich wäre aber der Schlabendorfer Raum (Landkreis Dahme-Spreewald).

Würde der Bergbausanierer grünes Licht bekommen, würde der Schlamm unter Wasser in den See eingeleitet. Da die Dichte des Gemisches größer als die von Wasser ist, würde die Ockerfracht am Boden bleiben. "Es zeigt sich dort immobil und führt nur zu geringen Aufhöhungen des Seebodenprofils oder zu Ausfüllungen von Senken", so Steinhuber zur RUNDSCHAU. Da das Gemisch im Wesentlichen aus Eisen, Kalk und Wasser besteht, wäre es basisch. "Das hätte wiederum einen positiven Effekt auf die Behandlung von sauren Seen", so Steinhuber.

Eine Praxis, die auch im aktiven Bergbau angewendet wird. So versenkt Vattenfall den Schlamm aus Wasseraufbereitungsanlagen in mehreren zum Teil künstlich angelegten Gewässern. Beobachtungen hätten gezeigt, so Vattenfall-Sprecher Thoralf Schirmer, dass die Eisenschicht sich in den Seen absetzt, also stabil und fest bleibt. "Auf dieser Schicht können sich Flora und Fauna wieder ansiedeln", sagt Schirmer.

Problematischer ist der Eisenschlamm, der im Zuge der Gewässerunterhaltung anfällt. Derzeit ist das im großen Maßstab in der Wudritz der Fall. Spezialbagger befreien den biologisch toten Fluss von der braunen Fracht. Da dort der organische Anteil sehr hoch ist, greift hier das Abfallrecht und der Schlamm muss deponiert werden – und das ist bei 60 bis 70 Euro pro Tonne wesentlich teurer als die Versenkung in einem See.

Zum Thema:
Der hohe Eisengehalt der Spree kommt aus den Altkippen. Während der Kohleförderung war das Grundwasser abgesenkt. Dadurch kamen Eisenmineralien mit Sauerstoff in Kontakt und verwandelten sich in Eisenhydroxid und Sulfat. Das nach dem Bergbau aufsteigende Grundwasser und starke Niederschläge waschen das Eisen nun aus dem Boden und tragen es in die Flüsse.

Alexander Dinger

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.05.2013

 

Wie schon weiter oben von mir gedanklich angesprochen …

Hier ist eine Lösung:

Lausitzer machen Schlamm zu Geld

Unternehmen aus Lauta produziert mit Eisenhydroxid mehrere Umweltprodukte

Lauta Während viele über das braune Eisenhydroxid in den Lausitzer Flüssen schimpfen, nutzt eine Firma aus Lauta das "Ocker" für Umweltprodukte, die vorrangig für die Gas- und Wasserreinigung eingesetzt werden können. Mit wachsendem Erfolg.

Betriebsleiter Wolfgang Schoepke (rechts) bei einem seiner Rundgänge im Betriebsgelände. Foto: ang1

Während viele Unternehmen in der Region ihr Geschäft einstampfen, klagt die Produktions- und Umweltservice GmbH (PUS) aus Lauta über Platzmangel. Um die wachsende Zahl an Rohstoffen und Produkten weiterhin gut unterzubringen, hat die PUS eine Vergrößerung geplant. "Die Lagerfläche ist notwendig, um noch mehr Rohstoffe lagern zu können", sagt PUS-Geschäftsführer Matthias Leiker.

Nur 15 Jahre nach Firmengründung im Jahr 1998 expandiert die Produktions- und Umweltservice GmbH weiter. Aus dem Zwei-Mann-Betrieb in Lauta machte Geschäftsführer Leiker in weniger als 20 Jahren ein wachsendes Unternehmen mit Kunden auf der ganzen Welt. Die Zahl der Mitarbeiter ist mittlerweile auf 60 angestiegen. Seit der verstärkten Expansion vor acht Jahren investiert das Unternehmen jährlich rund 1,5 Millionen Euro, um am Ende des Jahres einen Umsatz von acht Millionen Euro vorzuweisen.

Die PUS stellt Produkte für die Gas-, Wasser- und Gewässerreinigung her. Diese patentierten Erfindungen sind aus Eisenhydroxid ("Ocker") hergestellte Materialien in Form von Pulver, Körnern oder Pellets, wie Leiker erklärt. Der Hauptrohstoff Eisenhydroxid wird aus eisenhaltigen Schlämmen gewonnen, die unter anderem in Wasseraufbereitungsanlagen anfallen. Durch den Einsatz von Ocker kann beispielsweise ein Gas von Schwefelwasserstoff gereinigt werden, da das Eisenhydroxid den Stoff chemisch bindet. Aber auch in wässrigen Medien kann Ocker aufgrund seiner chemischen Aktivität das Wasser von Phosphaten und Sulfiden befreien.

Aus rund 40 000 Tonnen eisenhaltigem Schlamm stellt das Unternehmen rund 14 000 Tonnen Ocker-Produkte im Jahr her. "Wir streben auch für das Jahr 2014 eine deutliche Produktionserweiterung an", erklärt der Geschäftsführer. "Dazu ist auch ein Ausbau der Rohstoffkapazitäten geplant, um mehr Eisenhydroxid gewinnen zu können. Die geplante Lagerfläche ist dazu ein erster Schritt."

Auch den Mitarbeiterstamm will das Unternehmen ausbauen. Bei einem Frauenanteil von zehn Prozent will das Unternehmen in der Zukunft auch Auszubildende einstellen. "Da eine Ausbildung ein sehr komplexes Konstrukt ist, sind wir dabei, ein Konzept für Ausbildungen zu stricken", so der Geschäftsführer.

Bis dahin will das Unternehmen weiter an der dynamischen Entwicklung arbeiten und Leute finden, die diese Entwicklung auch mittragen. In den kommenden zwei Jahren sollen wieder rund drei Millionen Euro investiert werden.

Das Eisenhydroxid in der Spree wäre laut Leiker ein guter Rohstofflieferant. "Wir benötigen das Eisenhydroxid in einer sauberen und konzentrierten Form", erklärt Leiker und fährt fort: "Wenn die Grubenwasserreinigungsanlage in Burgneudorf erst einmal wieder reaktiviert werden würde, wäre dies für uns auch eine potenzielle Rohstoffquelle."

Anja Guhlan / ang1

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.06.2013

 

 

Vermutungen im Rahmen des Hochwassermanagements der Spree im Juni 2013:

 

Das Wasser steigt

Die Talsperre Spremberg ist bis zum Rand gefüllt

Stauwärter brauchen grünes Licht aus Cottbus

Die Talsperre Spremberg ist bis zum Rand gefüllt. Fünfmal mehr Wasser als üblich wird abgelassen. Die Menge könnte sich aber deutlich erhöhen – doch dafür brauchen die Stauwärter grünes Licht aus Cottbus. …

 

Stauwart Birk Erdmann

Foto: Dinger

 

 

 

 

….Wenn das Wasser durch die Talsperre weiter nach Norden drängt, wird sich in Cottbus und darüber hinaus auch das Ausmaß der Eisenlast („Ocker“) in der Spree offenbaren.

Die Eisenockerbelastung des Spreewaldes könnte dann rasant zunehmen.

Erste Messungen des Bündnisses „Klare Spree“ bestätigen diesen Verdacht.

Bisher galt das Bauwerk als Rückhaltebecken für den braunen Eisenschlamm. Dieser Stoff ist ein Produkt des Alttagebaus. Es ist zwar nicht giftig, schädigt aber Kleinstlebewesen, Pflanzen und färbt die Flüsse braun.

„Wenn hier 100 Kubik durchrauschen, wird der Eisenschlamm so stark verdünnt, dass man davon nicht viel sehen wird“, sagt er (Erdmann).

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.06.2013  (ausschnittsweise)

 

Anm.: Hoffentlich behält er Recht  …

 

Noch mehr Eisenschlamm im Spreewald

Landesumweltamt startet Messreihe für Biosphärenreservat / Bergbausanierer beginnt im Herbst Pilotprojekt

Cottbus Das Landesumweltamt schlägt Alarm: Aufgrund der starken Niederschläge in den vergangenen Monaten rechnen die Experten mit einem stärkeren Anstieg der Eisenbelastung im Spreewald.

Durch das Hochwasser konnte Eisenschlamm aus der Talsperre ungehindert in den Spreewald gelangen. Foto: dpa

Aufgrund der starken Regenfälle in den vergangenen Monaten wird auch die Eisen-Belastung der Gewässer im Spreewald steigen. Das sagte Thomas Avermann vom Landesumweltamt auf RUNDSCHAU-Nach frage. Damit wiederholt sich ein Szenario aus dem Jahr 2010. Auch damals regnete es überdurchschnittlich viel. In der Folge stieg die Eisenschlamm-Konzentration in den Flüssen.

Der braune Eisenschlamm ("Ocker") ist eine Folge der Alttagebaue. Durch den Grundwasserwiederanstieg gelangt die trübe Brühe über diffuse Wege in die Gewässer. Es ist nicht giftig, schädigt aber Kleinstlebewesen, Wasserpflanzen und färbt die Flüsse braun. Regnet es mehr, steigt das Grundwasser schneller.

Bereits in der vergangenen Woche hatten Umweltschützer auf die erhöhte Eisenockerbelastung des Biosphärenreservates Spreewald hingewiesen. Grund für diese Annahme ist die Talsperre Spremberg. Weil dort wegen der Wassermassen aus Sachsen die fünf- bis sechsfache Menge Wasser abgelassen werden musste, gelangte auch viel mehr braunes Eisenhydroxid in Richtung Spreewald.

Bisher galt das Bauwerk als Rückhaltebecken, da sich der rostige Schlamm – Tausende Kilogramm pro Tag - am Boden der Talsperre absetzen kann. In Hochwasser-Situationen bricht dieser Mechanismus zusammen.

In Sachen Talsperre – für die das Landesumweltamt zuständig ist – gibt Avermann allerdings Entwarnung. "Wir glauben nicht, dass während des Hochwassers extrem viel Eisen in den Spreewald gelangt ist", sagt er. Der Schlamm schlummere nach wie vor am Talsperren-Grund. Lediglich der Eisenschlamm in den Fluten sei ungehindert durchgekommen. Die Wassermenge und die Fließgeschwindigkeit hätten verhindert, dass der Eisenschlamm sich absetzen konnte.

Mehr Sorgen bereitet dem Landesumweltamt der Ocker, der über andere Wege in Richtung Spreewald fließt. "Die Belastung wird steigen. Da brauchen wir nicht drum herum reden", so Avermann. Aus diesem Grund will das Landesumweltamt laut Avermann auch eine umfangreiche Messreihe über die Eisenbelastung im Spreewald anfertigen. "Im Herbst werden wir wahrscheinlich erste Ergebnisse präsentieren können", sagte Avermann.

Derzeit läuft ein erstes Sofortprogramm des Bergbausanierers LMBV, um die schlimmsten Auswirkungen abzuschwächen. Im Fokus der Spree-Sanierung stehen derzeit der Nordraum in Sachsen und der Südraum in Brandenburg. Zu ihnen gehört auch das sächsische Quellgebiet der Spree. Am Südrand des Spreewaldes soll hingegen eine Barriere am Vetschauer Mühlenfließ geschaffen werden, da von dort ein Drittel der Eisenfracht am Südumfluter stammt.

Unterdessen kündigte der Bergbausanierer ein weiteres Projekt an, das wahrscheinlich im Herbst dieses Jahres in die Testphase gehen soll. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der BTU Cottbus will die LMBV großflächige Pflanzenkläranlagen installieren.

Alexander Dinger

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.06.2013

 

Braune Spree: Grüne setzen aufs Internet

Bürger sollen Messwerte ins Netz stellen / Wissenschaftler bezweifeln Genauigkeit

Cottbus/Potsdam Die brandenburgischen Bündnisgrünen gehen am Montag mit einer eigenen Internetseite zum Thema Spreeverockerung ans Netz. "Wir setzen gegen die Verschleppungstaktik der Landesregierung auf die digitale Öffentlichkeit", sagte Grünen-Sprecher Simon Zunk der RUNDSCHAU auf Nachfrage.

                                       

 Isabell Hiekel vom Aktionsbündnis Klare Spree zeigt, wie belastet das Wasser im Spreewald an manchen Stellen ist. Foto: Zunk

Derzeit führt das Landesumweltamt eine Messreihe im Spreewald durch, um festzustellen wie belastet die Flüsse sind. Ergebnisse sollen aber erst Ende des Jahres veröffentlicht werden.

"Wir wollen in diesem Prozess mehr Transparenz", forderte Zunk. Neben Twitter-Meldungen sind auf der Internetseite alle bisherigen Gutachten und parlamentarischen Vorgänge zum Thema zusammengestellt. "Bereits im Februar dieses Jahres hat Ministerpräsident Matthias Platzeck die Bekämpfung der Verockerung zur Chefsache erklärt. Seitdem ist nichts geschehen", sagte der Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen, Benjamin Raschke.

Besonders das zurückliegende Hochwasser hatte die Diskussion noch einmal angeheizt. Über die Talsperre Spremberg war deutlich mehr braunes Ocker-Wasser in Richtung Spreewald gelangt. Der braune Eisenschlamm ("Ocker") ist eine Folge der Alttagebaue. Durch den Grundwasserwiederanstieg gelangt die trübe Brühe über diffuse Wege in die Gewässer. Es ist nicht giftig, schädigt aber Kleinstlebewesen, Wasserpflanzen und färbt die Flüsse braun.

Zweifel an dem grünen Transparenzprojekt meldet unterdessen die Wissenschaft an. Prof. Uwe Grünewald vom

 Lehrstuhl Hydrologie der BTU Cottbus verweist darauf, dass Daten auch belastbar sein müssen. "Ich nehme Proben

zum Beispiel nur von akkreditierten Büros", sagte er. Nur so sei eine objektive und genaue Beurteilung auch tatsächlich

möglich.

