An dieser Stelle stehen künftig ständig aktualisierte Informationen zum

 

sich

 

abzeichnenden Klimawandel und seine Auswirkungen auf die

 

 

 

 

 

 

Erde, Deutschland und die Lausitz

 

und zum

 

UN - Klimabericht 2007 (Teil 1 - 4) und Folgenden

(einschließlich wissenschaftlicher Meinungen zu diesen Berichten) 

 

 

 

 

Die Lausitzer Rundschau  schreibt am 16.06.2003 zum Thema „Umweltdaten“

 

 

Viel Interesse an Umweltdaten 

 

Potsdam. Das Interesse der Brandenburger an aktuellen Umweltdaten ist ungebrochen. Das von seinem  Ressort für diesen Bereich eingerichtete Internetportal erfreue sich großer Beliebtheit, antwortet Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage. Im vergangenen Jahr seien die Seiten mehr als 250 000 Mal von Nutzern angeklickt worden. Das Landwirtschafts- und Umweltinformationssystem umfasse rund 2500 Seiten zur gesamten Umweltthematik.

 

 

Leider  wurde vergessen die entsprechende Internet-Adresse mitzuteilen; das will ich an dieser Stelle nachholen:

 

www.brandenburg.de/land/mlur/

 

 

Ein Hinweis zu einer Fundgrube für weitere Informationen:

 

 

Bücher übers Wetter in der Bibliothek

 

COTTBUS. Regelmäßig auftretende Naturkatastrophen - wie das Hochwasser dieses Sommers - geben Anlass, öfter über Wetter und Klima zu sprechen.
In der Stadt- und Regionalbibliothek kann man sich auch zu diesem Themen bereich informieren.

 

 

Allein zum Thema Naturkatastrophen gibt es vielfältiges Material in Form von Büchern, Videos und Zeitschriftenartikeln. In der zweiten Etage der Zentralbibliothek findet sich Literatur zu Klima, Klimawandel, globaler Erwärmung, Klimageschichte, Wasser und Wassernutzung. Ebenso kann hier das so genannte "Kyoto-Protokoll" nachgelesen werden. Eine Fundgrube für Informationen ist der 700 Seiten starke Titel "Lebensraum Erde", aktuell ist das "Jahrbuch Ökologie 2002".

 

Wer über einen Internetanschluss verfügt, kann unter

 

www.bibliothek-cottbus.de

 

im Bibliothekskatalog nachschauen.

 

 

Öffnungszeiten:

 

Montag von 13 bis 18 Uhr,

Dienstag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 18 Uhr,

Freitag von 10 bis 19 Uhr und

Samstag von 10  bis 14 Uhr.

 (pk/pm)

 

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Ist die Lausitz – eine Region der Wetterextreme ?  

 

Mit dieser Frage setzte sich am 29.06.2006 die „Lausitzer Rundschau“ auseinander:

 

 

 

Die Lausitz ­ eine Region der Wetterextreme

 

Bundesweit größtes Temperaturgefälle

 

COTTBUS. Die Lausitz verzeichnet in diesem Jahr bundesweit die bisher größte Temperaturschwankung. In Bad Muskau im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL) lagen zwischen dem tiefsten Wert im Januar und dem höchsten im Juni fast 55 Grad.
Am Dienstag entlud sich die Hitze in einem kräftigen Gewitter.

Laut Deutschem Wetterdienst wurden in Bad Muskau am 23. Januar 22,4 Grad minus, am 26. Juni 32,2 Grad plus gemessen. In keiner anderen Messstelle sei in diesem Zeitraum ein so großer Unterschied festgestellt worden. Im Juni erlebte Bad Muskau acht "heiße Tage" mit über 31 Grad. Das habe es zuletzt 2000 gegeben.

Bei einem Gewitter am Dienstag fielen in der Region in zwei Stunden 19 Liter Regen auf den Quadratmeter. In Bärwalde (NOL)
riss eine 20-KV. Leitung. Darauf fiel im Ort eine Stunde der Strom aus. Mit dem Schrecken davon kam eine Familie in Bohsdorf (Spree-Neiße), nachdem ein Blitz einen Wohnungsbrand ausgelöst hatte. (Eig. Ber./dpr)

PANORAMA

Dazu ausführlich:

Zwischen Eiszeit und Hitzewelle
An der Neiße prallen die Extreme aufeinander color:white'>Min

 

VON DANIEL PREIKSCHAT

Werner Gottschling fährt auf einem Schotter­weg durch typisch Lausitzer Landschaft. Kie­fernwald auf sandigem Boden. Hinter dem Waldstück hält der 72-jährige Rentner vor dem Bad Muskauer Klärwerk, drei Kilometer nordöstlich der Kurstadt gelegen, geht zu der . kleinen Wetterstation auf einer Rasenfläche und liest die Temperatur ab: 25,1 Grad. "Vergleichsweise kühl", sagt er. Der Juni 2006 sei noch nicht zu Ende und weise schon acht "heiße Tage" auf. So nennen Meteorolo­gen Tage, die es auf einen Temperatur-Spitzenwert von mindestens 31 Grad bringen.

Seit 1995 arbeitet Gottschling ehrenamtlich für den Deutschen Wetterdienst in Leipzig, der die Station 1995 in günstiger Lage gebaut hat: Daten zu Temperatur, Sonneneinstrahlung und Niederschlag gehen automatisch online an den Wetterdienst in Leipzig. Gottschling fügt täglich seine "visuellen Beobachtungen" hinzu, wie er sagt, über Wolkenbil­dung und Windstärke.

Zweifellos gehöre die Lausitz als Region deutschlandweit zu den Spitzenreitern bei den Temperaturschwankungen, sind sich Deutscher Wetterdienst und Jörg Kachel­manns Wetterdienst Meteomedia einig.

 

Zwei Gründe führen die Meteorologen an:

 

Zum einen das Kontinental-Klima: Die Lausitz liegt so weit vom Meer entfernt, dass sie nichts abbekommt vom mäßigenden Einfluss des Meeres, das Sonneneinstrahlung aufnimmt und sich selbst erwärmt, weniger die Luft über sich. Im Winter gibt das Meer gespeicherte Sommer-Hitze ab - ein erwärmender Effekt, von dem die Lausitz nichts hat. Zum anderen der sandige Untergrund: "Er gibt kaum Feuchtigkeit an die Luft ab, anders als etwa 'Lehmböden. Da verdunstet nichts", so Thomas Globig von Meteomedia. Die thermische Wirkung zeige sich besonders deutlich in ehemaligen Tagebaugebieten, in denen das Grundwasser abgesenkt wurde. So. wissen erfahrene Paraglider, dass die Lausitz der einzige Landstrich ist, in dem sie ihrem Sport ohne Berge frönen können.

 

40 Grad Hitze in Südwest-Deutschland

 

Ähnliche Heiß-Kalt-Wechselbäder wie die Lausitzer müssen vor allem die Bewohner Südwest-Deutschlands über sich ergehen lassen, sagt Uwe Kirsche, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach (Hessen)

 

In Karlsruhe, Freiburg und Germersdorf in der Oberpfalz litt die Bevölkerung 1983 unter Sauna-Temperaturen von 40,2 Grad., Kirsche: "Da braucht es nur zehn Grad minus im Winter und sie sind wie in der Lausitz bei einer Temperaturschwankung von 50 Grad.".

Für Bad Muskau, so der erfahrene Wetterfrosch Werner Gottschling, den alle nur "Kachelmann" nennen, lasse sich sogar eine noch größere Spannbreite der Temperaturen nachweisen als nur eine von 50 Grad. Allerdings müsse man dazu weit in die Geschichte der Wetterdaten-Sammlung zurückblicken. "Im Juli 1954", sagt Gottschling mit Blick in seine Chronik, ;,herrschten in Bad Muskau 38,2 Grad." Und in einem Februar - Gott­schling weiß leider nicht mehr in welchem Jahr das war - zeigte das Thermometer 27,6 Grad unter Null. Wer diese" historischen Werte vergleicht, kommt sogar auf 65,8 Grad Temperaturschwankung.

 

Die Hatz nach Rekordwerten sei jedoch nicht das Ziel des Deutschen Wetterdienstes, betont Roland Baehr, Leiter der regionalen Messnetzgruppe in Leipzig. Die Wetterstationen müssen Standortvorgaben entsprechen und an einem Platz installiert sein, der regionaltypisch ist. Zuverlässige Messungen in langen Reihen - darauf komme es an. So habe der Wetterdienst in Abständen von 50 Kilometern seine eigenen Messstellen eingerichtet, die zum Teil von Ehrenamtlichen wie Werner Gottschling betreut werden. Die Basis-Station der Lausitz sei in Gölitz eingerichtet. "In Hoyerswerda", kündigt Baehr an, "wollen wir 2007 zu Stühle kommen und ebenfalls eine Wetterstation einrichten."

 

Entladung nach großer Hitze

 

Sind die Lausitzer nun zu beneiden oder zu bemitleiden für die herrschenden Wetter-Extreme? "Weder noch", sagt Roland Baehr. In Deutschland habe jede Region ihre Freude und Nöte mit dem Wetter.

 

Im Grunde sei es eben überall "mitteleuropäisch, die Unter­schiede im Vergleich nicht so gravierend".

Den Hitze-Kälte-Kontrast in der Lausitz gebe es seit Jahrhunderten. Längst haben sich Menschen, Flora und Fauna darauf eingestellt.

 

Werner Gottschling kann dem vor Ort nicht ganz zustimmen: "Das mit der Temperatur­schwankung, das ist schon, nicht ohne. Für wetterfühlige. Menschen ist. das jedenfalls nichts." Die vielen heißen Tage in diesem Juni hätten ihm selbst schon etwas zu schaffen gemacht. "Da waren ja um zehn Uhr abends noch fast 30 Grad. Das ist nicht normal."

Dienstag konnte Gottschling statt hoher Temperaturen endlich hohe Niederschlags­mengen messen. In Bad Muskau fielen in zwei Stunden 19 Liter auf den Quadratmeter. In Bärwalde riss eine 20-KV-Leitung. Der Ort blieb eine Stunde ohne Strom. In Bohsdorf am Felixsee schlug der Blitz in einen Schornstein ein und löste einen Wohnungsbrand aus. Die Feuerwehr, so Ortsbürgermeister Gerhard Thiel, bekam den Brand schnell in den Griff. Niemand wurde verletzt.

 

Nach ersten Schätzungen von Meteorologen haben die Menschen den heißesten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. "Unsere Hochrechnungen gehen eindeutig in diese Richtung", sagte gestern der Klimatologe Reik Schaab vom Deutschen Wetterdienst.

 

Nach vorläufigen Berechnungen liege die durchschnittliche Juli-Temperatur (2006) bei etwa 22 Grad und damit um fünf Grad über dem langjährigen Mittel.

 

In der Lausitz wurden dabei mehrfach Spitzenwerte oberhalb von 35 Grad gemessen.

 

(dpa/red/ab)

 

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"Wir sind mitten in einem Klimawandel, daran ist nichts zu deuteln" , sagt Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg.

 

(Anmerkung d. Verfassers: ohne Kommentar)

 

 

Unter der Überschrift: 

 

So lebt Deutschland bald jedes Jahr im Tropensommer?

 

schreibt die BamS vom 30.07.2006 Folgendes:

 

 

Hamburg - Leichte Kleidchen, laue Nächte und Badespaß sorgen für Urlaubsgefühle direkt vor der Haustür. Das Wasser der Flüsse und Seen in Deutschland ist warm, Nord- und Ostsee sind nicht weit. Die Deutschen sitzen im Freien, grillen, feiern. Doch Lust und Frust liegen in diesem Supersommer dicht beieinander. Hitze macht auch schlapp. Viele Menschen können nicht richtig schlafen, sind gereizt. Besonders alte Menschen leiden unter der schwülen, drü­ckenden Witterung. Mindestens zwei Hitzetote gab es bei uns, in anderen Ländern wie Frankreich sogar Dutzende.

 

2006 hat einen Tropensommer wie man ihn in Indien, Thailand oder Afrika fürchtet, er wird vermutlich noch heißer als der Rekordsommer 2003.

 

Allein der Juli war mit  22,1 Grad Durchschnittstemperatur bereits der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und Wissenschaftler sind überzeugt: In Zukunft müssen wir uns an solche Sommer gewöhnen:

 

In absehbarer Zeit bekommen wir jedes Jahr einen solchen Tropensommer.

 

"Die Natur zeigt uns in diesem Jahr ihre Folterwerkzeuge: Doch der Tropenschock 2006 ist erst der Anfang", prophezeit Klimaforscher Dr. Mojib Latif. "Mit der weltweiten Erwärmung werden in Deutschland heiße Sommer immer häufiger und heftiger auftreten." Und das Rad dreht sich schneller und schneller.

 

Latif weiter: "Die Hitze führt zu einer höheren Wasserverdunstung. Das bedeutet: heftige Regenfälle und tropische Stürme! Wir müssen mit den gefährlichen Wetter-Extremen leben lernen."

Dabei macht manchen der Vorgeschmack dieses Jahres schon Sorgen: Die magische 30­Grad-Grenze auf dem Thermometer wurde wochenlang überschritten. Deutschland vertrocknet: Grüne Rasenflächen verbrennen zu Stroh, fruchtbare Erde löst sich in Staub auf und verweht im Wind. Ackerböden trocknen aus, Asphalt auf den Straßen verflüssigt sich, und Flüsse trocknen aus. Dann wird plötzlich ganz Deutschland geduscht. Wasserwände fallen wie Kulissen aus den Wolken, schwere Gewitter wüten. Doch der Regen bringt kaum Abküh­lung. Die Feuchtigkeit hängt nach dem Regenguss wie ein nasses Handtuch in der Luft.

 

Tropische Schwüle lähmt die ganze Republik.

 

Solche Tropensommer werden in den nächsten Jahren zunächst immer häufiger auftreten - und in einigen Jahrzehnten die Regel sein. Zwischen den Mega-Sommern 2003 und 2006 durften wir nur kurz aufatmen. 

 

Experte Latif: "Vielleicht wird auch der Sommer 2007 wieder im normalen Rahmen liegen. Aber die Zukunft ist heiß. Sehr heiß!"

 

Auch bei der Umweltakademie in Baden-Württemberg werden die meteorologischen Extrem-Er­eignisse ausgewertet. Danach ballten sich die zehn heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den Jahren zwischen 1990 und 2005. Die durchschnittliche Lufttemperatur im Südwesten Deutschlands hat seit 1950 um 1,5 Grad zugenommen. Das internationale Gremium der Klimawissenschaftler (IOPCC) erwartet, daß die Temperaturen der Erdoberfläche bis zum Jahr 2100 um 5,8 Grad ansteigt. Die Folgen wären katastrophal!

 

"Durch die Erwärmung wird der Wasserkreislauf in der Atmosphäre intensiviert", erläu­tert Vassilis Kolokotronis, Wasserexperte der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Baden­Württemberg. Das bedeutet: "Die ruhigen Zeiten sind für immer vorbei!" Der Diplomingenieur meint Überschwemmungen und Hochwasserlagen, die wir bisher nur aus Ländern wie Bangladesch kennen. Die Extreme hängen alle mit einem Gas zusammen, das wir jedesmal in die Luft blasen, wenn wir mit dem Auto fahren oder Strom verbrauchen: Kohlendioxid (CO2). Es entsteht, wenn fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Benzin verfeuert werden. "Der Mensch hat die Wettermaschine durch den hohen CO2-Ausstoß angeschmissen", sagt Dr. Latif. "Jetzt fahren wir mit Vollgas in eine heiße Zukunft:'

 

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Palmen bald auf Helgoland

 

 

            

 

In der Landwirtschaft hat der Kampf gegen den Klimawandel schon begonnen. "Es werden lau­fend neue Pflanzensorten gezüchtet, die besser mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen", sagt Professor Hans-Joachim Weigel, Präsident der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig. Dazu zählen insbesondere Roggen und Wei­zen.

Doch schon bald werden auch fremde Nutzpflanzen auf deutschen Feldern wachsen. Weigel: "Der Anbau von Soja könnte in rund 30 Jahren in Deutschland möglich sein." Hinzu kommt Gemüse, das bislang eher im Mittelmeerraum zu Hause ist. "Für Tomaten oder Paprika werden die Bedingungen hier optimal sein", so Pflanzenexperte Professor Donat-Peter Häder von der Uni Erlangen-Nürnberg. "Allerdings muß man in besonders trockenen Regionen wie Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern für künstliche Bewässerung sorgen." Selbst Orangen- und Zitronenbäume oder Palmen können künftig in besonders milden Regionen Deutschlands überleben. "Dazu zählen zum Beispiel die Nordsee­insel Helgoland und geschützte Küstenstreifen, in denen die Temperatur dank der relativ warmen Nordsee auch im Winter kaum mehr unter den Gefrierpunkt sinkt", so Häder.

 

Gute Aussichten auch für Deutschlands Winzer: Ein Wein von der Schlei in Schleswig­Holstein? Häder: "Für unsere Kinder und Enkel wird das eine Selbstverständlichkeit sein." Sogar Rebsorten wie Syrah, Cabernet Sauvignon oder die ita­lienische Nebbiolo-Traube können bald an Rhein und Mosel gedeihen. "Schon jetzt laufen Freilandversuche mit diesen Rebsorten", bestätigt Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes.

 

Der Klimawandel bringt aber auch Probleme für heimische Pflanzen. "Besonders gefährdet die deutsche Eiche. Sie leidet stark unter Hitze und Trockenheit. Auf lange Sicht droht ihr durch den Klimawandel das Aus in Mitteleuropa", warnt Karl-Jochen Rave, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Mittlerweile laufen in Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern Freilandversuche mit Bäumen, die das trockene Klima der Zukunft besser vertragen. Neben

Roteiche und Eßkastanie setzen die Forstexperten besonders auf Traubeneichen.

 

Zugvögel bleiben im Winter bei uns

 

Warum sollen die Zugvögel im Herbst noch nach Afrika fliegen, wenn es in Zukunft auch bei

uns im Winter warm ist?". Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung Europäisches Naturerbe, ist davon überzeugt, dass sich die Klimaverschiebung direkt auf den Vogelzug auswirken wird. "Schon heute verbringen einige Singvögelarten wie Lerchen und Ammern den Winter in Deutschland." Außerdem drohen die Überwinterungsplätze der Vögel in Afrika durch extreme Trockenheit zu versteppen. "Dann finden die Zugvögel dort keine Nahrung mehr", fürchtet Hutter.

Durch den Klimawandel kommen schon heute wärmeliebende Arten wie der Bienenfresser aus dem

Süden Europas nach Deutschland. "Die Tierwelt wird sich auf die neuen Klimaverhältnisse einstellen."

Doch nicht nur bunte Vögel und schöne Schmetterlinge, sondern auch Zecken und Moskitos sind auf dem Vormarsch. "Mit ihnen kommen Krankheiten wie das Dengue-Fieber, die wir früher nur aus den Tropen kannten, zu uns", sagt Pro­fessor Peter Kimmig vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Er hat die Ausbreitung der sogenannten Tiger-Mücke und der Schafzecke Richtung Norden beobachtet. "Mit den Plagegeistern erkran­ken immer mehr Menschen an Virusinfektionen wie dem Papataci-Fieber."

 

Quelle: 3_juli06_300706bams.doc

 

 

 

Es ist so warm wie seit 12 000 Jahren nicht / Der Winter stirbt aus!

 

Von P. HEDEMANN und U. REINHARDT

 

So verändert sich unser Winter-Wetter / Die Vögel singen wie im Mai

 

Bis zu 20 Grad mehr als im letzten Jahr! Unser Wetter spielt verrückt: Temperatur-Rekord im November, es wird immer wärmer in Deutschland.

 

Stirbt der Winter etwa aus?

Klima-Experten sagen: JA! Schuld ist die Erderwärmung.

 

Professor Mojib Latif (52), Klimaforscher an der Uni Kiel: „In hundert Jahren werden wir praktisch gar keinen Winter mehr haben. Es ist auffällig, dass es in den letzten 50 Jahren ungewöhnlich viele milde Winter gegeben hat.“

 

Der bisherige Rekord für die letzten Wochen des Jahres wurde erst vor sieben Jahren in Freiburg aufgestellt – mit 21,7 Grad. Der kälteste Novembertag liegt lange zurück. Es waren –25,9 Grad am 28. November 1915 auf der Zugspitze.

 

Schuld an der aktuellen Wetterlage sind die subtropische Luftmassen, die das Tief „Nina“ vom Atlantik nach Deutschland drückt. In Süddeutschland kommt der Föhn mit einer Südströmung hinzu. Rekordwetter!

 

Aber wir erleben auch den Beginn des Klimawandels, der Erderwärmung. Im Durchschnitt war es vor 100 Jahren 0,8 Grad kälter als heute.

Und die Erwärmung wird sich noch beschleunigen! Wissenschaftler haben berechnet, dass die durchschnittliche Temperatur in den nächsten 100 Jahren um bis zu vier Grad steigen könnte. In 20 Jahren werden wir noch im Oktober in der Ostsee baden und in Hamburg Pfirsiche züchten können.

 

Nasa-Forscher James Hansen: „Wir haben die höchsten Temperaturen seit 12000 Jahren! Steigt die Temperatur nur um ein weiteres Grad, ist die höchste Temperatur seit einer Million Jahren erreicht!“

 
 
Quelle: BILD, 28.11.2006

 

Ein Zitat von Johann Peter Hebel:

 

Klima-Koller: “Der warme Winter von 1806 hat viel Verwunderung erregt und den armen Leuten wohlgetan”

 

Geschrieben von osi am 02.05.07, 10:50 Uhr

 

“Der warme Winter von . . . 1806 auf . . . 1807 hat viel Verwunderung erregt und den armen Leuten wohlgetan; der und 

jener . . . wird . . . als alter Mann . . . seinen Enkeln erzählen, dass . . . man Anno 6, als der Franzos in Polen war, zwischen Weihnacht und Neujahr Erdbeeren gegessen und Veilchen gerochen habe. Solche Zeiten sind selten, aber nicht unerhört, und man zählt in den alten Chroniken seit siebenhundert Jahren achtundvierzig dergleichen Jahrgänge . . .” Worte des Dichter Johann Peter Hebel.-

 

Auch SpiegelTV hat entdeckt, dass die derzeitigen und absehbaren klimatischen Verhältnisse nicht unmittelbar zum Weltuntergang führen werden.

Johann Peter Hebel  (deutscher Dichter, 1760 - 1826

 

 

Die nächsten Abschnitte zeigen, dass schon früher in den klimatisch gemäßigten Zonen Deutschlands 

Weinbau betrieben wurde, der jetzt wieder belebt wird. 

Schlussfolgerung für mich:  Es gab  u.a. auch im Mittelalter schon einmal eine "Wärmeperiode".

                        

  

Die Lausitzer Rundschau am 21.10.2002 schreibt zu weiteren Folgen einer möglichen Klimaerwärmung  Folgendes:

 

 

Klimawandel bringt neuen Wein

 Nordwanderung der Rebe bis nach Skandinavien

 

MÜNCHEN. Die Klimaerwärmung wird den deutschen Verbrauchern nach Expertenmei-
nung eine Kollektion neuer Weintypen bescheren, bedroht langfristig aber traditionelle
Spezialitäten wie den Eiswein.
Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, finden französische Rebsorten wie
Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah dank steigender Durchschnittstemperaturen
immer bessere Wachstumsbedingungen in deutschen Weinbergen. Die Nordwanderung
der Rebe werde Expertenaussagen zufolge innerhalb der nächsten 20 bis 30 Jahre zu-
dem Weinbau in Norddeutschland, sogar in Skandinavien oder den baltischen Ländern
ermöglichen.

Der Meteorologe und Klimaexperte Dieter Hoppmann aus Geisenheim im Rheingau sagte
dem Magazin, bei kontinuierlicher Zunahme der Jahresmitteltemperatur würden außer-
dem immer mehr alkoholreiche Spät;, und Auslesen gekeltert, während leichte, fein-
fruchtige Kabinett-Weine zu verschwinden drohten.

Die Eisweinlese werde völlig ausfallen, warnte Dietmar Rupp von der Staatlichen Lehr-
und Versuchsanstalt für Obstund Weinbau im württembergischen Weinsberg. Nach
Rupps Worten begünstigt der zunehmende Wechsel von heftigen Regenfällen und intensi-
ver Sonneneinstrahlung überdies schon jetzt die Entwicklung teils bisher unbekannter
Fäulnis- und Schimmelpilzsorten.

 

(dpa/pb)

 

   

Lausitzer Rundschau, 19.02.2005

   

 

Jungweinprobe in Schlieben

 

Schlieben. Brandenburgs Winzer und Weinbauern hoffen auf einen guten Jahrgang 2008. "Ich denke, es wird ein guter Wein", sagte Sabine Zachau, Koordinatorin des Netzwerks Weinbau.

Zwar habe es im vergangenen Herbst nicht immer genügend Sonnenschein gegeben, dies komme aber den Liebhabern trockener Weine entgegen. Landesweit wird gegenwärtig auf 14 Hektar Wein angebaut. Laut Zachau hat Brandenburg für 30 Hektar sogenannte Rebrechte, von denen etwa 25 Hektar verteilt seien. Am Mittwochnachmittag wollten Kenner zur 10. Brandenburger Jungweinprobe in Schlieben (Elbe-Elster) zusammenkommen.

Im Gegensatz zu etablierten Weingebieten mit mehreren Tausend Hektar Anbaufläche setze man in Brandenburg auf Klasse statt Masse, erläuterte Zachau. Deshalb wolle das Netzwerk Weinbau auch langfristig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass mehr Brandenburger Weine vor Ort sortenrein gekeltert und in Flaschenabfüllung zum Verbraucher gelangen. dpa/mb

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.04.2009

 

 

 

Weinbau-Renaissance in der Lausitz

 

Hobby-Winzer und Forscher nutzen alte Anbaugebiete und Tagebaue

 

Schliebener Wein aus dem Elbe-Elster-Land gibt es schon seit fast zehn Jahren. Mittlerweile aber wird auch anderenorts in der Lausitz Wein angebaut. In Grano nahe Guben haben Hobby-Winzer einen historischen Weinberg reaktiviert. In Welzow-Süd wachsen die Reben im ehemaligen Tagebaugebiet, in Senftenberg soll das ab dem nächsten Jahr ebenfalls passieren.

 

VON DANIEL PREIKSCHAT

 

Grano nahe Guben, am Ende des kleinen Dörfchens ein Anblick, der gar nicht in die Lausitzer Landschaft passen will: 

 

Auf einer Fläche inmitten der Nadelbaum-Monokultur von Sonnenlicht durchflutete rankende Reben. Auf 10 000 Quadratmetern ziehen sie sich in langen Reihen einen sanft ansteigenden Hügel hinauf. Unter handgroßen Blättern baumeln pralle Trauben. "Sind die nicht zum Anbeißen?" Hobby-Weinbauer Gerd Franke durchstreift die Reihen der Zwei-Meter-Rebstöcke, immer wieder diverse Sorten kostend, von Spätburgunder über Johanniter bis Goldriesling. Der Mann mit dem Sonnenhut auf der hohen Stirn kann sich nicht satt sehen an der Pracht.

Gerd Franke vom Gubener Weinbauverein zeigt stolz auf das Erschaffene. Über 1100 Robinienstämme haben sie in die Erde gerammt, Reihe für Reihe insgesamt 40 Kilometer Draht daran entlang gespannt, an denen sich 4500 Reben in die Höhe ranken, aufgepfropft auf Weinstöcke, die einen halben Meter tief im Boden wurzeln. "Die Erde", erzählt der gut gelaunte Weinbauer, "haben wir mit dem Handbohrer zusammengerührt." Lehm, Sand, Gartenerde ­"erst die Mischung macht's".

 

Geselliges Vergnügen

 

Ganz offensichtlich. 600 Kilo Trauben haben die Gubener dieser Tage geerntet. "Die lagern jetzt ein halbes Jahr in Gärbehältern", erklärt der Rentner. Da bleibe noch genug Zeit; sich im Verein auf einen der

Etiketten-Entwürfe zu einigen und zu überlegen, wie die 600 Flaschen unters Volk gebracht, werden. "Wahrscheinlich auf Festen für fünf Euro", schätzt Franke.

Auf einem Fest, erinnert er, war es auch, als die Idee aufkam, den Weinberg wiederzubeleben. Beim Gubener Apfelfest kamen vor fünf Jahren mehrere Männer ins Gespräch. "Wir tranken Apfelwein, hätten aber lieber richtigen Wein aus unserer Region getrunken." In einer Art Vorstufe pflückten die Gubener wilden Wein und probierten sich im Keltern aus. Als das klappte, sicherten sie sich den Weinberg „Granoer Langer Rücken" per Erbpachtvertrag, holten sich grünes Licht beim Landwirtschaftsministerium und organisierten Fördergeld. Im April 2004 pflanzte der Verein 3300 Reben ein, ein Jahr später nochmals 1200. Sieben Weißwein- und vier Rotweinsorten gedeihen auf dem Berg. Vielfalt muss sein, findet Franke: "Wir müssen doch herausfinden, .welche Sorten als Wein später am besten schmecken."

 

Was ist so faszinierend daran, "tote" Weinberge wiederzubeleben? Gerd Franke antwortet darauf nicht anders als Eberhard Brücher vom Schliebener Verein zur Förderung des historischen Weinanbaus, der schon Jahre lang Wein anbaut: Dass man eine Jahrhunderte alte Tradition aufleben lässt, selbst Produziertes kosten und die Jahrgänge im Geschmack vergleichen darf, und dass man dabei auch noch für Geselligkeit sorgt.

Verdienen wollen beide Verein nichts am Wein. Darum gehe es nicht, dafür sei der Rebensaft in der Produktion auch zu teuer. Acht Euro, sagt Eberhard Brücher, kostet eine Flasche Bacchus oder Müller Thurgau aus Schlieben.

 

4000 Kilo Trauben haben die Schliebener vorigen Samstag auf ihrem historischen Weinberg mit den Jahrhunderte alten Terrassen geerntet. "Die Lese war ein Volksfest", sagt Vereinsvorsitzender Brücher. Wie jedes Jahr werden die Trauben in Meißen von einer Winzergenossenschaft gekeltert und abgefüllt, die Flaschen dann bei Festen verkauft. "Die Gastronomie", so Brücher, "nimmt weniger von dem Wein ab, als wir uns damals erhofft hatten. "

 

Damals, das war 1992, ABM­Kräfte halfen den Wein-Enthusiasten um Bürgermeisterin Iris Schülzke den Hang mit Südlage vom Gesträuch zu befreien und die. Reben zu setzen, auf einer Fläche von einem Hektar. Das Landwirtschaftsministerium gab dazu seinen Segen. Ein Jahr später gründete sich ein Verein, der heute 80 Mitglieder hat und von Jahr zu Jahr schwankend, zwischen 4000 und 8000 Kilo Wein erntet. Demnächst wächst in Schlieben der erste Rotwein der Sorte Regent. Eberhard Brücher hat gehört, dass die Gubener ihre Trauben selbst keltern wollen: "Na, da haben die sich aber. was vorgenommen."

 

Künstliche Weinberge

 

Das mag auch denken, wer von den Weinanbau-Versuchen in Welzow­-Süd und Senftenberg hört. Einen ganz anderen Boden haben sich die Winzer dort für ihre Reben. ausgeguckt. Keine historischen Weinberge werden bepflanzt, sondern Ränder des Braunkohletagebaus. In Welzow-Süd recken sich, auf 0,25 Hektar Versuchsfläche bereits die Rebsorten Rondo, Merzling und Ortega in die Höhe.

 

Vattenfall, erklärt Prof. Reinhard Hüttl, Leiter des Lehrstuhls für Bodenschutz und Rekultivierung an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU), habe eine weinfreundliche Boden-Mischung aus Ton, Sand und Lehm schieben lassen. Das Engagement des Konzerns reiche aber noch weiter: Mehr als 30 000 Euro bekam Hüttls Forscherteam in die Hand.

 

1000 Weinstöcke aus Asien haben die BTU-ler eingesetzt. "Die halten 25 Grad minus aus", so Hüttl. In zwei oder drei Jahren rechnet der Professor mit der ersten Lese. Danach soll die Anbaufläche auf ein bis zwei Hektar wachsen und ein Privatmann die Anlage übernehmen. .

 

"Das Projekt soll überregional ausstrahlen und zeigen, was im Tagebaugebiet machbar ist", erklärt Reinhard Hüttl das Interesse Vattenfalls. Die Wissenschaftler hingegen reizt die Herausforderung, an einem Extrem-Standort Wein anzubauen.

 

Auch in Senftenberg will Vattenfall den Weinbauern helfen, so Marianne Körner vom Verein der Senftenberger Weinfreunde, der sich vor einem Jahr gegründet hat. Am nördlichen Stadtrand in Richtung Großräschen, am Rande des ehemaligen Tagebaus Meuro, soll sich der künstliche Weinberg erheben. Die gestaltete Fläche, einen halben Hektar groß, werde Vattenfall der Stadt Senftenberg übertragen. .

Als Krönung des Weinbergs habe die Stadt vor, auf dem Gipfel einen Aussichtsturm zu setzen, verrät Marianne Köhler, Baupläne dafür, so die Vereinsvorsitzende, reifen bereits in einem Architekturbüro - die für den Anbau vorgesehenen Rebsorten Sirinus und blauer Muskat in Plastebottichen im Garten eines Vereinsmitglieds.

 

  

Hintergrund

 

Zwischen Zielona Gora (Grünberg) und Senftenberg sind rund 1000 historische Weinberge registriert, die zwischen 1280 und 1900 genutzt wurden. Allein auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Oberspreewald- Lausitz besaßen laut der Studie „Weinbau in der Niederlausitz“ von Heinz-Dieter Kausch 63 Ortschaften einen oder mehrere Weinberge.

 

Mit dem Bau von Eisenbahnen, die preiswerteren und in der Qualität  besseren Wein aus südlichen Regionen herantransportierten, aber auch aufgrund der langen Frostperioden und des Reblaus-Befalls wurde der Weinanbau in der Lausitz eingestellt.   

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.09.2005

 

 

Sächsische Winzer hoffen und bangen / Trockenheit hat Wein bisher nur wenig geschadet

 

DRESDEN. Die anhaltende Trockenheit bereitet den sächsischen Winzern zunehmend Sorgen. "Wir brauchen wieder Niederschläge", sagte der Vorstandsvorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Christoph Hesse gestern in Dresden. Wenn es nicht regne, werde es ähnlich schwierig wie im Sommer 2003. Auch damals waren vor allem Anbaugebiete an Steillagen zum Großteil vom Trockenstress geplagt. Wie hoch der Ernteverlust sein werde, könne Hesse derzeit noch nicht abschätzen. Allerdings sei für Winzer ein nasses Jahr fast schlechter als ein trockenes. Zu viel Regen bringe wiederum Krankheiten und Schädlinge in die Rebstöcke, sagte Hesse.

 

Das Problem während der Trockenheit seien die tiefen Wurzeln der Reben, zu denen die bisherigen geringen Nie­derschläge nicht durchsickerten. Die Winzer hätten aber auch die Möglichkeit, mit verschiedenen Mitteln gegenzusteuern, erklärte Hesse.

So würden beispielsweise Trauben herausgeschnitten, damit das zugeführte Wasser die übrigen Trauben besser versorge und damit die Qualität gesichert sei. Zudem setzten Weinbauern gezielt Bewässerungsanlagen ein. Das betreffe vor allem neu gesetzte Rebanlagen, deren Weinstöcke im Boden noch nicht gefestigt seien.

 

Auch könnten die Trauben nach Meinung Hesses "schon größer" sein. Wenn es in den kommenden zwei Wochen wieder regne, könne das geringere Wachstum wieder ausgeglichen werden. 

 

Noch bestehe "kein Katastrophenalarm" , fügte Hesse hinzu. Günstig wäre die Sonne zum Reifebeginn der Trauben in zwei Wochen. Dann gebe es "richtig süße Moste". (ddp/ar)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.07.2006 

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Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.09.2006

 

 

Saale–Unstrut-Wein 2006 außergewöhnlich

 

FREYBURG. Die diesjährige Weinernte im Saale-Unstrut­Tal ist nach Angaben der Winzervereinigung Freyburg 

 

(Burgenlandkreis) beendet.

 

,,2006 ist in Qualität und Quantität ein außergewöhnlicher Jahrgang" ,

 

sagte Kellermeister Hans Albrecht Zieger gestern. "Mit einem Ertrag von rund 2,6 Millionen Litern Wein, das entspricht 

 

3,5 Millionen Flaschen, sind unsere Erwartungen "um rund 200.000 Liter übertroffen worden", erklärte er.

 

Laut Zieger liegt der für Süße und Fruchtgeschmack wichtige Oechsle-Wert der Ernte in diesem Jahr zwischen 90 und 

 

100.

 

"Normal für unsere Breiten sind 85 Oechsle."

 

Das Ergebnis sei den diesjährigen außergewöhnlichen Witterungsbedingungen zu verdanken. (dpa / ar)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.10.2006

 

 

Wertvoller Tropfen aus der Lausitz

 

In Jerischke bei Döbern entsteht Weinberg neu / 2011 erster Wein

 

Region (sp). In Jerischke, östlich von Döbern im Wald gelegen, könnte nach 100 Jahren bald wieder der erste Lausitzer Wein fließen.

 

Investor Hubert Marbach, aus einer alten mittelrheinischen Weindynastie, hat den historischen, bis 1890 genutzten Weinberg im Dorf gekauft und nach langen Verhandlungen die Genehmigung zur Rodung des nun bewaldeten Hügels bekommen. Für zunächst zwei Hektar, die erst einmal durch Bodenverbesserung mit Kalk und Stickstoff wieder befähigt werden, guten Wein zu produzieren. Ab 2008 werden die ersten Rebenstöcke gesetzt: "Carballet Cortis", eine robuste, frostresistente Sorte. "Den Namen haben wir schon diskutiert, 'Roter vom Faltenbogen' zum Beispiel", erklärt Marbach - 2011 könnte der erste Wein gekostet werden. Unterstützt wird er dabei durch Amtsdirektor Weller Guckenberger, selbst aus einer Weinregion, und der Aktionsgruppe Strittmatterland. Diese trat mit der Fachhochschule Lausitz in Kontakt, 16 Architektur-Studenten entwarfen in ihrer Bachelor-Abschlussarbeit ein Weingut am Jerischker Berg. "Es ist auch bei sehr qualitativen Weinen sehr wichtig geworden, ihn auch gut zu vermarkten, ein Bauwerk als Visitenkarte zu sehen", so der betreuende Professor Bernd Gläser. Im Gebäude müssen daher Weinherstellung, Verwaltung, Präsentation und Repräsentation eine Einheit bilden und dem Charakter des Weines entsprechen. Dies sind Visionen für die nächsten 15 bis 20 Jahre, denn ein solches Weingut lässt sich erst ab rund fünf Hektar wirtschaftlich betreiben.

 

Aber die steigenden Temperaturen in der Lausitz machen den Weinanbau attraktiv. "In 50 Jahren sind wir hier alle Weinbauern", prognostiziert der Amtsdirektor.

 

Quelle: Märkischer Bote, 25.11.2006

 

 

Sächsische Winzer. erwarten volle Weinkeller

 

Jahrgang 2006 verspricht beste Qualität

 

KAMENZ. In Sachsen erwarten die Winzer einen in Menge und Qualität sehr guten Weinjahrgang 2006. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Kamenz von gestern (Anm. d. Verf.:15.12.2006) rechnen die Weinbauern mit einer Erntemenge von etwa 22 000 Hektolitern Weinmost. Das entspräche einem durchschnittlichen Hektarertrag von 59 Hektolitern. In den vergangenen zehn Jahre lag dieser Mittel­wert bei 44,5 Hektolitern je Hektar.

 

Der diesjährige Weinost eigne sich nahezu vollständig zur Produktion von Qualitätsweinen, aus etwa 40 Prozent des Rebensaftes könnten sogar Weine der obersten Güteklasse produ­ziert werden, hieß es.

 

Die größten Mengen werden beim weißen Müller-Thurgau und beim roten Dornfelder er­wartet. Verantwortlich für einen sehr hohen Zuckergehalt in den Weinbeeren sei die überdurchschnittlich hohe Zahl der Sonnenstunden. (dpa/pk)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.12.2006

 

 

Guter Jahrgang aus Anhalt

 

Mit 4.4 Millionen Liter Weinmost ist 2006 das beste Weinjahr der letzten zehn Jahre in Sachsen-Anhalt gewesen. Das teilte das Statistische Landesamt in Halle gestern mit. Trotz langen Winters, kaltem Frühjahr und heißem Juli fiel die Ernte im Saale-Unstrut-Tal um mehr als die Hälfte höher aus als im Jahr 2005. Mit rund 610 Hektar Fläche gehört das Tal zu den kleinen der 13 deutschen Anbaugebiete.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.03.2007

 

 

Weinanbau in Elsterwerda

 

Thomas Schmidt, Betreiber eines Drogerie- und Schreibwarenmarktes in Elsterwerda-Biehla (Elbe-Elster), will seine Heimatstadt unter Weinkennern bekannt machen. Für seinen ersten Jahrgang bekam Schmidt Lob sogar von den Fachleuten eines mainfränkischen Weinlabors.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.03.2007

 

                     

 

Experte: Dank warmen Wetters nördlicher Weinanbau möglich

 

Bei Potsdam läuft bereits ein Forschungsprojekt

 

BERLIN. Dank der warmen Temperaturen könnte Wein nach Expertenansicht künftig auch vermehrt in Norddeutsch­land angebaut werden. "Es wäre durchaus möglich, Riesling beispielsweise in Berlin anzubauen", sagte Weinexperte Stuart Pigott. Schon jetzt werde bei Potsdam Wein zu Forschungszwecken angepflanzt. "Der ist sogar ganz manierlich", sagte Buchautor und Weinkritiker Pigott. "Wichtig ist, dass es im Sommer richtig warm wird - und das war es in den vergangenen Jahren, deswegen haben wir auch im Norden mittlerweile weintaugliches Wetter."

 

Auch im Gebiet des rekultivierten Tagebaus Welzow (Spree-Neiße) wird mit Unterstützung des Energiekonzerns Vattenfall Wein angebaut. Im Forschungszentrum Bergbaulandschaften und dem Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung der BTU Cottbus ist man sich sicher, dass die Bergbaufolgelandschaften gute Voraussetzungen für den Weinanbau bieten.

 

Problematisch ist der eher sandige Boden in weiten Teilen Norddeutschlands. "Es gibt kaum Weine, die auf Sandböden wachsen", sagte Pigott.

Deswegen müsste man probieren, welche Weinsorten gut schmeckten. "Es muss ja kein anspruchsvoller Wein werden, deswegen würde ich lieber ein leichtes, fruchtbetontes Getränk anstreben." (dpa/B.M.)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.06.2007

 

 

In Luckau wird wieder Wein produziert

 

Zwischen Luckau und Zöllmersdorf (Dahme-Spreewald) wächst nach über 80 Jahren zum ersten Mal wieder Wein. 

 

1126 Weinstöcke hat Hobbywinzer Jürgen Rietze auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern angepflanzt. In diesem Jahr will er den ersten Luckauer Wein herstellen und in 2000 Flaschen abfüllen.

 

Das letzte Weinanbaugebiet der Luckauer Region hat es nach Angaben von Rietze in Krossen bis etwa zum Jahr 1920 gegeben.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.06.2007

 

 

Die Rubrik:  DAS GUTE ZUM SCHLUSS

 

Die Hobbywinzer des Gubener Weinbau-Vereins in Grano (Spree_Neiße) erwarten in die­sem Jahr eine ausgesprochen gute Ernte - bis zum Dreifachen des Ertrages, den sie 2006 erzielten.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.06.2007

 

 

Wein aus dem Land der Kanzlerin

 

Regent aus der Uckermark kommt vom nördlichsten Weinberg Brandenburgs

 

VON IMKE HENDRICH

 

Die Bundeskanzlerin hat ihn zwar noch nicht gekostet, aber eine Flasche wird eigens für sie zurückgelegt - vom "Regent in der Uckermark". Dieser "Wein aus dem Land der Kanzlerin" - so der Untertitel - ist

 

auf dem nördlichsten zugelassenen Weinberg Brandenburgs

 

gewachsen.

 

"Die erste Lese fraßen die Waschbären, doch 2006 konnten aus den Trauben rund 90 Flaschen gekeltert werden, sagte die Vorsitzende  des Vereins Glashütte Annenwalde, Christa Kothe.     

                                                        

 

In unmittelbarer Nähe  wuchs Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf. Sie sei auch schon mehrfach nach Annenwalde gekommen und dem Landstrich sehr verbunden, meint Kothe. So eröffnete Merkel 1997 - damals noch als Bundesumweltministerin - den Naturpark Uckermärkische Seen.

Dass jedoch aus dem neuen Tropfen vom Weinberg in Annenwalde "Angie's Wein" werden würde, war anfangs gar nicht geplant. "Auf der Suche nach einem Namen stießen wir auf das schöne Wortspiel von der Traube Regent, aus der der Wein gewonnen wird, und der Regentin Deutschlands", erzählt Kothe. Deshalb steht auf der Flasche "Regent in der Uckermark", was schnell gesprochen zur Regentin wird. Der Name "Angie's Wein" wäre natürlich noch besser gewesen, "aber wir respektieren dass Frau Merkel so etwas nicht gerne mag". 520 Rebstöcke wurden Christa Kothe zufolge im Jahr 2003 an einen Hang am Densowsee angelegt. "Experten rieten uns zur Sorte Regent, da diese gegen Ungeziefer resistent sei und sogar etwas Frost abkönne."

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.06.2007

 

Das  Interesse am Weinbau hält unvermindert an:

Wein im Tagebau

 

Erstes Weinbausymposium

 

REGION. An die Jahrhunderte alte Tradition des Wein­baus in der Lausitz wurde bereits in den letzten Jahren durch die Revitalisierung hi­storischer Weinberge erfolgreich angeknüpft. Alte Wein­berge entstanden, hauptsächlich auf Initiative von Vereinen, so z.B. in Grano bei Gu­ben und Schlieben, neu.

Gemeinsam mit der Vattenfall betreibt die Brandenburgische Technische Universität eine 0,25 Hektar große Weinbauversuchsfläche im Rekultivierungsbereich des Tagebaus Welzow-Süd . Ziel ist die Analyse der Perspektiven eines rentablen Weinbaus als alternative Landnutzungsform in der Rekultivierung und ein möglicher Beitrag zur Wiederbelebung der Weinbautradition in der Lausitz.

Das 1. Brandenburger Weinbausymposium soll dazu am 29. Juni erste Erfahrungen aus diesem Versuch sowie aus anderen Weinbauinitiativen der Region vordem Hintergrund eines sich wandelnden Klimas näher beleuchten.

 

Quelle: Wochenkurier, 26.06.2007

 

 

Edle Tropfen vom Wolkenberg

 

Weinberg auf Kippengelände im Tagebau Welzow-Süd soll Anbaufläche deutlich erweitern

 

Hobby-Winzer und Vereine in der Lausitz und im Elbe-Elster-Land knüpfen seit Jahren an alte Weinbautraditionen in der Region an. Auf einer Rekultivierungsfläche im Tagebau Welzow-Süd (Spree-Neiße) werden bald weitere Reben wachsen. Der Hang dafür soll nach Wunsch der Weinfachleute mit schwerer Bergbautechnik modelliert werden.

 

VON SIMONE WENDLER

 

Als Spinnerei will Uwe Zeihser die Pläne für den fünf Hektar großen Weinberg in der Nähe von Welzow nicht abtun lassen. "Wir wollen damit ja nicht auf den Weltmarkt", sagt der an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus beschäftigte Agraringenieur. "Aber als regionales Nischenprodukt hat der Wein hier eine Zukunft." Zeihser ist sich dessen so sicher, weil er seit mehr als zwei Jahren eine kleine Versuchsfläche mit Rebstöcken ganz in der Nähe des künftigen Weinberges betreut.

Auf diesem Testgelände wird erforscht, unter welchen Bedingungen Weinstöcke hier in der Region gut wachsen und ob das auch auf ge­schüttetem Kippenboden funktioniert. Die bisherigen Ergebnisse sind eindeutig: Es geht, wenn die Fläche eine bestimmte Neigung und eine windgeschützte Lage aufweist. Ende kommenden Jahres beginnt nun die Aufschüttung des Weinberges nach Maß. "Der wird genauso modelliert, wie es für die Bedingungen hier nötig ist", sagt Uwe Zeihser, der die bishe­rige Testfläche betreut. Ein Problem seien die teilweise recht kalten Winter. Minus 20 Grad Frost gilt eigent­lich als Todesurteil für Reben. Die Versuchsfläche in Welzow habe je­doch einen harten Winterfrost nur wenig wärmer ohne große Ausfälle überstanden, so Zeihser.

Professor Reinhard Hüttl, der sich an der BTU mit Rekultivierung und Bergbaufolgelandschaften beschäf­tigt, hatte den Anstoß zu den Plänen für einen Weinberg auf Kippengelände gegeben. Der entsteht nun da, wo früher das Dorf Wolkenberg lag. Dort gab es einen Hügel, der etwa 30 Meter höher als die Umgebung aufragte und nun wieder entsteht. Die Rebenfläche soll die touristische Attraktivität des bis 2010 aufgeschütteten Geländes erhöhen.

 

Winzer gesucht

 

Eigentümer des Weinbergs bei Wel­zow wird der Bergbaukonzern Vattenfall Europe. Der will jedoch nicht selbst als Winzer tätig werden, sondern sucht nach einem Betreiber, egal ob Privatmann oder Verein. Vorher müssen jedoch noch die Anbaurechte beschafft werden. Rebflächen, die über Gartengröße hinausgehen, brauchen eine Genehmigung. Wer Wein wie anbauen und erzeugen darf, ist in der EU streng geregelt (siehe Kasten).

 

                                     

 

 

Mit fünf Hektar würde der Welzower Wein die Anbaufläche in Brandenburg um 50 Prozent erhöhen. Uwe Zeihser von der BTU ist optimistisch, dass es gelingt, aus einem anderen Bundesland diese Anbaurechte zu bekommen, denn die Gesamtmenge für Deutschland ist begrenzt: "Das fällt in Gebieten wie der Pfalz bei der Flurbereinigung ab."

Weinanbau auf kleinen Flächen hat in der Lausitz und im Elbe-Elster-Land in den vergangenen Jahren eine regelrechte Renaissance erlebt.

In Schlieben (Elbe-Elster) hat ein Verein zur Förderung des historischen Weinanbaus die Arbeit in einem historischen Weinberg mit reichlich einem Hektar Größe wieder aufgenommen.

Kleine Weinberge, oft auf alten Terrassen, gibt es auch in Burkersdorf bei Ortrand  (Oberspreewld-Lausitz), in der Nähe von Luckau (Landkreis Dahme-Spreewald), in Jerischke und Grano (beide Spree-Neiße).

 

In Grano bewirtschaftet ein kleiner Verein einen Hektar Weinanbaufläche . Wilfried Olzog ist der stellvertretende Vorsitzende. Die Granoer gehören zu den Beratern von Vattenfall bei der Vorbereitung  des Wolkenberger Weinhangs und haben selbst neue Pläne. In einer alten Feldsteinscheune wollen sie eine eigene Schaukellerei errichte. „Die Leute können dann zuschauen, wie aus den Trauben Wein gemacht wird“, sagt Olzog. Voraussetzung seien Fördermittel, dann könnte sogar noch in diesem Jahr mit dem Ausbau begonnen werden. Vorerst schaffen die Granoer ihre Trauben zum Keltern nach Schlieben.

 

Noch kein Reben-Favorit

 

Auf dem nur einen Viertel Hektar großen Wein-Testgelände von Vattenfall und BTU bei Welzow werden in diesem Jahr die ersten Trauben gelesen. In drei Jahren sollen die Rebstöcke am Wolkenberg in die Erde kommen. Welche Sorte gepflanzt wird, steht noch nicht fest. Unter der roten Sorte „Rondo“ und den beiden weißen Sorten „Merzling“ und „Ortega“ habe sich noch kein klarer Favorit herauskristallisiert, sagt Rebstockbetreuer Uwe Zeihser.

 

Hintergrund

 

Weinanbauflächen in Deutschland und in der EU

 

Der ostdeutsche Weinbau in Sachsen und im Saale/Unstrut-Gebiet  (Sachsen-Anhalt) gehört mit 470 Hektar und 650 hektar Rebfläche größenmäßig zu den Zwergen im deutschen Weingeschäft.

 

Rhein-Hessen, die Pfalz und Baden bauen Wein in ganz anderen Größenordnungen an:

26 300 Hektar Weinberge hat das Rhein-Hessen-Gebiet, die Pfalz folgt mit 23 400 Hektar und baden mit 15 900 Hektar.

 

In Brandenburg sind zurzeit  Weinrechte für den Anbau auf elf Hektar vergeben. Gemessen an anderen Bundesländern spielt Brandenburg keine Rolle in der kommerziellen Weinherstellung. Auch eine geplante Weinreform der EU wird deshalb auf Brandenburg keine Auswirkungen haben.

 

In der EU wird auf 3,6 Millionen Hektar Fläche Wein angebaut. Den meisten Wein erzeugen die Frankreich, Italien  und Spanien. 15 Prozent werden destilliert        

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 11.07.2007

Auch 2007 wird wieder eine gute Weinlese erwartet::

sowohl in den traditionellen Winanbaugebieten Deutschlands:

 

Hervorragender Wein 2007 erwartet

 

Lese in der Pfalz gestartet / Saale-Unstrut folgt nächste Woche

 

MAINZ/FREYBURG. Nach einem rekordverdächtig frühen Lesestart können sich die Weintrinker in Deutschland auf einen prächtigen Jahrgang 2007 freuen. "Wir laufen in einen hervorragenden Weinjahrgang hinein", sagte gestern der Präsi­dent des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber, im pfälzischen Weisenheim am Berg (nahe Bad Dürkheim) bei der offiziellen Eröffnung der Hauptweinlese. Sollte die trocken-stabile Wetterlage andauern, könnten die Winzer wegen der frühen Reife den optimalen Lesezeitpunkt und die volle Aromenausprägung der Trauben abwarten.

 

Das Deutsche Weininstitut in Mainz rechnet mit einer bundesweiten Erntemenge von rund zehn Millionen Hektolitern. Im Vergleich zum Vorjahresertrag wäre das ein Plus von etwa 13 Prozent. Die Trauben haben einen Reifevorsprung von zehn bis 14 Tagen. Die Mostgewichte lägen deutlich über denen des Vorjahres. Die Verbraucher müssen voraussichtlich auch nicht tiefer in die Tasche greifen.

 

Erste Moselweine dieses Jahres 2007 werden nach Einschätzung von Mosel-Weinbaupräsident Adolf Schmitt noch vor Jahresende auf den Markt kommen. "Wir werden im Dezember die ersten Weine im großen Stil abfüllen", sagte Schmitt. "Die Keller sind so leer wie nie." Die Kellereien hätten große Probleme, ihre Lieferverträge einzuhalten. Dies hänge mit der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Riesling zusammen.

 

Im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut beginnt am 4. September die Ernte für den Jahrgang 2007. Das sei die früheste Weinlese seit 25 Jahren, teilte die Winzervereinigung Freyburg eG. (Burgenlandkreis) mit. Großflächig würden frühreife Sorten wie Bacchus und Ortega an Saale und Unstrut geerntet, im Höhnstedter Anbaugebiet werde Müller-Thurgau gelesen.

 

Das größte deutsche Weinland, Rheinland-Pfalz, forciert indes den Widerstand gegen die Reformpläne der EU-Kommission für den Weinmarkt. Diese will die bisherigen Finanzhilfen für die Destillation der Überschussproduktion streichen. Auch soll die Zugabe von Zucker in den Most zur Erhöhung des Alkoholgehalts verboten werden.

(dpa/sm)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.08.2007

 

 

... als auch in den noch nicht so bekannten Weinanbaugebieten:

 

 

Heute (31.08.2007) beginnt die Weinlese in Schlieben

 

Drei Wochen früher als normal beginnt heute in Schlieben (Elbe-Elster) die Weinlese. "Mit dem Bacchus können wir nicht länger warten. Der ist jetzt schon reif“, sagt Manfred Schmidt vom Verein zur Förderung des historischen Weinbaus in Schlieben. Am 9. September erwarten die Schliebener wieder viele Helfer auf dem Langenberg. Dann soll der Müller- Thurgau gelesen werden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.08.2007

 

Bronzemedaille für Wein aus Schlieben

 

Die Mitglieder des Weinbauvereins in Schlieben (Elbe-Elster) sind für ihren Müller-Thurgau des Jahrgangs 2006 mit einer Bronze-Medaille der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ausgezeichnet worden. "Das ist die größte Anerkennung, die uns bisher zuteil wurde", erklärte Dr. Eberhard Brüchner, Vorsitzender des Vereins. In dieser Woche haben die Schliebener die Weinlese 2007 beendet.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.09.2007

 

 

Gute Weinlese an Saale und Unstrut

 

FREYBURG. Mit einem positiven Fazit haben die Winzer in der Anbauregion Saale-Unstrut die Weinlese abgeschlossen. "Das war ein gutes bis sehr gutes Jahr", sagte der Vorstandsvorsitzende der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut, Siegfried Boy, gestern. Im Vergleich zu 2006 seien zwar 50 Tonnen weniger gelesen worden, "die Ausbeute war aber höher". Für die Winzervereinigung sei mit einem Ertrag von 2,7 Millionen Litern zu rechnen. 2006 hatte das Ergebnis bei 2,67 Millionen Litern gelegen. Insgesamt waren damals in der Saale-Unstrut Region knapp 4,3 Millionen Liter erzeugt worden. (dpalck)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.10.2007

 

 

Im Spreewald wächst jetzt auch noch Wein 

 

Gemüsebauer Karl-Heinz Ricken, der durch seinen Erdbeer­ und Gemüsebau in der Lausitz bekannt geworden ist, hat einen für diese Breiten ungewöhnlichen Versuch gestartet. Seit gestern wachsen auf einem Feld zwischen Vetschau und Suschow (Oberspreewald-Lausitz) Rebstöcke für Tafelweine. Für seinen Versuch hat sich Ricken einen Weinbauberater aus dem Saale-Unstrut-Anbaugebiet geholt.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.12.2007  

 

 

Wein vom Wolkenberg

 

Welzow. Am Rand des Braunkohletagebaus Welzow-Süd, dort wo einst das Dorf Wolkenberg den Kohlebaggern weichen musste, wurde auf einer sechs Hektar großen rekultivierten Fläche eines der größten Weinbaugebiete des Landes Brandenburg angelegt. Mehr als 25 000 Reben, die im Frühjahr gepflanzt wurden, wachsen dort. Sieben Rebsorten hat Uwe Zeihser vom Lehrstuhl Bodenschutz und Rekultivferung der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus tür den vom Absetzer perfekt modulierten und hin zur Sonne ausgerichteten Weinhang am Wolkenberg ausgewählt.

 

WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG

 

Zeihser, der gemeinsam mit Hubert Marbach und Martin Muthmann die Wolkenberg GmbH gegründet hat, hatte schon im jahr 2005 auf einem Testhang den Weinanbau im kargen Tagebauland mit etwa 200 Rebstöcken für die BTU wissenschaftlich begleitet. "Die Versuchsanlage zeigte, dass Weinbau in der Rekultivierung eine interessante Bereicherung darstellen kann und dass alle Voraussetzungen gegeben sind, diesen auch wirtschaftlich umzusetzen", so Uwe Zeihser, der mit seinen beiden Geschäftspartnern den Weinhang am Wolkenberg seit dem 1. September dieses Jahres bewirtschaften und den Wein vermarkten kann. Rechtlich geregelt ist das in einer Vereinbarung, die die Wolkenberg GmbH mit Sitz in Cottbus mit dem Energiekonzern Vattenfall Europe Mining AG getroffen hat. 

 

Flächeneigentümer Vattenfall hatte die für den einbau modellierte Fläche im Tagebau Welzow-Süd ausgeschrieben. Die Wolkenberg GmbH setzte sich mit ihrem Bewirtschaftungskonzept durch. "Ausschlaggebend war die fachliche Eignung, aber auch die Vermarktungsstrategie und wirtschaftliche Solidität der Bewerbergemeinschaft", sagt Detlev Dähnert, Leiter Berg­bauplanung/-infrastruktur bei Vattenfall. 

 

Und Uwe Zeihser wirbt: "Qualität aus der Region für die Region, das ist unser Grundsatz.

 

" Das Ziel der Winzergemeinschaft: ein qualitativ hochwertiger Brandenburger Landwein.

 

Auf dem Hang: des 30 Meter hohen Wolkenbergs wachsen auf drei Ebenen verteilt die zwei modernen Rotweinzüchtungen Rondo und Cabernet Dorsa und die fünf Weißweinsorten Kernling, Grauburgunder, Weißburgunder, Schönburger und Roter Riesling. Wir haben winterfrostharte und exklusive Weinsorten ­für den Wolkenberg ausgewählt", sagt Uwe Zeihser. Beispielsweise den Roten Riesling mit seinen rötlichen Beeren, der als seltene Variante des Rieslings gilt, die vermutlich

durch Mutation entstanden ist. Sein Anbau ist zurzeit nur in Hessen, Sachsen und eben auch in Brandenburg erlaubt.

 

Oder auch der Grauburgunder, der anspruchsvoll hinsichtlich der Böden ist und warme Hanglagen mit ausreichender Wasserversorgung bevorzugt. Die rot gefärbten Trauben können extrakt- und alkoholreiche, dichte und würzige Weine hervorbringen, die in der Nase den Duft von Mandeln und Honig und am Gaumen milde Säure zeigen. Ein Genuss als Begleiter zu Brandenburger Spargel. In den Genuss von viel Sonne werden die Reben kommen, denn die Lausitz gilt als sonnenreiche Gegend.

 

 

 

      

 

 

 

ERSTE ERNTE 2013

 

In den kommenden Jahren liefert die Weinanbaufläche am Wolkenberg noch keinen Wein. Erste Erträge, Uwe Zeihser rechnet da mit 30 Prozent, werden im Jahr 2013 erwartet. "Die erste richtige Vollernte wird 2015 sein", sagt der Winzer. Die auf dem Wolkenberg geernteten Trauben sollen im renommierten Weingut Schloss Proschwitz bei Meißen in Sachsen zu Wein verarbeitet werden. Den Verkauf des ersten Weins vom Wolkenberg planen die Winzer aus Cottbus für das Jahr 2016.

 

 

                                 

 

ZUM THEMA:

 

Im April dieses Jahres wurden etwa 25 000 Reben in sieben Weinsorten auf den Wolkenberg im Tagebau Welzow-Süd gepflanzt in einer Mischung aus bewährten, historischen und neuen Sorten.

Lieferant der Reben war die Rebschule Antes aus Heppenheim.

Bis zu 30 Jahre lang ist von diesen Rebstöcken ein wirtschaftlicher Ertrag zu erwarten.

Etwa 7000 Liter Wein können auf einem Hektar Weinfläche im Durchschnitt erwirtschaftet werden.

Die Winzergemeinschaft des Wolkenberges kann mit etwa 42 000 Litern Wein pro Jahr kalkulieren.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.09.2010

 

 

Weinbau in Sachsen steigert Ertrag

 

Meißen. Die sächsischen Weinbauern haben ihren Ertrag im Weinjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Knapp 12 500 Hektoliter Wein hätten die 2500 Winzer im Freistaat produziert, teilte der Weinbauverband Sachsen am Freitag in Meißen mit.

 

In Sachsen, einem der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands, werden auf etwa 400 Hektar Reben angebaut. Dapd/sm

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.04.2010

 

Wein statt Braunkohle - Winzer rechnen mit guter Ernte

Hoffen auf trockene Wochen bis zur Lese

 

Großräschen/Welzow Früher kamen Kohlebagger, jetzt wachsen Weintrauben: Aus einigen rekultivierten Flächen in Südbrandenburg wurden vor Jahren Weinhänge. Die Winzer sind optimistisch, was die diesjährige Ernte angeht.

Der 1. Kellermeister des Weingutes Schloss Proschwitz, Jacques du Preez, entnimmt mit einer Weinpipette aus Glas eine Probe Rotwein des Weingutes Schloss Proschwitz in Zadel über Meißen (Sachsen). Das Gut ist heute das älteste privat bewirtschaftete Weingut in Sachsen. Foto: dpa

Wo früher Kohle abgebaggert wurde, pflücken Erntehelfer bald wieder Trauben: Die Winzer von Weinhängen in ehemaligen Braunkohle-Gebieten in Südbrandenburg gehen von einer guten Ernte in diesem Jahr aus. "Es gab keinen Spätfrost", sagte Winzer Andreas Wobar aus Großräschen (Oberspreewald-Lausitz).

Die 5000 Reben stehen auf einem Hang an einer ehemaligen Tagebaugrube, in der durch Flutung der Großräschener See entsteht. Im vergangenen Jahr sei das erste Mal gelesen worden, sagte Wobar. Seit 2012 gibt es den Weinberg.

Die Trauben am Rande des Braunkohletagebaus Welzow-Süd bei Cottbus (Spree-Neiße) sind ebenfalls gut im Wuchs. "Letztes Jahr hatten wir keine Ernte, um die Anlage zu stärken", sagte Winzer Martin Schwarz. Der Boden sei wie generell in der Lausitz durch geringe Niederschläge trocken. Weil der Weinberg noch sehr jung sei, müsse sich das Bodenleben erst nach und nach aufbauen.

Die 26 000 Rebstöcke des Weinbergs Wolkenberg sind vor rund fünf Jahren auf einer rekultivierten Fläche der Vattenfall-Grube gepflanzt worden. Der Tagebau ist heute noch aktiv. Etwa ein Drittel der einmal angestrebten Menge kann dieses Jahr voraussichtlich gelesen werden, wie der Winzer ergänzte. Der Wein wird dann im sächsischen Meißen gekeltert. Geplant ist, dass ab 2017 auch Sekt aus Tagebau-Trauben verkauft wird.

Trotz der Trockenheit in den vergangenen Wochen rechnen auch Sachsens Winzer in diesem Jahr mit einer guten Ernte. "Im Moment sehe ich im Gegensatz zu anderen Weinbaugebieten noch keine wirtschaftlichen Schäden", sagte der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Christoph Reiner. Lediglich einige Junganlagen, deren Reben noch nicht tief genug im Boden wurzelten, seien betroffen.

Voraussichtlich in der dritten Septemberwoche wird in Sachsen mit der Ernte frühreifer Sorten wie Goldriesling oder Frühburgunder begonnen. Sachsens Winzer haben 2014 rund 20 900 Hektoliter Wein gekeltert und damit gut 5000 Hektoliter mehr als 2013. dpa/dst

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.08.2015

 

 

Winzer an Saale und Unstrut rechnen mit Top-Jahrgang

 

Freyburg. Die anhaltende Hitze und Trockenheit hat den Wein stöcken an Saale und Unstrut bisher nicht zugesetzt. Die Ausgangsbedingungen für die Lese des Jahrgangs 2015 seien derzeit top, wie der Weinbau­verband am Dienstag (11.08.2015) in Frey­burg (Burgenlandkreis) mit­teilte. Die Trauben seien voll in der entscheidenden Reifepha­se für eine sehr gute Qualität. Entscheidend vor ,allem für die Menge sei aber das Wetter bis 4ur Lese der Reben Mitte Sep­tember. 2014 lag der Ertrag bei 4,3 Millionen Litern. Das rund 760 Hektar große Anbaugebiet gilt als das nördlichste in Deutschland. dpa/sm

 

Quelle: Lausitzer Rundschau; 12.08.2015

 

 

Sachsens Winzer fahren gute Ernte ein

 

Meißen Bei der diesjährigen Weinlese haben die Winzer in Sachsen höhere Erträge eingefahren als erwartet. „Das wird ein toller und spannender Jahrgang“, sagte der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Christoph Reiner. Er geht für das sächsische Anbaugebiet von einem Ertrag von etwa 50 Hektoliter pro Hektar aus.

dpa/bl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.11.2015

 

 

 

 

 

... so hat der sich abzeichnende Klimawandel doch auch sehr gute Seiten

 

 

Nach dieser Abschweifung : Horror - Szenarien oder ? ?

 

 

Hitze, Tornados, Hochwasser

 

KLIMAWANDEL Wetterextreme führen zu schwindenden Lebensräumen und Gesundheitsrisiken

 

Malariarisiko in Deutschland und durch Wassermangel plötzlich unbewohnbare Regionen - diese Szenarien sind angesichts des globalen Klimawandels längst nicht mehr undenkbar.

 

VON IMKE HENDRICH

 

"Wenn wir nicht in den nächsten zehn - bis zwanzig Jahren weltweit den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduzieren, dann werden die nachfolgenden Generationen nicht mehr unter vernünftigen Bedingungen leben können", sagt der Meteorologe Friedrich ­Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Der aktuelle, zweite sehr heiße Sommer binnen weniger Jahre bestätige die seit Jahren zu beobachtende "beängstigende Entwicklung", dass klimatische Extreme wie Hitzeperioden, Tornados oder Überschwemmungen weltweit zunehmen.

"Wir müssen auch in den nächsten Jahren vermehrt mit so heißen Sommern rechnen", sagt Gerstengarbe. Ein Grund dafür: "Die globale Erwärmung verändert die Zirkulation in der Atmosphäre. " So sind beispielsweise in den vergangenen 30 Jahren die Winter in Mitteleuropa durch eine Zunahme von Tiefdruckgebieten vom Atlantik feuchter und milder geworden. Dagegen sorgen im Sommer vermehrt lang anhaltende Hochdrucklagen für trockenes, heißes Klima.

Besorgt darüber ist auch die Umweltschutzorganisation WWF. "Das ist kein Zufall, sondern Teil des vom Menschen verursachten Klimawandels, in dem wir uns wegen des weltweit hohen Kohlendioxidausstoßes befinden", sagt Energie- und Klimareferent Matthias Kopp. Eine WWF­Studie aus dem Jahr 2005 belege, dass die durchschnittlichen Temperaturen in 13 von 16 untersuchten europäischen Hauptstädten im Sommer seit 1970 um mehr als ein Grad Celsius gestiegen seien. Nach Auskunft von Gerstengarbe geht die Wissenschaft derzeit davon aus, dass die globalen Temperaturen in den nächsten 100 Jahren zwischen 1,5 und 5 Grad über den heutigen liegen werden.

"Wenn die Zunahme über zwei Grad liegt, dann haben wir einen "Point of no Return" erreicht, dann laufen Prozesse ab, die wir nicht mehr im Griff haben." So werde es dann ganze Regionen auf der Erde geben, die wegen Trockenheit unbewohnbar weiden. ,,20 Prozent der Erdoberfläche sind Halbwüsten in denen heute etwa eine Milliarde Menschen leben - ihnen würde die Lebensgrundlage wegbrechen."

 

Außer dem Wassermangel seien auch dramatische gesundheitliche Folgen zu befürchten. So könnten Krankheitserreger, die nur bei höheren Temperaturen überleben, beispielsweise nach Mitteleuropa getragen werden. "Malariainfektionen in Deutschland wären dann durchaus möglich", erklärt Gerstengarbe.

 

Durch die steigenden Temperaturen allein wird die Malaria in Deutschland allerdings nicht zu einem Gesundheitsproblem, wie das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin betont. "Es reicht nicht, dass sich potenzielle Überträger wie die Anopheles-Mücke hier ansiedeln könnten", erläutert Sprecherin Barbara Ebert. "Auch ein ausreichend großes Reservoir an Infizierten müsste erst mal entstehen." Das sei in einem guten Gesundheitssystem wie dem deutschen kaum denkbar. Es sprächen zwar eine Reihe Argumente für eine weltweite Verschärfung des Problems der Tropenkrankheiten infolge der globalen Erwärmung. Auf die Ausbreitung von Infektionskrankheiten hatten jedoch auch künftig Faktoren wie Armut, Bildung und der öffentliche Gesundheitsschutz einen größeren Einfluss als das Klima.

 

Um jedoch den bedrohlichen Klimawandel zu begrenzen, müsse der Ausstoß von Kohlendioxid, das etwa bei der Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle freigesetzt wird, drastisch verringert werden, fordert Gerstengarbe.

 

 

Klimawandel wird als bedrohlich empfunden

 

JÜLICH. Menschen empfinden den Klimawandel nach einer Studie als Bedrohung, aber kaum jemand regt sich wirklich darüber auf. "Es fehlt das emotionale Moment der.Empörung", sagte der Sozialwissenschaftler im Forschungszentrum Jülich, Hans Peter Peters. Ein Grund sei, dass niemand konkret für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden kann. Auffallend sei, dass kaum jemand sein Verhalten ändere, um die Treibhausgase in der Luft zu reduzieren. "Es fehlt der direkte persönliche Nutzen", sagte Peters. (dpa/sts)

 

  

 

 

Beim Lesen derartiger Horrorszenarien ist der Autor dieser Seiten hin und her gerissen.

 

Natürlich darf der Ausstoß von Treibhausgasen durch den Menschen nicht außer Acht gelassen werden.

 

Aber welcher Wissenschaftler kann verlässliche, nachvollziehbare Aussagen über den

 

prozentualen Anteil des Menschen am Kohlenstoffkreislauf der Erde

 

treffen?

 

Prof. Hüttl (BTU Cottbus) kommt in seinen Untersuchungen zu folgendem Ergebnis

 

(siehe Beitrag unter Witterungsauswirkungen – Informationen und Meinungen zur Klimaveränderung),

 

Kohlenstoffkreisläufe beeinflusst

 

der Mensch mit seiner CO2-Belastung nur zu zwei (!) Prozent ;

 

alles andere sind natürliche Vorgänge.

 

 

In  diesem Zusammenhang stellt sich natürlich eine interessante Frage:

 

Leben wir nicht „täglich“ im Klimawandel? Verändert sich das Klima nicht fast „täglich“?  

 

Ein Beispiel für Klimawandel in der Erdgeschichte ohne anthropogenen Einfluss ist die Entstehung der Braunkohle im Tertiär 

 

vor  ca. 25 Millionen Jahren.

 

Auf Grund des damals herrschenden Klimas konnten sich Sumpfmoorwälder entwickeln, die besonders 

 

in Deutschland zur Bildung mächtiger Braunkohlenflöze führten (Braunkohlenformation).

 

Im Pleistozän (etwa vor weniger als 2 Millionen Jahren) waren weite Gebiete der nördlichen Halbkugel wiederholt von 

 

Inlandeismassen bedeckt.

 

 

Es wechselten sich Kaltzeiten, in denen sich die Eismassen ausbreiteten und sich die Klimagürtel äquartorial verschoben, mit 

 

Warmzeiten, in denen das Eis bis auf geringe Reste abschmolz, ab.

 

Zeugnisse ehemaliger Vereisung in unserer Region (Norddeutschland, Lausitz) sind die Grund- und Endmoränen, die Sander 

 

und die Urstromtäler.

 

 

Wer sagt uns, dass wir z.Z. nicht in einem Übergangszeitraum zu einer Warmzeit in geologischen Sinn als Teil des Systems des 

 

globalen Kohlenstoffkreislaufes?  

 

 

Ist es möglich, dass wir zur Zeit in einem Übergangsstadium zu einer Warmzeit in geologischem Sinn befinden als Teil des 

 

globalen natürlichen Kohlenstoffkreislaufes leben?  

 

                     

 

                                         

 

 

Welche Auswirkungen hatten nun die andauernden "Dürreperioden" und das sich darin zumindest im Oder- und 

 

Elbequellgebiet durch intensive Niederschläge entstandene kleine Hochwasser auf Flora und Fauna?

 

 

An welchen Orten hat es Wassermangel gegeben?

 

Niedrigwasserstände in den Flüssen hat es in der Vergangenheit schon immer gegeben, und sie sind wie 

 

Hochwasserereignisse eigentlich nichts Besonderes,

 

(siehe auch „Gewässerkundliche Jahrbücher“, in denen die Beobachtungsergebnisse an ausgewählten Pegeln aller deutschen 

 

Flussgebiete seit Beginn der regelmäßigen Beobachtung veröffentlicht sind).

 

 

Wie hoch wird der durch den „Extrem-Sommer“ entstandene Schaden bezogen auf das Bundesland Brandenburg in Flora und 

 

Fauna beziffert?

 

 

Es gibt 2006 eine außerordentlich gute, über dem Durchschnitt liegende Obst- (z.B. Apfel-, Wein-, Pflaumenernte, Walnüsse) 

 

und 

 

Gemüseernte (u.a. Gurken).

 

Wenn die Getreide- bzw. Kartoffelerträge (siehe Lausitzer Rundschau, 20.10.2006) in diesem Jahr 15-20 % bzw. 

 

30 % unter dem Durchschnitt gegenüber den überdurchschnittlichen Erträgen von 2005 liegen, ist für mich 2006 ein Durchschnittserntejahr.

  

 

Im Gegensatz zu 2005 war 2006 auch ein gutes Storchenjahr.

 

Sehr gute Gemüseernte

 

Für viele Gemüsesorten wird 2007 mit einer sehr guten Ernte gerechnet. Aufgrund vergrößerter Anbauflächen werde die diesjährige Ernte von Freilandgemüse voraussichtlich an das Rekordergebnis von 2004 mit 3.1 Millionen Tonnen heranreichen. Das teilte das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mit. Beim Spargel sei 2007 mit rund 93 000 Tonnen bereits ein Rekord erzielt worden. Bei Möhren und Karotten sowie Rotkohl würden mit etwa 518000 Tonnen beziehungsweise geschätzten 130 000 Tonnen überdurchschnittlich gute Ergebnisse erwartet.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.10.2007

 

 

42000 Tonnen Gurken im Spreewald geerntet

 

LÜBBEN. Auf den Feldern Südbrandenburgs sind in diesem Jahr nach Angaben des Spreewaldvereins schätzungsweise 

42 000 Tonnen Gurken geerntet worden. Das seien etwa 2000 Tonnen mehr als im Vorjahr (2006), sagte Geschäftsführer Dieter Irlbacher in Lübben (Dahme-Spreewald). Zwölf Unternehmen bauten die Gurken auf einer Fläche von rund 600 Hektar an. (dpa/roe)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.10.2007

 

 

Trotz "Klimawandel" werden auch 2008 gute Ernteergebnisse, u.a. bei Getreide, europaweit erreicht:

 

 

Rekordernte bei Getreide erwartet

 

BRÜSSEL. Europas Bauern erwarten im Wirtschaftsjahr 2008/2009 bei Getreide eine Rekordernte. Das teilte die Co­pa-Cogeca, die Vertretung europäischer Landwirte und Genossenschaften, gestern in Brüssel mit.

 

"Wir rechnen mit 307 Millionen Tonnen an Getreide und Ölsaaten, das sind 50 (?, wahrscheinlich sind Millionen gemeint, d.Verf.) Tonnen mehr als vergangenes Jahr", hieß es. Es könne somit nicht behauptet werden, die Landwirte reagierten in Zeiten von Nahrungsmittelknappheit und hoher Preise nicht auf die Marktsignale. Die vorläufige Schätzung liege mit einem Plus von elf Millionen Euro über der vom Juni.

Sorgen bereiteten den Bauern die steigenden Verbraucherpreise und Kosten, besonders von Düngemitteln, so die Organisation. (dpa/k)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27.09.2008

 

 

 

An dieser Stelle möchte ich noch folgende Gedanken äußern:

 

Sind die sich überschlagenden Berichte zu Naturkatastrophen in aller Welt nicht auch der modernen 

 

Kommunikation geschuldet?

 

 

Durch die modernen Kommunikationsmitteln wird der Radio-Hörer, TV-Zuschauer oder Zeitungsleser fast 

 

zeitgleich über 

 

derartige Ereignisse in der Welt informiert (und ist beinahe überfordert), so dass fast der Eindruck entstehen 

 

kann, 

 

unsere Erde stehe vor einer riesigen Katastrophe

 

(siehe Beitrag oben: "Tanzt uns're Welt mit sich selbst schon im Fieber").

 

 

In diesem Beitrag habe ich versucht,  meine Sicht der Dinge darzulegen.

 

 

P.S. Mit meinen Gedanken entschuldige ich keineswegs  den vom Menschen betriebenen Raubbau an nicht 

 

erneuerbaren Ressourcen und die damit verbundenen negativen Effekte auf die Umwelt, distanziere mich 

 

aber von einer „Panikmache“.

 

Es ist vielmehr wichtig, der globalen Erwärmung (sei sie das Ergebnis anthropogener Tätigkeit oder des 

 

natürlichen Kohlenstoffkreislaufes) wirksame Strategien entgegenzusetzen, wie u.a.:  

 

Waldumbau, Rückhaltung von Niederschlägen auf dem Festland zur weiteren Verbesserung der Lage des 

 

Wasserhaushaltes und des Klimas,

 

 

Aufforstung der Tropenwälder, Züchtung "hitzeresistenter“ Obst-, Gemüse-, Kartoffel-, Getreidesorten,

 

 wie z.B. die Wiederbelebung des Weinanbaus (siehe oben) . 

 

 

Hier einige Auszüge aus dem am 02.02.2007 in Paris veröffentlichten Weltklimabericht:

 

                      

 

 

Treibhausgase heizen mehr als 1000 Jahre!

 

Bis 2100 werden Temperaturen weltweit wahrscheinlich um 1,8 bis vier Grad steigen

 

PARIS. Der Erde droht in diesem Jahrhundert eine beispiellose Erwärmng mit einem Anstieg von Dürren und Hitzewellen, gewaltigeren Stürmen und einem kräftig steigenden Meeresspiegel. Bis zum Jahr 2100 würden die Temperaturen rund um den Globus nach dem heute wahrscheinlichsten Szenario um 1,8 bis vier Grad steigen, heißt es in dem gestern in Paris veröffentlichten Weltklimabericht des UN-Klimauschusses IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change).

 

Der klar durch den Menschen verursachte Erwärmungsprozess sei auf lange Sicht unumkehrbar: Bereits in die Atmosphäre gelangte Treibhausgase würden "mehr als ein Jahrtausend lang" zur Erwärmung beitragen. Der Bericht löste weltweit Forderungen nach einem entschlossenen Vorgehen gegen den Klimawandel aus.

 

Der Meeresspiegel werde auch durch abschmelzende Gletscher und Eisschilde um 18 bis 59 Zentimeter angehoben, heißt es in dem Bericht weiter. Mit der Erderwärmung würden "Hitzewellen und Ereignisse mit starken Niederschlägen sehr wahrscheinlich an Zahl zunehmen". Wirbelstürme würden vermutlich deutlich an Stärke und Zerstörungskraft gewinnen. Voraussetzung für die Prognose eines Temperaturanstiegs um 1,8 bis vier Grad ist, dass die Konzentration der Treibhausgase nicht deutlich stärker steigt als erwartet. Bei höheren CO2-Emissionen wäre auch eine stärkere Erwärmung absehbar. Im schlimmsten Fall könnte das Thermometer dann 2100 im Schnitt bis zu 6,4 Grad mehr anzeigen als Ende des 20. Jahrhunderts.

 

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach von einem "Alarmsignal" für die Regierungen weltweit. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, es gebe "keinen Zweifel, dass es eine menschengemachte Klimaveränderung gibt und dass sie voranschreitet und sich beschleunigt". Die Bundesregierung will auf die prognostizierte drastische Erderwärmung mit verstärkten Investitionen in die Klimaforschung reagieren. Bundesministerin Annette Schavan (CDU) kündigte gestern für die kommenden drei Jahre ein Technologieforschungsprogramm über 255 Millionen Euro an. 

 

Die Deutsche Umwelthilfe verlangte von der Bundesregierung, ein Werbeverbot für Autos zu verhängen, die mehr als 210 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die Umweltstiftung WWF forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, den EU- und G8-Vorsitz zu nutzen, "um einen starken Klimaschutz international zu verankern" .

Der Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner, sagte der "Frankfurter Rundschau", der Klimawandel müsse durch eine Konferenz der Staats- und Regierungschefs zur Chefsache werden. 

 

Dabei müssten auch die USA eingebunden werden, die allein für ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen stünden

 

Frankreichs Staatschef Jacques Chirac forderte eine "Revolution" zur Rettung der Erde.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sagte, ein Folgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll sei "dringend" notwendig. Ziel müsse bis 2020 die Senkung der CO2-Emissionen um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 sein.

Die Hilfsorganisation World Vision warnte vor einer Verschärfung von Armutsproblemen wie Hunger und Krankheiten als Folge der Klimaerwärmung.

An dem Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel hatten in den vergangenen Jahren rund 2500 Experten mitgearbeitet. Er ist nur der erste Teil einer umfassenden Klimastudie. 

 

Teil zwei zu den Folgen für Natur, Wirtschaft und Gesellschaft und 

 

Teil drei zu Möglichkeiten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen, werden im April und Mai veröffentlicht, bevor alle zusammen im November als vierter IPCC-Bericht seit 1990 verabschiedet werden. (AFP/cd)

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.02.2007 

 

 

Ein Bericht, drei Teile, eine Warnung

 

GENF. Der Klimarat der Vereinten Nationen (IPCC, Intergovernmental Panel on Climate Change) präsentiert seinen vierten Klimabericht in drei Teilen. Die Grundaussage der Forscher ist immer dieselbe:

 

Der Mensch verstärkt den Treibhauseffekt, erhitzt den Planeten mit unabsehbaren Folgen und muss entschieden gegensteuern.

 

2500 Forscher und 450 Hauptautoren haben sechs Jahre an dem Bericht gearbeitet.

 

Teil 1 des Reports behandelt die wissenschaftlichen Grundlagen, etwa die aktuellen und historischen Beobachtungen der Klimaforscher sowie die Vorhersagen der Rechenmodelle über den künftigen Verlauf der Temperatur. Arbeitsgruppe I ("The Physical Science Basis") legte ihr Resultate am 2. Februar in Paris vor.

 

Teil 2 hat die Auswirkungen des Klimawandels zum Thema, die möglichen Anpassungen daran und die "Verletzlichkeit des Menschen" durch die beobachteten Änderungen der Temperaturen. Arbeitsgruppe II ("Impacts, Adaptation and Vulnerability") stellt ihre Ergebnisse am 6. April in BrüsseI vor.

 

Teil 3 befasst sich mit den Möglichkeiten des Menschen, den Klimawandel mindestens zu bremsen, und macht entsprechende Vorschläge. Arbeitsgruppe III ("Mitigation of Climate Change") präsentiert ihre Zusammenfassung am 4. Mai im thailändischen Bangkok.

 

In allen drei Fällen gibt es Vorabentwürfe - über die endgültige Fassung wird von den Gremien aber erst in letzter Minute entschieden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.02.2007

 

 

 

 

 

An  dieser Stelle die Sicht des Umweltbundesamtes:

 

INTERVIEW Die Folgen der Globalen Erwärmung

 

Prof. Dr. Andreas Troge (56) Der Volkswirt und Umweltökonom aus  Berlin ist seit 1995 Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) in Dessau 

 

Wir können das Klima schützen und den Wohlstand ausbauen

 

In hundert Jahren reicht die Sahara bis Berlin«, so die Prognose. Ist die Lage wirklich so dramatisch?

 

Das Bild von einer Wanderdüne auf dem Pariser Platz ist sicher überzogen. Richtig ist jedoch: Wir müssen in Deutschland mit deutlichen Temperaturerhöhungen zwischen 1,8 und 2,3 Grad rechnen. Nicht übertrieben ist zudem, dass wir bis Ende des Jahrhunderts in Berlin und Brandenburg mit deutlich geringerem Niederschlag - bis zu 40 Prozent weniger im Sommer - zu rechnen haben.

 

Das heißt nicht, dass der Osten völlig zur Steppe wird. Aber wir sollten z. B. resistente Pflanzen anbauen, die ein paar Wochen Trockenheit überstehen - ohne große Ernteeinbrüche wie 2003.

 

Was kommt noch auf Ostdeutschland zu?

 

Mikroorganismen und Insekten, die bisher bei uns fremd waren und Überträger von Infektionskrankheiten sind, könnten zunehmen. Darauf muss sich die öffentliche Gesundheitsvorsorge einstellen. Am wichtigsten ist es angesichts der Hitze­ und Trockenperioden aber, an die extreme Belastung der älteren Bevölkerung zu denken. Wohnungen, die heute gegen Winterkälte isoliert werden, könnten in 20 oder 30 Jahren bei Hitze schon zum Rückzugsgebiet älterer Menschen werden. "

 

Ist der Treibhauseffekt denn noch zu stoppen?

 

Zu lindern ist der durch den Menschen verursachte Treibhauseffekt noch, völlig aufhalten können wir ihn nicht mehr. Wir haben jedoch die Chance, bis Ende dieses Jahrhunderts eine kritische Erwärmung zu vermeiden. Um dies zu erreichen, darf sich die Mitteltemperatur weltweit nur um zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erhöhen ­ dazu müssen wir jetzt alle wesentlichen Maßnahmen ergreifen. Ich will aber niemanden Angst machen:

 

Der Mensch hat schon oft bewiesen, wie anpassungfähig er ist. Wir müssen uns allerdings sofort und entschlossen dem Klimawandel stellen.

 

In Indien und China steigt der CO2-Ausstoß rapide an, die USA verweigern sich dem Thema Klimaschutz weitgehend. Warum sollen wir Europäer uns dann disziplinieren? 

 

Europa, speziell Deutschland, ist Spitzenreiter in Sachen Energiespartechnik und bei erneuerbaren Energien. Wir leben der Welt vor, dass man das Klima schützen und gleichzeitig seinen Wohlstand bewahren, sogar ausbauen kann. Nicht die Moral, sondern das wirtschaftliche Interesse wird Länder wie die Vereinigten Staaten und China dazu bringen, beim Klimaschutz mitzumachen - eben weil sie uns den Weltmarkt für innovative Technik nicht überlassen wollen.

 

Die EU-Kommission will von 2012 an den durch­schnittlichen CO2-Ausstoßvon Neuwagen auf 130 Gramm/Kilometer festlegen. Zu wenig, sagen Umweltschützer...

Wichtig ist doch, dass der EU-Beschluss erstmals anspruchsvolle Grenzwerte für Kohlendioxid vorsieht. Vorausgesetzt, die Regelung kommt in der jetzt verkündeten Form ohne Ausnahmeregelungen zustande, reicht das zunächst. Schon auf nahe Sicht sind wir alle gut beraten, auf den Pfad der sparsameren Fahrzeuge zu gehen - nicht nur zur Schonung des Klimas: 

 

Autofahrer profitieren im Portemonnaie und die Hersteller sichern ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das ist auch gut für die Arbeitsplätze in Deutschland.

 

. KERSTIN WINTERMEYER

kerstin.wintermeyer@super-illu.de

Quelle: SUPERIllu , Nr. 08 / 2007 

Was sagen deutsche Wissenschaftler zur Klimakatastrophe?

Prof. Jürgen Schmid (Uni Kassel) zu BILD: „Wir können die Vollbremsung mit Hilfe erneuerbarer Energien schaffen!“ Schmid setzt auf Windkraft, Biogas und Wasser. „Damit ließen sich z. B. 100 Prozent des deutschen Strombedarfs decken.“

Stefan Singer, Klimaexperte der Umweltstiftung WWF: „Es ist 20-mal billiger, jetzt zu handeln, als später die Trümmer wegzuräumen. Egal, was es kostet, es lohnt sich.“ Singer: „Bis 2015/20 muss die Welt auf dem Weg der globalen Reduzierung sein.“ Derzeit steigt der Ausstoß noch um 3 Prozent/Jahr.

Prof. Margareta Kulessa (FH Mainz) zu BILD: „Wir müssen unsere Kraftwerke umrüsten, dürfen dort keine Kohle mehr verfeuern! Wir müssen die Bürger intensiver über Energiesparmaßnahmen aufklären. Und die Biosphäre besser schützen. Denn dort liegen unsere Kohlenstoffspeicher.“

Was muss Deutschland für Forschung und Entwicklung zum Klimaschutz ausgeben?

Prof. Kulessa: „Jährlich mindestens 0,5 Prozent des BIP.“ Das wären rund 120 Milliarden Euro. Forschungsmittel für Biomasse im Etat des Umweltministers heute: 12 Mio.

 

Quelle: So retten wir die Erde vor der Klima-Katastrophe - Bild.T-Online.de, 23.02.2007

 

 

 

Unter der Überschrift Zukunft mit Risiko und Nebenwirkung war am 29.10.2007 in der Lausitzer

 

Rundschau unter anderem zu lesen:

 

....

Das Klima: Dr. Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zeigte mögliche Szenarien für die Zukunft der Region und des Planeten auf. Vorab aber wollte er mit einer weit verbreiteten Fehleinschätzung  aufräumen. „Es wird häufig mit gefälschten Kurven (???)- argumentiert, der Klimawandel sei ein natürliches, immer wiederkehrendes Phänomen in der Geschichte der Erde." Das aber sei eindeutig falsch, so der Professor. Nach Erkenntnissen des Klimarates der Vereinten Nationen sei die Erwärmung der Atmosphäre ab etwa 1970 ohne den Einfluss des Menschen nicht mehr erklärbar. "Die Erwärmung führt weltweit zu einer Zunahme von Wasserknappheit, Malaria, Hunger und Küstenüberflutung. Für die Lausitz erwartet der Klimaforscher in einem solchen Fall Dürreperioden mit heftigen Starkregenfällen im Winter, Erosionsschäden, eine um 40 Prozent verringerte Grundwasserneubildung. "Das, was am Sommer  2003 absolut extrem war, wird uns 2040 als normal erscheinen - und 2060 als eher kühl."

 

Das Fazit des Klimaexperten: Weiter im Bereich der CO2-Abscheidung forschen, um auch den Energiehunger Chinas oder Indiens stillen zu können.­

 

"Aber wenn sich in zehn Jahren zeigt, dass wir damit nicht weiterkommen, müssen wir den Plan zum Ausstieg aus der Kohle schon in der Tasche haben."

 

Andernfalls, so die Erkenntnis der Forscher, müsse man auf Städte wie Hamburg oder Rostock wohl verzichten - sie würden überschwemmt.

 

Und diese Migrationsprobleme sind dann größer als alles, was wir bisher hier in der  Lausitz diskutiert haben.“

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.10.2007

 

 

Anmerkung:

 

Man enthält sich bei so viel Panikmache besser der Stimme.

 

 

Dass nicht nur  Kohlendioxid ( CO ) zu den Treibhausgasen zu zählen ist, lässt sich aus folgenden Artikeln 

 

ableiten:

 

Die vergessene Methan-Quelle

 

Forscher des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Kernphysik machen überraschende Entdeckung: Pflanzen produzieren selbst Methan und emittieren es direkt in die Atmosphäre


Weitere Artikel von:
Keppler F.


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Methanen

 

 

In den letzten Jahren ist die Biosphäre immer mehr in den Blickpunkt der Forschung geraten, gerade was den Austausch klimarelevanter Gase zwischen Biosphäre und Atmosphäre betrifft. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg haben jetzt genauestens analysiert, welche organischen Gase von Pflanzen abgegeben werden. Dabei machten sie die überraschende Entdeckung, dass Pflanzen - entgegen allen bisherigen Annahmen - das Treibhausgas Methan selbst freisetzen. Ebenso überraschend war, dass die Bildung von Methan durch die Anwesenheit von Luftsauerstoff nicht verhindert wird. Diese Entdeckung ist nicht nur für Pflanzenforscher, sondern gerade auch für das Verständnis der Wechselwirkungen wichtig, die zwischen der globalen Erwärmung und der erhöhten Produktion von Treibhausgasen bestehen (Nature, 12. Januar 2006). 

 

Methan ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas, das zur Klimaveränderung beiträgt. Die Konzentration von Methan in der Atmosphäre hat sich in den vergangenen 150 Jahren nahezu verdreifacht. Am bekanntesten ist Methan als Erdgas, das heute eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielt. Trotzdem geht nur ein Teil der Zunahme in der Atmosphäre auf das Konto von industriellen Aktivitäten, die direkt mit der Energieerzeugung und -verbrennung verbundenen sind. Weit stärker hat die Nahrungsmittelversorgung der rasch zunehmenden Weltbevölkerung die Methankonzentration beeinflusst - durch Emissionen von Methan aus so genannten "biogenen" Quellen, z.B. Reisanbau oder Rinderhaltung. In der Tat ist das atmosphärische Methan heute überwiegend biogenen Ursprungs.

Bisher nahm man an, dass biogenes Methan grundsätzlich durch Mikroorganismen und unter Ausschluss von Sauerstoff, also anaerob gebildet wird. Dabei werden Acetat oder Wasserstoff und Kohlendioxid zu Methan umgewandelt, die ihrerseits beim anaeroben Abbau von organischem Material entstehen. Die mengenmäßig wichtigsten anoxischen Standorte und Quellen von Methan sind natürliche Feuchtgebiete und Reisfelder, außerdem die Verdauung bei Wiederkäuern und Termiten, Mülldeponien sowie das Faulgas aus Klärwerken. Nach bisherigen Schätzungen machen diese Quellen nahezu zwei Drittel der weltweiten Methan-Jahresproduktion von etwa 600 Millionen Tonnen aus.

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kernphysik haben nun herausgefunden, dass Pflanzen selbst Methan produzieren und in die Atmosphäre abgeben, und zwar in ganz normaler sauerstoffreicher Umgebung. Sie machten diesen überraschenden Befund, als sie untersuchten, welche Gase von abgestorbenen und frischen Laubblättern emittiert werden. In einem weiteren Schritt untersuchten die Wissenschaftler im Labor und im Freien auch die Freisetzung von Gasen an lebenden Pflanzen, wie Mais und Weidelgras (s. Abb. 1). Hierbei zeigte sich, dass die lebenden Pflanzen sogar 10 bis 100-fach mehr Methan freisetzten als abgestorbenes Pflanzenmaterial. Zudem stellten die Forscher fest, dass sich die Methan-Bildungsrate noch drastisch erhöhte, wenn die Pflanzen der Sonne ausgesetzt waren.

Obwohl es bereits erste Hinweise gibt, ist noch ungeklärt, welcher Prozess der Bildung von Methan in Pflanzen eigentlich zugrunde liegt. Die Heidelberger Wissenschaftler nehmen an, dass sich dahinter ein bisher unbekannter Reaktionsmechanismus verbirgt, der mit dem herkömmlichen Wissen über Pflanzen nicht zu erklären ist - also ein neues Forschungsgebiet für Biochemiker und Pflanzenphysiologen.

Den ersten Schätzungen zufolge produzieren terrestrische Pflanzen auf der Erde zwischen 60 und 240 Millionen Tonnen Methan pro Jahr. Dies bedeutet, dass heutzutage etwa 10 bis 30 Prozent der Methanproduktion eines Jahres von Pflanzen stammt. Der Großteil, also etwa zwei Drittel, kommt aus tropischen Gebieten, da dort am meisten Biomasse gebildet wird. Der Nachweis der direkten Methanemission bei Pflanzen erklärt auch die unerwartet hohen Methankonzentrationen über tropischen Wäldern, die erst vor kurzem von einer Forschungsgruppe der Universität Heidelberg bei Satellitenbeobachtungen gemessen wurden.

 

                               

Doch warum kommt eine scheinbar so triviale Entdeckung erst jetzt, 20 Jahre nachdem Hunderte von Wissenschaftlern weltweit den globalen Kreislauf von Methan untersucht haben? "Methan darf eigentlich so nicht entstehen" sagt Dr. Frank Keppler. "Es ist eine (bisher) anerkannte Lehrbuchweisheit, dass biogenes Methan nur unter Ausschluss von Sauerstoff gebildet werden kann. Darum hat bisher einfach niemand genau hingesehen."

In der Tat muss man schon sehr genau messen, um die Emissionen zu quantifizieren. Die Heidelberger Forscher haben die meisten ihrer Experimente in methanfreier Luft gemacht, um den hohen natürlichen Hintergrund an Methan auszuschalten. Außerdem benutzten sie Isotopenanalysen, um zweifelsfrei nachzuweisen, dass es sich hierbei um einen neuartigen Produktionsprozess von Methan handelt. Durch dieses "genaue Hinschauen", entgegen der althergebrachten Lehrmeinung, machten sie eine Entdeckung, die wohl dazu führen wird, dass die Passagen zur Methanbildung in den einschlägigen Lehrbüchern neu geschrieben werden müssen.

Aufbauend auf dieser Entdeckung wollen die Wissenschaftler nun neben Laborversuchen auch umfangreiche Feldstudien und Fernerkundungsmethoden einsetzten, um die Stärke dieser Methanquellen besser abschätzen zu können. Darüber hinaus stellt sich die spannende Frage, welche Rolle die Biosphäre bei der Methanbildung in der Erdgeschichte gespielt hat und welchen Einfluss steigende globale Temperaturen und immer höhere Kohlendioxidkonzentrationen in der Atmosphäre auf die Produktion von Methan aus Pflanzen haben werden. Antworten auf diese Fragen darauf sind wichtig, um Rückkopplungsprozesse zwischen der Klimaentwicklung und der Produktion von Treibhausgasen abschätzen zu können.

[FK/AT]

Originalveröffentlichung:

Frank Keppler, John T. G. Hamilton, Marc Braß und Thomas Röckmann
Methane emissions from terrestrial plants under aerobic conditions
Nature, 12 January 2006

 

 

 

 

Deutscher Mikrobiologe empfiehlt Verzicht auf Rind und Milch

 

Das Methan aus Wiederkäuer-Mägen ist eines der stärksten Treibhausgase

 

MARBURG. Der Klimawandel könnte nach Ansicht des Marburger Forschers Ralf Conrad gebremst werden, wenn die Menschheit sich anders ernähren würde. "Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten", sagte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Das von Bakterien in Mägen von Wiederkäuern produzierte Methan ist eines der stärksten Treibhausgase.

 

In acht Jahren beeinflussbar

 

An der "Methanschraube" in der Atmosphäre zu drehen, könne schneller einen positiven Effekt bringen, als rasch den Kohlendioxidausstoß reduzieren zu wollen, sagte Conrad.

 

"Der Methan-Kreislauf in der Atmosphäre ist innerhalb von etwa acht Jahren beeinflussbar, bei Kohlendioxid dauert das Jahrzehnte."

 

Dem Entwurf zum dritten Teil des UN-Klimaberichts zufolge hat die Menschheit nicht einmal mehr 15 Jahre Zeit, um eine unumkehrbare Klimakatastrophe zu verhindern.

 

Jährlich gelangten etwa 600 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre, sagte der Mikrobiologe Conrad weiter.

 

Methan entsteht, wenn organische Stoffe zersetzt werden. Dies geschieht zum Beispiel in Sümpfen oder eben in Mägen von Wiederkäuern wie Rindern oder auch Schafen. Der Anteil von Methan in der Luft stieg in den vergangenen zwei Jahrhunderten um etwa 150 Prozent.

 

Schweine und Hühner harmlos.

 

Zum Methan-Anstieg habe etwa auch der verstärkte Nassreisanbau beigetragen sowie die Mikroorganismen in Mülldeponien, sagte Conrad.

"Wenn wir aber an der Methanschraube drehen wollen, verzichten wir lieber auf Rinder statt auf Reis."

 

Der Reisanbau mache etwa zehn Prozent des weltweiten Methanausstoßes aus, die Rinderzucht rund das Doppelte

 

sagte Conrad.

 

"Wir müssen aber nicht Vegetarier werden. Schweine- und Hühnerhaltung sind harmlos, zumindest was den Methanhaushalt angeht." (dpa/ab)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.02.2007  

 

 

Ein interessanter Aspekt:

 

 

 

Die beiden folgenden Artikel charakterisieren die für die Gesellschaft entstehenden Folgen, wenn die von einigen 

 

"Umweltaktivisten" favorisierten Aktivitäten nicht bis zu Ende gedacht werden:

 

 

Nobel preisträger bezeichnet Biosprit als umweltschädlich

 

Palmölproduktion beruht oft auf Brandrodungen

 

OSNABRÜCK. Der Chemie-Nobelpreisträger Hartmut Michel hat den verstärkten Einsatz von Biosprit in der Europäischen Union scharf kritisiert. Die bestehende Pflicht zur Beimischung von Biosprit in herkömmliche Kraftstoffe sei unter Umweltgesichtspunkten "extrem negativ" und rechne sich überhaupt nicht, erklärte er gestern in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Vor allem wegen der "verheerenden Auswirkungen" auf die Regenwälder sollte diese Beimischungspflicht sofort abgeschafft werden.

 

Die Herstellungskosten von Biosprit in Europa seien mit denen in der Dritten Welt nicht vergleichbar, sagte Michel weiter.

Deshalb würden die hiesigen Produzenten Palmöl etwa aus Indonesien einführen.

Gerade die Palmölproduktion dort führe aber dazu, dass Regenwälder abgeholzt oder niedergebrannt werden. Dann würden dort Ölpalmplantagen angelegt, das Palmöl werde dann in Europa in Biodiesel umgewandelt.

 

Bei der Brandrodung werde so viel Kohlendioxid frei, dass es mehr als 100 Jahre brauche, um dieses Klimagas wieder zu binden. Das gleiche gelte für Biodiesel auf der Basis von Sojabohnen aus Brasilien. (AFP/rb)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.07.2007

 

 

Energiepflanzen verdrängen das Brotgetreide vom Acker Raps und Mais legen kräftig zu

 

WIESBADEN. Der Anbau von Pflanzen für die Erzeugung von Bioenergie lässt in Deutschland immer weniger Ackerland für Getreide übrig. 2006 wurde auf 6,58 Millionen Hektar Ackerland Getreide angebaut, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit 1995. Geschrumpft sind die Anbauflächen für Winterweizen, Gerste und Hafer.

 

Lediglich Roggen konnte zulegen. Diese Getreideart war aber in den Vorjahren deutlich weniger angebaut worden. Starke Zuwächse verzeichnet dagegen vor allem der Anbau von Winterraps und Silomais.

Aus Winterraps wird Bio-Diesel gewonnen. Silomais wird oft in Biogas-Anlagen zur Energiegewinnung verwertet.

 

2006 wurden 9,6 Prozent mehr Silomais angebaut als 2005 und 24,8 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Auch der Anbau von Winterraps nahm mit 8,8 Prozent stark zu, im Vergleich zum Jahr 2000 wurden sogar 27 Prozent mehr davon angebaut.

 

Insgesamt wuchs im vergangenen Jahr nur noch auf 55 Prozent der 11,89 Millionen Hektar deutschen Ackerlands Getreide. Aber auch Getreide kann zur Energieerzeugung dienen. 