 

Im Internet:

www.braunespreewatch.de

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.06.2013

 

Greenpeace: Sofortmaßnahmen gegen Spreeverockerung versagen

Forderung nach Aus für Kohleförderung bekräftigt

Potsdam Die von der Landesregierung ergriffenen Sofortmaßnahmen gegen die Spreeverockerung haben aus Sicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace versagt.

 

                            

Foto: ARCHIV - Der Greenpeace-Aktivist Patrick Held nimmt am 18.07.2013 eine Wasserprobe aus dem Lorenz-Graben in Egsdorf (Landkreis Dahme-Spreewald). Die Rotfärbung der Spree durch aufgeschwemmtes Eisenoxid, «Verockerung» genannt, ist eine Spätfolge des Braunkohle Tagebaus. Foto: Matthias Balk (dpa)

 Aktivisten von Greenpeace hatten Anfang Juli die Eisenwerte in verschiedenen Spreezuflüssen, etwa der Wudritz, dem Greifenhainer Fließ und dem Vetschauer Mühlenfließ gemessen. „Am Vetschauer Mühlenfließ ist die Wirkung der wieder in Betrieb genommenen Grubenwasserreinigungsanlage nicht sichtbar gewesen“, sagte der Greenpeace-Aktivist Niklas Schinerl am Donnerstag (08.08.2013) in Berlin. Dort habe man hinter der Anlage Werte von 100 Milligramm Eisen pro Liter Wasser gemessen. Mittlerweile habe die Verockerung den südlichen Bereich des Biosphärenreservats erreicht.

Ähnlich hatten sich die Greenpeace-Aktivisten bereits im Juli (2013), während des Messcamps im Spreewald geäußert. Damals wie heute stellten die Greenpeace-Aktivisten allerdings auch fest, dass weite Teile des Hauptspreewalds weiter nicht von der Verockerung betroffen seien. Die Umweltschutzorganisation erneuerte vor diesem Hintergrund auch ihre Forderung nach einem Ausstieg aus dem aktiven Braunkohletagebau.

„Die Verockerung ist eine Spätfolge des Altbergbaus“, so Schinerl. Da diese Folgen nicht unter Kontrolle seien, dürften auch keine neuen Tagebauprojekte begonnen werden.

Der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft, Uwe Steinhuber, bezeichnete gegenüber der RUNDSCHAU die Vorwürfe von Greenpeace als „absurd“.

„Ich weiss nicht, was man da gemessen hat“, so Steinhuber.

„Wir gehen davon aus, dass wir mit der Grubenwasserreinigungsanlage am Vetschauer Mühlenfließ eine 70-prozentige Abreicherung des Eisens erreichen.“ 

Benjamin Lassiwe

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.08.2013

 

Anm.: Wer ist Niklas Schinerl?

„Niklas ist Atom- und Klima-Kampaigner in Österreich. Studiert Philosophie.“

 Quelle: Internet

 

Anm.: In meinen Augen:

- von Beruf  Greenpeace-Reisender in aller Welt und zu allen Umwelt-Themen

- ohne tiefgründige Fach- und Sachkenntnis, zumindest zur Problematik

   „Eisenhydroxid“  in der Lausitz

 

 Anm.: Wer ist Patrick Held?

„Willkommen,

Mein Name ist Patrick Held und mein Ziel ist es mehr Idealismus und Basisdemokratie in die Politik zu tragen. Mir geht es um die Rebellion gegen und Revolution von überholten Machtstrukturen, welche den Raubau am Glück zukünftiger Generationen stützen. Momentan nehme ich mir ein kreative Auszeit. Doch noch ist nicht aller Tage, ich komme wieder, keine Frage ;) „

Biographie:

Patrick Held

Alter 24

Bildung:

Philosophy & Economics

BA 2012

Politische Ziele: MdB 2013 & Spitzenkandidat

Maximal Zeit als MdB: 8 Jahre, CO2-Neutral

Vitale Ziele:

Frischen Wind & Ideen bringen

Interessen / Grundrechte von jungen & ungeborenen Generationen vertreten

Staatsverschuldung real senken

Errungenschaften & Erfahrung:

Gründung einer eigenen GbR

Mehrjährige Arbeit für Flüchtlinge

Vorlesung mit Elinor Ostrom

Praktikum im Bundesministerium

Spezialgebiete:

• Intergenerationelle Gerechtigkeit & Nachhaltigkeit (Finanzen, Umwelt, Weltklima)

• Digitale Teilhabe

• Dilemmata & Chancen neuer Technologien und Vernetzung

Quelle: „Anschreiben von Patrick Held zur Spitzenkandidatur …“ unter www.gemeinsam21.de  (Juni 2013)

 

Anm.:

Nun kann sich der geneigte Leser dieser Seite ein eigenes Urteil zu den "aus aller Welt angereisten"

Greenpeace-Aktivisten  bilden.

 

          

Aus dem Auge, aus dem Sinn

Brandenburger Behörden und Ämter kritisieren bei Regionalforum zur braunen Spree die sächsischen Kollegen

Cottbus Im Kampf gegen den braunen Eisenschlamm ("Ocker") in Spree und Schwarze Elster müssten Brandenburg und Sachsen eigentlich ganz eng zusammenarbeiten. Dass das nicht der Fall ist, wurde bei einem länderübergreifenden Regionalforum in Cottbus klar.

                               

Bollwerk gegen den braunen Schlamm: Die Talsperre Spremberg schützt den Spreewald vor einer Verockerung. Foto: Back-Pictures e.V.

Am Ende der Diskussionsrunde wirkte Kathrin Jaszkowiak vom Brandenburger Landesumweltamt (LUGV) dann doch etwas ungehalten. "Es ist doch unstrittig, dass das Eisen von sächsischer Seite kommt. Bei Ihnen muss etwas passieren", sagte sie.

Der Adressat ihres eindringlichen Appells war der sächsische Landrat Bernd Lange (CDU, Landkreis Görlitz). Dieser hatte zuvor – nach mehreren Vorträgen – weitere Untersuchungen gefordert, um mit Sicherheit sagen zu können, woher der Ocker in der Spree und speziell in der Talsperre Spremberg tatsächlich kommt. Jaszkowiak und Lange waren zwei von Dutzenden Teilnehmern eines länderübergreifenden Forums am Montag in Cottbus. Neben vielen Bürgermeistern waren auch Vertreter der beiden Bergämter und des Bergbausanierers LMBV dabei.

So war es dann an Christof Voigt, Abteilungsleiter Tagebau beim sächsischen Oberbergamt, die ersten zarten Pflänzchen der länderübergreifenden Zusammenarbeit zu verkünden. Denn seine Behörde prüfe seit dieser Woche zwei Bauvorhaben zur Flussreinigung. Während in Brandenburg in den zurückliegen Monaten eine Reihe von Erste-Hilfe-Aktionen für die Spree gestartet wurden, passierte auf sächsischer Seite bisher relativ wenig. So will die LMBV in der Nähe von Burgneudorf (Landkreis Bautzen) eine Pumpstation errichten und in der Nähe von Spreetal (Bautzen) Brunnen installieren. Mit beiden Vorrichtungen soll belastetes Wasser (siehe Infobox) gehoben, gereinigt und zurückgeführt werden. "Wenn es klargeht, können wir nächstes Jahr im April mit dem Bau beginnen", sagte Hans-Jürgen Kaiser, Leiter Planung bei der LMBV.

Dass man sich in Sachsen mit Aktionen und vertraglichen Hilfe-Zusagen bei der Bekämpfung der Spreeverockerung schwer tut, musste auch schon Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) erfahren. Ende Mai dieses Jahres hatte er sich zum Thema mit seinem sächsischen Amtskollegen Sven Morlok (FDP) getroffen. Doch dieser ließ ihn abblitzen.

Konkrete Zusagen: Fehlanzeige. "Es gibt ein Verursacherprinzip", stellte der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) fest. Landrat Lange konterte, dass es falsch sei, "Fronten aufzumachen". Auch der Freistaat sei an einem intakten Spreewald interessiert.

Aber der Rechtsnachfolger der alten DDR-Tagebaue heiße nun mal LMBV – und nicht Sachsen.

Entwarnung gab es hingegen beim Thema Hochwasser-Folgen. Im Juni hatten Umweltschützer darauf hingewiesen, dass mit einer erhöhten Eisenockerbelastung des Biosphärenreservates Spreewald zu rechnen ist. Die Talsperre Spremberg gilt als Rückhaltebecken, da sich der rostige Schlamm am Boden absetzen kann. Bei Hochwasser – so die Angst – bricht dieser Mechanismus zusammen. "Unsere Messungen haben diese Befürchtungen nicht bestätigt. Da ist uns ein Stein vom Herzen gefallen", so LUGV-Mitarbeiterin Jaszkowiak weiter.

Zum Thema:
Der Eisenschlamm ist eine Folge der Alttagebaue. Durch den Grundwasserwiederanstieg gelangt die trübe Brühe über diffuse Wege in die Gewässer. Es ist nicht giftig, schädigt aber Kleinstlebewesen, Wasserpflanzen und färbt die Flüsse braun.

Alexander Dinger

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.09.2013

Sachsen will endlich braune Spree klären

Bergamt prüft Bauvorhaben zur Flussreinigung / Brandenburger Sofort-Hilfe läuft bereits

Cottbus Auch in Sachsen sollen bald Erste-Hilfe-Aktionen zur Spree-Säuberung starten. Das Bergamt im Freistaat prüft seit Montag zwei Bauvorhaben des Bergbausanierers LMBV zur Bekämpfung von Eisenhydroxid ("Ocker").

Der Bergbausanierer LMBV will im April kommendes Jahr im Freistaat Sachsen mit dem Bau von zwei Anlagen zur Flussreinigung beginnen. Seit dem gestrigen Montag sind entsprechende Bau-Unterlagen zur Prüfung beim sächsischen Oberbergamt (Soba).

Das sagte Christof Voigt, Abteilungsleiter Tagebau beim Soba, bei einem länderübergreifenden Diskussionsforum am Montag in Cottbus. So will die LMBV in der Nähe von Burgneudorf (Bautzen) Pumpen errichten und in der Nähe von Spreetal (Bautzen) Brunnen installieren. Mit beiden Vorrichtungen soll Wasser gehoben, gereinigt und zurückgeführt werden.

Die zwei Bauvorhaben sind Teil eines Erste-Hilfe-Paktetes.

Der Bergbausanierer LMBV will mit insgesamt 20 Sofort-Projekten der Verockerung der Spree entgegenwirken. Kosten: neun Millionen Euro.

Dabei geht es um Vorhaben in Sachsen und Brandenburg. Während in Brandenburg aber bereits mehrere Dinge – auch durch beschleunigte Genehmigungsverfahren in Behörden – umgesetzt wurden, passierte auf sächsischer Seite bisher relativ wenig.

Erst im Mai dieses Jahres war der brandenburgische Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) zu seinem sächsischen Amtskollegen Sven Morlok (FDP) nach Dresden gereist, um für mehr Zusammenarbeit zu werben. Christoffers blitzte ab. Konkrete Zusagen: Fehlanzeige.

Alexander Dinger

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.09.2013

 

Stadt gibt Entwarnung für die Spree

Eisenwerte im Wasser in Cottbus laut Verwaltung normal /

Am Dienstag (17.09.2013) letzte Messung

Cottbus Die Spree ist in Cottbus nicht übermäßig mit Eisen belastet. Das haben Proben ergeben, die im Auftrag der Stadtverwaltung im vergangenen halben Jahr genommen worden sind. Danach profitiert die Stadt von der Talsperre in Spremberg. Diese wirke als Eisenfalle, in der sich der Eisenhydroxidschlamm absetzt, sagt der Cottbuser Umweltamtsleiter Thomas Bergner.

Jans-Jürgen Schröder von der Aqua Kommunal-Service GmbH aus Frankfurt/Oder mit Sitz in der Paul-Greifzu-Straße in Cottbus entnahm am Dienstagmorgen an der Sandower Brücke aus der Spree eine Wasserprobe und analysierte sie im Messwagen. Foto: Michael Helbig/mih1

Für Hans-Jürgen Schröder von der Aqua Kommunal-Service GmbH Frankfurt/Oder, die in der Cottbuser Paul-Greifzu-Straße einen Sitz hat, war es am Dienstag Routine. An der Sandower Brücke fischte er mit einem Eimer Wasser aus der Spree. In seinem Messwagen analysierte er die soeben entnommene Probe. Das Ergebnis: Alles im normalen Bereich.

Die durchschnittliche Gesamt-Eisenbelastung der Spree, so wie sie in Cottbus gemessen wurde, liegt zwischen einem und 1,5 Milligramm je Liter. "Die Eisengehalte im Spreewasser sind normal, niedrig und auch unsichtbar", erklärt Umweltamtsleiter Thomas Bergner. Eine Braunfärbung, die vor allem im Spreewald eine Debatte über die Belastung des Fließgewässers ausgelöst hat, tritt laut Bergner bei knapp unter drei Milligramm je Liter ein.

Seit März sind im Stadtgebiet im 14-tägigen Rhythmus Wasserproben aus der Spree sowie aus dem Mühlgraben Goethepark und dem Mühlgraben Madlow entnommen worden. "Wir wollten wissen, woran wir sind, deshalb haben wir als eine Art Selbstverpflichtung die Untersuchung vorgenommen", ergänzt Bergner. Selbst in Hochwasserzeiten habe die Stadt so regelmäßig Proben erhalten. Die Ergebnisse hätten sich kaum voneinander unterschieden. Zwischen 0,3 und 1,4 Milligramm je Liter seien festgestellt worden.

Am Dienstag (17.09.2013) ist das beauftragte Büro zum letzten Mal im Einsatz gewesen. Eine Verlängerung sei wegen der unauffälligen Werte nicht nötig, so lautete das Votum im jüngsten Umweltausschuss.