Wie viel Getreide dafür verwendet wurde und nicht in die Lebensmittelproduktion ging, teilte das Statistikamt nicht mit. (AFP/rb)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.08.2007

 

 

UN-Experten: Erde ist mitten im Klimawandel

                         

Folgen sind nur noch zu mindern

 

BERLIN. Der Weltklima-Bericht 2007 der Vereinten Nationen zeichnet ein düsteres Bild des Klimawandels und seiner Folgen. Selbst mit einer deutlichen klimapolitischen Wende ließen sich die schwerwiegenden Folgen des globalen Klimawandels bestenfalls abmildern, heißt es in einer vorläufigen Version der Zusammenfassung zum zweiten Teil des Berichts.

 

Allein in Europa könnten bis 2080 bis zu 2,5 Millionen Menschen an den Küsten von Überflutungen betroffen sein. Ein schnelles Umsteuern sei nötig, könne aber nicht mehr verhindern, dass die globale bodennahe Mitteltemperatur bis zum Jahr 2100 um 0,6 Grad steigen werde, hieß es zudem in der in Teilen bereits veröffentlichten UN-Studie.

In der "Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger" warnt das UN-Expertengremium IPCC, dass die weitaus meisten der beobachteten Umweltveränderungen mit dem jeweiligen regionalen Temperaturanstieg übereinstimmten. "Viele der Verändeungen sind auf den Temperaturanstieg zurückzuführen,

 

der eine Folge des von Menschen verursachten Ausstoßes von Treibhausgasen ist",

 

heißt es in dem Papier. Betroffen seien davon alle Weltregionen. Besonders deutlich zeigen sich die Veränderungen den Klimaexperten zufolge durch die Schnee- und Eisschmelze in Arktis und Antarktis sowie bei Gletschern. Kleine Gletscher würden in Europa vermutlich ganz verschwinden, große um bis zu 70 Prozent schrumpfen. Auswirkungen haben die Umwelt- und Klimaveränderungen dem Bericht zufolge auch jetzt bereits auf auch die Wirtschaft: "Die globalen wirt­schaftlichen Verluste durch Unfälle, die auf das Wetter zurückzuführen sind, sind seit den 70er-Jahren deutlich ge­stiegen." Zudem rechnet der UN-Klimarat fest mit steigen­den Zahlen von Todesfällen und Erkrankungen durch Hit­zewellen, Überschwemmungen, Unwetter und Dürren. Die Waldbrandgefahr in Nordame­rika soll stark zunehmen. Zu­dem könne die Hitze zu mehr Fällen von Lebensmittelvergiftungen führen.

Zudem droht ein empfindlicher Verlust an biologischer Vielfalt. Für 20 bis 30 Prozent aller Arten besteht ein hohes Risiko der Auslöschung, sollte die globale Durchschnittstem­peratur um etwa zwei Grad Celsius verglichen mit dem Stand von 1990 steigen. Bei stärkerem Temperaturanstieg fällt das Artensterben noch massiver aus. (AFP/ab)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.03.2007

 

 

K1imaforscher warnen vor Wassermangel im Osten

 

UN-Bericht: Europas Küsten von Überflutungen bedroht

 

POTSDAM/NEW YORK. Wissenschaftler vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) haben angesichts des deutlich messbaren Klimawandels vor Auswirkungen auch im Osten Deutschlands gewarnt.

 

Regionen wie Sachsen und Brandenburg müssten etwa bis zum Jahr 2050 mit einem Temperaturanstieg und weniger Niederschlägen rechnen (die RUNDSCHAU berichtete). "Das neue Deutschland zeichne sich durch trocken-heiße Sommer und warm-feuchte Winter aus", bestätigten Friedrich-Wil­helm Gerstengarbe und Peter Werner vom PIK gestern in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

 

Laufe der Treibhausgasausstoß weiter wie bisher, seien im niederschlagsarmen Osten Wasserprobleme garantiert. Im Sommer habe der Regen bereits abgenommen, im Winter werde es niederschlagsreicher.

 

Wolfgang Cramer vom PIK nannte als Beispiel für Klimaveränderungen den Hitzesommer 2003. "Der war zu einem gewichtigen Teil durch den Klimawandel bedingt und hat in Europa zu 30 000 Hitzetoten geführt", sagte Cramer. "Das sind Todesopfer, die wir dem Klimawandel zuschreiben."

 

Unterdessen zeichnet der Weltklima-Bericht 2007 der Vereinten Nationen (UN) ein düsteres Bild. Allein in Europa könnten bis 2080 bis zu 2,5 Millionen Menschen an den Küsten von Überflutungen betroffen sein. Auch ein schnelles Umsteuern könne nicht mehr verhindern, dass die globale bodennahe Mitteltemperatur bis 2100 um 0,6 Grad steigen werde.(dpa/uf)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03./04.03.2007

 

 

Weltmächte schwächen UN-Klimabericht ab

 

Dramatischer Appell trotz Streichung einzelner Passagen

 

BRÜSSEL. Nach zermürbendem Ringen haben gestern Experten aus 130 Ländern den zweiten Teil des UN-Klimaberichts in Brüssel verabschiedet. Zuvor hatten die Fachleute dem Drängen unter anderem der USA, Russlands und Chinas nachgegeben, die eine Streichung kritischer Passagen forderten.

 

So komme ein Abschnitt zu erwarteten Klimaschäden in Nordamerika nicht mehr im Bericht vor, hieß es. Dieser Passus sei auf Druck der USA gestrichen worden, berichteten Delegierte. Trotz erzwungener Änderungen fiel das Dokument dramatischer aus als jeder UN-Treffen werde er vor al1em die Ärmsten und Schwächsten, heißt es in der Warnung der Vereinten Nationen vor den Folgen der Erderwärmung. Der Vorsitzende des Weltklimarats (IPCC), 

Rajendra K. Pachauri, sprach von drohenden Ernteeinbrüchen, Überschwemmungen und Artensterben.

 

Für Deutschland erwartet Prof. Wolfgang Cramer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dass Krankheiten wie von Zecken ausgelöste Hirnhautentzündungen zunehmen. Ostdeutschland müsse sich auf trockenere Sommer und mehr Niederschläge im Winter einstel1en. "Das heißt, Dürre und Hochwasserrisiko am selben Ort im selben Jahr", sagte Cramer, der am Report mitgearbeitet hatte. Der Anstieg des Meeresspiegels gefährde Menschen an den Küsten.

(dpa/AFP/uf) SEITE 4

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.04.2007

 

 

Und das ist das Horrorszenario mit (irgendwelchen) Annahmen:

 

ZUM THEMA

 

Wenn der weitgehend vom Menschen verursachte Klimawandel nicht gebremst wird, hat dies negative Folgen in der gan­zen Welt. Die Auswirkungen der Erderwärmung werden besonders die armen Regionen Afrikas und Asiens zu spüren haben. Die RUNDSCHAU stellt zentrale Punkte vor:

 

 Afrika wird am härtesten getroffen. Selbst bei optimistischsten Annahmen werden auf dem Kontinent 80 bis 200 Millionen Menschen mehr als heute "sehr wahrscheinlich" spätestens 2080 zu wenig zu essen haben. In den Ländern südlich der Sahara werden dann 40 bis 50 Prozent der weltweit unterernährten Menschen leben; derzeit sind es noch 25 Prozent. Steigen die Durchschnittstemperaturen verglichen mit 1990 um zwei Grad Celsius, wird Trinkwasser für eine halbe Milliarde Afrikaner knapp. Mit der Erwärmung werden auch klimaabhängige Krankheiten wie Cholera, Meningitis und Dengue-Fieber in Afrika häufiger. In großen Flussdeltas etwa von Nil und Niger drohen Überflutungen und empfindliche Beeinträchtigungen des Wirtschaftslebens, in anderen Gebieten Trockenheiten und deutlich geringere Ernten.

 

In Asien dürfte bis 2050 mehr als eine Milliarde Menschen die negativen Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Die Experten fürchten vor allem Wassermangel. aber auch Nahrungsmittelknappheit. Bereits bis 2025 dürfte jeder Inder etwa nur noch rund halb so viel Trinkwasser zur Verfügung haben wie heute. Wie in Afrika drohen Überschwemmungen und Dürren mit weitreichenden Folgen. Überflutungen schaffen neue Brutplätze für Stechmücken, wodurch das Risiko von Malaria-Erkrankungen steigt. In Südasien droht die Getreideernte teils um 30 Prozent einzubrechen. Wird es drei Grad wärmer, schmelzen alle weniger als vier Kilometer langen Gletscher im Himalaya. Asiens äußerst tier- und pflanzenreiche Korallenriffe dürften in den kommenden 30 Jahren zu 30 Prozent sterben.­

 

In Europa werden die Auswirkungen des Klimawandels unerwartet stark zu spüren sein. Im Mittelmeerraum drohen Dürren und Ernteausfälle. In Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien dürften häufiger Gluthitzen wie im Sommer 2003 auftreten, als es Zehntausende Todesfälle gab, mehr Waldbrände auftraten und die Trinkwasservorräte um ein Drittel schrumpften. Im Norden und Westen Europas sind mehr Überschwemmungen unter anderem durch die Schneeschmelze abzusehen, aber auch günstigere Bedingungen für die Landwirtschaft vor allem in Skandinavien. In den Alpen werden mit dem Schnee im Winter auch die Ski-Stationen verschwinden: Das Gebirge, das sich bereits schneller erwärmt als der Rest Europas, wird bei zwei Grad mehr ein Drittel und bei vier Grad mehr sogar zwei Drittel aller Wintersportgebiete verlieren.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.04.2007 

 

 

So sehen US-Forscher die Entwicklung für ausgewählte Klimazonen der Erde:

 

US-Forscher: Erderwärmung bedroht ganze Klimazonen

 

WASHINGTON. Sollte die globale Erwärmung weiter stark ansteigen, wird es nach Ansicht von US-Wissenschaftlern viele Klimaregionen der Erde nicht mehr geben. Zugleich werden neue, unbekannte Klimabereiche auftauchen. Je nach Szenario könne bis zum Jahr 2100 bis zur Hälfte der Landoberfläche ein neues Klima bekommen, hat das Team um John Williams von der Universität von Wisconsin in Madison auf Grundlage von Daten des UN­Klimarats IPCC berechnet.

 

Besonders betroffen seien tropische und subtropische Regionen, schreiben die Forscher in den "Proceedings" der USA-Akademie der Wissenschaften. Die größten Änderungen erwarten sie beim amazonischen und indonesischen Regenwald, aber auch im Westen der Sahara, in Ostafrika, auf der arabischen Halbinsel; im Südosten der USA, in Ostindien, Südostasien und Nordwestaustralien.

 

Weil das Klima bereits vor der Industrialisierung relativ warm war, könnte eine weitere Steigerung der Temperatur zu einer Erwärmung führen, die es in den vergangenen eine Millionen Jahren nicht gegeben hat, heißt es. Insbesondere das Überleben tropischer Arten sei durch die Erwärmung im 21. Jahrhundert stark gefährdet. 

Grund: Tropische Temperaturen variieren im Tages- und Jahresverlauf sehr wenig. Dagegen seien Lebewesen anderer Breitengrade auf größere Temperaturschwankungen eingestellt.

Viele verschwindende Klimabereiche beherbergen den Forschern zufolge eine hohe Artenvielfalt - Arten, die oft nur in einem Gebiet heimisch sind. Als Beispiele nennen sie die Anden, Süd- und Ostafrika, den Himalaya oder die Philippinen. 

(dpa/fxk)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.03.2007

 

 

Und mit diesen Kosten in Abhängigkeit der gewählten Szenarien (besser: Simulationen) rechnen

 

die Experten:

 

Klimawandel wird extrem teuer für deutsche Volkswirtschaft

 

DIW rechnet mit fast drei Billionen Euro bis 2100

 

BERLIN. Der Klimawandel wird die deutsche Volkswirtschaft einer Studie zufolge vermutlich mehrere Milliarden Euro kosten. Wie aus einer gestern in Berlin vorgestellten Simulation des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht, könnten die Folgen der Erderwärmung bis zum Jahr 2100

 

Anpassungs-, Energie- und Schadenkosten von fast drei Billionen Euro

 

verursachen.

 

Nehme die globale Oberflächentemperatur bis 2100 um bis zu 4,5 Grad Celsius zu, entstünden dadurch in Deutschland bereits bis 2050 Kosten von rund 800 Milliarden Euro, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert.

 

Allein die durch Klimaschäden wie Hochwasser, Waldbrände, Stürme oder Dürreperioden verursachten Kosten betrügen bis zum Jahr 2050 rund 330 Milliarden Euro. Die erhöhten Energiekosten beliefen sich auf etwa 300 Milliarden Euro und die Anpassung an den Klimawandel schlage im selben Zeitraum mit bis zu 170 Milliarden Euro zu Buche, rechnete Kemfert vor.

 

Die Expertin geht in ihrer Simulation nicht davon aus, dass der Klimawandel aufgehalten werden kann.

Selbst wenn die Kohlendioxid-Emissionen weltweit auf dem derzeitigen Ist-Stand eingefroren würden, erhöht sich die Temperatur im Schnitt bis 2050 um zwei Grad. (ddp.djn/sm)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.03.2007

 

 

Andere Quellen sehen das ganz anders:

 

 

Am Mittwoch, 4. April 2007 erscheint in der „Lausitzer Rundschau“ folgender Artikel:

 

 

Der Klimawandel  kennt auch Gewinner

 

Studien zu Folgen für die Wirtschaft

 

Der Klimawandel wird die Wirtschaft in Deutschland und weltweit belasten. Trotz enormer wissenschaftlicher Unsicherheiten rechnen immer mehr Ökonomen aus, was die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten an Wirtschaftswachstum und Wohlstand kosten wird. 

 

Dabei gehen die Meinungen je nach Methode weit auseinander:

 

Während manche Experten Milliardenkosten wegen zunehmender Naturkatastrophen und Schäden erwarten,

verweisen andere auf die Chancen des wärmeren Wetters für bestimmte Branchen und Unternehmen.

 

VON ANGELA SCHILLER UND MARION TRIMBORN

 

In einem sind sich die Volkswirte allesamt einig:

 

"Der Klimawandel ist keine wirtschaftliche Katastrophe",

 

fasst Michael Bräuninger vom Weltwirtschaftsinstitut Hamburg die gängige Meinung zusammen.

 

"Der Klimawandel findet langsam statt und lässt den Unternehmen genügend Zeit, sich darauf einzustellen", fügt er hinzu. Neben Verlierern gebe es auch Gewinner: 

 

Sollte es mehrere Grad wärmer werden, liege in den deutschen Wintersportgebieten zwar kein Schnee mehr. Dafür dürfte es aber mehr Nord- und Ostseeurlauber geben.

 

Gute Geschäfte mit Sonne und Wind

 

Zu den Gewinnern des Klimawandels gehören jetzt schon Unternehmen, die erneuerbare Energie aus Sonne und Wind anbieten. Wegen ihrer guten Geschäfte gehören sie derzeit zu den Lieblingen an der Börse. Auch Anbieter von Umwelttechnologien etwa zur Reinigung von Abgasen, zur Kühlung oder zur Wasseraufbereitung können auf gute Geschäfte hoffen. "Die Umweltbranche in Deutschland wird in den nächsten Jahren eine größere Bedeutung haben als der Automobilbau und der Maschinenbau", prophezeit der Chefökonom der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank, 

Andreas Rees.

Auch das Baugewerbe profitiert von milderem Wetter und kann im Winter schnee- und eisfrei ohne die übliche Winterpause durcharbeiten. Transportfirmen können sich künftig freuen, wenn Straßen, Schienen und Flughäfen eisfrei bleiben..

 

Mittelfristig könnte sogar die Landwirtschaft Vorteile aus der Erwärmung ziehen, wenn in Deutschland Pflanzen wachsen, die hier sonst nicht gedeihen würden. "Die Landwirte müssen sich anpassen und etwa von Weizen auf Mais umstellen", rät der Ökonom und Meteorologe Karsten Brandt, der den Wetterinformationsdienst "donnerwetter.de" betreibt.

 

Die große Gefahr sehen Wirtschafts- und Wetterexperten in zunehmenden Naturkatastrophen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat die Folgen einer Erderwärmung von 4,5 Grad untersucht. Demnach würden häufigere Hochwasser und Sturmfluten Straßen und Deiche beschädigen. Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen würden die Versicherungsbranche Milliarden kosten. Weil Kühlwasser für Kraftwerke fehlt, würde Energie teurer. Das DIW rechnet für die deutsche Volkswirtschaft mit Gesamtkosten von 800 Milliarden Euro bis 2050 und mit einem halben Prozent weniger Wachstum jährlich. "Die Kosten des Klimaschutzes betragen nur ein Drittel der Kosten des ungebremsten Klimawandels", sagen die Forscher.

 

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat die Folgen der Erderwärmung für die Gesundheit untersucht. "Wegen der steigenden Zahl von Hitzetagen wird die Arbeitsproduktivität der Beschäftigten sinken und das Sozialprodukt bis zu 0,5 Prozent jährlich schrumpfen", erklärt IfW-­Volkswirt Michael Hübler. Pro Jahr werde es bis zu 15 000 Hitzetote mehr geben. Die Krankenhauskosten würden in die Höhe schnellen, wenn sich Tropenkrankheiten wie Malaria auch hierzulande ausbreiten.

Am Ende sogar Entlastung?

 

Solche Zahlen halten viele Experten für zu hoch gegriffen. Der Meteorologe Brandt hat errechnet, dass Ersparnisse bei Heiz- ­und Energiekosten plus zusätzliche Einnahmen im Tourismus, in der Landwirtschaft und bei Versicherungen (teurere Policen) pro Jahr die Summe von 8,7 Milliarden Euro erreichen könnten.

 

Dem stünden Anpassungskosten - etwa für Klimatisierung oder steigende Rücklagen für Naturkatastrophen - von 3,5 Milliarden Euro bis 2050 gegenüber.

 

"Pro Jahr wird die deutsche Volkswirtschaft durch den Treibhauseffekt somit um etwa fünf Milliarden Euro entlastet", 

 

rechnet Brandt vor.

 

Nordpolarmeer wird immer wärmer

 

HAMBURG. Die Temperatur des Nordpolarmeers ist nach Angaben der Bundesfor­schungsanstalt für Fischerei in den vergangenen 20 Jahren drastisch gestiegen. Das Ober­flächenwasser vor Westgrön­land erwärmte sich bis in eine Tiefe von 300 Metern um zwei Grad Celsius, sagte ein Sprecher der Forschungsanstalt. Selbst in 700 Meter Wassertie­fe sei die Temperatur um ein Grad gestiegen. Das Abschmel­zen des Packeises am Nordpol habe zudem den Salzgehalt des Oberflächenwassers seit Mitte der achtziger Jahre sinken las­sen.

Von der Erwärmung des Nordpolarmeers profitieren der Forschungsanstalt zufolge womöglich die überfischten Kabeljau-Bestände vor West­grönland. (AFP/jt)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.10.2007

 

Das ist wissenschaftliche Arbeit, wie sie ohne Panikmache betrieben werden sollte:

 

 

Forscher blättern im Klima-Archiv

 

ALFRED-WEGENER-INSTITUT:

In Potsdam wird Eis aus der Arktis und Antarktis untersucht

 

Die Ozeane steigen und verschlingen ganze Inselgruppen. Vormals fruchtbare Regionen versteppen, während es anderswo immer häufiger zu Überschwemmungen kommt. 

 

Solche Horrorszenarien des Klimawandels lassen die Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) vorerst noch relativ kalt:

 

Sie untersuchen Eis aus der Arktis und Antarktis ­das "einzige Klima-Archiv der Erde", 

 

wie Fernando Valero­Delgado erläutert.

 

VON RONALD BAHLBURG

 

Der aus Ecuador stammende Experte begutachtet bei fast minus 30 Grad eine Bohrprobe im Kühlraum des AWI in Bremerhaven, die mit ihren rund 14000 Jahren Rückschlüsse auf das Klima vergangener Zei­ten zulässt.

Ein dunkler Streifen in der Eissäule weist auf Asche und damit einen früheren Vulkanausbruch hin; bestimmte Isotope (Atomkerne) wiederum sind ein Beleg für nukleare Explosionen wie den Reaktorunfall von Tschernobyl. In diesem Fall stammt der Bohrkern von der 2001 errichteten Kohnen­Station in der Antarktis. Auch in den sibirischen Gebieten zeichne sich der Klimawandel ab, sagt Bernhard Diekmann mit Blick auf den Klimawandel. Der Geologe ist einer von etwa 80 Mitarbeitern der AWI-Forschungsstelle Potsdam, die eng mit Bremerhaven kooperiert.

 

ARKTIS WAR EISFREI               

 

Konsequenzen für die Umwelt deuten sich laut Diekmann durch die Erosion von Küsten und verstärktes Austauen des Permafrostes an. Die mögliche Dramatik müsse jedoch erst noch durch weitere Beobachtungen und Datenreihen untermauert werden.

 

Auch in der Vergangenheit habe es große Klimaschwankungen gegeben. So sei die Arktis im Holozän, also nach der jüngsten Eiszeit, bis auf wenige Ausnahmen eisfrei gewesen,

 

sagt der Potsdamer Geophysiker Diedrich Fritzsche.

 

Und während der vergangenen 10 000 Jahre habe es - global- teilweise weniger Eis als heute gegeben.

 

Fritzsche hat schon zu DDR-Zeiten für das ehemalige Zentralinstitut für die Physik der Erde auf dem Potsdamer Telegrafenberg gearbeitet, das 1992 im AWI aufging.

 

Die Potsdamer "Periglazial-Gruppe" hat sich auf Gebiete am Rand der von Eis bedeckten Nordpolarregionen spezialisiert und sich intensiv mit den Permafrostböden Sibiriens, darin enthaltenen Eiskeilen und Seeablagerungen beschäftigt. Außer Samen und Pollen enthalten sie auch schon mal einen Mammutknochen.

Diese sogenannten Klima-Archive sagen gleichzeitig etwas über Umweltwandel und Landschaftsentwicklung aus.

 

Beispielsweise habe Sibirien vor rund 6000 Jahren eine Warmphase durchgemacht, 

 

erzählt Diekmann.

 

Berühmte Nordwest-Passage ist eisfrei und befahrbar

 

PARIS. Die berühmte Nordwest-Passage zwischen Atlantik und Pazifik ist nach Angaben der europäischen Raumfahrt­Agentur Esa wegen einer Rekord-Schmelze in der Arktis vollkommen von Eis befreit und befahrbar. Die Esa veröffentlichte am Freitag entsprechende Radarbilder, die Anfang September vom Satelliten Envisat aus aufgenommen worden waren.

Allein im vergangenen Jahr sei eine Eisfläche von einer Million Quadratmetern in der

Arktis geschmolzen, sagte der dänische Meteorologe Leif Toudal Pedersen, Leiter des Polar­View-Projekts. Diesen Rückgang bezeichnete er als "außergewöhnlich".

Die Route durch die Arktis, die Europa mit Asien verbindet, ist gewöhnlich auch im Sommer für die meisten Schiffe nicht befahrbar.

 

Wirtschaftlich interessant dürfte die Entwicklung für Reedereien sein, die die Nordwest­Passage als kostengünstige Alternative zum Panama-Kanal sehen. (AFP/sha)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.09.2007

 

 

Nordpol- Eis kräftig geschmolzen

 

Nordost- und Nordwestpassage erstmals gleichzeitig befahrbar

 

BREMERHAVEN. Die Eisdecke am Nordpol ist in diesem Som­mer besonders stark geschmolzen. Das Minimum der Eisausdehnung vom Jahr 2007 mit 4,1 Millionen Quadratkilometern sei nur knapp überschritten worden, sagte Prof. Rüdiger Gerdes vom Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven gestern.

 

Derzeit gibt es mit 4,52 Millionen Quadratkilometern die zweitkleinste Eisfläche, die seit

Beginn der Satellitenaufzeichnungen im Jahr 1979 gemessen worden ist. Dies teilte auch das Nationale Schnee- und Eis-Datenzentrum der US-Universität von Colorado am Dienstag (Ortszeit) in Boulder mit.

 

Dieses Jahr waren die Nordost- und Nordwestpassage in der Arktis erstmals beide gleichzeitig eisfrei. Bereits im März hatten die Wissenschaftler aus Boulder festgestellt, dass vor allem das ältere und dickere Arktis-Eis zurückgehe.

Die Eisfläche geht meist im September auf ihren Minimalwert zurück und dehnt sich dann wieder aus. Das Minimum ist den Angaben zufolge in diesem Jahr nur noch halb so groß wie es im Schnitt der Jahre 1979 bis 2000 war.

"Damit sind nun zwei Jahre mit riesigen, zuvor nicht beobachteten Flächen offenen Wassers aufeinander gefolgt", sagte Gerdes.

 

Dies sei eine kleine Überraschung, weil häufig auf Sommer mit geringer Eisbedeckung Winter mit starker Eisproduktion folgen würden.

 

Der seit 1979 beobachtete Gesamttrend einer abnehmenden Eisschicht sei jedoch vermutlich (!!) Ausdruck einer von Menschen verursachten Erderwärmung.

 

Für Modellsimulationen sei eine Schlüsselgröße neben der Eisausdehnung auch die Dicke der Eisschicht. Diese sei jedoch viel schlechter von den Wissenschaftlern durch Vermessungen zu bestimmen. Allerdings konnten die Forscher nach Angaben von Gerdes zwischen 1991 und 2007 tatsächlich einen Rückgang der Eisdicke feststellen. "Die von mehrjährigem Eis bedeckte Fläche ist nach Satellitenbeobachtungen deutlich zurückgegangen, sodass die Vermutung besteht, dass auch arktisweit die Eisdicke abgenommen hat", sagte Gerdes; (dpa/bw)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.09.2008

 

 

 

Eindeutig ist der Zusammenhang der einzelnen Komponenten, die beim Klimawandel eine

 

Rolle spielen könnten noch lange nicht geklärt:

 

In der Lausitzer Rundschau / Elbe-Elster-Rundschau vom Samstag, 25. Oktober 2008 ist zu

 

lesen (hier ausschnittsweise):

 

Ein Teil im Klimapuzzle

 

Umweltforschung Wissenschaftler sammeln Daten auf hoher See im Atlantischen Ozean

 

Mit routinierten Handgriffen öffnen zwei Matrosen die Bordwand. Im Meer vor ihnen tancht ein großer Stahlrahmen auf, an dem 22 Wasserschöpfer im Kreis aufgereiht sind. Die Konstruktion war gerade drei Kilometer tief im Atlantischen Ozean. Als eine Winde sie zurück auf das Schiff hebt, dreht sie sich um sich selbst und schwankt im Takt der Wellen.

 

VON DENISE MÜLLER

 

...

Wissenschaftler der Universitäten Bremen, Kiel und Vigo in Spanien sind im August und September drei Wochen zur See gefahren, um Messungen fortzusetzen, die nicht zuletzt das europäische Klima betreffen. Tausende Kilometer fern von der Heimat schlagen sich die 18 Forscher Tage und Nächte um die Ohren. Es ist kalt. Zwischen Sonnenaufgang und Mittagessen ist irgend­wann die grönländische Küste am Horizont aufgetaucht. Die Route der "Thalassa" hat in St. John's, am östlichen Ende Kanadas, begonnen, führt nach Grönland, hoch in die Labradorsee und am Ende nach Brest in Frankreich.

 

Interessant ist für die Forscher vor allem das Gebiet zwischen Grönland und Kanada, die Labradorsee. Dorthin strömt das Atlantikwasser aus den Tropen, kühlt ab und sinkt, um als Tiefenstrom zurück nach Süden zu fließen.

Dieser Prozess ist Teil des sogenannten globalen Förderbands, wie die Ozeanografin Kerstin Jochumsen von der Universität Bremen erklärt. Diese Ozeanströmung umfasst auch den Golfstrom, der Wärme nach Europa bringt.

 

Durch das globale Förderband hängt er mit der Tiefenwasserbildung in der Labradorsee zusammen. "Angenommen, wir schalten das globale Förderband ab, dann würden diese Ausläufer des Golfstroms, die uns in Europa erreichen, nicht mehr so weit nach Norden vordringen", erklärt Jochumsen. Würde man andere Effekte vernachlässigen, bedeutete das: In Europa wird es kalt.

 

TREIBHAUSEFFEKT

 

Doch das Klima entwickelt sich nicht aus einem, sondern aus unzähligen Effekten.

 

Genauso gibt es erwärmende Prozesse. Immerhin spricht alle Welt vom Treibhauseffekt: Weil der Mensch mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) freisetzt, als die Natur das alleine tun würde, wird es wärmer auf der Erde. In Europa könnten sich Treibhauseffekt und Abkühlung gegenseitig aufheben; global gesehen bleibt die Erwärmung durch CO2 ein Problem.

 

Die Forscher aus Spanien und die Gruppe vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften der Universität Kiel untersuchen die Fähigkeit des Atlantiks, CO2  aus der Atmosphäre auf­zunehmen und so dem Menschen eine Weile fernzuhalten.

...

Fahrtleiterin Dagmar Kieke von der Universität Bremen erfasst mit ihrem Team Profile für verschiedene Parameter. "Profile bedeutet, ich messe von der Oberfläche bis zum Boden kontinuierlich Temperatur, Salzgehalt, Druck, Sauerstoff und Geschwindigkeit an verschiedenen Stellen des Ozeans", sagt Kieke.

Daraus können die Bremer Forscher berechnen, wie sich das Wasser in der Labradorsee ausbreitet und vergleichen, ob sich das in den vergangenen Jahren verändert hat.

...

Mit den gewonnenen Daten werden bestehende Klimamodelle überprüft und verbessert.

 

FRISCHES TIEFENWASSER

 

In diesem Jahr widersetzen sich die Daten dem jahrelangen Trend, dass immer weniger Tiefenwasser gebildet wird.

"Dieses Jahr hatten wir sehr starke Konvektionsereignisse, das bedeutet, dass im Winter sehr viel frisches Tiefenwasser gebildet wurde.

 

Das sieht momentan nach so einem Knick im Trend oder einem kleinen Umbruch aus", sagt Kieke. Ob das allerdings eine Trendwende oder doch Zufall ist, müssen weitere Messungen über Jahre zeigen.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.10.2008

 

 

 

Sind das nun Auswirkungen des Klimawandels oder sieht es in den nächsten Jahren wieder (anders) positiver aus ? 

 

Die Frage bleibt zunächst ungeklärt.

 

 

Reiche Ausbeute dank Klimawandel

 

VON HUI MIN NEO

 

Zurückweichende Gletscher geben Forschern in den Schweizer Alpen Schätze preis

 

Vor etwa 5000 Jahren, an einem milden Tag, marschierte ein prähistorischer Wanderer durch die heutigen Schweizer Alpen. Bekleidet war er mit Ziegenlederhosen und Lederschuhen, bewaffnet mit Pfeil und Bogen. Die eigentlich unspektakuläre Wanderung über den Schnidejoch-Pass in 2756 Metern Höhe über dem Meeresspiegel war ein Segen für die Wissenschaft.

Aber ohne den Klimawandel, der den nahe gelegenen Gletscher zum Schmelzen bringt, hätte man von dem Steinzeit-Menschen nie erfahren. Bisher wurden in früheren Eisfeldern 300 Fundstücke gezählt, manche aus der Jungsteinzeit 4000 vor Christus, manche aus der späteren Bronzezeit, der Eisenzeit oder aus dem Mittelalter...

 

Klimaforschung möglich

 

"Wir wissen jetzt, dass die Entdeckungen am Schnidejoch die ältesten dieser Art sind, die je in den Alpen gemacht wurden", sagt Albert' Hafner vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern.

Sie ermöglichten es den Forschern nicht nur, Fakten über das Leben vor Tausenden von Jahren zusammenzutragen,

 

sondern auch, die Klimaschwankungen der vergangenen 6500 Jahre zu beleuchten ­und damit auch den Klimawandel heute.

 

"Für uns ist die Entdeckung der Ausgrabungsstätte selbst der wichtigste Fund, weil wir diesen Zusammenhang zwi­schen Klimawandel und archäo­logischen Objekten haben", sagt Hafner. "Wir wissen, dass die Menschen hier nur entlang­gehen konnten, wenn es relativ warm war", fügt Martin Gros­jean hinzu, Geschäftsführer des Schweizer Netzwerks Swiss Climate Research.

 

"Wenn es zu kalt war, schob sich der Gletscher weiter vor, und die Route war nicht passierbar. "

 

Schon lange wissen Forscher, dass es in der Region Abschnitte mit wärmerem Wetter gab, aber mithilfe der Fundstücke können sie nun genau die Jahre bestimmen, in denen der Weg passierbar war...

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 17.09.2008

 

... also gab es in der Vergangenheit Klimaveränderungen auch ohne anthropogene Einflüsse

 

 

FORSCHEN IM SEESCHLAMM

 

Im Lena-Delta Jakutiens messen die Forscher außerdem, wie viel Methan und Kohlendioxid der Tundraboden beim Tauen freisetzt und ob dies zum Treibhauseffekt beiträgt. In diesem Sommer reist Diekmann auf die russische Halbinsel Kamtschatka, um dort Seeschlämme zu entnehmen. Sie enthalten Pollen, über die sich die Entwicklung der Pflanzenwelt zurückverfolgen lässt.

 

ZUM THEMA

 

Wegener-Institut

1980 wurde das nach dem Polarforscher und Geophysiker Alfred Wegener (1980-1930) benannte Institut in Bremerhaven als Stiftung gegründet. Zu ihr gehören neben der Forschungsstelle Potsdam die Biologische Anstalt Helgoland und die Wattenmeerstation Sylt. Sie ist Mitglied der Herrmann-von-Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und wird zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministeriun finanziert.

 

Die Stiftung hat rund 800 Mitarbeiter. Die Forscher wollen die Wechselbeziehungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre sowie Tier- und Pflanzenwelt der Arktis und Antarktis ergründen.

 

Diese Erdteile beeinflussen das globale Klima besonders.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau / Elbe-Elster-Rundschau / Samstag, 7. Juli 2007

 

 

 

 

Ein sehr qualifizieter Artikel in der "Lausitzer Rundschau" vom 30.01.2010:

 

 

 

 

Nichts ist beständiger als die Unbeständigkeit des Wetters

 

 

 

 

                                               

 

                                                              

 

Eine Temperatur-Betrachtung

 

Vor 310 Jahren begann der Gubener Astronom Kirch mit Wetteraufzeichnungen in Berlin / 

Bad Liebenwerda will „Eine Stadt zum Wohlfühlen im Klimawandel“ werden.

 

Es ist nicht verbürgt, aber wahrscheinlich, dass der Gubener Astronom Gottfried Kirch in seiner Jugend auch Schnee schippen musste. Denn er kam 1639 in der Neißestadt nicht als Sohn reicher Eltern zur Welt, sondern im Hause eines Schuhmachers.                                                         

 

                                                                                     

VON ROLF BARTONEK

 

 

Das Handwerk des Astronomen erlernte er in Danzig, 1679 erfand er einen Schraubenmikrometer für astronomische Messungen, 1680 entdeckte er erstmals einen Kometen mit einem Teleskop. Kirch gehörte seinerzeit zu den führenden "Kalendermachern" in Europa. Wenig bekannt im Unterschied zu seinen astronomischen Leistungen ist aber seine Bedeutung für die Meteorologie. Als er im Jahr 1700 als königlicher Astronom von Guben nach Berlin berufen wurde, begann er im August jenes Jahres auch mit der instrumentellen Aufzeichnung von Wetterdaten.  

 

 

Deshalb verfügt das Institut für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin heute über einen Fundus, der weltweit seinesgleichen sucht: 

eine der ältesten Sammlungen meteorologischer Aufzeichnungen auf der Erde. 

Natürlich ist diese auch unter dem Aspekt eines möglichen Klimawandels interessant. Denn eigentlich, so prophezeien Klimatologen, gebe es einen unabweisbaren Trend zur Erderwärmung, auch wenn in diesem Winter Eiseskälte ganz Nordeuropa überzieht. In Berlin demonstrierten vor einigen Tagen als Schneemänner verkleidete Leute "gegen die Klimaerwärmung". 

 

Und der eher zurückhaltende Lausitzer darf sich fragen, ob das wohl hilft. Immerhin schürt der Flop der Klimakonferenz von Kopenhagen im Dezember 2009 auch in der Region bei vielen Menschen Zukunftsängste. Wird es wärmer auf der Erde? Was bedeutet das? Können wir etwas dagegen tun?

 

Für keine andere Gegend in Deutschland ist die Klimadebatte, die derzeit vor allem die Vermeidung zusätzlicher Kohlenstoffdioxid (CO2)- Emissionen durch den Menschen im Fokus hat, so bedeutsam wie für die Lausitz. Beim Energiekonzern Vattenfall und mit ihm kooperierenden Firmen hängen hier etwa 25 000 Arbeitsplätze von der Kohle und ihrer CO2-freisetzenden Verbrennung in Kraftwerken ab. Da ist es schon von Gewicht, ob das vom Menschen in Industrie und Verkehr, Energie­ und Gebäudewirtschaft zusätzlich zum natürlichen CO2­Kreislauf emittierte Gas eine Erwärmung verursacht.

 

Zunächst einmal wirft das die Frage auf, wie das Wetter früher war. 

Dank Kirch können Prof. Dr. Uwe Ulbrich, Leiter des FU - Instituts für Meteorologie, und Wetterdiensttechniker Georg Myrcik heute mit einer 310-jährigen Datenreihe dienen, die zwar gültige Aussagekraft nur für den Raum Berlin und die nahe Lausitz besitzt, aber auch einfließt in die Indizienkette zur Beurteilung der globalen Klimaentwick­lung. Sie präsentieren ein Diagramm der Jahresmitteltemperaturen von 1701 bis 2009, dessen Kurven den spitzen Ausschlägen bei der Messung von Hirnströmen gleichen.

 

 

 

 

 

Das macht deutlich: Es war schon mal viel wärmer, aber auch schon viel kälter. 

 

So veröffentlichte der ehemalige Instituts-Mitarbeiter Paul Schlaak Berichte über den Winter 1739/40. Er soll neben dem von 1607/08 in der Region der kälteste des vergangenen Jahrtausends gewesen sein. Noch im April waren 1740 die Brunnen gefroren und im Mai gab es viele starke Schneefälle. 

 

Besser hatten es die Berliner und Lausitzer in Mozarts Geburtsjahr 1756. Schon im Januar blühten die Kirschbäume, weiß Myrcik aus Aufzeichnungen. Vergleichsweise viele warme Jahre gab es auch von 1775 bis 1835, allerdings mit etlichen kalten "Ausreißern".

 

Die erste Botschaft, die sich aus der Kurve der Jahresmitteltemperaturen seit 1701 herauslesen lässt, lautet: 

 

Nichts ist so unbeständig wie das Wetter.

 

Doch es gibt noch eine zweite zweite Botschaft. 

 

Im jüngsten Teil des Diagramms bewegen sich die Kurven nur im oberen Bereich, es fehlen die Ausschläge für deutlich kältere Jahre. Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends brachte in Berlin Durchschnittstemperaturen, die um etwa ein Grad über denen der Jahre 1961 bis 1990, die als offizieller Vergleichsmaßstab gelten, lagen. Ulbrich betont, diese sich aus den Berliner Messungen ergebende Tendenz stimme in etwa mit dem Trend überein, der weltweit von den meisten Wetterstationen registriert worden sei. Dieser Trend zur Erderwärmung sei deutlich, obwohl es einzelne Wetterstationen gebe, die eine Abkühlung registrierten.

 

Auch das Jahr 2009 passt sich laut Ulbrich im Raum Berlin/Lausitz in diese Entwicklung ein. Mit einem Temperaturmittel von 9,6 Grad Celsius war es in Berlin zwar kälter als 2008 (10,4 Grad), aber um 0,7 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Myrcik hebt vor allem hervor, dass der April des Jahres 2009 der sonnenreichste seit Beginn der Mes­sungen war. Die Dauer der Sonneneinstrahlung wird in Berlin- Dahlem seit den 1950er-Jahren registriert.

 

Bundesweit wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 2009 im Schnitt seiner rund 2100 Wetterstationen ein Temperaturmittel von 9,2 Grad Celsius erreicht. Das langjährige Mittel der Jahre 1961 bis 1990 liegt bei lediglich 8,2 Grad. Wärmstes Jahr bleibt 2000 mit einem Durchschnitt von 9,9 Grad. 2009 waren im Vergleich zum langjährigen Mittelwert die Monate Januar, Juni, Oktober und Dezember zu kalt, die übrigen acht Monate zu warm. In der kältesten Nacht des vergangenen Jahres wurden in Dippoldiswalde bei Dresden minus 27,7 Grad Celsius gemessen, am heißesten Tag in Rahden­Varl (Nordrhein-Westfalen) 37,8 Grad.

 

Während die langjährige Temperaturkurve für das vergangene Jahrzehnt eine leichte Erwärmung erkennen lässt, läuft in Wissenschaftlerkreisen die Debatte über die Ursachen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob die Erwärmung überhaupt vom Menschen verursacht wird oder ob sie einer natürlichen Schwankung folgt. Es geht auch um die Frage, wodurch der Mensch die Temperaturentwicklung nachhaltig beeinflussen kann. 

 

Der Weltklimarat IPCC hat sich auf die vom Menschen verursachte zusätzliche Emission von CO2 als Hauptsünder festgelegt.

 

Aber auch andere Faktoren wie großflächige Rodungen, Landnahme, Waldbrände, Vulkanausbrüche, vor allem Schwankungen in der Neigung der Erdachse und in der Umlaufbahn um die Sonne sowie die Sonnenaktivität haben Einfluss auf das Klima.

 

Der Flop von Kopenhagen hat sicher mit ökonomischen Interessen von Konzernen und Ländern zu tun. Allerdings sieht auch eine Gruppe von Wissenschaftlern die Datenlage in der Ursachenforschung keineswegs als so eindeutig an, wie vom UN-Weltklimarat IPCC behauptet.

 

Die CO2- Skeptiker und IPCC-Gegner haben sich 2007 mit dem Europäischen Institut für Klima und Energie (Eike) in Jena eine Plattform geschaffen. Die Bezeichnung Institut steht hier aber mehr für ein Bündnis weltweit agierender Wissenschaftler.

 

Fast unbemerkt in der Öffentlichkeit blieb im Juli 2009 ein vom Eike initiierter und von 355 Personen, darunter 75 Wissenschaftler, unterzeichneter Offener Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Darin werfen die Autoren der Kanzlerin vor, teure Strategien zur Vermeidung des Treibhausgases CO2 als Handlungsmaxime verinnerlicht zu haben, "ohne vorher in wirklich kontroversen Diskussionen prüfen zu lassen, ob auch die früheren Temperaturmessungen und viele weitere relevante Klimafakten diese Annahme überhaupt rechtfertigen" .

 

Pikant: In seiner Internet-Veröffentlichung des Briefes beruft sich Eike auch auf die in Berlin ermittelten Jahresdurchschnittstemperaturen seit 1701.

 

 

Pikant ferner: Während Prof. Dr. Uwe Ulbrich als heutiger Direktor des FU-Meteorologie- Instituts in dieser Datenreihe einen Beleg für die Erwärmung im vergangenen Jahrzehnt sieht und "keinen Grund für Zweifel an den IPCC-Berichten" hat, gehört sein emeritierter Vorgänger Prof. Dr. Horst Malberg dem wissenschaftlichen Beirat von Eike an.

 

Für deutsche Politiker und Umweltverbände sei CO2 zu einer Art Teufelsgas geworden, kritisieren diejenigen Wissenschaftler, die zu den "Klimaskeptikern" zählen. Der Staat habe erkannt, dass er unter Berufung auf den Klimaschutz gigantische Summen einnehmen kann, etwa durch den CO2-Zertifikatehandel. 

Er könne aber auch die Autobahn-Maut, die Kraftstoff- und die Ökosteuer problemlos rechtfertigen oder die vom Bürger umlagefinanzierte Förderung von Ökostrom.

 

Letztere wird übrigens auch von den für Eike agierenden Wissenschaftlern teilweise als sinnvoll angesehen, um die Abhängigkeit von endlichen Rohstoffen zu mindern.

 

Für die Menschen ist CO2 zu einem überaus mächtigen Gas geworden, einem Gas, vor dem viele Angst haben. Wer etwa in Cottbus Passanten befragt, wie hoch sie den Anteil von CO2 an der Atmosphäre schätzen, bekommt überraschende Antworten. "Weiß ich nicht", sagt eine junge Frau, legt sich dann aber auf 40 Prozent fest. Ein älterer Herr glaubt an 70 Prozent, eine Schülerin hält 20 Prozent für wahr­scheinlich.

 

Niemand sagt: weniger als 0,04 Prozent. Aber das wäre die richtige Antwort gewesen. 

 

In den vergangenen 100 Jahren hat sich der CO2­ Gehalt in der Luft um gerade einmal 0,01 Prozent erhöht. "Das sind zehn Moleküle auf 100 000 Luftmoleküle", rechnet Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke vom Eike in Jena vor. Die IPCC- Gegner kritisieren, die Regierungen würden den Bürgern sinnlos teure CO2­Vermeidungsstrategien aufbürden. Ulbrich reagiert pragmatisch: "Schon angesichts der abnehmenden Ressourcen an Kohle, Öl und Gas können Strategien zur Senkung der CO2- Emissionen nicht falsch sein." Im Unterschied zu Lüdecke hält er es für möglich, dass auch ein Spurengas das Klima beeinflussen kann.

 

Im Internet tobt, wenig wahrgenommen von der deutschen Öfentlichkeit, eine wahre Schlacht zwischen Wissenschaftlern, die CO2-Vermeidungsstrategien befürworten oder als sinnlos ablehnen. Es reicht, bei Google Begriffe wie Klimawandel oder Eike Klima einzugeben.

 

Dem Weltklimarat IPCC wurde sogar vorgeworfen, Daten gefälscht zu haben, was derzeit überprüft wird.

 

Die Stadt Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) stellt sich derweil schon auf ein paar Grad mehr ein. Unter dem Titel "Eine Stadt zum Wohlfühlen im Klimawandel" bewarb sie sich für ein bundesweites Modellvorhaben und erhielt dafür als eine von sechs Kommunen den Zuschlag. In der nächsten Zeit, so Bürgermeister Tho­mas Richter (CDU), werden wissenschaftliche Institute untersuchen, was ein Klimawandel für diese Region bedeuten würde. Und es wird dabei nicht nur um Probleme gehen, sondern auch um neue Chancen.

 

 

HINTERGRUND

 

Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid, Methan und Wasserdampf sind verantwortlich für den Treibhauseffekt der Erde. Dieser ist aber keineswegs schädlich. Ohne Treibhauseffekt gäbe es kein leben auf dem Planeten.

 

Die mittlere Durchschnittstemperatur würde einschließlich der Unterschiede von den Polen bis zum Äquator statt wie derzeit plus 15 Grad Celsius bei minus 18 Grad Celsius liegen. Dies ist eine gesicherte und wissenschaftlich allgemein anerkannte Aussage.

 

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein Naturgas, das Pflanzen zum Wachstum (Fotosynthese) benötigen. Das CO2, welches Pflanzen beim Wachstum aufnehmen, setzen sie bei ihrem Absterben (Verrotten, Verbrennen) wieder frei. Es gibt also einen natürlichen CO2-Kreislauf. Die Natur setzt jährlich etwa 550 Gigatonnen CO2 frei. Dies gilt als ungefährlich, weil es sich um einen Kreislauf handelt.

 

Der Mensch verursacht zusätzlich zum natürlichen Kreislauf eine CO2-Emission von etwa 36 Gigatonnen. Da dieses CO2 aus Millionen Jahre alten Quellen stammt (Kohle, Öl, Gas), gehen Klimatologen davon aus, dass es nicht vollständig, sondern vor allem wegen der globalen Entwaldung nur zu etwa 45 Prozent vorn natürlichen Kreislauf aufgenommen werden kann. Da es sich aber um ein Spurengas handelt (0,04 Prozent Anteil an der Luft), tobt der Streit um die Frage, ob eine CO2-Anreicherung in der Atmosphäre tatsächlich ausreicht, um das Klima zu verändern. Kritiker weisen darauf hin, dass die früheren regelmäßigen Klimaveränderungen ja nicht vorn Menschen verursacht worden sein können

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.01.2010

 

 

 

 

Wahrscheinlich liegt wie immer die Wahrheit in der Mitte:

 

An dieser Stelle das Wichtigste des UNO-Klimaberichts, Teil 3:

 

ZDF.de - Artikelseite   

 

04.05.2007

 

http://www.heute.de/ZDFheuteiinhalt/7/0,3672,5271847,00.html

 

Dritter Teil des UNO-Klimaberichts veröffentlicht

 

Der Menschheit bleibt zum Klimaschutz kaum noch Zeit:

Der weltweite Treibhausgasausstoß muss bis spätestens 2015 stabilisiert

werden, um die schlimmsten Folgen            

des Klimawandels noch abzuwenden. Das geht aus dem dritten Teil des UNO-Klimaberichts hervor, der am Freitag in Bangkok

veröffentlicht wurde.

 

Die Kosten für eine Eindämmung des Klimawandels 

 

halten sich demnach in Grenzen.

 

Weniger CO2-Ausstoß soll die Erde retten

 

Laut UNO ist die Klimakatastrophe noch abzuwenden - wenn schnell gehandelt wird.

 

Wenn die Erderwärmung im beherrsch baren Bereich von 2,0 bis 2,4 Grad Celsius bleiben soll, koste dies im Jahr weniger als 0,12 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, heißt es in dem Bericht.

 

Die Autoren halten es sogar für möglich, dass der Einsatz klimaschützender Technologien das Wirtschaftswachstum leicht beschleunigt.

 

CO2-Ausstoß senken

 

Um den Temperaturanstieg zu begrenzen, muss der Treibhausgasausstoß dem Report zufolge drastisch reduziert werden. Spätestens in acht Jahren dürfen die Emissionen nicht weiter ansteigen, mahnen die Forscher.

 

"Die Weltgemeinschaft muss die Klimakatastrophe ernster nehmen", sagte der deutsche Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, schon vor Veröffentlichung des Berichts. Der Klimarat gebe dem G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm an der Ostsee damit eine starke Vorgabe, um entschlossene Signale für den Kampf gegen den Klimawandel zu setzen.

 

1000 Seiten Daten und Analysen

 

Die Wissenschaftler und Vertreter von mehr als 100 Ländern hatten in Bangkok

vier Tage und überwiegend Nächte an dem Schlussdokument gearbeitet. Es handelt sich um eine Zusammenfassung von mehr als 1000 Seiten wissenschaftlicher Daten und Analysen. Die Zusammenfassung musste von den Regierungsvertretern Zeile für Zeile abgesegnet werden. Die letzten Hürden wurden in der Nacht zum Freitag beseitigt.

 

Im Kapitel über Atomkraft argumentierte die deutsche Delegation dem Vernehmen nach erfolgreich gegen eine zu starke Betonung von Atomstrom als Alternative zu fossilen Brennstoffen. Hier habe vor allem die amerikanische Delegation eine deutlichere Befürwortung gewünscht. In dem Text wird dem Vernehmen nach die Atomkraft zur Stromerzeugung als treibhausgasneutrale Alternative aufgeführt, allerdings mit dem Hinweis auf die Sicherheitsrisiken und die ungelöste Abfallproblematik.

 

Mit Material von dpa und afp

 

@ZDF 2007

 

 

Hier nun die Ergebnisse des Teils 3 der UN-Klimastudie etwas ausführlicher:

 

 

Veränderter Lebensstil kann den Klimawandel stoppen

 

Dritter Teil des UN-Klimaberichtes vorgelegt

 

 

BANGKOK Der Klimawandel kann nach Überzeugung der namhaftesten Wissenschaftler der Welt ohne Einbußen in der Lebensqualität gestoppt werden. Das betonte Ogunlade Davidson, der Ko-Vorsitzende der Klima-Arbeitsgruppe, die gestern in Bangkok ihren Bericht vorlegte. 

 

"Es geht hier nicht um Opfer, die die Menschen bringen müssen, sondern um Änderungen des Lebensstils",

 

sagte er nach Vorlage des dritten Teils des Weltklimaberichts. "Wenn wir so weitermachen wie bisher, kommen wir in Teufels Küche." Im Hinblick auf die Entwicklungsländer meinte Davidson: "Man kann die Einkommen der Menschen steigern und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen reduzieren. "

 

Zu den Änderungen des Lebensstils schlagen die Wissenschaftler zum Beispiel vor, mehr Rad zu fahren und zu laufen, statt das Auto zu benutzen. 

                                                      Das ist die Zukunft ...          

 

"Wir haben in unserer Sitzung hier irgendwann die Temperatur der Klimaanlage  heraufgesetzt, weil es uns zu kalt war", sagte der zweite Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Bert Metz.

"Damit haben wir einen Beitrag zum Klimaschutz geleistet." 

(Anmerkung des Verfassers: Das kann doch wohl nur als ein Witz aufgefasst werden).

 

Kosten überschaubar

 

Nach der Analyse der Wissenschaftler sind die Kosten, um den Klimawandel aufzuhalten, überschaubar. "Im ehrgeizigsten Szenario würden das Weltwirtschaftswachstum bis 2030 im Jahr höchstens 0,12 Prozentpunkte niedriger liegen", sagte Metz. Es gebe weitere Vorteile ambitionierter Klimaschutzziele: weniger Krankheiten auf Grund geringerer Luftverschmutzung und höhere Energiesicherheit, wenn Staaten unabhängiger von Importen wie Öl oder Kohle seien.

 

Um die Erderwärmung im beherrschbaren Bereich von zwei bis 2,4 Grad Celsius zu halten, muss die Treibhausgaskonzentration nach den Berechnungen der Wissenschaftler auf 445 bis 490 ppm (Teile pro Millionen Teile) begrenzt werden. Dazu muss eine Stabilisierung des Ausstoßes  schon 2015 erreicht werden. 

Bis 2050 müsste der Ausstoß im Vergleich zu heute um 50 bis 80 Prozent gesenkt werden. 

"Um das zu erreichen, ist eine riesige Anstrengung erforderlich", sage Metz.

 

Keine Empfehlungen

 

Die Wissenschaftler betonten mehrfach, dass die Arbeitsgruppe keine Empfehlungen abgibt und die Klimaschutz­Optionen in dem Bericht nicht danach bewertet sind, welche besonders wünschenswert sind. 

 

So sei die Atomenergie erwähnt, weil sie als Alternative zur Produktion von Strom aus Kohle keine Treibhausgase produziere. Jede Regierung müsse entscheiden, ob sie die Option wählen wolle. In dem 35-seitigen Dokument, das ges­tern veröffentlicht wurde, wird auch kurz auf Sicherheitsrisiken hingewiesen.

 

Die Wissenschaftler haben für den Klimabericht unter anderem das wirtschaftliche Potenzial von Klimarichtlinien untersucht. "Wenn eine Tonne Treibhausgas zwischen 20 und 50 Dollar (15 bis 37 Euro) kos­ten würde, werden viele Investitionen (in Technologien mit weniger Treibhausgasausstoß) bereits attraktiv", sagte Metz. Der Preis richtet sich nach dem Markt. Je ambitionierter die Politikvorgaben sind und je höher die Auflagen zur Reduzierung der Treibhausgase, desto höher der Preis.

 

Im europäischen Handel mit CO2-Zertifikaten liegt der Preis nach Angaben der Umweltstiftung WWF zurzeit bei rund einem Euro pro Tonne. Unter anderem seien der Industrie zu viele Zertifikate zugeteilt worden, sagte Klimaexperte Stephan Singer. Ab Anfang nächsten Jahres soll der Preis mit den neuen Zertifikaten auf etwa 20 Euro steigen. "Ohne Marktkräfte, die den Treibhausgaspreis bestimmen, wird man die erwünschte Reduktion im Treibhausgasausstoß kaum erreichen", beteuerte der Vorsitzende des Weltklimarates, Rajendra Pachauri.

(dpalcd)

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 05.05.2007

 

Trotz UN-Klimabericht, Teil 3:

 

 

CO2-Emissionen weltweit gestiegen

 

LONDON. Der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß hat sich einem Bericht der Weltbank zufolge seit 1990 um 16 Prozent erhöht.

 

Dabei seien die CO2­Emissionen in Entwicklungs­  und Schwellenländern, insbesondere in Asien, schneller gewachsen als in Industriestaaten, hieß es in dem gestern in London vorgestellten Bericht.

 

Doch auch in den Industrieländern nähmen die Emissionen zu.

 

So sei der CO2-Ausstoß in den USA um 20 Prozent und in Japan um 15 Prozent gewachsen.

 

Der Bericht könnte den Druck auf die Staatengemeinschaft erhöhen, sich zu bindenden CO2-Reduktionszielen zu verpflichten, hieß es im Umweltbüro der Vereinten Nationen. (ddp.djn/rb)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 10.05.2007

 

 

BP- Weltenergiebericht weist. China als Klima-Sünder aus

 

Kohlendioxidausstoß steigt jährlich um 3,4 Prozent

 

BERLIN. Die rasante Wirtschaftsentwicklung in den Schwellenländern hat den weltweiten Kohleverbrauch 'stark ansteigen lassen. Verant­wortlich dafür ist nach einer Analyse des Mineralölkonzerns BP vor allem China, das seinen Energiehunger mit billiger einheimischer Kohle stillt.

Als Folge sei der globale Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in den Jahren 

 

2001 bis 2006 jährlich um 3,4 Prozent gestiegen, 

 

sagte der stellvertretende BP­Chefvolkswirt Christof Rühl gestern in Berlin.

Das sei eine Verdreifachung der Zunahme im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode.

 

Im Zeitraum 2001 bis 2006 habe sich der Verbrauch aller Energieformen außer der Atomkraft beschleunigt. Die Zunahme habe drei Prozent pro Jahr - ohne China 1,9 Prozent - betragen.

 

In der Periode 1996 bis 2001 seien es noch 1,2 Prozent gewesen.

 

Laut BP-Studie war Nordamerika in den vergangenen fünf Jahren die einzige Region, in der sich die Zunahme an CO2-Emissionen abschwächte.

 

Die Daten im BP-Weltenergiebericht 2007 zeigen, dass die CO2-Emissionen derzeit stärker steigen als der Energieverbrauch. Die Studie macht dafür insbesondere unmoderne Kraftwerke in den Schwellenländern, vor allem in China, verantwortlich. (dpa/rb)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.06.2007

 

 

EU-Gipfel stellt mit Klima-Kompromiss Weichen für globales Handeln

 

Brüssel (dpa) Europa übernimmt die internationale Führung beim Klimaschutz. Der EU-Gipfel in Brüssel hat sich auf ein umfassendes Klima- und Energiepaket mit Zielen bis 2030 geeinigt. Die Staats- und Regierungschefs reduzierten aber auf Druck Großbritanniens und Polens die Zielmarke fürs Energiesparen.

Jetzt werden mindestens 27 Prozent statt der bisher geplanten 30 Prozent angestrebt. Der CO2-Ausstoß soll im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 Prozent sinken. Heute (24.10.2014) geht es bei dem Treffen um Maßnahmen gegen die Wirtschaftsflaute.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.10.2014

 

 

Europa will Führungsrolle beim Klimaschutz

 

Brüssel (dpa) Europa beansprucht für sich eine globale Führungsrolle in der Klimapolitik - auch wenn es hinter früheren ambitionierten Zielen zurückbleibt.

 

Der CO2-Ausstoß soll im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 Prozent sinken. Foto: Patrick Pleul/Archiv

 

Die 28 EU-Staaten einigten sich beim Gipfel in Brüssel nach zähen Verhandlungen auf drei langfristige Vorgaben für das Jahr 2030 beim Klimakiller Kohlendioxid sowie bei Energiesparen und Ökoenergie-Anteil.

Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid soll im Vergleich zu 1990 verbindlich um mindestens 40 Prozent sinken. Damit verdoppele Europa seine Anstrengungen, betonte EU-Kommissionschef José Manuel Barroso am frühen Freitagmorgen. Von Umweltschützern kam massive Kritik, die Ziele seien zu lasch.

Eine europäische Klima-Einigung galt als Voraussetzung für einen Erfolg des Weltklimagipfels Ende 2015 in Paris. Zuvor müssen die Teilnehmer wie die USA und China ihre Positionen festlegen. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard verteidigte das Klimapaket als ehrgeizig. «Sich auf 40 Prozent festzulegen, ohne Gewissheit, was unsere Wettbewerber tun, das ist kein kleiner Schritt, sondern ein großer», sagte Hedegaard der Deutschen Presse-Agentur. «Ich hoffe wirklich, dass Peking und Washington dieses Signal wahrnehmen.»

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, ließ mitteilen, Europa sei Vorreiter und setze «neue Standards für die Klimaanstrengungen für alle Länder».

Allerdings waren die Zahlen am Ende niedriger, als von EU-Kommissarin Hedegaard vorgeschlagen und von Deutschland gefordert.

So setzt sich die EU beim Anteil der Ökoenergien aus Sonne oder Windkraft ein Ziel von mindestens 27 Prozent verpflichtend auf EU-Ebene. Beim Energieeinsparen soll der Wert von ebenfalls 27 Prozent unverbindlich auf EU-Level sein - nationale Unterziele soll es nicht geben. Bei beiden hatten die Deutschen einen Wert von 30 Prozent gefordert.

Deutschland werde bei dem Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien zu steigern, «definitiv mehr machen», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Schon jetzt liege die Bundesrepublik bei 25 Prozent. «Wir hätten uns hier ein höheres Ziel vorstellen können», räumte Merkel ein.

Die Verhandlungen waren äußerst zäh und dauerten bis in den frühen Morgen. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann lobte das Ergebnis, als «ein gutes Zeichen, weil die Positionen waren so weit auseinander wie Nord und Süd». Der französische Staatspräsident François Hollande sprach von einer «guten Vereinbarung». Hollande und Merkel hatten in kleinen Runden über Stunden für den Gipfel-Kompromiss gekämpft.

Kritik kam von der Industrie, aber auch von Umweltschützern. Der Bundesverband der Deutschen Industrie BDI warnte vor allzu strengen Auflagen. Die Politik dürfe Unternehmen keine neuen Klimalasten aufbürden, «die internationale Wettbewerber nicht zu tragen haben».

Die klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Annalena Baerbock, sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von einem schwarzen Tag für den Klimaschutz. Die Naturschutzorganisation WWF kritisierte, Europa sei «vom Vorreiter zur lahmen Ente» geworden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bemängelte, Europa hätte seine Emissionen bis 2030 um mindestens 60 Prozent reduzieren müssen, um einen Beitrag zur Verhinderung der globalen Erwärmung über zwei Grad zu leisten.

Die EU-Staaten mussten auf Druck von Großbritannien und Polen, die sich gegen höhere Einsparziele wehrten, Zugeständnisse machen. So bekommen wirtschaftlich schwächere Länder, darunter viele Osteuropäer, finanzielle Unterstützung beim CO2-Sparen. Im Abschlusstext heißt es ausdrücklich, dass «Fairness und Solidaritätsaspekte in ausgewogener Weise zu berücksichtigen sind».

Ärmere Länder erhalten Geld aus dem europäischen Emissionshandel, um ihre Energiesysteme zu modernisieren. Außerdem dürfen sie über das Jahr 2020 hinaus kostenlose Verschmutzungsrechte an Kraftwerke verteilen. Dies hatte vor allem Polen gefordert, das noch stark auf Kohle setzt. Beim Emissionshandel müssen Unternehmen Rechte zum Ausstoß von Kohlendioxid vorweisen. Sie können auch damit handeln.

Der britische Premier David Cameron hatte Einwände und wehrte sich gegen detaillierte Energiesparziele. Er ist konfrontiert mit Kritik britischer Euroskeptiker.

Die Staats- und Regierungschefs sprachen am zweiten Tag ihres Treffens auch über die wirtschaftliche Lage in Europa und das vom neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker vorgeschlagene Investitionsprogramm von 300 Milliarden Euro. Mit konkreten Entscheidungen wurde nicht gerechnet, weil Juncker am 1. November sein Amt antritt und seine Pläne noch nicht konkret ausgestaltet hat.

Beim Gipfel verdoppelte die Europäische Union ihre Hilfen für den Kampf gegen Ebola auf mindestens eine Milliarde Euro. Unter anderem steigert Großbritannien seine Unterstützung von den ursprünglich zugesagten 156 Millionen Euro auf mindestens 256 Millionen.

An der Sitzung nahm auch der Präsident der Europäischen Zentralbank EZB, Mario Draghi, teil. Dem Vernehmen nach zeigte er sich besorgt und forderte einen umfassenden Ansatz, um die Wirtschaftslage Europas zu verbessern. Er verlangte Reformen, um Investitionen zu steigern.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.10.2014

 

 

 

Klima-Risiko-Index: Wetterextreme treffen vor allem arme Länder

 

Lima. Ob Hitzewellen, Dürren, Stürme oder Überschwemmungen - die Entwicklungsländer, sind meist die Hauptleidtragenden von Wetterkatastrophen. Von 1994 bis 2013 waren Honduras, Myanmar und Haiti die am stärksten betroffenen Staaten, wie aus dem jüngsten Klima-Risiko-Index hervo­geht, den die Umweltschutzorga­nisation Germanwatch am Dienstag (02.12.2014) am Rande der UN-Klimakonferenz in Lima vorstellte. Das Ge­samtausmaß der Katastrophen ist enorm: Weltweit starben in diesem Zeitraum mehr als 530 000 Menschen in direkter Folge von über 15 000 extremen Wetterereignissen. ,

"Diese Ergebnisse zeigen die be­sondere Verwundbarkeit der armen Länder gegenüber klimatischen Risiken, trotz der Tatsache, dass die absoluten monetären Schäden in den reicheren Ländern wesentlich höher sind", heißt es in der Studie, die auf Daten der Mün­chener Rückversicherungs- Gesellschaft und des Internationalen Währungsfonds (IWF) beruht.

Die von 1994 bis 2013 entstandenen wirtschaftlichen Verluste bezifferte Germanwatch auf mehr als 2,2 Billionen US-Dollar in Kaufkraftparitäten gerechnet – das heißt unter Berücksichtigung

unterschiedlicher Kaufkraftsituationen. Im Jahr 2013 standen die Philippinen, Kambodscha und Indien oben auf der Liste der meistbetroffenen Länder. Auf den Philippinen verursachte der Taifun Haiyan 2013 enorme Schäden, was die Spitzenposition des westpazifischen Landes im diesjährigen Index erkläre. Kambodscha wurde am schlimmsten von schweren Überschwemmungen, im August 2013 betroffen. Auch Pakistan (Platz 6) sei dieses Jahr wieder von einer verheerenden Klimakatastrophe und im Sommer 2013, Hitzewellen und Überschwemmungen hart getroffen worden.

Germanwatch wies darauf hin, dass die betroffenen Staaten zu den ärmeren Entwicklungsländern gehörten und somit am wenigsten verantwortlich seien für den Klimawandel.

Die bis 12. Dezember laufende UN-Klimakonferenz in Lima sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, um Fortschritte für eine internationale Antwort auf den Klimawandel zu finden. Lima sei

letzte "Stopp" vor der internationalen Konferenz in Paris Ende 2015, wo ein Weltklimaabkommen verabschiedet werden soll. dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.12.2014

 

 

Anm.:

 

Pakistan und Indien sind nun gerade keine Paradebeispiele.

In beiden Ländern sind reichlich finanzielle Mittel vorhanden, um Atomwaffen herzustellen und Kriege gegeneinander zu führen.

Warum werden diese Mittel nicht für die Eindämmung von Überschwemmungen oder die Auswirkung von Hitzewellen ­eingesetzt.

 

      

 

Mühsames Ringen um den weltweiten Klimaschutz

Deutschland pocht auf Konferenz in Lima auf klare Regeln, will aber kein Strafgericht / 195 Länder verhandeln über ihren Beitrag zur CO-Minderung

 

Lima Deutschland sieht sich weiter als Vorreiter beim Klimaschutz und geht von harten Verhandlungen beim Klimagipfel aus. Ist der Energiemix in aufstrebenden Schwellenländern für das Zwei-Grad-Ziel entscheidend?

Die Bundesregierung sieht sich immer wieder mit Klimaprotest konfrontiert. Sie selbst hält sich aber für einen Klima-Vorreiter. Foto: dpa

 

Anm.: Hier ein Ausschnitt aus der Zeitung „Märkischer Bote“ vom 6./7. Dezember 2014:

 

… „ Die Lausitz hat schwer gelitten für saubere Luft. Das war notwendig über gut zwei J

Jahrzehnte. 90 Prozent (!) aller einstigen Arbeitsplätze sind geopfert worden für klare Luft, heile Landschaft, gesunde Natur.

 

Doch nicht genug! Die Emissionsnormen sind extrem hoch. Deutschland eilt der Welt voran.

Und falls politische Ziele erreicht werden, wird sich das schädliche Oxid unterm Firnament um 0,000000005 Prozent verringern. Acht Nullen hinterm Komma.

 

Genug für eine höchst eirige Peace-Lobby, die kreuzbraven Leut´ (gemeint sind die Bergleute) bei jeder Gelegenheit vor laufenden Kameras zu ächten“…..

 

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Deutschland will sich bei der UN-Klimakonferenz für transparente und überprüfbare Regeln zur Bewertung der CO- (Anm.: gemeint sicherlich CO2-) Minderungszusagen einsetzen. Es müsse Klarheit herrschen, "wie wir das messen und auch kontrollieren können", mahnte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die am Montagabend (08.12.2014) (Ortszeit) in Lima erwartet wurde.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betonte, Deutschland sei weiter Vorreiter beim Klimaschutz. "Die Frage, ob wir das Zwei-Grad-Ziel erreichen, entscheidet sich in Ländern wie China, Indien, den wachsenden Schwellenländern."

Müller, der aus Kolumbien kommend in Peru eintraf, erklärte, ein schnellerer Ausstieg aus der Braunkohle sei ein Thema, aber nicht das entscheidende. "In Deutschland bauen wir um auf erneuerbare Energien. Wir sind pro Kopf (bei CO- (Anm.: gemeint sicherlich CO2-) Emissionen) weltweit gesehen etwa bei der Hälfte der Amerikaner. Aber wir können und müssen noch besser werden", forderte Müller.

Entscheidend sei unter anderem die Entwicklung in China. "Die Chinesen stoßen derzeit 27 Prozent der Weltemission im Treibhausgas-Bereich aus." Wöchentlich gehe in China ein Kohlekraftwerk in Betrieb, sagte Müller.

Um eine Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssen die Emissionen drastisch verringert werden.

In Lima verhandeln deshalb 195 Länder über eine erste Blaupause für einen Weltklimavertrag, der Ende 2015 in Paris als "Paris-Protokoll" verabschiedet werden soll. Die EU will sich darin verpflichten, als ersten Schritt bis 2030 ihre CO-Emissionen um mindestens 40 Prozent zu senken.

Erwartet harte Verhandlungen: Barbara Hendricks. Foto: dpa

Es werde nicht so etwas wie einen internationalen Klimastrafgerichtshof geben, so Hendricks. Es gehe aber darum, die übermittelten Beiträge auch in den nächsten Jahren noch nachzuschärfen, wenn offensichtlich werde, dass mit den Maßnahmen das Zwei-Grad-Ziel nicht mehr zu schaffen sei, sagte die Ministerin vor ihrem Abflug in Berlin.

"Es wird öffentlich und überprüfbar sein."

Das nehme die Länder in die Pflicht. "Das geht nicht einfach nur nach dem Motto ,Hey, ich habe mir mal was vorgenommen'". Deutschland helfe insgesamt 20 Ländern, das überhaupt auszuarbeiten, "weil man natürlich eine entsprechende Verwaltungs- und Wissenschaftskompetenz dafür braucht", erläuterte Hendricks.

Im internationalen Klimaschutz-Ranking liegt Deutschland nach dem Klimaschutz-Index der Umweltorganisation Germanwatch und des Bündnisses "Climate Action Network Europe" weiter abgeschlagen auf Platz 22. Diesmal sei das "Energiewende-Paradox" stark ins Gewicht gefallen. "Trotz des starken Ausbaus der erneuerbaren Energien stiegen die Emissionen aufgrund der Braunkohlekraftwerke. Wir hatten so viel Kohlestrom wie lange nicht mehr im Netz", sagte der politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals.

dpa/sm

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 0912.2014

 

Anm: Hier noch einmal die Fakten:

 

Die Atmosphäre setzt sich etwa 78 %Sticksoff, etwa 21 % Sauerstoff und

ca. kleiner als 1% Kohlendioxid, Neon, Helium, Methan und anderen zusammen.

 

Der durchschnittliche Monatswert betrug:

 

 im November 2014 397,13 ppm, das entspricht etwa 0,03971 Vol.-%,

im  November 2013 395,55 ppm, das entspricht etwa 0,03955 Vol.-%.

 

Die Werte wurden langjährig beobachteten Station Nauma Loa, Hawaii gemessen.

Diese Angaben decken sich im Wesentlichen mit den an deutschen Stationen ermittelten Durchschnittswerten:

Kohlendioxid   380 ppm (0,038 Vol.-%)

Neon               18 ppm (0,0018 Vol.-%)

Helium               5 ppm (0,0005 Vol.-%)

 

Bei diesen Angaben kommen dem normalen Menschen doch Zweifel CO2 als Klimakiller Nr.1 anzusehen.

 

 

 

Klimagipfel 2014 - Ernüchterung in Lima -

 

Klimagipfel endet mit Vereinbarung "auf kleinstem gemeinsamen Nenner" / Scheitern im letzten Moment abgewendet

 

Lima Ein schlechtes Omen für den geplanten Weltklimavertrag? In Lima brechen alte Gräben auf. Es geht um die "historischen Klimasünden" der Industriestaaten. Nach harten Wortgefechten einigt man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Es droht nun ein steiniger Weg.

 

Manuel Pulgar-Vidal hat lange auf seinen Pisco Sour warten müssen. Eigentlich wollte Perus Umweltminister als Konferenzchef schon Freitagabend (12.12.2014) einen Traubenschnaps-Cocktail auf das Ende dieses 20. UN-Klimagipfels in Lima trinken. Dann lief Pulgar-Vidal aber ein heftiger Konflikt zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern fast aus dem Ruder. Erst am Sonntagmorgen (14.12.2014) um 1.25 Uhr Ortszeit konnte er den Hammer fallen lassen: Er ließ einfach keine Einwände mehr gegen den Beschluss zu. Zurückhaltender Applaus ist zu hören, zumindest ist ein Scheitern des Gipfel abgewendet.

Es ist ein Minimal-Kompromiss mit ersten Leitplanken für den bis Ende 2015 in Paris geplanten Weltklimavertrag. Bis März müssen die meisten Staaten ihre Minderungsziele dafür übermitteln. Aber sie können das Ausmaß praktisch selbst bestimmen und müssen nicht sagen, wie sie das Ziel erreichen wollen. Ob ein ambitioniertes Paris-Protokoll so klappt? Fraglich. Zumal auf Druck Chinas der Passus rausflog, dass es verbindliche Überprüfungen geben soll. Und dieser erste globale Vertrag soll ohnehin erst ab 2020 gelten.

Harsche kritik an EU und USA

Rückblick, zwölf Stunden zuvor: Der Vertreter aus Malaysia hat keine Lust mehr auf diese Verhandlungen. "Eigentlich wollte ich heute nach Cusco fliegen", erzählt er im Plenum mit Vertretern aus 195 Staaten. Gemeint ist die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu. Nun befinde er sich hier im Raum Cusco – so heißt der Zeltsaal auf dem Tagungsgelände in Lima. Jetzt sei der Flieger futsch. Und er müsse 26 Stunden mit dem Bus dahin fahren, wenn denn mal alles vorbei sei. Dann kommt er zum Kern seines Anliegens. Er lehnt mit harscher Kritik ein von der EU und den USA gutgeheißenes Papier ab. Dutzende Staaten bis hin zu China tun es ihm gleich.

Der Vertreter des Sudans macht im Namen der afrikanischen Staaten klar, dass der bisherige Entwurf nichts tauge und wird gefeiert. Es gibt eine feindselige Stimmung, nichts ist mehr zu spüren von der Aufbruchstimmung nach dem Schulterschluss Chinas und der USA, mehr zu tun.

Bei Koalitionsverhandlungen müssen sich zwei oder drei Parteien einigen, hier 195 Staaten. Daher müssen Blockierer im "Beichtstuhlverfahren" stundenlang von Pulgar-Vidal und anderen bekniet und neue Abschlussentwürfe geschrieben werden.

Die Industriestaaten wie Deutschland wollen die sogenannte Brandmauer ("Firewall") in der bisherigen Klimaarchitektur bis Paris einreißen: Sie hat zur Folge, dass aufstrebende Länder wie China und Indien bislang kaum etwas für den Klimaschutz tun müssen.

Im geplanten Weltklimavertrag soll es daher keine schematische Unterscheidung mehr zwischen Entwicklungs- und Industrieländern geben. Immerhin stoßen Entwicklungs- und Schwellenländer inzwischen etwa genauso viel CO aus wie die reichen Staaten. Allein China verursacht heute 27 Prozent der globalen Kohledioxid-Ausstöße. Es geht um eine faire Lastenverteilung zur Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius.

Den Entwicklungsländern geht es auch um Geld, nach dem Motto: Milliardenhilfen gegen eigene CO-Minderungszusagen. Fragwürdig ist, dass sich China zur G77-Gruppe der Entwicklungsländer zählt. Das Kalkül: zu starke internationale Verpflichtungen vermeiden. China will erst ab 2030 mit einer Minderung seiner Emissionen beginnen. Das ist objektiv viel zu wenig.

Schlechtes Omen

Der Dissens von Lima ist ein schlechtes Omen. Eigentlich sollte hier ein gutes Gerüst erstellt werden für den geplanten Klimavertrag. Pulgar-Vidal musste vieles aufweichen.

Es ist noch Wichtiges offen. Für welchen Zeitraum und für welche Treibhausgase sollen die Staaten Minderungsziele aufstellen? Welche Staaten bekommen wie viel Geld für die Anpassung an den Klimawandel, etwa für Deiche oder zum Ausbau von Solar- und Windenergie? Bisher haben vor allem die Industriestaaten rund zehn Milliarden US-Dollar in einen grünen Klimafonds eingezahlt.

Für Deutschland verhandelte nach der vorzeitigen Abreise von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ihr Staatssekretär Jochen Flasbarth. Sie verpasste Anschauungsunterricht, welche Gräben und Kniffe es bei Klimaschlussverhandlungen gibt. Ihren Flug wollte sie aber nicht verschieben.

Grünen-Chefin Simone Peter nennt die Abreise "kein Ruhmesblatt für die deutsche Klimapolitik". Stefan Krug von Greenpeace findet es "verwunderlich", wo sie doch den Kampf gegen die Erderwärmung zu ihrem großen Thema machen wolle.

Paris wird kein Spaziergang

Flasbarth vertritt sie gebührlich: tief drin in der Materie, gut vernetzt, beharrlich um Lösungen ringend. Er bilanziert nach Pulgar-Vidals Hammerschlag mit Blick auf Paris: "Das gibt uns einen Vorgeschmack darauf, dass uns da kein Spaziergang bevorsteht." Trotz der ganzen Aufweichungen sei er nicht entäuscht, meint Flasbarth. "Aber ich bin erschöpft, aber froh, dass wir ein Ergebnis gefunden haben."

Zum Thema:
Beim Punkt "Verluste und Schäden" durch den Klimawandel finden Industrie- und Entwicklungsländer in Lima nicht zueinander. Es geht etwa um die Unterstützung für Menschen, die auf pazifischen Inseln jetzt schon umgesiedelt werden müssen, weil ihre Gemeinden unter Wasser stehen. Oder um Menschen, die Trinkwasser teuer kaufen müssen, weil die wasserspendenden Gletscher schwinden. Ärmere Staaten möchten, dass dieser Punkt im Weltklimavertrag von Paris eine entscheidende Rolle bekommt. Insbesondere die USA aber auch andere Industriestaaten befürchten jedoch, dass sie dann einmal für diese Verluste zahlen müssen, und dass dies ein Fass ohne Boden wird.

Georg Ismar und Helmut Reuter

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 15.12.2014

 

Anm.: Soviel Geld für so wenig Ergebnis.(s. weiter oben).

 

Das Geld, das die Klimagipfel und ihre Vorbereitungskonferenzen bisher schon gekostet haben, wäre für den Klimaschutz sicherlich effizienter eingesetzt.

 

Von den verursachten Emissionen der An- und Abreise von Vertretern aus 195 Staaten ganz abgesehen.

 

 

              

    

Bis jetzt ist bei der Energieerzeugung in Deutschland noch kein Verzicht auf Kernenergie und Kohle  

 

in Sicht:

 

 

Studie prüft Potenzial erneuerbarer Energien

 

HWWI: Kernenergie und Kohle nicht voll ersetzbar

 

HAMBURG. Auch der massive Ausbau erneuerbarer Energien kann nach einer Studie in Deutschland die Kernenergie vorerst nicht ersetzen. Bei einem jährlichen Anstieg des Stromverbrauchs um 0,5 Prozent entsteht laut einer Studie, die das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) im Auftrag der Hypovereinsbank (HVB) ausführte, bis zum Jahr 2020 eine Deckungslücke von rund 16 Prozent des Stromverbrauchs. Dieser Strom müsste aus dem Ausland importiert oder aus fossilen Energieträgern erzeugt werden. "Wir wollen weder den politisch beschlossenen Atomausstieg torpedieren noch Horrorszenarien an die Wand malen", sagte HVB-Vorstand Stefan Schmittmann gestern in Hamburg. "Allerdings sollte auch eine allzu blauäugige Herangehensweise vermieden werden."

 

Noch zahlreiche Probleme

 

Gegenwärtig werden rund 26 Prozent des deutschen Stroms aus Kernenergie erzeugt und weitere 57 Prozent mit Kohle- und Gaskraftwerken. Der Anteil der erneuerbaren Energien im wesentlichen Wind- und Wasserkraft, an der Stromerzeugung hat sich in den vergangenen zehn Jahren zwar verdoppelt. Die Energieträger erreichen jedoch immer noch lediglich zehn Prozent. Die Bundesregierung will erreichen, dass dieser Anteil bis 2020 auf 25 bis 30 Prozent und bis 2050 auf mindestens 50 Prozent steigt. "Die Studien haben ergeben, dass der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien durchaus möglich ist", sagte Schmittmann. "Allerdings sind auf diesem Weg noch zahlreiche Probleme zu lösen, während die Politik so tut, als müsse bestehende Technik nur noch in die Tat umgesetzt werden."

 

Brückentechnologie nötig

 

Die HWWI-Studie geht davon aus, dass auch künftig neue Kohlekraftwerke gebaut werden, um den bisherigen Beitrag der Kohle zur Stromversorgung aufrechtzuerhalten.

Der deutsche Strombedarf könne künftig nur dann aus inländischer Erzeugung gedeckt werden, wenn er Jahr für Jahr abnehme, was nicht realistisch sei, sagte HWWI-Forscher Michael Bräuninger. Er sprach sich für "Brückentechnologien" auf der Basis fossiler Brennstoffe aus, um die zu erwartende Stromlücke zu schließen. Dazu zählten CO2­emissionsfreie Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke.

Die HVB gab zwei Studien in Auftrag, da sie zu den führenden Finanzierern erneuerbarer Energien in Deutschland zählt und das Geschäft ausbauen will. Bis 2020 sind Investitionen in. erneuerbare Energien von 80 bis 90 Milliarden Euro zu erwarten. (dpa/B.M.)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.12.2007

 

 

Der  "Brandenburger Weg" :

 

Christoffers: Neues Kraftwerk auch ohne CCS

Cottbus Wird in Jänschwalde nach 2020 ein neues Kraftwerk gebaut? Das ist für die Lausitz die wichtigste Frage zur Energiestrategie des Landes. Für Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) ist ein Neubau auch ohne CCS denkbar.

Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) brachte es gleich zu Beginn der Sitzung des Braunkohlenausschusses auf den Punkt, warum Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) mit so großer Spannung in Cottbus erwartet wurde. „Wir brauchen klare Ansagen, kommt ein neues Kraftwerk in Jänschwalde oder nicht.“

In zehn Jahren neigt sich die Laufzeit der 3000-Megawatt-Anlage von Vattenfall dem Ende zu. Ohne einen Neubau an diesem Standort wird es keinen neuen Tagebau Jänschwalde-Nord geben, für den bereits die Planung läuft und für den drei Dörfer umgesiedelt werden müssten.

Ein einfaches Ja oder Nein bekam Altekrüger von Christoffers kurz darauf auf seine Frage zwar nicht zu hören, doch der Minister sagte deutlich, dass ein Kraftwerksneubau in Jänschwalde nicht mit der CCS-Technologie steht und fällt. Die Abscheidung und unterirdische Speicherung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) sei nur eine Option, um trotz Kohleverstromung die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen: „Wenn diese Ziele auch anders erreicht werden können, werden auch andere Optionen möglich sein.“

                

 


Unsichere Prognosen

Christoffers erläuterte ausführlich die hohe Unsicherheit aller Prognosen über die Entwicklung der Energieversorgung in Deutschland in den kommenden Jahren. Deshalb werde die Landesregierung sehr „technologieoffen“ in die Formulierung der Energiestrategie 2030 gehen, die im nächsten Frühjahr verabschiedet werden soll.

Untersucht wurden dazu von Gutachtern sechs Szenarien. Darunter ein Kraftwerksneubeu in Jänschwalde mit und ohne CCS sowie die Schließung des Standortes. Christoffers versicherte, dass die Arbeit an der neuen Energiestrategie noch nicht beendet sei. „Gutachten, die teilweise schon öffentlich bekannt sind, nehmen nicht die politische Entscheidung vorweg.“

In einigen Punkten legte sich Christoffers jedoch fest. „Die Landesregierung hält die Braunkohleverstromung so lange für notwendig, bis Deutschland seinen Strom sicher und zu bezahlbaren Preisen aus erneuerbarer Energie erhält“, sagte er. Dabei erwähnte er,

 

dass in Nordrhein-Westfalen gerade neue Braunkohlekraftwerke gebaut würden und in Baden-Württemberg 40 Jahre alte Kraftwerke wieder ans Netz gehen, um die Grundlast zu sichern.

Brandenburg werde auch weiter seine Energiepolitik in einen gesamtdeutschen Kontext einbinden und „Strom-Exportland“ bleiben, kündigte der Wirtschaftsminister an. „Wenn wir anfangen, die Stromerzeugung zu föderalisieren, dann brauchen wir die Energiewende nicht weiter zu verfolgen“, sagte er.

CO2 nach Norwegen?

Dass der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien in Brandenburg Vorrang genießt, stellte Christoffers nicht infrage. 14 000 neue Arbeitsplätze seien in dieser Branche in Brandenburg bereits entstanden. Doch der Wirtschaftsminister benannte auch die Probleme, die mit dem weiteren Zuwachs an Wind- und Solarstrom verbunden sind: Ausbau der Stromnetze, die noch ungelöste Frage der Stromspeicherung und Akzeptanzprobleme. „Auch da sind viele Fragen offen.“

Erstmals sprach Christoffers auch öffentlich an, was in Fachkreisen längst kein Geheimnis mehr ist. Die EU lasse prüfen, ob es möglich wäre, ein europäisches Rohrleitungsnetz für abgeschiedenes CO2 aus Kraftwerken und Industrieanlagen zu entwickeln. Das klimaschädliche Gas könnte dann zum Beispiel unter dem Meeresboden vor Norwegen gelagert werden.

 

Zum Thema:

Zum Thema Die Bundesregierung muss eine EU-Richtlinie umsetzen und ein Gesetz zur unterirdischen Speicherung von CO2 aus CCS-Demonstrationsanlagen schaffen. Eine solche Anlage soll in Jänsch walde entstehen. Das Gesetz ist jedoch im Bundesrat gescheitert. In der Länderkammer gibt es drei Gruppen mit unterschiedlichen Standpunkten dazu, die jeweils keine Mehrheit haben. Deshalb wurde das Gesetz in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Der kommt am 22. Dezember zusammen.

 

Von Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.11.2011

 

 

An dieser Stelle das Wichtigste  aus Teil 4  des Weltklimaberichtes:

 

 

UN -Weltklimarat befürchtet Erderwärmung um sechs Grad

 

Dramatische Folgen auch für Europa vorhergesagt

 

BERLIN. Der UN-Weltklimarat verschärft nochmals seine Warnungen vor der weltweiten Erwärmung. Die Erde trete in eine neue Klimaepoche ein, zitiert die "Welt am Sonntag" aus dem Entwurf der politischen Zusammenfassung und Bewertung der bereits veröffentlichten Daten des vierten Weltklimaberichts. Demnach wird ein Temperaturanstieg um sechs Grad noch in diesem Jahrhundert befürchtet. Als gerade noch verkraftbar gilt nur ein Anstieg um zwei Grad.

In Europa würden durch die Erwärmung deutlich mehr Menschen durch Hitze sterben; mit einer Ausbreitung ansteckender Krankheiten müsse gerechnet werden, heißt es im Bericht.

(AFP/kr)

 

 

UN-Klimabericht, Teil 4Defizite beim Klimaschutz

 

UN legen globalen Umweltbericht vor / Wassermangel droht

 

BERLIN. Die Umweltbehörde der Vereinten Nationen UNEP und das Bundesumweltministe­rium halten die Klimaschutzanstrengungen weltweit noch für unzureichend. Im Kampf gegen Erderwärmung und schädliche Treibhausgase sei immer noch eine "bemerkenswerte Dringlichkeits-Lücke" festzustellen, heißt es im vierten Globalen Umweltbericht des UN-Umweltprogramms, der gestern in Berlin vorgestellt wurde.

 

Auch Deutschland müsse noch zulegen, sagte der Umwelt­staatssekretär Michael Müller (SPD). Mit der jetzigen Gesetz­gebung lasse sich allenfalls ein Kohlendioxid (CO2)-Abbau von 31 bis 33 Prozent bis 2020 er­reichen. Das 40-Prozent-Ziel werde verfehlt. "Im Augenblick, läuft das nicht optimal", kommentierte Mül­ler indirekt die aktuelle Gesetzesab­stimmung in der Bundesregierung zur Erzeugung von Heizwärme und Strom mit erneuerbaren Energien. Zugleich wandte er sich gegen das Votum des Europäischen Parlaments zugunsten der Kernenergie: "Ich halte das für Quatsch." Es sei auch keine Lösung für die Versorgung.

 

Wie der Bericht des UN-Weltklimarates (IPCC) aufgezeigt habe, trage die Atomkraft weniger als ein halbes Prozent dazu bei. "Es ist erkauft mit unglaublichen (Sicherheits-) Risiken. Und wie soll man eigentlich dem Iran sagen, das Land solle auf Atomenergie verzichten, wenn wir diese zugleich zu einem der wichtigsten Instrumente des Klimaschutzes erklären. Das ist eine idiotische Debatte. Das müsste auch Brüssel wissen." 

 

(Ein Urteil über das Führen idiotischer Debatten abzugeben, bleibt dem Leser überlassen). 

 

UNEP-Sprecher betonten, für den ge­samten Klimaschutz-Prozess in der Welt sei wichtig, dass große Länder wie Deutschland (groß: Fläche ?? Bevölkerung ??) vorangingen. Es sei nicht auszuschließen, dass die Probleme der Erderwärmung noch größer als bisher angenommen seien. Dies bedeute, dass die Treibhausgase in den Industrieländern um 60 bis 80 Prozent reduziert werden müssten. Die angenommenen 50 Prozent reichten dann nicht aus.

 

"Die Absicht (dieser Warnung) ist nicht, ein dunkles und finsteres Szenario vorzulegen, sondern zu dringendem Handeln aufzurufen." 

Bei Energiefragen sei die Welt mit einer doppelten Bedrohung konfrontiert: mit unsicherer und ungleicher Versorgung sowie mit Umweltschäden in Folge zu großen Energieverbrauchs.

 

Dem Bericht zufolge sind weltweit mehr als 60 Prozent der Ökosysteme geschädigt oder werden übermäßig beansprucht. Zudem nimmt die Wasserknappheit in den Entwicklungsländern zu, wo jährlich drei Millionen Men­schen - zumeist Kinder unter fünf Jahren - an Krankheiten durch verschmutztes Wasser sterben. Ohne Änderungen werden laut UNEP in weniger als 20 Jahren mehr als 1,8 Milliarden Menschen in Regionen mit großer Wasser-Knappheit leben. 

 

Gefahren gingen neben dem Klimawandel von Luft- und Meeres-Verschmutzungen, vom Verlust der Ozonschichten sowie dem Artensterben aus. 16 000 Tiere und Pflanzen seien davon in den nächsten Jahren betroffen, sagte Müller. "Wenn wir hier nicht zu konsequentem ökologischen Handeln kommen, wird sich das dramatisch auf Wohlstand, Demokratie und Weltfrieden auswirken." (dpa/uf)

 

ZUM THEMA

 

Mit einer Gesetzesinitiative wollen mehrere US-Senatoren die vereinigten Staaten zum Vorreiter beim Klimaschutz machen. In einer öffentlichen Senatsanhörung  zu neuen Vorgaben bei der Reduzierung von Treibhausgasen sagte der unabhängige US-Senator Joseph Lieberman jetzt, das Problem der Erderwärmung werde von „Tag zu Tag dringlicher“ . Die US-Regierung müsse „Teil der Lösung dieses Problems“ sein. Lieberman und der Ko-Autor  des Entwurfs, der republikanische Senator John Warner äußerten die Hoffnung, dass der US-Senat noch vor dem UN-Klimagipfel auf der indonesischen  Insel Bali im Dezember verabschiedet.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.10.2007

 

 

Warum wird eigentlich von den meisten "Experten" bei den Treibhausgasen immer nur vom Bestandteil 

 

CO  

 

gesprochen ?

 

 

 

Bevor diese Frage diskutiert wird, wende ich mich einmal den "Experten" des Weltklimarates zu:

 

 

Denkverbote für Klimaforscher – der Weltklimarat und seine unbequemen Kritiker

Der Weltklimarat IPCC trägt Forschungen über den Klimawandel  auf der Erde zusammen und ist für die Erstellung des 

 

Weltklimaberichts verantwortlich.

 

Doch welche Forscher sitzen im Weltklimarat und wie aussagekräftig sind ihre Forschungen?

 

Werden einige renommierte Klimaforscher und ihre Forschungen vom IPCC bewusst ausgegrenzt?

 

 

Quelle: ARD, Report MÜNCHEN, 21.05.2007

 

 

 

An dieser Stelle der komplette Text zur ARD-Sendung Report MÜNCHEN vom 21.05.2007:

 

 

 

Denkverbote für Klimaforscher - Der Weltklimarat und seine unbequemen Kritiker

 

Autoren : Günter Ederer, Mike Lingenfelser

Kommt schon bald die Klimakatastrophe? Machen Treibhausgase den Planeten kaputt? Oder erleben wir eine Panikmache, von der die Panikmacher profitieren?

Er hat das Meinungsmonopol beim Klimawandel: Der Weltklimarat der UN, genannt IPCC und wenn sein Vorsitzender Pachauri spricht, schockt er mit der nahenden Apokalyse. Die angeblich weltbesten Forscher sollen eigentlich den neuesten wissenschaftlichen Stand des Klimawandels zusammentragen. Doch immer wieder müssen die handverlesenen Autoren ihre eigenen Schreckensszenarien relativieren.

1990 prognostizierte der Weltklimarat IPCC noch einen Anstieg des Meeresspiegels von über 60 Zentimetern.
Bereits ein paar Jahre später waren es noch um die 50 Zentimeter. Und heute spricht der Klimarat nur noch von über 30 Zentimetern.

Nein zur Apokalypse, sagt der Däne Bjorn Lomborg in seinem Buch. Der Ex-Greenpeace-Aktivist und Professor für Statistik musste feststellen: Je länger er forschte, um so weniger blieb von dem Katastrophenszenario übrig.

Prof. Bjorn Lomborg, Universität Kopenhagen: "I was very surprised. I think all the people, who partizipated in this seminar, were very surprised. And I also emotionally think. I was committed to the slightly left leaning, kind of worries group of people. So yes it didn´t feel right. But of course, if is that´s what the data says, we should go that way."
„Wir alle waren sehr überrascht. Das hat uns richtig zu schaffen gemacht, auch emotional. Ich selbst war überzeugter Anhänger der Linken, ein Bedenkenträger mit Angst vor der düsteren Zukunft. Aber wenn die objektiven Daten das Gegenteil beweisen, dann müssen wir uns danach richten."


Lomborg wurde zu den 100 wichtigsten Persönlichkeiten des Time Magazine gezählt. Doch die UNO Weltklimaorganisation übersieht ihn.

Prof. Bjorn Lomborg, Copenhagen Business School: "I perhaps are not terribly surprised - the Chairman Pachauri actually compared me with Hitler in the newspaper interview. Where he said, you can´t make that kind of thinking, it´s like Hitler."
„Das hat mich eigentlich nicht überrascht. Schließlich hat mich der IPCC Chef Pachauri in einem Interview mit Hitler verglichen. Er sagte, so kann man nicht denken, das ist wie Hitler.“


Auch Professor Richard Tol sieht sich vom Weltklimarat ausgegrenzt. Dabei war er offizieller Autor des IPCC – bis er über das Katastrophenszenario Bedenken äußerte. Laut einer der größten wissenschaftlichen Datenbanken hat Richard Tol viel mehr wissenschaftliche Publikationen vorzuweisen und wird in der Fachwelt viel öfter zitiert als einige Kollegen, die heute in der IPCC den Ton angeben. Wir treffen ihn in Irland, wo er unabhängig forschen kann.

Prof. Richard Tol, Klimaökonom: „Die IPCC ist im Moment ziemlich grün geprägt und durch die Jahre grüner gewachsen. Leute, wie ich, mit einer wissenschaftlichen Meinung, wie ich sie habe, werden rausgelassen."

report MÜNCHEN: „Warum?"

Prof. Richard Tol, Klimaökonom: „Weil wir dieselbe Literatur anders zusammenfassen würden. Und mehr betonen, dass Klimapolitik auch ein Problem ist und wenn wir das zu schnell zu viel machen, dass das dann ganz teuer wird.“

Und das ist die eigentliche Katastrophe für die Welt: Der drohende wirtschaftliche Schaden durch völlig übertriebenen Klimaaktivismus. So behauptet der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht, dass sich die Erderwärmung auf zwei Grad beschränken lässt – aber nur wenn sofort gehandelt wird, also ab sofort noch mehr Geld und Macht in die Klimapolitik fließen. Dann, so suggeriert der IPCC-Bericht, wären die Klimakosten bezahlbar.

Doch gut versteckt in der Fußnote 22 liest sich das anders. Demnach ist die Anzahl der Studien als Beleg, um diese schnelle Wende in der Klimapolitik zu erzielen und damit die Kosten niedrig zu halten, gering. Besonders hinterlistig findet Richard Tol: Diese entscheidende Information wird einfach weggelassen.

Prof. Richard Tol, Klimaökonom: „Was die IPCC nicht dabei sagt, ist, dass anderen Modellen und Szenarien ist es überhaupt unmöglich dieses Ziel zu erreichen. Also die wirklichen Kosten oder die wirkliche wissenschaftliche Abschätzung der Kosten ist viel, viel höher als es diese Zusammenfassung sagt.“

In Genf konfrontieren wir den zuständigen Co-Vorsitzenden der IPCC Bert Metz. Ein Mann mit viel politischer Erfahrung, unter anderem aus dem niederländischen Umweltministerium.

Den Vorwurf, dass der Bericht einen Teil der Wahrheit auslässt, streitet er einfach ab.

Bert Metz, Weltklimarat IPCC: “We can only judge what publications there are. We looked at those publications that have analysed these low levels of stabilization and we have given the caveates and the assumptions made in there. We have done what we could do.”
„Wir können nur die vorhandenen Veröffentlichungen beurteilen und haben dabei die Stabilisierung des Klimas auf niedrigem Niveau analysiert und alle Einwände und Thesen berücksichtigt. Ich denke, wir haben getan, was wir können.“


Ist das genug? Ist der Weltklimarat in seinen Prinzipien wirklich so neutral, wie er sich darstellt?

Der ehemalige Herausgeber von New Science, Nigel Calder in London, hat die Entstehung des UN-Klimarates IPCC von Anfang an journalistisch begleitet. Und Calder macht darauf aufmerksam,

dass der Weltklimarat eine politische und keine wissenschaftliche Organisation sei.

Nigel Calder: "It is an Intergovernmental Panel, so that it is created with a political purpose and it has its burocrats, some of these burocrats are scientists and than they can draw on the expertise from outside, but they choose who they consult basicly and they make sure, that most of them will sing from the same songsheet."
„Es ist ein regierungsübergreifender Arbeitskreis mit Bürokraten und einer klaren politischen Absicht. Einige der Bürokraten sind Wissenschaftler und sie greifen auf die allgemeinen Forschungserkenntnisse zurück – aber sie wählen aus, wen sie heranziehen wollen und stellen dabei sicher, dass die meisten von ihnen dasselbe Lied singen.“


Er darf auch nicht mitsingen im Chor des Klimarates. Henrik Svensmark vom Nationalen Weltraumforschungs Institut in Kopenhagen. Er vertritt die These, dass die Sonnenaktivität und ihr Einfluss auf die Wolken schuld am Klimawandel sind – und nicht der Mensch. Seine Studie wurde immerhin von der britischen königlichen Wissenschaftsakademie veröffentlicht.

Henrik Svensmark, Klimaforscher: "The IPCC should consider these things, these new findings should go into the IPCC, changes the basic of what they are saying, what they say about the role of the sun, but it is not happening."
„Die IPCC sollte die Rolle der Sonne in ihren Berichten berücksichtigen und damit die Grundlagen ihrer Aussagen ändern. Aber genau das passiert nicht.”


Die IPCC-Geschäftsführung weist die Kritik einer Zensur wissenschaftlicher Arbeiten zurück. Man prüfe ausgewogen und transparent die gesamte relevante Literatur. Aber:

Bert Metz, Weltklimarat IPCC: "We don’t have a mandate to go into a general debate."
„Wir haben nicht den Auftrag, eine generelle Debatte anzufangen."


Und deswegen fallen Kritiker in den politischen Zusammenfassungen des IPCC unter den Tisch - und das war so gewollt, sagt Nigel Calder.

Nigel Calder: "You have to understand the Intergovernmental Penal on Climate change was set precisely up to proof, that human beings are offending the climate."
„Sie müssen wissen, dass der Gründungsauftrag für den regierungsübergreifenden Klimarat lautet: Zu beweisen, dass es der Mensch ist, der für die Klimaerwärmung verantwortlich ist.“


Die Ergebnisse der Klimaberichte sind also vorprogrammiert – kein Wunder, dass Kritiker wie Lomborg, Tol und Svensmark keine Chance haben.

 

 

Quelle: ARD, Report MÜNCHEN, 21.05.2007

 

 

Folgender Kommentar (geschrieben von osi am 21.05.2007) zur ARD, REPORT-

Sendung vom 21.05.2007

war im INTERNET unter DÜSSELDORF BLOG zu lesen:

Prof. Björn Lomborg von der Kopenhagen Business School, ein bedeutender Klimaforscher und für das TIME Magazine vor drei Jahren eine der 100 wichtigsten Persönlichkeiten weltweit - der Weltklimarat IPCC zog ihn nicht zu Rate. Denn Lomborg will anhand von Statistiken ermittelt haben, dass sich der Zustand der Umwelt gebessert habe.  

                                                          

Foreign Policy-Leser wählten ihn zu den 20 wichtigsten Intellektuellen der Welt: Björn Lomborg (links) - Richard S.J. Tol (rechts): Mit Hitler verglichen

Der niederländische Klimaökonom Richard S.J. Tol, ein weltweit anerkannter Wissenschaftler mit von dem Weltklimarat abweichenden Thesen forscht an der Hamburger Uni - der Chef des Weltklimarates IPCC verglich ihn mit Hitler. Tol sagte Report für die heute Abend ausgestrahlte Sendung, es sei beabsichtigt, dass noch mehr Geld und Macht in die Klimapolitik gehen. Die Ergebnisse entsprächen politischem Willen, die Entscheider seien “Bürokraten und einige der Bürokraten sind Wissenschaftler und sie stellen sicher, dass die meisten das gleiche Lied singen.” Nigel Calder, Ex-Herausgeber der Zeitschrift New Science, sagt Report gleichfalls in die Kamera, dies alles sei doch politische Absicht gewesen: “Der Auftrag des Klimarates war zu beweisen, dass der Mensch am Klimawandel schuld ist.” Dirk Maxeiner schrieb in der ZEIT über ihn - sehr lesenswert. Der dänische Klimaforscher Henrik Svensmark vertritt die begründete These, die derzeitige Sonnenaktivität sei schuld am Klimawandel. 

Bert Metz, Vizechef des Weltklimarates, erklärt unverdrossen dem Report-Reporter, alle Einwände seien berücksichtigt worden.

 

... Sehr  geehrte Herren Richard S.J. Tol und Henrik Svensmark, wenn man keine Lobby hat, bekommt man

 

keinen 

 

Friedensnobelpreis:

 

Friedensnobelpreis ­ geht an Klimaschützer

 

Komitee zeichnet Al Gore und UN-Klimarat aus

 

OSLO. Friedensnobelpreis für den Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe: Die mit zehn Millionen. schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore und den UN-Klimarat.

 

Mit dieser Vergabe wolle das Nobelkomitee "zu größerer Aufmerksamkeit“ für den Klimaschutz beitragen, hieß es gestern bei der Bekanntgabe in Oslo. Die Entscheidung des Nobelkomitees wurde weltweit fast einhellig begrüßt Gore (59) zeigte sich "zutiefst geehrt". Der Inder Rajendra Pachauri (67), Chef des UN-Klimarats IPCC, erklärte: "Ich bin völlig überwältigt."

"Wir wollen durch unseren Preis nicht zuletzt mehr Aufmerksamkeit für das Thema Klimakatastrophe schaffen" ,sagte Komiteechef Ole Danbolt Mjos. Der Klimawandel sei eine "wirkliche Bedrohung für die gesamte Menschheit". In der Begründung heißt es: "Handeln ist notwendig, bevor der Klimawandel für Menschen außer Kontrolle gerät."

Deutsche Umweltschützer und Politiker sahen in der Entscheidung einhellig ein Signal für stärkere Klimaschutz-Anstrengungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte: "Die Gefahren des Klimawandels gehören zu den größten Herausforderungen der Menschheit"

(dpa/roe)

 

Ausführlicher nachzulesen in Lausitzer Rundschau, 13.10.2007, SEITEN 2 & 4

 

Und so sieht auch der "normale" Mensch die Problematik:

LESERMEINUNGEN­

 

Siegfried Seime aus Cottbus reagiert auf eine Lesermeinung zum Streit um Kohle und Klima 

(RUNDSCHAU vom 21. Januar):

 

Wenn Herr Schütz schreibt, viele Klimaforscher glauben nicht, dass der CO2 -Ausstoß die Erderwärmung beeinflusst, kann ich das nicht beurteilen,

 

weil in den Medien nur jene zum Zuge kommen, welche das CO2 verteufeln.