Allerdings sind selbst die in Cottbus gemessenen Eisenwerte nicht ganz unproblematisch. Zwar schreibt die Brandenburgische Fischgewässerqualitätsverordnung aus dem Jahr 1997, die nicht für die intensive Fischzucht gilt, einen Grenzwert für Gesamteisen von drei Milligramm je Liter vor. Schäden an der Fischbrut könnten allerdings bereits ab 0,1 bis 0,3 mg/l auftreten, so Bergner. Für die Zucht und Produktion von Süßwasserfischen würden verschiedene Autoren einen Grenzwert von 0,9 mg/l angeben.

Beim Eisenhydroxid, oder auch Eisenocker, das die rot-bräunliche Färbung verursacht, geht das Gesundheitsministerium laut Bergner von keiner gesundheitlichen Gefährdung für den Menschen aus. Auch seien keine Auswirkungen bei Hautkontakt mit Eisenhydroxid oder von Sulfat angereichertem Wasser bekannt.

"Das Problem braune Spree wird uns noch die nächsten 100 Jahre beschäftigen", sagte vor wenigen Tagen Ralph Schöpke. Der Gewässerexperte der BTU Cottbus-Senftenberg, der als sachkundiger Bürger im Umweltausschuss sitzt, erklärte, dass gegen die Eisenverschlammung nur in einem langjährigen Sanierungsprozess vorgegangen werden kann. Neben der klassischen Grubenwasser-Reinigung und der flussnahen Wasserbehandlung gäbe es auch unterirdische Dichtwände als Lösung.

Zum Thema:
Der braune Eisenschlamm ("Ocker") ist eine Folge der Alttagebaue. Durch den Grundwasserwiederanstieg gelangt die trübe Brühe über diffuse Wege in die Gewässer. Sie ist nicht giftig, schädigt aber Kleinstlebewesen, Wasserpflanzen und färbt die Flüsse braun.

Aus vorbergbaulicher Zeit ist laut Cottbuser Stadtverwaltung allerdings auch eine Vorbelastung der Fließgewässer und des aufsteigenden Grundwassers mit Eisenhydroxiden bekannt (siehe historische Eisenverhüttung in Peitz).

Sven Hering

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.09.2013

 

Anmerkung: Diese Erkenntnis ist deckungsgleich mit meinen Ausführungen zu dieser

                         Thematik weiter oben.

 

 

In diesem Horrorfilm spielt die Spree die Hauptrolle

Der rbb zeigt Dokumentation "Ein Fluss verrostet"

Cottbus Ein Film über den Eisengehalt der Spree und seine drastischen Folgen läuft am Montag der kommenden Woche (23.09.2013) um 22.15 Uhr im Fernsehprogramm des rbb. Titel der 30-Minuten-Dokumentation: "Ein Fluss verrostet".

                                                             

Autor Wolfgang Albus hat den Film gemeinsam mit seinem Team erst am Mittwoch dieser Woche fertiggestellt. Foto: René Wappler

Zunächst schwebt die Kamera über dem Fluss. Da schlängelt sich die Spree durch die Natur, fast eine Idylle – wenn sie nur nicht so seltsam aussehen würde. "Auf einer Länge von gut 25 Kilometern ist die Spree verfärbt vom Eisenschlamm", stellt die Stimme aus dem Off fest. Die Angler bemerkten demnach zuerst, "dass etwas Entscheidendes nicht mehr stimmt".

Der Redaktionsleiter des Cottbuser rbb-Studios, Hellmuth Henneberg, sagt über den Film des Autoren Wolfgang Albus: "Für uns handelt es sich um eine besondere Produktion." Denn sie läuft am Montag um 22.15 Uhr auf dem Sendeplatz der Wissenschaftsredaktion. Diese Abteilung des rbb unterstützte die Dreharbeiten auch finanziell.

Der Film von Wolfgang Albus sucht nicht nach einem Verantwortlichen für das Desaster. Er beschreibt vielmehr, welche chemischen Prozesse dazu führen, dass die Spree sich innerhalb weniger Jahre in einen rostigen Fluss verwandelte. Er lässt Menschen zu Wort kommen, die sich die besorgte Frage stellen, was nun aus der Tierwelt in der Spree wird, die nach und nach verschwindet. Und er schildert Ideen von Wissenschaftlern, die hoffen, das Problem vielleicht doch noch in den Griff zu bekommen. Wolfgang Albus erklärt: "Wir haben Anfang des Jahres mit den Recherchen zu dieser Geschichte begonnen." Die Dreharbeiten fanden vor allem im August statt – und gerade eben, am Mittwoch dieser Woche, stellte das Team den Film fertig.

Auch die Mitarbeiter des rbb in Cottbus sahen das 30-Minuten-Werk erst am Donnerstag in voller Länge. Aufnahmen vom Eichower Fließ, in dem mittlerweile keine Fische mehr leben. Von einem Chemiker des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie, der Proben aus der Spree entnimmt und sogar eine Kostprobe des eisenhaltigen Wassers wagt. Und von der Spremberger Talsperre, die inzwischen nach Angaben des Films "eine Funktion übernimmt, für die sie nie gedacht war": Sie hält das belastete Wasser in Richtung Norden auf, während es sich im Süden zwischen Spremberg und Bühlow staut.

Zudem schildert der Film den Weg des Eisens aus dem Tagebau in eine Grube, wo es mit Erde bedeckt und später geflutet wird – wie zum Beispiel in Nochten. Anschließend kommt das Grubenwasser nach Auskunft von Fachleuten abgepumpt und gereinigt in die Spree.

Die Messungen weisen unterdessen auf eine Belastung des Spree-Wassers aus den DDR-Tagebauen hin. Und die Mitglieder des Aktionsbündnisses "Klare Spree" beklagen: Die Beteiligten seien leider "vor allem damit beschäftigt, sich zu verteidigen".

Die Dokumentation zeigt jedoch auch mögliche Lösungen auf. So haben die Filmemacher ein Spezialschiff der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft begleitet, die "Barbara", die auf dem eisenbelasteten Schlabendorfer See unterwegs ist. Die Fachleute an Bord kalken den See gewissenhaft, Quadratmeter für Quadratmeter, damit das Eisen auf den Grund sinkt und eines Tages von Sedimenten überlagert wird. Falls dieses Projekt auf dem Schlabendorfer See tatsächlich zum gewünschten Erfolg führt, könnte es als Modell für die Lausitz dienen.

René Wappler

    

Film über Eisenspree läuft nun am 7. Oktober (2013)

Cottbus Der Fernsehsender rbb zeigt seine Dokumentation "Ein Fluss verrostet" über die Folgen der eisenhaltigen Spree auf einem neuen Sendeplatz. Wie Redaktionsleiter Hellmuth Henneberg mitteilt, läuft der halbstündige Film nun am Montag, 7.Oktober , um 22.15 Uhr.

Ursprünglich war die Fernsehpremiere der Dokumentaion für Montag, den 23. September, vorgesehen. Doch der Tod des Jazzpianisten Paul Kuhn, eines früheren Mitarbeiters beim Sender Freies Berlin, sorgte für kurzfristige Änderungen im Programm.

Hellmuth Henneberg sagt: "Nach wie vor halte ich den Montagabend für einen guten Sendeplatz." Auch wenn die Dokumentation nun drei Wochen später laufe, sei ihr nichts von ihrer Brisanz und Aktualität genommen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.10.2013

 

Anm.:

Das Anschauen dieses Films war eine wirkliche Wissensbereicherung.

Sachlich, kompetent  - und nicht wie evtl. befürchtet – polemisch, unsachlich, inkompetent.

 Wer sich für die Problematik interessiert, hier ist der Link zu diesem Dokumentarfilm:

  

http://mediathek.rbb-online.de/rbb-fernsehen/dokumentation-und-reportage/ein-fluss-verrostet?documentId=17475892

 

Talsperre Spremberg: 6800 Kilo Eisen täglich 

Potsdam. In die Talsperre Spremberg werden pro Tag rund 6800 Kilogramm gelöstes Eisen eingetragen.

Das sagte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Mittwoch (25.9.2013) im Potsdamer Landtag. Anlass war eine Frage der Landtagsabgeordneten Carolin Steinmetzer- Mann (Linke) nach den Erkenntnissen der Landesregierung zur Herkunft des Eisenockers in der Talsperre im Spree-Neiße­Kreis. Die Ministerin antwortete, dass der größte Teil des braunen Schlamms von der aus Sachsen kommenden Spree in die Talsperre eingetragen werde.

Die sonstigen in die Talsperre mündenden Fließe würden nur rund 20 Kilo Eisen pro Tag transportieren. las

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.09.2013

 

Eisenschlamm soll wieder in die Kippe

Wissenschaftler diskutieren über Wasserschadstoff / Mehrere Lösungen denkbar

Senftenberg/Spremberg Wohin mit dem Eisenschlamm aus der Spree und weiteren Gewässern der Lausitz? Diese Frage haben Wissenschaftler kürzlich während einer Tagung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg diskutiert. Eine Patentlösung ist dabei nicht in Sicht.

Nur so viel: "Das im Schlamm befindliche Eisen ist technisch nicht wirtschaftlich gewinnbar", erklärte Klaus Zschiedrich, Leiter des LMBV-Ingenieurbereichs. Pro Tag fallen nach Angaben von Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdner Institut "Wasser und Boden" (IWB) rund 6,8 Tonnen Eisenschlamm allein in der Spree an. Diese Substanz sei für Wasserlebewesen toxisch. Nicht nur für diese: Denn ohne Fische sinkt auch an den Ufern die Artenvielfalt, da Fischfresser keine Nahrung mehr finden.

Was mit dem braun-roten Schlamm passieren soll, kann heute noch niemand mit Sicherheit sagen. Bislang existieren mehrere Lösungsansätze. Beispielsweise der von Prof. Ludwig Luckner vom Dresdner Grundwasser-Zentrum. Der Experte schlug während der Fachtagung vor, die anfallenden Schlämme in die zu schüttenden Kippen des aktiven Bergbaus einzuarbeiten. "Dazu müsste es eine enge Verzahnung zwischen dem heutigen und dem früheren Bergbau geben", so Luckner. Darüber hinaus sei eine Verfüllung des Schlamms in bestimmte Tagebau-Restlöcher denkbar. Dort sedimentiere das Substrat und könne keinen Schaden mehr anrichten.

Eine wirtschaftliche Verwertung des Eisenschlamms sei mit dem derzeitigen Wissensstand nicht möglich. "Der organische Anteil ist einfach zu hoch", begründete Klaus Zschiedrich. Daher werde auch eine mögliche Deponielagerung diskutiert.

Ohnehin müsse das Problem an seiner Quelle angegangen werden. Und die befindet sich in den Altkippen. Von dort gelange das Eisen ins Grundwasser und somit in die Spree. Die "Hot spots" befänden sich in der Mittellausitz in der Spreewitzer Rinne nördlich des Tagebau-Sees Lohsa II sowie im Bereich der früheren Kohlengrube Burghammer. Wilfried Uhlmann hält zur Problemlösung selbst den Bau einer Dichtwand, um die Spree dauerhaft vor den Schadstoffen zu schützen, nicht für ausgeschlossen. "Diese Technik ist in den vergangenen Jahren weiter vorangeschritten. Das würde sich auch wirtschaftlich rechnen." Ein solches Bauwerk würde das Restloch Lohsa II von der Spreewitzer Rinne trennen.

Weitere Möglichkeiten zur Eisenreduzierung sei der Bau von parallel zum Hauptgewässer verlaufenden Gräben. Diese würden die braun-rote Brühe aufnehmen. Bereits seit langer Zeit funktioniere dieses System an der Schwarzen Elster zwischen Senftenberg und Elsterwerda. Ebenso seien weitere Grundwasserreinigungsanlagen sowie die Hilfe von Bakterien denkbar. Zu letzteren soll im nächsten Jahr ein Pilotprojekt an der Neustädter Ruhlmühle anlaufen. "Auf jeden Fall handelt es sich um ein Thema, dass uns noch lange Zeit beschäftigen wird", so Uhlmann.

Torsten Richter/trt1

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.10.2013

 

Bergbausanierer und Heinz Sielmann Stiftung kooperieren für saubere Spree

Grundsatzvereinbarung am Schlabendorfer See bis Ende 2014 abgeschlossen / Mehrere Schwerpunkte fixiert / Verockerung zentrales Thema

Luckau/Schlabendorf Sanierung, Neutralisation, umfassender Informationsaustausch: Das sind die Schwerpunkte der neuen Zusammenarbeit zwischen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und der Heinz Sielmann Stiftung.

Erste Fachgespräche zwischen den beiden Projektpartnern LMBV und der Heinz Sielmann Stiftung nach der Unterzeichnung. Foto: R. Hofmann

LMBV-Geschäftsführer Prof.-Dr. Mahmut Kuyumcu und der Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung Michael Beier haben am Mittwoch eine Grundsatzvereinbarung im Natur-Erlebniszentrum Wanninchen am Schlabendorfer See unterzeichnet. Mit der Vereinbarung sollen vor allem die Maßnahmen gegen die Verockerung des Spreewaldes konkretisiert werden. "Durch den fortschreitenden Grundwasseranstieg tritt vermehrt saures, eisenhaltiges Grundwasser in die Vorflut ein und wirkt sich zunehmend auf die Wasserbeschaffenheit der Fließgewässer aus. Das führt zu einer sichtbaren Braunfärbung", erläutert LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber am Rande der Unterzeichnung. "Wir als Projektträger müssen gegen diese Eisenbelastung vorgehen", so Steinhuber. Seit etwa zwei Monaten bekämpft beispielsweise das Kalkschiff "Barbara" am Schlabendorfer See saures, eisenhaltiges Wasser. Das Schiff soll den sauren pH-Wert des etwa 600 Hektar großen Sees von derzeit 2,9 auf neutrale 7,0 anheben.