 

Aber selbst Greenpeace hat jetzt veröffentlicht, dass die Windkrafträder doch nicht so effektiv sind, dass sie den CO2-Gehalt der Atmosphäre positiv beeinflussen.

 

Die Natur regelt die Verhältnisse schon richtig, sie braucht dazu nur die Menschen, die sich als Bestandteil der Natur fühlen und nicht jene, die sich als Gäste oder als etwas Besonderes fühlen.

 

Letztere sind jene Besserwisser, die glauben, dass sie wissen, was für die anderen gut ist (wie weiland die Partei), das heißt, sie stellen sich über die Natur.

 

Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass in den letzten 100 Jahren die Anzahl der Menschen als Erzeuger von CO2 (zirka 300 Kilo/Jahr) um mehr als das Dreifache gestiegen ist und die Wälder als CO2 -Verbraucher auf die Hälfte reduziert worden sind.

 

Die Wälder sind auch in Deutschland reduziert worden, wir sollten deshalb alle verfüg­baren Flächen schnellstens mit möglichst vielen Bäumen versehen, insbesondere aber die großen Industriebrachen und Ex-Militärflächen wieder in Wälder verwandeln. (. . .)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.02.2008

 

 

Anmerkung:

 

Schon weiter oben (unter klimaveraenderung4.htm) habe ich erwähnt, wie Forschungsergebnisse renommierter Wissenschaftler 

 

(wie z.B. von Prof. Bjorn, Lomberg, niederländischer Klimaökonom und Prof. Richard S.J. Tol, Kopenhagen Business School), 

 

vom  Weltklimarat IPCC bewusst ignoriert werden, weil sie nicht in das vorprogrammierte Konzept des IPCC passen 

 

(an dieser Stelle wird n.e. auf die

 

ARD-Sendung MONITOR vom 21.05.2007

 

verwiesen).

 

P.S.

 

Das Ergebnis des G8-Gipfels in Heiligendamm zum Klimaschutz: 

 

G-8-Gipfel - Einigung auf gemeinsame Klimaziele

 

Die Staats- und Regierungschef der G-8-Staaten feiern sich selbst. Obwohl die Treibgase jetzt erst 2050 halbiert werden sollen, spricht Kanzlerin Merkel von einem "Riesenerfolg".

 

Die G8-Staaten haben laut Angela Merkel (CDU) nach harten Verhandlungen einen Durchbruch beim Klimaschutz erzielt. Die G8-Staaten hätten sich dazu verpflichtet, die Beschlüsse der EU zur Halbierung der Emissionen bis 2050 "ernsthaft in Betracht“ zu ziehen. Dies sei ein klares Bekenntnis zur zentralen Rolle des UN-Klimaprozesses, betonte Merkel. Erstmals hätten auch die USA anerkannt, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht sei.

 

Der Kompromiss sei ein starkes Signal für die Klimakonferenz der Vereinten Nationen im Dezember auf Bali. "Viele haben sich bewegt“, sagte Merkel. "Der UN-Prozess ist das geeignete Forum für Klimaverhandlungen.“

 

Alle G-8-Staaten haben laut Merkel den Bericht des Weltklimarates über die Auswirkungen des Klimawandels anerkannt. Es Es sei ferner gelungen, übereinzustimmen, dass verpflichtende Reduktionsziele notwendig seien. Alles solle im Rahmen des UN-Prozesses stattfinden, und zwar nicht irgendwann, sondern mit einem klaren Beginn auf der

 

Umweltkonferenz von Bali Ende dieses Jahres, 

 

sagte Merkel im Interview mit mehreren Fernsehsendern.

 

"Die Umweltminister haben jetzt den Weg frei, um mit Verhandlungen beginnen zu können“, mit einem klaren Ende, nämlich 2009. Dann gebe es eine Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll.

 

Vor allem US-Präsident George W. Bush hatte sich gegen konkrete Zielvorgaben im Abschlussdokument des Gipfels gesperrt. Unterstützung erhielt Merkel in Heiligendamm vor allem aus Frankreich, Großbritannien und Italien.

 

Die Europäer drängten Bush in den Verhandlungen, konkreten Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasen zuzustimmen. Bush erklärte sich bereit, an einem Kyoto-Nachfolgeabkommen für die Zeit ab 2012 im Rahmen der

Vereinten Nationen mitzuwirken. Der US-Präsident hatte vergangene Woche vorgeschlagen, die 15 größten Produzenten von Treibhausgasen - darunter China und Indien - sollten bis Ende kommenden Jahres gemeinsame Ziele vereinbaren.

 

Merkel sagte vor Journalisten, dass die größten CO2-Produzenten einen Beitrag bis 2008 zum UN-Prozess leisten sollen. Damit gehe die amerikanische Initiative im Prozess der Vereinten Nationen auf. Alle inklusive der USA hätten den Bericht des Weltklimarates als Grundlage für das weitere Vorgehen anerkannt. Damit werde auch ein Bezug zur Begrenzung der Erderwärmung hergestellt.

 

Die Vereinbarung des Gipfels sei ein Bekenntnis der gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortung. Damit würden die Schwellenländer einbezogen, die Industrieländer übernehmen aber eine führende Rolle.

 

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich dagegen enttäuscht: "Das ist absolut zu wenig.“ Verbindliche Ergebnisse hätten festgeschrieben werden müssen. Alles andere ist kein Erfolg, sondern ein Aufschieben der Probleme in die Zukunft.“ Die 50-Prozent-Reduktion hätte ebenso verbindlich festgeschrieben werden müssen wie unter anderem ein Stopp der Abholzung von Regenwäldern bis 2010.

 

Quelle: Quelle: dpa/Reuters/AP/sueddeutsche.de, 07.06.2007, 15:41 Uhr)

 

 

Klimakompromiss (auf  dem G8-Gipfel)

 

Merkel: „Also ich bin zufrieden“

 

Die G8-Staaten haben sich in Heiligendamm auf einen Kompromiss beim Klimaschutz geeinigt. Die Halbierung der Treibhausgase bis 2050 soll "ernsthaft in Betracht gezogen werden"

 

Angela Merkel wirkte deutlich erleichtert. Eigentlich war erst für den Abend ein Hintergrundgespräch mit der Bundeskanzlerin angesetzt, dann trat sie bereits am Donnerstagnachmittag vor die Presse und verkündete einen "großen Klima-Erfolg". Alle G8-Staaten hätten sich darauf geeinigt,

 

bis 2050 eine Halbierung des Ausstoßes der Treibhausgase "ernsthaft in Betracht zu ziehen".

 

Die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Klimaschutzprotokoll von Kyoto sollen die Umweltminister bereits im Dezember in Bali aufnehmen. Das neue Abkommen soll bis zum Jahr 2009 verhandelt sein.

Man sei sich zudem einig, dass der UN-Prozess das geeignete Forum für Klimaverhandlungen sei.

 

"Das maximal Mögliche herausgeholt"

 

Die Kanzlerin sieht damit das derzeit maximal Mögliche für den Klimaschutz erreicht. "Das ist ein sehr weitführendes Statement". Zum ersten Mal hätten sich auch die USA den Klimaschutzbericht und damit die Tatsache anerkannt, dass der Klimawandel menschengemacht sei. "Viele haben sich bewegt", sagte eine sichtlich erleichterte Kanzlerin, "das ist ein starkes Signal".

 

Enttäuscht zeigte sich dagegen in einer ersten Reaktion die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die noch am Morgen mit Schlauchbooten in die Sperrzone auf dem Meer eingedrungen war. "Das ist absolut zu wenig", hieß es in einer Erklärung. Es hätten verbindliche Ergebnisse festgeschrieben werden müssen.

 

Die Chefin muss wieder leiten

 

Merkel erklärte dagegen, man müsse berücksichtigen, was unter den aktuellen Umständen möglich gewesen sei. "Man muss bedenken, von wo wir kommen und wo wir jetzt stehen." Vor allem US-Präsident George W. Bush hatte sich gegen konkrete Zielvorgaben im Abschlussdokument des Gipfels gesperrt. Unterstützung erhielt Merkel in Heiligendamm vor allem aus Frankreich, Großbritannien und Italien.

 

In Bezug auf den Heiligendamm-Prozess sagte Merkel, dass eine Ausweitung der G8 auf die Schwellenländer eine Einigung bei der Klimafrage deutlich erschwert hätte. "In einer Gruppe von 13 hätten wir dieses Abkommen nicht erreicht", zeigte sich die Kanzlerin überzeugt. Dann steht sie auf, um weiter über die anderen Themen zu verhandeln: "Ich bin ja hier die Chefin und muss nun auch wieder leiten".

 

Quelle: FOCUS-Online Redakteurin Iris Mayer, 07.06.07, 16:53

 

 

Die Vereinten Nationen der Klimaretter

 

UN-Klimagipfel einig im Willen - uneins im Vorgehen / Merkel treibt zur Eile

 

VON PETER WÜTHERICH

 

Es ist ein schöner Gedanke, der sich an diesem sonnigen Herbst­tag hinter der Glasfassade des UN-Hochhauses in Manhattan einschleicht. Wäre es nicht möglich, dass die Abgesandten aus den mehr als 190 Mitgliedsstaaten einfach ihre widerstrebenden Nationalinteressen beiseite legen und ihre Kräfte für eine gemeinsame Aufgabe bündeln, die Rettung der Welt vor der Klimakatastrophe? Ganz so leicht wird es nicht werden, das hat der UN-Klimagipfel von New York gezeigt. An hoffnungsvoller Rhetorik fehlte es nicht: Das Problem ist weithin erkannt, der Wille zu einer Lösung wurde in allen Sprachen dieser Erde beschworen. Doch woran es noch mangelt, ist eine gemeinsame Strategie für Arm und Reich, Nord und Süd.

 

                                  

 

Vermächtnis für Generationen

 

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zu dem Treffen am East River geladen, und allein etwa 80 Staats- und Regierungschefs folgten am Montagabend seinem Ruf. Es war der bislang höchstrangig besetzte Klimagipfel. Ban möchte der ein we­nig in die Jahre gekommenen Weltorganisation mit seinem Herzensanliegen, dem Klimaschutz, eine zukunftweisende Aufgabe und neue Legitimität geben. "Was wir mit Blick auf den Klimawandel unternehmen, wird uns und unsere Epoche bestimmen und letztlich über das Vermächtnis entscheiden, das wir künftigen Generationen hinterlassen", sagte der Generalsekretär. Die Vorstellungen darüber, wer wieviel zum Klimaschutz beizutragen hat, gehen aber weit auseinander und beschränken Bans Handlungsspielraum.

Indiens Finanzminister Palaniappan Chidambaram etwa, machte vor den Klimadelegier ten eine Rechnung auf: Der CO2-Ausstoß eines Inders sei mit etwa einer Tonne pro Jahr "einer der niedrigsten der Welt“.

Zum Vergleich: Der Weltdurchschnitt liegt bei vier Tonne pro Kopf, der Wert für die energiehungrige Supermacht USA gar bei 20 Tonnen.

Der Minister sieht es als Pflicht der Industrieländer an, den Treibhausausstoß zu reduzieren. Chinas Außenminister Yang Jiechi sekundierte: „Die entwickelten Länder müssen weiter die Führungsrolle spielen.“ Länder wie China und Indien sehen Nachholebedarf  für ihre rasant wachsenden Volkswirtschaften, sie wollen ihren Boom nicht durch strenge Klimaauflagen bremsen.

Die Frage einer gerechten Lastenverteilung wird im Mittelpunkt stehen, wenn die Staaten der Welt im Dezember auf der Insel Bali ihre Verhandlungen über ein Abkommen beginnen, welches das 2012 auslaufende Klimaschutz-Protokoll von Kyoto ersetzen soll.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wies in ihrer New Yorker Rede denn auch darauf hin, dass der Welt fünf bis 20 Prozent ihres Wohlstandes verloren gehen würden, sollten sich die beunruhigenden Prognosen der Wissenschaftler bestätigen. „Klimaschutz ist ein Gebot der  wirtschaftlichen Vernunft“, so die Kanzlerin, die ihr Referat vor halbleerem Saal ablas.

 

Reiche sollen Beispiel geben

 

Um Schwellenländern wie China und Indien mit in ein Kyoto-Nachfolgeabkommen einzubeziehen, befürwortet Merkel eine einseitige Vorleistung der reichen Länder: „Die Industrieländer müssen vorhalten: Sie müssen ambitionierte Ziele stecken.“ Damit verprellt die Kanzlerin ausgerechnet die Supermacht USA, die etwa für ein Viertel der Emissionen weltweit verantwortlich ist. Washington will keine Verpflichtungen, die Weltmarktkonkurrenten wie China oder Indien aussparen. Zwar hat US-Präsident Georg W. Bush auf dem G-8-Gipfel in Heiligendamm zugesichert, eine Reduzierung des CO2 – Ausstoßes bis 2050 um weltweit 50 Prozent  „ernsthaft in Betracht zu ziehen“, doch lehnt er verbindliche Grenzen weiter ab.   

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.07.2007

 

 

DOKUMENTATION

 

Der Mensch hat Schuld am Umwelt-Desaster:  Die Schwerpunkte des Weltkimaberichts in Kürze

VALENCIA. Der Weltklimarat IPCC hat jetzt im spanischen Valencia seinen Abschlussbericht vorgelegt. Die RUNDSCHAU dokumentiert die wichtigsten Punkte.

 

. Der Mensch steht als Ursache des Klimawandels praktisch fest. Die Folgen dieses Wandels werden nach Einschätzung der Experten vermutlich "plötzlich oder unumkehrbar" sein.

. Die Temperaturen werden bis zum Jahr 2100 wahrscheinlich um 1,8 bis vier Grad Celsius gegenüber 1990 ansteigen, möglicherweise sogar um 6,4 Grad. Um die Erwärmung auf zwei bis 2,4 Grad zu begrenzen, muss der CO2-Ausstoß bis 2050 um 50 bis 85 Prozent niedriger sein als im Jahr 2000.

. Weltweit wird es mehr Hitzeperioden, Dürren und Überschwemmungen geben. Dies hat Trinkwassermangel und Artensterben zur Folge.

. Gletscherschmelze, Schneeknappheit in den Bergen und das Zurückgehen des Eises im Sommer in der Arktis sind Belege für den Klimawandel. In seinem ursprünglichen Papier war der Rat noch davon ausgegangen, dass der Meeresspiegel bis zum Jahrhundertwechsel zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen wird. Angesichts der weitaus düsteren Prognosen von aktuelleren Studien will er sich nun aber nicht mehr auf diese Obergrenze festlegen.

.Alle Länder werden vom Klimawandel betroffen sein, am härtesten wird es aber die ärmsten von ihnen treffen, vor allem kleine Inselstaaten und solche, in denen zahlreiche Menschen in tiefliegenden Deltas leben.

.Eine Reduzierung der Treibhausgase ist kostengünstig möglich, das Zeitfenster für eine noch rechtzeitige Begrenzung wird immer enger. (AFP/uf)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.11.2007

                                                           

Wie sieht denn nun die Zusammensetzung der Treibhausgase aus:

 

 

 

            

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.03.2007

 

 

 

Andere Quellen berichten über die folgende Zusammensetzung der Treibhausgase:

 

Leider habe ich die im Leserbrief zitierte Sendung nicht gesehen und muss mich auf die

 

Information des Lesers des „Märkischen Boten“ vom 17.03.2007, Klaus Fischer verlassen: Unter dem Titel

 

„CO2- Verrottung"

 

Haben Sie sich am vergangenen Sonntag (11.03.2007?) auf RTL das Spiegel TV Magazin angesehen? Dort wurde auf das Thema Treibhausgase eingegangen und festgestellt, dass

 

Methan (über 60 Prozent) und

 

andere Stickoxide (über 30 Prozent) und

 

CO2 nur 6 Prozent

 

der Umweltbelastung ausmachen. ...."

 

Klaus Fischer – Cottbus“

 

Quelle: Märkischer Bote, 17.03.2007

 

UN will Klimadaten veröffentlichen

 

Genf. Mit einem weltweiten Netz von Klimadaten sollen sich alle Staaten besser auf die Erderwärmung einstellen können. Das ist ein Ziel der dritten UN-Weltklimakonferenz in Genf, die von der Weltwetterorganisation organisiert wird. Der Schweizer Bundespräsident Hans- Rudolf Merz sagte, weltweit müsse ein zweistelliger Milliardenbetrag in Klimavorhersagen investiert werden. Sie seien die Grundlage für präventive Maßnahmen und beträfen die Lebensmittelsicherheit, den Umgang mit Wasser, die Gesundheit sowie den Tourismus. dpa/kr

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.09.2009

 

 

In ihrer Ausgabe vom 02.01.2013 veröffentlichte die „Lausitzer Rundschau“ den unten stehenden

 

Leserbrief:

 

Klimawandel als Erd-Normalität

 

Helmut Ziehe aus Vetschau schreibt zur UN-Klima-Konferenz in Doha und zum Klimawandel:

 

(. . .) Der viel diskutierte Klimawandel ist Normalität, denn konstantes Klima ist unmöglich. Da wir nur kurzfristig denken, ist vielen Menschen nicht klar, dass dramatischer Klimawandel erdgeschichtliche Normalität ist.

Wir müssen uns bewusst sein, dass wir wissenschaftlich im Eiszeitalter leben und derzeit eine Zwischenwarmzeit mit nur wenig variierenden günstigen milden Temperaturen zu verzeichnen haben. Im Mittelalter war es über längere Zeit viel wärmer als heute.

Beispiele dafür sind Hannibal, der mit seinen Elefanten die fast gletscherfreien Alpen überquert hat oder Ötzi,

den man sonst nicht in dieser Höhe gefunden hätte. Was soll also dieses Gezeter über Kohlendioxidanstieg in der Atmosphäre?

 

In unserem Land wird Klimaschädigung durch anthropogenes CO2 durch einseitige Medienberichte unumstößlich als Fakt und nicht als Hypothese mit höchster Ungewissheit angesehen. Es kann nicht von einem oft beschworenen Konsens der Fachwelt gesprochen werden ( . . . ).

 

Insbesondere in unserem Land wird keine Sachkritik an der CO2­Schadstoffhypothese zugelassen. ( . . . ).

 

Politische Ideologie, verbunden mit unzureichendem technischen Sachverstand und langjähriger Fehlinformation

der Bevölkerung treiben Deutschland in ein Energiedilemma. ( . . . )

 

 

Anm. des Verfassers:

 

Ich glaube, dass viele in diesem Leserbrief geäußerte Gedanken nicht von der Hand zu

 

weisen sind!

 

 

 

Das hat gerade noch gefehlt ...

 

 

WWF fordert Klimaschutzvorgaben für Bauern

 

Zu viel Kunstdünger auf den Feldern, zu viele Kühe im Stall:

 

Die Umweltstiftung WWF hat wirksame Klimaschutzvorgaben für die deutsche Landwirtschaft gefordert.

Gedüngte Felder und rülpsende Kühe seien in Deutschland für 

 

elf Prozent des menschengemachten Klimawandels 

 

verantwortlich, kritisierte WWF-Agrarexpertin Tanja Dräger de Teran gestern (05.11.2007). Der WWF schlägt deshalb ein "verstärktes Nachdenken" über Emissionssteuern in der Landwirtschaft vor.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.11.2007

 

 

Anmerkung:

 

Was soll eigentlich mit den Emissionssteuern passieren ???

 

 

Unter dem reißerischen Titel :

 

 Neuer Klimaskandal“, Kältegas in Autos, Getränkeautomaten und Kühltruhen

 

schreibt die „Bild am Sonntag Klima-Kommissarin“, Eva Goris Folgendes:

 

Frankfurt - Alle Welt redet von Kohlendioxid (CO2) als Klimakiller Nummer eins. 

 

Doch das Kältegas HFC 134 a ist dreitausendmal schädlicher und gefährlicher für unser Weltklima als CO2

 

Und es befindet sich praktisch überall: in den großen Kühltruhen der Supermärkte, in Auto-Klimaanlagen und in Getränkeautomaten. Außerdem wird HFC 134 a bei der Herstellung von Schaumstoffen eingesetzt.

Das Fluor (F) in der Verbindung ist extrem stabil, bleibt gut 20 Jahre lang unzerstörbar in der Atmosphäre und heizt dort das Weltklima auf.

"Der Treibhauseffekt von HFC 134 a ist extrem groß",

 

bestätigt Winfried Schwarz vom Umweltforschungsbüro in Frankfurt. Der Experte hat im Auftrag der EU und des Umweltbundesamts Studien über das Kältemittel erstellt. Er fand heraus, dass die Leckage-Rate sehr hoch ist. Schwarz: "HFC 134 a verschwindet mit der Zeit einfach durch Ventile und entweicht durch die Schläuche. Die Rückgewinnungsrate ist deshalb äußerst gering."

 

Das bedeutet: Ist das Kältegas erst freigesetzt, gibt es kein Zurück!

 

Für Wolfgang Lohbeck, Klimaexperte von Greenpeace, ist es ein Skandal, dass das Kältegas HFC 134 a heute überhaupt noch produziert wird:

 

"Wenn wir die Herstellung nicht stoppen, werden sich nach Berechnungen von Experten im Jahre 2050 so viele Moleküle des Gases in der Atmosphäre befinden, dass der Klimakiller-Effekt den des Autoverkehrs schlägt."

 

Mehr als 400 000 Tonnen HFC 134 a werden heute pro Jahr weltweit hergestellt ­hauptsächlich in den USA und Japan. In den 90er-Jahren galt das Kältegas als willkommene Alternative für das ozon­schädigende FCKW, an das sich jeder noch als Treibmittel in Spraydosen erinnert. Das Chlor (C) in diesem Stoff hat die Ozonschicht zerstört. Man wollte das Ozonloch schnell stopfen, doch an die Folgen fürs Weltklima dachten damals nur wenige Experten.

 

Wolfgang Lohbeck von Greenpeace hat dem HFC 134 a den Kampf angesagt. Am Freitag brachte er Vertreter von Weltkonzernen wie Coca-Cola, Unilever, McDonald's und Pepsi zu einem Krisengipfel in Frankfurt an einen Tisch. Ziel der Veranstaltung war eine verbindliche Absichtserklärung der Konzerne, das Kältegas in ihren Anlagen zu ersetzen. Coca-Cola reagierte sofort. "Wir investieren über 40 Millionen US-Dollar, um das Klimagas in unseren Getränkeautomaten so schnell wie möglich zu eliminieren", verspricht Salvatore Gabola, Europa-Chef der Öffentlichkeitsabteilung von Coca-Cola in Brüssel. Die ersten 3000 klimagasfreien Cola­Automaten werden in Deutschland stehen.

 

Quelle: Bild am Sonntag, 18.03.2007

 

 

 

Neuwagen pusten weniger Klimagas CO2 in die Luft

Deutsche Hersteller senken Belastung schneller als Importeure

 

Die deutsche Autoindustrie kommt bei der CO2-Reduzierung ihrer Wagen nach eigenen Anga­ben schneller voran als die Importeure. Volkswagen etwa hat gerade erst ein ehrgeiziges Umwelt­programm verkündet.

 

Berlin. Die deutsche Autoindus­trie hat bei der Senkung der Abgasbelastung die Importeure ab­gehängt.

Die in Deutschland neu zugelassenen Autos der heimi­schen Hersteller pusten laut Verband der Automobilindustrie (VDA)

durchschnittlich noch 146,3 Gramm pro Kilometer des klimaschädlichen Gases CO2 in die Luft,

während Importfahrzeuge auf 143,6 Gramm kämen. Die deutschen Hersteller hätten damit bisher im Jahr einen Rückgang

um 4,1 Prozent erreicht, die Importeure nur 3,3 Prozent, wie VDA-Präsident Matthias Wissmann am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Er bezog sich auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes.

Im November 2011 erreichten die deutschen Konzernmarken einen Rückgang von 3,8 Prozent und kamen damit auf einen

durchschnittlichen CO2- Wert von 143,4 g/km. Damit liegen sie laut VDA erstmals auf dem Niveau der Importeure,

deren neu zugelassene Fahrzeuge im Schnitt 143,0 g/km CO2 (minus 2,7 Prozent) ausstoßen.

"Trotz des deutlich höheren Anteils in den oberen Fahrzeugsegmenten sind die deutschen Marken aufgrund ihrer effizienten

Modelle jetzt beim CO2-Ausstoß gleichauf mit ihren Mitbewerbern", erklärte Wissmann und erinnerte an

"die technologische Kompetenz der deutschen Automobilindustrie".

Der mittlere Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge von deutschen Konzernmarken lag im November mit 5,8 Liter auf 100 Kilometer sogar unter dem Verbrauch der Importeure mit 5,9 Liter auf 100 Kilometer.

Dieser Verbrauchsvorteil sei auf den höheren Dieselanteil bei deutschen Autos zurückzuführen.

Als besonders sparsam in ihrer jeweiligen Klasse nannte der VDA unter anderen den VW Polo 1.2 TDI mit 3,3 1/100 km

bei den Kleinwagen, den BMW 520 d mit 4,5l/100 km in der oberen Mittelklasse und den Mercedes- Benz CLS 250 CDI mit 5,11/100 km in der Oberklasse.

Europas größter Autohersteller Volkswagen verkündet indes ein umfassendes Umweltprogramm, das nicht nur den CO2-Ausstoß

der Fahrzeuge betrifft. Der Konzern will bis zum Jahr 2018 in allen seinen Werken die Umweltbelastungen um 25 Prozent senken.

Auf Basis der Jahreswerte 2010 sollen künftig CO2-Emissio­nen, die Müllmenge und die verbrauchten Megawattstunden Energie je produziertem Fahrzeug gesenkt werden, sagte Hubert Walt, Vorstand für Produktion und Logistik der Marke Volkswagen Pkw,

am Donnerstag (29.12.2011) in Wolfsburg.

Mit dem Umweltkonzept konkretisiert die Firmenspitze ihre "Strategie 2018" weiter. In spätestens sieben Jahren will der Konzern

insgesamt zehn Millio­nen Autos verkaufen und weltweit größter Herststeller werden. Vorstandschef Martin Winterkorn hatte

zudem die Marschroute ausgegeben, dass VW auch ökologisch zur Nummer eins aufsteigen soll. dapd/dpa/sm

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.12.2011

          

 

Ergebnisse der Anhörung einer der Chefberater der Bundesregierung für Klimafragen in Potsdam am 27.03.2007:

 

 

Klimaexperte warnt vor Risiken der Braunkohle-Nutzung / Brandenburg hält an Energieträger fest

 

POTSDAM. Der Klimaexperte Hans Joachim Schellnhuber hat davor gewarnt, bedingungslos an der Braunkohle festzuhalten. "Damit sind Risiken verbunden", sagte der Chefberater der Bundesregierung für Klimafragen gestern 

(Anmerk.: 27.03.2007) nach einem Gespräch bei Brandenburgs Minis­terpräsident Matthias Platzeck (SPD) und seinem Kabinett. Wer mit Braunkohle weiterhin Energie erzeugen wolle, müsse viel Geld investieren und neue Technologien entwickeln.

 

Platzeck sagte, Brandenburg werde viel Kraft darauf verwenden, die Zukunft der Braunkohle eng an eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu koppeln, weil sie auch anderswo noch länger ein wichtiger Energieträger sei. (dpa/sm)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.03.2007, Seite 1

 

 

Warum zerstören wir die Energieversorgung? Gerald Feister aus Peitz schreibt zum Beitrag 

"Experte sieht Braunkohleverstromung als Auslaufmodell" über ein

Treffen zwischen Landesregierung und Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

(RUNDSCHAU vom 31. August 2011):

 

Wenn die Bundeskanzlerin häufiger der Rat von Experten wie Herrn Schellnhuber annimmt, 

braucht man sich über die Fehlentscheidungen der Bundesregierung nicht wundern.

 

Es geht hier nicht mehr darum, wie wir unsere Energieversorgung gestalten, sondern ob wir überhaupt in der Lage sind, 

unserem Industrieland ausreichend Versorgungssicherheit zu bieten. 

Bis zur Abschaltung der AKW hat Deutschland Strom exportiert. Seitdem importiert Deutschland Strom und 

zwar überwiegend aus französischen Kernkraftwerken. Wir können gern auch noch die Braunkohlenkraftwerke stilllegen 

und uns in die Abhängigkeit russischer Gasexporteure und französischer Stromlieferanten begeben. 

Nur muss allen klar sein, dass wir diese Abhängigkeit sehr teuer bezahlen werden. Und sollte Strom knapp werden, 

dann werden diese Länder vorrangig ihre eigene Versorgung sichern. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, 

weshalb wir unsere eigene, gesicherte und bezahlbare Energieversorgung zerstören, unsere Industrieproduktion gefährden 

und uns dann noch in Abhängigkeit begeben.

 

Speziell Herr Schellnhuber und Kollegen begreifen nicht, dass ihr Wunschdenken völlig an der Realität vorbei geht.

 

Die Abschaltung unserer Kohlekraftwerke wird das Klima nur sehr unwesentlich beeinflussen, wenn überhaupt.

 

Für die privaten und öffentlichen Haushalte wird der Weg aber in die Katastrophe führen. 

Cottbus jammert jetzt schon wegen ausfallender Gewerbesteuereinnahmen. Sollten wir die Braunkohleverstromung 

in naher Zukunft tatsächlich aufgeben, werden die Folgen dramatisch sein. Wir können nicht allein von Tourismus 

und Dienstleistungen leben.

Griechenland zeigt sehr eindrucksvoll, wohin das führt. Vattenfall hat einen möglichen Weg aufgezeigt. 

Wir sind sicher besser beraten, wenn wir diesen Weg weitergehen. Einfach alle Lichter ausmachen ist keine Lösung.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.09.2011

 

 

Anm.: Ich glaube Herr Feister steht mit seiner Meinung nicht allein da.

 

 

 

Nicht nur Herr Hans-Joachim Schellnhuber ist Chefberater der Bundesregierung für Klimafragen :

 

"Vattenfall-Chef Josefsson wird Klimaschutzbeauftragter der Bundesregierung

[ngo] Politik wird heute vielfach auch mit Ankündigungen, Symbolen und mit dem Einsetzen von Kommissionen und Sonderbeauftragten gemacht. Bemerkenswert ist eine aktuelle Personalie. So will sich die Bundesregierung in der Umweltpolitik künftig von zwei Klimaschutzbeauftragten unterstützt lassen. Sie sollen die Bundesregierung insbesondere während Deutschlands EU- und G8-Vorsitz im kommenden Jahr beraten, heißt es. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) stellten die Sonderbeauftragten am Freitag in Berlin der Öffentlichkeit vor:

Bei den Beauftragten handelt es sich um den Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, 

Hans Joachim Schellnhuber, und um den Chef des Energie- und Atomkonzerns Vattenfall, Lars Josefsson. ...

Merkel sagte, Schellnhuber und Josefsson brächten den Sachverstand mit, den die Bundesregierung bei ihren ehrgeizigen Zielen zur "Bekämpfung" des globalen Klimawandels benötige. Deutschland werde die beiden Präsidentschaften nutzen, um "die internationale Gemeinschaft" auf die Dringlichkeit des Themas "hinzuweisen" und Wege zum Handeln aufzuzeigen. "Die Zeit drängt", so Merkel."

Quelle: ngo-online.de, 01.12.2006

 

 

Brandenburg hält zur Braunkohle

 

Land will Innovationslabor werden / Klimaexperte fordert Umdenken

 

Potsdam/Berlin.  Es wird heftig gestritten um die Zukunft der Braunkohle und ihren Platz im künftigen Energiemix. Die Brandenburger Landesregierung hat sich ebenso wie die sächsische klar für die weitere Verstromung des heimischen Energieträgers ausgesprochen.

 

 

Der Chef der Potsdamer CDU-Landtagsfraktion Thomas Lunacek sprach sich gegen „Schnellschüsse“ aus. Da die Braunkohle über 10 000 Arbeitsplätze sichere, sei ein Ausstieg aus deren Verstromung gegenwärtig kein Thema.

 

Die Braunkohle sei mittelfristig unverzichtbar, sagte Klaus Aha, Finanzvorstand des Energiekonzerns Vattenfall Europe, in Cottbus.

 

Wer sie aus der Energieversorgung herauslösen wolle, müsse auch einen Ersatz dafür benennen."

 

 

An dieser Stelle die Charakteristik des Tätigkeitsfeldes des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung (PIK):

 

Beginn des Zitates

 

"Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) untersucht wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den Bereichen Globaler Wandel, Klimawirkung und Nachhaltige Entwicklung. Natur- und Sozialwissenschaftler arbeiten eng zusammen, um interdisziplinäre Einsichten zu gewinnen, welche wiederum eine robuste Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen.

 

Die wichtigsten methodischen Ansätze am PIK sind 

 

System- und Szenarienanalyse, quantitative und qualitative Modellierung, Computersimulation 

 

und Datenintegration."

 

Quelle: www.pik-potsdam.de/index.html

 

Ende des Zitates.

 

 

Erfolgt nur die Erarbeitung von „Horror-Szenarien“ oder werden auch realistische Lösungsansätze aufgezeigt...? 

 

 

Achtung !! Herr Schellnhuber bittet wieder um Gehör ...

 

 

Klimaforscher schlagen Alarm: Das Zeitfenster schließt sich

 

Eindringlicher Appell an die Politik / Umweltminister Gabriel sieht Finanzkrise als Chance

 

VON WERNER KOLHOFF

 

"Es darf jetzt nirgendwo mehr etwas schief gehen." Diesen eindringlichen Appell richtete der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans-Joachim Schellnhuber, gestern an die Politik. Das geplante globale Klimaabkommen 2009 in Kopenhagen müsse gelingen und eine Halbierung des CO2 -Ausstoßes bis 2050 erreicht werden. Sonst sei eine Erwärmung der Erde um über zwei Grad mit unabsehbaren Konsequenzen nicht mehr zu verhindern.

 

Schellnhuber bezog sich auf eine neue amerikanische Studie, wonach bereits die bisher ausgestoßenen Treibhausgase zu 

 

einer Erderwärmung von 2,4 Grad führen. Diese Studie habe jedoch nicht      bedacht, dass die Ozeane noch CO2 speichern können, allerdings mit abnehmender Tendenz. Insofern sei die Zwei-Grad-Grenze noch immer möglich. Auf der anderen Seite stünden Klimasysteme, die bei einem Überschreiten eine "Kippwirkung" entfalten könnten. So verlaufe die Eisschmelze in Grönland und auf dem Himalaya schon jetzt wesentlich schneller als erwartet. Auch der südamerikanisch Regenwald gehöre zu den Risikogebieten. 

 

Schellnhuber: "Die Situation ist viel dramatischer, als wir noch vor wenigen Jahren (????) dachten."  

 

Der Anstieg des Meeresspiegels sei bisher zu knapp gerechnet. Er werde gegen Ende des Jahrhunderts bei einem Meter liegen. "Es ist ein wirklich dramatisches Rennen gegen die Zeit", sagte Schellnhuber. Für ein Umsteuern habe man nur noch zehn Jahre. "Dann muss die Wende erreicht werden. "

 

Derzeit steigt der CO2 -A usstoß trotz aller Anstrengungen einzelner Staaten weltweit jedoch rapide an, um 3,5 Prozent pro Jahr.

 

Grund ist vor allem die ineffiziente Verbrennung von Kohle in Schwellenländern wie China und Indien, sagte der Leiter des Hamburger Max­Planck-Instituts für Meteorologie, Jochem Marotzke. "Wenn der deutsche Technologiestandard weltweit gelten würde, könnte der Ausstoß allein schon dadurch halbiert werden." Hinzu komme die zunehmende Landnutzung und die Zerstörung von Regenwäldern.

 

Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht in der aktuellen Finanzkrise eine Chance für den Klimaschutz. Viele Investoren würden nun erkennen, dass es besser sei, ihr Geld in reale Märkte anzulegen, statt in Spekulation. Energieeffizienz und erneuerbare Energien hätten ein riesiges Potenzial. Allerdings klangen Gabriels Ausführungen wie eine vorsorgliche Warnung. Keinesfalls dürfe wegen der Abschwächung des Wachstums nun am Klimaschutz gespart werden, auch dürften die Klimaschutzziele nicht ausgesetzt oder aufgegeben werden. "Das wäre eine unglaubliche Dummheit."

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 1010.2008

 

 

Es tut sich bei der Braunkohlenvertromung durch VATTENFALL im Hinblick auf die Senkung der CO2 

 

-Emissionen etwas:

 

 

CO2-emissionsfreies Kraftwerk soll in Südbrandenburg entstehen

 

Vattenfall nennt noch keinen konkreten Standort

 

COITBUS. Der Energiekonzern Vattenfall Europe will sein für 2015 geplantes Demonstrati­onskraftwerk, das kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) mehr in die Luft ausstößt, in der Lausitz errichten. Das sagte Konzernchef Lars G. Josefsson gestern der rbb-Hörfunkwelle "Antenne Brandenburg" am Rande des 4. Innovationstages Energie an der Cottbuser Universität.

 

Der genaue Standort stehe noch nicht fest. Die Anlage werde aber auf alle Fälle in Südbrandenburg errichtet, sagte Josefsson.

Vattenfall testet das Verfahren derzeit in einer Technikumsanlage in Jänschwalde (Spree-Neiße). 2008 soll eine Pilotanlage in Schwarze Pumpe starten. (dpa/B.M.)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 31.05.2007

 

Kamera zeigt Bau des CO2-freien Kraftwerks in Schwarze Pumpe

 

SCHWARZE PUMPE. Im Internet kann jetzt der Bau einer Kraftwerkspilotanlage verfolgt werden, die das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) nicht in die Luft abgibt. Wie der Energiekonzern Vattenfall Europe gestern informierte, wurde dafür in Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) am benachbarten Kraftwerk eine Web-Kamera in 160 Meter Höhe installiert. Den ersten Spatenstich hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 29. Mai 2006 gesetzt (die RUNDSCHAU berichtete). Mitte 2008 soll das Kraftwerk mit 30 Megawatt Wärmeleistung den Betrieb aufnehmen. (dpa/ab)   

 

näheres unter: www.vattenfall.de/co2frei

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.06.2007

 

 

130 Millionen Euro für Forschung bei Vattenfall

 

100 Experten beim Wissenschaftstag in Cottbus

 

COTTBUS. Der Energiekonzern Vattenfall Europe AG investiert in den nächsten fünf Jahren in der Lausitz 130 Millionen Euro in Forschungsprojekte. Ziel ist die Steigerung der Effizienz der Braunkohleverstromung sowie die großtechnische Realisierung des Oxytael-Prozesses zur Kohlendioxid-Abtrennung. Darüber informierte das Unternehmen gestern beim ,,1. Tag der Wissenschaft" in der Hauptverwaltung in Cottbus.

 

 Rund 100 Kraftwerksexperten aus Hochschulen, Forschung, Wirtschaft und Behörden waren der Einladung zum Wissensabgleich und Erfahrungsaustausch gefolgt.

 Sie erfuhren Details zur CO2-emissionsfreien Kraftwerkstechnik, die in Testanlagen in Jänschwalde (Spree­Neiße) und Dresden erprobt wird.

,,2015 soll ein Demonstrationskraftwerk in der brandenburgischen Lausitz Braunkohle CO2-emissionsfrei verstromen", betonte Reinhardt Hassa, Vorstandssprecher des Bereiches Bergbau und Erzeugung (Vattenfall Europe Mining & Generation). "Wir wollen die Oxyfuel-Technik mit weiteren Forschungsprojekten flankieren, um durch zusätzliche Verfahren den bei der CO2-Abscheidung eintretenden Wirkungsgradverlust der Kraftwerke auszugleichen und das Verfahren wirtschaftlich attraktiv machen", erklärte er.

 

Dementsprechend räumte das Symposium der Braunkohletrocknung einen großen Platz ein. Ein Forschungsprojekt zur druckaufgeladenen Dampfwirbelschichttrocknung soll der neuen Technik den Weg aus dem Labor in die Praxis ebnen. Maßgeblich hieran beteiligt ist der Lehrstuhl Kraftwerkstechnik der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.

 

Vattenfall stellte zudem erste Erkenntnisse aus gemeinsamer Forschungsarbeit mit anderen Energieunternehmen zur Entwicklung neuer, belastbarer Kraftwerkskomponenten vor. Sie sollen den Kraftwerksbetrieb künftig bei 700 statt der derzeit üblichen 500 Grad Celsius ermöglichen. Erste Ergebnisse werden für 2010 erwartet, wie Hassa informierte. "Wir sind mit der Resonanz auf unser erstes Symposium sehr zufrieden und werden künftig jährlich zum Tag der Wissenschaften einladen", kündigte er an.

(Eig. Ber./B.M.)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.06.2007

 

 

Bis es soweit ist, wird für eine gewisse Zeit folgende Variante zur Reduzierung der Emission des Treibhausgases  CO2  favorisiert:

 

Start für Europas ersten Kohlendioxid - Speicher

 

Treibhausgas wird unterirdisch in Brandenburg gelagert

 

KETZIN. Im brandenburgischen Ketzin (Havelland) ist gestern die europaweit erste unterirdische Einlagerung von Kohlendioxid (CO2) gestartet worden.

In etwa 800 Metern Tiefe sollen 60 000 Tonnen des Treibhausgases gelagert werden, um die Tauglichkeit dieser Technik für den Klimaschutz zu untersuchen. Zurzeit würden die oberirdischen Speichertanks gefüllt, im Herbst könne das erste CO2 in den Untergrund gepumpt werden, kündigte das Geoforschungszentrum Potsdam an 

 

(Um Gottewillen, bitte nicht verwechseln mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

 

Die unterirdische Lagerung des Treibhausgases könnte für den Klimaschutz eine Schlüsseltechnologie sein, sagte Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium. Für die Lagerung böten sich Erdgas- oder Erdölfelder an. Die größten Möglichkeiten könne aber poröses Gestein bieten.

 

Der Vorsitzende der Europäischen Technologieplattform ZEP und Ex-Vorstand des Energie-Konzerns Vattenfall, Kurt Häge, nannte

 

CO2-Abscheidung und -Speicherung als eine entscheidende Lösung beim Kampf gegen den Klimawandel.

 

(dpa/ab) SEITE 3

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.06.2007

 

Die Rettung des Weltklimas im märkischen Sand

 

Pilotanlage zur CO2- Speicherung in Ketzin

 

Ein EU- Kommissar aus Brüssel und zwei Staatssekretäre aus Berlin hatten sich gestern in die brandenburgische Landeshauptstadt aufgemacht, um ein Projekt vorzustellen, das aus ihrer Sicht von weltweiter Bedeutung ist. Denn erstmals soll jetzt in der EU erkundet werden, ob die Einlagerung des Treibhausgases CO2 in unterirdische Schichten ein gangbarer Weg zur Bekämpfung des Klimawandels ist.

 

VON JOHANN LEGNER

 

Da auf absehbare Zeit noch ein Großteil der Elektroenergie und der Wärme aus Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas gewonnen wird, ist die Abscheidung und Lagerung von dabei entstehenden Treibhausgasen einer der wichtigsten Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung.

Im märkischen Städtchen Ketzin werden jetzt die letzten Vorbereitungen für die unterirdische Speicherung von etwa 60 000 Tonnen CO2 getroffen. Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, und sein Kollege Joachim Wuermeling vom Wirtschaftsministerium wurden nicht müde, die herausragende Bedeutung des Vorhabens zu unterstreichen. Es sei "für die weltweite Energieversorgung eine zentrale Technik" , sagte Wuermeling.

 

Ergänzung zu Spremberg

 

Neben der Speicheranlage in Ketzin erwähnte er dabei auch das vom Energiekonzern Vattenfall im Spremberg in Angriff genommene Versuchskraftwerk, in dem CO2 abgeschieden werden soll. Wuermeling dazu: "Alle reden von sauberer Kohle - hier wird sie gemacht." Ganz ähnlich argumentierte auch EU-Kommissar Andris Piebalgs, in Brüssel verantwortlich für die Energiepolitik der Union. Die CO2-Speicherung sei die wohl wichtigste Herausforderung bei dem Versuch, die zuletzt beim G8-Gipfel in Heiligendamm besprochenen Ziele zur Senkung der Emission von Treibhausgasen zu erreichen.

In Ketzin wurde bereits zu DDR-Zeiten ein Gasspeicher eingerichtet. Das damals gelagerte Stadtgas entwich allerdings relativ schnell an die Oberfläche. Die Anlage musste aufgegeben werden und ein Stadtteil von Ketzin wurde komplett umgesiedelt. Diesmal sehen die Bohrungen wesentlich tiefer bis auf 800 Meter. Damit lägen zwischen dem alten DDR-Speicher und der neuen Lagerstätte etwa 450 Meter Gesteinsschichten, von denen 200 absolut abdichtend seien, sagen die Experten vom Geoforschungszentrum in Potsdam. Das Sicherheitsrisiko sei deswegen minimal.

 

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ullrich Junghanns (CDU) sagte, für das Bundesland habe das Vorhaben eine besondere Bedeutung, da die Landesregierung weiterhin auf Nutzung der Braunkohle setze. Dies sei aber nur möglich mit Hilfe der Abtrennung und Speicherung von Treibhausgasen.

 

Die Umweltorganisation BUND sieht dagegen in der Technologie keine Zukunft und nannte das Projekt einen "Placebo für Brandenburg". Die umstrittene Technologie sei keine Lösung und zudem vor dem Jahr 2020 nicht einsetzbar, hieß es in einer Stellungnahme. Das Thema müsse vielmehr der Ausstieg aus der Verstromung der Braunkohle sein.

 

Genehmigung vom Bergamt

 

Die Genehmigung für die Einlagerung haben die Wissenschaftler vom Brandenburgischen Bergamt bekommen. Eine solche Erlaubnis ist allerdings bestenfalls zu wissenschaftlichen Zwecken denkbar, denn die Lagerung von Abfällen, zu denen die Gasrückstände aus den Kraftwerken nach Einschätzung der meisten Juristen zählen, ist nach derzeitigem Recht untersagt. Kurt Häge, einst Chef des Lausitzer Bergbaus und der dortigen Kraftwerke und jetzt verantwortlich für die europäische Plattform der Stromerzeuger für umweltschonende Kraftwerke, drängte deswegen die Politiker, auf europäischer Ebene die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Das CO2, das nach Ketzin kommt, stammt aus Anlagen der chemischen Industrie in Sachsen-Anhalt.

Was mit den wesentlich größeren Mengen an CO2 geschieht, die das Pilotkraftwerk in Spremberg ab nächstem Sommer produzieren soll, ist derzeit völlig ungeklärt. Häge hofft, dass bis dahin in Ketzin die Erfahrungen so weit sind, dass auch mit dem Betrieb einer größeren Anlage begonnen werden kann.

 

ZUM THEMA

 

Kein Bonus

 

Das Bundeskabinett hat der Bundesratsforderung nach einer Sonderbehandlung der Braunkohlenkraftwerke beim Handel mit Verschmutzungsrechten eine Absage erteilt.

 

„Eine Bevorzugung der Braunkohle gegenüber anderen Energieträgern ist weder klimapolitisch sinnvoll noch energiepolitisch oder energiewirtschaftlich geboten“, sagte Bundesumweltminister Gabriel (SPD) gestern (13.06.2007) in Berlin.

Die Braunkohle habe aber bei der Produktion Kostenvorteile gegenüber Gas und Steinkohle.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.06.2007

 

 

Auch die Industrie ist nicht tatenlos:

 

Konzerne werben für Klimafreundlichkeit

 

BERLIN. Sieben Energieunternehmen haben in Berlin das Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk (IZ Klima) gegründet. Mit ihn soll die Öffentlichkeit über Zukunftstechniken der Kohleverstromung auf dem Laufenden gehalten werden, teilte der neue Verein gestern mit. Dabei geht es um Projekte zu Abscheidung, Transport und Speicherung des klimaschädlicher Gases Kohlendioxid (CO2), das bei der Verbrennung von Kohle entsteht. Auch die Effizienz dieser Kraftwerke und die Kosten der CO2-Vermeidung sollen thematisiert werden. Ge­tragen wird die Einrichtung von Alstom Power, EnBW, Eon, Hitachi Power Europe, RWE Power, Siemens Power Generation und Vattenfall Europe. (dpa/ck)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.08.2007

 

Forscher bohren Löcher für CO2

 

Kampf gegen den Klimawandel  / Treibhausgas soll unter die Erde

 

POTSDAM/KETZIN. Im Kampf gegen die Erderwärmung wollen Brandenburger Forscher das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) dauerhaft unter der Erde lagern. Unter der Leitung des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) (nicht zu verwechseln mit dem Institut für Klimafolgenforschung Potsdam) testen die Wissenschaftler, ob und wie sich Kohlendioxid, das etwa in Kraftwerken bei der Verbrennung der fossilen Energieträger Kohle, Gas und Öl entsteht, unter die Erde pumpen lässt. Gestern haben in Ketzin im Havelland die Bohrarbeiten für den unterirdischen Kohlendioxidspeicher CO2Sink begonnen.

 

Umweltverbände beurteilen das Vorhaben kritisch und fordern mehr Investitionen in erneuerbare Energien.

 

"Die Speicherung dieses Treibhausgases kann eine Option sein, um Zeit bei der Entwicklung und Einführung CO2-freier Energietechnologien zu gewinnen",

 

erklärte dagegen der GFZ-Vorsitzende Rolf Emmennann.

 

"In dieser ergebnis­offenen Untersuchung wollen wir auch die Kosten und die Formen der Umsetzung prüfen." 

35 Millionen Euro kostet das Projekt, das von der Europäischen Union, dem Bund und verschiedenen Unternehmen finanziert wird. Unter der Federführung des GFZ arbeiten 18 Partner aus neun Ländern zusammen. Rund 100 internationale Experten waren gestern nach Ketzin gekommen.

 

In einer 700 bis 800 Meter tief liegenden porösen Sandsteinschicht, die von einer nahezu undurchlässigen Gips ­und Tonschicht bedeckt ist, sollen in den nächsten zwei Jahren drei Löcher entstehen. Durch eine der Bohrungen wollen die Potsdamer von Mitte Juni an nach und nach 60000 Tonnen reines Kohlendioxid pressen. Durch die anderen Löcher sollen Messgeräte herabgelassen werden. Sie erfassen, wie sich das unter Druck flüssige CO2 in der Tiefe verhält, und welche Wirkung es auf die Erde und das Grundwasser hat.

 

Die Energiekonzerne Vattenfall und RWE planen bereits Anlagen, bei denen das CO2 nach der Kohleverbrennung vom Rauchgas getrennt und in den Untergrund gepresst werden soll. 2008 soll die Pilotanlage von Vattenfall in Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) in Betrieb gehen. (dpa/B.M.)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.02.2007

 

 

 

„Wir sind gut beraten, diese Technologie zu entwickeln“

 

 

Cottbus Am Kraftwerk Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) betreibt Vattenfall eine Pilotanlage zur Entwicklung der CCS-Technologie. Damit wird klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) abgetrennt, um es unterirdisch zu verpressen. Bei einem Besuch der Anlage sprach die RUNDSCHAU mit Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), über CCS und die Zukunft des Braunkohlestroms.

12.06.2010

 

Herr Flasbarth, Sie haben das Kraftwerk Schwarze Pumpe und die Demonstrationsanlage zur CO2-Abscheidung besichtigt. Welchen Eindruck vom Entwicklungsstand dieser Technologie nehmen sie mit?

Ich habe den Eindruck bekommen, dass es richtig ist, diese Technik zu erforschen und zu erkunden. Es gibt hier dazu schon sehr viel Know-how, auch in dem herkömmlichen Kraftwerk. Wie wir die CCS-Technik dann weiter verwenden, das steht auf einem anderen Blatt.

 

Ein Positionspapier des UBA vom Juni 2009 bewertet CCS sehr skeptisch. Dort heißt es, dass bei konsequenter Energieeinsparung und Nutzung erneuerbarer Energie das deutsche Klimaschutzziel langfristig auch ohne CCS erreicht werden könne. Der CO2-Abscheidung wird höchstens eine Rolle für eine Übergangszeit zugebilligt. Sehen Sie das noch immer so?

Unsere Position ist, dass wir gut beraten sind, diese Technologie zu entwickeln und zu erproben, weil wir nicht nur die nationale, sondern auch die internationale Entwicklung im Blick haben. In Ländern, die nicht so schnell auf erneuerbare Energien umsteigen können wie Deutschland und die Kohle noch für längere Zeit für sich verwenden wollen, da wird diese Technologie möglicherweise einen wichtigen Beitrag leisten, um weltweit die Klimaschutzziele zu erreichen. In Deutschland sehen wir die Anwendung von CCS weniger bei der Energieerzeugung als bei Industrieabgasen, die sich am Ende einer Entwicklung bis etwa 2050 auch technologisch nicht weiter vermeiden lassen werden. Die Kohleindustrie ist so etwas wie die Speerspitze der Erkundung. Ob es dann am Ende für die Kohleverstromung oder andere Prozesse eingesetzt wird, ist auch eine Frage der Speicherkapazitäten.

Die weitere Entwicklung hängt davon ab, dass das CO2 auch unterirdisch verpresst werden kann. Dazu ist die Erkundung möglicher Speicher notwendig. Von Anwohnern gibt es dagegen Widerstand. Können Sie die Ängste dieser Menschen verstehen?