Zur Umsetzung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen nimmt die LMBV neben eigenen Grundstücken auch private Grundstücksflächen, wie die der Heinz Sielmann Stiftung, in Anspruch. "Wir sind dabei, in Summe rund 100 000 Hektar bergbaulich beanspruchte Flächen wieder nutzbar zu machen", erläutert LMBV-Geschäftsführer Prof.-Dr. Mahmut Kuyumcu. Darunter fallen unter anderem etwa 50 Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 28 000 Hektar, aber auch Naturschutzflächen, wie man sie beispielsweise im Luckauer Becken zwischen Borcheltsbusch, Wanninchen am Schlabendorfer See und der Tornower Niederung vorfindet. Land, das die Stiftung von der LMBV gekauft hat. "Zwischen 2000 und 2002 fanden Flächenverkäufe an die Heinz Sielmann Stiftung statt", bestätigt Kuyumcu. 2010 und 2011 hat die LMBV auf den Lausitzer Innenkippen umfangreich sperren müssen, um die bergbaulich beanspruchten Areale einer entsprechenden Nachnutzung zuzuführen. Vor allem Landwirte und Naturschutzverbände wie die Heinz Sielmann Stiftung waren betroffen. "Bis heute sind unsere Vorhaben noch längst nicht abgeschlossen", so Kuyumcu. Hinzu kommen die seit 2012 vermehrt auftretenden diffusen Eintritte in die Spree, die es einzudämmen gilt, so die LMBV.

"Wir müssen Kompromisse schließen, werden die LMBV bei ihren Vorhaben aber naturschutzfachlich begleiten", betont Stiftungsvorstand Michael Beier. Er erwarte durch die Zusammenarbeit die Weiterentwicklung bisherigen Wissens und ein Arbeiten auf Augenhöhe. Beide Seiten planen künftig einen umfassenden Informationsaustausch.

Wie Kuyumcu bekräftigt, wird die Sielmann Stiftung den Bergbausanierer bei der Wasserüberleitung vom Schlabendorfer zum Lichtenauer See und bei der Neutralisation beider Seen unterstützen. "Die Sielmann Stiftung stellt uns Flächen für temporäre Absetzbecken oder Ablagerungen in den tiefen Stellen der Seen zur Sedimentation von Eisenhydroxid-Schlämmen bereit", sagt Kuyumcu. Beanspruchte Gebiete würden ordnungsgemäß wiederhergestellt und entstandene Schäden reguliert. "Wir prüfen auch ein Betretungsrecht für Mitarbeiter der Sielmann Stiftung auf gesperrten Flächen", sagt Unternehmenssprecher Uwe Steinhuber. Damit könnten Monitoring, Jagd und Landschaftspflege im Naturraum vorangetrieben werden.

Stephan Loge (SPD), Landrat von Dahme-Spreewald, bezeichnet den Abschluss der Vereinbarung als zukunftsorientiert. "Unser Landkreis ist gemeinsam mit der Stiftung gewachsen. Es ist gut, dass Flächeneigentümer und Bergbausanierer nun ihre Kräfte im Kampf gegen die verockerte Spree zur Wahrung der Tourismusregion bündeln", so Loge.

Zum Thema:
Die Heinz Sielmann Stiftung ist Eigentümerin von rund 3000 Hektar Naturschutzflächen im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf Nord und Süd (Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen). Die LMBV ist unter anderem verantwortlich für die ordnungsgemäße Beendigung der Bergaufsicht in den stillgelegten Braunkohlenbetrieben in Ostdeutschland. Die abgeschlossene Vereinbarung gilt vorerst bis Ende 2014.

Rüdiger Hofmann

 Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.10.2013

 

Neuer Verein für klare Spree Region (mk).

Das Aktionsbündnis "Klare Spree" hat sich ein Jahr mit der drohenden Verockerung der Spree beschäftigt.

Sofortmaßnahmen waren zum Teil erfolgreich. Um über politische Forderungen praktisch wirken zu können, hat sich jetzt der

Verein Klare Spree e.V. gegründet.

Aufnahmeanträge gibt es unter Aktionsbündnis "Klare Spree" Pf: 11 22, 03094 Burg,

klare- spree@spreewald.de

Quelle: Märkischer Bote, 26.10.2013

 

Aktionsbündnis Klare Spree drängt auf Tempo gegen Ockerschlamm

Raddusch. Das Aktionsbündnis "Klare Spree" fordert mehr Tempo bei der Umsetzung der zehn So­fortmaßnahmen von .Land Bran­denburg und Bergbausanierer LMBV gegen die Verockerung des Flusses. "Wir sind gut gestartet", erklärte Beiratsmitglied Winfried Böhmer. "Aber einige Termine werden bis Ende 2013 nicht einge­halten." Böhmer zog am Dienstagabend (12.11.2013) in Raddusch (Oberspreewald-Lausitz) ein Resümee im Kampf gegen den Ockerschlamm.

Der Präsident des Landesbergamtes Klaus Freytag würdigte, dass alle Maßnahmen trotz der gebotenen Eile ausfinanziert seien. Er fügte hinzu, dass es im Kampf gegen die Eisenhydroxid-Belastung der Spree auch darauf ankomme, Experten Zeit zu geben, um die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

ta

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.11.2013

 

Kostbares Wasser - Lausitz setzt im Klimawandel auf Teichspeicher

 

Großräschen. Lange Dürresommer, verminderte Wasserabflüsse und Extremwetter werden in den nächsten Jahrzehnten die Lausitzer in Atem halten. Das prognos­tizieren die Fachleute des Pots­dam- Institutes für Klimafolgen­forschung. Diese These wird von wissenschaftlich untersetzten Szenarien bestätigt. Klimafor­scher Hagen Koch präsentierte diese am Mittwoch (13.11.2013) in Groß­räschen. Neben der Minimierung des Ausstoßes von Kohlendioxid empfehlen die Experten, das Was­ser in der Region zu halten. Daran könnten Seen und Teiche in der Nähe von Fließgewässern maß­geblich beteiligt werden. Das Leibniz-Zentrum für Agrarland­schaftsforschung (Zalf) in Mün­cheberg (Märkisch-Oder land) hat dafür die Speicherfähigkeit von Seen und Teichen berechnet. trtl

  

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.11.2013

  

Anm.des Verfassers: Mit dem Erarbeiten von Scenarien kann ich jeden Sinn und Unsinn beweisen.

Hier wird die „Dürre“ ganz deutlich:

 

Trockene Füße für die Illmersdorfer

Bergbausanierer bereitet Einzelfall- und Flächenlösungen für Grundwasserproblem vor

Illmersdorf Im Drebkauer Ortsteil Illmersdorf steigt der Grundwasserspiegel an. Keller stehen unter Wasser. Der Bergbausanierer LMBV hat im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung, Maßnahmen entwickelt, die Abhilfe für das Problem schaffen sollen.

In den Kellern von einzelnen Häusern in Illmersdorf steht das Wasser. Seit der nahegelegene Tagebau stillgelegt wurde, steigt der Grundwasserspiegel wieder an. Dass das Problem bergbaubedingt aufgetreten ist, bestreitet Martina Möller aber. "Illmersdorf war immer ein grundwassernahes Gebiet. Jetzt kehrt der ursprüngliche Grundwasserstand zurück", sagt die Arbeitsgruppenleiterin Planung Lausitz der LMBV. Damit die betroffenen Illmersdorfer trotzdem nicht mit nassen Kellern leben müssen, hat die LMBV in den vergangenen Monaten die hydrologische Situation rund um Illmersdorf genau analysiert und einen Katalog von Maßnahmen entwickelt, die Abhilfe für das Problem der betroffenen Einwohner schaffen sollen.

Dass einige Illmersdorfer jetzt in ihren Kellern nasse Füße bekommen, liegt laut Martina Möller daran, dass sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. "Das Grabensystem rund um das Lugk zwischen Brodtkowitz und Illmersdorf wurde lange Zeit nicht gewartet, weil das Grundwasser abgesenkt worden war", erklärt Martina Möller. Deshalb soll das ehemalige Grabensystem wieder ertüchtigt werden. "Schon in diesem Jahr beginnend werden in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gewässerunterhaltungsverband einige der vorhandenen Gräben wiederhergestellt, um damit eine erste Entlastung für die betroffenen Gehöfte zu erreichen", kündigt Martina Möller an.

In einem weiteren Schritt soll ein neuer Graben gebaut werden. Dieser soll Grundwasser abfangen, das am Fuße der Illmersdorfer Halde aus Südwesten zufließt, und Oberflächenwasser aufnehmen, das vom Höhenrücken bei Illmersdorf kommt. 900 Meter lang und im Schnitt 2,50 Meter tief soll der neue Graben werden. "Für die Umsetzung dieser Maßnahme ist ein Planfeststellungsverfahren nötig, das Zeit in Anspruch nimmt", sagt Martina Möller. Sie schätzt, dass der neue Graben frühestens 2017 fertiggestellt werden wird.

Ganz beikommen kann die LMBV mit den vorgesehenen Grabenlösungen den Illmersdorfer Problemen aber nicht. "Wir gehen davon aus, dass von den 17 betroffenen Einzelobjekten neun weiterhin mit dem Eindringen von Grundwasser rechnen müssten. Für diese neun Gehöfte wird deshalb an Einzellösungen gearbeitet. Für jeden einzelnen Fall wurde eine individuelle Sanierungsvariante entwickelt und ein Wertgutachten erstellt", informiert Martina Möller. Bis Anfang November sollen für alle Finanzierungsanträge gestellt werden. "In Abhängigkeit von der Genehmigung dieser und der Entscheidung der jeweils betroffenen Eigentümer können die Sicherungsarbeiten der Einzelhäuser im Laufe des Jahres 2014 stattfinden", sagt die LMBV-Planerin.

Nicole Nocon

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.10.2013

Erste Erfolge im Kampf gegen die braune Spree

In Sofortmaßnahmen flossen schon acht Millionen Euro / Anrainer des Flusses wollen in Raddusch Auskunft /

Sorge um Senftenberger See

Raddusch Seit neun Monaten ist die Braunfärbung der Spree Chefsache in der Landespolitik Brandenburgs. Das Aktionsbündnis "Klare Spree" hat zehn Sofortmaßnahmen erstritten, um die Eisenhydroxid-Fracht – Folge des Altbergbaus in der Lausitz – einzudämmen. Was ist passiert im zurückliegenden Dreivierteljahr? Das Resümee hat Licht- und Schattenseiten.

                                          

In den drei Becken der reaktivierten Grubenwasser-Reinigungsanlage Vetschau kann sich die Ockerfracht – aufgrund der längeren Verweildauer des Wassers – absetzen. Foto: LMBV

Wenn das Aktionsbündnis "Klare Spree" ins Hotel "Radduscher Hafen" lädt, dann wird der Saal voll. Die Spree-Anrainer, die sich gegen die braune Brühe in jenem Fluss zur Wehr setzen, der in das einzigartige Biosphärenreservat Spreewald führt und der ihr Leben maßgeblich mitbestimmt, wollen an diesem Abend Auskunft: Was ist passiert, nachdem sich alle Beteiligten im Februar auf zehn Sofortmaßnahmen verständigt hatten – immerhin mit einem Finanzvolumen von neun Millionen Euro.

Für das Aktionsbündnis, das inzwischen zu einem Verein wurde, ist Winfried Böhmer nicht unzufrieden. Die Zeit des Streits mit Ämtern und Bergbausanierer LMBV ist vorbei – das wird auch an dem Radduscher Abend deutlich: Schlamm wird nicht nur aus der Wudritz beräumt. Das Sanierungsschiff "Barbara" hat über die Zugabe von Brandkalk (120 Tonnen pro Tag) die Wassergüte des Schlabendorfer Sees deutlich verbessert. Die einst stillgelegte Grubenwasser-Reinigungsanlage Vetschau ist reaktiviert worden und "filtert" Eisenhydroxid aufgrund der hohen Verweildauer des belasteten Wassers in drei Becken heraus.

Böhmer drängt dennoch auf ein höheres Tempo bei Maßnahmen, die sich verzögert haben: Wo bleibt das Abkommen mit Sachsen für den Südraum der Spree bis zur Talsperre Spremberg? Wie soll die Entsorgung des Eisenschlamms erfolgen? Gibt es mehr Personal für das Landesumweltamt? Oder: Wie wird das Problem des Sauerstoffmangels im Senftenberger See gelöst? Und Winfried Böhmer schließt mit der Bemerkung, dass die Talsperre Spremberg nicht zur Flusskläranlage ohne Absetzbecken verkommen dürfe.

Für den Chef des Landesumweltamtes hat diese Aussage Potenzial zur Eskalation. Aber Matthias Freude erwidert lediglich, "dass wir froh sein können, die Talsperre Spremberg zu haben". Eine zurzeit laufende Studie soll letztlich Aufschluss darüber geben, wie viel Eisenocker sich tatsächlich in der Talsperre befindet. Mit einem Seitenhieb Richtung Sachsen kündigt er unter der Losung "Helft euch erst mal allein" an, zwischen Spremberg und der Talsperre nach Möglichkeiten zur Ablagerung der Ockermassen zu suchen.

Sprembergs Ex-Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) entlässt Freude aber nicht aus der personellen Verantwortung. "Wir haben hier eine Sondersituation, die eine personelle Verstärkung im Landesamt erfordert", sagt der jetzige Bundestagsabgeordnete. Doch der Amtschef kann nur auf Vorgaben des Landes verweisen. "Wir improvisieren wie zu Ostzeiten", räumt Freude ein. Vereinsvorsitzende Jana Eitner hat mit dieser Aussage ihre Probleme und gibt das Mikrofon an den in Regierungsverantwortung befindlichen Landtagsabgeordneten Werner-Siegwart Schippel. Der spielt den "Ball" an Freude zurück und fordert Umsetzungen innerhalb des Landesamtes. Zudem sollte überprüft werden, ob auf Standards verzichtet werden könne, um Genehmigungsverfahren beschleunigen zu können.

Endgültige Antworten – so zur Deponierung des Ockerschlamms – kann an diesem Abend niemand geben. Auch sind die Experten "ahnungslos" (Matthias Freude), warum es im Senftenberger See plötzlich zum Fischsterben kommt und das Wasser in fünf bis sechs Metern Tiefe nur 25 Prozent Sauerstoffgehalt aufweise. Es sei lediglich sauberes Wasser aus Geierswalde in den See geleitet worden, erläutert Freude.