Natürlich kann ich das nachvollziehen. Ich habe heute hier bei Vattenfall den Eindruck gewonnen, dass man auch hier im Unternehmen weiß, dass man die Technologie erklären und den ganzen Prozess transparent gestalten muss. Ich glaube, dass im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen die Sicherheitsanforderungen so hoch gesetzt werden müssen, dass das Ganze auch verantwortbar ist. Wir brauchen insgesamt aber in Deutschland auch eine offene Debatte darüber, wie wir mit dieser Speicherung umgehen. Zugespitzt gesagt, die CO2-Einlagerung mit der Einlagerung von Atommüll zu vergleichen, ist einfach unseriös. Das ist nicht das Klima, wie wir mit einer wichtigen Technologie, wofür immer wir sie dann einsetzen, umgehen sollten.

 

Wie ist es zu solchen Schieflagen in der Diskussion gekommen und wie kann sie sachlicher werden?

Wir sind durch die Klimagefahren gezwungen, neue Wege zu gehen und CCS ist da nur eine Baustelle. Wir haben in der Bundesrepublik auch Proteste gegen erneuerbare Energie, gegen Biogasanlagen, Windräder, Speicherkraftwerke. Die Vorstellung, dass wir nach Atom- und Kohlezeit automatisch in einen gesellschaftlichen Konsens münden, ist Illusion. Das wird noch eine große Diskussion geben und CCS gehört dazu.

 

Die weitere Entwicklung der CCS-Technologie hängt an der Verabschiedung eines Bundesgesetzes zu Transport und unterirdischer Lagerung des klimaschädlichen Gases. Rechnen Sie noch in diesem Jahr mit der Verabschiedung?

Wir haben durch unsere Stellungnahmen als Umweltbundesamt die Grundlagen für die Umwelt-Anforderungen an so ein Gesetz formuliert. Das liegt vor. Jetzt ist das eine gesetzgeberische Arbeit in Kabinett und Parlament. Die Verabredungen sehen vor, dass das noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden soll und das ist wichtig, um dann auch die nächsten Schritte in der gesellschaftlichen Debatte gehen zu können. Mit dem Gesetz wird klar, wie die Rahmenbedingungen und Sicherheitsstandards aussehen.

 

Welche Sicherheitsfragen sind denn aus Ihrer Sicht die wichtigsten?

Das CO2 muss wirklich in den Lagerstätten bleiben. Es darf nicht an die Erdoberfläche gelangen, wo es Menschen gefährden könnte. Wir wollen aber auch nicht, dass es aus dem Speichergestein in den Boden oder das Grundwasser gelangt. Es muss wirklich in den Speichern bleiben, das ist die wichtigste Forderung.

 

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängern und erst im Herbst ein Energiekonzept für Deutschland vorstellen. Welche Rolle wird die Braunkohleverstromung Ihrer Meinung nach künftig noch spielen?

Wir als Umweltbundesamt betrachten das aus der Perspektive von 2050 rückwärts. Dann soll Strom in Deutschland vollständig aus erneuerbaren Energien kommen. Das bedeutet den immer schnelleren Ausbau dieses Bereiches. Damit verbunden kommt immer mehr fluktuierende Energie ins Netz. Deshalb brauchen wir immer weniger Grundlastkraftwerke und mehr flexible Kraftwerke für die restliche Stromerzeugung. Unsere Empfehlung an die Bundesregierung war immer, die Atomkraftwerke so wie geplant vom Netz zu nehmen und dann nach und nach die Kohle durch erneuerbare Energie zu ersetzen.

 

Sollten alte Kohlekraftwerke dann noch durch neuere Anlagen mit höherem Wirkungsgrad ersetzt werden?

Wir weisen darauf hin, dass so ein Kraftwerk eine Lebensdauer von 40 Jahren und mehr hat und wir dann um das Jahr 2050 massive Probleme bekommen werden. Denn dann sollte der Anteil der erneuerbaren Energie schon kräftig zugelegt haben und dann brauchen wir auch schon große Erfolge bei der Treibhausgasminderung.

 

Für die Lausitz ist es eine entscheidende Frage, ob hier in fünfzehn bis zwanzig Jahren noch neue Tagebaue aufgeschlossen werden. Wird die Kohleverstromung dann noch eine große Rolle spielen?

Das ist nicht zwingend an den Bau neuer Kraftwerke gebunden. Man kann mit Modernisierung auch alte Anlagen länger laufen lassen. Das ist unsere Empfehlung. Am Ende wird das auch eine Frage sein, wie sich die Kohle dann mit den Anforderungen des Klimaschutzes verbinden lässt. Ob dazu neue Tagebaue notwendig sind, das kann ich derzeit nicht sagen.

 


Mit Jochen Flasbarth sprach Simone Wendler

 

 

 

Das scheint gegenwärtig ein gangbarer Weg zu sein:  

 

 

EU -Geld für CO2 ­Lagerung

 

HAMBURG. Die EU-Kommission will die unterirdische Speicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) in großem Stil fördern. Ziel sei, den flächendeckenden Einsatz der Technologie zu vereinfachen; besonders bei der Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen, zitierte die "Financial Times Deutschland" gestern aus einem Richtlinienentwurf der Behörde. Der Entwurf solle Ende Januar mit einem großen Paket zur Energiegesetzgebung in der EU vorgestellt werden..

 

Darin räumt Brüssel laut der Zeitung ein, dass

 

die angestrebten Klimaziele allein durch Einsparungen und erneuerbare Energien nicht erreichbar sind. 

 

(AFP/B.M)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.12.2007

 

 

Klimaexperte für schnelles Handeln

 

Schellnhuber: CO2-Abscheidung entscheidend für die Braunkohlewirtschaft

 

VON JOHANN LEGNER

 

Eine beschleunigte Entwicklung und Einführung der Technik zur Abscheidung und Lagerung von CO2 ist nach Ansicht des Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber unerlässlich für die weitere Verstromung der Braunkohle in Brandenburg. Das sagte der Experte gestern in Potsdam, wo er Gast bei einer Kabinettssitzung war. Denkbar sei, dass auch im Jahr 2013, nach Einführung des verschärften Emissionshandels in der EU, sich der Stromexport in der jetzigen Form aus der Lausitz noch einige Jahre rechne. Spätestens ab 2020 aber sei ein weiterer Einsatz der Braunkohle nur noch im Verbund mit der Abscheide­ und Speichertechnik für CO2 denkbar. Sollten bis dahin nicht die Weichen dafür gestellt sein, müssten die Kohlekraftwerke tatsächlich abgeschaltet werden. Schellnhuber verwies darauf, dass auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (PD) Stilllegungen von Kraftwerken nicht ausschließen könne.

 

Er empfahl dem Land eine umfassende Energiestrategie und " nicht auf ein einziges Pferd zu setzen". Brandenburg werde in jedem Falle in der Lage sein, seinen eigenen Strombedarf zu produzieren. "Die Lichter werden sicher nicht ausgehen", sagte er dazu. Infrage stehe die jetzige Stellung als Stromexporteur und damit auch die wirtschaftliche Zukunft der Lausitz. Da aber die Einführung von Abscheidetechnik eine weltweit höchst bedeutsame Maßnahme sei, müsse die Landesregierung jetzt alles unternehmen, um zu schnellen Lösungen zu kommen. Es gehe nicht, dass Privatwirtschaft und Politik in dieser Frage "den schwarzen Peter hin und her schieben". Die beim Emissionshandel zufließenden Mittel sollten zielgerichtet in Brandenburger Projekte gelenkt werden.

 

Schellnhuber verglich die Einführung der Abscheidetechnik mit dem Projekt der ersten Mondlandungen von Menschen. Wenn mit der nötigen Energie daran gearbeitet werde, sei solch eine Umstrukturierung der Energiewirtschaft machbar.

 

Ob und inwieweit die Braunkohle nach 2013 konkurrenzfähig bleibt, hängt laut Hans Joachim Schellnhuber stark von dem Preis ab, der in Zukunft für Verschmutzungszertifikate zu zahlen ist. Nach den derzeitigen Berechnungen würden Steinkohlekraftwerke zuerst unrentabel. Die Braunkohle habe wegen ihrer äußerst geringen Förderkosten zumindest vorübergehend noch eine Chance.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.02.2008

 

 

 

Vattenfall will CO2-Ausstoß senken


 

Bis 2030 deutlich weniger Kohlendioxid aus Braunkohle-Kraftwerken

 

Potsdam Der Energiekonzern Vattenfall will seinen Beitrag zu Brandenburgs Energiestrategie leisten. Das Unternehmen verpflichtete sich deshalb gegenüber dem Land Brandenburg, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) bis 2030 deutlich zu reduzieren.

 

 

Die Pilotanlage zur CO2-Aufbereitung des Vattenfall-Kraftwerks mit CO2-Abscheidung in Schwarze Pumpe. Foto: dpa

 

Laut einer am Dienstag in Potsdam geschlossenen Vereinbarung sollen dann 72 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden

als 1990.

 

Dieses Ziel wird vermutlich nur mit der umstrittenen Technik zur Abscheidung

und Speicherung von CO2 (CCS) erreicht werden.

 

 

 

1990 betrug der Kohlendioxid-Ausstoß der Kohlekraftwerke in Brandenburg nach Unternehmensangaben

rund 61 Millionen Tonnen pro Jahr.

Inzwischen sind es nur noch rund 35 Millionen Tonnen jährlich.

 

Um das 72-Prozent-Ziel zu erreichen, müsste der Ausstoß bis auf rund 17 Millionen Tonnen gedrückt werden.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach beim Abschluss der Vereinbarung von einem "starken Signal in Richtung Lausitz".

In dem Papier heißt es, das gesetzte Ziel wäre für Vattenfall in der Lausitz mit CO2-Abscheidung erreichbar. Vattenfall-Vorstand Hartmuth Zeiß sagte, mit dem Neubau einer CCS-Anlage in Jänschwalde könne man die dortigen jährlichen CO2-Emissionen von 20 Millionen

auf fünf Millionen Tonnen senken.

Der Energiekonzern verpflichtete sich auch, in den kommenden Jahren 27 Millionen Euro in die Forschung

zur Steigerung von Flexibilität und Effizienz von Kraftwerken zu investieren.


 

sim/dpa

 

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.09.2013

 

 

Erhebt sich die Frage:

 

Wo bleibt ein konstruktiver Beitrag des Institutes für Klimafolgenwirtschaft?

 

 

Kompromisssuche bei CO2-Speicherung

 

Regierung will Eigentümer besser stellen / Gesetz in dieser Legislaturperiode möglich

 

Berlin. Im Streit über die Speicherung von Kohlendioxid (CO2) unter der Erde bahnt sich offenbar eine Lösung an.

 

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte Gespräche Anfang dieser Woche an. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das Gesetz bald verabschieden

können", sagte er der "Braunschweiger Zeitung". Auch die CSU hält eine Lösung für denkbar, stellt aber Bedingungen. "Voraussetzung ist, dass die Rechte der Grundeigentümer entsprechend gewahrt werden", sagte der CSU-Landesgruppenvorsitzende Peter Ramsauer. Nach Medienberichten prüft die Große Koalition in Berlin bereits eine Besserstellung der Eigentümer. Der Energiekonzern Vattenfall rechnet bald mit grünem Licht. "Ich gehe immer noch davon aus, dass wir das Gesetz in dieser Legislaturperiode haben werden", sagte der Vorstandschef der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka. Nach  Ansicht der Industrie wird das Gesetz zur Nagelprobe der Großen Koalition für den Standort Deutschland. 

 

"Die deutsche Industrie ist bei der CCS-Technik weltweit in einer Vorreiterrolle", 

 

sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie BDI, Werner Schnappauf dpa/roe

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.06.2009

 

 

Bemerkung des Verfassers :

 

Zu DDR-Zeiten wurden aus den geplanten sog. „CO2-Endlagern“ Erdgasvorkommen erkundet und

 

Erdgas gefördert.

 

Leider hatte damals niemand den Mut, sich über das Erkunden und Fördern von „explosivem“ Gas

 

zu empören.

 

Genau diese Kavernen sollen erst einmal versuchsweise mit dem ungiftigen CO2 gefüllt werden.

 

Vielleicht sollten die Gegner der CCS-Technologie nicht alles in Frage stellen, ohne zumindest für

 

die nächsten 20 Jahre wirtschaftlich verwertbare Technologien der Elektroenergieerzeugung

 

nennen zu können.

 

Kein Grund zur Freude:

 

 

Gesetz zur CO2- Lagerung vorerst vom Tisch

 

Große Koalition verschiebt Projekt

 

Berlin. Der umstrittene Plan zur unterirdischen Speicherung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) ist vorerst vom Tisch.

 

Führende CDU/CSU-Politiker beschlossen am Mittwoch, das Projekt bis nach der Bundestagswahl zu verschieben. Union und SPD gaben sich für das Scheitern gegenseitig die Schuld. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in Berlin: "Wenn wir diese Fragen jetzt nicht mehr klären können, lassen wir lieber die Finger davon."

 

Alle im Land müssten aber wissen, "dass das auch eine Gefährdung für die Kohletechnologie insgesamt ist."

 

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm betonte, Kanzlerin und Regierung stünden unverändert zu der Technologie. Der Kabinettsbeschluss sei aber bei den Fraktionsberatungen von Union und SPD so stark verändert worden, dass er nicht mehr die Zielsetzungen des Beschlusses erfülle.

Der Energiekonzern Vattenfall will an der Technologie zur unterirdischen CO2-Speicherung (CCS) festhalten.

dpa/roe

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 25.06.2009

 

 

 

Bedauern und Freude darüber:

 

 

Bedauern bei den Beteilgten   -    Freude bei den Unbeteiligten

 

 

Tagebaugegner sehen sich bestätigt - Vattenfall ist besorgt

 

Rene Schuster, Grüne Liga Brandenburg, wundert sich nicht, dass jetzt eine politische Diskussion um das Gesetz ent­brannt ist. "Nicht alle Bundesländer sind bereit, nach 30 Jahren die Haftung für alle Risiken der  CCS-Lagerung zu übernehmen." Er sei vielmehr verwundert, warum Brandenburg gerade in der Haftungsfrage nicht einen Moment zögere.

"Wenn Vattenfall derart überzeugt von der Sicherheit der Lagerstätten ist, dann soll der Konzern doch auch die Risiken ohne zeitliche Begrenzung tragen."

            

Thomas Burchardt, Sprecher "Klinger Runde", verfolgt die aktuelle politische Entwicklung von Stockholm aus. Er befindet sich dort, um politische Vertreter über den Widerstand gegen neue Tagebaue und die Auseinandersetzung mit Vattenfall zu informieren.

"Ich habe auch das Mandat der von möglichen Probebohrungen betroffenen Gemeinden bei Beeskow, um hier in Schweden klarzumachen, dass viele Menschen gegen eine Lagerung von CCS wären."

Als Grund für die Skepsis gegen die neue Technologie nennt Burchardt mangelhafte Erforschung und die Tatsache, dass geologische Formationen dauerhaft nicht mehr nutzbar wären.

"Man kann die neue Technologie nur für wenige Jahrzehnte nutzen. Der Erde aber führt man einen Ewigkeitsschaden zu und verhindert so auf alle Zeit die Nutzung beispielsweise von Erdwärme."

 

Manfred Wercham, Vorstandsmitglied Bauernbund Brandenburg, der sich im vergangenen Jahr auch am Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue beteiligt hatte, bezeichnete die Entscheidung der CDU-Bundestagsfraktion als "Schritt in die richtige Richtung". "Ich hoffe, die Bedenkpause wird genutzt. Wir fordern den endgültigen Verzicht auf die Kohlendioxid - Endlager und den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung." Ausgebaut werden sollte stattdessen die Nutzung regenerativer Energiequellen. Werchan, der in dem Oderbruch 230 Hektar Acker bewirtschaftet, wäre selbst vom geplanten CO2-Endlager bei Neutrebbin betroffen.

Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender Vattenfall Europe AG, nennt die aktuellen Entwicklungen einen "intransparenten und unverständlichen Prozess, der dem Klimaschutz in letzter Minute den Weg versperrt". CCS benötigte unbedingt den belastbaren Rechtsrahmen. Bislang gehe Vattenfall mit Investitionen von 200 Millionen Euro bei der CCS- Entwicklung in Vorleistung. Diese sowie weitere Investitionen in Ostdeutschland würden durch die politischen Entscheidungen nun infrage gestellt. Eig. Ber.jhil

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.06.2009

 

 

Brandenburg hofft auf CCS- Gesetz nach Bundestagswahl

 

Potsdam/Berlin. Brandenburg hofft trotz des Stopps für das geplante Gesetz zur unterirdischen Speicherung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) auf eine baldige Lösung nach der Bundestagswahl. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) werde den Bund jetzt beim Wort nehmen und auf eine schnelle Einigung drängen, sagte Ministeriumssprecher Alexander Gallrein am Donnerstag.

 

Der Energieversorger Vattenfall sieht nach dem Unionsbeschluss wachsenden Zeitdruck. "Um die Klimaschutzziele zu erreichen, können wir uns nicht lange Warteperioden erlauben", sagte der Chef der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka, in Berlin. Er machte deutlich, dass der Startschuss für Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro in eine Demonstrationsanlage in Jänschwalde (Spree-Neiße) nicht ohne den Rechtsrahmen erfolgen wird. Er sei aber optimistisch, dass es "keine Riesenverzögerung" geben werde.dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 26.06.2009  

 

 

 

Heute sind wir noch ein Teil des Problems...

 

... aber mit CCS morgen schon ein Teil der Lösung"

 

Die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall, bis zum Jahr 2050 zu hundert Prozent klimaneutralen Strom zu produzieren, ha­ben einen politischen Dämpfer erlitten.

 

BERLIN/Cottbus. Zur Umsetzung der innovativen Technologie zur CO2-Abscheidung im Kraftwerksprozess muss das CO2 auch unterirdisch gelagert werden. Im Fokus sind geologische Strukturen in Ostbrandenburg. Die rechtlichen Rahmenbedingungen hierfür sollte das CCS-Gesetz (CCS: Carbon Capture and Storage; dt.: Kohlendioxidabscheidung und Speicherung) liefern, das noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden sollte. Doch Uneinigkeiten zwischen der SPD- und CDU/CSU-Fraktion im Bundestag standen dem im Weg.

Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe, bedauert die nun eingetretene Verzögerung. "Es gibt keine Zeit zu verlieren, weil das Klimaproblem immer größer wird" und appelliert an die politischen Entscheidungsträger:

 

"Wir werden keine große Investition tätigen, so lange es keinen rechtlichen Rahmen gibt. 

 

Heute sind wir noch ein Teil des Klimaproblems, aber mit CCS werden wir morgen ein Teil der Lösung sein."

 

Rund 215 Millionen Euro Investitions- und Forschungsmittel gibt Vattenfall aktuell für die Entwicklung der klimafreundlichen Stromerzeugung aus Braunkohle aus. In dem speziellen Fall geht es um eine Investition von über einer Milliarde Euro für das CCS-Demokraftwerk am Standort in Jänschwalde, das 2015 ans Netz gehen soll. Dieser Zeitplan ist jetzt gefährdet, wenn das CCS-Gesetz nicht bis Ende 2010 verabschiedet wird. Bis dahin müssen die parteipolitischen Streitpunkte, unter anderem über Haftungsregelungen und Nachsorgebeiträge für die Unternehmen, beigelegt sein. "Wenn wir alle Zugeständnisse an die SPD gemacht hätten, wäre das CCS­Gesetz von einem Durchführungs- zu einem Verhinderungsgesetz mutiert", so Bundestagsmitglied Michael Stübgen (CDU).

Bundestagsmitglied, Steffen Reiche (SPD) sieht in dem "Veto" die Angst von CDU/CSU, dass der beschlossene Atomausstieg gelingen könnte, wenn die Verstromung von Kohle unter Einsatz der neuen Technologien eine Chance bekommt.

 

Bei allen politischen Diskussionen mahnt Prof. Dr. Detlev Dähnert, Leiter Bergbauplanung von Vattenfall Europe Mining & Generation, dass die derzeitige Situation wenig dazu beitrage, die Ängste der Menschen auszuräumen. Das Unternehmen werde daher verstärkt auf die direkte Kommunikation setzen.kay

 

ZAHLEN

 

1

Jede Woche geht weltweit, vorrangig in Indien und China, ein Kohlekraftwerk ans Netz. Keines davon ist mit der klimafreundlichen CCS- Technologie ausgestattet.

 

60

Um so viel Prozent wird der weltweite Energiever­brauch bis zum Jahr 2030 voraussichtlich steigen.

 

22.500

Ist die Zahl der Arbeitsplätze, die direkt an der Verstromung von Braunkohle in Deutschland, hängen.

 

5.000.000.000

So viele Tonnen Kohle wer­den jedes Jahr auf dem ge­samten Globus verstromt.

 

28.000.000.000

So groß (in Tonnen!) ist nach wissenschaftlichen Schätzungen das unterirdi­sche Speicherpotenzial für CO2 in Deutschland.

 

 

Quelle: WOCHENKURIER. COT, 01.07.2009

 

 

BRANDENBURGER ENERGIEMIX

 

Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige

Die Energiebranche gehört zu den wichtigsten Wirtschafts­zweigen Brandenburgs. Wie aus dem Jahreswirtschaftsbericht 2009

des Landes hervorgeht, ist Eon edis mit Sitz in Fürstenwalde (Oder-Spree) das umsatzstärkste Unternehmen des Landes

(rund 2,1 Milliarden Euro). Die in Cottbus ansässige Tagebau- und Kraftwerkssparte von Deutschlands viertgrößtem Energiekonzern

Vattenfall Europe ist demnach mit rund 4900 Beschäftigten zweitgrößter Arbeitgeber im Land nach der Deutschen Bahn.

Aus den Tagebauen Jänschwalde, Cottbus-Nord und Welzow­Süd wurden im Jahr 2008 dem Bericht zufolge 39,7 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gewonnen. Mehr als die Hälfte des Lausitzer Braunkohlestroms wird an Kunden außerhalb Brandenburgs geliefert. Eig. Ber./B.M

 

Rechtssicherheit für CO2-Speicherung fehlt

Cottbus. Brandenburgs Landesregierung hält an der Braunkohle fest, unter einer Bedingung:

Bei der Verstromung darf kein Kohlendioxid (CO2 ) mehr in die Luft geblasen werden. Der Energiekonzern Vattenfall hat im

September 2008 in Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) die weltweit erste Pilotanlage zur CO2-Abtrennung nach dem Oxyfuel-Verfahren in Betrieb

genommen.

Bis 2015 soll das erste Demo-Kraftwerk mit 300 MW Leistung in Jänschwalde (Spree-Neiße) folgen.

Ungeklärt ist bislang jedoch die CO2-Speicherung, weil die nationale Richtlinie dazu (CCS-Gesetz) nicht verabschiedet wurde.

Brandenburg will bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent senken gegenüber 1990.Eig.Ber./B.M.

 

Erneuerbares im Energiemix des Landes (BB)

Cottbus. Brandenburg will bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch von sieben auf 20 Prozent steigern.

Den größten Anteil soll die Windkraft liefern - mit einer Steigerung von derzeit 3767 Megawatt (MW) auf 7500 MW Aus Sonne sollen bis 2020 statt bislang 0,08 Petajoule (PJ) elf PJ Strom und Wärme gewonnen werden. Diese Steigerungen erfordern belastbare

Versorgungsnetze. Eine an der BTU mit Stromerzeugern und Netzbetreibern erarbeitete Studie besagt, dass in Brandenburg

850 Millionen Euro in den entsprechenden Ausbau der Stromnetze investiert werden müssen. Eig. Ber.jB.M

 

Quelle: Lausitzer Rundschau,10.10.2009 

 

 

Oderbruch - Landwirte wehren sich gegen CO2- Einlagerung

Geplante Bodentests von Vattenfall in der Kritik

 

Von Alexander Fröhlich

 

Im Oderbruch wehren sich die Landwirte gegen die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (CO2). Der Energiekonzern

Vattenfall will in der Gegend um Neutrebbin (Märkisch-Oderland) oder um Beeskow (Oder ­Spree) untersuchen, ob sich die mehr als 1000 Meter

tiefen Gesteinsschichten als CO2-Speicher eignen. "Wenn das kommt, dann habe ich in den letzten 20 Jahren umsonst gearbeitet",

sagte Landwirt Manfred Wercham. Auf 290 Hektar Land betreibt der 52­Jährige Ackerbau - Getreide, Erbsen, Raps.

"Das Oderbruch hat den besten Boden in ganz Brandenburg."

75 Agrarbetriebe haben sich nun zusammengeschlossen, ihre 30 000 Hektar Land machen die Hälfte des Oderbruchs aus.

Die Landwirte fürchten um den Wert ihrer Grundstücke - und dass CO2 freigesetzt wird. "Wir wollen kein tödlich wirkendes

Experiment in unserer Heimat", heißt es in einem gemeinsam an Vattenfall gerichteten Brief. Darin untersagen die Landwirte dem Energiekonzern, ihre Fläche für seismologische Messungen zu betreten. "Wir bangen um das Leben unserer Menschen und um die

Verseuchung unserer landwirtschaftlichen Flächen." Notfalls wollen die Bauern mit Traktoren die Wege für Vattenfall blockieren -

wie bei den Protesten gegen Atommüllendlager im Wendland, hieß es.

 

Ob das Betretungsverbot Bestand hat, ist fraglich. 

 

Klaus Freytag, Präsident des brandenburgischen Bergbauamtes, sagte, größtenteils würde an öffentlichen Wegen und

Flächen der Untergrund untersucht. Falls auf Privatland gemessen werden müsse, reiche die pauschale Ablehnung des

Vorhabens nicht aus. "Im Interesse der Allgemeinheit kann es zu einer Duldungspflicht kommen."

Noch arbeitet das Bergbauamt am Antrag von Vattenfall, dort für die Suche aktiv werden zu dürfen. Dann muss der Betriebsplan

genehmigt werden. Weil das CCS­-Gesetz zur Abscheidung und  unterirdischen Speicherung von CO2 aus Braunkohleverstromung

 vorerst gescheitert ist und erst nach der Bundestagswahl kommen soll, mahnte Freytag zur Gelassenheit. Man wolle die Bürger

aufklären.

 

Vattenfall zeigte sich gestern gesprächsbereit. Der für das CCS-Projekt zuständige Sprecher Damian Müller sagte:

"Wir suchen den Dialog mit den Leuten, die den Brief unterschrieben haben, und mit jedem, dessen Gelände wir beanspruchen

müssen." Vattenfall mache sich nichts vor ­"das wird sicherlich ein längerer Prozess."

 

 

Kritik kam von den Landwirten auch an der brandenburgischen Landesregierung und deren Energiekonzept.

Sie halte mit der Braunkohle und der Abscheidung von CO2 an einer "Technologie von vorgestern" fest, hieß es.

Wichtiger sei der Ausbau erneuerbarer Energien.

Wenn die Landesregierung den Speicher wolle, müsse sie auch zu den Menschen in die Region kommen und mit ihnen darüber reden.

Der Nachweis einer sicheren, unterirdischen Speicherung des bei der Verstromung von Braunkohle entstehenden

klimaschädlichen CO2 ist eine der wesentlichen Bedingungen der brandenburgischen Landesregierung an Vattenfall

für die Genehmigung weiterer Tagebaue in der Lausitz.

 

 

 

Vielleicht einfach erst mal den Verstand einschalten und sich kundig machen, ehe man sich äußert. Oder ??

 

 

Platzeck: Besser über CO-Speicherung aufklären

 

Peitz Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat eine bessere Information der Öffentlichkeit über die unterirdische Speicherung

des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO) angeregt. Die Unternehmen, die diese Technik nutzen wollen, sollten nach dem vorläufigen

Stopp des CCS-(Carbon Capture and Storage)-Gesetzes die Zeit nutzen, um die Technik bekannter zu machen, hieß es in einer

Mitteilung

der Staatskanzlei vom Freitag.

 

„Alle, denen das Weltklima am Herzen liegt, und die auf CCS setzen, müssen in den nächsten Wochen und Monaten über

die Technologie und ihre Funktionsweise aufklären“, 

 

sagte Platzeck laut Mitteilung auf einer Betriebsversammlung der Vattenfall-Standorte Kraftwerk und Tagebau

Jänschwalde/Cottbus-Nord in Peitz.

 

In Deutschland werde heimische Braunkohle als Energielieferant in diesem Jahrhundert noch benötigt.

„CCS ist unter Experten anerkannt als Brückentechnologie, die möglichst schnell und weltweit praktisch und großtechnisch angewandt werden muss, um den Klimawandel aufzuhalten“,

 

betonte der Regierungschef. Brandenburg habe bei dieser Technik die Technologieführerschaft. Das geplante Gesetz zur

unterirdischen CO-Speicherung wird nicht mehr vor der Bundestagswahl im Herbst verabschiedet. Das hatten die Bundesminister

der Union und deren Fraktionsspitze am 24. Juni in Berlin beschlossen. dpa/feg

Quelle: Lausitzer Rundschau, 04.07.2009

 

 

Anmerkung des Verfassers:  

 

Anstelle CO ist sicher CO2 gemeint ...

 

 

 

Geliebtes ungeliebtes CO2

 

Klimagas als Rohstoffquelle / Konferenz der IHK in Cottbus

 

Es ist als Klimakiller verschrien und besitzt doch gleichzeitig das Potenzial, sich immer mehr als Roh- und Einsatzstoff in Landwirtschaft und Industrie zu etablieren: Kaum ein Stoff ist heute so heftig umstritten wie das Gas Kohlendioxid (CO2). Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus hatte am Mittwoch (Anm. d. Verf.: 01.07.2009) Fachleute aus Hochschulen,

Wirtschaft und Verwaltung eingeladen, Strategien für den Umgang mit CO2 zu diskutieren.

 

Eine Betrachtung von Ralf Bartonek

 

Der Ökonom berichtet, dass sich bis 2030 weltweit der Anteil von Kohle an der Stromerzeugung fast verdoppeln wird.

Der Ingenieur sagt, es sei nicht die Frage ob, sondern wie Kohle genutzt werden wird.

 

Der Geologe versichert, das unterirdische Speichern des in Kraftwerken anfallenden CO2 werde derzeit in Ketzin

westlich von Potsdam untersucht und sei für den Menschen ungefährlich.

 

Der Biologe weist auf die Möglichkeiten hin, das Gas für die Algenmast zu nutzen und aus der Biomasse Kraftstoffe, Kosmetika, Nahrungsergänzungsstoffe und anderes mehr herzustellen.

 

Der Chemiker ergänzt dies um die Vision, aus dem CO2 wieder Roh- und Grundstoffe zu gewinnen.

 

Der Agrarforscher informiert über die Begasung von Gewächshäusern mit Kohlendioxid, was den Ertrag bei der Gemüseproduktion

um 30 Prozent erhöht.

 

So wird das ungeliebte Gas an diesem Mittwoch durchaus auch geliebt, wenn es um die Frage geht: 

 

Wohin mit ihm? Es entsteht nun mal bei der Verbrennung in Kraft-, Stahl- und Zementwerken in großen Mengen.

Und der Energie- und Rohstoffhunger einer vor allem in den Schwellenländern stark wachsenden Bevölkerung nimmt rasch zu.

 

 

Dr. Thomas Porsche von der Vattenfall Generation AG belegt mit Zahlen, dass sich

 

die Welt wohl nicht an Deutschland orientieren wird, wenn es um die Kohleverstromung geht.

 

Aber er sagt auch, dass die Entwicklung energieeffizienter Kraftwerke mit CO2­Abtrennung zu einem Exportschlager werden könnte,

der negative Folgen für das Erdklima abmindert.

 

"Entrüstungswelle"

 

Trotzdem läuft, wie IHK­-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Krüger bedauert, eine "Entrüstungswelle" durch das Land,

wenn es um die Themen Kohle und CO2 geht.

 

Die Wissenschaftler Professor Otto Pulz, bekannt als "Algenpapst" vom Institut für Getreideforschung in Potsdam, Dr. Andreas Fricke, Agrarexperte von der Universität Hannover, und Dr. Willy Offermans, Chemiker an der Hochschule Aachen (RWTH), weisen zudem darauf hin, dass die stoffliche Verwertung des CO2 in den Anfängen steckt und nicht in absehbarer Zeit auch nur annähernd das ganze Kraftwerks-Kohlendioxid nutzen kann.

 

Speichern als Hauptweg

 

Daher bleibt, wenn der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung weltweit steigt, bis alternative Energien tatsächlich voll in die Bresche springen können, als Hauptlösung das unterirdische Speichern des Klimagases. Aber gerade das schürt vor allem in Deutsch­land Ängste bei vielen Menschen, in deren Territorien das geschehen soll.

 

"Was aber tun, wenn unsere deutsche Gesellschaft technologieängstlich ist?", will Johann Legner, RUNDSCHAU-Moderator der Konferenz, wissen.

 

Der Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, Professor Walter C. Zimmerli, bringt es auf den Punkt: 

 

"Wir machen uns was vor, wenn wir glauben, dass unsere Laborrationalitäten draußen" bei den Bürgern ankommen. Ein Mensch mit Flugangst lasse sich auch nicht durch eine Statistik von der re­lativen Ungefährlichkeit des Fliegens überzeugen. Zimmerli fordert mehr Kommunikation, ein stärkeres Zugehen auf den Bürger."

 

Das lässt Werner Schilling vom Referat Klimaschutz des Brandenburger Wirtschaftsministeriums etwas ratlos zurück.

Kommunikation, wie denn noch?

Die Landesregierung habe sich doch bemüht. In der Tat, richtig deutlich wird auf der Konferenz nicht, wie überzeugender kommuniziert werden soll.

 

Immerhin hat Vattenfall eine Idee:

Der Konzern teilte nach der Konferenz mit, dass er am heutigen Donnerstag

(Anm. d. Verf.: 02.07.2009) im Speicher- Erkundungsgebiet Beeskow (Oder-Spree) ein Bürgerbüro für Gespräche eröffnet.

 

 

ZUM THEMA

 

Kohlendioxid ist nicht nur ein Rohstoff, der erst in der Zukunft genutzt wird. Das Gas dient bereits heute zum Beispiel als Kühl- und Kältemittel.

 

Es findet sich in Getränken und in Feuerlöschern, es dient als Reinigungsmittel, als Schutzgas beim Schweißen und als Konservierungsstoff in der Lebensmittelindustrie.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 02.07.2009

 

 

 

Wenn sich beim Kohlendioxid etwas verdienen lässt, sind selbst die Oderbruch-Bauern mit von der Partie.

 

Hier  zeichnet sich schon eine Einnahmequelle ab ....

 

 

Forscher wollen CO2 zu Teil der Energielösung machen

Ausgerechnet das als Klimakiller geächtete CO2 könnte bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Umgewandelt in Methan soll es zur Speicherung von Energie aus Solar- und Windparks beitragen, die nicht sofort gebraucht wird.

 

                                      

In der Postcap-Anlage der Siemens AG im Kraftwerk Staudinger bei Hanau wird CO2 "abgetrennt". Foto: Siemens AG© DPA

München (dpa) - Ausgerechnet das als Klimakiller geächtete CO2 könnte bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Umgewandelt in Methan soll es zur Speicherung von Energie aus Solar- und Windparks beitragen, die nicht sofort gebraucht wird.

Das Methan könnte man direkt ins europäische Erdgasnetz speisen, an Haushalte verteilen, in den Autotank füllen oder in Gaskraftwerken verfeuern. Die Technische Universität München (TUM) startete am Donnerstag mit großen Unternehmen ein Projekt, das wesentliche Technologien von der Reinigung des Kohlendioxids bis zum Methan im Tank voranbringen will. Denn die nötigen Prozesse sind zwar nicht neu, aber für diese Anwendung in der Praxis noch nicht ausgereift.

«Wir haben in Deutschland die Energiewende beschlossen», sagt Prof. Bernhard Rieger vom Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie der TUM. Klimaneutrale Techniken müssten nun rasch entwickelt werden. Bei dem mit 6,3 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium geförderten iC4-Projekt der TUM ziehen E.on, Linde, MAN, Siemens, Clariant, Wacker Chemie und das Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik an einem Strang - jenseits möglicher Konkurrenzsituationen. «Das ist ein Zeichen, wie wichtig das Thema gesehen wird», sagt Rieger.

Auch in Stuttgart arbeiten Forscher am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) bereits an der Speichertechnologie «Power to Gas». Sie verfügen schon über eine transportable 25-Kilowatt-Pilotanlage, die in Stuttgart, im Hunsrück und im emsländischen Werlte getestet wurde. Eine Anlage mit zehnfacher Kapazität will das ZSW zusammen mit der Firma SolarFuel und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) im Sommer bauen; zudem sei im Auftrag von Audi in Werlte eine Anlage mit sechs Megawatt geplant - das ist etwa die Leistung von zwei Windanlagen. Rund 4000 Kubikmeter Methan am Tag sollen nach Angaben von ZSW-Sprecherin Claudia Brusdeylins produziert werden, fast industrieller Maßstab. Brusdeylins rechnet wie Rieger mit einer Marktreife bis 2015. «Es gibt ziemlich viele Interessenten.»

Denn ein Problem bei Strom aus erneuerbaren Energien sind die großen Schwankungen. Weht der Wind nicht, liefern Windräder keine Energie. Schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, bricht die Produktion der Solarparks ein. Pumpspeicherkraftwerke, aus Naturschutzgründen oft umstritten, können das nicht ausgleichen. Zudem kann Wasserkraft wieder nur zur Stromversorgung eingesetzt werden. Gas - Methan oder Wasserstoffgas - können dagegen auch Diesel oder Benzin ersetzen.

Bisher konzentrieren sich die Bemühungen der Forscher weltweit auf Wasserstoff. Er wird unter anderem mit überschüssigem Sonnen- oder Windstrom durch Elektrolyse gewonnen. Seine Speicherung ist schwierig. Hoher Druck bis 700 bar oder sehr niedrige Temperaturen sind nötig, um sein Volumen etwa für Autotanks zu reduzieren.

Bei Methan reicht ein geringerer Druck. Vor allem aber kann es vollständig - nicht wie Wasserstoff in geringer Konzentration - ins Erdgasnetz gespeist werden. «Deshalb sind wir im Forschungskonsortium der Meinung, dass Methan die Nase vorn hat», sagt Rieger. Allerdings sind nach der Wasserstoffherstellung weitere Schritte nötig: Der Wasserstoff und das CO2 müssen in Methan umgewandelt werden.

Auch in Stuttgart setzen die Wissenschaftler auf Methan. «Um es gleich vorweg zu nehmen: Im Moment ist es - abgesehen von Nischenanwendungen - nicht wirtschaftlich», sagt auch ZSW-Fachgebietsleiter Michael Specht. Eine Marktreife sei in einigen Jahren möglich. Es fehle aber an den politischen Rahmenbedingungen. Klimaneutral ist die Methode ohnehin nur, wenn das CO2 nicht aus einem Fabrikschlot, sondern aus erneuerbaren Quellen stammt.

Umweltschützer sehen in dem Modell eine attraktive Lösung, warnen aber vor zu großen Erwartungen. «Das ist ein Konzept, das nicht morgen ausgereift sein muss, sondern vielleicht in 15 Jahren», sagt Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe in Berlin. Denn erst bei großen Anteilen von Wind- und Sonnenenergie am Strommix seien derartige Speichertechnologien unverzichtbar. Etwa 40 Prozent der Energie gehen den Stuttgarter Forschern zufolge bei der Umwandlung verloren. Das ist nur vertretbar, wenn es um ohnehin überschüssigen Strom geht. «Der Wirkungsgrad ist gering. Es lohnt in dem Moment, in dem man sonst nur die Alternative hat, die Windräder abzuschalten.»

 

Quelle: STERN, DPA, 19.04.2012

 

 

Berliner Firma baut Erdgasspeicher bei Stade

 

Stade/Berlin. Mit einem Investitionsvolumen von rund 400 Millionen Euro will die Berliner Storengy Deutschland GmbH sieben unterirdische Erdgasspeicher bei Stade (Niedersachsen) bauen. "Die Vorgespräche sind positiv veraufen", sagte Firmensprecher Torsten Schlegel am Montag. Die Genehmigung des Bergbauamtes stehe aber noch aus. Das Verfahren werde wohl im dritten oder vierten Quartal 2009 beginnen. 

 

Bei den Kavernen genannten Erdgasspeichern handelt es sich um Höhlen, die durch das Ausspülen von Salz entstehen. dpajsha

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 30.06.2009

 

 

 

Nun versteht man überhaupt nichts mehr:

 

Der Verfasser kann sich nur seinen eigenen Reim darauf machen:

 

 

Wahrscheinlich ist 

 

im Gegensatz zur Untergrundspeicherung des "Abfallprodukts"  CO

 

die Untergrundspeicherung des "Rohstoffs" Erdgas für alle lebensnotwendig und völlig ungiftig für Natur und  

 

verhindert nicht, "dass geologische Formationen dauerhaft nicht mehr nutzbar wären" (siehe oben: Kommentar der CSS-Gegner.) 

 

 

Lausitzer CO2- Pilot zieht internationale Gäste an

 

Cottbus. Auf Einladung der Internationalen Energie-Agentur Paris diskutieren in Cottbus seit Dienstag 300 Wissenschaftler aus 26 Ländern Fortschritte bei der CO2-Abscheidung. Am Freitag besuchen die Gäste die weltweit erste Oxyfuel- Pilotanlage in Schwarze Pumpe (Spree-Neiße), teilte Vattenfall dazu mit. pmjB.M

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.09.09

 

 

So soll die  CO2-Abscheidung funktionieren:

 

                   

 

 

Sehr wahrscheinlich, dass andere Länder eine positivere Haltung zur CO2 - Abscheidung einnehmen.

 

Es ist für alle CSS-Gegner vielleicht außerordentlich hilfreich, sich vor irgendwelchen Demos erst einmal mit der Thematik

 

vertraut zu machen, u.a. auch durch das Lesen dieser Stellungnahme:

 

 

Angeregt durch die Meinungen der Leser im Märkischen Boten hat sich der Autor des Beitrages vom 11. Dezember, MdB

 

Prof. Dr.-Ing. Martin Neumann, nochmals Stellung genommen:

 

Was ist eigentlich CSS-Technologie?

 

Die CCS- Technologie, Carbon Capture and Storage, ist einen Technologie, die Kohlendioxid aus Verbrennungs-Abgasen abscheidet und lagerungsfähig macht.

 

Aber wie genau das funktioniert und ob dies auch schadlos für Mensch und Natur möglich ist, wissen wir noch nicht.

 

Wir brauchen deshalb ein Gesetz, dass mit klar definierten Bedingungen die Forschung auf diesem Gebiet möglich macht.

Grundsätzlich geht es vorrangig nicht um die Lagerung von CO2, vielmehr geht es um den Rohstoff CO2, der durch die Abscheidungstechnologie gewonnen werden kann. Denn die Nutzung des abgeschiedenen CO2 ist ein wichtiges Forschungsfeld.

 

Die BTU in Cottbus arbeitet längst an Technologien zur Verwertung von CO2 und gehört damit zu den Vorreitem in diesem Bereich der Forschung und Entwicklung.

 

In der Forschung zur weiteren Verwendung geht es dann auch um die Zwischenlagerung von CO2.

 

In der Gesamtdiskussion um die Forschung war nie die Rede davon, dass willkürlich und voreilig CO2 in der Lausitz ver­presst wird.

 

Diese Behauptung ist schlichtweg falsch.

 

Es ist sehr bedauerlich, dass die Debatte so unseriös und bewusst falsch geführt wird. Aus forschungspolitischer Sicht ist das eine fatale Entwicklung, insbesondere für den Forschungsstandort Lausitz.

 

Quelle: Märkischer Bote, 25.12.2010

 

 

 

Bergamt lässt Hauptbetriebsplan für Kohlendioxid- Erkundung zu

Cottbus. Die umstrittenen Pläne zur unterirdischen Verpressung von Kohlendioxid (CO2) nehmen Gestalt an. Das brandenburgische Landesbergamt in Cottbus hat den Hauptbetriebsplan in der Erkundungsregion Birkholz- Beeskow (Oder-Spree) zugelassen.

Wie die Behörde am Freitag mitteilte, ist das Bundesberggesetz Grundlage der Genehmigung für eine Vattenfall-Tochterfirma,

die die Erkundung von Sole in tiefen Gesteins­schichten zur CO2-Speicherung beantragt hat.

Der Hauptbetriebsplan erlaube aber noch keine Erkundungsarbeiten, sagte Berg­amtschef Klaus Freytag. dpajbl

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.01.2011

 

 

CO2- Leck in Kanada? Debatte in der Lausitz

 

Kritiker der Verpressung fühlen sich bestätigt / Experten zweifeln Vorfall an

 

Cottbus/Potsdam. Ein vermeintliches CO2-Leck im kanadischen Bundesstaat Saskatchewan hat in der Lausitz erneut die Debatte um die Verpressung des Klimakillers Kohlendioxid entfacht.

 

Laut Berichten war vor Kurzem in Kanada aus 1400 Metern Tiefe verpresstes Kohlendioxid (CO2) an die Oberfläche getreten. Ein Energiekonzern soll Millionen Tonnen des klimaschädlichen Gases in die Erde gepumpt haben

 

- allerdings, um Druck auf ein Erdölfeld zu erhöhen, damit der Rohstoff besser gefördert werden kann.

 

In der Lausitz und in Ostbrandenburg fühlen sich Kritiker bestätigt. Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskovic (Linke) sieht "ein deutliches Warnzeichen".

 

Experten für CO2-Speicherung verweisen aber darauf, dass es keine Bestätigung für einen Austritt des Klimagases gebe. So erklärt der Chef des Brandenburgischen Landesbergamtes Klaus Freytag gegenüber der RUNDSCHAU, dass aus "nach allen uns bisher vorliegenden Daten kein Nachweis eines Lecks abgeleitet werden kann".

 

Frank May, Experte für CO2-Verpressung bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover, geht davon aus, dass Messwerte in dem Gebiet durch natürliche biologische Aktivitäten in den Prärieböden erklärbar seien,

Eig. Ber/wen/ta

 

ZUM THEMA

 

In Brandenburg plant der Energiekonzern Vattenfall Europe, unterirdische Lagerstätten in Beeskow (Oder-­Spree) und Neutrebbin (Märkisch-Oderland) für eine Verpressung von CO2 zu erkunden.

Dagegen regt sich vor Ort Widerstand der Anwohner.

In Ketzin (Havelland) wird die Erforschung einer sicheren geologischen Lagerung von CO2 betrieben.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22.01.2011

 

 

 

Braunkohle bleibt eine feste Größe

 

Dr. Gert Gockel schreibt per E-Mail zum RUNDSCHAU-Gespräch mit dem Lausitzer Bundestagsabgeordneten Wolfgang Neskovic unter der Überschrift "Braunkohle-Verstromung hat keine Zukunft":

 

(. . .) Im Gegensatz zur Meinung des Herrn Neskovic wird die Braunkohle noch über Jahrzehnte eine feste Größe im Energiemix der Bundesrepublik Deutschland bleiben, in der stofflichen Verwertung noch an Bedeutung gewinnen. Solange das Problem der Energiespeicherung nicht befriedigend gelöst ist, ist Energiegewinnung aus Sonne und Wind keine Garantie für eine stabile Energieversorgung.

 

Oder sollen bei Dunkelheit und Windstille Industrie und Haushalte ohne Strom sein?

 

Nicht vergessen werden darf, dass im Ergebnis der Nutzung von Gas aus Biogasanlagen CO2 erzeugt wird. Mit ihren Pilotversuchen zur CO2-Abscheidung leisten RWE und Vattenfall Pionierarbeit, die nicht nur der Verstromung

fossiler Rohstoffe zugute kommt, sondern auch für andere Industriezweige, wie Baustoff-und Glasindustrie sowie für die Stahlerzeugung von Nutzen ist.

 

(. . .) Die geplante unterirdische Lagerung des abgeschiedenen CO2 ist nicht die von vielen Seiten ins Feld geführte Bedro­hung.

 

Schließlich lagern bedeutende Anteile der strategischen Erdgasreserven der Bundesrepublik Deutschland in unterirdischen Speichern. Diese liegen zum Teil unter bebautem Gebiet und werden seit Langem sicher betrieben. Die Sicherheit ist für eine unterirdische Lagerung von Gasen oberstes Gebot.

 

Sie für eine Speicherstätte nachzuweisen, erfordert umfangreiche Felduntersuchungen sowie eine wissenschaftlich fundierte Bewertung möglicher Risiken.

 

Wie aber sollen Aussagen zur Sicherheit getroffen werden,

wenn durch künstlich geschürte Ängste unter der Bevölkerung

die dafür erforderlichen Untersuchungen unterlaufen werden und da­mit den Spekulationen Tür und Tor geöffnet werden?

 

Neben der Abscheidung und Bunkerung von CO2 wird in vielen Ländern an der Nutzung von CO2 als Kohlenstoffquelle für die organische Chemie geforscht. Erste Erfolg versprechende Arbeiten lassen eine künftige Nutzung von CO2 als Rohstoff für die Kohlenstoffchemie und somit nur eine temporäre Lagerung des CO2 im Untergrund zu erwarten .

 

Herr Neskovic wäre nach meiner Ansicht als Vertreter des Wahlkreises Cottbus besser beraten, wenn er sich für die Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Anwendung der CCS- Technologie im Bundestag einsetzt und damit die Entwicklung einer für den Klimaschutz und die wirtschaftliche Entwicklung der Region bedeutsamen Technologie unterstützt.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.01.2011

 

 

Heftige Landtagsdebatte über Entwurf de Klimastrategie

 

Linkspartei mit breitem Meinungsbild / SPD steht zur Braunkohle /

Opposition wirft der Landesregierung Sprach- und Planlosigkeit vor

 

Der Regierungsentwurf zur Festlegung der weiteren Energiepolitik Brandenburgs soll jetzt öffentlich diskutiert werden.

Vorgesehen ist unter anderem eine Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Landtags.

Landesregierung und Koalitionsfraktionen verweigern sich damit aber den Forderungen der Opposition

nach einer klaren Zielbestimmung in Form einer Regierungserklärung.

 

Von Johann Legner

 

Potsdam. Die SPD hält sich zu­rück, die Landesregierung schweigt und die Opposition ist empört. Die Diskussion

um die Energiepolitik des Landes kreist derzeit vor allem um den Selbstfindungsprozess der Linkspartei.

Bei einer von ihrer Fraktion beantragten Aktuellen Stunde des Landtags zur Energiestrategie gelang es ihr erneut exemplarisch,

mit insgesamt vier Wortbeiträgen praktisch das gesamte politische Spektrum abzubilden.

Wirtschaftsminister Ralf Christoffers argumentierte wie ein überzeugter Industriepolitiker dafür, den Energieversorgern,

insbesondere dem Lausitzer Stromriesen Vattenfall, möglichst große Spielräume zu lassen. Konkret will er den Neubau eines

Kraftwerkes in Jänschwalde und die damit verbundene Erweiterung des Tagebaues nicht ausschließen.

Seine Kollegin Anita Tack, im Kabinett für die Umwelt zuständig, spricht ganz allgemein von der Notwendigkeit des

globalen Klimaschutzes. Der Prignitzer Parlamentarier Thomas Domres, ebenfalls von der Linksfraktion, verweist darauf,

dass Politik immer die Kunst sei. widerstrebende Interessen zu versöhnen, und seine Lausitzer Kollegin Carolin Steinmetzer-Mann

gibt sich als standfeste und überzeugte Grüne, die der Braunkohleverstromung schnellstmöglich ein Ende

bereiten will.

In solcher Meinungsvielfalt sieht die Opposition dann auch die Schwäche der Regierungspoliik und verlangt eindeutige Aussagen.

Sie ist, wie in der Debatte am gestrigen Donnerstag schnell deutlich wird, ihrerseits wiederum sehr unterschiedlich positioniert.

Die FDP mit ihrem Parteichef Gregor Beyer und die CDU durch den energiepolitischen Sprecher Steven Bretz plädierten erneut im Wesentlichen für eine sehr vorsichtige Anpassung der Industriestruktur des Landes an die nationale Energiewende und

damit die Fortsetzung der Braunkohleverstromung. Insbesondere die CDU warnt vor einem aus ihrer Sicht unkontrollierbaren Ausbau bei­spielsweise von Windkraftanlagen.

Für die Grünen fordert Michael Jungclaus den schnellstmöglichen Ausstieg, der nur folgerichtig sei für den

konsequenten Schwenk auf erneuerbare Energien.

Die Partei des Ministerpräsidenten, die SPD, bleibt fest eingeschworen auf den langfristigen Betrieb der Lausitzer

Braunkohlekraftwerke und -Tagebaue, stützt sich in der Koalition vor allem auf den Wirtschaftsminister und versucht

den Einfluss der ökologisch orientierten Kräfte in der Linkspartei zu begrenzen.

Die unübersichtliche Gemengelage in Brandenburgs Energiepolitik soll jetzt durch eine breit angelegte Anhörung unterschiedlichster Interessengruppen ergänzt werden. Das genaue Verfahren ist dabei noch nicht klar erkennbar.

Beteiligt sein soll der Wirtschaftsausschuss des Landtags, aber auch die Staatskanzlei, die Regierungszentrale will mitbestimmen.

Nach diesen Anhörungen beispielsweise auch von Umweltverbänden wird es dann eine Entscheidung der Landesregierung geben,

die ihrerseits wiederum im Parlament abgesegnet werden wird.

Laut dem Entwurf der Energiestrategie soll die Braunkohleverstromung "zunächst" fortgesetzt werden.

Außerdem sieht er ein Absinken des Endenergieverbrauchs (also der Energie, die beim Verbraucher ankommt) um 23 Prozent vor.