Alle im Saal sind sich einig, dass die braune Spree noch Generationen beschäftigen werde. Doch es sei ein Anfang im Kampf gegen die Verockerung gemacht worden. Für den Präsidenten des Landesbergamtes Klaus Freytag belegt das Resümee, "dass wir bisher ein großes Rad von gut acht Millionen Euro gedreht haben." In so kurzer Zeit – das habe Freytag bisher noch nicht erlebt.

Christian Taubert

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.11.2013

Greifenhainer Fließ wird auf 19 Kilometern entschlammt

Arbeiten sollen im Februar abgeschlossen sein

Vetschau Bis zum Februar kommenden Jahres wird der Wasser- und Bodenverband Oberland Calau das Greifenhainer Fließ beräumen. Diese Arbeiten werden sich nach Angaben von Verbands-Geschäftsführer Rainer Schloddarick über eine Länge
von 19 Kilometern zwischen Wüstenhain und dem Wehr 29 am Südumfluter nördlich von Naundorf ziehen.

Auftraggeber ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Der Abschnitt soll von Eisenhydroxidschlamm befreit werden, um seinen Weitertransport in den Spreewald zu reduzieren beziehungsweise ganz zu verhindern.

Das auszuschneidende Geäst werde geschreddert, das Starkholz bleibe auf dem jeweiligen Grundstück und kann durch den Eigentümer verwendet werden, so Schloddarick. Bäume würden nicht gefällt. Das Greifenhainer Fließ bildet in einigen Abschnitten die Grenze zwischen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Hk

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.10.2013

 

Kein Personal für die Spree

Erste Maßnahmen gegen Verockerung der Spree ergriffen / Personal fehlt

Freistaat Sachsen noch nicht im Boot / Diskussion in Raddusch

Raddusch (mk) - In diesem Jahr (2013) sind berelts 6,8 Millionen Euro in Sofortmaßnahmen gegen die Verockerung der braunen Spree geflossen.

Von zehn Sofortmaßnahmen im Nordraum sind sieben umgesetzt worden. Die Maßnahmen für den Südraum liegen alle in Sachsen. Keine Taten erfolgten auf die zehn hier erklärten Sofortmaßnahmen. So lautet das Kurzresümee, welches das Aktionsbündnis ..Klare Spree" am Dienstag (12.11.2013) in Raddusch auf   einer  Informationsveranstaltung zog.  

Das Problem bleibt ein Großes - auch flächenmäßig. Dr. Klaus Freytag vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe erklärte, dass das betreffende Gebiet mit 1 400 Quadratkilometern deutlich größer als Berlin sei. Bei dem Jahrhundertproblem Spreeverockerung zeichnen sich jedoch keine schnellen Lösungen ab. Ein Problem ist, dass Sachsen wenig pragmatisch ist. Zwei Landesminister waren bereits im Nachbarland. Trotzdem sitzt Sachsen nach Einschätzung vom Aktionsbündnis-Mitglied Winfried Böhmer noch nicht richtig im Boot. Die Bearbeitung von dringend benötigten Genehmigungen aus Sachsen ist erst im zweiten Quartal 2014 zu erwarten.

"So ehrlich muss man sein", sagt Hans-Jürgen Kaiser von der Lausitzer  und Mitteldeutschen Bergbau-Ver­waltungsgesellschaft (LMBV).

Ein zweites Problem sind fehlende Absatzflächen für den Eisenschlamm. Hans-Jürgen Kaiser erklärt. dass sich entweder Grundstückseigentümer weh ren oder es sich um zu schützende Objekte des Biosphärenreservates handelt. Auch ist nicht klar, was mit dem Schlamm werden soll. Eine bezahlbare Lösung zur Entsorgung ist weder rechtlich noch technisch in Sicht. 

Ein hausgemachtes Brandenburger Problem ist fehlendes Personal bei der LMBV und dem Landesamt für Umwelt. Bezüglich der Personalplanung des Brandenburger Landtages sagt Prof. Matthias Freude vom Landesamt für Umwelt:

"Wir machen das, was wir schon zu Ostzeiten gemacht haben: improvisieren".

Anm.: Nach dem Bild zu urteilen ist genügend Personal vorhanden...

Die Vorsitzende des Aktionsbündnis "Klare Spree", Jana Eitner, erklärte, dass das Problem der braunen Spree nicht durch improvisieren zu lösen sei. "Wenn ich das höre, mache ich mir Sorgen", sagte sie. ....

.... Nicht nur beim Vetschauer Bürgermeister Bengt Kanzler fanden Überlegungen auf wenig Gegenliebe, Eisenschlamm in den Gräbendorfer See zu leiten.

Quelle: Märkischer Bote, 16.11.2013 (auszugsweise)

 

Grundwasser-Test in Lübbenau

Feldversuch beginnt heute / Wie wirkt's auf die Neustadt?

Lübbenau Der lang erwartete und von manchen gar herbeigesehnte Feldversuch zum Grundwasser in Lübbenau beginnt am heutigen Montag (02.12.2013) . Die Testreihe soll Daten liefern, inwieweit Pumpbetrieb und Fahrweise von Wehren Einfluss haben auf den Grundwasserspiegel in weiten Teilen der Stadt.

Das Wehr 115a wird in der dieser Woche geschlossen. Die Wirkungen sollen dann genau analysiert werden. Foto: Jan Gloßmann

Rudolf Heine nennt es die "heiße Phase": Am Montag wird der Feldversuch gestartet, der gültigen Aufschluss darüber geben soll, wie Lübbenau letztlich die Sorgen rund um Grund- und Oberflächenwasser und dessen Abfluss in den Griff bekommen kann. Die einen hoffen dabei auf endlich trockene Keller, andere warnen vor zu hohen Erwartungen, weitere vor allem vor den zu befürchtenden Kosten.

Der Auftakt verläuft zunächst recht unspektakulär. Am Mittwoch (04.12.2013) wird das Wehr 115a in der Zerkwitzer Kahnfahrt geschlossen – eine der Hauptforderung der Bürgerinitiative, die seit Jahren um Lösungen kämpft. Diese hatte mehrfach moniert, dass das Wasser über die Zerkwitzer Kahnfahrt nicht nur abfließt, sondern aus der Spree wieder nach Lübbenau zurückdrückt.

Das Wasser soll nunmehr aus Lübbenau über das Poldergebiet und den A-Graben in Richtung Lübben fließen. Seit dem Sommer haben Fachleute insgesamt fünf Messstellen für Regen und 14 für Grundwasser gesetzt, in Gang gebracht und mit Geräten ausgerüstet. Der Trink- und Abwasserzweckverband Calau (WAC) sammelt an einer eigenen Wetterstation weitere Daten, so beispielsweise zu Niederschlägen. Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Feldversuch war der Ausbau der verlängerten Zerkwitzer Kahnfahrt zwischen Rudolf-Breitscheid-Straße in der östlichen Neustadt und der Bahnlinie nach Berlin.

Etwa fünf Tage nach Schließung des Wehres 115a sollen im Schöpfwerk Krimnitz die Pumpen in Betrieb gehen, um den Binnenpegel um 20 bis 25 Zentimeter zu senken.

Anhand der vielen Daten soll dann geprüft werden, ob das funktioniert, ob das Absenken dauerhaft möglich ist, es tatsächlich eine Entlastung der Neustadt gibt – und wer welche Kosten tragen muss.

Zum Thema:
Rudolf Heine bleibt Beauftragter der Stadt Lübbenau für die Fragen rund um Grund- und Oberflächenwasser. Die Stadtverordneten bestätigten auf ihrer jüngsten Sitzung im nicht öffentlichen Teil die entsprechenden Abmachungen. Heine soll die Verwaltung als Ansprechpartner und Koordinator zwischen Bürgern und Rathaus unterstützen und entlasten. Die Funktion war im März 2012 geschaffen worden.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.12.2013

 

Umweltschützer drängen auf Entschlammung des Südumfluters

Lübbenau Umweltschützer fordern ein zügiges Ausbaggern des Südumfluters, um Lübbenau vor dem Eisenocker zu schützen. Das machte Isabell Hiekel vom Verein „Klare Spree“ bei der Bilanzveranstaltung des Gewässerrandstreifenprojektes Spreewald deutlich.

„Man kann nicht warten, bis andere Maßnahmen umgesetzt sind.“ Zwei der am meisten betroffenen Gewässer – das Greifenhainer und das Vetschauer Mühlenfließ – speisen den Südumfluter. Laut Landesumweltamt läuft eine Vorprüfung, wie mit dem Südumfluter umgegangen werden soll. Man reagiere damit auf die Besorgnis in Lübbenau, dass das Eisenocker auf diesem Weg in die Stadt kommt. Jg

 

Südliche Talsperre scheint verloren

Spremberger Ronald Beschow geht wieder auf Vogelexkursion und kritisiert braune Spree

Spremberg/Klein Döbbern Die braune Spree sorgt nicht nur im Spremberger Stadtgebiet für Verdruss. An der Talsperre scheint ein ganzes Gebiet für die Tierwelt verloren zu gehen. Das sagt zumindest Vogelkundler Ronald Beschow.

Ronald Beschow (r.) war mit einer Gruppe Naturfreunde am Klein Döbberner Südstrand zur Vogelbeobachtung unterwegs. Foto: T. Richter/trt1

Wer über die Spreebrücke zwischen Bühlow und Sellessen fährt und über das Wasser schaut, bekommt nicht selten einen Schock. Statt einer klaren, farblosen Flüssigkeit präsentiert sich im Südbereich der Talsperre Spremberg eine ockerfarbene Brühe. Das Eisenhydroxid, das seinen Ursprung in den Tagebaukippen südlich der Stadt hat, zieht längst auch den Stausee in Mitleidenschaft. Der Spremberger Ornithologe Ronald Beschow, der bereits seit fast dreieinhalb Jahrzehnten die heimische Vogelwelt beobachtet, sagt sogar, dass der Südbereich der Talsperre im Bereich Bühlow bis etwa zur Hochspannungsleitung für viele Arten verloren zu gehen droht.

Zwar sei das braune Wasser für die Vögel nicht unbedingt giftig, für ihre Nahrungstiere, die Fische, dagegen schon. So verschließe das Eisen deren Kiemen und verhindere die Atmung. "Der Bereich um Bühlow und die Sellessener Bucht wirkt wie ein Schwamm. Dort sammelt sich das aus dem Oberlauf der Spree eingeströmte Eisen", erklärt Ronald Beschow während der traditionellen Vogelexkursion zum zweiten Advent. Andererseits biete dieses Phänomen auch den Vorteil, dass es wie ein Puffer wirke und die nördlichen Bereiche des Stausees von der braunen Brühe weitgehend verschont blieben. Bei Hochwasser helfe allerdings auch dieser Puffer nicht mehr.

Nicht zuletzt trage die Spree in den Südbereich der Talsperre so viel Sand ein, sodass es immer wieder zu Verschlammungen komme. "Eigentlich müsste dieser Bereich wesentlich öfter ausgebaggert werden, als es der Fall ist", sagt Beschow. Letztmalig sei dieses Prozedere in den Jahren 2011 und 2012 erfolgt. Doch durch das Hochwasser vom vergangenen Juni habe sich der erwünschte Effekt schnell wieder ins Gegenteil verkehrt. "Eigentlich könnten schon wieder die Bagger anrücken", meint der Vogel-Fachmann.

Besonders weh tue den Ornithologen die Verschmutzung der Sellessener Bucht. Dieses Gebiet sei einst ein Eldorado für verschiedene Limikolen-Arten wie Brachpieper, Regenpfeifer und andere gewesen. Doch durch die jetzt zerstörte Bodenstruktur fänden die Vögel kaum mehr Nahrung an Kleinstlebewesen.

Die Talsperre Spremberg ist bereits seit mehreren Jahren als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Gleichzeitig wurde das Gebiet vom Land Brandenburg an die EU als Flora-Fauna-Habitat (FFH) gemeldet. Dort gilt eigentlich ein Verschlechterungsverbot. Für Vogelkundler Ronald Beschow ist dieses aber kaum mehr als ein "Papiertiger". Er kann sich gut vorstellen, dass möglicherweise entsprechende "Ausnahmegenehmigungen" zum Zuge kämen.

Der Experte fordert, dass sich die Stadt Spremberg wegen dieser Problematik viel lauter positionieren sollte. "Eigentlich müssten wir laut schreien", so Beschow. Und ein weiterer Vogelfreund sagt aus dem Hintergrund: "Im Lausitzer Seenland wird so viel Geld in den Bau von Prestigeobjekten wie Jachthäfen gesteckt. Aber unsere Spree lässt man einfach verrecken."

Torsten Richter / trt1

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.12.2013

 

Fischer bescheinigen vielen Burger Fließen gute Wasserqualität

Burg Auf ein problemarmes Jahr haben die 26 wendisch/sorbischer Spreewaldfischer aus Burg/Kauper am zurückliegenden Samstag beim traditionellen Fischessen zurückgeblickt.

"Die Wasserqualität der Fließe hat sich nicht verschlechtert, in unserem Bereich ist von der Verockerung der Spree und anderer Gewässer noch kaum etwas zu bemerken.

Dementsprechend gibt es auch keine Auswirkungen auf die Fischbestände. Der Fang von Hechten, Schleien, Zandern, Welsen, Quappen und Weißfischen lagen im Durchschnitt", sagte Vereinsvorsitzender Alexander Wach.

Gefischt wird mit Netzen und Reusen, mit denen am vergangenen Wochenende diverse Fische für das gemeinsame Mahl zum Jahresabschluss aus den Fließen geholt wurden.

Der Umfang der Fänge steht für die meisten Freizeitfischer ohnehin nicht im Mittelpunkt. "Ich bin schon seit der Jugend gern in der Natur, besonders auf den Fließen..Anderen Mitgliedern geht es ähnlich. Sie schätzen auch die Gemeinschaft, fischen auch zusammen, wenn sie dafür Zeit finden, was oft nicht einfach ist." Einige Mitglieder wirken bei der Fischereiaufsicht mit. Alle engagieren sich für saubere Fließe, den Erhalt von Natur und Umwelt und Uferflächen, beteiligen sich an Aufräumeinsätzen.

Quelle:  Lausitzer  Rundschau,  11.12.2013

 

Spree-Verockerung bleibt Chefsache

Ministerpräsident Woidke berät mit Bürgerinitiativen und Bergbausanierern

Potsdam Die Spree-Verockerung beschäftigt seit geraumer Zeit betroffene brandenburgische Gemeinden und Einwohner. Anfangs fühlten sie sich mit dem Problem ganz allein gelassen, später wurde die Landesregierung aktiv. Inzwischen engagiert sich auch Sachsen immer mehr.

Ministerpräsident Dietmar Woidke fühlt sich "jetzt von sächsischer Seite unterstützt". Foto: dpa

Der Kampf gegen die Verockerung der Spree wird "eine dauerhafte Aufgabe" für das Land Brandenburg bleiben. Das sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam. Zuvor hatte es in der Staatskanzlei ein weiteres Gespräch des Ministerpräsidenten mit Vertretern von Bürgerinitiativen sowie von Bergbausanierern gegeben. Positiv äußerte sich der Brandenburger Ministerpräsident auch zu seinen Gesprächen mit seinem sächsischen Amtskollegen Stanislaw Tillich (CDU) am Rande der Koalitionsverhandlungen in Berlin. "Wir werden jetzt von sächsischer Seite unterstützt", so Woidke. "Die Lage hat sich deutlich verändert." Im kommenden Frühjahr seien weitere Abstimmungen mit Sachsen geplant.

Der Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Mahmut Kuyumcu, kündigte an, dass künftig schon ein Großteil der Eisenfracht der Spree in Sachsen zurückgehalten werden soll. Dazu sollen Teile des Wassers der "Kleinen Spree" in der Grubenwasserreinigungsanlage Burgneudorf behandelt werden. Eisenhaltiges Grundwasser solle künftig in der Grubenwasserreinigungsanlage Schwarze Pumpe behandelt werden. Und bei einem Pilotprojekt im Bereich Ruhlmühle sollen Mikroorganismen dazu beitragen, dass das aus dem Grundwasser in die Spree hereingetragene Eisen als Eisensulfit gebunden wird.

Die im Sommer gestarteten Pilotprojekte in Brandenburg haben nach Angaben des Präsidenten des Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Klaus Freytag, mittlerweile erste Wirkung gezeigt. So habe die Behandlung des Schlabendorfer Sees mit einem Sanierungsschiff mittlerweile dazu geführt, dass der pH-Wert des Seewassers von 2,5 auf 3,3 gestiegen sei. Normales Trinkwasser hat allerdings einen pH-Wert von 6,5 bis 8,5. Kuyumcu erklärte, dass im ersten Quartal 2014 auch eine Grubenwasserreinigungsanlage am Eichower Fließ in Betrieb gehe. "In Vetschau werden derzeit 70 Prozent der Eisenfracht des Wassers in der Anlage zurückgehalten."

Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses "Klare Spree", Jana Eitner, verwies darauf, dass täglich Hunderte Kilo Eisenocker neu in die Spree flössen. "Wir reden hier von einem höchst komplexen Problem", so Eitner. Die Koordinatorin des Beirats des Aktionsbündnisses, Isabell Hiekel, betonte, dass auch aus Sicht des Bündnisses die Grubenwasserreinigungsanlage in Vetschau, die Behandlung des Schlabendorfer Sees und die Entschlammung der Wudritz "gut laufen". Probleme gebe es allerdings am Greifenhainer Fließ, wo insgesamt noch zu wenig geschehe. Generell sei angesichts der hohen Eisenfrachten der Fließe ein höheres Tempo der einzelnen Maßnahmen dringend nötig.

Benjamin Lassiwe

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.12.2013

 

Spremberg tritt dem Bündnis für eine klare Spree bei

Ministerpräsident erklärt Problem zur „Chefsache“

Spremberg Die Stadt Spremberg wird zum 1. Januar (2014) dem Verein "Klare Spree" beitreten.

Einen entsprechenden Beschluss haben die Stadtverordneten am Mittwoch gefasst. Die amtierende Bürgermeisterin Christina Schönherr betonte unterdessen in einem Gespräch mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD): Niemals würden sich die Einwohner von Spremberg damit abfinden, dass die Talsperre als Absetzbecken angesehen wird.

"Die mitten durch die Stadt fließende braune Spree verschlechtert unsere Lebensqualität", kritisiert Christina Schönherr. Zwar versicherte ihr der Ministerpräsident, die Talsperre diene nur behelfsweise als Schutz für den Spreewald. Doch die amtierende Bürgermeisterin gibt zu bedenken: "So bleibt das Problem, dass Flora und Fauna im Stausee vermutlich nicht mehr vorhanden sind, wenn die Maßnahmen im Südraum endlich richtig greifen." Die folgerichtige Konsequenz für sie lautet deshalb: Die Stadt Spremberg müsse sich weiterhin Gehör verschaffen.

Als positiv bewertet Christina Schönherr den Umstand, dass der Ministerpräsident das Thema ausdrücklich zur Chefsache erklärt hat. Zudem habe er den Fachleuten aus Spremberg den Rat gegeben, ihre Forderungen gegenüber dem Landkreis Spree-Neiße zu nennen und dazu Anträge an Landrat Harald Altekrüger (CDU) zu stellen, Ersatzmaßnahmen aus dem Naturschutzfonds zu bezahlen.

Ein Fazit des Treffens mit Dietmar Woidke ziehen auch die Mitglieder des Aktionsbündnisses "Klare Spree": Im vergangenen halben Jahr hätten die Gesprächspartner "viel erreicht, ungewöhnlich schnell reagiert und transparent kommuniziert". Allerdings seien noch zu wenig konkrete Erfolge zu verzeichnen: Allein bei vier Projekten handle es sich um eine reine Sanierung, die wegen des Grundwasseranstiegs ohnehin nötig gewesen wären, kritisiert das Bündnis. Für die Spree in Spremberg und an der Talsperre seien bislang noch keine Pläne in die Tat umgesetzt. Diesen Stillstand habe vor allem die sächsische Seite zu verantworten.

Für das Jahr 2014 stehen nach Angaben des Aktionsbündnis neun Millionen Euro zum Schutz der Spree bereit. Große Sorge bereitet den Mitgliedern allerdings die Frage, wo der Ockerschlamm entsorgt werden kann. So rechnet das Aktionsbündnis auch mit einem Zeitraum von 100 Jahren, den die Pläne umfassen müssten.

Die nächsten Gespräche zum Thema mit den Vertretern von Ministerien und Behörden aus Sachsen finden voraussichtlich am 22. Januar in Spremberg statt.

René Wappler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.12.2013

 

Entsorgung des Ockerschlamms aus der Spree bleibt ein Problem

Aktionsbündnis "Klare Spree" will Arbeit intensivieren

Cottbus Das Aktionsbündnis "Klare Spree" wird seine Arbeit intensivieren müssen. Das kündigt die Vorsitzende Jana Eitner nach einer Auswertungsrunde mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) an.

Vor allem die Entsorgung des Ockerschlamms bereitet große Sorgen. Und auch die personelle und qualifizierte Besetzung der Behörden bleibt als Forderung stehen. Matthias Platzeck (SPD), Woidkes Vorgänger, hatte die durch Eisenhydroxid und Sulfat belastete Spree im Februar auf Bitten des Aktionsbündnisses zur Chefsache erklärt und eine erste Auswertung für Ende 2013 versprochen. Woidke nun hielt das Versprechen.

"Im vergangenen halben Jahr ist viel erreicht worden, es wurde ungewöhnlich schnell reagiert. Wir konnten mit Ideen und Vorschlägen aktiv zur Umsetzung der Maßnahmen beitragen", lobt Jana Eitner. Allerdings zeigten von den zehn Maßnahmen im Nordraum nur drei erste Erfolge. "Bei vier Maßnahmen handelt es sich um Sanierungen, die mit dem Grundwasserwiederanstieg sowieso nötig sind", so Eitner

Im Süden – an der Spree in Spremberg und an der Talsperre – sei noch nichts umgesetzt, lediglich drei Planungen laufen. Um das zu ändern, müssten die Sachsen mitziehen. Gespräche mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) hat es laut Woidke gegeben. Im neuen Jahr wollen sich die Sachsen mit den Sanierern an einen Tisch setzen, um sich über Vorhaben gegen weitere Einträge in die Spree abzustimmen. "Wir haben versichert bekommen, dass mit dem Verwaltungsabkommen, welches 2017 endet; auch künftig ausreichend Mittel zur Sanierung der Tagebaufolgelandschaft eingeplant werden", sagt Jana Eitner. Für 2014 sollen 9 Millionen Euro zum Schutz der Spree bereitstehen.

Annett Igel

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.12.2013

 

Rentner kennen Spree nur verdreckt

Ein 75-jähriger Spremberger erinnert sich an den braun gefärbten Fluss seiner Kindheit

Spremberg Umweltschützer und Politiker der Region hoffen darauf, dass die Bundesländer Brandenburg und Sachsen endlich gemeinsam das Problem der eisenbelasteten Spree angehen. Allerdings gibt es ältere Einwohner von Spremberg, die sagen: Der Fluss ist doch schon seit unserer Jugend braun.

Dietmar Kormannshaus Foto: wr

75 Jahre alt ist Dietmar Kormannshaus aus Spremberg, ein Mann also, der weit ins vergangene Jahrhundert zurückschauen kann, und er kennt die Spree nur in unnatürlichen Farben.

"Als Kinder haben wir in Wilhelmsthal in der Spree gebadet", erzählt er. "Zu Hause gab es dann Stress wegen der braun eingesauten Sachen." Wo er aufwuchs, im Teschnitzweg an der Kochsa, traten auf den Wiesen vor den Grundstücken alle 50 Meter neue Quellen mit braunem Wasser zutage – so schildert Dietmar Kormannshaus seine Kindheit und Jugend. "Die einzigen Quellen mit sauberem Wasser waren an der Bahnbrücke." Selbst die Hauswasserpumpe habe damals aus sechs Metern Tiefe braunes Wasser nach oben geholt, nicht zu reden von den Ablagerungen, die immer wieder in den Badewannen zu finden waren.

Tatsächlich gab es in der jüngeren Geschichte der Spremberger Spree kaum eine Phase, in der sie von Belastungen frei blieb. Die Pressestelle der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) erläutert: "In der Lausitz gab es früher große Eisenerzvorkommen, die als Raseneisenerz oberflächennah abgebaut wurden." Das hatte auch Folgen für die Flusslandschaft.

Die hohen Niederschläge in den vergangenen Jahren sorgen nach Auskunft der LMBV dafür, dass Eisen und Sulfat mit dem Grundwasseranstieg großräumig in die Flüsse und Seen der Lausitz geschwemmt werden.

Auch darüber hat sich der Spremberger Rentner Dietmar Kormannshaus Gedanken gemacht. Nach seinen Worten würde sich erst dann etwas am aktuellen Zustand der Spree ändern, wenn sich die Fachleute aus dem Bundesland Sachsen an Projekten für einen sauberen Fluss beteiligen.

Es gibt wohl Hoffnung. Denn genau das soll jetzt passieren. Regelrecht erfreut äußert sich der frühere Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze, der seit September für die CDU im Bundestag arbeitet. Den neuen Vorstoß des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), eine enge Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen anzustreben, begrüßt Klaus-Peter Schulze ausdrücklich. Er erinnert sich: "Schon im Jahr 1996 habe ich als Umweltdezernent des Landkreises Spree-Neiße dem damaligen Umweltminister Matthias Platzeck ein enges Zusammenwirken von Brandenburgischen und Sächsischen Umweltbehörden empfohlen, um die Gewässerqualität der Spree in der Lausitzregion zu schützen." Außerdem weist Klaus-Peter Schulze darauf hin, dass die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und viele weitere Bürger bereits im Jahr 2008 mit der erneuten Verfärbung der Spreegewässer auf eine Kooperation mit Sachsen gedrungen hätten.

Als "gute Entscheidung" bewertet Klaus-Peter Schulze die Ernennung des Präsidenten des Brandenburgischen Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Klaus Freytag, zum zentralen Koordinator: So gebe es einen Ansprechpartner fast vor Ort. "Allerdings habe ich den Eindruck, dass diese zusätzliche Aufgabe einen höheren Personalaufwand erfordern wird", stellt der CDU-Bundestagsabgeordnete fest. "Es wird höchste Zeit, das Problem des Eiseneintrags durch die Sanierungstagebaue länderübergreifend zu lösen."

René Wappler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.12.2013

 

Ursache bisher unbekannt ... Gewässerqualität normal ...

 

Rätsel um Tonnen verirrter Fische

Angler aus Neuhausen und Cottbus retten Tiere bis in die Nacht hinein / Umweltamt-Präsident Freude: "Die Wasserqualität stimmt"

Spremberg/Cottbus Die Angler trauen ihren Augen nicht: Massen von Fischen liegen im Hühnerwasser an der Talsperre. Ein Säureschub, die Verockerung der Spree? Die wahrscheinlichste Ursache nach ersten Recherchen am Montag: Es war schnell viel Wasser abgelassen aus der Talsperre.

Nicht alle Fische haben die große Rettungsaktion am Spremberger Stausee überlebt. Foto: Michael Helbig/mih1

Plötze, Rotfeder, Blei, Ukelei ringen neben- und übereinander um ihr Leben. Die bis zu 40 Zentimeter großen Fische liegen im Hühnerwasser und in der Mündung dieses Flüsschens im Talsperrenwasser. Schnell hat am Samstag ein Notruf unter den Anglern die Runde gemacht. Auch der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD), der sich mit Freunden zum Angeln treffen wollte, stand kopfschüttelnd vor den zappelnden Weißfischen. Rund 20 Helfer aus der Großgemeinde Neuhausen und Cottbus versuchten mit Keschern, großen Behältern und Hängern am Wochenende, möglichst viele Fische umzusetzen. "Am Sonntag (29.12.2013) haben wir bis in die Nacht getan, was wir nur konnten", sagt Lutz Senkel, Vorsitzender des Anglervereins Spree Neuhausen.