Gleichzeitig soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch auf 50 Prozent steigen.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 27,01.2012

 

 

Standpunkt des brandenburgischen Ministerpräsidenten, Mathias Platzek (SPD) zur Energiestrategie in Brandenburg

 

Von Goldstaub, Fritz-Werbung …

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu brandenburgischen Befindlichkeiten …

 

Potsdam. Zum Jahresanfang war Ministerpräsident Matthias Platzeck im Land unterwegs und äußerte sich zu brandenburgischen Befindlichkeiten. Zu einigen Themen hakte Jürgen Heinrich (Märkischer Bote) jetzt bei einem Frühstücksgespräch nach.

 

Südbrandenburgs Kernthema heißt Energiewende. Sind wir dabei in Deutschland auf dem richtigen Wege!

 

M. PLATZECK: Da gab es dieses Ja zur Atomenergie. Alle Stadtwerke stoppten ihre Investitionen. Sieben Monate später das Nein.

Alles zurück. Das verträgt ein Land nicht häufig.

Was Brandenburg betrifft: Wir sind bestes Bundesland bei der Erzeugung erneuerbarer Energien. Über 20 Prozent bringen wir

regenerativ. Und wir haben von 1990 an den CO2-Ausstoß um 78 Prozent reduziert. Aber das Gesagte geht nicht unvermindert

linear so weiter. Er­euerbare Energien werden teurer, Gas auch. Wir brauchen also weitere innovative Wege.

Zum Beispiel?

In der Uckermark wurde das erste Hybridkraftwerk eröffnet. Aus Wind kann, zwischengespeichert, Grundlast-Energie erzeugt werden. Das ist noch nicht reif, findet aber größtes Fachinteresse. Brandenburger Mittelständler machen das. Hervorragend, sage ich als gelernter Wissenschaftler. Und ich füge trotzdem hinzu: Wir müssen uns die Option für einen Kraftwerksneubau in Jänschwalde offen halten.

Nur als Brückentechnologie?

Ja, aber wie lang diese "Brücke" sein wird, kann, glaube ich, niemand sagen. Da spielen globale Vorgänge eine Rolle.

Zum Beispiel die Gasabnahme in China, die uns plötzlich dramatische Preissteigerungen bescheren könnte.

Wir beziehen Gas aus Russland, aber wenn wir uns alle in Putins Hände be­geben, halte ich das für ein ris­kantes Spiel.

Mir ist kürzlich in Neuenhagen bei der Besichtigung einer Strom- Verteilzentrale deutlich geworden, wie abhängig wir von Energie sind. Die Experten dort sitzen im Hochsicherheitstrakt hinter schusssicheren Scheiben und sorgen dafür, dass immer überallhin

Strom mit 50 Herz geht.

Früher kein Problem - heute bei schwankenden Einspeisungen aus Wind- und Sonnenquellen extrem kompliziert.

Wenn das System dort scheitert, geht gar nichts. Keine Polizei funktioniert ohne (Computer- )Strom, kein Krankenhaus,

kein Flugplatz - nichts.

Aber: Die Möglichkeit eines Black Outs, kommt immer näher, fürchten selbst Fachleute.

In der Energiefrage hat also der Faktor Sicherheit Priorität.

 

…..

 

Quelle: Der Märkische Bote, 28.01.2012

 

 

Ganz aktuell ---> Januar 2012:

 

 

Mehr Braunkohle in Deutschland gefördert

 

Köln. In Deutschland ist im Jahr 2011 mehr Braunkohle gefördert worden. Im Vergleich zum Vorjahr habe die Förderung

um vier Prozent auf 176,5 Millionen Tonnen zugenommen, teilte der Deutsche Braunkohle- Industrie-Verein

am Freitag in Köln mit.

 

Mehr als die Hälfte der Menge (95 Millionen Tonnen) wurde im Rheinland gewonnen,

 

90 Prozent der deutschen Gesamtproduktion sei in Kraftwerken zur Erzeugung von Strom und Fernwärme eingesetzt worden.

Die Stromerzeugung der Braunkohlekraftwerke stieg um drei Prozent auf 150 Milliarden Kilowattstunden.

In der deutschen Braunkohleindustrie arbeiten knapp 22 800 Menschen. dpajsm

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.01.2012

 

 

Brandenburg bei CCS allein auf weiter Flur

 

Ministerpräsident Platzeck stößt bei Amtskollegen und Kanzlerin auf begrenztes Interesse

 

Berlin. Brandenburg wird mit seinen Bemühungen um eine zukunftsfähige Braunkohleverstromung allein gelassen. Ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin machte klar, dass die anderen Bun­desländer zu keinerlei Zugeständnissen an den Stromexporteur Brandenburg bereit sind.

 

Der Streit zwischen der Bundesregierung und der rot­roten Koalition in Potsdam um das Gesetz zur Kohlendioxid-Speicherung (CCS-Gesetz) hat auf dem Berliner Energiegipfel nur ganz am Rande eine Rolle gespielt.

 

Beim "Händeschütteln" habe sie kurz mit Ministerpräsident Matthias Platzeck über die CCS- Problematik geredet, sagte Bundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU).

Er habe ihr gesagt, dass es dabei auch um Zuschüsse der EU geht, aber umfassend sei das Thema dabei nicht erörtert worden.

Sie wisse auch um die Kontroversen wegen der Gesetzesvorlage, die für die Speicherung des Klimagases Kohlendioxid keine nationale Re­gelung vorsehe.

 

Aber sie gehe davon aus "dass wir Brandenburg mit dem Gesetz eine Freude gemacht haben", sagte Merkel und verband dies mit der Aufforderung an das Land "dieses eine Projekt zu machen".

CCS könne ein Exportschlager werden. Bei CCS ge­he es darum, einen breiten Konsens aller Bundesländer zu finden und "das weiß Matthias Platzeck auch". Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Wolfgang Böhmer (CDU), er­gänzte die Stellungnahme der Bundeskanzlerin mit dem Satz: "Auch der Kollege Platzeck weiß, dass nicht alle Bundesländer seinen Standpunkt teilen."

Bereits zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärt, dass die Regierung mit dem Gesetzesentwurf, der praktisch eine Kohlendioxid -Speicherung auf Brandenburg beschränkt, "die Hausaufgaben gemacht hat" und der Weg jetzt frei sei.

 

Platzeck, der am Vortag das Vorgehen der Bun­desregierung scharf kritisiert hatte, sagte, er habe "den Eindruck gewonnen, dass die Debatte gerade erst begonnen hat. Noch ist vieles unklar, aber wir haben unsere konstruktive Mitarbeit bei der angepeilten Energiewende zugesagt."

 

Johann Legner

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 16.04.2011

 

 

Bundestag beschließt unterirdische CO2-Speicherung

Berlin (dpa) Energiekonzerne dürfen künftig an ausgewählten Standorten klimaschädliches Kohlendioxid unterirdisch speichern. Der Bundestag machte am Donnerstag den Weg frei für die Erprobung der umstrittenen CCS-(Carbon Capture and Storage)-Technologie bis 2017.

Für das Gesetz stimmten 306 Abgeordnete, 266 dagegen, zudem gab es eine Enthaltung. Mit der Technologie kann bei der Kohleverbrennung Kohlendioxid (CO2) abgetrennt und per Pipelines in unterirdische Lager verpresst werden. Die zwei bis drei Lager sollen maximal je drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aufnehmen dürfen.

 

Während die Opposition die Technik als zu gefährlich ablehnt, kritisieren Energieversorger, aber auch Teile der FDP, dass es in dem Gesetz eine Ausstiegsklausel gibt. Länder wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen könnten davon Gebrauch machen. Im Norden gibt es viele mögliche Speicherstätten, der Widerstand gegen CO2-Speicher ist dort groß. Damit könnte die Anwendung auf Brandenburg beschränkt bleiben.

Dort will das Unternehmen Vattenfall in Jänschwalde bis 2015 ein 250-Megawatt-Demonstrationskraftwerk errichten. Es soll bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten, davon 180 Millionen Euro EU-Fördermittel. Die Regierung sieht die CCS-Technologie als Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel und setzt darauf, dass auch die Industrie so ihre CO2-Emissionen verringern kann. 2009 war ein erster Anlauf an Schleswig-Holstein gescheitert. Mit dem Gesetz wird eine Vorgabe der EU umgesetzt. Umweltschützer sind sich uneinig: Greenpeace und der BUND lehnen CCS ab, der klimaschädlichen Kohleverstromung solle so nur ein grünes Mäntelchen umgehängt werden. Der WWF empfiehlt zur Erreichung der Klimaziele eine Erprobung von CCS.

Viele Bürger fürchten durch ein unkontrolliertes Entweichen des Gases Schäden für Umwelt, Tiere und Menschen. Im Gesetzentwurf wird festgelegt, dass es ausreichende Deckgebirge über Speichern geben muss. Der CDU-Abgeordnete Jens Koeppen kritisierte eine Panikmache und eine «German Angst». Ohne CCS könne die Erderwärmung nicht auf zwei Grad begrenzt werden. «Es ist eine risikoarme Technologie.» Matthias Miersch von der SPD betonte, Haftungsfragen und mögliche Belastungen für das Trinkwasser durch entweichende Giftstoffe seien völlig unzureichend berücksichtigt worden.

Aus der FDP gab es massive Kritik an der Ausstiegsklausel, die Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) ursprünglich verhindern wollte. Der FDP-Energieexperte Horst Meierhofer fürchtet, dass sich Länder dann auch beim Netzausbau oder bei einer möglichen neuen Suche nach einem Atommüll-Endlager verweigern können. CCS werde so verhindert.

 

 

                                       

                                                                                                                                                                                                                                     

 

Auch Vattenfall kritisierte die Klausel scharf. Das Unternehmen stellt den Erfolg der Technologie in Deutschland infrage. «Wenn das CCS-Gesetz so kommt, wie es heute im Bundestag verabschiedet wurde, dann wird Vattenfall über Jahre nicht in der Lage sein, diese Technologie in Deutschland weiter voranzutreiben», sagte Hartmuth Zeiß, Chef der Vattenfall Europe Mining & Generation AG. Er hoffe auf Änderungen durch den Bundesrat, der das Gesetz noch billigen muss. Sonst drohe der deutschen Technologieführerschaft bei CCS das Aus.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.07.2011

 

 

Eine vergebene Chance

 

Aus für Demo-Kraftwerk Jänschwalde /Vattenfall hält jedoch weiter an CCS fest

 

Die Barbara-Feier in der Cottbuser Stadthalle, eigentlich ein feierlicher Anlass, die Schutzpatronin der Bergleute zu ehren,

wurde am Montag (10.12.2011) zu einer Art Trauerspiel. Denn kurz vorher verkündete Vattenfall das Aus für das

Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde. Dem Deutschland-Chef von Vattenfall, Tuoma Hattaka, war der Frust anzusehen,

als er der versammelten Presse vom Aus berichtete. "Es ist jetzt fünf nach zwölf und wir müssen unser Projekt beenden.

Die Bundesregierung hat es versäumt, einen rechtlichen Rahmen zur Erforschung dieser zukunftsträchtigen Technologie zu schaffen."

 

In Zahlen bedeutet das: Der Konzern wird keine 1,5 Milliarden Euro in der Lausitz investieren.

Bereits genehmigte Fördermittelanträge der EU müssen nun zurückgegeben werden. Diese "schmerzhafte Konsequenz"

bedauerte auch Dr. Hartmuth Zeiß, Chef der Braunkohlensparte von Vattenfall.

"Wir wurden durch die Unentschlossenheit der Bundespolitik ausgebremst." Gerade mit Hinblick auf die Versorgungssicherheit und Preisstabilität könne man seit dem Atomausstieg in den nächsten Jahrzehnten nicht auf die Braunkohle verzichten.

Auch aus diesem Grund betont Zeiß:

"Wir halten weiter am Plan fest, ein neues Kraftwerk in Jänschwalde zu bauen. Mit CCS!"

Auch bei den geladenen Gästen der Barbarafeier war eine gewisse Überraschung - im negativen Sinne - zu bemerken.

Die Aussage vom Cottbuser OB Frank Szymanski, wonach die Braunkohle in der Lausitz als Wirtschaftsmotor mehr

als 16.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze sichert, griff Festredner

 

Dr. Joachim Gauck auf:

 

"Von den Kritikern habe ich bis heute keine brauchbare Antwort erhalten,

wie diese Arbeitsplätze ohne die Braunkohle erhalten werden sollen."

 

Doch auch die Kritikerseite meldete sich umgehend zu Wort. In einer Mitteilung begrüßte die "Grüne Liga" das Aus des

Demonstrationskraftwerks. Auch das geplante kommerzielle Kraftwerk lehnt man entschieden als "Braukohle-Fantasie" ab.

                                                                                                                                                                                        Jan Hornhauer

Quelle: Wochenkurier, 07.12.2011

 

LESERMEINUNGEN

 

Die Vernunft hat vorerst gesiegt

Dr.- Ing. Wolfgang Rasim aus Klein-Bademeusel schreibt zu

"Ausstieg oder Umweg zum CCS-Kraftwerk?" (RUNDSCHAU vom 6. Dezember) sowie "Die Stimme der schweigenden Mehrheit"

(RUNDSCHAU vom 7. Dezember):

 

Umweltschützer und Bewohner vom Braunkohleabbau betroffener Regionen sind über die Absage

an die CCS-Technologie erleichtert, denn mit deren Anwendung würde bei gleicher Stromerzeugung der Kohleverbrauch

und somit die Abbaggerung weiterer Gebiete um mindestens 30 Prozent steigen.

Mit diesem aufwendigen und riskanten Verfahren sinkt der Gesamtwirkungsgrad der Verstromung von gegenwärtig

etwa 42 Prozent auf unter 32 Prozent, das heißt auf den Entwicklungsstand vor 50 Jahren.

Demgegenüber leistet diese Technologie aufgrund ihres zu geringen Einflusses keinen Beitrag zum Klimaschutz,

da der Anteil technisch verursachter CO2-Emissionen laut einer Studie des Bundesumweltamtes lediglich

zwei bis drei Prozent des gesamten natürlichen CO2- Kreislaufs beträgt.

 

Weiterhin gehen weltweit wöchentlich ein bis zwei Kohlekraftwerke ohne CCS-Technologie ans Netz,

somit ist diese nur in Deutschland ernsthaft betrie­bene Erprobung eine Farce und der Glaube an eine Vorbildwirkung

für den Rest der Welt völlig unbegründet.

 

Der kausale Zusammenhang zwischen diesen Emissionen und globaler Erwärmung in der behaupteten Größe beruht lediglich auf nicht nach­vollziehbaren Computersimulationen, weshalb dieser auch weltweit von zahlreichen Wissenschaftlern und

auch Nobelpreisträgern angezweifelt wird. (. . .)

 

Der Umweltwissenschaftler Prof. Hüttl, Träger des Bundesverdienstkreuzes, wurde bereits vor mehreren Jahren

mit folgender Äußerung zitiert:

 

„Zu erklären, wenn wir alles gut machen, würde sich das Klima nicht verändern, ist fahrlässig."

 

Dem ist nichts hinzuzufügen (. . .).

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.12.2011

 

 

Vattenfall arbeitet weiter an CCS

Europäisches Forschungsnetzwerk traf sich zum Wissensaustausch in Schwarze Pumpe

Schwarze Pumpe Der Energiekonzern Vattenfall hält an seiner Absicht fest, Kohlekraftwerke mit CCS-Technik zu bauen. Am Freitag trafen sich in der Lausitz Mitglieder eines europäischen CCS-Netzwerkes zum Wissensaustausch.

. Es waren über 40 Fachleute aus Ländern wie Spanien, Polen, Italien, Niederlande und Großbritannien, die sich zwei Tage am Vattenfall-Kraftwerk Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) über den Stand ihrer Forschung zur CCS-Technologie austauschten. Sie gehören zu Firmen, die Projekte für den Bau von Demonstrations-Kraftwerken vorantreiben, bei denen das klimaschädliche Kohlendioxid (CO) abgeschieden und unterirdisch eingelagert wird.

Die Europäische Union fördert diese Entwicklung. Bedingung dabei ist, dass die gewonnenen Erfahrungen im Verbund geteilt werden. Dazu finden jährlich zwei Treffen statt.

Vattenfall betreibt in Schwarze Pumpe seit 2008 eine CCS-Pilotanlage und galt im Kreis des europäischen Forschungsnetzwerkes mit seiner Planung für ein Demo-Kraftwerk in Jänschwalde als Spitzenreiter. Doch wegen des fehlenden Gesetzes zur unterirdischen CO-Lagerung musste Vattenfall das 1,5 Milliarden-Euro-Projekt im Dezember aufgeben. "Wir werden eine neue Form der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk finden", kündigte der Vattenfall-Forschungschef, Karl Bergman, an.

Trotzdem werde das Unternehmen an CCS festhalten und seine Forschung mit der Pilotanlage in Schwarze Pumpe sowie Anlagen in den Niederlanden und Großbritannien fortsetzen. Dass in Jänschwalde das Demo-Kraftwerk nicht gebaut werden kann, tue ihm sehr leid.

Simon Bennett, Leiter des CCS-Netzwerkes in der EU-Kommission, bedauerte ebenfalls, dass Vattenfall sein Demoprojekt, das einzige in Deutschland, aufgeben musste: "Ich hoffe, dass Deutschland es nicht eines Tages bereut, dass es nicht mehr in der ersten Reihe bei der CCS-Entwicklung dabei ist."

Bis 2012 wollte die EU 12 Demo-Kraftwerke mit CCS am Netz haben. Bei allen Projekten habe es Verzögerungen gegeben, so Bennett. Nicht nur in Europa, weltweit stünden jedoch viele Planungen jetzt unmittelbar vor der Realisierung.

Hartmuth Zeiß, Vorstandschef von Vattenfall Europe, erneuerte seine Überzeugung, dass Braunkohle zur Stromerzeugung noch lange notwendig sein werde und deshalb auch CCS so wichtig sei. Die Lausitzer Braunkohle sei ein tragender Pfeiler der Region und der deutschen Wirtschaft. "Wenn wir über Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit sprechen, führt an Kohle in Deutschland, Europa und weltweit kein Weg vorbei", sagte Zeiß.

Bisher habe Vattenfall als einer der Vorreiter viel in das Forschungsnetzwerk einzubringen gehabt. Künftig werde man etwas mehr vom Erfolg der anderen Beteiligten profitieren, so Zeiß. Das Unternehmen halte an seinen Plänen fest, in den 2020er-Jahren Kraftwerke mit CCS-Technologie zu bauen.

Der Vorstandschef versicherte, dass Vattenfall ausdrücklich die EU-Initiative für eine europäische Infrastruktur zum Transport und zur Lagerung von Kohlendioxid begrüße. "Wir werden uns sehr intensiv um dieses Thema bemühen und dabei den Schulterschluss mit unseren Kollegen in Polen suchen", kündigte er an.

Ein solches Leitungssystem, so nicht nur die Hoffnung von Vattenfall, könnte das klimaschädliche Gas zu einem Lagerplatz unter dem Nordseeboden bringen. Damit wäre das Problem mangelnder Akzeptanz einer unterirdischen Lagerung auf dem Festland vom Tisch.

Simon Bennett von der EU-Kommission erklärte, dass der Bau einer solchen Infrastruktur eventuell mit dem Gasleitungssystem verbunden werden könnte: "Das könnte Investitionshürden senken." Die Überlegungen dazu stünden jedoch noch ganz am Anfang.

Für die Lausitz spielt die weitere Entwicklung von CCS eine wichtige Rolle für die Zukunft des Kraftwerkes Jänschwalde. In wenigen Jahren muss die Entscheidung fallen, ob dort ein Ersatzkraftwerk gebaut wird oder nicht. Bisher plant Vattenfall einen 2000 Megawatt-Neubau, mit CCS-Technologie.

 

Zum Thema:
Seit 2008 betreibt Vattenfall in Schwarze Pumpe eine CCS-Pilotanlage nach dem Oxyfuel-Verfahren. Dafür wurden über einhundert Millionen Euro investiert. Das gescheiterte Demo-Kraftwerk in Jänschwalde hätte Investitionen von 1,5 Milliarden Euro erfordert. Zugesagte 180 Millionen Euro Förderung der EU mussten deshalb zurückgegeben werden. Deutschland zahlt 40 Prozent der gesamten EU-Förderung für CCS-Projekte.

Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 08.06.2012

 

 

CCS-Gesetz mit abgeschwächter Länderklausel

 

Christoffers: Keine CO-Lagerung in Brandenburg / Demo-Projekt von Vattenfall in Jänschwalde bleibt beendet

Berlin/Potsdam Nach jahrelangem Streit liegt nun ein akzeptiertes Bundesgesetz zur Regelung von CCS-Demonstrationsanlagen vor. Für den geplanten Bau einer solchen Anlage in Jänschwalde kommt die Einigung jedoch viel zu spät.

 

                                           

Auf dem Gelände der Vattenfall C0-Pilotanlage in Spremberg (Spree-Neiße) wird Kohlendioxid in einen Tanklastzug gepumpt. Archivfoto: dpa

 

Deutschland bekommt ein CCS-Gesetz für Demonstrationsanlagen mit einer abgeschwächten Länderklausel und reduzierten Lagermengen für Kohlendioxid (CO). Das ist das Ergebnis einer Einigung im Vermittlungsausschuss des Bundesrates am Mittwochabend. CCS ist eine Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Lagerung des klimaschädlichen CO, das bei Verbrennungsprozessen entsteht, zum Beispiel in Kohle- und Gaskraftwerken, aber auch in anderen Industriezweigen.

Die Bundesrepublik wendet mit der Einigung ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union ab, weil Deutschland innerhalb einer vorgegebenen Frist eine EU-Richtlinie zu CCS nicht in nationales Recht umgesetzt hatte. Das Gesetz betrifft nur Demonstrationsanlagen und gilt auch nur für fünf Jahre.

Eine Klausel, die einzelnen Bundesländern die Möglichkeit eingeräumt hätte, eine CO-Einlagerung auf ihrem Territorium per Gesetz zu verbieten, wurde in den Verhandlungen abgeschwächt. Die Bundesländer müssen nun in Raumordnungsverfahren für konkrete Gebiete eine Eignung prüfen.

Schleswig-Holstein, das über geeignete geologische Strukturen für eine Lagerung verfügt, verweigerte dem Kompromiss seine Zustimmung und kündigte sofort an, keine CO-Speicherung zuzulassen.

Brandenburg, das zugestimmt hatte, begrüßte den Kompromiss. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bezeichnete die Einigung, als "gutes Signal für die Energiewende". Gleichzeitig wies Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) jedoch darauf hin, dass in Brandenburg keine Lagerung des Gases erfolgen und auch die Speichererkundung nicht fortgesetzt werde.

Die jetzt erzielte Einigung enthält eine Erklärung der Bundesregierung, wonach sie die Pläne für ein europaweites CO-Netz "positiv zur Kenntnis" nehme. Diese Erklärung und die zugesagte Bereitschaft mehrerer Bundesländer, den Bau einer solchen Infrastruktur zu ermöglichen, waren offenbar wesentlich für die Zustimmung Brandenburgs zum Vermittlungsergebnis.

Für ein geplantes CCS-Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde (Spree-Neiße) kommt die jetzt erzielte Einigung jedoch ohnehin gut ein halbes Jahr zu spät. Das 1,5 Milliarden-Euro-Projekt, das technisch an die CCS-Pilotanlage des Energiekonzerns Vattenfall in Schwarze Pumpe anschließen sollte, wurde aufgegeben, weil der mehrjährige Streit um das CCS-Gesetz die Zeitschienen des Unternehmens über den Haufen warf.

Vattenfall gab deshalb im Dezember 2011 die Zusage für 180 Millionen Euro Fördermittel nach Brüssel zurück und beantragte die Aufhebung aller bereits erteilten Genehmigungen für den Bau. Konzernvertreter hatten danach mehrfach versichert, man setze nun auf die Entwicklung der Demonstrations-Stufe in einem anderen Land, um die Technik dann für neue Kraftwerke einzukaufen. Davon rückte Vattenfalls Deutschland-Chef Tuomo Hatakka jetzt auch nicht ab, obwohl auch er die Einigung lobte: "Dies ist ein positives Signal für die weitere Erforschung dieser wichtigen Klimaschutztechnologie."

Obgleich diese Verständigung für das eigene Projekt leider zu spät komme, öffne sie doch die Tür für spätere Anwendung im großen Kraftwerksmaßstab. Auch für europäische Transportinfrastrukturen und grenzüberschreitende Kooperationen gebe die Umsetzung der CCS-Richtlinie positive Impulse.

Brandenburger Bürgerinitiativen gegen CO-Verpressung kündigten weiteren Widerstand auch gegen eine mögliche Pipeline an.

Zum Thema:
Sommer 2008: In der großen Koalition in Berlin scheitert das CCS-Gesetz am Druck aus der CDU.Juli 2010: Ein neuer Gesetzentwurf wird vorgestellt und monatelang zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium verhandelt.November 2010: Vattenfall erklärt, ohne Gesetz werde das Demo-Kraftwerk in Jänschwalde nicht gebaut.Juli 2011: Der Bundestag verabschiedet das CCS-Gesetz. Zwei Monate später scheitert es im Bundesrat.

Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.06.2012

 

 

Anmerkung d. Verfassers:

 

In der Bezeichnung CO für Kohlendioxid liegt schon eine Unkorrekheit im obigen Artikel vor,

 

die gewollt oder ungewollt zur Verwirrung der Leser beiträgt oder beitragen soll.

 

Schon im Chemieunterricht wurde gelehrt, dass

 

CO die chemische Bezeichnung für das hochgiftige Kohlenmonoxid

 

ist und überhaupt nichts zu tun hat mit dem bei Verbrennungsprozessen (nicht nur in Kraftwerken) entstehenden

 

CO2  die chemische Bezeichnung für Kohlendioxid.

 

CO(Kohlendioxid.) wird als Klimakiller bezeichnet, weil es sich am leichtesten messen lässt.

 

Es ist wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen, ob andere gasförmige Schadstoffe, die

 

schwer oder gar nicht messbar sind (z.B. Fluorverbindungen), nicht die wahren Klimakiller

 

sind.  

 

 

Die Schwätzer melden sich wieder zu Wort:

 

Umweltschützer kritisieren Brandenburger Energiepolitik

 

Potsdam Umweltschützer halten Brandenburgs Energiestrategie für einen Irrweg. An der Braunkohle festzuhalten, sehen sie als fatales

Signal.

Die Regierung betont: Noch ist gar nichts entschieden.

Umweltschützer sehen den geplanten Umstieg auf erneuerbare Energien in Gefahr - und führen Brandenburg als Beispiel dafür an.

In der von der Landesregierung angekündigten Energiestrategie 2030 spiele Braunkohle nach wie vor eine tragende Rolle,

kritisierten sie am Montag (12.12.2011). So halte das Land an Plänen für ein nagelneues Braunkohlekraftwerk nach dem Jahr 2020

in Jänschwalde fest.

«Das widerspricht ganz klar der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende», erklärte Mona Bricke von der Klima-Allianz, einem bundesweiten Zusammenschluss von 100 Umweltschutz-Organisationen.

Der Vorrang erneuerbarer Energien werde damit vernachlässigt. Ein möglicher Neubau in Jänschwalde sende bundesweit eine fatale Signalwirkung aus, erklärte Bricke.

«Auch nach dem Atomausstieg ist ein neues Braunkohlekraftwerk für die Energieversorgung in Deutschland überflüssig.

Braunkohle ist ein Auslaufmodell», erklärte Hauke Hermann vom Öko-Institut.

Die Landesregierung müsse einen Strukturwandel vor allem in der Lausitzer Braunkohleregion hin zur regenerativen Energieerzeugung vorantreiben.

Das Argument, dass dadurch viele Arbeitsplätze verloren gingen, ließ Bricke nicht gelten. Für die Energiewende würden

viele Fachleute gebraucht. Außerdem seien in der Braunkohle nur noch rund 5 000 Menschen direkt beschäftigt.

 

An dieser Stelle ein Zitat von Dr. Joachim Gauck auf der Barbara-Feier 2011 in

 

Cottbus:

 

"Von den Kritikern habe ich bis heute keine brauchbare Antwort erhalten,

wie diese Arbeitsplätze ohne die Braunkohle erhalten werden sollen."


Mit einem sofortigen Ausstieg aus der Kohle sei ohnehin nicht zu rechnen. Das alte Kraftwerk Jänschwalde könne vor dem

Jahr 2020 sowieso nicht vom Netz genommen werden, betonte Bricke. Bis zur vollständigen Versorgung mit den Erneuerbaren

müssten für eine Übergangszeit Gaskraftwerke ans Netz. Brandenburg müsse sich aber schon jetzt entscheiden:

«Entweder es investiert seine knappen Ressourcen darin, eine extrem klimaschädliche Technologie am Leben zu erhalten oder

es investiert politische Tatkraft, Kreativität und Fachkompetenz in den Ausbau des Energiesystems der Zukunft.»

Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Steffen Streu, betonte, dass die Landesregierung gar kein Kohlekraftwerk baue,

sondern nur Rahmenbedingungen zur Verfügung stelle. Ob überhaupt gebaut werde oder nicht, entscheide sich nicht heute,

sondern erst mit der Entwicklung der erneuerbaren Energien. Hierzu seien neue Netze erforderlich. Strom aus Wind, Sonne,

Biogas müsse zudem speicherbar sein.

«Erst dann kann auf die Braunkohle verzichtet werden», sagte Streu. Die Landesregierung werde bis Februar 2012 ihren den

Entwurf zur Energiestrategie vorstellen, hieß es.

Anfang Dezember hatte der Energiekonzern Vattenfall angekündigt, in Jänschwalde kein Kraftwerk zur Erprobung

der neuen Technologie zum Abtrennen und Speichern von Kohlendioxid (CCS-Technologie) zu bauen.

Der Konzern hatte das Fehlen der rechtlichen Grundlagen für den Stopp seiner Planungen verantwortlich gemacht.

Das Unternehmen will aber an dem neuartigen Verfahren festhalten und setzt auf eine Weiterentwicklung durch andere Firmen.

Dann könne Vattenfall die CCS-Technik kaufen und in den 2020er-Jahren ein Kraftwerk in Jänschwalde (Spree-Neiße) errichten,

hieß es.

dpa/boc

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 12.12.2011

 

Nordsee rückt als CO2-Speicher ins Visier der EU

 

Brüssel lässt Lagerung von Kohlendioxid unter dem Meeresgrund prüfen

 

Auf der Suche nach neuen Stätten für die umstrittene unterirdische Lagerung von Kohlendioxid (CO2) rückt jetzt

die Nordsee ins Blickfeld: Die zuständige EU-Kommission sieht dort jedenfalls "ein gewaltiges Speicherpotenzial".

 

Brüssel. Die Geologie unter dem Meeresgrund biete günstige Bedingungen für die Speicherung von Kohlendioxid

mit CCS-Technik, hieß es am Dienstag (13.12.2011) aus Kommissionskreisen in Brüssel.

Die Kommission geht schon seit Längerem davon aus, dass ähnlich wie bei der Atomkraft

abgeschiedenes Kohlendioxid meist nicht an dem Ort gelagert werden wird. wo es anfällt, sondern mit Pipelines dorthin

transportiert werden muss. Weil die Öffent­lichkeit in einigen Mitgliedsländern wie Deutschland und den Niederlanden

die CCS-Technik kritisch sehe, würden sich mehrere Staaten, darunter die Niederlande, bereits auf die mögliche Lagerung

unter dem Meer konzentrieren, hieß es weiter.

Bei der CCS-Technologie (Carbon Capture emd Storage) wird das klimaschädliche CO2  aus Abgasen von Industrieanlagen und Kohlekraftwerken abgetrennt und unterirdisch gespeichert, um es von der Atmosphäre fernzuhalten. Kritiker halten das Verfahren

für gefährlich. Die EU hingegen fördert es, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Ein Forschungsprojekt an der Universität Kiel, das von Brüssel mitfinanziert wird, untersucht die Speicherung unter

dem Meeresgrund.

 

In Berlin berät derzeit der Vermittlungsausschuss über ein neues CCS-Gesetz. Im September (2011) hatte sich eine Mehrheit

im Bundesrat gegen das Gesetz zur Erprobung der CCS-Technologie ausgesprochen.

 

Auf die Idee einer zentralen europäischen Lösung zur unterirdischen Lagerung von abgeschiedenem Kohlendioxid setzt auch der Energiekonzern Vattenfall Europe. Vor wenigen Tagen erst hatte der Deutschlandchef von Vattenfall, Tuomo J. Hattaka,

bekanntgegeben, dass der Plan für ein CCS- Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde (Spree-NeiJse) aufgegeben,

an der Absicht eines Kraftwerksneubaus nach 2020 an diesem Standort jedoch festgehalten werden soll.

Dieses Braunkohlekraftwerk solle mit CCS-Technik ausgestattet sein. Voraussetzung dafür wäre jedoch ein sicherer Speicherplatz

für das abgeschiedene Kohlendioxid. Auf dem deutschen Festland wird so ein Platz vermutlich nicht gefunden werden,

weil in den geologisch geeigneten Gebieten in Norddeutschland der Widerstand gegen diese Technik sehr groß ist. sim/AFP/SvD

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.12.2011

 

 

Hier das Aktuellste zur Diskussion: CCS-Technologie - ja oder nein?

 

Geowissenschaftler: CCS-Technik ist machbar

 

Potsdam Energieökonom Christian von Hirschhausen stellte vor wenigen Tagen eine Studie vor, nach der die CCS-Technik,

die Kohlestrom umweltverträglicher machen soll, gescheitert sei. Geowissenschaftler Michael Kühn sieht das anders.

 

 

 

 

 

Im Forschungsspeicher Ketzin nördlich von Berlin erproben Wissenschaftler die unterirdische CO-Lagerung.

Foto: Bachmann/dpa

 

Die Studie, die Christian von Hirschhausen gerade im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vorgelegt hat, müsste Michael Kühn eigentlich den Spaß

an der Arbeit verderben. Kühn arbeitet am Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ)

in Potsdam. Er beschäftigt sich dort mit der Forschung zur unterirdischen Speicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO),

das aus Kraftwerken oder Industrieanlagen abgeschieden wird.

Der technologische Prozess von der Abtrennung bis zur Speicherung des Gases wird als CCS (Carbon Capture and Storage)

bezeichnet. Diese CCS-Technik, so Hirschhausens Studie, sei der „Transrapid der Energiewirtschaft“, eine gescheiterte Idee,

die nirgendwo in Europa weiter ernsthaft verfolgt würde. Doch daran glaubt Kühn nicht und widerspricht:

„In Deutschland liegt das Thema jetzt auf Eis, in Europa und der Welt wird es jedoch intensiv verfolgt, zum Beispiel in Holland,

wo weiter an einem Offshore-Projekt gearbeitet wird.“

Vorreiter in Sachen CO2-Speicherung sei jedoch Norwegen. Seit 1996 werde dort im Sleipner-Feld vor der Küste CO2

unter dem Meeresboden eingebracht, rund eine Million Tonnen pro Jahr, bisher mehr als 15 Millionen Tonnen insgesamt.

„Das ist schon fast ein großindustrieller Maßstab“, sagt Kühn. Verpresst wird dort Kohlendioxid, das bei der Aufbereitung

von gefördertem Erdgas abgetrennt wird.

Auch die umfangreichen Untersuchungen am Forschungsspeicher in Ketzin hätten gezeigt, dass die Einlagerung des Kohlendioxids

sicher und ohne Gefahr für Mensch und Umwelt möglich sei, sagt Kühn.

„Es gibt bisher keinen Anhaltspunkt dafür, dass das bei der Umsetzung auf den nächst größeren Maßstab anders sein sollte.“

Dass eine langfristige CO2-Speicherung prinzipiell funktioniert, zeige die Natur, in der es solche Einlagerungen seit Millionen

von Jahren gibt.

„Daraus können wir lernen, welche geologischen Strukturen geeignet sind“, sagt der Geowissenschaftler. Das Argument,

dass CCS die Stromerzeugung aus Kohle verteuere und dadurch unwirtschaftlich mache, greift nach Auffassung

von Kühn zu kurz.

Auch alle anderen Strategien zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes seien mit Kosten verbunden. Wie teuer Kohlestrom mit CCS

wird und ob sich das noch rechne, werde sich erst noch zeigen.

Dass Hirschhausen den CO2-Transport durch Leitungen für ein Problem hält, ist für Kühn ebenfalls erstaunlich.

In den USA gebe es bereits seit Jahrzehnten über 4000 Kilometer gut und sicher funktionierende Leitungen für CO2,

setzt er dagegen.

Am GFZ in Potsdam wird trotz pessimistischer Prognosen wie der DIW-Studie weiter an der unterirdischen Kohlendioxidlagerung

geforscht. Aktuelle Themen sind die Überwachung solcher Lagerstätten und Computermodelle, mit denen die Eignung

eines Standortes voraus berechnet wird. Bedingung für eine Entscheidung, ob an einem möglichen Standort tatsächlich

CO2 gespeichert werden kann, so Kühn, sei eine intensive und umfangreiche geologische Voruntersuchung.

Grundsätzlich sei es aus geowissenschaftlicher Sicht aber keine Frage mehr, ob Kohlendioxid (
CO2) langfristig in tiefe

Gesteinsschichten einlagern könne, sondern nur wo und wie viel. Ob das vielleicht eines Tages über ein europäisches

Verbundsystem erfolgen wird, sei ebenfalls keine Frage der Technik, sondern der Kosten.

„Ich halte das durchaus für eine realistische Option“, so Kühn.

Der Energiekonzern Vattenfall hat in den vergangenen Jahren in die Erprobung der CO2-Abscheidung in einer Pilotanlage

in Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) schon mehr als 100 Millionen Euro investiert. Für einen Ersatzbau des Kraftwerkes

Jänschwalde nach 2020 setzt der Konzern noch immer auf die Anwendung der CCS-Technik.

Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 24.02.2012

 

 

Vattenfall plant weiter CCS-Kraftwerk in Jänschwalde

Cottbus Der Energiekonzern Vattenfall Europe hält an seinen Plänen fest, in Jänschwalde ein Braunkohlekraftwerk mit

Abscheidung von CO2 (CCS-Technologie) zu errichten. Das versicherte Vorstandschef Tuomo Hatakka am Mittwoch

bei einem Vortrag an der Brandenburgisichen Technischen Universität (BTU) in Cottbus.

                                                          

 

                                                           Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka

                                                           Foto: Michael Helbig/mih1

 

„Wir gehen in unseren Planungen perspektivisch von 2000 Megawatt aus, wenn die Rahmenbedingungen dafür stimmen“, sagte er.

Eine Entscheidung über den Baubeginn kündigte er jedoch erst in fünf bis sieben Jahren an.

Vattenfall, das machte der Vattenfallchef deutlich, setzt auf einen Erfolg der EU-Initiative zur Schaffung eines Verbundsystems zur gemeinsamen

Entsorgung und Speicherung von abgetrenntem CO2 unter der Nordsee. Die erfolgreiche Arbeit der CCS-Pilotanlage

in Schwarze Pumpe, so Hatakka, werde fortgesetzt.

Der Vorstandsvorsitzende prognostizierte, dass Braunkohlestrom als eine zentrale Säule der Versorgung über 2030 hinaus

in Deutschland eine wichtige Rolle spielen werde. Die gerade vom

Kabinett in Potsdam verabschiedete Brandenburger Energiestrategie 2030 bezeichnete Hatakka als „bemerkenswertes Dokument“, weil sie die

Herausforderungen der Energiewende treffend beschreibe.

„In Brandenburg fokussiert sich die Energiewende Deutschlands wie in einem Brennglas“, sagte der Vattenfallchef,

weil Brandenburg beim Ausbau der erneuerbaren Energien eine Vorreiterrolle einnehme. Das Land sei deshalb heute

schon mit den Problemen konfrontiert, die andere Bundesländer erst in zehn Jahren haben werden.

Hatakka kündigte an, dass Vattenfall in den kommenden zehn Jahren 60 Prozent seiner Investitionen in erneuerbare Energie

stecken werde. Schon heute sei der Konzern beim Bau von Offshore-Windparks die Nummer zwei in Europa.

Das Unternehmen akzeptiere die Energiewende und werde seinen Beitrag dazu leisten kündigte er an.

Hatakka bezeichnete die Energiewende als ein riesiges Infrastrukturprogramm mit erheblichen Kosten, das mit Chancen,

aber auch Risiken verbunden sei. Er sprach sich für ein europaeinheitliches, nicht auf einzelne Länder aufgeteiltes

Förderungssystem beim Ausbau der erneuerbaren Energien aus. Solaranlagen müssten dort errichtet werden,

wo die Sonne wirklich scheint, also in Mittelmeerländern und Windparks dort, wo der Wind weht.

„Dabei meine ich den physischen Wind, nicht den politischen“, fügte er hinzu.

Im Rahmen der Vortragsreihe "The President´s Lecture" hielt der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka,

 

am Mittwochnachmittag (29.02.2012) an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) einen Vortrag zum Thema

 

"Die Konsequenzen der Energiewende".

 

Begleitet wurde die Veranstaltung der Open University von Protesten etwa 50 Braunkohlegegnern und

 

verschiedener Bürgerinitiativen und Umweltgruppen vor dem Zentralen Hörsaalgebäude der BTU.

 

Foto: Michael Helbig/mih1 (Michael Helbig/mih1)

 

Der Auftritt Hatakkas in Cottbus wurde begleitet vom Protest von etwa 50 Gegnern neuer Tagebaue in der Lausitz und

 

der unterirdischen CO2-Speicherung. Diese nutzen auch die Möglichkeit, sich im großen Hörsaal der BTU an der Diskussion

 

mit Hatakka zu beteiligen.

Am Donnerstag (
01.03.2012) findet beim regionalen Stromversorger EnviaM in Cottbus eine Podiumsdiskussion statt,

 

die sich ebenfalls mit der Energiewende befasst. Die RUNDSCHAU berichtet am Samstag (03.03.2012) ausführlich

 

über beide Veranstaltungen.

 

Von Simone Wendler

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.03.2012

 

 

 

Anm. des Verfassers:

 

Man kann sich manchmal des Gefühles nicht erwehren, dass den Wenigsten der Unterschied

 

zwischen dem (giftigen) Kohlenmonoxid (CO) und dem bei Verbrennungsprozessen

 

entstehenden Kohlendioxid (CO2

 

so recht klar ist !

 

 

CO2-Speicher erfolgreich getestet

Abschluss des europaweit größten Forschungsprojekt in Ketzin /

Neue Debatte?

Ketzin Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Experimentes zur Sole-Injektion ist am Mittwoch der letzte Feldversuch am Pilotstandort des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) Potsdam zur geologischen Speicherung von Kohlendioxid (CO2) in Ketzin (Havelland) beendet worden.

Ein Lkw liefert Sole für das Experiment im havelländischen Ketzin. Foto: GFZ

Für den Leiter der Sektion Geologische Speicherung am GFZ, Axel Liebscher, lassen die Forschungsergebnisse den Schluss zu, "dass die geologische Speicherung von Kohlendioxid bei adäquater wissenschaftlicher und technischer Begleitung ein sicherer und gangbarer Weg ist".

Für das GFZ seien die gewonnenen Erkenntnisse zum Verhalten von Sole und Gas zentrale Größen zur Beurteilung des Langzeitverhaltens und der Langzeitsicherheit eines CO2-Speichers. "Mit dem jetzt abgeschlossenen Feldversuch können wir erstmalig die üblicherweise nur in Laborversuchen gewonnenen Daten zur residualen CO2-Sättigung unter realen Gesteinsbedingungen überprüfen", erläutert Liebscher die Bedeutung des Langzeitexperiments.

Der GFZ-Pilotstandort beherbergt das europaweit größte Forschungsprojekt zur geologischen Speicherung des Treibhausgases. Mehr als 67 000 Tonnen CO2 wurden dort seit 2008 in den Untergrund gebracht, um diese Möglichkeit der Treibhausgasreduktion zu erforschen. Ob die positiven Ergebnisse des Feldversuches die Debatte über die Verpressung des Klimakillers CO2 neu entfachen, bleibt abzuwarten. Denn im Jahre 2012 hat das CCS-Gesetz theoretisch zwar den Weg zur Verpressung von Kohlendioxid in Deutschland freigemacht, praktisch aber mit so hohen Hürden versehen, dass der Energiekonzern Vattenfall seine Bemühungen um ein CCS-Demo-Kraftwerk einstellte. Das Pilotprojekt zur Abscheidung von CO2 in Schwarze Pumpe wurde beendet, die gewonnenen Erkenntnisse später nach Kanada verkauft.

Christian Taubert

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 07.01.2016

 

 

 

Ja zu ausgewogenem Energiemix

 

Gert Gockel schreibt zu "Greenpeace: Mehr Kohle ohne Kohle" (RUNDSCHAU vom 25. Januar):

 

(. . .) Es ist richtig, dass ange­sichts endlicher Vorräte an fossilen Rohstoffen wie Kohle, Erdgas und Erdöl eine Orientierung

auf die Nutzung erneuerbarer Energien ein Gebot der Stunde ist. Aber bei aller Begeisterung für erneuerbare Energien

und einem propagierten Ausstieg aus der Braunkohle sollte bedacht werden, dass über einen Anteil

an der Energieerzeugung von 16,5 Prozent aus erneuerbaren Energien gesprochen wird.

Darin sind die Anteile für Windkraft (5,8 Prozent) und für Fotovoltaikanlagen (1,9 Prozent) enthalten.

Berücksichtigt man den Anteil dauerhaft zur Verfügung stehender erneuerbarer Energien, so reduziert sich der auf

deutlich unter zehn Prozent.

Naturgemäß sind die Bedingungen für die Energieerzeugung aus Windkraft- und Fotovoltaikanlagen nicht rund um die Uhr gegeben.

Speziell in den Zeiten erhöhten Bedarfs, in den Abend- und frühen Nachtstunden kann aus Wind und Sonne kaum nennenswerte Energieerzeugung betrieben werden. Eine Speicherung der Energie für eine bedarfsgerechte Nutzung ist in absehbarer Zeit

nicht gegeben.

Es ist erkennbar, dass noch Jahrzehnte bis zur Schaffung ausreichender Speicherkapazitäten vergehen werden,

denn gegenwärtig wird noch an den technischen Möglichkeiten geforscht.

Ich sehe deshalb die Meldungen über die Inbetriebnahme von Fotovoltaikanlagen, die eine Versorgung von

Zigtausend Haushalten ermöglichen, als eine irreführende Information an.

Die von dieser Zahl Haushalte benötigte Anzahl an Kilowatt­stunden kann zwar durch Foto­voltaikanlagen erzeugt werden, aber abends und nachts bleiben diese Haushalte stromlos. Das kann doch nicht das Ziel der Energiewende sein.

Deshalb halte ich die von der Landesregie­ung Brandenburg vertretene Strategie - ausgewogener Energiemix mit

Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien unter Beibehaltung einer Energieerzeugung aus Braunkohle

sowie deren stoffliche Verwertung­ für zukunftsweisend.

Nur so ist nach meiner Meinung eine stabile Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen auch künftig möglich. Auch das vorhandene Leitungsnetz bedarf einer Anpassung auf die Bedingungen einer stoßweisen Einspeisung von aus Windkraft- und

Fotovoltaikanlagen erzeugter Energie. Bereits jetzt muss für den Transport von der Erzeugung im Norden zum

Verbraucher im Süden der Umweg über Polen und Tschechien genommen werden, weil das deutsche Netz nicht ausreicht. (. . .)

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.03.2012

 

 

Rückwärtsgewandte Energiepolitik ..

 

Dr. Peter Weschke schreibt zum Rundschau-Beitrag "Cottbus will noch lange Zeit Kohle" (LR vom 3. Februar):

 

Bisher fühlte ich mich eigentlich als Cottbuser! Wenn ich aber­ wie diese Überschrift suggeriert - vereinnahmt werden soll,

dann macht mich das sehr betroffen. Warum?

Ich bin äußerst entsetzt über das politische Ungeschick und die blinde Ignoranz, mit der die Stadtverwaltung,

insbesondere der OB C.., und nun auch noch die Stadtverordneten - an der Braunkohle "kleben"!

 

Man versuche sich einmal vorzustellen, der gesamte Süden von Cottbus läge auf abbauwürdigem Braunkohleflöz.

Und nun forderten die Gemeinderäte von Atterwasch, Kerkwitz und Grabko sowie die Stadt Peitz lautstark die

Abbaggerung von Cottbus-Süd. Absurd ist diese Vorstellung jedenfalls nicht. 

 

Wer heute noch eine solche rückwärts gewandte Energiepolitik vertritt, gehört schnellstens abgewählt.

Sachliche Argumentation verbietet sich bei dieser weltfernen Haltung ganz offensichtlich von selbst.

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.03.2012

 

 

 

Anmerkung:   Bevor man einen Leserbrief schreibt, sollte man sich, erst einmal mit Fakten

und Argumenten von Fachleuten vertraut machen.

Übrigens sind diese Fakten im Leserbrief von Herrn Gockel (siehe oben)

recherchiert und dargelegt worden.

 

 

Vattenfall setzt auf CCS-Kraftwerk in Kanada

 

Wissen über CO-Abscheidung aus Pilotprojekt in Schwarze Pumpe soll bei Demonstrationskraftwerk in Übersee genutzt werden

 

Cottbus/Berlin Ein gescheitertes Gesetz hat 2011 Vattenfalls Plänen für ein Demonstrationskraftwerk mit Kohlendioxid-Abscheidung ein Ende gemacht. Das Wissen aus fünf Jahren CCS-Forschung in der Lausitz soll aber genutzt werden, in Kanada.

Die Pilotanlage zur CCS-Technik in Schwarze Pumpe wird abgerissen. Die von Vattenfall geplante industrielle Umsetzung der Technik scheiterte an der Gesetzgebung. Foto: dpa

Die CCS-Pilotanlage des Energiekonzerns Vattenfall in Schwarze Pumpe war für Fachleute ein beliebtes Ausflugs ziel. Studenten und Hochschullehrer aus 29 deutschen und zwölf internationalen Hochschulen besichtigten in den vergangenen fünf Jahren die Anlage. Jetzt wird sie stillgelegt und in absehbarer Zeit abgebaut.

Mit der im September 2008 in Betrieb genommenen Technik war erprobt worden, wie es möglich ist, das klimaschädliche Kohlendioxid (CO) aus dem Abgas eines Braunkohlenkraftwerkes zu entfernen, um es dann in tiefen Salzschichten unter der Erde zu verpressen (Carbon Capture und Storage, kurz CCS). 

 

Länderausstieg möglich

 

Die Technik, die auch im rheinischen Revier und in anderen europäischen Ländern erprobt wurde, sollte Kohlekraftwerke mit Klimaschutzzielen vereinbar machen. Doch massiver Bürgerprotest und Länderinteressen stoppten die weitere Entwicklung in Deutschland. Ein 2012 verabschiedetes CCS-Gesetz gab jedem Bundesland die Möglichkeit, auf seinem Territorium die CO-Einlagerung zu verhindern. Weil das Gesetz ohnehin schon ein Jahr Verzug hatte, gab Vattenfall im Dezember 2011 seinen Plan für ein Demo-Kraftwerk in Jänsch walde auf. Die Vorbereitungen für die 1,5 Milliarden Euro-Investition wurden gestoppt. 180 Millionen Euro Fördermittel der EU blieben in Brüssel.

M ehr als 100 Millionen Euro hatte Vattenfall da bereits in die CCS-Pilotanlage in Schwarze Pumpe gesteckt. Jetzt steht deren Abriss bevor. "Wir haben zwei Teile davon an das Industriegas-Unternehmen Linde zurückverkauft", sagt Wolfgang Rolland. Wenn die abgebaut seien, werde auch der Rest demontiert. Rolland hat das CCS-Projekt jahrelang betreut. Jetzt ist er Leiter Unternehmenskommunikation Kraftwerke und Tagebaue bei Vattenfall .

Die Anlage habe ihren Auftrag erfüllt und nachgewiesen, dass die CCS-Technik funktioniert, sagt Rolland: "Wir haben damit viele Erkenntnisse gewonnen." Bedauerlich sei es, dass die Anwendung in einem Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde nicht möglich sei.

Doch was in Deutschland nicht geht, soll nun in Kanada realisiert werden. Am gestrigen Dienstag unterzeichnete der schwedische Energie-Konzern Vattenfall in Berlin einen Kooperationsvertrag mit SaskPower aus Kanada. Das Energieerzeugungs- und Verteilungsunternehmen gehört dem Bundesstaat Saskatchewan und betreibt auch Kohlekraftwerke. SaskPower baut gerade einen Kraftwerksblock mit CCS-Technik um. Zum Jahreswechsel soll er in Betrieb gehen.

"Die Kanadier machen dort weiter, wo wir aufhören mussten", beschreibt Wolfgang Rolland den Sinn dieser Kooperation. Dabei fließe kein Geld, nur Wissen und Erfahrung. SaskPower bekommt aus Schwarze Pumpe wichtige Forschungsergebnisse. "Dafür dürfen wir an deren Wissenszuwachs mit dem Demo-Kraftwerk partizipieren."

 

Anderes Verfahren

 

Dass die Kanadier dabei eine andere Variante der CCS-Technik nutzten, sei kein Hindernis. In Schwarze Pumpe wurde das Oxyfuel-Verfahren angewandt, bei dem Kohle mit reinem Sauerstoff verbrannt wird. In Kanada wird das Kohlendioxid aus dem Rauchgas ausgewaschen.