Von der Hühnerwasser- Mündung etwa in Höhe der Minigolfanlage am Stausee ging es mit den Fischen zum Neuhausener Steg kurz vor der Staumauer, wo die Fische wieder ins Wasser gesetzt wurden. Wie Senkel erklärt, sind die Fische Stauseefische, die bis Bühlow schwimmen.

"Aber irgendetwas muss sie bewegt haben, ins Hühnerwasser in Richtung Quelle wandern zu wollen."

Mike Mihlan aus Bräsinchen, der im Bündnis "Klare Spree" mitarbeitet, befürchtet einen Zusammenhang mit der Verockerung der Spree.
"Folgen die Fische hier instinktiv ihrem Bedürfnis nach mehr Sauerstoff? Haben die Fische jetzt schon zu wenig Nahrung, weil die Mikroorganismen, Kleinlebewesen und die Unterwasser-Flora durch die toxischen Eisenverbindungen zerstört werden?", fragt der junge Mann.

"Wichtigtuerische" Spekulationen helfen nicht weiter...

Der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, schließt aus, dass die Massenabwanderung ins Hühnerwasser auf schlechte Wasserqualität zurückgeführt werden könne. Die stimme. Darauf würden alle stationären Messdaten hinweisen. So liege der Sauerstoffgehalt deutlich über 95 Prozent. Er habe aus der Ferne zunächst einen "Säureschub" vermutet. Doch nach Rücksprache mit dem Bergbausanierer LMBV, der hier Wasser aus einer Grubenwasser-Reinigungsanlage einleitet, gebe es auch dafür keine Hinweise.

Der pH-Wert sei neutral, die Eisenbelastung liege bei minimalen fünf Milligramm. Was für Freude auch einen unmittelbaren Zusammenhang mit der "braunen Spree" – also der Eisenhydroxid-Belastung des Flusses – eher unwahrscheinlich erscheinen lässt.

Henrik Schuhr, Sachgebietsleiter Untere Naturschutz-, Jagd- und Fischereibehörde in Forst, kann eine Ursache durch eine Verschmutzung derzeit noch nicht ausschließen.

"Es ist aber kein Massensterben von Fischen, was wir hier beobachten, sondern eine Massenwanderung. Vom Stausee treibt es die rheophilen Fische, die die Strömung lieben, durch das Rohr ins Hühnerwasser", erläutert Schuhr. Er vermutet, dass das Problem schon vor Heiligabend seinen Anfang nahm:

Weil mit großen Wassermengen aus dem Süden gerechnet werden musste, wurde das Wasser in der Talsperre gesenkt, um genug Speicherkapazitäten zu haben.

"Vielleicht ist dieses Ablassen ein bisschen zu schnell erfolgt", mutmaßt Schuhr.

Das Flüsschen Hühnerwasser stieg im Gegenzug an und lockte strömend die Weißfische, die sich nun zu Zehntausenden durch das schmale Rohr bewegen wollten. Und das Wasser, das aus dem Flüsschen kommt, sei zudem sauerstoffreicher als das Wasser in der Talsperre.

Mindestens fünf Tonnen Fisch sollen die Angler am Wochenende bewegt haben. Und sie wollen die Stelle auch weiter beobachten. "Ein Fischereibetrieb hätte an einem Wochenende nicht so viele Helfer aktivieren können, aber die ansässigen Angelvereine mit dem Landesanglerverband haben das geschafft", lobt Schuhr. Auch der Präsident des Landesumweltamtes bescheinigt den Anglern und Helfern, "genau das Richtige getan zu haben". Offenkundig hätten es die Fische nicht allein geschafft – "aus welchem Grund auch immer", so Matthias Freude. Ihnen zu helfen, sie abzukeschern, in Behälter zu geben und in den Stausee zurückzusetzen – "das hätten wir in einem solchen Fall auch veranlasst". Um die tatsächliche Ursache der großen Abwanderung zu ergründen, müssen jetzt Wasserproben genommen und gründlich ausgewertet werden. Zudem wurde gestern überlegt, die Mündung durch ein Gitter etwas zu entschärfen. Und über das Tempo beim Senken des Wasserspiegels an der Talsperre müsse gesprochen werden. "Aber", betont Henrik Schuhr, "auch wenn ich hier auf der Seite des Naturschutzes und der Fischerei stehe, will natürlich keiner, dass plötzlich Häuser entlang der Spree wieder unter Wasser stehen und Menschen in Gefahr geraten."

Annett Igel und Christian Taubert

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.12.2013

 

Pilotprojekt gegen braune Spree

Bergbausanierer will in Sachsen spezielles Verfahren gegen Eisenocker testen

Cottbus/Dresden Im April (2014) will der Bergbausanierer LMBV ein wissenschaftliches Pilotprojekt zur Reduzierung der Eisen- und Sulfatbelastung der Spree starten. Das Vorhaben durchläuft zurzeit in Sachsen das Genehmigungsverfahren.

Brandenburg und Sachsen lassen der Ankündigung, gemeinsam gegen die braune Spree vorzugehen, erste Taten folgen. Nach ersten Maßnahmen im brandenburgischen Nordteil des Spreegebietes laufen in Sachsen Genehmigungsverfahren für Vorhaben in Burgneudorf, Schwarze Pumpe und Ruhlmühle. Letzteres will Projektträger LMBV im April starten.

Bei dem Modellprojekt Ruhlmühle handelt es sich um ein Verfahren, mit dem Eisen und Sulfat im Boden gebunden werden sollen, um nicht über das Grundwasser in die Spree geraten zu können. Das Gebiet Ruhlmühle im Landkreis Görlitz wurde dafür ausgewählt, weil hier die Eisen-Belastung des Grundwassers 300 bis 400 Milligramm pro Liter beträgt. Drei Milligramm reichen aus, um eine Braunfärbung in Gewässern zu erkennen.

Für Brandenburgs Landesregierung ist es überaus erfreulich, dass der Freistaat Sachsen beim Kampf gegen die braune Spree jetzt mit im Boot sitzt. "Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass Nachhaltigkeit in den Prozess einzieht", erklärt Regierungssprecher Thomas Braune. Aus Sicht des Präsidenten des Brandenburger Landesumweltamtes, Matthias Freude, gehören die neuesten Verfahren in die Lausitzer Bergbaufolgeregion.

 

Im Jahr 2014 stehen für Maßnahmen gegen die Verockerung der Spree neun Millionen Euro aus dem Verwaltungsabkommen mit dem Bund zur Verfügung.

 

Christian Taubert

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.01.2014

 

 

Klaus Zschiedrich ist neuer Chef des Bergbausanierers LMBV

Senftenberg. Zum 1. Januar ist Klaus Zschiedrich zum neuen Chef des Bergbausanierers LMBV berufen worden.

 Der 52-jährige Klaus Zschiedrich arbeitete auch bisher beim Lausitzer Bergbausanierer

 

 

Wie die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Ver­waltungsgesellschaft bekannt gab, hat Zschiedrich

den Vorsitz der LMBV- Geschäftsführung übernommen und ist gleichzeitig Technischer Geschäftsführer.

Er folgt auf Mahmut Kuyumcu, der altersbedingt nach 13 Jahren aus der Geschäftsführung ausgeschieden war. Bl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.01.2014

 

Gräbendorf - Anrainer gegen Eisenschlamm

Vetschau. Die Verwaltungs­chefs von Drebkau (Spree-Neisse), Vetschau und des Amtes Altdöbern (beide Oberspreewald - Lausitz) haben Proteste für den Fall angekündigt, dass Bergbausanierer LMBV Eisenhydroxidschlamm in den Gräbendorfer See einleitet. Sogar eine Demonstration vor dem LMBV-Sitz in Senftenberg schließt Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) nicht aus.

Ob Eisenhydroxidschlamm eingeleitet wird, ist noch offen.red/ski

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.01.2014

"Keine Experimente am Gräbendorfer See"

Altdöbern, Drebkau und Vetschau gegen Eisenhydroxid- Ablagerung im Gewässer/ Demonstrationen angedroht

Vetschau/Altdöbern/Casel Was einen Wunsch für das noch junge Jahr angeht, sind sich Bürgermeister Bengt Kanzler (Vetschau) und Dietmar Horke (Drebkau) sowie der Altdöberner Amtsdirektor Detlef Höhl einig. Sie zeigen keinerlei Verständnis für Überlegungen des Bergbausanierers LMBV, den Gräbendorfer See als mögliches Absatzbecken für Eisenhydroxidschlamm (EHS) zu nutzen.

                                                       

Der Gräbendorfer See hat sich als Naherholungsgebiet etabliert. Radlern, Skatern, Seglern, Surfern aber auch Anglern und Tauchern bietet der Solitärsee beste Bedingungen. Und die touristische Entwicklung schreitet voran: Die Altdöberner Uferseite soll demnächst infrastrukturell aufgepeppt werden in Casel (SPN) entsteht ein Umwelt- und Begegnungszentrum. Foto: Uwe Hegewald/uhd1

Die Eisenhydroxid-Verspülung in Tagebaurestgewässer ist eine von mehreren Optionen, die die LMBV in Sachen Ockerschlammbeseitigung verfolgt. Im Rahmen der Sofortmaßnahmen gegen eine zunehmende Verockerung der Spree untersucht die LMBV mehrere Varianten. Überrascht zeigten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Gräbendorf/Greifenhain, als sie kürzlich mit der Lösungsvariante konfrontiert wurden, den Gräbendorfer See als EHS-Absatzbecken zu legitimieren. "Dem Greifenhainer Fließ kommt als Spreewaldzufluss eine bedeutende Rolle bei der Eisenbekämpfung zu. Eine Einbeziehung des Gräbendorfer Sees in dieses Projekt wird geprüft. Es handelt sich jedoch nicht um eine Lösungsvariante, die wir favorisieren", erklärte Sven Radigk den Teilnehmern des Arbeitskreis-Treffens. "Wir sehen uns jedoch dazu verpflichtet, alle Optionen auf Tragfähigkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen", so der LMBV-Fachreferent Planungsgebiet Lausitz.

Eine von drei Lösungsvarianten sieht die Rückführung eisenhaltigen Grundwassers aus dem Zwickelbereich zwischen Einmündung des Buchholzer Fließes in das Greifenhainer Fließ, durch Wasserfassung (Brunnen) und dessen Abführung über eine Rohrleitung zur Tiefeneinleitung in den Gräbendorfer See vor. Dieser Vorschlag schmeckt den Anrainerkommunen gar nicht: "Den Gräbendorfer See als Absatzgewässer zu nutzen, scheidet aus", erteilt Bengt Kanzler den Überlegungen eine klare Absage. "Andere Varianten, wie etwa das Reaktivieren der Grubenwasserreinigungsanlage in Wüstenhain erscheinen greifbarer", betont der Vetschauer Bürgermeister. Bei seinem Amtskollegen (beide parteilos) aus Drebkau findet er uneingeschränkte Zustimmung: "Dass ein See mit einer so außergewöhnlichen Wasserqualität für solche Vorhaben missbraucht wird, dürfte nicht einmal in Erwägung gezogen werden", tadelt Dietmar Horke. Das Drebkauer Stadtoberhaupt warnt: "Die Überlegungen widersprechen jeglicher touristischen Entwicklung, mit der wir am Gräbendorfer See schon so weit vorangekommen sind." Investoren würden zurücktreten und Seebesucher dem Gewässer fern bleiben, warnt er. Altdöberns Amtsdirektor Detlef Höhl teilt die Meinungen seiner Amtskollegen: "Die Wasserqualität und die Entwicklungen an den Ufern der Anrainerkommunen dürfen nicht gefährdet werden. Da müssen andere Lösungen her", lautet seine Forderung.

Gegenüber der RUNDSCHAU erklären sich Detlef Höhl, Dietmar Horke und Bengt Kanzler zur Solidarität verpflichtet. Eisenhydroxid habe im Gräbendorfer See nichts zu suchen, betonen sie und kündigen energischen Widerstand an. "Notfalls mit Demonstrationen vor dem LMBV-Verwaltungsgebäude in Senftenberg", untermauert Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler die Forderung: "Keine Experimente am Gräbendorfer See."

Zum Thema:
Hans-Joachim Thierbach, Vorsitzender des 1991 gegründeten Arbeitskreises Gräbendorf/Greifenhain kann es sich ebenso nicht vorstellen, gehobenes ockerhaltiges Grundwasser in den Gräbendorfer See zurückzuführen. "Wir wollen, dass das Wasser in dieser Qualität erhalten bleibt und das zarte Pflänzchen Tourismus nicht zertreten wird", sagt er. Der Regionalmanager, der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) "Energieregion im Lausitzer Seenland" ist Anfang des Jahres von dieser Funktion in den Ruhestand getreten.

Uwe Hegewald / uhd1

 

Quelle:Lausiter Rundschau, 08.01.2014

 

"Wir können heute die Phänomene erklären"

Der neue LMBV-Chef Klaus Zschiedrich im RUNDSCHAU-Interview über Ruhestand, gesperrte Kippenflächen und Eisenhydroxid-Belastung

An Ruhestand denkt der gelernte Lausitzer Bergmann Klaus Zschiedrich noch lange nicht. Mit 62 Jahren hat er gerade den Posten des Technischen Geschäftsführers der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) übernommen. In einer Zeit, da der Bergbausanierer zusätzliche "Baustellen" bearbeiten muss. Im RUNDSCHAU-Interview nimmt das Urgestein der LMBV dazu Stellung.

Mit 62 Jahren bereiten sich viele auf den Ruhestand vor. Was bewegt Sie, jetzt richtig Gas zu geben?