 

Wolfgang Rolland, Vattenfall. Foto: dpa

 

Für Vattenfall ist das Thema CCS-Kraftwerk nach Angaben von Rolland noch nicht für alle Zeit vom Tisch. "In Kanada, den USA, Australien und China geht die Entwicklung weiter", versichert er. Auch ein CCS-Projekt in Großbritannien werde weiter verfolgt.

Angesichts der weltweit steigenden Nutzung von Kohle zur Stromerzeugung ist das nicht verwunderlich. Laut der Internationalen Energieagentur IEA werden inzwischen weltweit 40 Prozent des Stromes aus Kohle erzeugt. Allein die chinesische Kohlestromproduktion wächst jährlich im gleichen Maße wie die Grün-Strom-Erzeugung der 25 europäischen OECD-Länder zusammen.

Schwellenländer wie China und Indien, die einen hohen Energiebedarf und große Kohlevorkommen haben, sind die Treiber des internationalen Kohlebooms. Doch auch in Deutschland hat die Kohlestromerzeugung mit dem begonnenen Atom ausstieg trotz Energiewende erst mal zugenommen. Diese Entwicklung könnte das Interesse an CCS in den nächsten Jahren wieder steigen lassen.

Dass die Kohle die entscheidende Frage des Klimaschutzes weltweit wird, räumte Anfang des Jahres auch Ottmar Edenhofer gegenüber "Spiegel online" ein. Der Chef-Ökonom des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung beklagte dort: "Wir haben Jahre bei CCS verloren und uns an der Illusion genährt, Erneuerbare würden die Kohle automatisch verdrängen."

Für ein aktuelles Gespräch mit der RUNDSCHAU zur möglichen Zukunft von CCS stand Edenhofer aus Termingründen nicht zur Verfügung. Er berät gerade in Berlin mit Vertretern der mehr als 190 Mitgliedstaaten des Weltklimarates die Zusammenfassung des dritten Teils seines aktuellen Berichtes, der sich mit den Folgen des Klimawandels befasst. Am Montag wird er in Berlin vorgestellt.

 

Zum Thema:

Im Juli 2012 verabschiedete die Bundesregierung ein CCS-Gesetz für Demonstrationsanlagen. Es galt für fünf Jahre und verpflichtete die Bundesländer, in Raumordnungsverfahren die Eignung von Lagergebieten zu prüfen. Die Regelung kam für das geplante Vattenfall-Projekt in Jänschwalde zu spät und wurde als unzureichende Grundlage für diese Investition beurteilt.Im Juli 2011 war bereits eine erste Fassung des Gesetzes verabschiedet worden, die jedoch im Bundesrat scheiterte. Der Vermittlungsausschuss wurde eingeschaltet. Schleswig-Holstein, das über die geeignetsten geologischen Strukturen für eine Lagerung von CO verfügt, lehnte diese vehement ab.

 

Simone Wendler / sim

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 09.04.2014

 

 

 

 

Klima-Labor im Spreewald

 

Burg Heutige Klimamodelle prophezeien, dass es im Westen Deutschlands nasser und im Osten trockener wird.

Für den Spreewald wäre dies mit sinkenden Wasserständen verbunden. Zur Datensammlung und Entwicklung von Anpassungsstrategien arbeitet seit einem Jahr in Burg (Spree-Neiße) ein Lysimeter der Firma UGT aus Müncheberg.

Die ersten Daten dieses Freiland-Labors liegen jetzt vor.

Ob es wirklich trockener wird im Spreewald, das lässt sich anhand der Modelle bislang nicht mit Sicherheit sagen.

Denn die Grenze zwischen dem erwarteten nasseren und dem trockeneren Klima könnte auch noch weiter östlich verlaufen.

Darauf verweist Dr. Ottfried Dietrich vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung in Müncheberg (Märkisch-Oderland).

Hitze und Wasser

Aber vorbereitet sein sollte die Region schon auf die Frage, wie sich in trockeneren heißen Sommern der Wasserverbrauch

reduzieren lässt. Seit Langem befasst sich der Forscher mit dem Wasserhaushalt des Spreewalds. Seit Dezember 2009 steht ihm

dafür in Burg eine ganz spezielle Messtechnik der Umwelt-Geräte-Technik (UGT) GmbH aus Müncheberg zur Verfügung.
                                                 


Es handelt sich dabei um ein Lysimeter, bestehend aus vier in den Boden gestochenen Röhren. Wie UGT-Geschäftsführer

Dr. Manfred Seyfarth erläutert, stecken in dem Begriff die griechischen Worte für fließen und messen. Im Grunde geht es darum,

exakt zu ermitteln, was Niederschläge und Grundwasser in einem Boden bewirken und wie sich das auf die Pflanzen auswirkt.

Dazu sind die oben und unten offenen Lysimeter-Zylinder, auch Monolithen genannt, vollgestopft mit Messtechnik.

Erfasst werden zum Beispiel die Wasserzuführung (Niederschlag, Grundwasser), das Wasserspeichervermögen des Bodens

und die Transpiration (Verdunstung) der auf der oberen Lysimeteröffnung wachsenden Pflanzen.

Wichtig ist, dass sich durch Abdecken der Pflanzen sowie Variieren der Wasserzuführung unterschiedliche klimatische

Bedingungen simulieren lassen. Hierbei ergab sich im ersten Jahr eine Überraschung. Es zeigte sich nämlich bei den auf den

Monolithen wachsenden spreewaldtypischen Gräsern kein Schwammeffekt. Pflanzen, denen im Frühjahr besonders

große Wassermengen zur Verfügung standen, besaßen keineswegs bessere Reserven für trockene Sommerwochen.

Im Gegenteil. Sie litten stärker unter Trockenstress als die Gräser, die schon im Frühjahr weniger Wasser zur Verfügung hatten.

Das wiederum bedeutete, dass sie ihr Wachstum in der Trockenzeit auch stärker reduzierten und dadurch weniger Wasser

verbrauchten.

Überraschende Erkenntnisse

Fazit: Pflanzen, die im Frühjahr besonders viel Wasser erhalten, gehen im trockenen Sommer sparsamer damit um,

aber ihr Wachstum ist dann besonders stark gebremst. Daraus ergibt sich ein Konflikt. Würden Wiesen und Weiden

im Frühjahr weniger entwässert, dann würden die Gräser wegen des größeren Trockenstresses im Sommer

weniger Wasser verbrauchen. Es stünde mehr vom kostbaren Nass zur Verfügung. Wasserwirtschaftlich wäre das sinnvoll,

sagt Dietrich. Für die Viehzucht (Mahd, Weideflächen) wären die geringeren Wachstumserträge im Sommer

aber mit Einbußen verbunden.

Dietrich hält das nicht für hinnehmbar. Aber er glaubt an Kompromisslösungen. So könne es sinnvoll sein, bei

nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen im Frühjahr auf eine Entwässerung zu verzichten. Weitere Messungen müssten

erst zeigen, ob sich ein Trend ergibt. Das vom Bundesforschungsministerium und dem Landesumweltamt Brandenburg

mit insgesamt 200 000 Euro geförderte Lysimeter-Projekt endet 2014. Es ist Teil des 2009 gebildeten

»Innovationsnetzwerkes Klimaanpassung Brandenburg Berlin«.

Die 1992 gegründete Firma UGT mit heute 30 Mitarbeitern gilt als einer der weltweit wenigen Spezialisten im Lysimeter-Bau.

»Bisher haben wir mehr als 450 Monolithe gestochen«, berichtet Seyfarth. Allein 72 Monolithen umfasst ein Lysimeter in Zürich.

Ein Lysimeter in Sierre bei Lausanne soll die Auswirkungen klimatischer Entwicklungen auf Böden und Pflanzen in den Alpen

untersuchen. Im chinesischen Shixia nördlich von Peking analysiert ein UGT-Lysimeter die Folgen von Nitratauswaschungen

für das Grundwasser.

Weltweit im Einsatz

Lysimeter »Made in Brandenburg« stehen auch in Russland, Mexiko, Polen, Iran und etlichen weiteren Ländern.

In Moskau und Mexico City wird mit ihrer Hilfe untersucht, wie sich unter den jeweiligen klimatischen Bedingungen

Dachbegrünungen optimieren lassen. Lysimeter dienen ebenso zur Analyse der Auswirkungen verseuchter Böden

auf das Grundwasser. Ermittelt wird auch, wie sich Hochland-Böden durch Pflanzen vor Erosion schützen lassen. rbt1

 

Zum Thema:

Die Firma UGT hat 2009 einen Umsatz von 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet. 2010 werden es etwa 2,7 Millionen Euro sein.

UGT besitzt Niederlassungen in Freising (Bayern) und Homecourt bei Metz (Frankreich).Im

»Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Brandenburg Berlin« arbeiten zwölf Forschungseinrichtungen, 30 Firmen und

20 Interessenverbände zusammen. Für Projekte stellt das Bundesforschungsministerium 15 Millionen Euro bereit,

drei Millionen Euro müssen als Eigenmittel aufgebracht werden. rbt1


Von Rolf Bartonek

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 20.01.2011

 

 

Achtung: Das Folgende ist sehr ironisch gemeint ...

 

 

Hier wird doch jeder dafür sein, es könnte etwas zu verdienen geben, wenn man auf dem Grund und Boden fündig würde.

 

Was ist dagegen schon das Verpressen des "Abfallprodukt " CO2 ?

 

...und so wird aus Ironie Realtät (ein Schelm, der  Schlimmes dabei denkt):

 

 

 

Schwielochsee- Region sieht Erdöl-Probebohrung positiv

 

Lübben. Die geplanten Probebohrungen nach Erdöl bei Guhlen (Dahme-Spreewald) werden in der Schwielochsee- Region

und im benachbarten Landkreis Spree-Neiße positiv gesehen. Auch in Tauer und Lakoma werden Öl-Felder vermutet.

Zugleich warnen Politiker vor zu viel Optimismus.

 "Das könnte wirtschaftlich interessant für uns werden", erklärte Spree- Neiße- Landrat Harald Altekrüger.

"Erstmal muss man was finden", sagte Carl-Heinz Klinkmüller, Vize-Landrat in Dahme-Spreewald (beide CDU).

Die Central European Petroleum (CEP) ist dabei, bei Guhlen ein Probebohrfeld zu errichten. Ab Herbst will sie prüfen,

ob das in einer Tiefe von bis zu 3000 Metern liegende Öl wirtschaftlich erfolgreich gefördert werden kann. is

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.01.2012

 

 

An dieser Stelle noch einmal ausführlich:

 

 

Region rund um den Schwielochsee begrüßt Suche nach schwarzem Gold

Probebohrungen sollen konkretere Erkenntnisse bringen

 

Grundsätzlich positiv, dabei ab­wartend stehen Ämter und Betei­ligte den Probebohrungen nach Erdöl am Schwielochsee gegen­über. Noch weiß keiner, wie viel es sein wird und wie gut. Doch in Zei­ten knapper Ressourcen gewinnen auch kleine Vorkommen große Be­deutung. Einer möglichen Quelle soll ab Herbst bei Guhlen auf den Grund gegangen werden.

 

Guhlen. Seit langem ist klar: Südlich von Mittweide in Richtung Leibchel/Groß Leuthen einer­seits, Guhlen/Goyatz und

Lamsfeld andererseits und dann weiter durch die Lieberoser Heide bis hinzu Tauer/Lakoma gibt es Erdölvorkommen.

Seit den seismischen Erkundungen der Firma Central Europe Petroleum (CEP) Ende 2009 gibt es auch genauere

Vorstellungen darüber, wie viel Erdöl dort lagert und dass es mit modernerer Technik bei steigendem Bedarf aus Sicht der

Firma rentabel wäre, dieses zu fördern. Völlig unklar ist allerdings, ob und wie gut es durch die Gesteinsmassen

hindurch nach oben gebracht werden kann. Genau das soll nun eine Probebohrung zeigen, die im Herbst bei Guhlen

aufgenommen wird. Das Baustellenschild steht bereits.

Gemeinde, Amt und Landkreis sehen die Pläne positiv. Wolfgang Gliese, Bürgermeister von Guhlen, bringt es auf den Punkt:

"Wir waren vom ersten Anfangsstadium an in die Gespräche einbezogen", berichtet er.

Es gab Einwohnerversammlungen in Goyatz und Groß Leuthen. Bei einer Fahrt nach Usedom, wo die CEP bereits

Probebohrungen durchführt, seien viele offene Fragen geklärt worden. Auch die nächsten Anwohner waren dabei.

Das Probefeld befindet sich auf einem Acker zwischen Ressen und Guhlen, rund zwei Kilometer von den beiden Orten

und etwa 500 Meter vom nächsten Ausbau-Gehöft entfernt gelegen. Die Lärmbelastung soll reduziert werden,

weil die Pumpen in schallisolierten Containern stehen, gibt Wolfgang Gliese seinen Wissensstand weiter, und dadurch,

dass elektrisch gebohrt wird, ergänzt Amtsdirektor Bernd Boschan.

Dieser bleibt bei allem Optimismus abwartend. "Es handelt sich um eine Probebohrung",

erinnert er.

Voraussichtlich ein Jahr lang soll diese analysiert werden. "Erst danach fällt die Grundsatzentscheidung über Standorte

und Fördermengen." Genehmigungsbehörde ist das Bergbauamt Brandenburgs.

Dennoch wird bereits jetzt über das Ob und Wie im Falle des Falles geredet.

Den Schätzungen der CEP zufolge wird so viel Erdöl erwartet, dass es nicht über Lkw,

sondern über eine Pipeline in Richtung

Groß Leuthen abtransportiert und dort auf die Schiene verladen werden müsste.

Dazu müsste freilich erst die Bahnstrecke ertüchtigt werden.

Ob diese Schätzungen der Realität entsprechen, muss die Guhlener Probebohrung

erst zeigen.

"Die Sache kann wirtschaftlich interessant für uns werden", sagt Harald Altekrüger (CDU), Landrat in Spree-Neiße,

wo Erdöl-Felder in Tauer und Lakoma vermutet werden. "Allerdings müssen die naturschutzfachlichen Dinge beachtet werden."

Aufmerksam beobachtet Christian Boellert, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Spreewald, die Entwicklung.

"Ich bin gespannt auf die Ergebnisse. Bis dahin warten wir ab.“ Ingvil Schirling.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 19.01.2012

 

 

 

Schwielochsee- Region sieht Erdöl- Probebohrung positiv

 

Lübben. Die geplanten Probebohrungen nach Erdöl bei Guhlen (Dahme-Spreewald) werden in der Schwielochsee-Region

und im benachbarten Landkreis Spree-Neiße positiv gesehen. Auch in Tauer und Lakoma werden Öl-Felder vermutet.

Zugleich warnen Politiker vor zu viel Optimismus.

 "Das könnte wirtschaftlich interessant für uns werden", erklärte Spree- Neiße- andrat Harald Altekrüger.

"Erstmal muss man was finden", sagte Carl-Heinz Klinkmüller, Vize-Landrat in Dahme-Spreewald (beide CDU).

Die Central European Petroleum (CEP) ist dabei, bei Guhlen ein Probebohrfeld zu errichten. Ab Herbst will sie prüfen,

ob das in einer Tiefe von bis zu 3000 Metern liegende Öl wirtschaftlich erfolgreich gefördert werden kann.is

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.01.2012

 

 

 

Anm.: Und nun zurück zur "Kohlendioxid-Probematik"

 

Das Folgende scheint doch der richtige Weg zu sein:

 

Institut forscht zum Kohlendioxid

 

Potsdam. Die Verwertung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) soll im Mittelpunkt der Arbeit des neuen Potsdamer Klimaforschungsinstituts IASS stehen. "Alle sind sich einig:

 

Man muss mit CO2 etwas anderes machen können, als es in die Atmosphäre entweichen zu lassen oder als Abfall unter der Erde zu verpressen",

 

sagte dessen Leiter, der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer, am Montag. Lösungen sollen unter Leitung von Physik­Nobelpreisträger Carlo Rubbia entstehen. Dem Institut stünden jährlich rund neun Millionen Euro für derartige Projekte zur Verfügung. dpa/doh

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 21.12.2010

 

                                       

                                          Potsdamer Klimaforschungsinstituts IASS

 

 

Es ergibt sich für den Leser die Frage: Wieviel Klimaforschungseinrichtungen braucht

 

Potsdam, Brandenburg, Deutschland und die Welt

 

Nun im September 2015 noch der Neubau für das PiK:

 

 

Neue Bleibe für Klimawissenschaftler

 

Gebäude für 200 Mitarbeiter in Potsdam ist selbst Forschungsprojekt

 

Potsdam Nach drei Jahren Bauzeit hat das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (Pik) ein neues Gebäude bezogen, das zugleich selbst ein Forschungsprojekt ist. In dem Neubau, dessen Fassade mit Holz verkleidet ist, arbeiten 200 Wissenschaftler auf vier Etagen, wie das Pik zur Eröffnung am Montag (28.09.2015) mitteilte.

 

 

Der Neubau des Institutes für Klimafolgenforschung. Foto: dpa

 

Der Forschungsneubau wurde den Angaben zufolge laut Klimaforschungsinstitut mit verschiedenen Materialien und Methoden gedämmt. Deren Effizienz wird in einem auf Jahre angelegten Forschungsprojekt der Technischen Universität Dresden ausgewertet.

Geheizt wird das Gebäude mit dem kleeblattförmigen Grundriss quasi von innen heraus: Der neue Hochleistungs-computer spendet genügend Abwärme für das ganze Haus.

Der Super-Computer, der mithilfe von EU-Mitteln angeschafft wurde, gehört nach Angaben der Forschungseinrichtung zu den 400 schnellsten Hochleistungsrechnern weltweit.

 

Bund und Land finanzierten den Neubau für 20 Millionen Euro. dpa/uf

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 29.09.2015

 

 

Anm.: Da können ja wieder Klimamodelle für alle möglichen und unmöglichen Varianten berechnet werden und solche

 

Theorien erarbeitet werden, z.B.:

 

 

 

Wärme mit Frostbeulen

 

Am Rande: Von Rolf Bartonek

 

Einige Bösewichter unter uns sind bitter enttäuscht worden. Sie haben sich nämlich heimlich auf den Klimawandel gefreut, weil sie dann statt heizen und frieren mehr baden und sonnen können. Statt dessen brachte das Jahr 2010 in Europa Kälterekorde mit viel Schnee und Eis.

 

Aber keine Bange, es kann noch werden.

 

Die Klimaerwärmungspropheten haben alles im Griff. Wir frieren, weil es ganz oben im Norden, in der Barentssee, wärmer geworden ist, wie Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) berichtet.

 

Infolge der Schrumpfung des Meereises werden untere Luftschichten aufgeheizt, und das führt dann zu einer Störung der Luftströmungen. Die Erwärmung der Luft über der Barentssee bringt kalte Luft zu uns.

 

Ist doch logisch, oder?
 

Aber wo kommt diese blöde Kälte mit den gestörten Luftströmungen dann her, wenn es doch im Norden wärmer geworden ist?

 

Etwa von den Russen? Denen wär´s zuzutrauen. Genau weiß das Petoukhov nicht.

 

Zitieren lässt er sich fast nur im Konjunktiv.

 

"Diese Störungen könnten die Wahrscheinlichkeit des Auftretens extrem kalter Winter in Europa und Nordasien

 

verdreifachen."

 

Und das passt prima ins Klima- Erwärmungsmodell. Jedenfalls in das aktuelle.
 

Die Bösewichter haben sich zu früh gefreut. Die Erwärmung straft sie mit Frostbeulen ab. rbtl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.12.2010

 

 

 

 

Anm.: Diese Theorien vom PIK sind doch nicht mehr Ernst zu nehmen . . .  oder doch ???

 

Nun wieder zu den Problemen der Energieerzeugung und ihrer Folgen:

 

 

 

Nach meinem Empfinden liegt doch hier die Zukunft, die Braunkohleverstromung umweltfreundlicher zu gestalten:

 

Senftenberger Algen haben CO2 zum Fressen gern

Algen in "hängenden Gärten" verwerten Sonnenlicht und CO2 / Weltgrößte Anlage ihrer Art

 

Senftenberg (MB). Bereits die zweite Algenzuchtanlage wurde jetzt in Senftenberg eingeweiht. 

Mit einem Fassungsvermögen von 48 000 Litern ist sie mit dem klingenden Namen "hanging gardens" (hängende Gärten) 

weltweit die größte ihrer Art. Sie besitzt das 22-fache Volumen der benachbarten Flachplatten-Airlift-Anlage, 

die im Juli 2010 in Betrieb gegangen war. Damit können zwei verschiedene Algenzuchtanlagen für Rauchgas miteinander 

verglichen werden. 

 

                                             

 

 

"Daneben gibt uns die neue Anlage die Chance, den Nutzen von Mikroalgen zur Aufnahme von Kohlendioxid 

aus Rauchgas in einem größeren Maßstab zu erproben. So können wir feststellen, ob solche Anlagen auch zur 

Verringerung des CO2 -Ausstoßes unserer Braunkohle-Kraftwerke eingesetzt werden können", 

so Vattenfall-Vorstand Dr. Hartmuth Zeiß. Die Mikroalgen, mit denen Vattenfall und die GMB in Senftenberg forschen, 

werden mit Rauchgas aus dem benachbarten Heizkraftwerk "gefüttert", welches mit Braunkohlestaub befeuert wird. 

Nach einem Jahr zeigen die ersten Ergebnisse, dass die ausgewählten Kulturen mit CO2 aus Rauchgas 

kein anderes Wachstumsverhalten zeigen als mit technischem CO2

Die Algen vermehren sich hochproduktiv und erzeugen Biomasse, die in ihrer Qualität allen Ansprüchen zur industriellen 

Weiterverarbeitung genügt und sogar die Normen für Lebens- und Futtermittel einhält. Mögliche Verwertungswege 

für die Biomasse sind Biogasanlagen, die Produktion von Bio-Treibstoff oder die Verwendung als Zusatz in der 

Futtermittel- und ­der Kosmetikindustrie.

 

Quelle: Märkischer Bote, 22.10.2011

 

 

Schavan will aus CO2 Matratzen machen 

Berlin. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) macht sich für einen breiten industriellen Einsatz des

Klimagases Kohlendioxid zur Kunststoffherstellung stark. So könnten zum Beispiel Matratzen aus dem eigentlich

klimaschädlichen CO2 hergestellt werden, teilte das Ministerium am Donnerstag (17.01.2013) mit. dpa/bl

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 18.01.2013

 

 

Dem geneigten Leser schwirrt bei soviel Meinungsäußerungen von Fachleuten  und solchen, die sich dazu

 

ernannt haben der Kopf, 

 

so  dass man sich nur der Meinung des Redakteurs der "Lausitzer Rundschau" anschließen kann:

 

 

BERLINER SPITZEN

 

Klima, Kuh und Glühbime

 

VON STEFAN VETIER

 

Was sind wir doch für fiese Umweltsünder. Über Generationen hinweg hat sich die Menschheit nichts Dummes beim Anknipsen einer Glühbirne gedacht. Und jetzt entpuppt sie sich als Klimaschädling. Schon wurden Stimmen laut, ihre Verpackung ähnlich abschreckend wie bei Zigaretten zu etikettieren: "Glühlampen vernichten die Weltmeere", könnte dann zum Beispiel darauf stehen. Noch sträflicher ist freilich unser kümmerliches ökologisches Wissen über das gemeine Nutzrind. Dabei verkörpert die Kuh den "größten Klimakiller" schlechthin, wie jetzt in einer Zeitung zu lesen stand. Bei ihrer Verdauung setzen die Wiederkäuer nämlich Unmengen von Methan frei. Überhaupt entsteht in der Viehwirtschaft allerlei Lachgas, das die Natur zum Weinen bringt. 

 

Und wer weiß schon, was bei uns Menschen so alles hinten raus kommt.

 

Aber zum Glück ist das Klimaproblem endlich politisch erkannt. Noch wollen Gabriel, Künast & Co zwar nicht die Rinder abschaffen oder die Menschheit zum Vegetarier bekehren. Trotzdem herrscht kein Mangel an fundamentalen Ideen zur Rettung der Umwelt:

 

Die SPD möchte die Dienstwagenbesteuerung neu ordnen, die Grünen pochen auf autofreie Wochenenden und selbst bei der CSU entfaltet man plötzlich ökologische Betriebsamkeit.

Der jüngste Klimaschutzbeitrag kommt von Wirtschaftminister Michael Glos. Seitdem er in seinem Privatfahrzeug ein Navigationsgerät habe, verfahre er sich nicht mehr andauernd, berichtete der Christsoziale und schlussfolgerte: "So wird auch unnötiger CO2-Ausstoß vermieden."

 

Fehlt nur noch, dass jemand fordert, beim Zeitungsumblättern die Glühbirne zu löschen.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 01.03.2007

 

 

 

 

An dieser Stelle einige Gedanken zu Forschungsstrategien der BTU Cottbus zur weiteren Verhinderung der

 

Erderwärmung, geäußert von

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard F. Hüttl, geb. 1957. Nach Studium, Promotion und Habilitation in Deutschland und USA folg­te nach mehrjähriger Forschungstätigkeit und einer Professur in Honolulu, USA, 1992 die Übernahme des Lehrstuhls für Bodenschutz und Rekultivierung an der BTU Cottbus, deren Aufbau Reinhard Hüttl als Vizepräsident von 1993 bis 2000 begleitete. 1996 bis 2000 war er Mitglied im Rat von Sachverständigen für Umweltfragen der Bundesregierung und von 2000 bis 2006 Mitglied im deutschen Wissenschaftsrat. Seit 2007 ist er Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums in Potsdam. Prof. Hüttl ist Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Akademien im In- und Ausland, seit 2008 Präsident von acatech und Träger des Bundesverdienstkreuzes.

 

 

„ ... Neben der internationalen Verflechtung hat dieses Forschungsgebiet dazu geführt, dass auf regionaler Ebene wichtige Beziehungen entstanden sind, so zum Beispiel zum Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg, zum Institut für Gewässerschutz und Binnenfischerei in Berlin, zum Institut für Agrartechnik in Bornim, insbesondere aber auch zum Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam. Beispielsweise wurde über das GFZ ein Projekt mit der BTU Cottbus und der Universität Potsdam zum Thema "Geoenergie" im Rahmen des BMBF-Programms "Spitzenforschung und Innovation in den neuen Ländern" eingeworben.

 

In diesem Verbundvorhaben geht es konsequenterweise um das Thema "Clean Coal“ (saubere Kohle), denn die Braunkohlengewinnung ist eben nicht nur mit massiven Eingriffen in den Landschafts- und Wasserhaushalt bzw. in den Infrastrukturbereich (z.B. Siedlungen) verknüpft,

 

sondern der aktuell beobachtete Klimawandel ("Erderwärmung") wird durch die Nutzung fossiler Energieträger, insbesondere der Braunkohle, und den damit verbundenen CO2- Emissionen, mitverursacht (!!!).

Da aber aus Ressourcensicht die Kohle - dies gilt sowohl für die Braunkohle als auch für die Steinkohle - bei jetzigem Verbrauch noch weit über 1.000 Jahre reichen würde und allein im Jahre 2010 weltweit mehrere hundert Kohlekraftwerke "ans Netz" gegangen sind, steht fest,

dass sowohl die Problematik "Tagebau und die Beseitigung dessen Folgen" als auch die Thematik "Clean Coal" für unsere zukünftige gesellschaftliche Entwicklung - und zwar weltweit - von herausragender Bedeutung sind. Zweifelsohne leistet die noch immer junge BTU mit Blick auf diese enormen Herausforderungen wichtige Beiträge und wird dies auch in Zukunft tun.“

 

 

Quelle: Festschrift, anlässlich des 20-jährigen Bestehens der BTU Cottbus, 2011

 

 

Warum zerstören wir die Energieversorgung? 

 

Gerald Feister aus Peitz schreibt zum Beitrag "Experte sieht Braunkohleverstromung als Auslaufmodell" über ein

 

Treffen zwischen Landesregierung und Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

 

(RUNDSCHAU vom 31. August):

 

Wenn die Bundeskanzlerin häufiger der Rat von Experten wie Herrn Schellnhuber annimmt, braucht man sich über die

Fehlentscheidungen der Bundesregierung nicht wundern.

 

Es geht hier nicht mehr darum, wie wir unsere Energieversorgung gestalten, sondern ob wir überhaupt in der Lage sind,

unserem Industrieland ausreichend Versorgungssicherheit zu bieten. Bis zur Abschaltung der AKW hat Deutschland Strom exportiert.

Seitdem importiert Deutschland Strom und zwar überwiegend aus französischen Kernkraftwerken. Wir können gern auch noch die Braunkohlenkraftwerke stilllegen und uns in die Abhängigkeit russischer Gasexporteure und französischer Stromlieferanten begeben.

Nur muss allen klar sein, dass wir diese Abhängigkeit sehr teuer bezahlen werden. Und sollte Strom knapp werden, dann werden

diese Länder vorrangig ihre eigene Versorgung sichern. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, weshalb wir unsere eigene,

gesicherte und bezahlbare Energieversorgung zerstören, unsere Industrieproduktion gefährden und uns dann noch in

Abhängigkeit begeben.

 

Speziell Herr Schellnhuber und Kollegen begreifen nicht, dass ihr Wunschdenken völlig an der Realität vorbei geht.

 

Die Abschaltung unserer Kohlekraftwerke wird das Klima nur sehr unwesentlich beeinf1ussen, wenn überhaupt.

 

Für die privaten und öffentlichen Haushalte wird der Weg aber in die Katastrophe führen. Cottbus jammert jetzt schon wegen

ausfallender Gewerbesteuereinnahmen. Sollten wir die Braunkohleverstromung in naher Zukunft tatsächlich aufgeben,

werden die Folgen dramatisch sein. Wir können nicht allein von Tourismus und Dienstleistungen leben Griechenland zeigt

sehr eindrucksvoll, wohin das führt. Vattenfall hat einen möglichen Weg aufgezeigt. Wir sind sicher besser beraten,

wenn wir diesen Weg weitergehen. Einfach alle Lichter ausmachen ist keine Lösung.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.09.2011

 

 

Anm.: Ich glaube Herr Feister steht mit seiner Meinung nicht allein da.

 

 

Mibrag will neues Kohlekraftwerk bauen

 

Konzernchef Geisler: Energiewende macht Braunkohle unverzichtbar

 

Zeitz Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft will kräftig investieren und hält ein neues Kraftwerk zum

Bewältigen der Energiewende für dringend notwendig.

Sieht für Braunkohle eine Zukunft: Mibrag-Chef Joachim Geisler . Foto: dpa

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH,

Joachim Geisler, sieht in der Energiewende gute Aussichten für den Bau eines seit Langem

geplanten Kraftwerkes für 1,3 Milliarden Euro.

"Braunkohle wird gerade wegen der Energiewende ein wichtiger Bestandteil der

Energiegewinnung bleiben", sagte Geisler.

Der Brennstoff werde noch jahrzehntelang benötigt. Die erneuerbaren Energien lieferten keine

planbare Leistung.

"Wir brauchen aber Kapazitäten, die rund um die Uhr 100 Prozent Strom liefern können", sagte er.

Zudem sei Braunkohle preiswerter. Eine Kilowattstunde Strom aus dem fossilen Energieträger koste im Durchschnitt drei Cent,

eine aus Windenergie gewonnene neun Cent und eine aus Fotovoltaik gewonnene 18 Cent.

Die These, dass Braunkohlekraftwerke mit ihren CO-Ausstößen ein Klimakiller sind, sei nicht mehr zu halten,

 sagte Geisler. Die Wirkungsgrade neuer Kraftwerke seien wesentlich höher als die älterer. Diese hätten einen Wirkungsgrad

von etwa 25 Prozent, die neuen etwa 43 Prozent.

"Selbst wenn in Deutschland alle Braunkohlekraftwerke abgeschaltet würden, hätte das keinen Einfluss auf das Weltklima

vor dem Hintergrund des enormen und wachsenden Kohleverbrauchs in Asien", sagte der Mibrag-Chef.

….

Etwa 19 Millionen Tonnen Kohle fördere die Mibrag mit ihren insgesamt 2500 Beschäftigten jährlich.

….

In diesem Jahr werde das Kraftwerk Mumsdorf der Mibrag geschlossen. Damit reduzierten sich die

Kohlendioxidemissionen um jährlich etwa 900 000 Tonnen.

Sabine Fuchs / dpa

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 03.12.2013 (auszugsweise)

 

 

Braunkohle nicht größter Umweltverschmutzer

 

Günter Vogt aus Cottbus-Gallinchen schreibt zur Energiewende in Deutschland:

 

Mir fällt immer wieder auf, dass zu einseitig auf den Brennstoff "Braunkohle" als Umweltverschmutzer verwiesen wird.

So wird auch das Kraftwerk Jänschwalde als größte Schmutzschleuder dargestellt.

Ich möchte die breite Öffentlichkeit sensi­bel stimmen, dass nicht nur bei der Verbrennung von festen Brennstoffen aus Braun-und

Steinkohle CO2 über die Abgase emittiert werden. Auch beim Verbrennen des vielfach gelobten Erdgases fallen nicht unerhebliche

Anteile von CO2 in den Abgasen an. (. . .)

Das Aufkommen des Jahresprimärenergieverbrauchs wird durch die bekannten einzelnen Primärenergieträger bestimmt.

Dabei ist der Einsatz sehr unterschiedlich, bestimmt durch die angestrebte Energiewende. Werden die einzelnen Verbrauchswerte

der eingesetzten Primärenergieträger des letzten Zeitraumes 2011/ 2012 betrachtet, muss folgende CO2- Umweltbelastung

festgestellt werden:

 

- Verbrauch an Erdgas pro Jahr im Mittelwert 1080,3 Milliarden kWh/a und einer CO2-Emission 216 Millionen Tonnen CO2

 

- Verbrauch an Mineralöl pro Jahr im Mittelwert 1138,8 Milliarden kWh/a einschließlich des gesamten Verkehrs und der Mobilität,

  damit eine CO2- Emission 296 Millionen Tonnen CO2

 

- Verbrauch an Braunkohle pro Jahr im Mittelwert 452,4 Millar den kWh/a und einer CO2-Emission 181 Millionen Tonnen CO2.

 

Damit zeigt sich, dass im gegenwärtigen Energiemix die absolute Umweltverschmutzung durch CO2-Emission bei

Einsatz von Braunkohle erst an dritter Stelle auftritt.

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau/Leserbriefe, 28.01.2013

 

 

 

Es gibt auch in Deutschland noch Alternativen zur zusätzlichen Energieerzeugung:

 

 

Riesiger Stromspeicher in Thüringen geplant

Internationales Stadtwerke-Konsortium investiert mehr als 500 Millionen Euro

Der Atomausstieg in Deutschland erfordert Milliarden-Investitio­nen. Auch und vor allem in neue Stromspeicher. Ein großer Spei­cher soll an der Schmalwassertalsperre in Thüringen entstehen. 35 Stadtwerke aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlan­den wollen eine halbe Milliarde Euro investieren.

 

Von. Simone Rothe

 

Erfurt/Aachen. Ein riesiger Speicher für Strom vor allem aus Windkraft- und Solaranlagen soll in Thüringen gebaut werden. Für das geplante Pumpspeicherkraftwerk würden Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro veranschlagt, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Mathias Machnig (SPD) bei der Präsentation des Projekts in dieser Woche (17.10.- 21.10.2011) in Erfurt.

 

Das Großprojekt mit einer Leistung von mindestens 400 MW – das reicht den Angaben zufolge für die Stromversorgung von mehr als einer halben Million Haushalte über sechs Stunden - sei im Thüringer Wald an der Schmalwassertalsperre (Kreis Gotha) bis zum Jahr 2019 geplant. Investor sei das Stadtwerke-Netzwerk Trianel GmbH (Aachen).

 

"Wir wollen Ernst machen mit der Energiewende", sagte der Wirtschaftsminister. Dazu gehöre nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien, sondern auch der Infrastruktur. Machnig sprach sich angesichts der notwendigen Eingriffe in Landschaft und Natur für ein Mega-Projekt wie ein Pumpspeicherwerk für eine breite Beteiligung von Kommunen und Umweltverbänden aus.

 

In Deutschland müsste die Kapazität der Pumpspeicherwerke in den nächsten zehn Jahren von jetzt 7000 Megawatt verdoppelt werden.

 

"Das ist eine gewaltige Aufgabe." Die Speicher sind nötig, weil die Stromerzeugung von Windrädern und Solaranlagen nicht kontinuierlich ist.

 

35 Stadtwerke aus Deutsch­land, darunter aus Jena und Halle, sowie aus der Schweiz und den Niederlanden wollen sich an einem Pumpspeicherkraftwerk beteiligen, sagte der Projektleiter der Trianel GmbH, Markus Hakes. Bundesweit seien dafür Standorte geprüft worden, drei seien in die engere Wahl gekommen.

                                                                 

 

 

Noch befinde sich das Projekt in einer frühen Phase. In Thüringen sollen die erforderlichen Anträge für die aufwendigen Genehmigungsverfahren Ende dieses Jahres gestellt werden. Kommunalpolitikern und -parlamenten in der Region sei das Projekt be­reits vorgestellt worden, sagte Hakes.

Der Bürgermeister von Tambach-Dietharz, wo die erst in den 1990er-Jahren fertig gestellte Schmalwassertalsperre liegt, äußerte sich positiv. "Wir würden uns wirklich freuen, wenn das Projekt Realität wird", sagte Harald Worna.­

 

Pumpspeicherwerke nutzen überschüssigen oder billigen Nachtstrom, um Wasser

aus einem Unter- in ein Oberbecken zu pumpen. Das Wasser treibt beim Ablassen leistungsfähige Turbinen an, die Strom erzeugen. In Thüringen gibt es bereits drei solcher Anlagen, bundesweit etwa 30 zumeist kleinere.

 

Eine der bundesweit größten ist das Pumpspeicherwerk im südthüringischen Goldisthal, das im Jahr 2003 vom Energiekonzern Vattenfall nach sechsjähriger Bauzeit in Betrieb genommen wurde. In die Anlage, für die es Vorarbeiten bereits in der DDR gab, waren 620 Millionen Euro investiert worden. Das Wasserkraftwerk verfügt über eine Leistung von 1060 Megawatt. Das Projekt war während des Baus bei Umweltverbänden umstritten.

 

Nach Angaben Machnigs soll in den nächsten drei Wochen ein Kataster mit bis zu zehn weiteren Standorten für Pumpspeicherwerke in Thüringen vorgelegt werden.

Der Minister hatte im Frühjahr dieses Jahres einen entsprechenden Prüfantrag erteilt. Thüringen will nach einem Konzept der schwarz- roten Landesregierung bis zum Jahr 2020 seinen Strombedarf zu 45 Prozent aus Ökoenergien decken.dpa

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 22./23.10.2011

 

 

Pumpspeicherwerke unter Druck

 

Stromspeicher für Netzregulierung unentbehrlich / Wirtschaftlichkeit der Anlagen sinkt

Cottbus Zur Stromnetzregulierung sind sie gerade im Osten unentbehrlich. Die Folgen der Energiewende drängen Pumpspeicherwerke jedoch wirtschaftlich an den Rand. Nach der Bundestagswahl (2013) könnte sich das vielleicht ändern.

              

Foto Das Vattenfall-Pumpspeicherwerk Hohenwarthe II in Thüringen. Foto: Vattenfall

Der 28. März 2012 war im Norden und Osten Deutschlands ein sehr stürmischer Tag. Viel Windenergie strömte in das ostdeutsche Übertragungsnetz von 50 Hertz Transmisson. Als dann durch einen technischen Defekt eine der drei Stromtrassen aus dem Osten in das Altbundesgebiet ausfiel, drohte trotz Drosselung konventioneller Kraftwerke und Windparks der Netzkollaps.

Dass die Lichter nicht ausgingen, war auch den Pumpspeicherwerken in Markersbach (Sachen) und Goldisthal (Thüringen) zu verdanken. Mit jeweils 1000 Megawatt (MW), das entspricht einem Drittel des Kraftwerkes Jänschwalde, konnten beide Anlagen in wenigen Minuten einen Teil des überschüssigen Stroms aus dem Netz nehmen, um dieses zu stabilisieren.

Goldisthal und Markersbach sind mit Abstand die größten und modernsten von acht Pumpspeicherwerken, die der schwedische Energiekonzern Vattenfall in Deutschland betreibt. Goldisthal ging erst 2004 mit voller Leistung ans Netz.

Ihr Arbeitsprinzip ist einfach: Mithilfe von Strom wird Wasser durch Rohre in ein Oberbecken gepumpt. Wenn es von dort bergab über eine Turbine zurück in das Unterbecken läuft, entsteht wieder Strom. Der Wirkungsgrad ist mit 80 Prozent hoch. Die Anlagen sind reaktionsschnell und gut steuerbar.

"Pumpspeicher sind für uns substanziell", versichert Volker Kamm, Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz. Das Netzunternehmen habe mit Vattenfall Verträge, damit die Pumpspeicher in Notsituationen zur Verfügung stehen. "Meist wissen wir ja mit etwas Vorlauf, wann sich Überschusssituationen anbahnen", so Kamm.

Zum Beispiel wenn für ein Wochenende, an dem die Industrie kaum Strom abnimmt, eine Windfront angekündigt ist. Für diese kurzzeitige Zwischenspeicherung des Stroms bekommt das Pumpspeicherwerk auch Geld. Trotzdem lohnt es sich durch die Energiewende wirtschaftlich immer weniger, Pumpspeicher zu betreiben. Und das, obwohl durch die stark schwankende aber wachsende Erzeugung von Wind- und Solarstrom auch solche relativ kleinen Stromspeicher dringend gebraucht werden.

Altes Modell bricht zusammen

 

Das Wirtschaftsprinzip der Anlagen stammt aus der Zeit, als nur Großkraftwerke Strom erzeugten. Der wurde nachts, wenn er billig war, "eingelagert" und zum Spitzenverbrauch in den Mittagsstunden wieder ins Netz geschickt. Doch heute sorgen besonders Solaranlagen gerade in den Mittagsstunden für Stromüberschuss. Das alte Geschäftsmodell bricht zusammen.

Die Folge davon: Pumpspeicherwerke kommen auf immer weniger Betriebsstunden, in denen sie Geld verdienen. Dazu kommen zusätzliche finanzielle Belastungen. Denn wenn Strom in Pumpleistung verwandelt wird, auch um die Netzstabilität zu sichern, wird eine Netzabgabe für die Stromleitung bis zum Speicher fällig. Ein Pumpspeicher gilt für die Bundesnetzagentur seit 2008 als "Verbraucher", wie ein Supermarkt, ein Einfamilienhaus oder ein Produktionsbetrieb. Die Netzabgabe ist im Osten auch noch höher als in anderen Regionen Deutschlands. Zum Jahresbeginn stieg sie von rund 13 Euro pro Megawattstunde (MWh) auf fast 20 Euro.

Doch nicht nur Netzentgelte, auch die EEG-Umlage zur Förderung des grünen Stroms wird für den Speicherstrom fällig. Die Folgen dieser finanziellen Belastungen bekommen besonders ältere Anlagen wie das Pumpspeicherwerk Niederwartha bei Dresden zu spüren. Die mit 120 MW kleine Anlage, die 1930 in Betrieb genommen wurde, müsste dringend saniert werden. Die Kosten von rund 100 Millionen Euro können unter den aktuellen Bedingungen aber nicht wieder verdient werden. Jetzt droht 2014 die Stilllegung.

Zwar gibt es seit 2012 die Möglichkeit, von den Netzentgelten befreit zu werden, doch nur, wenn das Pumpspeicherwerk erweitert wird. Das, sagt ein Branchenkenner, spiele praktisch keine Rolle.

Und auch Neubauprojekte liegen in ganz Deutschland weitgehend auf Eis. Im Schwarzwald und in Nordrheinwestfalen schlägt solchen Projekten gerade massiver Widerstand von Anwohnern entgegen. Denn der Bau wäre mit großen Eingriffen in die Natur verbunden. Wald müsste gerodet, große Erdmassen bewegt werden.

Rahmenbedingungen bremsen

 

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für solche Anlagen bremsen zusätzlich den Elan der Projektbetreiber.

 

Fünf Pumpspeicherwerke befinden sich im Genehmigungsverfahren, fünf weitere in Planung. Die Realisierung dieser Vorhaben ist noch ungewiss.

Volker Kamm, Sprecher des ostdeutschen Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz, ist sich recht sicher, dass das Thema Stromspeicher und damit auch die Bedingungen für Pumpspeicherwerke nach der Bundestagswahl ein Thema sein werden.

50 Hertz selbst hält perspektivisch Ausschau nach größeren Stromspeichermöglichkeiten in Wasserkraftwerken Skandinaviens.

Simone Wendler

 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 06.08.2013

 

Pumpspeicherwerk Wendefurth startet

 

Wendefurth. Das Pumpspeicherwerk Wendefurth (Harz) geht in der kommenden Woche offiziell in Betrieb. Es war in den zurückliegenden  Jahren für 40 Millionen Euro saniert worden, wie der Betreiber Vattenfall am Dienstag (22.08.2014) mitteilte.

Das Werk soll als Speicher für Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden. dpa/sm

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 23.07.2014

 

 

 

 

So lässt sich die Kraft des Wassers auch nutzen:

 

Aushängeschild der Energieregion

 

E-Werk Cottbus Stiftung belebt historisches Elektrizitätswerk

 

Strom aus der Spree für Cottbus - das ist eine der Zielsetzungen der kürzlich neu gegründeten E-Werk Cottbus Stiftung.

COTTBUS. In einer Auftaktveranstaltung am 29. November (2011) informierten die Träger der Stiftung über Ideen.

Chancen und Möglichkeiten des Projektes. Die Initiatoren Burkhard Schwiedersky und Frank Krah erläuterten, dass der umgebaute Gebäudekomplex nicht nur Gewerbe- und Wohneinheiten erhalten wird, sondern auch ein Informationszentrum für

Konzepte, Mittel und Methoden der energetischen Optimierung und Energieeffizienz.

Die Absicht, auch den ursprünglichen Zweck des Gebäudes, die Stromerzeugung aus Wasserkraft, wiederzubeleben,

hatten die Eigentümer wegen der enormen Hürden für Genehmigung und Betrieb fast aufgegeben. Dann stießen sie auf das

Unternehmen Green Heritage Wasserkraft GmbH & Co. KG, ein Leipziger Ingenieurbüro, das sich auf die Realisierung von Kleinwasserkraftanlagen spezialisiert hat. Ausschlaggebend ist, dass durch die Stiftung eine Einrichtung geschaffen wird,

an der die Cottbuser und weitere Interessenten direkt mitwirken können, um das historische E-Werk zum neuen Mittelpunkt

für die energetische Optimierung zu machen.

In der ersten Phase gilt es die genehmigungsseitigen, technologischen und die finanziellen Grundlagen zur Wiedererrichtung der Wasserkraftanlage zu schaffen.

Immerhin werden 1,5 Millionen Euro benötigt.

Dass sich die Einrichtung, unter Einbeziehung möglicher Förderung, wirtschaftlich betreiben lässt, haben die Stiftungsgründer bereits ermittelt. Im Frühjahr wird die Öffentlichkeit dann ins E­Werk eingeladen und über weitere Details informiert.  pm

 

Quelle: Wochenkurier, 07.12.2011

 

 

 

 

Cottbuser des Jahres (2015) gesucht

 

Frank Krah & Burkhard Schwiedersky

 

Die beiden Cottbuser Urgesteine und Unternehmer Frank Krah & Burkhard Schwiedersky waren eigentlich nur auf der Suche nach neuen Büroräumen für ihre immer weiter wach­sende Firma. Dann kamen sie auf eine Idee, mit der sie nicht nur ihre Mitarbeiter glücklich machten, sondern vor allem die vielen Cottbuser. Denn jeder kennt sicher noch den traurigen Zustand des alten E-Werks am Mühlgraben.

Vor gut 100 Jahren erbaut, war es viele Jahre lang Schaltstelle für ein weiteres Lieblingskind der Cottbuser: Die Straßenbahn. Doch mit dem Bedeutungsverlust des Bau­werks schwand auch die Bau­substanz. In einer beispiellosen Umbau- und Sanierungsarbeit wurde das E-Werk wieder flott für mindestens weitere 100 Jahre gemacht. Seit letztem Jahr erstrahlt nun die Fassade rundum erneuert, es entstand im Herzen der Stadt ein moder­ner Wohn- und Bürokomplex. Im alles dominierenden alten Turbinensaal ist Platz für Veranstaltungen und Ausstellungen.

 

                                           

 

In Zukunft, so schwebt den Machern des E-Werks vor, soll es seinem Namen weiter gerecht werden. Das Bauwerk soll ein landesweites Musterbeispiel für umfassende energetische Sanierung werden und durch Wasserkraft aus dem angrenzenden Mühlgraben und einem "Schornstein-Dynamo" sogar selbst Energie erzeugen.

 

 

Anm.d. Verfassers: Dazu müsste das LUA Brandenburg zuerst die Wehranlage instand setzen.

In derzeitigem Zustand wird sie wegen ihrer eingeschränkten Bedienbarkeit nicht einmal der Aufgabe der Durchflussregulierung der Spree über den Mühlgraben gerecht. 

 

 

Sollten Frank Krah und Burk­hard Schwiedersky Cottbuser des Jahres werden, geht, ihr Preisgeld an den Verein Päd­agogisches Zentrum für Natur und Umwelt in Cottbus, um das Thema Energiewende für Kin­der und Jugendliche erlebbar zu gestalten. Damit dies auch nachhaltig gelingt, verdoppelt die Integral Projekt GmbH & Co. KG den Spendenbetrag.

 

 

Quelle: WOCHENKURIER, 27.01.2016

 

 

 

Mit Spreewasser Strom erzeugen

 

Boblitzer Firma TWB tüftelt seit knapp drei Jahren an kleinen Kraftwerken

 

In der Lausitz ist die Energiewen­de im Gange. Die Braunkohle ver­liert langsam an Bedeutung. Wichtiger werden Wind und Sonne. Nur Wasser ist für die Stromerzeugung in der Region noch ungenutzt. Das könnte sich ändern.

 

Von Jan Augustin

 

Boblitz. Seit knapp drei Jahren tüfteln sie bei der Firma Tief­und Wasserbau Boblitz (TWB) nun an diesem Plan. Die Spree ­ so ist es die Vorstellung von TWB-ChefFrank Jurisch - könnte als Stromerzeuger dienen. "Wir können hier sehr effektiv Elektroenergie gewinnen und wollen das mit einem ökologischen Umbau verbinden", sagt er.

Die Vorstellung: An Querbauwerken, also an Wehren und Staustufen, sollen in Verbindung mit neuen, noch herzustellenden Fischtreppen künftig kleine Kraftwerke Strom liefern.

In Brandenburg, wo Wasserkraft bisher so gut wie keine Rolle spielt, wäre das einzigartig.

Ziel sei es, Energie zu gewinnen und gleichzeitig die ökologische Durchlässigkeit zu erhöhen. Ge­rade im Bereich der Grundlast könnten die Anlagen mit einer Leistung von je rund 350 Kilowatt künftig hilfreich sein.

Die Devise also heißt nicht viel, dafür stetig - im Gegensatz zu Energie­trägern wie Wind oder Sonne. Denn die regulierte Talsperre Spremberg liefere sichere Abflussverhältnisse und gewährleiste so eine kontinuierliche Energiegewinnung.

 

Ein weiterer Vorteil: Die Anlagen würden komplett unter Wasser stehen und so optisch kaum wahrnehmbar sein.

Derzeit im Fokus stünden etwa fünf bis zehn Bauwerke, die die TWB mit ihrer Tochterfirma Lausitzer Energie- und Wasserkrafttanlagen GmbH (LEW) zu kleinen ökologischen Kraftwerken umrüsten und betreiben könnte.

 

An Querbauwerken der Spree wie dem Kiekebuscher Wehr könnten nach Vorstellung der TWB künftig kleine Wasserkraftwerke Strom erzeugen. Foto: Jan Augustin

 

Frank Jurisch klingt begeistert, als er kürzlich beim Besuch von Oberspreewald-Lausitz- Landrat Siegurd Heinze (parteilos) von der Zusammenarbeit mit der Energieregion Lausitz Spreewald GmbH berichtet.

 

Seitens des Ministers für Infrastruktur und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger (SPD), werde das Boblitzer Projekt zwar begrüßt, so Jurisch.

 

Die Gelegenheit nutzt der Geschäftsführer aber auch, um seinem Ärger Luft zu machen.

 

"Wir wünschen uns eine bessere Zu­sammenarbeit mit der Landesregierung", sagt er. Der Ministerpräsident läute den Umbau der Energiewirtschaft ein und unterstütze die Energiewende.

 

"Unterstützung bei den laufenden Ge­nehmigungsverfahren ist aber leider nicht zu verzeichnen", so Jurischs Vorwurf. Von einem Brief, den die TWB vor zwei Jahren ans Land geschrieben hätte, sei lediglich der Empfang bestätigt worden, nennt er als Beispiel.

 

"Wir würden uns wünschen, dass Dietmar Woidke Stellung bezieht, dass er Klartext spricht. Wir lassen da nicht locker", sagt Frank Jurisch.

Zwar liege eine Willensbekundung des Landesumweltamtes seit mehr als einem Jahr vor. Die Umsetzung scheite­re aber noch an vertraglichen Rahmenbedingungen wie der Bewilligung von Fördermitteln. Das Boblitzer Unternehmen. gehe dennoch davon aus, dass es in etwa einem Jahr eine Pilotanlage bauen kann.

….

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, 28.01.2016 (ausschnittsweise)