Sicher müssen sich viele Menschen auf den Ruhestand vorbereiten. Ich habe aber die Chance bekommen, am Ende meiner Laufbahn die LMBV in die Zukunft zu führen. Es ist aus meiner Sicht schon bedeutsam, nach vielen Jahren im Unternehmen seine Erfahrungen, sein Wissen und vielleicht auch die erworbene Abgeklärtheit für wichtige Prozesse einbringen zu können. Ich freue mich und bin gespannt auf die neue Aufgabe.

Herr Zschiedrich, Sie sind ein Urgestein der LMBV. Ist es ein Vorteil, von Anfang an dabei gewesen zu sein?


Wer fremd kommt, hat keine Bindungen, aber auch keine Vorurteile. Dennoch hoffe ich auf die Vorteile, die Entwicklung in den einzelnen Bereichen gut zu kennen. Auch die Verbindungen zu allen Entscheidungsträgern in Bund und Ländern gehören dazu. Deshalb werde ich diese Funktion sicher ohne lange Einarbeitungszeit ausfüllen können.

Sie übernehmen Tausende Hektar gesperrter Flächen, die schon für Landwirtschaft oder Tourismus freigegeben waren. Hätten Sie mit dieser Entwicklung gerechnet?

Vor fünf, sechs Jahren hätte ich mit einem Nein geantwortet. Aber im Januar 2011 haben wir aufgrund mehrerer Rutschungen sanierter Flächen in der Lausitz all unsere Experten zusammengeführt, um Grundprobleme der Geotechnik bei der Gestaltung der Innenkippen zu überdenken. Immerhin waren die Rutschungen mit dem bisherigen Wissen nicht zu erklären. Und das, obwohl der komplette Sachverstand nach umfangreichen Forschungen etwa im Jahre 2001 einig war, dass wir alles über Mechanik und Physik der losen Sande wissen.

Das war aber nicht der Fall . . .Nein, wir mussten erkennen, dass die bisherige Vorgehensweise bei der Sicherung von Innenkippen zwar den gültigen Regeln der Technik entsprach, aber doch Wissenslücken offenbarte. Für mich war dabei wichtig, dass dies offen ausgesprochen wurde. Und dass wir uns einig waren, die Forschungen dazu wieder aufzunehmen.

Wie weit sind Sie mit der Ursachenforschung?

Wir sind so weit gekommen, dass wir die Phänomene weitestgehend erklären können. Die Ergebnisse der jetzt vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen und Versuche im Labormaßstab sowie 2013 auch im Feld stimmen optimistisch, dass wir Lösungen gefunden haben und in eine Regeltechnologie überführen können.

Ein neues Verfahren, um sanierte Kippenflächen sicher zu bekommen?

Ja, es geht um das schonende Sprengen. Dabei wird mit wenig Ladung eine Verdichtung erzeugt, bei der auch Gaseinschlüsse aus der Kippe entweichen können. Die Auswirkungen auf die Geländeoberfläche sind so, dass wir nicht komplett neu mit der Rekultivierung beginnen müssen. Die neue Technologie hat sich in allen Feldversuchen bewährt. Das macht mich für die Zukunft zuversichtlich. Wir werden es aber nicht schaffen, in fünf Jahren alle Flächen zu stabilisieren und nachfolgend freizugeben.

Wie steht es um die Entschädigungszahlungen?

Die Schäden der Jahre 2011 und 2012 haben wir weitestgehend beglichen. Insgesamt haben wir alle berechtigten Schadenersatz-Ansprüche in Bearbeitung. Landwirten haben wir zudem Abschlagszahlungen angeboten – und prüfen das Bereitstellen von Austauschflächen.

Jüngstes Thema ist die Eisenhydroxid-Belastung der Gewässer. Ist das Problem unterschätzt worden?

Wir wussten, dass das Problem auf uns zukommt. Die Bergbaufolgeseen sind von uns frühzeitig darauf ausgerichtet worden. Die Wasserqualität wird bei Beendigung der Gewässerherstellung in der Regel die behördlich festgelegten Ausleitwerte erreichen. Neben dem Grundwasser-Wiederanstieg besteht unser Hauptproblem aber in den erhöhten Niederschlagsmengen der letzten drei, vier Jahre. Hydrologen sprechen teilweise von einem Grund-Hochwasser.

Sie haben also später mit der aufsteigenden Eisenfracht gerechnet?

Ja, unsere Prognosen haben die hohen Grundwasserstände erst für 2016/17 erwartet. Das ist jetzt deutlich früher eingetreten. Was die reine Grundwasserstandhöhe betrifft, da haben wir projektbezogen gut reagieren können. Zum Beispiel mit Filterbrunnensystemen in Hoyerswerda und Senftenberg. Ein anderes Problem ist die Grundwassergüte. Durch die Belüftung des Kippenbodens entsteht aus unlöslichen Eisenverbindungen wasserlösliches Eisenhydroxid. Das wussten wir. Was wir aber nicht wussten und uns auch alle Fachleute nicht sagen konnten, war, wo die Fließgewässer eine Verbindung zu den Grundwasserleitern bekommen und damit diffuse Eiseneinträge stattfinden. An der kleinen Spree sind es zum Beispiel nur wenige Hundert Meter, auf denen aber hohe Eisenfrachten unterwegs sind.

Jetzt gibt es erste Maßnahmen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Doch das wirft die Frage auf, wohin mit dem Ockerschlamm? Die Anwohner des Gräbendorfer Sees haben schon gesagt, bei uns nicht.

Der Schlamm ist nicht giftig, aber man muss ihn dauerhaft unter Einhaltung der abfallrechtlichen Vorgaben verbringen. Eine Möglichkeit wäre, ihn in bestehende Seen am Boden tief einzuspülen. Die Schlammschicht ist auch basisch und beeinflusst die Gewässergüte durch die vorhandene Pufferkapazität positiv ohne nachhaltige negative ökologische Auswirkungen.

Also ist das eher ein psychologisches Problem, wenn Anwohner das nicht wollen?

Seit Mitte der 1990er-Jahre wurde in Spreetal-Nordost der gesamte Eisenhydroxid-Schlamm aus der Grubenwasserreinigung von Vattenfall in Schwarze Pumpe eingespült. Das ist heute noch so und das Monitoring stützt dies. Der Eisenschlamm aus der Grubenwasserreinigung Rainitza wird in den Großräschener See eingespült. Auch da sehen Sie nichts, weil es technologisch richtig gemacht wird und einer permanenten Überwachung unterliegt.

Bekommen sie dafür zusätzlich Geld, oder muss das aus dem vorhandenen Budget kommen?


Es wird mehr kosten als ursprünglich veranschlagt. Aber für den Zeitraum bis 2017, der durch das fünfte Verwaltungsabkommen gesichert ist, sind alle notwendigen Projekte ausreichend finanziert. 2013 haben wir dafür rund acht Millionen Euro ausgegeben. In diesem Jahr werden es neuneinhalb bis zehn Millionen Euro sein.

Um das Jahr 2000 schien schon ein Ende der LMBV in Sicht. Dann traten mit Rutschungen und Spreeverockerung neue Probleme auf. Wie lange wird es die LMBV noch geben?

Bis 2017 werden wir bei der Bewältigung der Verockerung deutliche Fortschritte machen. Aber insgesamt sehen wir bis weit über 2020 noch nicht, dass unsere Arbeit beendet sein wird.

Mit Klaus Zschiedrich

sprachen Simone Wendler und Christian Taubert

Zum Thema:


Klaus Zschiedrich (62) kehrte nach einem Maschinenbau-Studium 1975 in den Lausitzer Braunkohlenbergbau zurück und arbeitete seitdem in verschiedenen Leitungsfunktionen in der Instandhaltung und Technik. Im Jahr 1996 wurde er zum Prokuristen und Länderbereichsleiter Ostsachsen der LMBV berufen. Er leitete in Hoyerswerda die Bergbausanierung im ostsächsischen Revier. Seit 1999 fungierte er in Berlin und Senftenberg als Bereichsleiter des Ingenieurbereiches Sanierung der LMBV. Dies war damit verbunden, die bergrechtliche Verantwortung als Chefingenieur wahrzunehmen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.01.2014

 

Wohin mit dem Ockerschlamm?

LMBV-Chef kündigt Konzept an / Neue Erkenntnisse zu Rutschungen auf Kippenflächen

Senftenberg/Cottbus Seit Monaten sorgen sich Lausitzer um die braun verfärbte Spree. Die Ursache: Eisenhydroxid, das sich im Schlamm festsetzt. Der Ockerschlamm muss raus. Doch wohin damit? Die LMBV hat jetzt eine Lösung angekündigt.

"Schachtlegung" heißt das Gemälde, das es dem Bergmann Klaus Zschiedrich angetan hat und das ihn über Jahrzehnte bis ins Büro des LMBV-Chefs begleitet hat. Foto: Christian Taubert

 

Im Kampf gegen die "braune Spree" hat LMBV-Geschäftsführer Klaus Zschiedrich Lösungen auch für den anfallenden Ockerschlamm in Aussicht gestellt. Im RUNDSCHAU-Interview erklärte er, dass mit den Bergbehörden in Brandenburg und Sachsen bereits ein erstes Konzept entwickelt worden sei, wohin der Eisenhydroxidschlamm verbracht werden könne. Danach werde zwischen Schlamm aus Fließen oder aus Reinigungsanlagen unterschieden.

Zschiedrich versicherte: "Bis März nächsten Jahres (2015) werden wir ein Konzept für die Lagerung des gesamten Schlamms im Bereich der Spree vorlegen." Seinen Angaben zufolge werden alle Betroffene beteiligt, die dann Vorteile und Nachteile abwägen könnten.

In dem Interview räumt der LMBV-Chef zudem ein, dass das Phänomen der Rutschungen auf sanierten Kippenflächen heute erklärt werden könne. Wieder aufgenommene Forschungen hätten letztlich zu Lösungen geführt. Doch das daraus resultierende neue Verfahren des schonenden Sprengens, mit dem bereits freigegebene und im Nachhinein gesperrte Kippenflächen sicher gemacht werden müssen, brauche Zeit.

"Das ist in fünf Jahren nicht zu schaffen", sagt Klaus Zschiedrich. Dennoch würden auch in diesem Jahr wieder 500 Hektar Fläche übergeben.

 Christian Taubert und Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.01.2014

 

Tagung zur Eisenspree in Cottbus geplant

Cottbus/Spremberg. Der Eisengehalt der Spree soll Thema einer

Fachtagung am 25. Februar (2014) an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus

sein.

In den kommenden Jahren soll der Eisengehalt des Flusses um zehn bis 15 Prozent reduziert werden.

Das erklärt der Fachbe­reichsleiter für Ordnung und Si­cherheit im Spremberger Rathaus, Frank Kulik. Nach seinen Worten wird dies jedoch nicht für ein sichtbares Ergebnis genügen. "Wir stehen erst am Anfang", sagt er. "Das Problem wird uns wohl über Jahrzehnte beschäftigen."

Vor einer Woche trafen sich in Spremberg Experten zu einer Be­ratung, von der Frank Kulik be­richtet: "Wir konnte unsere Prob­leme nachvollziehbar darlegen." An der Beratung nahmen unter anderem Mitarbeiter des Landes­amtes für Bergbau und Geologie sowie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau -Verwaltungsgesellschaft teil.  wr

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.01.2014

"Wir haben unseren Lausitzer Schatz gehoben"

Brandenburgs Bergamtschef Klaus Freytag zum wissenschaftlichen Symposium "Spreeverockerung"

Die Spree und ihre Zuflüsse sind zunehmend mit Eisenoxidverbindungen und Sulfat belastet. Ursache dafür: Stoffausträge über aufsteigendes Grundwasser aus früheren Bergbaugebieten in der Lausitz. Ein international besetztes Symposium an der BTU Cottbus-Senftenberg hat am Dienstag Wissensstand, Ursachen, Lösungswege und Forschungsbedarf zum Thema erläutert. Die RUNDSCHAU fragte den Präsidenten des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Klaus Freytag.

Was kann das Symposium für eine saubere Spree leisten?
Das Symposium hebt einen Schatz in der Lausitz – unseren eigenen Wissenschaftsschatz. Den wir übrigens seit zehn Jahren nicht poliert und nicht gepflegt haben. Damit bringt es den Urgedanken der BTU Cottbus wieder nach vorn: den Umweltgedanken von Anfang der 1990er-Jahre. Es gab gute Professoren, gute Lehrstühle, gute Forschungsergebnisse, aber auch eine Zeit der Beruhigung. Niemand hat mehr an die junge Pflanze gedacht. Jetzt muss die neue BTU Cottbus-Senftenberg daran anknüpfen.

Schafft sie das allein?
Wir haben so viel Potenzial in Berlin/Brandenburg bis Dresden. Und es gibt reihenweise wissenschaftliche Lösungsansätze, die es zu verfolgen gilt. Das Symposium hat gezeigt, dass wir uns keine Sorgen machen brauchen, Forschungsaufträge und Institute mit einem klaren Auftrag generieren zu können.

Hat es auf dem Symposium den Lösungsansatz gegen Eisenocker gegeben?
Die eine Lösung haben wir nicht. Aber hier ist auch deutlich geworden, dass wir etwa zehn Lösungen im Blick haben, die fallweise zur Anwendung kommen können. Die Wissenschaftler haben aber auch deutlich gemacht, dass es noch Forschungsbedarf gibt. Das System ist noch nicht komplett durchdrungen.

Müssen Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre korrigiert werden?
Ja, die hat es durchaus gegeben. Fest steht heute, dass der Ausstieg aus Grubenwasser-Reinigungsanlagen viel zu zeitig erfolgt ist. Man ist sicher auch viel zu schnell in Landveräußerung gegangen. Der Sanierungsbergbau hat seine rekultivierten Liegenschaften – dem Auftrag des Bundes folgend – vielleicht zu zügig abgegeben, sodass heute wenig Spielraum für nachträgliche Sanierungsa